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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pendelleitwerk, welche Materialien und wohin?



Dix
13.02.2003, 10:59
Hallo,

für meine kleine SU-37, der ich Pendelhöhenleitwerke verpassen möchte, suche ich eine geeignete Materialpaarung für die Lagerung.

Vorgestellt habich mir einen 1,5-2mm Kohlestab, der entweder in einem Kohlerohr oder in einem dünnwandigen Alurohr passenden Durchmessers gelagert wird.

Um die Verankerung machich mir keine Sorgen, Hebelarm ist reichlich vorhanden.

(Ich tendiere zum Alu, weils doch selbstschmierend wirkt und man das Rohr leicht quetshen kann, zum "Spiel einstellen")

Und wo ist denn die richtige Position der Drehachse (wg.Flattern und Servokräften)?

Fragenfragenfragen... :confused:

Danke!

Eckart Müller
13.02.2003, 12:30
Hi Dirk!

Hier mal ein paar Bilder, die zeigen, wie ich dieses Problem bei einer F-16 gelöst habe. Betonen muss ich aber, das Modell ist noch nicht geflogen. Der Nachweis der Praxistauglichkeit steht also noch aus. Besonders den breiten Spalt zwischen Rumpf und Leitwerk sehe ich mit Skepsis. Da können einige Dinge rein geraten, die das Leitwerk möglicherweise abreißen könnten.

http://www.rc-network.de/upload/1045135215.jpg
Der Schlitz stammt von dem vorgesehenen gedämpften Höhenruder.

http://www.rc-network.de/upload/1045135259.jpg
Das Servo ist an einem eingeklebten Brettchen angeschraubt.

http://www.rc-network.de/upload/1045135290.jpg

Im Ruder ist der Servohebel eingeklebt, mit kurzen Holzdübeln verstärkt.

http://www.rc-network.de/upload/1045135321.jpg

http://www.rc-network.de/upload/1045135359.jpg
Hier ist der problematische Spalt erkennbar.

Looser27
13.02.2003, 13:24
Oh Mann, bei der Befestigung hätte ich aber Bauchschmerzen! Wie machst Du denn das Ruder am Servo fest? Festschrauben is ja nicht mehr!
Bei so einer Anlenkung würde ich zwei Alu-Rohr-Stücke in den Rumpf harzen. In einem Flügel eine Alu-Stange fest einharzen, diese mit Flügel durch die Rohre schieben und dann den anderen Flügel auf das freie Ende harzen. Zur Justierung der Abstände würde ich zwischen den beiden Alu-Rohr-Stücken noch zwei Stellringe auf die Welle aufschieben. Der einzige Nachteil ist, daß sich diese Konstruktion nicht mehr ohne weiteres lösen läßt.
Als Alternative könntest Du auch mit ner Art "Mini"-Flächensteckung, wie sie bei den Großseglern üblich ist arbeiten. Die müßte im arretierten Zustand drehbar sein!

Gruß Thomas

Eckart Müller
13.02.2003, 13:38
Wie machst Du denn das Ruder am Servo fest? Der Ruderhebel wird wie üblich auf das Servo gesteckt. Da die achsiale Sicherung nicht mehr möglich ist, habe ich quer durch den Vielzahn-Abtrieb und den Servohebel ein Loch gebohrt, in das eine Schraube als Verliersicherung gedreht wird. Es handelt sich um ein als PSS-Segler eingesetztes Modell. Ob diese Lösung auch für E-Motormodelle taugt, müsste noch getestet werden.

Dix
13.02.2003, 13:49
Ja Thomas, die Alurohre bevorzuge ich. Ich frag mich nur: Ist das auch tatsächlich unter Belastung auch leichtgägnig genug?

Über die Krafteinleitung in den Flieger mach ich mir keinen Kopp. Da kommt von hinten n Streifen Glasmatte drüber.

Und die "Durchgehender Stab"-Methode ist auch OK. Zumindest für die Erstmontage wegen gleicher Ausrichtung der Tailerons.

Durchtrennt wird der Stab wieder, sonst is 1. die Demontage nicht möglich und 2. keine Querruderfunktion möglich.

Als Sicherung kommt ein Stellring beim CFK-Stab natürlich nicht gut: Ich hab mir überlegt, ein in axialer Richtung blockierendes Ruderhorn zu machen. Es wird nur bei einem extremen Ruderausschlag (den das Servo NICHT hinkriegt) möglich sein, das Taileron rauszuziehen.
Also Gestänge aushängen, Ruder verdrehen und rausziehen. Einfach, leicht und geht!

