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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritische Gedanken anlässlich des 3. Jet-Rookie Treffens in Karbach



Jan
22.10.2002, 13:37
Ich war einer der wenigen Glücklichen, die von Jet-Power eine Einladung zum Jet-Rookie-Treffen erhalten hat. Aus diesem Grunde war ich am Wochenende 19./20.10.2002 auf dem Jet-Rookie Treffen in Karbach. Mir hat das WE viel Spaß gemacht. Ich habe interessante und nette Leute kennengelernt und viel mitbekommen. Das Engangement der Fluglehrer, die teilweise mit ihren wertvollen Wettkampfmaschinen vor Ort waren und die im Hinblick auf einen möglichen Verlust ihrer Modelle auf eigenes (wirtschaftliches) Risiko flogen, hat mich sehr beeindruckt. Wann kann man schließlich schon mal einen Albatros von Thomas Gleissner oder Stephan Völker oder einen Draken von Andi Scholl fliegen? Und wann kann man einen so begnadeten Flieger wie Thomas Gleissner mit seiner großen Albatros frei von Wettkampf- und Schauflugstress seinen Kapriolen drehen sehen? Das war toll!! Und diese Begeisterung haben wohl die meisten anderen auch geteilt.

Bei der ganzen Begeisterung dürfen meiner Ansicht nach aber einige Aspekt nicht übersehen werden:

Jetfliegen stellt in mehrfacher Hinsicht hohe Anforderungen. Dabei ist der finanzielle Aspekt mir an dieser Stelle hier mal egal. Der geht nämlich in jeder Hinsicht nur den Eigentümer eines Jet-Modells etwas an.

Das Turbinen getriebene Jetfliegen stellt zum einen in fliegerischer Sicht hohe Anforderungen. Man muss wirklich fliegen können. Es hat mich überrascht, wie schlecht einige Teilnehmer fliegen konnten. Da musste teilweise bei jeder zweiten Kurve durch den (sonst sehr coolen) Fluglehrer eingegriffen werden. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man sich bei aller Begeisterung auf das Abenteuer Jetfliegen erst nach vorheriger kritischer Selbstbefragung einlassen sollte. Jetfliegen kann nicht jeder. Und das lernt auch nicht jeder. Es braucht einiges an fliegerischer Routine und viele unfallfreie Flugstunden, bevor man sich an diese Krone des Modellflugs herantrauen sollte. Und es braucht eine ganze Menge Talent. Nicht jeder Modellflieger bringt das mit. Während das Fliegen eigentlich vergleichsweise einfach ist, ähnelt die Landung bei manchen der Scale-Jets eher einem gesteuerten Absturz. Dabei sind die Deltas noch erstaunlich brav. Richtig kriminell wirkt auf mich z.B. die F86 (das ist mein persönlicher Eindruck)

(Bitte meine Bemerkung über die Erforderlichkeit von Talent nicht falsch verstehen: Es gibt halt gute und schlechte Autofahrer - das gilt auch für Piloten - diejenigen, die weniger talentiert sind, sollten mehr üben, bevor sie sich auf das Abenteuer Jet-Fliegen einlassen - wenn sie die erforderlichen Fähigkeiten nicht erreichen, müssen sie es bleiben lassen!)

Wer nicht einen schnellen und zu schwer gebauten Kunstflugtiefdecker (oder übermotorisierten und mit vielen Zellen bestückten Hotliner) im Flug und in der Landung (!) wirklich sicher beherrscht, der hat am Knüppel eines Jets ohne Lehrer-Schüler-Kabel nicht das Geringste zu suchen.

Wichtig ist auch die technische Komponente. Die Technik ist viel anspruchsvoller, als ich das gedacht hätte. Ein ganz erheblicher Bereich wird gegenwärtig nicht mal von den Experten durchschaut. Es handelt sich um die Auswirkungen von elektro-magnetischen Aufladungen. (...sorry, muss "elektro-statischen" heißen, danke Holo, danke Spunki, ...im Eifer des Gefechts :D )

Ich habe zum Beispiel für mich gelernt, dass meine momentane Lebenssituation (zwei kleine Kinder, die Mutter meiner Kinder arbeitet und das ist gut so, selbst habe ich einen Stressjob) für das Jetfliegen nicht gerade günstig ist. Ich habe Zweifel, ob ich die nötige Energie habe, mich so tief in die Materie hineinzuknien, dass ich sicher bin, auch Erfolgserlebnisse zu haben und möglichst niemanden dadurch gefährde.

Aus diesem Grunde war das Jet-Rookie-Treffen für mich hochgradig wertvoll. An dieser Stelle noch mal: "Danke Winnie!!"

Ich halte den Aspekt der Sicherheit für den wichtigsten. Es geht es bei der fliegerischen Fertigkeit und der technischen Kompetenz nicht um Dinge, die ausschließlich die eigenen Erfolgserlebnisse beim Jetfliegen betreffen. Der Umgang mit turbinengetriebenen Modellflugzeugen wird wegen der ungeheuren Energien mit denen man umgeht, problematisch, wenn man es nicht verantwortungsvoll betreibt. Kann jemand nicht wirklich gut fliegen oder hat er sich nicht intensiv mit der Materie beschäftigt, kann es gefährlich werden. Das ist zu vergleichen mit einem Porsche 911 Turbo in den Händen eines jugendlichen und draufgängerischen (will sagen charakterlich unfertigen) Fahranfängers. Wenn der Porsche dann noch eine ausfallgefährdete Bremsanlage hat, dann wird es kriminell.

Es schadet uns allen, wenn sich Leute an das Jetfliegen herantrauen, die entweder in fliegerischer Hinsicht oder in technischer Hinsicht nicht beschlagen genug sind. Das provoziert Unfälle, die irgendwann das Jetfliegen in unserem überreglementierten Deutschland gefährden könnten.

Diese Thesen möchte ich gerne zur Diskussion stellen.

[ 22. Oktober 2002, 18:22: Beitrag editiert von: Schultze-Melling ]

Andreas U.
22.10.2002, 15:29
Wie wahr wie wahr!!
Deinen Ausführungen gibt es nicht viel hinzuzufügen bis auf die tatsache das man ernsthaft darüber nachdenken sollte, Teilnehmer an öffentlichen Flugtagen vorher auf "Eignung" zu testen.

Ich war dieses Jahr auf ca. 25 verschiedenen Flugtagen in Deutschland, Belgien und Österreich. Gerade in Östereich wurde rigoros durchgegriffen und wenn jemand zu ambitioniert war durfte er sich dann den Rest des Tages mal ordentlich ab- oder aufregen, wie auch immer.

