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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Finish-Frage an Tabu-Piloten



ide
19.02.2003, 16:38
Hallo zusammen,

wie habt Ihr den Fluegel gefinished? Ich wuerde gerne Buegel-Folie verwenden; spricht
da etwas dagegen.

Gruss Ide

Peter Dörscheln
19.02.2003, 17:04
Hi, mein Tabu XL ist noch nicht da, aber ich weiss schon, wie ich ihn finishe: die von Hr. Gerten auch angewendete Methode mittels Parkettlack und Bespannpapier. Gibt ne gute und gehärtete Oberfläche, die gleichzeitig aber nicht so übel glitischig ist wie Folie. Glatt schon...aber halt nicht so "rutschig". Andere Tabu-Eigner sind hier auch bie und der RC-Toni (den Bericht von ihm kennst du sicherlich, er hat alles in Natur gelassen und lackiert).
So, und nun möchte ich von dir wissen: wie setzt du deinen Tabu ein, wie war der Bau, das Material, welche Komponenten verwendest du, was hast du abgeändert u.s.w., ALLES eben :D :D :D

Gruss,
...der Peter :)

bie
20.02.2003, 10:04
Hallo Ide,

nein, es spricht gar nichts gegen Bügelfolie!!!

Im Zusammenhang mit dem TABU wollte ich nochmal auf etwas aufmerksam machen, was mir letztens beim erneuten Lesen meines Berichtes aufgefallen ist, der beim RC-Toni hier (http://www.flying-wing.de/tabu/tabu_flugerfahr.html) zu finden ist.

Dort habe ich damals geschrieben:
...er braucht schon mehr Thermik, um oben zu bleiben bzw. kann er am Hang bei schwachen Lagen zum Beispiel mit HLGs nicht mithalten. Es muss schon tragen. Mittlerweile kann ich nach vielen Flugstunden das Gegenteil behaupten: Der TABU kann mit HLGs mithalten (wenn auch sicher nicht mit den ultraleichtesten am allerspätesten Abend)! :)

[ 20. Februar 2003, 10:05: Beitrag editiert von: bie ]

ide
20.02.2003, 12:40
Hallo Peter,

ich habe mir den Tabu als Ueberall-dabei-Flieger gekauft; also im Urlaub und wenn man sonst so weg ist. "Normale" Flieger habe ich schon einige; jetzt wollte ich mal einen Nurfluegel ausprobieren. Ich habe mir auch gleich den Elektrorumpf dazugekauft, schon allein wegen der doch nicht unerheblichen Versandkosten. Ich dachte mir, dass zwei solche "Bretter" nicht viel Platz wegnehmen, aber da habe ich mich etwas getaeuscht wegen der Pofiltiefe. Vielleicht baue ich mir noch eine Transportkiste aus Sperrholz dazu. Muesste dann geradeso liegend in meinen Passat reinpassen.
So und nun zum bisherigen Bau:
Ich habe mich ziemlich genau an die Anleitung von W. Gerten gehalten, die ist aus der Praxis heraus entstanden und absolut brauchbar. Ich habe die Anlage ( 2 x C507, Multiplex Piko 5/6, Empfaengerakku im Mignonformat) auf den Fluegel (an der Wurzelrippe, auf der Unterseite) gelegt, die Umrisse angezeichnet und die Schaechte ausgeschnitten. Danach habe ich wie in der Anleitung vorgeschlagen die Schaechte mit Glasfasermatte ausgekleidet. Die ausgeschnittene Beplankung soll als Deckel wiederverwendet werden, das hat bei so nicht funktioniert, ich werde wohl neue anfertigen muessen. Ich habe die Beplankung am Stueck runtergebracht, aber bis die vom Styropor befreit, geradegerichtet und mit Glasfaser belegt ist kann ich neue aus 1 mm Sperrholz anfertigen.
Jetzt wird es kompliziert, denn das Servo muss so montiert werden, dass der Servohebel Richtung obere Beplankung zeigt. Das Servo wird von der Unterseite her eingebaut, der Bowdenzug ist dicht unter der oberen Beplankung. Alles klar! Furchtbar kompliziert zum beschreiben. Das Problem ist nun das Servo so dicht an der oberen Beplankung zu montieren, dass einerseits der Servohebel nicht an der Beplankung streift (welches Loch nehmen ?), anderseits der Anlenkungsdraht nicht zu stark gebogen wird und die Reibung im Bowdenzugrohr zu gross wird. Ich will auch das Servo nicht fest einkleben. An diesem Problem feile ich noch. Stelle ich mich ungeschickt an? Loesungsvorschlaege willkommen!
Der Vorschlag mit Papier und Wasserparkettlack zu beschichten ist so schlecht nicht. Was kostet eigentlich Bespannpapier? Ich bin aber ein Freund von einer kontrastreichen Bespannung. Unten rot, oben weiss; langweilig aber gut zu unterscheiden. Ich habe einen Flieger mit Fluegel "in Natur", wenn der weit weg ist wird es schwierig mit der Fluglagenerkennung und der hat wenigstens noch ein Leitwerk zur Orientierung. Deshalb habe ich mal angefragt, ob schon jemand Folie benutzt hat. Ich dachte oben Orastick weiss, unten Orastick rot und fertig. Danke bie.
Soviel fuer heute. Ich hoffe es ist etwas brauchbares dabei.
Gruss Ide