Eckart: Ich halte nichts von dieser Art der Befestigung, weil
1. Thomas richtig erkannt hat: WIE festschrauben? (naja, gelärt. War ne zeitliche Überschneidung. Überzeugt bin ich davon aber net.)
2. einige Servos doch ziemliches Spiel aufweisen, das bei diesem Hebelarm ziemlich fickerig wird.
3. die Servos für diese Belastung einfach nicht gemacht sind.
4. ich keinen Kleber kenne, der Servoruderhornplastik auch nur annähernd zuverlässig klebt.

Nichtsdrestotrotz sei es Dir gegönnt, wenns klappt!!!! ;)

[ 13. Februar 2003, 13:51: Beitrag editiert von: Dix ]

Jürgen Zahn
13.02.2003, 16:16
Hy Dix,

zu dem wohin, guckst Du hier: Pendelleitwerk (http://www.jets.at/Pendelleitwerk.xls)

Gruß Jürgen

Dix
13.02.2003, 16:58
Danke, Jürgen.

Nur wie kann ich denn die Leitwerksform der Su37 vereinfachen, sodaß das Programm mitspielt?

Christian Abeln
13.02.2003, 17:59
@Eckard:
Meine fliegt so. Das geht wunderbar und über die Festigkeit brauchst Dir keine Sorgen zu machen.
Abgerissen ist bei mir auch noch nichts.

Jürgen Zahn
13.02.2003, 22:02
Hallo Dix,

ich würde einfach alle Seiten von dem doch etwas kurios zugeschnittenen Leitwerk zeichnerisch verlängern, damit ich das Excel-Programm verwenden kann... (hoffe Du weißt was ich damit meine).

Bei unserer Turbinen-MIG21 haben wir beim Prototyp die Pendelleitwerks-Aufhängung einfach in das erste Drittel der Leitwerksflosse eingebaut (hatte ich irgendwo mal gelesen). Zum damaligen Zeitpunkt kannte ich den oben genannten Link nämlich noch nicht. Auf jeden Fall hatten wir bei den Geschwindigkeitstest kein Flattern.

Wenn ich Du wäre, würde ich einfach einen Aufhängepunkt im vorderen Drittel nehmen. Ich gehe mal davon aus, das auch bei Deiner SU-37 kein Flattern auftreten wird....

Gruß Jürgen

Looser27
14.02.2003, 09:35
@Dix: An Stelle der Alu-Rohre mit passendem Durchmesser nimmst Du entsprechend größere, in die Du an den Enden noch je ein kleines Kugellager einklebst. Das ist dann garantiert spielfrei! Axiale Sicherung mit U-Scheiben und Stellringen.

Gruß Thomas

Dix
14.02.2003, 11:29
Grundsätzlich gerne, Thomas.

Aber bei nem EPP-Bombner ist das mit Kanonen auf Spatzen geschossen...

Trotzdem Danke!

@Jürgen: Das Verlängern ist zwar recht pragmatisch. ABER: Das Dreieck das gegenüber der berechneten Fläche fehlt, hat seinen Schwerpunkt HINTER dem berechneten. Also muß die Achse weiter nach vorne. Aber wieviel???

Wo soll denn die Achse überhaupt hin (so grundsätzlich) ? so, daß die Fläche 1/3 zu 2/3 oder 1 zu 1 geteilt ist? (Dann kannichs ja wie in TM mit dem Flächenschwerpunkt machen...)

Looser27
14.02.2003, 12:03
Aber bei nem EPP-Bombner ist das mit Kanonen auf Spatzen geschossen...Tu ich ständig :D

Ich kompensiere mangelndes fliegerisches Können durch massiven Materialeinsatz :D :D :D .

Soviel schwerer dürfte die Lösung aber nicht sein. Außerdem sind EPP-Flieger sehr haltbar, also kann man auch eine Haltbare Lagerung und Anlenkung einbauen (meine Meinung).

Gruß Thomas

Dix
14.02.2003, 13:16
Ich glaub, die vier Kugellager wiegen so viel wie der ganze Rest des Höhenleitwerk. (Soll ich 4*12*6 er Lager nehmen :D )

Nein, ich will ja deswegen ein Aluroh als Lager nehmen, weil ich das dosiert so eindellen kann, um damit das Spiel wegzukriegen bzw spürbar zu reduzieren! Quasi zum Nulltarif. Gut, was?

