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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nurflügel Freeware



Frank Ranis
18.01.2003, 19:20
Hallo Leute ,

ich brauche mal Hilfe von Aerodynamikern ( bin leider keiner ) .
In meinem Programm 'Nurflügel' siehe http://mitglied.lycos.de/frankranis (http://mitglied.lycos.de/frankranis/) fehlt ja noch die V-Form (auch Winglet)-Berechnung .
Diese unerledigte Thema möchte ich dieses Jahr in Angriff nehmen .

Wer kann helfen ?

Desweiteren wäre es schön , wenn ich von euch ein paar Erfahrungsberichte bekäme.
Bestätigen sich die berechten Werte aus dem Programm ( z.B. Schwerpunkt , Gieren ) im rauhem
Alltag , oder gibt es größere Abweichungen .

Gruß

Frank Ranis

[ 18. Januar 2003, 22:49: Beitrag editiert von: Hartmut Siegmann ]

Peter K
18.01.2003, 22:36
Hi Frank,

zuerst mal eines vorweg:

VIELEN DANK FÜR DAS PROGRAMM!!! ES IST SPITZE!

Auf die Schwerpunkt-Berechnung verlasse ich mich inzwischen zu 100%, der passt bei meinen Modellen (gering gestreckte Pfeile und Bretter) wirklich genau.

Aber eine Frage hätte ich an dich: warum werden die ausgewählten Profile zusätzlich geglättet, selbst wenn diese Option ausgeschaltet wurde? Ich wollte ein dreieckiges Profil berechnen (für ein Stealth-Modell), das wurde ziemlich verrundet dadurch ...

Hans Rupp
19.01.2003, 08:11
Hallo Frank,

auch von mir erstmal einen Riesendank für das Programm. ich wollte Dir das schon lange mal schreiben, aber ... na Du weißt schon.

Alle meien Aussagen beziehen sich auf Deltas mit Streckung um 3.

Also Schwerpunkt und die Reaktion auf Klappenauschläge stimmen ganz gut. Bei einem Stabimaß von unter 10%, kann der angegebene Schwerpunkt schon mal sher "leistungsorientiert" sein, also im Schnellflug zum unterschneiden neigen. Zum Gieren kann ich Dir nichts sagen. Erstens gieren meine Deltas dank großem Zentralleitwerk nicht und zweitens sieht man es nicht ;) .

Hans

RSO
19.01.2003, 17:53
Hallo Frank,

tolles Programm. Die errechneten Werte passen wirklich gut. Vor allem Schwerpunkt und Klappenrechnung helfen mir weiter.
Leider kommt man mit planaren Verfahren wie Truckenbrodt ein Stück weit und dann gilt die Erfahrung des Konstrukteurs.
Für die Zukunft wäre es natürlich schön noch ein
höherwertiges Verfahren zu besitzen um auch Winglets, oder Doppeldecker zu berechnen. Aber wer macht sich die Arbeit und wo bekommt man Infos über solche Verfahren?

Gruss, Raimund

Josef Poisinger
21.01.2003, 21:16
hallo frank,

tolles programm, das hat viel mehr ahnung von der theorie als ich :D
was solls, meine digicam weiß auch mehr vom fotografieren als ich :p

@haru & rso: was glaubt ihr, ist es zulässig, den schwerpunkt unserer arado so zu berechnen?
ich habe am schränkungssprung mit 1mm abstand eine schränkung von 2,5 grad eingegeben und das profil gestrakt. der schwerpunkt würde bei der 1,80m-version 5mm hinter dem jetzt geflogenen liegen. das erfliegen des SP ist bei diesem wetter etwas mühsam, sonntag war testflug nr.14 bei minus 4 grad. störungsproblem ist endlich beseitigt, empfänger ist jetzt im rechten außenflügel, links ist blei :(

gruß aus wien, josef

Hans Rupp
21.01.2003, 23:02
Hallo Josef,

also die 5mm sind imho weit innerhalb der Toleranz, in der ein mit einem 2D-Verfahren berechneten Schwerpunkt liegt. Man sollte die "behelfsmäßigen" 2D-Rechenverfahren von der erwarteten Genauigkeit nicht überstrapazieren.

Bei meinem sehr viel kleineren Delta sind ja schon 5mm Geschmackunterschied zwischen verschiedenen Piloten.

