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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seitenruderausschläge am V-leitwerk



Dielei
17.11.2008, 22:38
Hallo, F3J-Gemeinde !

Habe ein Problem mit der Programmierung des V-Leitwerkes meines
Explorers.
In den mitgelieferten Einstelldaten wird deutlich, dass man die Seitenruder-
ausschläge differenziert programieren soll. Sprich, die Klappen sollen nach
unten mehr ausschlagen als nach oben. Hat was mit dem Kreisflugverhalten
bei reiner Seitenruderanwendung zu tun.
Die Höhenruderausschläge sollen aber nach oben und unten gleich sein.
Ich verwende eine MC 19 von Graupner.
Meine Frage, muss das eigendlich sein und wenn ja, wie bekomme ich das hin ?
Vielleicht könnt ihr mir ja mal unter die " Flügel " greifen.:)

gaspet
17.11.2008, 23:34
Hallo!
Sicher geht das - Du mußt am Leitwerkstyp "Kreuzleitwerk" nicht V-Leitwerk einstellen. Dann Höhe und Seite mit einem Kreuzmischer verbinden - dann kannst Du Höhe und Seite getrennt einstellen.
Sinn macht das in jedem Fall - Du solltest beim Kurvenflug etwas mehr Höhe beigemischt haben.
Bildlich: Von hinten gesehen muß bei einer Rechtskurve das linke Ruderblatt des V-Leitwerks mehr Ausschlag nach oben als das rechte Ruderblatt nach unten haben.
PG

Jürgen Heilig
18.11.2008, 09:56
...
Habe ein Problem mit der Programmierung des V-Leitwerkes meines
Explorers.
In den mitgelieferten Einstelldaten wird deutlich, dass man die Seitenruder-
ausschläge differenziert programieren soll. Sprich, die Klappen sollen nach
unten mehr ausschlagen als nach oben. Hat was mit dem Kreisflugverhalten
bei reiner Seitenruderanwendung zu tun.
Die Höhenruderausschläge sollen aber nach oben und unten gleich sein.
...

Alternativ:

1. V-Leitwerk Mischer aktivieren.
2. Asymmetrische Wege für die Servos programmieren - nach unten mehr als nach oben.
3. Höhenruderauschläge über Dual Rate anpassen.

:) Jürgen

Jürgen Heilig
18.11.2008, 10:00
...
Sinn macht das in jedem Fall - Du solltest beim Kurvenflug etwas mehr Höhe beigemischt haben.
...

Die Anleitung zum Modell verlangt es genau anders herum. Die Betätigung des V-Leitwerks verursacht zusätzlichen Luftwiderstand mit einem "aufrichtenden Moment". Zur Kompensation wird daher leicht Tiefe "beigemischt".

Siehe auch:

http://www.dl1sdr.de/modellbau/mc24/mc24_twin_parabola_halloween.pdf

:) Jürgen

Weyershausen
18.11.2008, 23:26
Hallo Dielei,

ich kann mir nicht vorstellen, dass das was bringt. Das wäre ja das gleiche, als würde man beim Kreuzleitwerk Höhe oder Tiefe zum Seitenruderausschlag dazumischen. Wofür sollte das nützen?

Gruß
Gerald

Robert G.
19.11.2008, 01:42
Bei falscher Differenzierung geht die Nase entweder nach oben oder nach unten beim Seite geben. Probiert mal einen Turn wenn die Differenzierung nicht passt.

Hans Rupp
19.11.2008, 08:04
Hallo,


Das wäre ja das gleiche, als würde man beim Kreuzleitwerk Höhe oder Tiefe zum Seitenruderausschlag dazumischen.

Es ist eben nicht das Gleiche. Beim V-Leitwerk ist die Geschichte um einiges komplizierter als am Kreuz- oder T-Leitwerk.

Ob und wieviel Differenzierung am V-Leitwerk notwendig bzw. richtig ist hängt von mehreren Faktoren ab (wer sich hier weiterbilden will liest bei Helmut Stettmaier (http://fmsg-alling.de/Technik/vtail.htm) nach).

