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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rotations-Flächen-Flieger .... Unmögliches wird möglich :-))



brushless
23.11.2008, 16:53
Hallo zusammen,

... die Frage, ob es möglich ist, den ersten ferngesteuerten, ruderlosen Rotationsflächenflieger in die Luft zu bekommen, der zuverlässig über alle Achsen gesteuert werden kann, und dessen Flächen h o r i z o n t al rotieren, hat eine Antwort gefunden: ROTO-VECTOR-WING.

Heute morgen, bei null Grad und 2 bft Wind war Erstflug - und wie :D

Was red' ich hier noch - schaut's Euch an ...:D

Video: www.crazyplanes.de/roto1.wmv

Mehr Infos, Bilder & Details: www.crazyplanes.de/specials.htm

Viel Spaß!

Peter (flattermann)

StephanB
24.11.2008, 00:50
Hi Peter,
Klasse! Schön, mal wieder so ein tolles ungewöhnliches Modell von Dir zu sehen.
Grüsse
Stephan

MarkusN
24.11.2008, 12:58
Schee!

Eine Frage: Du schreibst von "auftriebswirksamer Rotation". Wie kommt der Zusatzauftrieb zustande?

brushless
24.11.2008, 15:12
... wie bei einem Gyrocopter.

brushless
07.12.2008, 22:29
... NEW TECH KITES aus Austin/Texas baut einen Rotationsdrachen, der etwas größer im Durchmesser und mit einer anderen Mittelachslagerung versehen ist.
Ich habe das Teil mit der gleichen Steuerung versehen, mit der schon der erste 'ROTO-VEKTOR-WING' geflogen ist.
Heute war Jungfernflug bei fast windstillem Wetter mit Sonnenschein (wann hatten wir das zuletzt? :D ) auf den Poller Wiesen in Köln.

Was soll ich sagen? Es war die reine Freude.
Seht selbst:

www.crazyplanes.de/roto2.wmv

Dieser 2. Roto-Vektor-Wing ist mit 2 LED-Punktleuchtmodulen ausgestattet, die die beiden Sechseckkästen im unteren Bereich ausleuchten. Durch die Rotation wechselt der Flieger (nur bei Nachtflügen :D :D ) kontinuierlich seine Farbe ...
Das muss unbedingt getestet werden, sobald es nicht mehr Abends regnet und es halbwegs windstill ist. Warten wir's ab...

Gruß

brushless

Bernd E.
09.12.2008, 16:52
Hallo brushless,

deiner Ausführung zu dem Zusatzauftrieb kann ich noch den Fachbegriff hinzufügen.
Der nennt sich Magnuseffekt und wurde von dem Physiker Gutstav Magnus 1853 entdeckt. Der bekannte Erfinder und Konstrukteur Anton Flettner griff diese Idee wieder auf.

Hier mal zur besseren Verständnis ein Artikelausschnitt aus der Berliner Zeitung vom 9. November 2006:


Mit rotierenden Säulen über die Meere


Skurrile Pfeiler sollen Schiffe künftig umweltfreundlich antreiben. Mit dem Ölpreis steigt das Interesse daran

Ralf Köpke



Der Film, den Rolf Rohden auf seinem Computerbildschirm vorführt, lässt den Betrachter stutzen: Ein Schiff ist zu sehen, aus dem vier Pfeiler emporragen, zwei vorne und zwei hinten - als müssten sie ein Dach tragen, das das Schiff überspannt. Oder sind das etwa Schornsteine? Schwer vorstellbar bei einem Ingenieur wie Rolf Rohden, der als ausgewiesener Experte für Windturbinen gilt.

Der vermeintliche Widerspruch löst sich rasch auf. Denn die "Schornsteine" sind nichts anderes als ein Windantrieb für Schiffe. Die Firma Enercon mit Sitz im ostfriesischen Aurich, für die Rohden arbeitet, will damit schon bald einen 130 Meter langen Frachter antreiben. Dass sich der bundesweit größte Hersteller von Windrädern neuerdings mit Schiffstechnik befasst, kommt nicht von ungefähr: "Unsere Anlagen produzieren umweltfreundlichen Strom. Da liegt es auf der Hand, dass wir bei unseren zunehmenden Exporten auch den Transport ins Ausland so umweltfreundlich wie möglich gestalten wollen", erläutert Rohden. In der Regel fahren Schiffe mit schwefelhaltigem Schweröl. Dabei erzeugen sie mehr als 7 Prozent des weltweiten Schwefeldioxid- sowie 13 Prozent des Stickoxidaustoßes.