Erschreckend fand ich teilweise Kandidaten auf dem AMT Jetmeeting die auf einem Flugtag mit ca. 500 Zuschauern fliegen wollten und noch nichtmal in der Lage waren Ihre Turbine routiniert zu starten. Da braucht keiner zu diskutieren. Wenn ich das Ding schon am Boden nicht beherrsche werde ich das auch in der Luft nicht können.

Off topic:
Auf unserem Flugtag haben wir zwei Teilnehmer des Feldes verwiesen weil sie a:) besoffen fliegen wollten und b:) nach feststellung dieser Tatsache noch laut wurden und meinten nach 5 Bier wären Sie noch locker in der Lage zu fliegen.

Andreas

Holofernes
22.10.2002, 16:44
...nach 5 Bier wären Sie noch locker in der Lage zu fliegen.Die haben sich dann ihre Modelle auf den Rücken gepackt und sind nach Hause marschiert. Die sind doch nicht etwa gefahren...? :D :D

Holofernes
22.10.2002, 16:56
Es handelt sich um die Auswirkungen von elektro-magnetischen Aufladungen.Janni, kannste das mal näher beschreiben. Von sowas hab ich noch nie nichts gehört oder gesehen. :confused:
Man ist ja immer froh, wenn man was dazulernen kann.

Spunki
22.10.2002, 16:57
Er meint elektro-statische Aufladungen ...

Grüße Spunki

Holofernes
22.10.2002, 17:24
Ach so, na dann...
Und wie ist das mit dem Rest? Der ist aber sachlich zutreffend, oder? ;)

Spunki
22.10.2002, 17:37
Ja und Nein!

Es ist wie im richtigen Leben - der eine geht die Sache langfristig geplant, sprich vernünftig an und hat Freude daran - der andere verharrt im Dilettantismus und Unvernunft, gibt aber schnell auf da ihm Erfolgserlebnisse fehlen ...

Grüße Spunki

Jan
22.10.2002, 18:18
...uhps, da wurde was magnetisch, was natürlich "statisch" ist... (Ihr wisst schon, im Eifer des Hackens) :D

[ 22. Oktober 2002, 18:19: Beitrag editiert von: Schultze-Melling ]

wolfgangw90
22.10.2002, 18:37
Also ich war beim zweiten Meeting nur Zaungast für einen Tag und hatte aber ähnliche Erfahrungen gemacht. Im Gespräch kristalisierte sich da auch schon raus, daß einige keine Erfahrungen im Modellflug hatten und teilweise einfach nur da waren, weil es cool ist Turbine zu fliegen. Gerüchten zufolge soll es bei dem "Problem" mit dem Kangaroo damals ja auch an einem Pilotenfehler gelegen haben. Ich selber würde es begrüßen, wenn solche Rookie Seminare auch wirklich für Leute da wären , die 1. Bereit dazu sind Turbine zu fliegen und 2. Das auch irgendwann mal wollen.

Viel "krimineller" finde ich aber die Begebenheit, die ich diese Jahr auf einem Meeting in Norddeutschland gesehen habe. Ein 16 Jähriger mit einem Turbinenflieger, ohne Aufsicht eines Erziehungsberechtigten (der saß wohl bei den Zuschauern). Feuerlöscher war natürlich auch nicht griffbereit und gestartet/abgeschaltet würde die Turbine auch recht nahe an den Zuschauern. Laßt da mal was passieren. Turbinen gehören meiner Ansicht nach nur in Hände von Erwachsenen! die sich mit der Materie und deren Gefahren auskennen. Auch wenn ein Kind super fliegen kann, wird er nie die Konsequenzen seines Handelns und wohl auch nicht die Technik/Handhabung der Materie kennen.

Gut soviel zu meiner Meinung.

mfg
Wolfgang
P.S.: Ich weiß, daß es hier im Forum auch ein Kind gibt, daß Turbine fliegt und desöfteren schreibt. Sorry da schüttel ich auch immer den Kopf.

Dennis Schulte Renger
22.10.2002, 18:55
Hi Wolfgang!!

Da muss ich dir wirklich widersprechen.

Als Beispiel kann ich zb jemanden aus Winfrieds Ohlgarts jugendgruppe nennen. Habe ihn in Alhorn auf dem Jet Meeting kennengelernt.

So wie ich es mitbekommen habe hat er seine Turbine selbst gebaut (mit Unterstützung denke ich).

Mit Verlaub gesagt der Junge (keine Ahnung wie alt genau aber besonders alt war er nicht) hat mit Sicherheit mehr Ahnung von der Materie als so manch ein Erwachsener Turbinenflieger.

Es ist zum Beispiel auf Flugtagen immer wieder zu sehen das Manöver Richtung zuschauer geflogen werden. Da fühl ich mich nicht wirklich sicher.

Anders bei dem besagten Beispiel. Der Flug war wirklich sauber und ohne dass ich mich irgendwann mal unsicher gefühlt habe. Sei es beim Anlassen fliegen oder Abstellen der Turbine.

Turbinenfliegen hat meiner Meinung nach wenig mit dem Alter zu tun.

wolfgangw90
22.10.2002, 19:00
Stimme Dir zu es hat mit dem Können zu tun. Aber sollte irgendwann etwas passieren, wird mit Sicherheit ein Erziehungsberechtigter gesucht, der hoffentlich daneben stand. Denn schon bei jedem popeligem Verbrenner Motor steht in der Anleitung, daß Kinder nur unter Aufsicht eines Erwachsenen usw.
Den aus Winnies Jugendgruppe kenne ich auch. Dort sieht es schon ganz anders aus. Denn wie ich Winfried kenne, hat der Junge auch einiges an technischem Wissen über Turbinen erhalten und sollte sich auskennen.

Joachim
22.10.2002, 19:03
Hallo zusammen
zu dem Thema Sicherheit möchte ich mich nun auch einmal äußern.
Letztes Jahr war ich als Zaungast in Karbach dabei. Da wird die Sicherheit
um die Turbinen und um das fliegen sooooo groß geschrieben. Fakt ist das fast
jedes Modell zwischen den Zuschauern und den Rookie Piloten angelassen wurde.
Die Landung erfolgte immer an den Wohnwagen vorbei (Abstand höchstens 10Meter).
Hier standen auch alle Piloten. Vor dem Sicherheitszaun. Und unter ihnen all
diejenigen die den Rookies im Vereishaus soviel über Sicherheit predigen.
Ich möchte hier bestimmt nicht irgend jemanden zu nahe treten.
Aber wenn wir über Sicherheit diskutieren sollten wir nicht nur bei den anderen suchen.

Gruß Joachim

Spunki
22.10.2002, 19:53
- Feuerlöscher sollte zumindest beim Anlassen griffbereit sein - wär schad ums Modell!

- solange der Pilot beim Anlassvorgang nicht Volldrehzahl gibt besteht nicht so die Gefahr für umstehende Zuschauer - die Turbinengehäuse halten i.A. einen "Krepierer" bei Leerlaufdrehzahl aus

- Der Abgasstrahl im unteren Drehzahlbereich ist nach 1,5m nicht mehr gefährlich - jedoch anfassen der laufenden Turbine ist absolut out!