Am besten man fängt ohne Differenzierung an, fliegt bei ruhigem Wetter aus dem Normalflug heraus eine nur mit Seite eingeleitete Kurve und beobachtet das Modell. Nickt es auf, mehr auf Tiefe differenzieren, taucht es ab, mehr auf Höhe.

Hans

gaspet
19.11.2008, 08:47
Also ich habe bei meiner FS 4000 nach der Anleitung von Volker Klemm solange differenziert (und bei mir schlägt das Ruder ca 10% mehr auf Höhe aus) bis das Modell bei schnellen Seitenruderausschlägen nach links und rechts nur noch die Nase ohne Nickbewegung nach links und rechts nimmt!
Dauert zwar etwas - rentiert sich aber auf jeden Fall.
Und das die Klappen mehr nach unter - sprich Tiefe - ausschlagen sollten, wie nach oben, kann ich mir nicht vorstellen - das Modell würde in die Kurve tauchen, d. h. die Nase in der Kurve nach unten nehmen.
Das kann ich mir bei einem F3F Modell noch vorstellen - auf keinen Fall aber bei einem Allroundsegler oder einem F3J Modell, wo es doch im Endeffekt auf möglichst flaches Kreisen ankommt.
PG

Weyershausen
19.11.2008, 09:59
Hier ist ja wohl die Chronologie im Thread durcheinandergewürfelt worden. :confused:

Gruß
Gerald

Jürgen Heilig
19.11.2008, 10:22
...
Am besten man fängt ohne Differenzierung an, fliegt bei ruhigem Wetter aus dem Normalflug heraus eine nur mit Seite eingeleitete Kurve und beobachtet das Modell. Nickt es auf, mehr auf Tiefe differenzieren, taucht es ab, mehr auf Höhe.

Hans

Korrekt, denn viele Piloten werden den Unterschied mit/ohne Differenzierung ohnehin kaum bemerken. ;)

Wer noch mehr zur Differenzierung des V-Leitwerks lesen möchte:

http://www.charlesriverrc.org/articles/design/vtailmsganthology.htm

http://www.charlesriverrc.org/articles/design/donstackhouse_vtailadverseyaw.htm

:) Jürgen

Hans Rupp
19.11.2008, 10:25
Da der Effekt mit dem Schwerpunkt / EWD verändert, diese Werte vorher erfliegen / einstellen.

Hans

Dielei
19.11.2008, 15:09
Hallo,

ich danke für die interessanten Beiträge.
Der Vorschlag von " gaspet " scheint mir sehr logisch.
Mal sehen, ob sich das mit meiner MC 19 machen läßt.

In der Anleitung zum Explorer sind die Ausschläge
nach unten größer als nach oben vorgesehen.
Dies kommt persönlich vom Europameister. Der sollte es wissen.

Ich werde es so machen, wie es Hans vorschlägt und gespannt sein.

Dielei

Weyershausen
23.11.2008, 18:05
Hallo Hans,


Es ist eben nicht das Gleiche. Beim V-Leitwerk ist die Geschichte um einiges komplizierter als am Kreuz- oder T-Leitwerk.


heute war ruhiges Wetter, sodass ich mal bewusst die Seitenruderwirkung beim Xperience Pro V beobachten konnte. Wenn ich aus dem Geradeausflug nur Seitenruder rechts steuere, dann neigt sich das Modell erwartungsgemäß nach rechts. Und - wen würde es wundern - es taucht natürlich nach unten ab. Ich würde aber nicht auf die Idee kommen, das durch Zumischen von Höhenruder ausgleichen zu wollen. Man lernt doch schon als Anfänger, dass man in der Kurve Höhenruder ziehen muss, weil sich die senkrechte Projektion der Tragflügelfläche verringert.

Das war schon früher so, als die meisten noch Segler mit Kreuzleitwerk hatten, weil es noch keine Computersender gab.

