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Akkulution - die Praxis!


Eine Akkulution vor der Montage (die Zellen
und der Schraubendreher gehören nicht dazu)

 


Zusammenbau und Demontage benötigen
jeweils nur Minuten, mit etwas Übung
sogar weniger als eine Minute.

 


Fertig!

Einfach in der Handhabung

Das Besondere an der Akkulution ist, dass (von den Steckern einmal abgesehen) keinerlei Lötarbeiten mehr notwendig sind. Vordergründig denkt man dabei zunächst an die vereinfachte Konfektionierung des Packs. Daraus ergeben sich aber noch eine Reihe weiterer Vorteile, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen:

  • Auch auf dem Platz oder im Urlaub benötigt man keinen Lötkolben mehr, um einmal eine Zelle auszutauschen.

  • Wird ein Akkupack für längere Zeit nicht verwendet, kann man die Zellen in einem anderen Akkupack anderer Größe verwenden, das man gerade benötigt.

  • Man kann jederzeit leicht ein Pack zu Testzwecken zusammenstellen.

  • Läßt die Kapazität eines Packs nach, kann man die schwächelnde Zelle leicht lokalisieren und entweder einzeln 'päppeln' oder austauschen.

Erhöhte Lebensdauer

Die Tatsache, dass einzene Zellen nicht identisch sind, führt über kurz oder lang zum Ableben eines Akkupacks. Es ist immer die schwächste Zelle, die bei Lade- und Entladevorgängen am meisten leidet und dadurch noch schwächer wird. Je mehr Zellen ein Pack hat, desto größer ist das Problem. Wird nichts dagegen getan, beschleunigt sich dieser Vorgang, führt zu Spannungs- und Kapazitätsverlust und letztlich zur Unbrauchbarkeit des Packs.
Oft werden solche 'defekten' Akkupacks entsorgt, obwohl die Zellen nicht mal einen Bruchteil ihrer möglichen Lebensdauer abgedient haben.
Hier zeigt die Akkulution ihre Stärke: man nimmt die Zellen heraus, mißt die einzelnen Zellen mit einem Voltmeter durch, erkennt so die defekte Zelle und tauscht sie beim Zusammenbau gegen eine neue Zelle aus, und der Akkupack ist wie neu. Da freut sich nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Einfache Akkupflege

Dabei ist die Akkulution durchaus hilfreich, den oben beschrieben Effekt hinauszuzögern und so auch ohne Tausch von Einzelzellen die Lebensdauer des Akkupacks zu erhöhen: Der Kontakt in der Endkappe ermöglicht es, beide Akkustangen getrennt zu formieren. So werden in elektrischer Hinsicht aus einem 16-Zeller zwei 8-Zeller, die jeder für sich behandelt werden können. Und 8-Zeller sind für Automatiklader mit ihren Formierungsprogrammen erheblich zuverlässiger zu behandeln als 16- Zeller.
Wenn alle Stricke reißen, weil ein Akkupack z.B. nach längerer Lagerung erheblich disformiert ist, kann man bei der Akkulution immer noch die Zellen einzeln vermessen und so für das Pack wieder einen identischen Ladezustand herstellen.

Sicherheit

Der Totalausfall des Akkus ist für Elektroflieger (speziell mit BEC) ein Alptraum. Die vermeidbaren Ursachen dafür sind häufig:

  • mechanische Beschädigung. Eine kalte Lötstelle oder ein Bruch der Verlötung aus einer früheren Überbeanspruchung,
  • Totalausfall mindestens einer Zelle, so dass die Spannung plötzlich einbricht und sich auch nicht regeneriert.

In beiden Punkten zeigt die Akkulution deutliche Vorteile. Sie hat keine Lötstellen, die korrodieren können oder einer Ermüdung unterliegen. Da der Kontakt mechanisch hergestellt wird, reicht es, gelegentlich die Verschraubung zu kontrollieren und ggf. nachzuziehen.
Der Totalausfall einer Zelle ist meist nicht unvorhersehbar, sondern hängt mit den weiter oben beschrieben Effekten zusammen. Durch die Aufzeichnung von Entladekurven läßt sich solch ein Problem häufig frühzeitig erkennen.
Aber auch ohne aufwändige Vermessungen zeigt die Akkulution hier ein Sicherheitsplus: Da sie durchsichtig ist, erkennt man, wenn eine Zelle ausgast. Ist das der Fall, ist diese Zelle ein Kandidat für spätere Ausfälle. Im Zweifelsfall nimmt man solch eine Zelle heraus, vermisst sie, und wenn sie noch in Ordnung ist, reinigt man die Kontaktoberfläche und fügt sie wieder in das Pack ein.

Ersparnis?

Aus einer ganzen Reihe von Gründen rentiert sich die Akkulution nach einiger Zeit, auch wenn sie zunächst deutlich teurer ist als die Menge von Lötzinn, Endkappen und Schrumpfschlauch, die man für ein gelötetes Pack benötigt (das Vorhandensein der Ausrüstung zum inline- Löten bleibe unbeachtet).

  • Verlängerte Lebensdauer eines Packs, da die Pflege vereinfacht wird.
  • Verlängerte Lebensdauer eines Packs durch Austausch defekter Einzelzellen.
  • Statt verschiedener Packs in verschiedenen Baugrößen verwendet man nur noch verschiedene Akkulutionen und einen verkleinerten Pool von Einzelzellen.
  • Zellen aus 'defekten' älteren Packs lassen sich weiter verwenden.
  • die Lebensdauer des Packs hängt nicht mehr allein davon ab, gematchte und selektierte Zellen zu verwenden

 

Stand: 08.11.2002