- Der Pilot (+event. ein Helfer) muß vor dem Zaun stehen - alle anderen gehören hinter den Zaun - gilt aber nicht nur für Turbine!

- Solange sich in den Wohnwagen keine Personen befinden dürfen es auch 5m sein wenn es die örtlichen Gegebenheiten nicht anders erlauben und die Flugleitung damit einverstanden ist!

Grüße Spunki

PS: ab 16 darf man sich sogar mit manntragenden Segelflugzeugen "spielen" ;)

Joachim
22.10.2002, 20:01
Hallo zusammen
sind das jetzt neue auslegungen des Sicherheitskodex. Kann also jeder selber bestimmen (Ich gebe ja kein Vollgas).
Nur weiter so.
Gruß Joachim

Spunki
22.10.2002, 20:09
Hallo Joachim

Du wirst immer wieder erleben das Dich die Piloten bitten aus der Drehebene der Turbine rauszugehen - trotz Leerlaufdrehzahl!

Grüße Spunki

Joachim
22.10.2002, 20:16
Hallo Spunki
das ist mir 2001 in Karbach nicht ein eizigesmal passiert.
Warum macht ihr denn soetwas (Showeffekt.

Gruß Joachim

Spunki
22.10.2002, 20:25
Hallo Joachim

Die Leute wollen es einfach sehen! ... aber bitte mit dem Hinweis mit der Drehebene!

Warum das in Karbach leider nicht so war mußt Du die Flugleitung bzw. die Piloten fragen, leider ...

Grüße Spunki

Joachim
22.10.2002, 20:30
Hallo Spunki
Lassen wir beide das.
Hier können sich ja mal die Rookies melden.
Bei denen wurde ja die Sicherheit großgeschrieben.
Was ist eure Meinung dazu. (Hi wird sind wieder beim Thema.(Kritische Gedanken anlässlich des 3. Jet-Rookie Treffens in Karbach)

Gruß Joachim

mec
22.10.2002, 20:50
dass ein "kind" gut fliegen lernen kann, sich in einem bestimmten sachgebiet gut auskennen kann, steht nicht in frage.
dennoch unterscheidet der gesetzgeber zwischen minderjährig und volljährig.
bilde sich jeder selbst sein urteil.

fliegen ist und bleibt gefährlich. ob mit turbinen oder e-motoren.
in USA ist es schon soweit, dass die AMA (oberste modellflugbehörde und versicherung) für turbinenflieger eine eigene prüfung vorschreibt (waiver). wer die nicht hat, darf auf AMA sanktionierten flugfeldern und veranstaltungen nicht fliegen.
turbinen dürfen nur wenn sie AMA zertifiziert sind verwendet werden (z.Z meines wissens nur RAM und JetCat, bei selbstbauturbinen muß diese nach vorlage eines zertifikates für das turbinenrad von der AMA geprüft und für gut befunden werden).
dazu kommt noch, dass diese "vorschreibende behörde" völlig überfordert ist, wenn es um die frage der turbinenhelikopter geht. muß man da auch als bestandteil der "waiver" prüfung mit einem impellerjet oder sonst geeignetem flieger, der mehr als 200mph geht, vorfliegen? wie soll die prüfung für turboprops aussehen? die prüfer wissen doch noch nicht einmal, was ein turboprop ist.
die turbinensituation in usa ist zur zeit so, dass die amis glauben, dass JC das maß der dinge ist. wir hier haben es besser. wir wissen, dass es mittlerweile genug hersteller gibt, die gleiche qualität zu günstigerem preis anbietet.

was ich damit sagen will:
wir können uns glücklich fühlen, dass wir nicht solche sinnlose (wenngleich ursprünglich gut gemeinte) einschränkungen auf uns nehmen müssen. oder habt ihr lust auf endlosen papierkram, behördenwegen, stempelmarken, monopol, freunderlwirtschaft etc.
"drüben" sind deswegen auch nicht weniger unfälle oder todesopfer zu beklagen als hier bei uns.

da finde ich solche Rookietreffen schon für die bessere idee.
wie ich schon mal erwähnt habe: es liegt an jedem einzelnen von uns verantwortungsvoll mit unserem hobby umzugehen.

mec

learjet
22.10.2002, 21:00
Hallo,

ich habe die ersten Fotos aus Karbach auf meine Seite gestellt.

http://www.jets.at

Viel Spaß

Joachim
22.10.2002, 21:11
Hallo zusammen
geht das jetzt nicht am Thema vorbei.
Und ausserdem mag ich keine Seiten wo man erst
nachdem man alle Angebote durchgelinkt hat nur einen kleinen Beitrag findet.

Gruß Joachim

H.-Christian Effelsberg
23.10.2002, 09:31
Hallo,
ich war leider nicht in Karbach, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte (Urlaub).
In einer Drehebene einer Turbine hat keiner etwas verloren, auch nicht bei Leerlaufdrehzahl, man sollte sich es einfach angewöhnen, es hat auch bestimmt nichts mit Show zu tun, ich mußte auch immer die zahlreichen freiwilligen Helfer am Anfang wegschicken, heute wissen sie es.
Das bei einem Rookietreffen Leute kommen, die gerade einmal evtl einen einfachen E-Segler fliegen und landen können, wird nicht ausbleiben, denn wann hat ein normaler Modellflieger schon einmal die Gelegenheit, einen Jet zu fliegen.
Wenn er dann im Nachhinein feststellt, daß er mit so einem Fluggerät total überfordert ist, haben wir doch einen Lerneffekt und dieser Modellflieger bekommt Achtung und Respekt vor so einem Ding und wird es sich, auch wenn er das nötige Kleingeld hat, vorerst nicht zulegen (was ich natürlich schon gesehen habe, bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel).
Hier sind einfach die Lehrer gefragt und das war ja wohl so.
Das Treffen soll doch einen Einblick in die Problematik des Jetfliegens geben.
Ich denke, die meisten die hier im Forum schreiben, brauchen dieses Rookietreffen nicht, um einmal einen Jet zu fliegen, es sei denn, die von den Weltmeisterschaftsteilnehmern, was mich auch einmal sehr reitzen würde.