bie
20.02.2003, 14:15
Ide (was für ein komischer Name - ich kannte auch mal jemanden, der...),

zuerst war mein TABU rundherum rot - das hat auch einwandfrei funktioniert. :)

Im Zuge einiger Restaurierungsmaßnahmen, die aufgrund der harten Beanspruchnahme im Hangbetrieb nötig waren, habe ich auf der Oberseite jetzt teilweise blaue Folie eingesetzt, unten sogar teilweise signalorange. Sieht zwar scheußlich aus und ist meinem ästhetischen Empfinden diametral entgegengesetzt, aber die Folie war halt einfach gerade zur Hand. :D

Damit ist die Lageerkennung super. Spricht also nichts gegen dein Vorhaben, mit Folie in zwei verschiedenen Farben zu arbeiten.

Zur Befestigung der Servos: Mach Dir keinen Kopf, sondern nimm diese Tesa-Strips, die wie Seuche halten. Wenn du dein Servo vorher in Schrumpfschlauch einschrumpfst, kriegst du das bei Bedarf (Reparatur, Austausch, Getriebewechsel) auch easy wieder gelöst.

Du kannst das Servo auf den Deckel kleben, mit dem du den Ausschnitt wieder verschließt. Dann ist es etwas Fummelei, das Gestänge oder die Litze in den Servohebel zu kriegen.

Oder du klebst das Servo in den Ausschnitt ein.

Bei mir laufen relativ dicke Drahtlitzen vom Servo zum Ruder. Am Servo sind sie per Klemmung fixiert. Wenn ich etwas nachstellen muss, dann kann ich das am Ruderhorn machen (da sie dort auch in eine Klemmung münden).

Noch ein Wort zu den Winglets - und also
Tipp1: Montiere sie so, dass du sie einfach demontieren kannst (am besten nach der Schweißgut-Methode, die gerne auf Nachfrage näher ausführe). Bei mir sind die Winglets leider fest montiert und das ist immer ein Gefrett, weil man verdammt aufpassen muss, dass es keine Beschädigungen gibt. :(

Tipp 2: Fertige dir gleich zwei Paar Winglets an. Mir hat das schon den einen oder anderen Flugtag gerettet.

Tipp 3: Man kann die Winglets auch mit Sekundenkleber reparieren (musste ich zum Beispiel machen, nachdem ein Kollege dagegen gekommen war und eines der Winlgets abgebrochen hatte).

Der TABU verkraftet alles klaglos, vermutlich fliegt er auch völlig ohne Winglets: Ich habe auch schon eine Stunde mit einem herabhängenden Winglet geflogen, nachdem mir ein anderer Flieger eines bei einem mid-air-crash fast abgeflogen hatte.