Das Funktionsprinzip der vier Säulen hat der Berliner Physiker Gustav Magnus 1853 entdeckt. Wenn Luft um ein rotierendes Objekt strömt, geschieht dies nicht gleichmäßig. Auf einer Seite entsteht ein Überdruck, sodass das Objekt in die andere Richtung geschoben wird. Fußballfans kennen das Phänomen: Bekommt der Ball bei einer Flanke einen Drall, zieht er eine bananenförmige Bahn.

In den 20er-Jahren nutzte der hessische Ingenieur Anton Flettner den Magnus-Effekt für einen neuartigen Schiffsantrieb: Ein rotierender Zylinder, den der Wind umströmt, wird zur Seite gedrückt; kommt der Wind von der Seite, lässt sich der Zylinder - und damit das ganze Schiff - nach vorne drücken. 1924 war der Prototyp fertig: Flettner hatte den Dreimastschoner Buckau umgebaut und zwei 16 Meter hohe drehbare Säulen auf dem Deck verankert. In den folgenden Jahren verbesserte der Ingenieur seine Erfindung, baute für den Fall einer Flaute einen Dieselmotor ein, und schipperte im Mai 1926 über den Atlantik nach New York - und zwar gegen den Wind, wovon Segler sonst nur träumen können.
(...)


Diese alte Idee keimt also wieder auf und man kann nur hoffen das sich Lobiisten nicht gegen umweltfreundliche, neue Techniken wehren.

Grüße, Bernd

P.S.
Der Auftrieb wäre übrigens um ein vielfaches besser ohne die strömungsstörenden, abstehenden "Flügelchen". Dann würde der Magnuseffekt erst richtig zum "tragen" kommen.

brushless
09.12.2008, 23:04
Hallo Bernd,

Deine Ausführungen bzw. Zitate hinsichtlich der Auftriebswirksamkeit meines stachelflügeligen Rotationsflugkörpers sind wirklich interessant.

Ob sie aber auch - wie bei Flettner's senkrecht stehenden, angetriebenen Zylindern - auf den 'BARREL-ROLL-KITE' zutreffen...

'... Der Auftrieb wäre übrigens um ein vielfaches besser ohne die strömungsstörenden, abstehenden "Flügelchen". Dann würde der Magnuseffekt erst richtig zum "tragen" kommen...'

Also, ich denke, das die 'Stachelflügel' schon eine auftriebswirksame Funktion für den Flugkörper haben...ähnlich wie bei einem Autogyro, nur mit horizontaler Rotationsachse...

... was meinen denn die anderen (Mit-) Leser dazu?



Gruß

Peter

FamZim
10.12.2008, 13:17
Mahlzeit :D

Ich meine das der drehende Körper trägt wie ein nicht-drehender, da er NUR durchstömt wird wie ein Rohr .
Die Stacheln dienen als kleine Flügel welche für die Drehung zuständig sind.
Wird die Drehachse zur Flugrichtung angestellt ( wie in den Filmen zu sehen), tragen sie auf beiden Seiten "zusätzlich" zum Auftrieb bei .

Die "Flettnerwirkung" kommt erst bei seitlicher Anströmung, was bei starkem Anstellwinkel (teilweise) der Fall ist.
Bei schnellem Flug eher weniger.

So und nun die anderen ?????????????? Meinungen :D

Gruß Aloys.

MarkusN
10.12.2008, 14:29
*Zustimm*

Magnuseffekt haben wir hier nicht; die Zirkulation steht nicht im korrekten Winkel zur Anströmung. (Rotationsvektor und Anströmvektor sind praktisch parallel.) Die leichte Anströmung von unten, die durch den Anstellwinkel zustandekommt, muss eigentlich zu einem leichten "Quertrieb" führen.

Auf einem quer angeströmten Zylinder müssten soche Querschaufeln eigentlich zur besseren Mitnahme der Luft und damit höherem Auftrieb führen.

StephanB
10.12.2008, 14:45
Zustimm!
Ich kanns nicht beweisen, aber "gefühlt" bringen die kleinen Flügelchen keinen Auftrieb , zumindest nicht nach dem Tragschrauberprinzip. Das wäre dann ein extrem weit gekippter Rotor. Eine praxiserprobte Faustformel für Tragschrauber geht von 8 Grad Neigung des Rotorkopfes zur Bezugsebene aus. Hier hätten wir 90 Grad plus Anstellwinkel des gesamten Modells. Da sehe ich dann eher nur noch Widerstand. Wichtig sind die Flügelchen jedenfalls für die Drehung.

