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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : F1B Antriebsgummi vorbereiten



dbrehm
29.01.2009, 08:34
Hallo an alle F1B-Fachleute,

die neue Freiflugsaison naht und ich möchte dem Thema "Gummi vorbereiten" etwas größere Aufmerksamkeit widmen. Bisher hatte ich nur folgendes gemacht:

(1)
ein Brett mit zwei senkrecht eingesteckten Rundhölzern im passenden Abstand

(2)
auf diesem Brett habe ich meine 30 Gramm TAN SUPER SPORT zu Strängen mit 28 Fäden gelegt, verknotet und mit einem kleinen strangumspannenden Gummistück gesichert, damit die ganze Sache nicht zu einem wilden Knäuel auseinanderfällt.

(3)
Darauf habe ich den Gummi geschmiert, ein wenig unstrukturiert vorgedehnt, eingetütet & fertig

Wie ich inzwischen lernen durfte, soll der Gummi jetzt noch vorbelastet werden, damit der Strang zur Höchstform getrieben wird. Dabei soll man durch Zugmessungen auch noch die Qualität des Stranges einschätzen können. Was ich allerdings noch nicht weiß, wie man eben diesen Vorgang strukturiert, aber für den Einsteiger, der ich bin, nicht zu kompliziert durchführen kann.

es grüßt Dieter

Gummimann
29.01.2009, 17:25
Hallo Dieter,

Du stellst vielleicht Fragen.
Den Gummi kauft man fertig beim Weltmeister, 5 Stück 30$


http://home.pacbell.net/andriuko/Products/Prd450.htm

Ready to fly Rubber Motors. Lubed and Tied. Five in a bag.
FAI TAN SUPER SPORT. Batch clearly marked.
30 gram. We aim for 33 cm, but the motors can be longer or shorter. We pack them separately. 32 cm (12.6"), 33cm (13") and 34cm (13.4") long. Silicone lube.

:cool:

Gummimann
29.01.2009, 18:17
Sodele, jetzt mal im Ernst.

Was ist das für ein Gummi? Das Gummiband 3x1mm wird eigens für diesen Verwendungszweck in USA hergestellt. Es soll eine ähnliche Gummimischung wie in Tennisbällen sein.
In F1B/Wakefield-Modellen dürfen zur Zeit max. 30Gramm eingesetzt werden.

Meine Vorgehensweise:

Als erstes wird das Gummiband auf 29,5g abgewogen. Dazu wickle ich mir den Gummi 30mal um die Hand, lege ihn dann auf die Waage und lege dann solange nach bis das Gewicht erreicht ist.
Ich mache immer 15-20 Stränge auf einmal und achte dabei darauf, dass die Reihenfolge der Gummistränge nicht vertauscht wird.

Nun werden die Gummis mit Kernseife und lauwarmen Wasser gewaschen. Ziel ist es, das Talkum aus dem Gummi herauszubekommen. Anschließend werden die Stränge zum Trocknen aufgehängt.

Meine Gummis hängen nun am Wäscheseil zu Trocknen.

Fortsetzung folgt.

dbrehm
30.01.2009, 08:44
Hallo Gummimann,

schön, daß Du Dir die Zeit für eine solch ausführliche Dokumentation nimmst. Bin gespannt wie es weiter geht. Daß Gummi gewaschen werden muß ist mir neu - das werde ich ab jetzt im meinen Workflow integrieren.

es grüßt Dieter

Gummimann
30.01.2009, 08:49
Hallo Dieter,

als Gummimann habe ich mich angesprochen gefühlt. Jetzt geht´s weiter:

Nachdem der Gummi getrocknet ist, muss dieser zuerst einmal wieder entkuddelt werden. Ich ziehe den Faden einfach zwischen Daumen und Zeigefinger hindurch bis der Gummi von einem Ende bis zum anderen einmal komplett durchgezogen wurde. Die 2 Enden werden aufeinander gelegt und mit Silikonöl eingeschmiert. Nun beginne ich mit dem Knoten, (siehe Bild) 2 mal durchschlaufen und 2 einfache Knoten drauf – das ganze immer wieder festziehen.

Nun wird der Gummi komplett geschmiert. Damit man keine so schlonzige Finger bekommt verwende ich dazu eine Tüte – Gummi rein, ein paar Tropfen Silikonöl und kräftig kneten, eventuell noch mal Öl und noch mal kneten.

Nach dem Schmieren kommt das Legen. Ich nehme eine Schlaufe in die Hand und lege einen Faden nach dem anderen in die Hand, bis die gewünschte Fadenzahl erreicht ist. Die 11-13 Schlaufen sollten ungefähr gleich lang sein. Nun wickle ich die Schlaufen mehrmals über meine Handrücken – vor und zurück – bis die Schlaufen alle gleich lang sind.

An jedem Ende ein Gummiringle drüber und ab in die Tüte. Jede Tüte wird nummeriert und jeder Strang hat seine persönliche Tüte.

Nach diesen Strapazen darf der Gummi erst einmal ruhen(der Gummimann natürlich auch).

Dehnen und messen folgt später.

Frankensteiner
30.01.2009, 09:31
Hallo Gummimann,


Die 2 Enden werden aufeinander gelegt und mit Silikonöl eingeschmiert. Nun beginne ich mit dem Knoten, (siehe Bild) 2 mal durchschlaufen und 2 einfache Knoten drauf – das ganze immer wieder festziehen.

Nun wird der Gummi komplett geschmiert. Damit man keine so schlonzige Finger bekommt verwende ich dazu eine Tüte – Gummi rein, ein paar Tropfen Silikonöl und kräftig kneten, eventuell noch mal Öl und noch mal kneten.