Looser27
14.02.2003, 14:36
Dann mußt Du aber aus dem runden Rohr ein Vierkant quetschen, damit Du in alle Richtungen spielfrei wirst. Gehen tut das, keine Frage. Is halt nur nicht so elegant (aber wer braucht Eleganz in nem EPP-Flieger?).

Gruß Thomas

Dix
14.02.2003, 14:49
Looser27:
... Außerdem sind EPP-Flieger sehr haltbar...Kennst Du eigentlich meinen Flugstil??? :D :D


Looser27:
...aber wer braucht Eleganz in nem EPP-FliegerNich frech werden Freundchen! :D :D

Mit dem "Vierkant" hab ichs mir genau so gedacht!

[ 14. Februar 2003, 14:50: Beitrag editiert von: Dix ]

Eckart Müller
14.02.2003, 15:02
@ Danke Chris!

Das beruhigt mich ja. Kann ich dem Erstflug ja gefasst entgensehen, wenn's denn nochmal was werden sollte damit... :D :D

Looser27
14.02.2003, 15:21
Das wird schon gut gehen :D :D :D

Außerdem sieht in der Luft eh keiner daß da ein EPP-Teil fliegt.

*duckundwech*

Gruß Thomas

Jürgen Zahn
16.02.2003, 20:14
Hallo Dix,

genau den Punkt zu treffen, wo der Schwerpunkt bei dem Leitwerk ist, ist grundsätzlich nicht so einfach.

Mein Vorschlag an Dich ist, mach den Drehpunkt in das vordere Drittel (1/3 zu 2/3), damit hast Du auf jeden Fall nach dem Drehpunkt die größere Strömungs-Angriffsfläche, was mal grundsätzlich hilft, ein Ruderflattern zu vermeiden. Aber den Drehpunkt so nah wie möglich an den Schwerpunkt des Leitwerkes.

Wenn dann Dein Ruder nach hinten runterfällt, mit Gewichtsausgleich das Ruder ins Gleichgewicht bringen, damit Dein Servo nicht die ganze Zeit einer Belastung ausgesetzt wird.

Deine Idee mit dem Alurohr als Lager ist meineserachtens auf jeden Fall mach- und tragbar. Sollte halten und ist eine gewichtsgünstige Lösung.

Gruß Jürgen

PS: "Probieren geht über Studieren..."

Dix
16.02.2003, 20:22
Ja, gut. Schwerpunkt einstellen geht ganz leicht über Gewichtsausgleich (sträub... BÄH bei nem E-Flieger... :mad: )

Mir war nur wichtig zu wissen, wo bezogen auf die Fläche die Drehachse zu sein hat! Stichwort: Neutralpunkt.

Ulf Herder
16.02.2003, 23:31
Original erstellt von Dix:
Ja, gut. Schwerpunkt einstellen geht ganz leicht über Gewichtsausgleich (sträub... BÄH bei nem E-Flieger... :mad: )

Mir war nur wichtig zu wissen, wo bezogen auf die Fläche die Drehachse zu sein hat! Stichwort: Neutralpunkt.Hallo Dix,

mach die Drehachse etwa 1% vor den HLW Neutralpunkt das hat sich bei mehreren Modellen als optimal herausgestellt.

Gruß,

Ulf

Jürgen Zahn
17.02.2003, 07:38
Original erstellt von Dix:
Ja, gut. Schwerpunkt einstellen geht ganz leicht über Gewichtsausgleich (sträub... BÄH bei nem E-Flieger... :mad: ) Schon gut, schon gut, ich weiß ja, das es da einen Zusammenhang geben soll zwischen Gewichtseinsparung und E-Fliegern :rolleyes: :D :D :D .

Drum sagte ich ja, so nah wie möglich an den Schwerpunkt des Höhenleitwerks... ;)

Dieser 1% vor dem HLW Neutralpunkt, den Ulf angesprochen hat, ist genau das was ich meine!!!

Gruß Jürgen

Dix
17.02.2003, 10:38
Aber wo ist denn der Neutralpunkt zu finden?
Und vor Allem WIE?

Jürgen Zahn
18.02.2003, 08:01
Hallo Dix,

kannst Du mir mal eine Skizze mit ca. Maßen des Leitwerkes mailen, dann schau ich mal, wie man am besten den Neutralpunkt ermitteln könnte...

Gruß Jürgen

Dix
18.02.2003, 12:40
Das Leitwerk ist eine Pfeilfläche, bei dem die hintere äußere Spitze abgeschnitten ist. (siehe Dreiseitenansicht jeder SU 27-37)

Wurzelrippe 170mm
(Halb)Spannweite 130mm
Rückpfeilung Nasenleiste 130mm
Außenrippe 56mm
Die Endleiste um 31mm nach innen gehen, und das entstehende Dreieck zur Nase der Außenrippe abtrennen.
Fläche gesmt: 138,22 cm²
(davon sind 8,68 cm² für den Abschnitt bereits abgezogen.)

