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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gasentmischung???



Holg-Air
17.05.2008, 22:03
Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht??? Wenn das Ballongas nur einen Heliumanteil von ca. 90% hat, dann ist es doch möglich, dass die anderen Anteile sich als "Bodensatz" absetzen. Wenn man diesen rest rausdrücken und wieder durch frisches Gas ersetzen würde, müßte man doch wieder etwas Auftrieb gewinnen... Bei größeren Projekten wäre das schon ein zu berücksichtigender Kostenfaktor, eventuell ist diese Entmischung ja auch für ein gewisses "schaukeln" verantwortlich...?!

elektroernie
17.05.2008, 23:55
Servus
leider mischen sich Gase ideal und sind nur sehr aufwendig wieder zu trennen. Deine Idee ist zwar gut, aber physikalisch nicht möglich.
cu
Ernie

Holg-Air
18.05.2008, 01:59
Ja, wenn die gemischt bleiben wär der Auftriebsverlust ja okay... meine Sorge ist hauptsächlich das "schwappende" Gas...:rolleyes:

Tobi Schlegl
20.05.2008, 13:16
leider mischen sich Gase ideal und sind nur sehr aufwendig wieder zu trennen.
Nicht "leider" sondern "zum Glück", sonst gäb's hier unten auf der Erdoberfläche nur schweren Stickstoff.

FamZim
20.05.2008, 20:40
Hallo Holg Air

Schwappendes Gas ist in den seltentsten Fällen für das Schaukeln verantwortlich.
Das hat eine Aerodynamische Uhrsache.

Da der Zeppelin-Körper auch eine "Tragfläche" darstellt und auch so angeströmt wird, reagiert sie auch mit Auftriebskräften, die (meist die Nase) in eine Richtung (auch nach oben und unten) lenken.

Da der Schwerpunkt bei 45 bis 50 % liegt ist er automatisch hinter dem " Auftrieb " der dabei endsteht.
Das fürt zu dem Schaukeln welches auch seitlich auftritt und ausgesteuert werden muss!!

Gruß Aloys.

BIGJIM
22.05.2008, 05:11
Hallo Holger



Wenn das Ballongas nur einen Heliumanteil von ca. 90% hat

..ich meine der Anteil von Helium ist geringer bei Ballongas .. irgendwas las ich mal das es nur ca. 75% Helium ist und der Rest .. die 25% verschiedene andere Gase.
.
Wer etwas mehr darüber zu schreiben weis, möge es tun, somit werden „verworrene Geschichten“ besser aufgeklärt..
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Zum Thema Ballongas habe ich einen guten Link: http://www.linde-gas.de/international/web/lg/de/like35lgde.nsf/docbyalias/nav_ballongase
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Johannes Eissing
24.05.2008, 10:28
Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht???
Hallo Holgair und Gang,
die Schichtenbildung von Gasen unterschiedlicher Dichte nennt man Stratifikation. Das Monocoque Luftschiff ZMC-2 Metalclad hat man zum Beispiel zunächst mit Co2 befüllt, das noch schwerer ist als Luft, um dieses Gas dann von oben mit Helium zu verdrängen. Im Prinzip funktioniert das schon, aber die Gase müssen Zeit und Ruhe haben, sich zu setzen. Sonst mischen Molekularbewegung, interne Thermik und Schwappen die Gase wieder. Ich schätze, bei Modell- Luftschiffen hast Du da keinen Erfolg mit Stratifikation :o|

Das Schwappen der Luft in Ballonets oder unter den Gassäcken spielt für die Flugdynamik von Luftschiffen schon eine Rolle, wenn denn Ballonets oder Gassäcke vorhanden sind (Oder wenn die Hülle nicht prall ist). Ein Ballonet kann man wie einen Flüssigkeitstank mit freier Oberfläche sehen. Wer "Ein Perfekter Sturm" gelesen hat (oder sich im Schiffbau auskennt) weiss, dass jede freie Oberfläche in Tanks ein Schiff destabilisiert. Nickt oder Rollt das Schiff, verschiebt sich der Schwerpunkt des Tanks, wodurch das Nick- oder Rollmoment erhöht wird usw. Soviel zu statischer Stabilität.

Dynamische Nick- und Gierstabilität ist ein Thema für sich. Ein "Schlanker Körper" (so nennt man die Dinger in der Aerodynamik) ist von sich aus instabil und möchten sich querstellen. Dieser Effekt ist auch als Munk Moment bekannt. Damit das Luftschiff halbwegs geradeaus fliegt, braucht man deshalb Leitwerke. Dabei sollte ein Mindestverhältnis von "Leitwerksvolumen" zu Luftschiffvolumen eingehalten werden. Ein Leitwerksvolumen ist das Produkt aus Leitwerksfläche und Hebelarm zum Schwerpunkt. Daher müssen kurze Luftschiffe ein relativ grosses Leitwerk mitschleppen. Das wiegt, und Gewicht ist bei Luftschiffen noch kritischer als bei Flugzeugen.

Viele Grüsse, Johannes