Interessanter Bericht. Bitte weiterführen! ;-)

Eine Frage zum Thema Silikonöl: Wird hier ein bestimmtes Fabrikat oder eine bestimmte Viskosität bevorzugt? Das Angebot ist bezüglich der Viskositäten reichhaltig. Zum Beispiel hier:

Elbesil (http://www.silikon-profis.de/?f=Kategorie&c=Silikon%F6l&t=gruppe&sid=e4496805a6b30df7913383d44eb11cc7)

Gibt es Bedenken gegen käufliche Pflegemittel, z.B. Rubber Lube von der Firma SIG?

Rubber Lube (http://www.flight-depot.com/cms/flightdepotshop/baumaterialien/gummibaender/siggummigleitmittel.php)

Ciao
Klaus

eurofly
30.01.2009, 10:32
Hallo Dieter

Für die Schmierung das TAN-Gummi hat sich Silicon mehrheitlich durchgesetzt.
Es ist aber darauf zu achten, dass es sich um reines Silicon handelt und keine weiteren chem. Komponenten darin enthalten sind, die dem Gummi schaden könnten.

Das zur Zeit verwendete Silicon stammt grösstenteils aus der Firma Dow Corning (in allen europäischen Ländern vertreten).
Dort habe ich jeweils Mengen von einem Liter in der Viskosität 4000 cSt und 12000 cSt gratis erhalten. Es ist aber etwas schwierig dort die richtige Stelle zu finden, die solche Mustersendungen abgibt.
Das Silicon der Firma Elbesil (5000 cSt oder 10000cSt) könnte richtig sein, wenn; siehe oben, keine schädlichen Zusätze drin sind.

Ein Gutes Silicon ist bei den holländischen Freifliegern erhältlich:
Gerard A.C.W. Willemsen, info@asapgroup.org.
Forts. folgt

eurofly
30.01.2009, 10:54
An Wettbewerben verkauft auch Yuri Blazhevich ein gutes Silicon, das auch von AA verwendet und verkauft wird.
Silicon hat in der Verwendung unangenehme Eigenschaften, indem die Rückstände an Händen und Modellen schwer zu entfernen sind.
Ich verwende darum immer die dünnen Einweghandschuhe beim Schmieren. Auch zum Vordehnen und Aufziehen der Gummis verwende ich diese Handschuhe. Trotz dieser Schutzmassnahmen ist es nicht zu vermeiden, dass Rückstände an den Händen und Modellen zurückbleiben.
Nach vielen Rückfragen bei Fachleuten, verwende ich zur Hansreinigung und zur Reinigung der Rümpfe ein Geschirspühlmittel Marke "Ultra Palmolive". Dieses sanfte Mittel enthält Zitrone, die wahrscheinlich zum schonenenden und vollständigen reinigen mithilft.
Trotz all dieser Massnahmen habe ich jeweils nach den Rückfahrten mit dem Auto am Steuerrad Siliconrückstände festgestellt, die sich gefährlich auswirken können.
Forts. folgt

eurofly
30.01.2009, 11:12
Aus diesen Gründen wasche ich nach dem Wettbewerb immer die Hände mit mitgebrachtem Wasser und Palmolive und ziehe bei der Rückfahrt neue Einweghandschuhe über.
Für Modellflieger, die aus diesen Gründen nicht mit Silicon arbeiten möchten gibt es Alternativen:
Seit Jahrzehnten wird ein Mischung einer chemisch reinen Schmierseife und Glycerin eingesetzt. Wer es genau machen will mischt 40 % Seife und 60 % Glycerin bei kälteren Temperaturen, während bei warmem Wetter eine Mischung 50% zu 50% Vorteile zu bringen scheint.
Einige F1B-Modellflieger verwenden Armoral (aus den Autoshops). Mit diesem Gleitmittel werden die Motoren erstmals eingesprüht. Da Armoral Wasser enthält, dass verdunstet, ist es ratsam, die Motoren unmittelbar vor dem Wettbewerbseinsatz nochmals nachzusprühen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Motoren danach nicht zu schwer sind.

Frankensteiner
30.01.2009, 11:14
Hallo Eurofly.

ich habe die Firma, die das Elbesil Silikonöl vertreibt, angeschrieben, bezüglich evtueller weiterer chemischer Inhaltsstoffe. Ich werde über die Antwort berichten.

Ciao
Klaus

eurofly
30.01.2009, 11:26
Abschliessend gilt die Erfahrung, dass Silicon-geschmierte Gummis die besten Ergebnisse bringen, indem sie einige Umdrehungen und damit längere Motorlaufzeiten ergeben.
Das Schmiermittel von SIG enthielt in früheren Zeiten chem. Komponenten, die sich nach einiger Zeit; nach Aussagen der Benützer, schädlich auf die Gummistruktur auswirkten. Dies gilt für SIG-Schmiermittel aus den USA. Ob sich beim heutigen SIG-Produkt das gleiche feststellen lässt, ist nicht bekannt.

Ob der Gummiknoten trocken und geschmiert gamacht wird, darüber streiten sich die Geister.
Als Hilfe zum Vorbereiten der F1B-Antriebe sei der betr. Artikel von Dieter Siebenmann in der Thermiksense Nr 1 2008 wärmstens empfohlen.
eurofly

Frankensteiner
30.01.2009, 14:11
Hallo,


ich habe die Firma, die das Elbesil Silikonöl vertreibt, angeschrieben, bezüglich evtueller weiterer chemischer Inhaltsstoffe. Ich werde über die Antwort berichten.

nach Aussage der Vertreiberfirma enthält das Elbesil Silkonöl keine weiteren Inhaltsstoffe ausser Silikonöl.

Ciao
Klaus

Patrick Kuban
30.01.2009, 22:43
Hallo,



Das Schmiermittel von SIG enthielt in früheren Zeiten chem. Komponenten, die sich nach einiger Zeit; nach Aussagen der Benützer, schädlich auf die Gummistruktur auswirkten. Dies gilt für SIG-Schmiermittel aus den USA. Ob sich beim heutigen SIG-Produkt das gleiche feststellen lässt, ist nicht bekannt.