Gruß
Gerald

obelix-xxl
23.11.2008, 18:57
Hallo Hans,


Also ich habe bei meiner FS 4000 nach der Anleitung von Volker Klemm solange differenziert (und bei mir schlägt das Ruder ca 10% mehr auf Höhe aus) bis das Modell bei schnellen Seitenruderausschlägen nach links und rechts nur noch die Nase ohne Nickbewegung nach links und rechts nimmt!
PG

Da hast Du Deine FS4000 sicherlich noch mit Schwerpunkt um die 84 mm eingestellt??
Kurzer/Langer Rumpf??
Dann kann ich Deien Erfahrung bestätigen.
Stelle den SP mal auf 93 mm ein. Da wird die FS 4000 richtig lebendig! Mit Seitenruderdifferenzierung : mehr Tief als Höhe.
Dann hast Du einen richtig guten (neuen) Flieger.

mfg
obelix

Dielei
24.11.2008, 13:14
in Bezug auf die unterschiedlichen Ausschläge des Seitenruders:
Leider geht das nun doch nicht mit der MC 19. Es fehlt der " Kreuz-Mischer ".
Und mit den frei programmierbaren Mischern funktioniert es leider auch nicht.
Habe dann das Ziel mittels unterschiedlicher Endausschläge der Servos hin
bekommen.
Aber nun ist natürlich der Höhenruderausschlag geringer wie der des Tiefenruders. Und wie das sich auswirkt kann ich erst beurteilen, wenn das
Wetter sich beugt und einen aller erster Start meines neuen Xplorers möglich
wird.
Der Bericht über erste Erkentnisse beim Erstflug des Xplorers und der
V-Leitwerks Abstimmung wird folgen.

Grüße Dielei

Dielei
30.11.2008, 17:46
Heute nun war der Tag des Erstfluges meines Xplorers.
Bei Windstärke 3 - 4 und -1C ging es auf den Vereinsplatz.
Ein lieber Club-Kollege kam mit der Winde.
Es ging von Anfang an alles sehr gut. Die vorgeschlagenen Ausschläge
passten fast genau. Etwas Blei( ca. 20g ) waren noch notwendig, damit
das Modell auch in entsprechende Fahrt kam.
Mit dazu gemischten Snap-Flap kam es beim engen Kreisen und voll
gezogenen Höhenruder zu keinem Abriss. Also sehr enges Kreisen ist möglich.
Die einprogrammierte Differenzierung des Seitenruders nach Vorgabe ergab
eine zu große Tiefenruder-Wirkung beim Einstieg in den Kreisflug.
Eine komplette Rücknahme der Differenzierung hatte ein leichtes Aufbäumen
des Modells bei reiner Seitenruder Betätigung zur Folge.
Also Fazit. Eine Differenzierung des Seitenruders in Richtung Tiefe ist
Notwendig. Aber nicht so viel, wie es der Einstellplan vorsieht.
Alles in allem bin ich nach den ersten Eindrücken sehr zu frieden und happy,
mit den Flugeigenschaften.
Das Modell scheint mir ein Quantensprung zur Xperience zu sein, die ich vorher flog.
Übrigens mit einem Endgewicht von 2020 g ergibt sich eine Flächenbelastung
um die 27g pro ccm. Also absolute fantastisch finde ich.

Es grüßt Dielei

Weyershausen
30.11.2008, 21:11
Hallo Dielei,

meinen Glückwunsch zum gelungenen Erstflug!


Eine komplette Rücknahme der Differenzierung hatte ein leichtes Aufbäumen des Modells bei reiner Seitenruderbetätigung zur Folge. Also Fazit: Eine Differenzierung des Seitenruders in Richtung Tiefe ist notwendig.

Verstehe ich das richtig?

Du leitest die Kurve mit Querruder und Seitenruder ein. Wenn sich das Modell in Schräglage befindet, nimmst du den Querruderausschlag zurück oder stützt durch Gegenquerruder. Nun musst du bei symmetrischen Ausschlägen des Seitenruders leicht drücken, damit die Strömung nicht abreißt?

Gruß
Gerald

Dielei
01.12.2008, 15:34
Hallo Gerald,


Hallo Dielei,


verstehe ich das richtig?

Du leitest die Kurve mit Querruder und Seitenruder ein. Wenn sich das Modell in Schräglage befindet, nimmst du den Querruderausschlag zurück oder stützt durch Gegenquerruder. Nun musst du bei symmetrischen Ausschlägen des Seitenruders leicht drücken, damit die Strömung nicht abreißt?