Hans

Dix
22.01.2003, 11:38
Man sagt doch immer, daß Winglets "in die Senkrechte geklappte Flügelenden sind".

Ist es dann sinnvoll, diese als zusätzliches Flügelsegment außen anzuhängen?

Wie bedien ich das Programm, um mir die Fläche eines Leitwerklers anzuschauen?(Stabilisiert wird ja über das Leitwerk.)

jwl
22.01.2003, 11:55
Original erstellt von Dix:

Ist es dann sinnvoll, diese als zusätzliches Flügelsegment außen anzuhängen?
das ist das problem.
man sagt das es so sei, effektiv ist es die hälfte
mit einem 2d rechenverfahren ist das nicht zu rechnen.

mit dem winglet rutscht der schwerpunkt nach hinten. das ist ja nicht schlimm zu einfliegen macht man es ja gerne so.

es gibt beschleunigungen am wingletfuss etc. ein gewisser herr yost bzw hepperle wissen da mehr zu sagen.

http://www.mh-aerotools.de/airfoils/winglets.htm

gruss jwl

RSO
22.01.2003, 12:36
Hallo,

1. Das Tragflächenverfahren Truckenbrodt ist nicht dazu geeignet Winglets, oder V-Form zu rechnen.

2. Winglets verschieben den Schwerpunkt natürlich nicht!!!

Wollte man mit Wiglets rechnen, so bietet sich den
Modellbauern noch das Vortex-Verfahren von Lamar/
Gloss aus den 70er Jahren.

Vieleicht hat ja einer unserer Aerodynamikstudiosos das PC-Programm über.

Ist aber von der Bedienung nicht sonderlich gut.

Den "Anfängern" beim Rechnen mit Ranis sei gesagt
keine wilden Konstrukte zu bilden, sondern nur den
planaren Flügel zu rechnen.

Gruss, Raimund

Gruss, Raimund

jwl
22.01.2003, 14:15
Original erstellt von RSO:

2. Winglets verschieben den Schwerpunkt natürlich nicht!!!
bei einem ungepfeilten flügel nicht

bei einem gepfeilten flügel schon

gruss jwl

Hans Rupp
22.01.2003, 15:44
Hallo Dix,

Winglets bewirken auf alle Fälle, dass der Aufriebsabfall wegen der Flügelendenumströmung nicht am Wingletfuss auftritt. D.h. wenn man den Flügel ohne Winglets eingibt, wird einem im äusseren Bereich zuwenig Auftrieb als tatsächlich vorhergesagt.

Ohne jeden Anspruch auf Genauigkeit kann man den Flügel etwas in der horizontalen verlängern. Wie das aber am besten geschieht? Evt. indem man ein Flächenstück mit Nullauftrieb ansetzt?

Aber man sollte sich sowieso nicht der Illusion hingeben, hier auf +/-1% genau zu arbeiten, der Einfluß einer nichtlinearen und Re-zahlabhängigen Profilpolare steht dem entgegen.

Einen Leitwerkler berechnest Du, indem Du den Anstellwinkel festhälst

@RSO , jwl:
Bei gepfeilten Flügel verschieben Winglets den Schwerpunkt durch ihr Gewicht :D .

Hans

Leitwerkler

RSO
22.01.2003, 17:02
@Hans

wo wir schon dabei sind...
Bei meiner Arado kommen sich Tütenwirbel und
die Verwirbelung am Wingletfuss zusammen. Mit der
M-V-Form ergibt das auch eine Schwerpunktverschiebung in seitliche Richtung die sich als "Schwänzeln" bemerkbar macht.
Siggi selbst konnte diese Erscheinung auch schon beobachten. Wir waren ratlos. Komischerweise
stimmte der SP laut Ranis und Möller ganz genau
mit den erflogenen Werten.
Nun...wie ist das Winglet in Zukunft zu bewerten?
Wenn es wie bei meiner Arado in der Flügelmitte aufgesetzt ist? Vieleicht als x-Wing! :D
Nix für Ungut.

Gruss, Raimund

jwl
22.01.2003, 17:28
@RSO

was da alles passiert am "winglet" (potentialzaun):

*im innern bereich läuft die strömung auf erhöhung des ca bedarfs
*im aussen bereich ablauf der strömung verminderung des ca bedarfs
*mitte vau-form ablauf der strömung + pfeilung
*aussen zulauf der strömung + pfeilung

was da alles passiert ich glaube diese durch beobachten klären zu können etwas schwierig ist.

und möchte mir beim besten willen keine meinung abgeben was da alles passiert.