Nach Experte ruf: JooochenK...., wo bist Du??:)

Grüsse
Stephan

JochenK
10.12.2008, 16:11
Hallo zusammen,

schön, daß ich immer zu Dingen gefragt werde, von denen ich keine Ahnung habe. Aber eine persönliche Meinung, ohne Anspruch auf Richtigkeit, kann ich schon abgeben.

Peters Flieger erinnert mich etwas an einen Papierflieger, über den ich vor Jahren mal in einem Buch gelesen habe. Das Ding bestand aus einem Papier-Viekantrohr von etwa 5 bis 8 mm 'Durchmesser' und einer Länge von ca. 30 cm. An dieses Rohr waren vorne und hinten zwei runde Papierrohre angeklebt - Innenseite der runden Rohre an Unterseite des Vierkantrohres-, beide mit einer Länge von so 3 cm. Das vordere Rohr hatte etwa 8 cm Durchmesser, das hintere vielleicht 10 cm. Alles klar soweit? Laut Buch hatte das Modell sehr gute Flugeigenschaften.

Ich denke, daß Peters Flieger eine etwas andere Art des erwähnten Papierfliegers ist. Ich glaube eigentlich nicht, daß die Rotation wesentlich zum Auftrieb beiträgt, ich halte das eher für einen besonderen Gag des Originaldrachens. Die Stummelflügel tragen sicherlich zum Auftrieb bei, das würden sie aber wohl auch tun, wenn sich das ganze Ding nicht drehen würde.

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen, wenn es nicht schon zu viel war. Aber toll sieht die Röhre schon aus, Peter.

Jochen

StephanB
10.12.2008, 16:17
Hallo zusammen,

schön, daß ich immer zu Dingen gefragt werde, von denen ich keine Ahnung habe. Aber eine persönliche Meinung, ohne Anspruch auf Richtigkeit, kann ich schon abgeben. (..)

Jochen

Das gildet nich, Jochen!
Wer deine Erklärungen zum Tragschrauber bei rcgroups studiert hat, muß in Dir zwingend ein Universalscharnier vermuten. :D

Grüsse
Stephan:D

Bernd E.
10.12.2008, 17:06
Hallo,

interessant was der Rest dazu so zu sagen hat.;)

Sicherlich kommt der Hauptauftrieb durch die Anstellung der Röhre zustande. Dann noch der Zugwinkel des Props und die kanalisiert ausströmende Luft. Wahrscheinlich noch viele kleine Faktoren. Z.B. die "Stacheln" oder Segelchen in der passenden Anstellung zum Flugwinkel.

Ich sagte ja auch:

P.S.
Der Auftrieb wäre übrigens um ein vielfaches besser ohne die strömungsstörenden, abstehenden "Flügelchen". Dann würde der Magnuseffekt erst richtig zum "tragen" kommen.

Also noch richtiger wäre wohl der Auftrieb durch den "Magnuseffekt" wäre um ein vielfaches höher ohne...

Ihr solltet mal die Effektivität der rotierenden Röhren gegenüber einem normalen Segel oder einer Tragfläche anschauen. Das ist der eigentliche Wahnsinn an der Sache. Ich habe jetzt keine Zahlen parat, aber der ist wirklich um vielfaches höher. Wäre mal ne Überlegung das in die Tat umzusetzen und praktisch zu erproben.

Jedenfalls gibt es diesen Effekt auch beim vorliegenden Fall. Nur nicht sehr effektiv, da durch die Flügelchen in der Strömung gestört. bzw. warhscheinlich stark abgelenkt. Da müßte mal kleinlich theoretisiert werden wie die Strömung im normalen geradeausflug um den Körper streicht. Wahrscheinlich in einer Art Schlangenbewegung. Hier gehts jetzt aber mit meiner Betrachtung in die reine Mutmaßung. Ich habe auch nicht die Muße das Luftfahrttechnisch auf sicheren Boden zu stellen.
Vorhanden ist der Magnuseffekt aber, da die rotierende Röhre von dem Luftstrom getroffen wird und diesen umströmt.
Hier sind jetzt Vollbluttheoretiker bzw. Luftfahrtexperten gefragt. aber vielleicht gibts hier ja auch irgendwo einen Studenten solcher Liga der das mal "studieren" möchte.