Ähm .. die "heutige" SIG-Schmiere kommt mit dem Container vier- bis fünfmal aus den USA und wird drum in "imperialen Maßen" verkauft. Sie besteht aus Rizinusöl, Glyzerin und Schmierseife und stammt bestimmt noch aus Pirellizeiten ;-) Und es könnte auch ein Interpretationsfehler sein, denn der früher von SIG vertriebene graue Gummi war wohl selbstzerfallend ("biologisch abbaubar und grundwasserneutral auf der Müllkippe"). Woher der jetzige SIG-Gummi stammt, weiß ich nicht, er sieht recht TAN-farben aus und bringt zumindest teilweise bessere Leistungen als TAN Super Sport, an TAN II kommt er aber nicht ran.

servus,
Patrick

Gummimann
31.01.2009, 09:52
Hallo zusammen,

ich verwende technisches Silikonöl aus der Apotheke meines Vertauens mit der Viskositätsangabe von 350. Ich habe schon mal mit 1000er und 500er Silikonöl Versuche gemacht, das Zeugs ist wie Sirup.
Ich habe auch schon andere Schmiermittel getestet - die Namen weis ich nicht mehr - und war mit der Lagerung der geschmierten Gummis nicht zufrieden. Wenn man mit einem Gummistrang nur einen Start macht, so ist das vermutlich egal. Die Schmiermittel trocknen aus, es muß vor dem Start nachgeschmiert werden.

Silikonöl ist wohl ein Kriechöl und soll auch in Kevlarröhren hineinkriechen und diese zerstören - meine älteste Kevlarröhre ist seit 1993 bis heute in Betrieb und immer noch ganz.

Schmierige Finger hat man natürlich davon, mit Kernseife (oder normaler Seife) und Wasser bekommt man das meiste sofort weg. Wichtig ist, daß man mit verschmierten Fingern nicht in die Augen fasst, das brennt und juckt irgendwann. Was ist heute schon gesund, mir fällt das nur Sekundenkleber und Epoxy ein.

M.a.x.
31.01.2009, 13:53
Grüß Euch

Ich bin ja kein Gummiflieger, habe aber da in Erinnerung
das nicht alle Plastiktüten geeignet sind, wegen der Weichmacher.
Was sagen die Profis dazu? Wen es stimmt ,wäre es ja auch ein
wichtiger Aspekt für Anfänger.

Gruß Markus

Gummimann
31.01.2009, 16:53
Hallo,

Hab so was ähnliches auch mal gehört.
Ich verwende ausschließlich Vesper(Brotzeit)tüten ca. 25x12cm groß von Feinkost-Albrecht(al di guten Sachen). Die sind ganz dünn und rascheln extrem - keine Gefrierbeutel.

Wombat
31.01.2009, 21:22
In der Thermiksense war vor einigen Jahren eine gute Umfrage zum Thema Gummi-Vorbereitung:

Waschen
Einige waschen den Gummi - bei Pirelli musste man das noch in den 80ern. Beim TAN hält das fast kleiner mehr nötig.

Schmieren
Viele schmieren mit Silikon - einige immer noch mit Seife/Glyzerin-Gemisch

Strang klassifizieren
Viele schneiden die Stränge einfach nach Gewicht ab, Strang für Strang a la ca. 28g
Einige entnehmen nach jedem Strang ein 10 cm Probestück welches sie aufwändig analysieren nach Dehnungsvermögen und Drehmomentabgabe. Da wurden sogar Messmaschinen dafür beschrieben.... und dann wird der Strang nach Stechen/Wettkampf/Training klassifiziert

Knoten
Einige knoten trocken, einige den geschmierten Gummi

Vordehnen
Einige denen kurz nach Gefühl an einem Wandhaken, andere exakt nach Stoppuhr mit genauer Kilo-Belastung mit Federwage.
Alle dehnen mindestens 24 h vor dem Einsatz.

Aufziehen
Einige ziehen langsam aus - einige schnell
Einige kurbeln sehr schnell und dann zunehmend langsamer .. andere ....
Viele ziehen die ersten 50% aufgezogen aus und lassen sich dann "vom zunehmendem Zug an das Modell ziehen" (coole Formulierung).

Wiederverwenden
Viele werfen immer nach dem ersten Flug weg
Andere fliegen solange noch alles voll ist immer einen neuen Gummi und dann nach dem ersten Absaufer die schon mal benutzten ...

Einige reparieren die Gummis, schneiden die Kerben raus und knoten neu.

Am besten war die Frage nach "wieviel fertige Stränge hast Du auf Vorrat".

Einige gerade mal 8-10 wenn sie zum Wettbewerb gehen. Ein englischer Spitzenpilot hat immer 80-100 Stränge vorbereitet ... (!!!) .....



So .... und?


Ich persönlich
- Wasche nicht
- Schmiere mit Silikon von Woodhouse
- Analysiere meine Gummis nicht sondern schneide die Stränge einfach Stück
für Stück
- Knote trocken
- Dehne an einem Wandhaken mit Gefühl für ca. 30 Sekunden.
- Schmeisse die Stränge immer weg wenn ein Faden gerissen ist nach dem Flug
-Ziehe zügig auf und drehe zunehmend langsamer und achte auf die Umdrehungen und den Drehmoment
- Wenn ein Strang nach dem Aufziehen weniger als 9 Drehmoment auf meiner Anzeige hat lasse ich ablaufen und nehme einen neuen. D ann ist er untauglich.

Guido

Wombat
31.01.2009, 21:33
Stimmt übrigens. Es müssen angeblich die Tüten von Aldi sein. Ich habe sie von Anfang an in Benutzung und stelle das nicht in Frage.....