No flame-out in the air

Christian

Armageddon
23.10.2002, 10:43
Hi,

ich war beim zweiten Jet-Rookie-Meeting in Karbach Teilnehmer und muß doch jetzt auch mal meinen Senf dazugeben. Wenn hier jemand schreibt, daß dort 10m entfernt von den Wohnwagen gelandet wurde, dann empfehle ich demjenigen Mal den Kauf eines Maßbandes. Sorry, aber hier sollte sich mal jemand vom Karbacher Verein die Mühe machen den Abstand nachzumessen um so ein Schwachsinn hier aus dem Weg zu räumen.
Und sich selbst darüber zu beschweren, daß man in der Gefahrenzone steht und nicht weggeschickt wird .... da kann ich nur den Kopf schütteln. Bei einem Rookie-Meeting gehts eben nicht nur ums fliegen, sondern generell um den Umgang mit der Turbine. Da stehen dann eben nicht nur der Pilot und der Starthelfer beim Anlassen, sondern eben auch einige Rookies.

Ich habe übrigens neulich auch jemanden gesehen, der an einer Stopstraße nen Rollstop gemacht hat ;)

Gruß Kai

[ 23. Oktober 2002, 10:44: Beitrag editiert von: Armageddon ]

learjet
23.10.2002, 10:43
geht das jetzt nicht am Thema vorbei.
Und ausserdem mag ich keine Seiten wo man erst
nachdem man alle Angebote durchgelinkt hat nur einen kleinen Beitrag findet.

Gruß Joachim
Was denkst Du denn wer das bezahlt? (400MB Webspace frei zugängige Bilder)
Mit drei klicks bist Du am Ziel, und da behindert Dich kein Angebot.

Biplane
23.10.2002, 10:54
MoinMoin !

Sicherheit ist immer etwas Relatives, weil es absolute (100%ige) Sicherheit nicht geben kann.

Meiner Ansicht nach sollte ab einer bestimmten Gewichts- bzw. Geschwindigkeitklasse am Vortag oder zumindest am Flugtag früh morgens ein einfliegen gemacht werden. So könnte der Flugleiter erkennen ob bei den Piloten ausreichend Fach- und Flugkenntisse vorhanden sind.

Um den Aufwand gering zu halten, könnte bei Piloten die schon im Vorjahr mit vergleichbaren Modellen geflogen oder dem Flugleiter von anderen Veranstaltungen bekannt sind, könnte dieses Vorfliegen entfallen. So würden in der Regel max. 30 % der Piloten geprüft werden müssen.

Ein 3 Meter Modell oder ein schnelles Speedmodell können genauso große Schäden anrichten, wie ein Turbinenmodell.

Ein vernünftig geplanter Flugtag mit guter Koordination und fachkundigen Piloten ist meiner Ansicht nach ungefährlicher als wenn ein Fußgänger über die Straße geht.

Eberhard Mauk
23.10.2002, 13:49
Moi, Moi,

Hallo zusammen,

Ist das jetzt ein Turbinenflieger-Verteufelungs oder Reklementierungs / einseitig Betrachtungs Thread ??

Denkt doch mal alle drüber nach, das jedes "Normale" Motor oder Seglermodell, über 10 Kg dasselbe Gefährdungspotential besitzt. Meiner Meinung und Erfahrung nach das Motormodell sogar ein wesentlich höheres, da der hier übliche durch Motorfibrationen hervorgerufene Verschleiß echt ruinös ist.
Schaut euch doch mal die großen Motormodelle nach 1, 2 bis 3 Jahren mal genauer an, ist doch alles stark ausgeschlagen und oft durch den Kraftstoff Morsch.

Solche Probleme gibts beim Turbinenfliegen erst gar nicht. Die Modelle halten hier mit Sicherheit die doppelte wenn nicht sogar die dreifache Zeit.
Für die Akkus, Steuerung, Servos und Anlenkungen gilt dies besonders.
Zum Thema Störanfälligkeit, ein Motorflieger mit Metallauspuffanlage der nicht narrensicher u. sauber entstört ist, oder bei dem was in dem Bereich bricht und sei es die Entstörung selber, fällt gnadenlos schneller vom Himmel als irgend ein Jet und dazu noch föllig unkontrolliert. Nicht erst beim Jet muss über statische Aufladungen nachgedacht werden sondern schon hier und das mit Konsequenz.

Die viel zitierten statischen Aufladungen haben bisher noch bei keinem Jet zu Problemen geführt, sonst würden alle die das Schubrohr nicht mit der Bine elektrisch verbinden (die meisten) runter fallen. Ist aber noch nie passiert. Entstören sollte mans trotzdem.

Und was noch wesentlicher ist und hier zumindest bisher noch nicht in Zweifel gezogen wurde, ist die Tatsache, das die Leuts(Piloten) Mit den Motormodellen lernen und eben nicht mit dem Jet.
Auch die unsicheren Piloten, die nur zum einmal Jettfliegen zum Rookie gehen.

Summiert man das auf und beobachtet die Jet-Meetings und Flugtage, dann passiert auf den normalen Flugtagen mit den Motormodellen wesentlich mehr (dies ist meine Beobachtung) und das obwohl auf einem Jetmeeting wesentlich mehr Piloten wegen der deutlich kürzeren Flugzeiten zum fliegen kommen als beim normalen Modell/Flugtag. UND die Technik eher noch in den Kinderschuhen steckt.

So und was das Zerreisen von ner Turbine angeht, es wird doch hoffentlich keiner leugnen wollen, das von jedem X-beliebigen Propeller-Motor selbst von nem halb-PS Motor ein höheres Gefährdungspotential aus geht als von einer voll gemantelten Turbine. Ich kenn da bisher nicht mal ne Erzählung das da konkret wer verletzt worden wäre. Auserdem fragt mal die Fachleute zu dem Thema wenn sich eine Turbine zerlegt, dann fallen die Schaufeln in der Regel nach Vorne in die Turbine rein. (hab ich auch nicht glauben wollen, ist aber so)
Beim Prop siehts da leider ganz anders aus.
Ein Wunder, das nicht alle schreien, der Propeller muss voll hinter Gitter.
Noch was zum Thema Fluggeschwindigkeit, ich hab jedenfalls noch keinen Jet Fliegen sehen, bei dem einer im voll Speed voll gezogen hätte um die Kiste zum Trudeln zu bringen.-. Oder sich die Fläche bei G- Flugfiguren verabschiedet hätte wie bei so mancher Giles/Extra usw.

Schönen Tag noch zusammen
Gruß
Eberhard Mauk

PS: der Abstand Flugbereich Wohnwagen waren in Karbach mindestens 50 meter...
Man teuscht sich da leicht durch das großzügige Gelände dort.

[ 23. Oktober 2002, 21:56: Beitrag editiert von: Eberhard Mauk ]

Spunki
23.10.2002, 17:47
Jawohl - Maulkorb für alle Prop größer 50ccm Hubraum! ...

Ist nicht praktikabel! ... genausowenig ist es praktikabel sich immer und im Detail an die Sicherheitsrichtlinen der GTBA zu halten (siehe: http://www.gtba.cnuce.cnr.it/CODEDE.DOC )

Diese Richtlinen sind mittlerweile über 4 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß - das ist Turbinensteinzeit und war in erster Linie für Selbstbauer gedacht und nicht für unsere heutigen industriell gefertigten, röntgengeprüften und elektronisch überwachten Turbinen ...