übrigens habe habe deine videos gesehen (cnc) das flugbild ist echt scharf.

gruss jwl

Frank Ranis
25.01.2003, 10:51
Hallo alle zusammen .

Wie ich gelesen habe , gibt es da ja unterschiedliche Meinungen , wie man dem Truckenbrodt doch noche eine V-Form-Berechnung entlocken könnte .

Ich habe mir auch mal Gedanken dazu gemacht .
Ich werfe meine Ideen mal so in den Raum

Allerdings müßte ich mein Programm dann ändern .
Es müßte noch eine Eingabemöglichkeit für die V-Form und eine entspechende Grafikansicht geschaffen werden .

1)
Der erste Teil meiner Idee würde im Programmhintergrung ablaufen .
Im Ansatz würde ich den Flügel um die Wingletkontur verlängern und dann völlig platt berechnen . Die Profile dieser Verlängerung werden , wie Hans Rupp das schon andeutete auf Nullauftriebswinkel eingestellt , sonst hätte mann eine Wingletvorspur eingebaut .

2)
Nun würde ich die Zirkulations- und Momentverteilung mit Truckenbrodt rechnen .
Am Wingletfuß würde dann auch das erhöhte Ca erscheinen ( hat Hans ja schon angesprochen ).

3)
Entspreched der V-Form an den Wirbelstellen müßten dann die Gamma-und Müwerte mit Hilfe einer Winkelfunktion in eine Z- ( Auftrieb ) und eine Y-Komponente ( Seitenkraft ) zerlegt werden .

Für den Auftrieb und das Nickmoment würde dann mit den Z-Gamma und Z-Mü-Werten weitergerechnet werden .
Für die Seitenkräfte mit den Y-Werten .

4)
Das Ergebnis würde dann als Auftriebs und Nickmomentverteilung dargestellt .
Mit diesen Z-Werten kann ich dann auch den Neutralpunkt und den Druckpunkt berechnen .
Für die Berechnung der Widerstandsverteilung würde ich dann wieder den in die ebene geklappten Flügel nehemen .

Zu Schluß noch eine Überlegung zur Schwerpunktverschiebung durch die Winglets .

Da ja am Wingletfuß ein höheres Ca vorhanden ist , dürften sich auch die örtlichen Druckpunkte und damit der Gesamtdruckpunkt (Schwerpunkt) ändern .
Wenn die Winglets im 90 Grad Winkel eigebaut wurden , wirken ihre Kraftkomponenten in Richtung der Y-Achse zur Flügelmitte hin , haben also auf das Nickmoment und den Druckpunkt keinen weiteren Einfluß .

So , jetzt will ich eure Meinung zu meinen Ideen hören .

Habe ich da völligen Blödsinn verzapft , oder ?

Gruß Frank Ranis

RSO
27.01.2003, 09:50
Hallo Frank,

die Rechnerei stellt bei mir nur einen sehr geringen aber wichtigen Anteil an NF-Konstruktionen dar. Weitaus grösser ist der eigentliche Aufwand der Baukonstruktion und der Bau selbst.
Eine Abschätzung mit Deinem Programm reicht mir
also völlig aus. Der Rest... ist Erfahrung.
Ob sich der Aufwand der Wingletrechnerei lohnt?
Für mich jedenfalls nicht. Vieleicht für ein
"Winden-Leistungsmodell" Aber da muss man das Rad
nicht neu erfinden und kann die COs nehmen. Bessere Leistungen wird man wohl kaum erzielen.
Nach meinen Informationen sind Leistungsnf's auch mit höherwertigen Verfahren gerechnet. Auch hier wurde warscheinlich der Rest durch Erfahrung von HJU hineinkonstruiert.

Gruss, Raimund

Peter Wick
27.01.2003, 21:39
Hallo Frank

ich weiss nicht, ob dir das weiterhilft, aber in alten Logo Zeiten (eigentlich immer noch) haben wir das Programm von Lamar und Gloss benützt. Dieses "sieht" die Winglets ebenfalls nicht, wenn die mit 90 Grad Winkel zum Flügel stehen.Der Trick war hier die Winglets mit 80 Grad V - form zu berechnen. So wurden sie vom Programm gesehen und berechnet.Der Einfluss auf die anderern Parameter bleibt vernachlässigbar.