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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flachstahlsteckung ändern?



lutz s.
18.02.2009, 22:05
Guten Abend!
Heute habe ich mal wieder ein Problem.Ich bin gerade dabei,eine 3,6m
ASH von Robbe zusammenzubauen.Der Vogel hat noch Flachstahlsteckung.
Leider hat der Vorbesitzer die Flachstähle so tief eingeklebt,dass nur
40 bzw. 38 mm Steckung aus den Flügeln schaut.Möglich und auch sinnvoll
wären ca.75 mm. Ist halt ein sehr schmaler Rumpf.So,wie es aussieht,wurden
die Flachstähle mit 5min-Epoxy verklebt.Wie kriege ich sie wieder heraus?
Denn 40mm Steckungstiefe bei 1800mm Flügel dran sind mir zu heikel.
Warm machen? 150 W Lötkolben hätte ich da.Vielleicht hat ja schon
jemand sowas gemacht und kann mir raten.
Gruss Lutz:cool:

pawnee8903
18.02.2009, 22:07
Flachstahl erhitzen. Falls dies die Flächen zulassen.

lutz s.
18.02.2009, 22:10
Hallo!
Das ging ja flott.Ist ein Styro-Abachiflügel.Flügel fixieren,warmmachen und
dann ziehen?Wird 5 min-Epoxy bei starker Erwärmung weich?
Ich probiers gleich aus.
Gruss Lutz:cool:

GeorgR
18.02.2009, 22:10
Hi,

ich löse solche Verklebungen mit dem Lötkolben.

lutz s.
18.02.2009, 22:16
Nabend!
Lötkolben wird gerade warm.:) Wenn das mit dem Ziehen gut klappt,soll ich den Stahl mit einem nassen Lappen kühlen?Danach,mein ich.
Gruss Lutz:cool:

lutz s.
18.02.2009, 22:32
Nabend!
Auch nach 5min Erhitzen riecht nur der Flügel ein bißchen,aber es rührt
sich nichts.Ich habe mit meiner guten Knipexzange gezogen,aber es geht so
nicht.Gibt es noch andere Methoden?
Gruss Lutz:cool:
PS.Beim Abkühlen hat es gezischt!:D

alpensegler
18.02.2009, 22:45
Hallo Lutz

ich bin da etwas radikaler mit meinen Modellen umgegangen. Ich habe den Flachstahl einfach abgesägt und eine neue Rundstahlsteckung (Messingrohr im Flügel und Rumpf) im Modell eingebaut. Ist zwar etwas Mehrarbeit, aber lohnt sich. Am Hang fliege ich meistens mit 2 x 2 abgewinkelten Stahldrähten, System à la Graupner Cirrus (1979) oder mini Nimbus, weil sich bei etwas härteren Landungen (vermutlich liegt es an meinen Flugkünsten) die Flächen sich nach vorne bewegen können. Habe leider keine Bilder vom Umbau gemacht.

kallefly
18.02.2009, 23:10
Epoxydharz löst sich bei Wärmezufuhr, egal ob 5min oder Langzeitharz.
Du mußt halt geduldig sein, daß funzt dann schon. das mit dem Absägen
ist sicher übertrieben, Du schießt ja auch nicht mit Kanonen auf Spatzen, oder?

Gruß

lutz s.
18.02.2009, 23:28
Nabend!
Danke Kalle für die aufmunternden Worte.Ich werde dann also mal etwas länger erwärmen.Mit den kurzen Stummeln hätte ich ein ungutes
Gefühl.Den Umbau auf Rundstahl kriege ich auch hin;wäre aber schade um
den noch so unversehrten Flieger. Er sieht wirklich noch aus wie neu.
Leider habe ich auch noch nicht das Baujahr der ASH rausbekommen.
Der Segler scheint nicht sehr verbreitet gewesen zu sein.Ist die Pro-
Version.
Gruss Lutz:cool:

lutz s.
19.02.2009, 08:13
Guten Morgen!
Habe also gestern Abend den Flächenstahl ca.10 min erwärmt und noch
keinen Erfolg gehabt.Ich habe hier so eine kleine Gaslötlampe.Wie man das
Teil sonst benennen kann,weis ich nicht.Geht mit Feuerzeuggas,welches
ich aber noch besorgen muß.Geht das damit eher? Ich hänge man ein Bild
des Teils an,damit Ihr wisst,was ich meine.Die Wärmeleistung müßte doch
locker über dem Lötkolben liegen.Wäre das eine Alternative?
Gruss Lutz:cool:
251614