Für den Längenausgleich der Fäden - was Gummimann da so trivial mit vor- und zurück-Wickeln macht .... gibt es eine geile Maschine in den USA die das professionell durchführt. Da sind zwei horizontale Rollen an vertikalen Achsen auf einem Brett montiert mit ca. 30 cm Abstand. Eine Achse ist fest - die andere ist federnd beweglich (und passt sich so der wechselnden Länge der Stränge an. Auf der festen Rolle ist eine Handkurbel ... so funktioniert das perfekt und es kostet nur ein paar 100 €!

Also alles eine Frage der Moneten: Wie auch bei der Aufziehmaschine, Gummi-Laborwaage, Längenausgleich-Maschine, Vordehnapparatur (Federwaage, Zeitmessung), Gummi-Analyse-Maschine (Drehmomentmesser, Dehungsmesser). Diese Analyse kann natürlich nur bei einheitlichem Raumklima dauerhaft vergleichbar sein - man braucht also eine Klimaanlage und einen Luftentfeuchter für seinen Gummi-Zubereitungsraum. Dazu kommen Verschleissteile wie Plastiktüten, Spitzen-Silikon aus UK, Gummi-Wasch-Becken. Gummi-Trockner, Einweghandschuhe für das Schmieren, Silikonentferner für die Hände....
....
Wenn man jetzt rechnet, dass nur etwa 25% der Stränge aus einer teuer gekauften Box TAN die gewünschte Kategorie "Stechen" erfüllt .....nur diese fliegt man selbst, den Rest verkauft man an Konkurrenten oder benutzt sie (wirklich!!) als Gegenzug an der Segelwinde bei Marblehead-Regattabooten oder als Flächenbefestigung von RC-Flugmodellen ....


..... dann kommt man doch billiger weg, wenn man für die 5-7 Wettbewerbe pro Jahr fertige Luxus-Gummis vom Weltmeister kauft .... hihihi!!!!! da wären wir wieder ganz am Anfang dieses Threads .....

dbrehm
02.02.2009, 07:53
Hallo Guido,

ich hatte nicht vor, die Gummivorbereiterei zu einer Suche nach dem heiligen Gral zu machen, allein scheint es mir dennoch sinnvoll, zu hinterfragen, was ich vielleicht besser machen kann, ohne gleich eine fachwissenschaftliche Studie daraus zu machen. Deswegen fand ich auch den TS-Artikel 01/08 für die Praxis, so wie ich es mir vorstelle, nicht wirklich hilfreich. Mir ist auch klar, daß jeder seinen eigenen Weg zur Seligkeit sucht - so auch ich;)

Mir erscheint es wichtig, bereits in der Werkstatt eine Ahnung über die Gummiqualität zu erlangen, auch wenn meine Prima deswegen z.B. des Gummimannes Flieger nie in Grund und Boden fliegen wird:)

es grüßt herzlichst

Dieter

Frankensteiner
02.02.2009, 08:35
Hallo,



Also alles eine Frage der Moneten: Wie auch bei der Aufziehmaschine, Gummi-Laborwaage, Längenausgleich-Maschine, Vordehnapparatur (Federwaage, Zeitmessung), Gummi-Analyse-Maschine (Drehmomentmesser, Dehungsmesser). Diese Analyse kann natürlich nur bei einheitlichem Raumklima dauerhaft vergleichbar sein - man braucht also eine Klimaanlage und einen Luftentfeuchter für seinen Gummi-Zubereitungsraum. Dazu kommen Verschleissteile wie Plastiktüten, Spitzen-Silikon aus UK, Gummi-Wasch-Becken. Gummi-Trockner, Einweghandschuhe für das Schmieren, Silikonentferner für die Hände....


:confused: Aber ich wollt doch nur ein "Sternchen" bauen.:confused:

Ciao
Klaus

dbrehm
02.02.2009, 08:41
Hallo,



:confused: Aber ich wollt doch nur ein "Sternchen" bauen.:confused:

Ciao
Klaus


Hallo Klaus,

verstehe ich nich...was für ein "Sternchen" denn?:confused:

es grüßt Dieter

Gummimann
02.02.2009, 09:19
Hallo Dieter,

Ein Zitat von Dir:

"Mir erscheint es wichtig, bereits in der Werkstatt eine Ahnung über die Gummiqualität zu erlangen, auch wenn meine Prima deswegen z.B. des Gummimannes Flieger nie in Grund und Boden fliegen wird"

Deinen Grundgedanken finde ich super und bin froh, daß Du mich nicht in Grund und Boden fliegen willst.:D

dbrehm
02.02.2009, 09:25
Hallo Dieter,

Ein Zitat von Dir:

"Mir erscheint es wichtig, bereits in der Werkstatt eine Ahnung über die Gummiqualität zu erlangen, auch wenn meine Prima deswegen z.B. des Gummimannes Flieger nie in Grund und Boden fliegen wird"

Deinen Grundgedanken finde ich super und bin froh, daß Du mich nicht in Grund und Boden fliegen willst.:D

moment mal...ich habe geschrieben, daß ich das derzeit wohl nicht kann, was nicht heißt, das ich das nicht möchte!:D :D

es grüßt Dieter

Frankensteiner
02.02.2009, 10:56
Hallo Dieter,



verstehe ich nich...was für ein "Sternchen" denn?:confused:


Du kennst das "Sternchen" nicht? Schau her:

http://wensingklaus.homepage.t-online.de/Bilder/Sternchen.jpg

Das "Sternchen" (Graupner) war wohl eines der erfolgreichsten Gummimotormodelle in den 50er und 60er Jahren, erstmals veröffentlicht in der Illustrierte "Stern" und dann als Bausatz von Graupner vertrieben. Alljährlich findet im übrigen am 01. Mai in Kottspiel ein "Sternchen"-Wettbewerb statt, veranstaltet von den "Alten Männern Deutschlands" (AMD). ;-)

Ciao
Klaus

Patrick Kuban
02.02.2009, 11:20
Hallo Dieter,


verstehe ich nich...was für ein "Sternchen" denn?