Jedenfalls hast du brushless wieder ein sehr interessantes Exponat in die Luft gebracht. Gratuliere!;)

P.S.
Irgendwo gabs hier auch schon mal einen Thread über rotierende Auftriebskörper, kenne aber den genauen Titel nicht.

Grüße, Bernd

MarkusN
10.12.2008, 17:17
Ihr solltet mal die Effektivität der rotierenden Röhren gegenüber einem normalen Segel oder einer Tragfläche anschauen. Das ist der eigentliche Wahnsinn an der Sache. Ich habe jetzt keine Zahlen parat, aber der ist wirklich um vielfaches höher. Wäre mal ne Überlegung das in die Tat umzusetzen und praktisch zu erproben.

Jedenfalls gibt es diesen Effekt auch beim vorliegenden Fall. Nur nicht sehr effektiv, da durch die Flügelchen in der Strömung gestört. bzw. warhscheinlich stark abgelenkt.
Nein eben nicht, schau den Magnuseffekt nochmal an. Auftrieb kommt zustande, wenn Zirkulation senkrecht zur Hauptströmungsrichtung vorhanden ist. Und das ist es hier eben nicht, die Zirkulation ist parallel.

Der mit den hohen CA stimmt. Hab was von 20 im Kopf. Die benötigte Antriebsleistung ist allerdings nicht ohne.


P.S.
Irgendwo gabs hier auch schon mal einen Thread über rotierende Auftriebskörper, kenne aber den genauen Titel nicht.
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=87136

brushless
24.12.2008, 14:00
Hallo zusammen,

Gestern war 'Nachtflugwetter' - also nix wie raus mit dem LED-beleuchteten ROTO-VECTOR-WING.
Der Himmel war nebelverhangen, rabenschwarz. Leider ist meine Kamera nicht die beste (der Weihnachtsmann wird's hoffentlich ändern), trotzdem zeigt das Video ansatzweise, welche Anmutungen von diesem Nachtflugobjekt ausgehen, der Flieger ändert ständig seine Farbe (Chamäleon :D )

Seht selbst:

Video: www.crazyplanes.de/rotonite.wmv

Entwicklung: www.crazyplanes.de/specials.htm

Viel Spaß, schöne Feiertage und guten Rutsch!

Peter

brushless
16.01.2009, 12:10
Hallo,

Wenn man den NTK-'Barrel-Roll-Kite' von seinen GFK-Vollmaterialstäben befreit - und die Längsverbinder durch 2mm CFK-Rohr, die Kreuzspreizen durch 3mm CFK-Rohr ersetzt - so lässt sich das Fluggewicht von 475g auf 225g reduzieren - und der Flieger wird hallentauglich.

Anlässlich des 2. Solinger Indoormeetings am 11. Januar 2009 fand dann der Hallen-Erstflug statt:

Video1 (Hallenerstflug): www.crazyplanes.de/rotolite1.wmv (ca. 1 Min.)

Video2 - 2. Solinger Indoormeeting: http://www.rcline.tv/video/258/indoormeeting-solingen-11-1-2009

Viel Spaß

StephanB
16.01.2009, 12:32
Hi Peter,
das Video Nr. 1, saugut! :D
Grüsse
Stephan

brushless
21.01.2009, 13:18
...dass ein funktionsfähiger Rotationsflügelflieger muss nicht unbedingt auf einem Rotationsdrachen basieren muss, zeigt das untenstehende Foto:

Es ist auch möglich, so etwas aus DEPRON zu bauen und dabei die Formgebung stark zu variieren.

Hierbei werden 2 unterschiedliche DEPRON-Zylinder (Innendurchmesser ca. 43cm), die durch 4 äußere, spiralförmig angebrachte Flügel miteinander verbunden. Länge und Spannweite betragen jeweils 60 cm.

Das Ganze bringt mit Vektorsteuerung, Stabilisierungspendel, Trimmgewicht und 450er 3S-Lipo-Akku um die 235g Startgewicht auf die Waage und lässt sich problemlos fliegen.

Aufgrund der glatteren Oberflächenbeschaffenheit von DEPRON und des insgesamt strömungsgünstigeren Designs nimmt - wie aus dem Video ersichtlich - die Rotationsgeschwindigkeit und somit die Eigenstabilisierung bei Gegenwind erheblich zu, wodurch 'stabiles rotieren auf der Stelle ' für längere Zeit möglich wird.