Grüße Spunki

Winfried Ohlgart
24.10.2002, 08:37
Haaaaaaaaaaaaaaaaalt !!!!!! :(
dieser Thread geht ( mal wieder ) in die völlig falsche Richtung.
Jan, der Teilnehmer beim letzten Rookie-Meeting war hat erkannt, dass sich jeder wirklich fragen sollte, ob er der Jetfliegerei gewachsen ist, selbst wenn er das nötige Kleingeld dazu hat. Er wollte diese, seine Erfahrung, einfach nur weitergeben.
Die Rookie-Meetings wurden von mir geschaffen, um dem interessierten Modellflieger, der schon gut fliegen kann, einen Einblick in die Jetfliegerei zu geben. Das wir auch Teilnehmer bekommen, die ihre Fähigkeiten total überschätzen, kommt schon mal vor. Meine Fluglehrer sind aber so erfahren, dass sie das sofort erkennen. Außerdem bekommen die Flugschüler die Gasfunktion NICHT übertragen !!!!
Da wir bei diesen Meetings, die wir in Seminarform abhalten, viele Dinge am Modell oder auch während des Fliegens erklären bleibt es nicht aus, dass sich mehr Leute in der Vorbereitung oder neben den Piloten befinden, als es normal üblich ist. Deshalb ist das Meeting auch keine öffentliche Veranstaltung, sondern ein Seminar !!! Trotzdem kann ich natürlich nicht verhindern, das Zuschauer anwesend sind. Diese befinden sich in jedem Fall hinter der Absperrung. Unsere "Fachzuschauer" sollten sich bitte hier nicht über Sicherheit auslassen, weil das hier nicht das Thema war.
Wir sollten damit die Diskussion an dieser Stelle beenden !!!
Ich wünsche Euch allen eine erfolgreiche Bausaison !
Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder da, wo Jets geflogen werden. :D :D :D
Winnie

Niko Gelius-Dietrich
24.10.2002, 17:10
Hallo,

der Winnie nimmt mir die worte aus dem Mund. Die Gedanken, von Jan sind begrüßenswert und richtig. Nun muß aber die Diskussion, wie bei fast allen Diskussionen nicht wieder ins unfruchtbare abgleiten. Bitte findet zum Thema zurück, sonst muß ich den Thread hier zumachen, was mir eigentlich widerstrebt, denn hier sind viele gute Gedanken gesagt worden, die man sich wirklich vorhalten sollte. Aber ich denke, daß so ein Meeting auch dazu beiträgt, herauszufinden, ob man für die Jetfliegerei geeignet ist oder nicht. Also ich wünsche der Veranstaltung weiterhin guten Erfolg, obwohl das wohl überflüssig ist, da sie scheinbar ein Selbstläufer ist und große Resonanz erfährt. Mich selber würde ja auch mal eine Teilnahme an dem Theorieteil und dem Technikteil interessieren, vielleicht beim nächsten mal.

Spunki
24.10.2002, 18:20
Ok, zurück zum Thema - es ging ja ums Fliegen!

Hab letzten Sonntag wieder zwei Flüge gemacht, beim zweiten Flug jedoch große Probleme mit der Sicht trotz strahlend blauem Himmel, auch aufgrund tränender Augen durch Wind ... habs dann gut sein lassen! ... man muß "nein" sagen können falls nicht sämtliche Randbedingungen stimmen!

Grüße Spunki

Jan
24.10.2002, 21:40
Danke Winnie, Niko, Spunki,
ich finde, dass ich mich eigentlich klar ausgedrückt habe. Worum es mir wirklich geht, wird denke ich schon klar, wenn man genau liest.

Der Gedanke von Spunki passt schon: Man muss auch mal nein sagen können.

@Eberhard
Natürlich will ich niemandem das Jetfliegen mit der Begründung ausreden, dass es zu gefährlich ist. Die Gefährlichkeit sitzt - zu einem großen Teil - zwischen den Ohren mancher Piloten.
Das Thema Technik ist wichtig. Aber nur ein Teilaspekt. (auch die Fernsteuertechnik ist nur ein Unteraspekt) Thema Charakter ist ein anderer (und davon hast gerade Du wirklich genug! Stehst wirklich nicht im Rufe, ein wagemutiger Flieger zu sein, sondern eher ein vernünftiger, ruhiger und verantwortungsbewusster ;) )

Ich kenne eine alten Fliegerspruch:

Es gibt alte Flieger und es gibt mutige Flieger. Aber es gibt keine alten mutigen Flieger.

Im übertragenen Sinne und passend zum Thema: Man darf es sich gerade beim Turbinenfliegen nicht erlauben, wagemutig zu sein. Wie Winnie so schön sagte: Auch die Experten haben Respekt vor diesen Dingern (so ungefähr sinngemäß und gemeint waren die Binchen).

Spunki
25.10.2002, 14:10
Hier noch zwei Fotos vom letzten Flug letzten Sonntag ... Schnappschuß gelungen in dem Moment wo der Vogel grad aufsetzt - Danke Chris :)

http://members.a1.net/spunki/yak-130_start.jpg

http://members.a1.net/spunki/yak-130_landung.jpg

Grüße Spunki

[ 25. Oktober 2002, 14:12: Beitrag editiert von: Spunki ]

Jan
25.10.2002, 14:31
@Spunki
Schöne Landung. :)

Ich finde übrigens die Art und Weise, wie Du Dich mit der Technik auseinandersetzt vorbildlich. Ich denke da an das Thema Stromversorgung (warum verbaut man 14 Zellen 2,4 Ah oder waren es 16 in einen Jet??).

Spunki
25.10.2002, 14:51
Danke Jan :)

hmmm, ja warum 14Zellen? ... und die dann noch in Serie! ... siehe: http://www.rc-network.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=6;t=000022

Grüße Spunki

PS: werde die 14xRC2400 demnächst durch 14xCP1300 ersetzten - will mir dadurch 400g ersparen ... wen ich alle 14 ganz vorne in die Schnauze reinpack könnts sichs ohne Blei ausgehen ...

speeder
27.10.2002, 16:36
@ spunki,
wo fliegst du eigentlich?
Niels

Spunki
27.10.2002, 19:35
Hallo Niels

Grundbedingung fürs Jet-Fliegen war eine neue Hartpiste - und die haben wir uns heuer geleistet (7x70x12m) ...

http://members.a1.net/spunki/mfc-phoenix.jpg

http://members.a1.net/spunki/sommerfest.jpg

http://www.mfc-phoenix.at

Grüße Spunki

[ 27. Oktober 2002, 19:56: Beitrag editiert von: Spunki ]

H.-Christian Effelsberg
28.10.2002, 08:42
Hallo Spunki,
was bedeuten denn Deine Angaben zur Hartpiste?????
7m breit, 70m lang und 12m hoch oder tief oder????