Gast_9828
19.02.2009, 09:16
Hallo Lutz,
mit einer offenen Flamme währe ich vorsichtig. Da wird alles heiß, aber das was warm und weich werden soll bleibt kalt. Das heißst der Kollateralschaden wird da sein aber nicht das gewünschte Ergebnis. Ich habe ein ähnliches Problem. Bei mir haben sich bei einem älteren 4,30m Segler beim fliegen die Flächenstähle verbogen. Habe schon ein bischen auch mit Flamme brobiert sie herauszulösen. bisher ohne Erfolg. Werde in den nächsten Tagen mit einem Elektrischen Lötkolben in Zangenform (wird zum Weichlöten von Kupferwasserleitungen verwendet) eine kontrollierte Erwärmung bei gleichzeitigem Zug am Flachstahl brobieren. Werde dir das Ergebnis mitteilen. Wenn das nichts hilft geht nur noch Fläche öffnen.
Gruß Lothar

Jürgen N.
19.02.2009, 09:39
mit einer offenen Flamme währe ich vorsichtig.
Richtig.
Aber wenn die Flächenwurzel mit einem oder mehreren alten, feuchten Baumwolllappen und mehreren Alufolien-Schichten abgedeckt wird, so dass nur der Stahl herausschaut, kann eigentlich nichts passieren.
Gruss Jürgen

Udo Fiebig
19.02.2009, 10:24
Oh, was habe ich in den vergangenen Jahrzehnten schon alles probiert, verbogene und geknickte Flachstähle aus Flächen zu entfernen.

Z.B. Flächenwurzel mit dicker Mehrfach-Alufolie abgedeckt, dann den Flachstahl mit Gasbrenner bis zur Rotglut erhitzt. Half alles nichts, der Flachstahl ließ sich nicht aus der sicher eingespannten Fläche rausziehen.

Dann der wirklich nützliche Tipp vom absoluten Fachmann für solche Sachen: "Uwe Gewalt". Zu sehen auf dieser Skizze:

251624

Auch wenn's irgendwie wehtut:
nimm' eine ganz normale Stichsäge, setze das Sägeblatt leicht schräg gegen den zu entfernenden Flachstahl und säge entlang dem Flachstahl mindestens bis zum vermuteten Ende in die Fläche hinein.
Dann drücke den Flachstahl Richtung entstandener Schlitz und er wird in der Regel problemlos rausspringen.
Der Schlitz (vom Sägeblatt) dürfte so ziemlich genau 1,3 mm breit sein. Und genau in dieser Stärke gibt es GFK-Platten. Daraus fertigen wir ein passendes Füllstück für den gesägten Schlitz an.
Dann setzt man den neuen Flachstahl und daneben das GFK-Füllstück mit 24-Stunden-Harz ein.
Am nächsten Tag Überstände des Füllstücks sauber beischleifen.
Und fertig. Ums's Neubespannen kommt man leider nicht herum. ;)

Gruß Udo

Gast_16604
19.02.2009, 11:03
Auch nach 5min Erhitzen riecht nur der Flügel ein bißchen,aber es rührt sich nichts.

Wenn das ne Styro-Fläche ist, wundert es mich nicht, dass es riecht!
Mit dem Stahl hast du vermutlich schön die Wärme in die Fläche geleitet, und so das Styro zum schmelzen gebracht.
Könnte ich mir vorstellen...
Flächenkerne schneidet man ja auch mit nem heißen Draht...

Leider habe ich auch keine bessere Idee, als die mit dem Sägeblatt...

Grüße

Andreas

Roter Baron II
19.02.2009, 11:24
Hallo,

ich habe leider auch die Erfahrung gemacht, daß sich Flachstähle nicht so einfach entfernen lassen.
Du stehst jetzt vor der Frage, wie viel Arbeit möchte ich investieren.
Sollen nur die Flachstahlzungen erneuert werden, damit sie auch länger herausstehen, dann ist Udo`s Lösung sicher die einfachste.