Video vom Erstflug am 20.1.2009:

www.crazyplanes.de/deproto1.wmv

Viel Spaß!

flattermann

brushless
21.01.2009, 18:29
... Bilder vom Spiralflügelflieger:

brushless
28.01.2009, 11:11
... geht nochmal auf

www.crazyplanes.de/deproto1.wmv

Habe gestern ein neues Video, welches das alte ersetzt, gedreht -und bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich einen neuen Weltrekord im DAUERROLLEN geflogen.

Gruß

flattermann

brushless
28.01.2009, 11:11
.

dieter_w
28.01.2009, 12:49
Ist die Depron-Variante nicht bruchgefährdet? Wie hast du sie verstärkt?

Bringt die Rotation zusätzlichen Auftrieb oder würde das Ganze auch ohne Rotation mit ähnlicher Leistung fliegen?

:) Dieter

brushless
28.01.2009, 13:49
Hallo Dieter,

Verstärkt wurde der Flieger dort, wo er bei leichter Kopflastigkeit und zuviel Wind vor einigen Tagen zu Bruch gegangen war (jetzt: + 60g 3mm Depron :D :D )

Die Rotation bringt in erster Linie mehr Stabilität und wohl auch ein wenig mehr Auftrieb als eine Doppel-Ringflügel-Konstruktion ohne außenliegende Spiralflügel. (Die 4 Spiralflügel haben fast soviel Flächeninhalt wie die beiden Ringflügel).

In der jetzigen Form ist die Depronvariante sehr stabil, bei jeder Landung 'rollt sie ab'.

brushless

dieter_w
28.01.2009, 14:15
Danke! Eine Landung hast du nicht zufällig als Video?

:) Dieter

brushless
28.01.2009, 15:01
... klar doch, kuckste hier: Landung des Rotations-Spiralflügelfliegers ... :D

www.crazyplanes.de/deproto2.wmv

Viel Spaß!

brushless

Bernd E.
17.02.2009, 18:27
Hallo,

hab gerade noch was zu Rotationsflächenfliegern gefunden:

http://www.airbornegrafix.com/HistoricAircraft/ToFly/Rotorplanes.htm

von Airbornegrafix.com

Vielleicht ja für den einen oder anderen interessant.

Auf den anderen Seiten gibts auch manch seltene Konstruktion. Z.B. die anfänge der Lifting-Body´s.

Grüße, Bernd

brushless
19.02.2009, 12:05
Hallo Bernd,

'...is reported to have been flown at least once..'
sagt schon alles :D .

Wenn eines der unter Deinem Link erreichbaren Objekte wirklich geflogen wäre: es müsste Filme oder wenigstens Flugberichte darüber geben.

Trotzdem sind diese Konstruktionen beachtenswert, weil begeisterte Luftfahrtpioniere quergedacht und etwas Neues versucht haben.
Vielleicht gelingt es ja, heute mit den verfügbaren Leichtbaumaterialien und entsprechenden BL-Antrieben, wenigstens den Flettner-Flieger mit seinen Walzenflügeln als Modell in die Luft zu bekommen.

Wär' doch mal ein interessantes Experimentalflugprojekt, oder? :D :D

Gruß

brushless

brushless
19.02.2009, 12:34
Hallo,

Nochmal zurück zu den Rotationsflächenfliegern. :D

Flugobjekte mit horizontal rotierenden Fluegeln eroeffnen voellig neue Moeglichkeiten der Gestaltung der Flugzellen: Die Kombination von Ringfluegeln mit Fluegel-Lamellen in spiralfoermiger Anordnung ermoeglicht diverse Formen einer sehr steifen 'Verkastung', wobei stets die Symmetrie aus allen Blickwinkeln das Erschinungsbild dieser Flugkörper praegt.

Dem Gedanken folgend, dass auf diese Art ein Flugobjekt mit dem Erscheinungsbild einer Kugel zu realisieren sein müsste, habe ich ein Objekt konstruiert, bestehend aus 3 hintereinander angeordneten, verschieden großen Ringflügeln, die mit Hilfe von 6 Lamellenflügeln spiralförmig verkastet wurden. Gebaut wurde alles aus 6mm Depron, alle Ringsegmente wurden hierbei thermisch in Form gebracht.