Nix für ungut, wir dürfen leider keine bauen, nicht mal ne feste Hütte, dafür ist unsere Graspiste ca 130m lang.
Hab jetzt mit dem Turbo-Trainer fast 100 Liter Kerosin verbrannt, ohne jegliche Blessuren.
Jetzt liegt ne F 20 auf der Werkbank zum Ausrüsten.
Zurück zum Thema-
ich denke, eine tolle Veranstaltung und wer Winnie kennt weiß, daß hier alles durchdacht und professionell abläuft.
Daß beim Betrieb einer Turbine auf so einer Veranstaltung viele Leute in unmittelbarer Nähe drumrumstehen ist doch klar, man muß doch sehen, was da und wie es vorsichgeht, die Hangriffe und Abläufe sehen.
Für mich besteht darin keine Gefahr, man muß ja den Flieger nicht festhalten und die Biene vollgas drehen lassen.
Wie ich schon einmal geschrieben habe, die Veranstaltung ist zum Schnuppern (denke ich) und die Fluglehrer haben bestimmt bei der ersten Kurve raus, ob einer fliegen kann oder nicht, und wenn der dann merkt, daß der Fluglehrer immer eingreifen muß, wird er die Finger von so einem Flieger lassen, hat aber trotzdem ein tolles Erlebnis gehabt.

No flame-out in the air und
Grüße aus Nordhessen

Christian

Spunki
28.10.2002, 10:06
Hallo Christian :)

Da wir öfters leicht schrägen Seitenwind haben haben wir uns einen "Flugzeugträger" zugelegt ;) ...

http://members.a1.net/spunki/mfc-phoenix_piste.jpg

Grüße Spunki

elwood
28.10.2002, 11:50
hallo jan!

ich muß hier allen recht geben, die ein verkomplizieren unseres hobbys verhindern wollen! deswegen zurück zum thema!

jan, ich war beim 1. und 2. rookie-meeting dabei und finde deine gedanken bezüglich des zeit-, -technik und sicherheitsaufwandes sehr gut. nur mit so umsichtigen und reifen hintergedanken kann man sich der sache annehmen - auch mit zwei kindern! (voraussetzung deine frau akzeptiert das finanzielle engagement!)

hätten wir uns in karbach getroffen, so hätte ich dir meine welt ausführlicher erläutert deswegen mach dir dann deine eigenen gedanken bezüglich deiner jet-tauglichkeit!
-betreibe seit über zwanzig jahren modellbau
-bin selbstsändig und kaufmann (also kein techniker oder handwerker)
-fliege meist am wochenende (samstags oder sonntags)
-bin zwischendurch 12 jahre nur hubis geflogen (sind technisch auch anspruchsvoll)

so sieht es bei mir aus und dennoch habe ich - so glaube ich - genügend zeit für die materie. hier mein tipp:

wenn du von deiner fliegerischen seite überzeugt bist - du bist ja in karbach geflogen - dann kannst du auch das andere gut meistern. besorge dir eine selbststartende turbine, bei der der support über jahre hinweg garantiert wird und baue eine trainingsmaschine.
vorteile:
-die technik ist ausgereift und funktioniert
-ein trainer fliegt erwiesenermaßen gutmütig
-beansprucht nicht die besten startplätze
-verbraucht weniger nerven

wenn du deine erfahrungen mitbringst und bei einem turbinenflieger deiner wahl etwas über die schulter schaust ist meiner meinung nach dein start kein problem mehr! (vielleicht solltest du im ersten jahr etwas mehr zeit mitbringen - dann aber läuft alles ganz normal wie mit anderen modellen auch!)

viel glück
servus
thomas stöckle

ps: das rookie-treffen ist eine der sinnvollsten einrichtungen die ich im modellflug kenne!

Jan
28.10.2002, 13:32
Hallo Thomas,
bist Du der aus JP mit dem Hotspot? Bin gerade im Job und kann nicht nachschauen.
Finde Deine Bemerkungen ganz außerordentlich hilfreich.
Zum Fliegerischen: Da bin ich unsicher. Und das ist wie ich glaube eine Einstellung mit der man prinzipiell an diese Biester herangehen sollte. Das eigentliche Fliegen empfinde ich als einfach - mit Ausnahme der Landung, die einfach passen muss. Wer bei der Landung herumwackelt, der kriegt ein Problem. Zu meiner großen Beruhigung passiert das aber auch Profis, wie in Karbach gesehen. Das Fliegen ist - bei reduzierter Power - wundervoll! Glatt, gerade, neutral. Die Reaktion auf Power muss man antizipieren. Das traue ich mir zu. Und das Drosseln traue ich mir auch zu.

Zum Materiellen: Das ist - wie ich schon geschrieben habe - eine sehr eigene Entscheidung. Die Überredung meiner Süßen ist dabei nicht ganz unwesentlich. Das hast Du auf den Punkt getroffen. :D

Zum Technischen: Das traue ich mir zu. Wenn ich etwas mehr Ruhe und Zeit hätte. Je weniger Zeit und Ruhe, desto eher wird jemand wichtig, mit dem man sich - wie Du schreibst - austauschen könnte bzw. dem man über die Schulter schauen könnte. Da werde ich mich mal umschauen.

Außerdem: Es muss doch nicht gleich alles sofort geben. Es gibt noch so viel, was ich alles mal machen will und werde. Als eines der nächsten Projekte steht ein 4-Meter-Segler an. (Fehlt nur noch das Einziehfahrwerk von Thommy) Auf den Flieger freue ich mich sehr.
Und es kommt eine 2,4 Meter Kunstflugmaschine hinzu. Für die gilt das gleiche.