"Kinder haben Sternchen gern, denn Sternchen ist das Kind vom Stern!" Henry Nannens Zeitschrift (http://de.wikipedia.org/wiki/Stern_(Zeitschrift)) ist gemeint. Das Fliegerchen ist IIRC 1957 zur Bekanntheitsförderung rausgekommen.

[Oops .. bei der Suche nach einem Bild habbich grad gsehn, daß Klaus das Gewünschte schon gepostet hat]

servus,
Patrick

Gummimann
02.02.2009, 12:13
moment mal...ich habe geschrieben, daß ich das derzeit wohl nicht kann, was nicht heißt, das ich das nicht möchte!:D :D

es grüßt Dieter
Hallo Dieter,

na dann muß ich mir nochmal überlegen, ob ich meine Ausführungen fortsetze.;)

dbrehm
02.02.2009, 13:30
Hallo Dieter,

Du kennst das "Sternchen" nicht? Schau her:

...



Hallo Klaus,

nein, ich kannte das "Sternchen" wirklich nicht, danke für die Info!

es grüßt herzlich

Dieter

hastf1b
02.02.2009, 13:30
na dann muß ich mir nochmal überlegen, ob ich meine Ausführungen fortsetze.

Hallo Gummimann, "kneifen" gilt nicht.:)

Schöne Grüße Heinz

dbrehm
02.02.2009, 13:33
Hallo Dieter,

na dann muß ich mir nochmal überlegen, ob ich meine Ausführungen fortsetze.;)

Hallo Gummimann,

nur keine Sorge, Du hast ja einen gewissen Erfahrungsvorsprung...;)

es grüßt Dieter

hastf1b
02.02.2009, 14:30
Ich habe leider nie ein "Sternchen" gebaut. Da ich bisher nur s/w Bilder gefunden habe, würde ich gerne wissen ob der Dekor-Aufdruck rot oder blau war, ich meine er war blau. Der Bausatz war ein früher Vorläufer der heutigen CNC-Bausätze ;) da er ja auch schon eine "Verzahnung" (Rumpfteile) hatte die es praktisch unmöglich machte Fehler zu machen.

Der Artikel ist aus dem "MECHANIKUS" Juni 1954

Gruß Heinz

245211

Frankensteiner
02.02.2009, 18:50
Hallo Heinz,

ich antworte Dir per PN, da das Thema "Sternchen" hier doch sehr OT ist. Ich möchte den Thread nicht noch weiter vom Thema "ablenken".

Ciao
Klaus

Gummimann
07.02.2009, 15:26
Hallo,

nicht das Ihr denkt, ich kneife.
Keinesfalls, ich bin krankheitsbedingt außer Gefecht gesetzt. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten, nur etwas Geduld - bei dem Wetter gehe ich eh nicht Fliegen.

hastf1b
07.02.2009, 17:07
Hallo Gummimann, bei mir geht es auch seit Weihnachten immer auf und ab. Ich wünsche dir gute Besserung und falls es eine Erkältung sein sollte die "Hausmittelchen" sind immer noch am besten.

Schöne Grüße Heinz


\______________l______________/
~~~~o~~~~

Gummimann
10.02.2009, 10:40
Hallo zusammen,



Als erstes wird das Gummiband auf 29,5g abgewogen.

Mir ist hier ein Tippfehler unterlaufen: das ungeschmierte Gummiband sollte 28,5g wiegen, sonst wird der geschmierte Gummi zu schwer.

Keinem der Spezialisten ist dieses aufgefallen, ich vermute fast, Ihr fliegt alle mit zu schwerem Antriebsgummi.:cool:

Gummimann
10.02.2009, 10:49
Hallo,


- Schmeisse die Stränge immer weg wenn ein Faden gerissen ist nach dem Flug

Guido

Ich fliege meine Gummistränge 3-4mal und dann werfe ich sie weg. Ziehe ich zuwenig auf?:confused:
Da sind schon mal 6-7 Knoten drin.

Das Ganze ist abhängig von der Gummiqualität und somit muß jeder für sich selbst entscheiden, mit welchem Gummi sein Modell noch zuverlässig steigt und wann nicht mehr.

Gummimann
10.02.2009, 10:54
Schon wieder ich,

[QUOTE=Wombat
Wenn ein Strang nach dem Aufziehen weniger als 9 Drehmoment auf meiner Anzeige hat lasse ich ablaufen und nehme einen neuen. D ann ist er untauglich.
[/QUOTE]

Ein sehr wichtiger Punkt ist das Drehmoment nach dem Aufziehen. Auch diesen Wert muß jeder selbst für seinen Gummi und seine Modelle ausprobieren. Es gibt auch Modelle, die steigen ab einem bestimmten Drehmoment nicht mehr richtig, sondern unterschneiden im Steigflug.

hastf1b
10.02.2009, 12:01
Keinem der Spezialisten ist dieses aufgefallen, ich vermute fast, Ihr fliegt alle mit zu schwerem Antriebsgummi.

Hallo Gummimann, mir ist das schon aufgefallen es fehlte mir nur die Vergleichsmöglichkeit da ich immer noch mit einem Gemischt aus Glyzerin und Schmierseife schmiere. Gut das du das revidiert hast ich hatte schon überlegt auf Silicon umzusteigen da man nach deinen ersten Angaben ja 1 gr. mehr Gummi nehmen könnte. Nun kann ich aber bei meinem Schmiermittel bleiben. Ich wiege meine Stränge immer auf 28 gr. ab. Das Schmiermittel ziehe ich in eine 10 ccm Spritze und gebe dann auf jeden Strang 1,5 ccm Schmiermittel was 1,5 gr. entspricht. Der geschmierte Strang wiegt dann 29,5 gr. damit man evtl. ein wenig nachschmieren kann wenn der Strang zu "trocken" geworden ist.
Bei Bedarf kann ich das Rezept und die Herstellung des Schmiermittels beschreiben.

Schöne Grüße Heinz


\______________l______________/
~~~~o~~~~

P.S. geht es dir wieder besser?