Am 18.2.2009 war dann Jungfernflug: Das Gerät flog auf Anhieb ohne Probleme, und tatsächlich: Das Flugbild zeigte in unvergleichlicher Weise aus einiger Entfernung das, was beabsichtigt war: eine fliegende Kugel.

Wie bereits bei den vorhergehenden Rotationsfluegelfliegern war auch hier die vollstaendige Beherrschbarkeit in allen Fluglagen ueber alle 3 Steuerachsen gegeben.

Das Erstflugvideo gibt's unter
www.crazyplanes.de/deproto3.wmv zu sehen.

Mehr Bilder und etwas zur Entwicklung unter
www.crazyplanes.de/specials.htm

Viel Spaß!

brushless

Bernd E.
19.02.2009, 16:06
Hi brushless,

was nicht dokumentiert wurde muß noch lange nicht unfähig sein.:D
Ich denke eine filmische Dokumentation bei Fluggeräten in der damaligen Zeit war nur für potenzielle Käufer gedacht, weil die Herstellung eines Films damals auch sehr kostspielig war. Vergleichbar mit einem Werbeetat heutiger Zeit in mindestens 5-stelligen Bereich. Selbst Dornier hat von seinen vielen Flugbootkonstruktionen nur sehr wenig Material geschossen bzw. wurde dies über die Zeit gerettet. So könnte das eine oder andere schon funktionieren. Zumindest als Modell mit geringer Flächenbelastung und hoch effizientem Antrieb.

Aber lange Rede kurzer Sinn, mit den heutigen Mitteln wäre eine Überprüfung des Rotations-Flächen-Flieger-Konzepts wie bei einer der verlinkten Konstruktionen mal wirklich interessant.
Also die Rollen wirklich gegen die Flugrichtung zu drehen und nicht als Röhrentragfläche. DAs gabs zu frühen Modellverbrenner Zeiten schon.
Vielleicht hast du ja mal Lust mit deinen Fähigkeiten so ein Versuchsmuster aus zwei Rollen auf dünnem Kohlestab, drehbar gelagert, angetrieben durch einen separaten Brushless, auf Flugtauglichkeit zu testen?

Ich bin nicht so der Depron/Kohlebauer und habe auch nicht diverse Minimotoren und entsprechendes Zubehör in der Kiste. Vielleicht wäre das eine neue Herausforderung für dich?

Nur mal so laut gedacht.:D

Grüße, Bernd

brushless
20.02.2009, 16:18
Hallo Bernd,

laut denken schadet nicht :D

Man darf annehmen, dass in der Vergangenheit einige Modellbauer daran gescheitert sind, den im Labor nachgewiesenen Magnus-Effekt der drehbaren Flettner-Zylinderflügel auch in der Modellflugpraxis Praxis zu nutzen, eine handvoll Versuche hat's bestimmt gegeben.

Ein vorbildähnliches Modellflugzeug, was nach dem Flettner-Prinzip flog, ist mir allerdings nicht bekannt.

Das Flettner-Konzept bei seiner Umsetzung in einem Modellflugzeug scheitert m. E. daran, dass der mögliche Auftriebsgewinn der Walzenflügel durch das Mehrgewicht des aufwendig zu bauenden Präzisionsflügels und seiner aufwendigen Antriebstechnik 'aufgefressen' wird.
Schließlich muss der Flügel 100%ig rund und gewuchtet und schwingungsarm gelagert sein, wobei er sich auch noch sehr schnell drehen sollte, sonst gibt's keinen Magnus-Effekt :D
(Von der Steuerbarkeit möchte ich hier garnicht reden ...)

Da wir im Experimental-Modellbau nicht verpflichtet sind, neue Konzepte auf Praktikabilität hinsicht 'Manntragbarkeit' zu entwickeln, kann (und sollte) man seiner Phantasie freien Lauf lassen. So entsteht dann auch u. U. wirklich Neues - Interessantes - Unterhaltsames.

Deswegen: Neue Flieger braucht das Land :D

Gruß

brushless

FamZim
23.02.2009, 15:30
Hallöchen

Ich schreib einfach mal was mir zu den rotierenden Rohrflächen einfällt.
Die bis jetzt gesehenen haben eine zu geringe Spannweite und gleichen eher einem Star-Figter mit dessen schlechten flugeigenschaften.
Mann sollte eher einen Motorsegler als Ausgangsmodell nehmen.
Die Festigkeit sollte mit CFK Teilen kein Problem sein .