Aber unter dem Strich bin ich froh über Dein Posting. Hast den Nagel auf den Punkt getroffen. :)

elwood
28.10.2002, 13:50
ja - ich bin der aus jp!

freut mich, daß du so ziemlich gerade gedanken hast und ich glaube auch, daß das für dich kein problem wäre. eine sache habe ich allerdings vergessen:

da bei mir die zeit auch immer ein streßfaktor ist, hatte ich -besonders als ich mit dem hubifliegen anfing- mehrere chrashes die ganz klar darauf zurückzuführen waren, daß ich mich mit unterschiedlichen dingen beschäftigte. da nahm ich dann den hubi, das alltagsmodell und (weil thermik in aussicht war) meinen schleppsegler auch noch mit...

vergiß es..

wenn du nicht ein von gott begabter "knüppler" bist (ich kenne da ein zwei namentlich - ich bin es nicht!), dann laß besonders am anfang alles was nicht mit der düse zu tun hat daheim. ehrlich. konzentriere dich so lange auf diese materie bis du damit durch bist und dann kannst du auch wieder deine anderen kisten fliegen. (es gibt ja noch ein leben ohne jet´s :D :D oder? :eek: )

in diesem sinne wünsche ich dir viel erfolg bei deiner entscheidung!

servus
thomas stöckle

Jan
28.10.2002, 19:25
...der Gedanke, sich zumindest am Anfang zu konzentrieren (und zu beschränken), halt ich für höchst sinnvoll. Macht doch auch kein Profi bei den Großen anders. Die fliegen sich auf ein Muster ein, erwerben eine Lizenz und bleiben dann dort eine Weile, bilden sich fort, gehen an den Simulator, arbeiten tagtäglich auf dem gleichen Muster. Es ist enorm selten, dass ein Airliner-Profi mal eben die Flieger wechselt wie andere die Unterwäsche. Alles andere ist eine Risikoerhöhung. Und das können wir uns bei den Jets nicht leisten. Sonst könnte es wirklich mal zu Ende sein.

Bei Deinem Artikel hat mir gut gefallen - auch jetzt wieder - dass Du darauf verzichtest, eine Art Heldenstatus einzunehmen. Meine Güte, was gibt es da für abschreckende Beispiele, die genau das Gegenteil tun. Ego-Angeknackste, die mit ihren flotten Fliegern unterstreichen wollen, was sie selbst für vermeintlich flotte Feger sind. Sind teilweise ganz schön prominente Namen darunter. Du hast Dich in dem Artikel nicht geschont, als Du den einen Mini-Crash beschrieben hast (Gas weggenommen, obwohl es dafür zu spät war) - dafür aber höchst einprägsam und didaktisch geschickt den point of no return erklärt. Wenn man Deinen Artikel gelesen hat, macht man das nicht mehr falsch (hoffe ich zumindest). Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass der Schreiber des Artikels eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Dafür klang das viel zu systematisch und durchdacht, als Du geschildert hast, wie man den Fehlern und Funktionsstörungen auf den Grund gegangen ist. Würde mich interessieren, welchen Stand Du jetzt hast. Gibt es den roten Hotspot noch? Wieviel Kerosin ist denn inzwischen durch die Turbine?

Ich halte das Turbinenfliegen für eine Art Krone des Modellflugsports. Und das werde ich mir nicht versaun, in dem ich in einer Lebensphase, in der das schlicht etwas viel auf einmal wäre, überhastet dran gehe. Da nehme ich lieber die Zeit, die ich sonst mit den unvermeidlichen Kinderkrankheiten als absoluter Anfänger verschwenden würde, und investiere sie in laufende Projekte. Da habe ich mehr davon. Und in ein paar Jahren schaue ich dann weiter. Dann wird mir wahrscheinlich irgendwer seine P80 für einen Appel und ein Ei herschenken, weil man sich inzwischen ohne P250 nirgendwo mehr blicken lassen kann. Und die nehme ich dann! Und einen Turbinentrainer dazu. Die Deltas fliegen nämlich einfach göttlich.

*schwärm* (Wobei es wohl fast egal ist ob HS oder K. Sagen zumindest manche, die beide geflogen haben.)

Da werde ich richtig unsachlich - so wie der Chefredakteur einer Fachzeitschrift, der das erste Mal am Schülersender einen Hotspot fliegend etwas atemlos "voll geil" von sich gab als er von seinem Fluglehrer durch die Gegend gescheucht wurde. Kurz danach: "Mehr Schub!!!" forderte, um dann ein paar Augenblicke später fast betreten zu sagen: "...das ist ja affenartig, wenn das Gas drin ist". So geschehen in Karbach. Die Begeisterung war ihm anzusehen. Und das war ein richtig alter Hase (der sich übrigens nicht so gerne fotografieren lassen wollte).

Eberhard Mauk
28.10.2002, 21:15
Hallo,
Das mit der Begeisterung von alten Hasen ist wirklich so.
Wer sich mal zur genaueren Information und den nötigen Anfangsinvestitionen durchgerungen hat, den lässt das nicht mehr so schnell los.
Das ist aber auch die große Changse das Turbinenfliegen im Denken vieler die das heute noch gedanklich ablehnen wirklich salonfähig zu machen.
Gruß
Eberhard.

Andreas Scholl
29.10.2002, 09:11
Ich denke, dass ich auch etwas dazu sagen darf...

Das mit dem Beschränken, sehe ich als "Konzentrieren". Einfach mal nur "jetfliegen" geht nicht. Deshalb habe ich auch keine Propellermaschinen mehr... Ich brauche die Zeit auch um mich um den vorhanden Pool zu kümmern und alles in Ordnung zu halten. Wir haben es hier nicht nur mit einer komplexeren Antriebstechnik (die zwar im Handling leicht ist, aber immer überprüft werden sollte), sondern auch mit anderen Komponenten wie Einziehfahrwerk, Bremsen, Speedbrake, mehreren Akkus zu tun, die einer ständigen Kontrolle bedürfen. Also, einfach mal das Hottili in den Kofferraum werfen und ne Runde drehen ist nicht...

Vom Fliegerischen mal abgesehen. Ich merke schon, wenn ich Hotspot und Draken "durcheinander" fliege, dass ich Probleme mit der Landung bei der Draken bekomme. Ratet mal, warum die vergangenen Weltmeister so erfolgreich waren: Sie haben sich auf EIN Modell konzentriert. Wenn Ihr mal ein Modell so im Griff habt, dass es euch langweilig wird (und das dauert lange), dann könnt ihr getrost mal ein anderes fliegen... :D

Zu Karbach: Mein 3. Meeting als Fluglehrer. Ich muss sagen, daß das Niveau besser geworden ist (jedenfalls bei meinen "Schülern"). Beim ersten Meeting waren doch noch welche dabei, die gerade ein Taxi in der Luft halten konnten... Obwohl es auch beim 3. Meeting ein paar Verständnisprobleme gab ("Flieg jetzt bitte rechts raus - Nein nicht links - rechts! Rechts" -klack ich übernehme...). Aber es lag wohl daran, dass es ein Österreicher war.... :D

Mir hat es wieder Spaß gemacht und ihr könnt mir glauben: Es ist nervenaufreibender als jeder Wettkampf.