Gummimann
10.02.2009, 12:11
Hallo Heinz,

mir geht´s noch nicht besser, meine Familie ist aber wieder auf dem aufsteigenden Ast. Ich warte darauf, daß es mich vollens ins Bett haut, bis jetzt hänge ich nur lustlos herum.


Ich verwende 0.6-0.8ccm 350er Silikon pro Strang und das flugfertige Gewicht muß ja bekanntlich unter 30g sein.

An deinem Gemisch gefällt mir halt nicht, daß man da nachschmieren muß.

Ich habe am Samstag 35g Stränge gefunden und habe die gekürzt, die waren noch saftig genug - wie lang fliegen wir jetzt mit 30g ??


Du kannst Dein Rezept gerne einstellen, vielleicht hat jemand Bedarf.

hastf1b
10.02.2009, 12:16
wie lang fliegen wir jetzt mit 30g ??


gute Frage kann ich nicht sofort beantworten ich meine seit 2005 ?

Gruß Heinz

Gummimann
10.02.2009, 12:52
gute Frage kann ich nicht sofort beantworten ich meine seit 2005 ?

Gruß Heinz

Ich würde eher 2003 sagen. Ich habe Gummilisten von 2004 und die sind alle schon mit 30 Gramm.

Gummimann
10.02.2009, 12:58
Noch was aus vergangenen Tagen als der gute alte Pirelli noch mit Rizinusöl geschmiert wurde.

Ein Mann(anonymer F1B-Flieger) kommt in die Apotheke und fragt da nach Rizinusöl.
Antwort der netten Dame:"Wir hätten da auch Tabletten".
Meint der junge Mann ganz natürlich:"Nee, nee, ich brauch das Öl um meinen Gummi zu schmieren."
Die nette Dame läuft rot an..

Eine wahre Begebenheit.

hastf1b
10.02.2009, 14:51
Rezeptur und Herstellung nach der Baubeschreibung der "Tilka".

1/2 l Schmierseife (Grüne Seife)
1/2 l Glyzerin

Beide Zutaten in einen alten Kochtopf geben und bei schwacher Hitze "köcheln" lassen. Wichtig dabei ist den sich bildenden weißen Schaum mit einem Holzspachtel (Balsastreifen) zu entfernen. Mindestens 15 min. köcheln lassen und immer wieder den Schaum entfernen zum Schluß nehme ich den Rest des Schaumes noch mit einem Küchenkrepp von der Oberfläche. Dann abkühlen lassen und abfüllen. Diese Mixtur trennt sich selbst nach Jahren nicht mehr (siehe weisses Glas auf dem 2. Bild). Ich stelle immer diese relativ große Menge her da es sich wie gesagt mehrere Jahr hält dann hat man nur alle 3-4 Jahre die Arbeit.
Auf dem ersten Bild sind die Sachen abgebildet die ich zur Vorbereitung der Gummistränge benutze. Unten ein Wickelbrett bestehend aus zwei Brettchen mit Klettband dazwischen und Längenskala damit man je nach Fadenzahl und unterschiedlichen Gummiqualitäten schnell durch ein bis zwei Probewicklungen eine gleichmäßige Länge der Gummimotoren erreicht. Das Rundholz dient zum Vordehnen die Spritze zum portionieren des Schmiermittels. Noch zu erkennen sind Verschlüsse für Tiefkühlbeutel davon nehme ich jeweils zwei Stück um die fertigen Motore zusammenzuhalten einer nahe beim Knoten den anderen an der entgegengesetzten Seite durch einfaches "verzwirbeln". Ich kann nun den Motor auf den Ladestab spannen und entferne dann die "Clipse" ohne Schere oder Seitenschneider zu benötigen, man kann dann auch nach dem Flug den Motor wieder damit zusammenhalten. Ich glaube ich habe nichts vergessen sonst bitte nachfragen.

Gruß Heinz

248519

248520

Gummimann
11.02.2009, 21:48
Hallo,

nachdem der Gummi nun geschmiert ist kommen wir zum nächsten Schritt.

Ich dehne die Stränge auf 2m Länge. Dazu verwende ich eine einfache Vorrichtung aus einem Brett mit Buchedübeln (siehe Bild). Auf diesem Brett können 6 Gummis gleichzeitig aufgespannt werden und verweilen dort sehr angespannt rund 1 Stunde.
Um die Gummis aufzuspannen wird das Brett mit einem Seil an einem Wandhaken festgebunden.

Nach dem Dehnen sollte der Gummi wieder ruhen, damit er sich entspannen kann, mindestens 2 Tage.

Zum Vermessen der Gummis verwende ich eine Federwaage osteuropäischen Ursprungs, sie stammt vom „Russenmarkt“ und kommt wohl aus der Fischerei. Der Gummi wird im Wandhaken eingehängt und wird auf 1.6m ausgezogen und der Wert auf der Skala abgelesen. Meine Skala hat einen Nonius mit 0,2kg Ablesegenauigkeit und reicht bis 20kg.

Wenn man nun eine komplette Gummibox/50 Stränge der Reihe nach durchmisst kann man sauber erkennen, wie die Zugkraft zu und abnimmt.

Ich mache mir eine Liste mit Gumminummer, Fadenzahl, Gummisorte, Kg der Zugmessung und der jeweilige Einsatzzeitpunkt, wie oft der Gummi benutzt wurde.