Ich würde also eine CFK Steckung in den Rumpf einbauen die ~10 cm je Seite rausschaut.
Darauf wird ein CFK Rohr gesteckt, als Flächenholm mit 2/3 Länge der Halbspannweite.
An der jeweiligen Rumpfseite ist ein Stator einer "Chinaklingel" fest motiert und wird gegen verdrehen am Rumpf gesichert.
Auf der "Glocke" dieses Motors ist dann gleich das "Tragflächenrohr" aufgeklebt, und mit einem Dünnringlager gelagert.
Ein zweites Lager ist dann bei 2/3 am Ende des Flächenholmrohres.
Das Tragflächenrohr ist aus einem dünnwandigem GFK oder CFK Schlauch zu laminieren und kann auch ein bischen konisch sein.
So sollte doch die Antriebssache und die Festigkeit zu lösen sein.

Gruß Aloys.

FamZim
23.02.2009, 15:46
Hallo

Noch sowas :D

Ich montiere einen Aussenläufer mit längerer Achse in ein Modell.
Schraube von vorne aber mit den Schrauben direckt ein grosses Kegelrad feststehend mit vor den Rumpf.
Dann kommt auf die Propachse ein Blatthalter wie für Heli-Rotorblätter (drehbare).
Daran ist aber KEIN Stellhebel sondern das Gegenstück des Kegelrades.
Übersetzung 1:4 oder grösser.
Wenn nun der motor dreht, dreht er die " Rohr-Blätter " die die Rotorblätter ersetzt haben mit 4 facher Drehzahl um IHRE Achse !
Die nicht wirklich vorhandene Propsteigung passt sich an jedem Propradius automatisch an wie ich das so sehe.

Gruß Aloys.

Experimentalhans
12.03.2009, 20:42
www.youtube.com/watch?v=zNQRy3JIqn4

Schaut mal hier.
Da fliegt auch eine Rotationsfläche.

Frankensteiner
15.03.2009, 17:15
Hallo,

und hier ist noch einer. Der Bericht ist aus der FMT Nr. 110, März/April 1965.

http://wensingklaus.homepage.t-online.de/Bilder/Drehfluegler%20II.jpg

Ciao
Klaus

Bernd E.
15.03.2009, 23:50
Hallo Klaus,

super das du den Artikel hier reingesetzt hast.
Sowas habe ich als Kind auch mal gesehen. Das war ganz aus Kunststoff änlich einer festen Folie, mit etwas Draht und wurde änlich einem Drachen an einer Schnur gegen den Wind hochgezogen. Ja ja, lang lang ists her. Muß so `73, `74 gewesen sein.

Grüße, Bernd

brushless
20.03.2009, 15:12
Flieger (Hochdeckerkonstruktionen) mit 2 einzelnen rotierenden Flügeln gibt's eine ganze Reihe:

http://www.youtube.com/watch?v=PF-YupJ7gq0

... ich dachte eher an einen Flieger, der vollständig rotieren u n d geradeaus fliegen kann...:D

1995 gab's (mit den damaligen Möglichkeiten) schon mal was ähnliches:

http://www.youtube.com/watch?gl=DE&hl=de&v=3zhGcjtDfR0

Allerdings: Der konnte nicht mehr aus der Rotation in den Geradeausflug wechseln. Und: Er konnte nicht rotierend starten und landen.

Also: Wer baut den ersten Rotationsflieger, der rotierend starten und landen kann, und zwischen Start und Landung wie ein Flächenflieger geradeausfliegt, ohne zu rotieren?

Strengt Euch an...! :D :D

flattermann

Experimentalhans
20.03.2009, 21:21
www.youtube.com/watch?v=asJqvrikQSA&NR=1

Und hier wird erklärt, wie es geht.

MarkusN
21.03.2009, 05:46
FAllerdings: Der konnte nicht mehr aus der Rotation in den Geradeausflug wechseln. Und: Er konnte nicht rotierend starten und landen.
Gleiche Einschränkung (evtl. kommt man aus der AR wieder raus), aber kennst du den Dread (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=78546)?

Erfreulich konventionell (mit entsprechendem Nutzwert), aber landet in Autorotation.

brushless
21.03.2009, 10:24
... Missverständnis?

Der Fan-Wing (sehr interessant, aber auch schon seit längerem bekannt) hat zwar rotierende Flügel, ist aber kein 'Rotationsflieger' im gemeinten Sinne, weil er nicht vollständig rotierend senkrecht starten kann.