Andreas

[ 29. Oktober 2002, 09:14: Beitrag editiert von: Andreas Scholl ]

elwood
29.10.2002, 09:30
hallo jan,

danke für dein lob - mir glühen noch immer die ohren! ;)

du hast es richtig gemacht und warst in karbach. jetzt noch info´s holen und auf leute wie andi scholl ebenfalls hören und dann los!

servus
thomas

Jan
29.10.2002, 12:45
@Andi
...dass Du Dich nur auf das Jetfliegen konzentrierst hast Du ja auch in Karbach in Deinem Vortrag erzählt. Und das hat mir doch gewaltig zu denken gegeben. (Andi weghören: Denn Andi kann wirklich saumäßig gut fliegen)

@Thoams
...so langsam kriege ich das Problem, dass ich eine gewisse Dynamik bemerke: Ich beschäftige mich immer mehr mit dem Kram. Zur Zeit kann ich mich des Virus und seiner Auswirkungen noch erwehren. :D Mal sehen, wie lange noch. Hoffe, dass sich nicht so was ergibt, wie eine P80 zu einem sagenhaften Freundschaftspreis. :D Sonst könnte das wirklich noch schief gehen und ich müsste mal den Familienrat konsultieren... :D :D :D

Jan
29.10.2002, 12:45
@Andi
...dass Du Dich nur auf das Jetfliegen konzentrierst hast Du ja auch in Karbach in Deinem Vortrag erzählt. Und das hat mir doch gewaltig zu denken gegeben. (Andi weghören: Denn Andi kann wirklich saumäßig gut fliegen)

@Thoams
...so langsam kriege ich das Problem, dass ich eine gewisse Dynamik bemerke: Ich beschäftige mich immer mehr mit dem Kram. Zur Zeit kann ich mich des Virus und seiner Auswirkungen noch erwehren. :D Mal sehen, wie lange noch. Hoffe, dass sich nicht so was ergibt, wie eine P80 zu einem sagenhaften Freundschaftspreis. :D Sonst könnte das wirklich noch schief gehen und ich müsste mal den Familienrat konsultieren... :D :D :D

H.-Christian Effelsberg
29.10.2002, 14:15
Ja, so ist das, man beschäftigt sich immer mehr mit der Materie und irgendwann ist es dann soweit.
Und wenn man dann noch die beste aller Frauen hat (Zitat Kishon) die meint, machs jetzt, sonst biste zu alt (halbes Jahrhundert schon überschritten), was steht dann noch im Weg.
Ich kann nur sagen, der Virus ist wahrscheinlich unheilbar, es sei denn man macht einen kapitalen Crash und muß wieder von vorn anfangen.
Jetzt nach ca. 100 ltr. Kerosin verweisen die anderen Flieger und werden nur noch zu den Vereinswettbewerben rausgeholt und der Staub wird abgeflogen um dann wieder eingemottet zu werden.
Modellfliegerische Erfahrung sollte schon vorhanden sein, denn es ist einfach ein anderes Fliegen und wie schon erwähnt die Landungen, auch da habe ich am Anfang mit zu kämpfen gehabt, da aufzusetzen wo ich wollte.
Ich kann nur empfelen, wenn man es will und man den Einstieg hat (habe auch einige Großflieger verkauft, um die Hobbykasse etwas freundlicher zu gestalten), dann ran, denn jeder Tag, an dem man es später angeht, ist verloren und man ärgert sich im Nachhinein.

No flame-out in the air

Christian

Winfried Ohlgart
29.10.2002, 15:10
Hallo Jungens !
Ich habe mit großer Begeisterung Eure Beiträge gelesen und mich richtig gefreut. Aus meiner Idee des Rookie-Meetings ist zwischenzeitlich ein Selbstläufer geworden, der zum einen nicht mehr aus der Szene wegzudenken ist und zum anderen zeigt, wie man vernünftig an eine komplizierte Materie herangehen kann. Gleichzeitig sehe ich dieses Meeting als einen sehr großen Beitrag zur Sicherheit in der Jetfliegerei.
Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich jetzt allen danke, die mir dabei geholfen haben, dass eine Idee nicht nur eine Idee bleibt. Da sind all meine Fluglehrer ( A. Scholl, B. Dotzauer, S. Völker, Th. Gleißner, H. Lenerz, M. Zipperer, A. Meier, M. Fröhn, Ch. Sonnleitner, W. Klühr, Th. Singer ), die wie selbstverständlich ihre Modelle zur Verfügung stellen und da sind meine Partner aus der Industrie ( Graupner, JetCat, FiberClassics ). Nicht vergessen will ich meine Kollegen in der Redaktion von MFI und JetPower.
Stolz bin ich auch darauf, dass es im nächsten Jahr das erste Rookie-Meeting in Österreich geben wird, weil unser Beispiel Schule macht !!!
Bei uns geht es im Frühjahr nach der WM mit dem 4. Rookie-Meeting für Einsteiger und im Herbst mit dem ersten Meeting für fortgeschrittene "Rookies" weiter. Meine Planungen laufen schon !!!!
Ich sage Tschüß und ein ganz dickes Lob und nochmals DANKE an alle, die mir geholfen haben und die mir auch weiterhin helfen werden !!!
Winnie

Spunki
29.10.2002, 23:06
Es stimmt! - wer vernünftig an die Sache rangeht wird all seine Energie (zumindest am Anfang) in das Projekt "Turbine" investieren müssen - da bleibt dann kaum Raum für andere "Projekte" die einem vielleicht noch so vorschweben ...

Und falls die Sterne dann mal günstig stehen sollte man sich einen Ruck geben und die Sache durchziehen - vorrausgesetzt man kann folgende Punkte abhaken, bei mir war es dann letzten Spätherbst soweit:

- Ich bin bereit mich voll und ganz auf das Projekt zu konzentrieren
- Ich trau mir das Projekt von der technischen Seite zu
- Ich habe Ansprechpartner die ich fragen kann
- Ich trau mir zu so ein Ding zu fliegen
- Ich habe ein geeignetes Fluggelände
- Ich bin gesundheitlich dazu in der Lage (die Augen werden ja nicht besser)
- Und schlußendlich: Ich kanns mir momentan finanziell leisten (wer weiß denn schon was in zwei Jahren ist? ...)

Und nach den ersten aufregenden Erstflügen wird man immer sattelfester, die Angst weicht von Flug zu Flug - der Respekt bleibt! ... und irgendwann kommt sogar der Punkt wo man auch nur "mal so" eine Runde fliegen gehen kann - vorrausgesetzt man hat eine bestens gewartete, einsatzbereite Maschine daheim stehen ...

Nur noch eines: durch die intensive Beschäftigung mit der Materie (insgesamt 6 Monate) kam bei mir dann das eigentliche Fliegen etwas zu kurz. Und die ersten Flüge mit dem Jet kann man dann nicht als Flugtraining werten - zu kurz ist die Flugzeit, man trachtet das Ding wieder heil runterzubringen ...

Deswegen trainiere ich zwischendurch immer wieder in Kniescheibenhöhe mit folgendem Ding, alleine schon um die Motorik nicht einschlafen zu lassen ...

http://members.a1.net/spunki/twinsilence06.jpg

Grüße Spunki

[ 30. Oktober 2002, 00:00: Beitrag editiert von: Spunki ]