Ich hatte die empfohlene Exceltabelle mal ausprobiert mit dem Tipp, die Trapezflächen zu verwenden (=ohne Dreiecksabschnitt).

Anhand dieses Wertes für die Drehachse hab ich das Verhältnis Fläche vor und hinter der Achse errechnet.

Dieses Verhältnis dann auf meine tatsächliche Fläche (Dreieck abgeschnitten) umgelegt und eine neue Drehachse damit berechnet.

Ergebnis: (gemessen ab Nase Wurzelrippe)
Trapezfläche: X=97mm
tatsächliche HLW-Fläche: x= 94mm

Was mich daran leider stört, ist daß ich keinen Anhaltspunkt habe, was Sache ist.
Bei dieser Berechnung hat in m.E. weder die Umströmung der Fläche eine Rolle gespielt, noch war der Hebelarm des "Abschnitts".

Das ist aber mit Sicherheit wichtig, sollte zumindest.

Der Neutralpunkt hat doch mit dieser Berechnung nichts zu tun, oder? Er ist auch nicht einfach hinter t/2 oder?

Dix
24.02.2003, 21:09
So, fast ferddich!

Der Flieger:
http://dirk.c-se.de/dcp_4136.jpg Positionierung der Ruderachse:
Einfach von hinten drangepappt. Später durch "Umleimer" in Form von Leukosilk zusätzlich gesichert.

http://dirk.c-se.de/dcp_4090.jpg

Die Anlenkung von der Seite:
Wichtig zu erwähnen, daß die Seitenflosse klassisch (wie bei einer SU halt) nach unten von mir verlängert wurde.
Erstens hat das optische Gründe, zweitens schützt dies die Anlenkung und drittens wird die Höhenflosse bei Ausschlag "Höhe" vor Einhaken im Gras bewahrt.

http://dirk.c-se.de/dcp_4160.jpg

Draufsicht auf Anlenkung und Sicherung:

Das Gestänge kann bei maximalem Höhenruderausschlag von Hand ohne Werkzeug ausgehängt werden. Es hat eine leichte Vorspannung, so daß der abgewinkelte Draht am Ruderhorn der Flosse nicht selbst rauskann.
Zusätzlich blockiert das Seitenleitwerk ein Verselbständigen des Pendelruders. Dadurch ist eine "kostenlose" Sicherung des Ruders gewährleistet.

Übrigens sieht man hier die zur Schwerpunktskorrektur eingebrachten Bleikügelchen...

http://dirk.c-se.de/dcp_4159.jpg

Zum guten Schluß:
Das Gewicht mit Speed 400 und 8N500AR :eek:

http://dirk.c-se.de/dcp_4137.jpg

Geplantes Powerplant:
Viper450 9,6V mit 10 Hecell... Dann sind wir bei läppischen 600 gramm TOW!
So, Ihr seid dran.

PS: Die Ruderachse ist nun bei 93mm gelandet.
3mm CFK-Stab in sehr gut passendem 4mm Alurohr.

[ 24. Februar 2003, 21:11: Beitrag editiert von: Dix ]

Jürgen Zahn
25.02.2003, 07:34
Hy Dix,

:eek: sieht klasse aus!!!!!!!!!

Na denn, Holm- und Rippenbruch!!!

Gruß Jürgen

Christian Abeln
25.02.2003, 10:57
Wieviel Ausschlag hast Du am Ruder?
Beim Pendelleitwerk besser mehr als zu wenig.

Dix
25.02.2003, 11:10
Danke für die Blumen.

Chris:

Ich gebe net viel auf Ausschlagangaben.

Mein Motto: Ganz nach Gusto... :D

Wird wahrscheinlich relativ viel Ausschlag benötigen, damit der Langsamflug beherrschbar sein wird.

Ich habe vor, den Ausschlag ersma so groß zu machen, daß das Seitenleitwerk den Fahrbereich abdeckt.

Wennse noch lebt, kommt sie natürlich mit nach GV.

Christian Abeln
26.02.2003, 09:29
Nach Gusto is immer gut, nur bei ir galt immer beim Pendelleitwerk: Eher zu viel als zu wenig...
:D Also so 20 bis 25 Grad hatt ich irgendwie immer beim Vollausschlag