Wobei sich mir die Frage aufdrängt: Wie sind die Steckungen im Rumpf verankert?
Wenn die zugehörigen Messingvierkantrohre sehr gut im Rumpf verharzt sind und keine Möglichkeit zum Ausbeulen haben, würden meiner Meinung nach die herausstehenden Stähle ausreichen.

Die zweite Lösung ist die radikalere. Das heißt du baust in der Fläche und im Rumpf die gesamte Steckung aus und ersetzt sie durch eine Rundsteckung.
Ich öffne dazu die Fläche von unten und muss auch nur auf der Unterseite alle Glaseinlagen wieder herstellen, die zudem hier nur auf Zug belastet werden.
Dazu ein paar Bilder:
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pawnee8903
19.02.2009, 12:49
Mit dem Lötkolben? Da wird dich der Stahl auslachen. Da brauchst du schon etwas besseres. Lötlampe. Aber fackel nicht gleich den ganzen Flügel ab!

eges
19.02.2009, 13:00
Hallo
zu der Flächenstahlzeit wurden die Stähle mit einem Stahldraht gesichert der hinter der Stützrippe durch den Flächenstahl geschoben wurde.
Die Hitzemethoden dürften dann ausscheiden.

Gruß eges

lutz s.
19.02.2009, 13:05
Hallo erstmal!
Da habe ich ja dann wohl doch in ein Wespennest getreten.Ich danke Euch
für die vielfältigen Lösungsansätze,aber ich werde versuchen,mit den
Stummelchen zu leben.Ich denke nicht,dass ich schon was von dem Styro
weggebrannt habe,denn die Steckung ist immer noch bombenfest.
Ich möchte mit dem Segler nur F-Schlepp machen und habe für Segel-
kunstflug was anderes im Auge(suche noch eine 1:3 LO-100).
Trotzdem sollte ich wenigstens leichten Kunstflug machen können,
ohne das der Flieger mit den Flächen klatscht.Deswegen bleibt auch der
Hochstarthaken im Regal und die Winde in der Garage.:D Um nicht in
Versuchung zu kommen.;)
Es gibt wohl für mein Problem keine vernünftige Lösung,ohne dem
makellosen Flügel "ans Fell" zu gehen.Das würde mir weh tun.
Danke an alle und ich schreibe dann hier,ob es trotzdem gehalten hat.
Gruss Lutz:cool:
PS.Man kann kaum was vom Styro wegbrennen,denn der Stahl ist in Holz
eingeklebt und das isoliert richtig Klasse!;)

TSchulz566
19.02.2009, 18:15
Lutz, sehr vernünftig !

Den Schei... mit erhitzen von Flachstählen hab ich auch schon erfolglos hinter mir.

Lass alles so, normalerweise hält das, wir hatten damals (vor 25 Jahren ) probleme mit verbogenden Flachstählen, haben wir aber nur durch für damalige Verhältnisse brutales Fliegen erreicht.

Gruß Torsten

MarkusN
19.02.2009, 18:26
Der Flachstahl ist nicht das Problem, der bekommt das gleiche Biegemoment, egal ob er kurz oder lang eingespannt ist. Die Hülse muss aber deutlich robuster und spielärmer ausgeführt werden, da sie die doppelten Querkräfte bekommt.

lutz s.
19.02.2009, 18:59
Nabend!
Danke für Eure Antworten.Wie kann ich denn die Steckungshülsen sinnvoll
verstärken?Sie sind ziemlich gut verharzt.Soll ich mal ein Bild davon machen?
Gruss Lutz:cool:

kallefly
20.02.2009, 11:38
Wenn ich den Markus richtig verstehe befürchtet er, daß die Hülse, aufgrund
der kurzen Stummelholme und der daraus resultierenden höheren Querkraft,
in ihrer Festigkeit versagen könnte - da bin ich mit ihm. :)

Wäre es denkbar, die Hülse mit Rowings zu umwickeln, und möglicherweise
zusätzlich mit Sperrholz zu verkasten und den gesamten Hohlraum dazwischen
mit Harz zu füllen? Damit wäre erreicht, daß die Hülse zu keiner Seite ausweichen
kann und eine bessere Kraftverteilung/ - einleitung sichergestellt wäre.
Ich habe so was "ähnliches" mal bei einem Eigenbau ( 5,00 m ) gemacht,
und das hält seit Jahren ganz bombig.