Gruß
Gerald

Natürlich fange ich den Kreisflug mit dem Höhenruder ab.
Nur während des ersten einleiten mittels Quer- und Seitenruder bäumt sich
das Modell etwas auf und verliert an Fahrt. Um das zu verhindern sollte etwas differenziert werden.
Sicher könnte mann an der Stelle auch etwas drücken. Aber man kann sich
es ja so leicht wie möglich machen. Außerdem sind das ja meine aller ersten
Erfahrungen mit diesem Problem. Viele weitere Abstimmungsflüge werden
nötig sein, um die endgültige Einstellung zu finden.
Das gleiche werde ich auch mit der Xperience versuchen. Denn das Modell
ist etwas anfälliger im zu langsamen Kreisflug.

Grüße Dielei

Weyershausen
01.12.2008, 21:40
Zunächst eine Bitte an den Moderator: Würdest du den Thread bitte wieder dahin verschieben, wo er herkam? Nämlich nach "F3B, F3F und F3J Segelflug". Ich vermute, dass das Interesse zu dem Thema dort am größten ist. Danke!

Hallo Dielei,


Das gleiche werde ich auch mit der Xperience versuchen. Denn das Modell ist etwas anfälliger im zu langsamen Kreisflug.

das kann ich nur bestätigen. Deshalb mochte ich den Xperience Pro V am Anfang gar nicht so recht. Inzwischen ist er zu meinem Lieblingsmodell avanciert. Das aber erst, seit ich ihn über 4 Achsen steuere (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=121373). Du glaubst gar nicht, wie langsam das Modell kreisen kann! Das übliche "Durchsacken" kurz nach dem Einleiten der Kurve kann man damit wirkungsvoll verhindern.

Im Zumischen von Tiefe zum Seitenruderausschlag kann ich keinen echten Vorteil erkennen, zumal ich, wie du ja selbst schreibst, die Zumischung einen Moment später wieder mit zusätzlichem Höhenruderausschlag übersteuern müsste.

Gruß
Gerald

Dielei
01.12.2008, 22:31
Hallo Gerald,




Hallo Dielei,



das kann ich nur bestätigen. Deshalb mochte ich den Xperience Pro V am Anfang gar nicht so recht. Inzwischen ist er zu meinem Lieblingsmodell avanciert. Das aber erst, seit ich ihn über 4 Achsen steuere (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=121373). Du glaubst gar nicht, wie langsam das Modell kreisen kann! Das übliche "Durchsacken" kurz nach dem Einleiten der Kurve kann man damit wirkungsvoll verhindern.

Im Zumischen von Tiefe zum Seitenruderausschlag kann ich keinen echten Vorteil erkennen, zumal ich, wie du ja selbst schreibst, die Zumischung einen Moment später wieder mit zusätzlichem Höhenruderausschlag übersteuern müsste.

Gruß
Gerald

das mit dem 4 - Achs steuern klingt sehr interessant, aber ich muss das 3- Achs steuern erst mal richtig in Griff bekommen. Bin jahrelang nur ge-
koppelt geflogen.
Was würdest du denn für eine Snap - Flap - Mischung bei der Xperience V-pro empfehlen. Beim Xplorer sind es ca. 2,5 - 3mm auf die Wölbklappen.

Gruß Dielei ;)

Weyershausen
02.12.2008, 22:33
Hallo Dielei,


Bin jahrelang nur gekoppelt geflogen.

ich auch. Heute könnte ich mir das nicht mehr vorstellen. Vielleicht bin ich gerade deshalb kein Freund übermäßiger Mischerverwendung. Ausnahme: Statt die Querruder zu differenzieren, mische ich ein wenig Seitenruder hinzu.

Snap-Flap setze ich nicht ein. Die Verwölbung steuere ich während der Phase "Flug" getrennt als separate Funktion auf dem Spoilerknüppel. Knüppel vorn: alles im Strak. Knüppel hinten: Wölbklappen 13mm nach unten, Querruder 7mm nach unten.

Gruß
Gerald