Der zusätzliche Zeitaufwand für dehnen und messen beträgt ca. 3min pro Gummistrang.

dbrehm
12.02.2009, 08:32
Hallo Gummimann,

schön, daß die Gummigeschichte weiter geht. Dein Dehnbrett gefällt mir...werde wohl den Baumarkt besuchen müssen. Eine schöne Federwage habe ich schon. Wie bist Du auf die Auszugslängen von 2m fürs Dehnen und 1,6m fürs Messen gekommen? Wissenschaft oder einfach durch praxiserprobte Erfahrung?

es grüßt herzlich Dieter

Gummimann
12.02.2009, 10:44
Hallo Dieter,

selbstverständlich habe ich keinen Kosten und Mühen gescheut und habe an der Uni wissenschaftliche Versuche zum Dehnen und Messen machen lassen. Deshalb messe ich in Kg und nicht in Newton oder Pond.:D :D

Ich kenn einen der kennt einen der auf 4m/24h vordehnt und jeder Gummi, welcher das nicht aushält ist Ausschuß.:cry:

Hakenabstand im Modell 400mm mal 5fache Vordehnung ergibt 2m.
1.6m Messabstand habe ich so festgelegt. Wenn Du jetzt das ganze im Hausflur machst und bei 1,65m kommt eine Ecke, so nimmst Du dieses Maß.

Wichtug erscheint mir, daß es immer wieder reproduzierbar ist. Die Konstanten müssen einmal festgelegt werden.
Zieh doch mal einen Gummi aus um ihn aufzuziehen und messe dann die Gummilänge, ich denke Du wirst nicht weit weg von 1,6m sein. Bei 2m ist der Gummi schon ganz schön hart, zum ausmessen meines Erachtens schon zu hart.

Ich habe früher im Hausflur gedehnt und da waren Bleistiftstriche an der Wand - also praxiserprobte Erfahrung.

Wenn sich jetzt noch jemand anderes zum Dehnen und Messen äußert, was ich hoffe, dann kommt bestimmt noch was anderes heraus.

Oder bin ich etwa der einzige, der das macht oder habe ich jetzt alle Geheimnisse der Gummifliegerei ausgeplaudert?

Austrian
12.02.2009, 16:50
Ich bin sicher einer von den eher unsystematischeren, insbesondere seit die Gummiqualität eher keine Mehrfachnutzung mehr erlaubt ... nach dem ersten Flug sind meist mehr als 1 Faden gerissen, dann lohnt es nicht viel Arbeit reinzustecken.
Ich dehne viel stärker vor, auf ca. 3 bis 3,3m (= 10x entspannte Länge), sind dann meistens 20 - 24 kg. Die Spannung lasse ich drauf bis der nächste Strang fertig ist, ca. 5 - 8min. Wichtig: vor dem Entspannen prüfe ich, um wieviel der Zug zurückgegangen ist, mehr als 10% dürfen es nicht sein.
Warum ziehe ich so stark? Erst unter dieser Belastung zeigen sich die Schwachstellen im Gummi. Es ist mir lieber, der Faden reisst schon in der Werkstatt, als erst beim Aufziehen auf dem Feld.
Übrigends: Ich hab auch schon mal ohne Vordehenen geflogen, hatte einfach keine Zeit. Das geht auch, wenn man vor dem Start mal 50% draufdreht, und ablaufen lässt. 10min später voll aufdrehen und starten ... Natürlich nicht optimal!

Klaus aus Österreich

PS: das mit dem Gummigewicht hätte ich schon gemerkt, ich wiege 3x: erst den abgelängten Gummi (29g), dann geschmiert (1,2ccm Silikon 1000 cP) ohne Knoten, zum Schluss den fertigen Strang (29,9g). Und habe mir ein "Testgewicht" gemacht und in der Apotheke überprüfen lassen, um die 30g (auch auf fremden) Waagen checken zu können.

Gummimann
12.02.2009, 19:26
Hallo Klaus,

ich gebe zu daß ich eine Gummiqualität fliege welche eine Mehrfachnutzung zulässt.

Das Vordehnen vor dem Start ist bei dem TAN Super Sport meiner Meinung nach gar nichts. Wenn ein Gummi gedeht wurde, sei es beim Vordehnen oder beim Fliegen sollte er ca. 5 Tage ruhen - 1 Tag ist auf jeden Fall zuwenig.

Ich richte meine neuen Gummis immer schon im Winter, wenn man nicht fliegen kann, da hat man eher die Zeit dazu.

dbrehm
13.02.2009, 08:27
...
Das Vordehnen vor dem Start ist bei dem TAN Super Sport meiner Meinung nach gar nichts. Wenn ein Gummi gedeht wurde, sei es beim Vordehnen oder beim Fliegen sollte er ca. 5 Tage ruhen - 1 Tag ist auf jeden Fall zuwenig.



Hallo Gummimann,

bringt das Ruhenlassen wirklich was? Ich habe mit der Änfängern wohl eigenen Unbefangenheit TAN Super Sport-Gummis schon zwei bis dreimal ohne Pause hintereinander verwendet, ohne daß mir beim Aufziehen ein niedrigeres Drehmoment aufgefallen wäre.

es grüßt Dieter

Gummimann
13.02.2009, 11:07
Hallo Dieter,

Wenn ich ein neues Modell einfliege, was vorkommt wenn man noch selber was baut, lasse ich meinen Gummi auch 3-4 Starts hintereinander drin. Es kommt immer darauf an, wieviel aufgezogen wird. Beim Einfliegen sind das ca. 200 Umdrehungen = ca.40%.
Der Gummi wird auf den letzten 10-20% vor dem Knall am meisten mechanisch beansprucht. Ich weis nicht, ob Du schon mal einen Gummi zerrissen hast, erst dann kennst Du die Grenze Deines Gummis.