Also nochmal: Wer baut den ersten Rotationsflieger, der rotierend starten und landen kann, und zwischen Start und Landung wie ein Flächenflieger geradeausfliegt, ohne zu rotieren?

Irgendeine Idee?? Strengt Euch an...! :D :D

Gruß


brushless (Flattermann)

brushless
11.07.2010, 18:51
... mehr als ein Jahr ist vergangen... auf der Suche nach einem Fluggerät, mit dem eine Transition zwischen 2 verschiedenen Flugzuständen möglich ist, bin ich nun bei einem Nurflügel-Zweileiner-Trickdrachen gelandet.

Neben allerlei Stuntfiguren - mit oder ohne Schwanz - ist dieser Vector Kite nach diversen Modifikationen im Stande, vom normalen Flächenflug in eine permanente Aufwärtsrotation zu wechseln und diese stabil zu fliegen, wobei zwischen Flächenflug und Transition zur Rotation beliebig oft gewechselt werden kann.
Interessant wird die Sache, wenn das Teil auch rotierend gestartet werden kann ...

Hierzu gibt's ein Video:

http:// www.crazyplanes.de/bebopextreme.wmv

Viel Spaß!

dieter_w
24.07.2012, 10:41
Ich grabe den Thread mal wieder aus, weil ich gerade in einem Modellbauladen ueber die 840 power unit gestolpert und noch nicht ganz sicher bin, ob ich fallen werde...
Die Deltas haben aus verstaendlichen Gruenden alle den Antrieb auf der Oberseite. Waere es auch denkbar, einen solchen Antrieb unter einen Deltadrachen zu montieren, z.B. zwischen einen Schwimmer und den Drachen? Gibt es besonders geeignete Stellen auf der Laengsachse, wo der Antrieb sitzen sollte? Fuer max. Wendigkeit nehme ich an, nahe beim SP. Aber grundsaetzlich sollte das doch egal sein?

:) Dieter (der sich so etwas als Wasserflieger vorstellen koennte)

opflettner
24.07.2012, 21:58
Hallo Gemeinde, ist ja durchaus interessant, was hier so hervor gebracht wird.
Allerdings sollte man genauer hinschauen und man wird feststellen, dass nicht jeder Rotationsflächenflieger was mit dem "Magnus -effekt" zu tun hat. Der entsteht wirklich nur, wenn eine sich in einer bestimmter Geschwindigkeit um die Längsachse drehende Walze quer zu ihrer Längsachse angestömt wird. Dann entsteht durch die "Ablenkung" des anströmenden Fluidums ein Druckunterschied zwischen der ober und Unterseite der Walze / Bei einer liegenden Walze) Anton Flettner hat diesen Effekt bei stehenden Walzen als Vortrieb genutzt.

Diesen Bei einer liegenden Walze entstehenden Auftrieb für die Fliegerei zu nutzen ist bis heute in einigen Projekten untersucht worden, auch gibt es hierzu Gedanken für die Passagierfliegerei.

Ich selbst habe in den 80ern mal ein Modell gebaut bei dem eine rotierende Walze in ein recht dickes Flügelprofil eingebettet war und so sollte sowohl der Auftrieb eines herkömmlichen Flügels als auch die Ablenkung der "Magnuswalze" zur Auftriebsverstärkung genutzt werden.
Das Projekt ist allerdings an den damals mir zur Verfügung stehenden Materialien gescheitert. Leider habe ich heute keine Bilder mehr davon, kann aber bei Interesse mal die eine oder andere Handzeichnung hier zeigen.

Hydrofoil
25.07.2012, 09:17
Hallo Jungs,

schaut euch mal diese eite an.
http://www.rotorflugzeug.de/

Dort gibt es ein echtes Magnusflugzeug mit drehenden Zylindern als Wirbelerzeuger. Auch einige Videos vom Modell beim Flug sind auf dieser Seite.

Viele Grüsse
Robert

Paul Hopfgartner
29.07.2012, 16:56
Auch interessant - quasi ein Quadrokopter nach dem Prinzip:

http://www.d-dalus.at/home.html

StephanB
29.07.2012, 18:19
Sehr schön, Peter!
Freue mich aufs gemeinsame Nachtfliegen auf der Inter-Ex (http://www.inter-ex.com/).
Grüsse
Stephan