Tipp4: Meine Winglets habe ich jetzt mit Kohlefaserplatte (0,25 mm Stärke) auf beiden Seiten verstärkt - einfach mit dickflüssigem Sekundenkleber aufgebracht. Sieht super edel aus. :)

So, und jetzt ist es erst mal gut. :D

[ 20. Februar 2003, 14:24: Beitrag editiert von: bie ]

Peter Dörscheln
20.02.2003, 15:26
Hi ide,

schönen Dank für deine Ausführungen, war sehr informativ und ich kann mir schonmal Gedanken über den ein- oder anderen Knackpunkt machen.
Den wunden Punkt bei einer Papierbespannung hast du gleich erkannt: für mich war Bespannpapier schwierig aufzutreiben (das 12 g/qm habe ich garnicht mehr gefunden), und teuer war es auch, ca. 1,80 EUR pro Bogen. Aber du tendierst glaube ich eher mehr zur Folie - ist Geschmackssache, funkionieren tut es so und so.

Gruss,
...der Peter :)

@bie: was ist denn in in aller Kürze die Schweissgut´sche Methode zur Wingletbefestigung ?

bie
20.02.2003, 15:53
Ich wusste es: Irgendwer wird fragen ;)

Peter (und Ide), das geht so:

In die Abschlussrippe der Fläche werden im Abstand von ca. 10 bis 12 Zentimeter (oder wie es am besten gefällt, ich habe gerade nicht die Maße parat, da ich in der Firma sitze) zwei Gewinde reingeschnitten (M4 oder M5 würde ich bei der Größe nehmen). Die Gewinde kann man ja mit dünnflüssigem Sekundenkleber aushärten oder man bringt entsprechende Gewindehülsen ein.

Dorthinein kommen dann die Kunststoffschrauben (ist ja logisch :D ).

Die Winglets erhalten unten auf beiden Seiten (vielleicht reicht auch eine) einen dünnen Sperrholzstreifen auf jeder Seite, der etwa so hoch wie die Flächendicke ist. Dann bohrt man in die Winglets die passenden Löcher - und jetzt kommts: Die Löcher verlängert man nach unten, so dass daraus Schlitze in der Breite der Schrauben werden. Jetzt kann man die Winglets ganz einfach durch leichtes Lösen der Schrauben (die dazu eben nicht komplett herausgeschraubt werden müssen) nach oben abziehen - bzw. beim Aufrüsten einfach von oben aufstecken und mit den Kunststoffschrauben festklemmen.

Ce tout!

Peter Dörscheln
20.02.2003, 16:36
schlicht, einfach, und doch ergreifend. :D
Genau so wird´s gemacht.

Danke,
Gruss
...der Peter :)

laqui
20.02.2003, 21:29
Hallo Leute,

zum Thema Bespannpapier, schaut doch beim nächsten langweiligen Einkauf mit eurer Frau oder was auch immer im Supermarkt nach Butterbrotpapier das gibt es als Rolle ca 35cm breit und 20m lang für so um die 2 Eu`s.
Hab ich einen Styroflügel damit Bespannt und mit Klarlack aus der Spraydose impregniert ohne Holz drunter. Geht super.

Gruß Thomas

rctoni
21.02.2003, 14:15
Hallo ide,

bzgl. Servobefestigung kann ich Dir nur meinen Bau- und Flugbericht unter

TABU (http://www.flying-wing.de/fw_tabu.html)

empfehlen. Alles bebildert und beschrieben.

http://www.flying-wing.de/images/horten2.gif

ide
21.02.2003, 15:44
Hallo Toni,

Deine super Beschreibung habe ich natuerlich schon sehr genau durchgelesen, war schlussendlich auch der Grund den Tabu zu kaufen. Ich werde jetzt auch die Servobefestigung
so machen. Ich muss nur oberhalb der Befestigungsflansche noch eine Verstaerkung wegfeilen, dann werden auch meine Servos so schoen zwischen den Haltekloetzchen sitzen.
Viele Gruesse
Ide