Das Ganze ist natürlich von der Gummisorte abhängig. Man kann keinen Super Sport mit einem TAN2 vergleichen.
Den TAN von 1990-95 mußte man vor dem Aufziehen sogar vordehnen, sonst war der zu hart. Dieser Gummi wurde sogar erwärmt vor dem Aufziehen - wurde dann verboten.

dbrehm
17.02.2009, 11:52
Hallo Gummimann,

mich würde noch interessieren, welche Schlüsse Du aus Deinen Zugmessungen in der Werkstatt für die Verwendung der Gummis im Wettbewerb ableitest.

es grüßt Dieter

Wombat
17.02.2009, 12:16
Ich sehe es genauso wie Austrian oben!

Ich dehen auch viel mehr vor. Oft (bei jedem 5. Strang) reisst dann ein Faden den ich wieder knote. Bei mir reissen dann beim Ausziehen im Wettbewerb fast niemals Fäden! Höchstens morgens wenn es im Herbst sehr kalt ist.

Ich glaube auch, dass die völlig unterschiedlichen Batches bei Tan-Super-Sport keine wirkliche Notwendigkeit mehr ergeben, den Gummi mit hohem Aufwand zu analysieren.

Wombat
17.02.2009, 12:18
Noch was. Mich wundert das hier keiner eine Risenabhandlung über die Knoten macht.... In der Thermiksense waren mal Knoten für F1B beschrieben die könnte ich niemals lernen ...hihi.

Ich mache zwei ganz normale Knoten rein, so wie wenn Ihr Schnürsenkel oder Seile zusammenknoten wolltet. Das ganze trocken, ungeschmiert. Hält immer den einen oder zwei Flüge...

dbrehm
17.02.2009, 13:39
Ich sehe es genauso wie Austrian oben!

...

Ich glaube auch, dass die völlig unterschiedlichen Batches bei Tan-Super-Sport keine wirkliche Notwendigkeit mehr ergeben, den Gummi mit hohem Aufwand zu analysieren.

Hallo Wombat,

meinst Du nicht, daß man mit einer Messung in der Werkstatt vielleicht genug über die Qualität des Stranges erfährt, um Rückschlüsse über die Wettbewerbstauglichkeit zu ziehen?

hmm...wenn ich Deine und Austrians Äußerungen nochmal lese, so kommt mir in den Sinn, daß Eure Methode des starken Dehnes implizit ja schon viel über die Qualität aussagt - wenn der Strang es überlebt, ist er tauglich....

Ich sehe schon, es ist ein weites Feld und ich habe jetzt schon viele Denkanstöße für eigene Versuche erhalten.

es grüßt Dieter

Austrian
17.02.2009, 18:15
Die Übertragung von Messwerten auf die Leistung im Flug ist ... mindestens fragwürdig! Natürlich kann man schnell brauchbaren von unbrauchbarem Gummi unterscheiden. Mehr glaube ich nicht!
Ich hatte mir sogar mal eine Vorrichtung gebaut, die ein Spannungs-Dehnungsdiagramm schrieb. Die Starts mit den dort gut aussehenden Gummis waren nicht signifikant beser als die mit den schwächeren ... Aufdrehen ist doch etwas anderes als einfach dehnen, und auch das Aufziehen selbst ist etwas abhängig von Laune, Kraft, ...
Entscheidend ist immer ob die Luft gut ist!
Davon wünsche ich allen möglichst viel ....

Gummimann
17.02.2009, 22:05
Hallo Gummimann,

mich würde noch interessieren, welche Schlüsse Du aus Deinen Zugmessungen in der Werkstatt für die Verwendung der Gummis im Wettbewerb ableitest.

es grüßt Dieter

Hallo Dieter,

ich vergleiche innerhalb einer Gummisorte Gummigewicht und Zug und entscheide dadurch welcher Gummi bei Thermik und welcher bei thermikloser Luft oder Stechen verwendet wird.
Wie schon geschrieben, ich habe keine Ahnung von TAN Super Sport, bei meinem Gummi bin ich bisher sehr gut damit geflogen - man kann aber trotzdem absaufen;)

Gummimann
17.02.2009, 22:13
Die Übertragung von Messwerten auf die Leistung im Flug ist ... mindestens fragwürdig! Natürlich kann man schnell brauchbaren von unbrauchbarem Gummi unterscheiden. Mehr glaube ich nicht!

... Aufdrehen ist doch etwas anderes als einfach dehnen, und auch das Aufziehen selbst ist etwas abhängig von Laune, Kraft, ...
Entscheidend ist immer ob die Luft gut ist!
Davon wünsche ich allen möglichst viel ....

Hallo Klaus,

es ist doch schon mal was, wenn man den brauchbaren von unbrauchbarem Gummi unterscheiden.

Man kann aufdrehen und aufdrehen, man kann sein Modell gut starten oder verschmeißen, man kann alles richtig machen und trotzdem Pech haben.

Wenn man sich mit seinem Gummi etwas beschäftigt, schadet das auf jeden Fall nicht.

Wombat
21.02.2009, 00:45
Ja so ist das....

auf der andere Seite ist mir beim Leverkusener Freiflug-Workshop vor - ich glaube 5 Jahren - ein Mitglied der deutschen Junioren-Nationalmannschaft begegnet, der wusste noch nicht mal wieviel Fäden sein Strang hat... geschweige denn was für ein Gummi das ist!!!!

Wombat
21.02.2009, 00:50
...und noch was:

Wenn man Tan Super-Sport einfach aus der Kiste nimmt, 28 Fäden wickelt. Gut vordehnt und beim Aufziehen auf das Drehmoment und die Umdrehungen achtet (mehr als 390 und dann mehr als 9 Newtonmeter Drehmoment) kann man Landesmeister werden und fast 40 C-Leistungen fliegen in 3 Jahren... also jedes mal mehr als 90% vom Max!

So einfach ist F1B!!!