Gruß

lutz s.
20.02.2009, 15:04
Guten Tag!
Tja,Kalle,so habe ich das auch verstanden.Ich denke,daß die Messinghülsen
wirklich aufplatzen könnten.Ich habe mal ein Bild vom jetzigen Zustand ge-
macht.Vorher habe ich das Servo zur Landeklappenbetätigung entfernt.
Die alte Klemmung nehme ich auch noch raus.Mit ein wenig Geschick
kriege ich da Kohlerowings rum und kriege sie auch vernünftig fest.
Würde das nicht reichen? Gerade sehe ich auch noch,das die Messinghülsen
auch noch beide komplett durchbohrt sind.Mann,Mann;es wird nicht leichter.
Gruss Lutz:cool:
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lutz s.
20.02.2009, 15:10
Hallo!
Nach kurzem Überlegen setze ich mich jetzt ins Auto und fahre zu meinem
Stammdialer.Dort werde ich mir 10er Stahl und 12 er Messingrohr besorgen.
Dann wird es radikal und ich werde den neuen Flügel von unten öffenen.
Dort wird die neue Steckung sauber mit Belicell eingebracht und fertig.
In den Rumpf kommt ein Messingröhrchen von Wandung zu Wandung.
Dann hat das Gefummel ein Ende und ich kann beruhigt fliegen.
Gruss Lutz:cool:

wernerhetzel
20.02.2009, 15:39
Anstatt des Belicell würde ich schon vernünftiges Harz verwenden , mit Glasschnitzl versetzen und die Messingrohre damit in die Fläche einbinden.
Alls Abschluss noch einen Balsadeckel drauf drücken , nach dem Trocknen verschleifen und schon siehst nichts mehr an den Flächen von dem Eingriff.
mfg
werner
(wurde schon öfter so gemacht)

alpensegler
20.02.2009, 15:43
Hallo Lutz, ich habe seinerzeit die Messingrohre (siehe Skizze) gleichzeitig in beide Flächen eingebaut. Ich habe die obere Beplankung aufgeschnitten, die Messingrohre am Stück eingeharzt, die Flächen wieder geschlossen. Dann am Schluss mit der Eisensäge den Messing durchtrennt. Zum Abschluss habe ich zwei neue Wurzellrippen auf die alten Wurzelrippen geklebt und den überstehenden Messing bündig der neuen Wurzelrippe abgeschliffen. Setzt natürlich einen grossen Werkbank voraus. Wichtig ist auch, dass Du ezwei Distanzhölzer von ca 3-4 cm sauber zwischen die Flächen einbaust. Der Flügel muss auch sehr genau ausgerichtet werden, ev V Form berücksichtigen, usw..
Aber es geht und hat bis heute gehalten. Viel Glück

kallefly
20.02.2009, 17:25
Die Lösung von Andreas wäre optimal, eine entsprechende Werkbank voraus-
gesetzt. :) So könntest Du absolut symmetrisch arbeiten und die gewünschte
V-Form berücksichtigen.
Wenn Du schon in Richtung Rundstahl entschieden hast, dann aber lieber eine Nummer größer,
so groß wie es geht. Halt uns bitte weiter auf dem laufenden, es wird richtig spannend.

liebe Grüße

lutz s.
20.02.2009, 20:39
Nabend!
Bin nun wieder zurück.Leider hatte mein Händler keinen 12 er Stahl oder
12er Kohlestange.Eine 14 er Kohlestange hatte er da,aber kein passendes
Rohr (Alu oder Mg).Also habe ich bei ihm ein Rechteckrohr 13x3 gekauft.
Die alte Steckung reiße ich raus und baue die neue Steckung ordentlich ein.
Mit 24 h Harz.Dann wickle ich Kohlerowings rum und tränke das ordentlich.
Das sollte doch halten oder?Die Messingrohre führe ich dann von Rumpf-
wand zu Rumpfwand.
Gruss Lutz:cool:

Gast_9828
23.02.2009, 11:11
Nur zur Info.
Ich habe die Flachstähle auch mit dem 2000W Eletrolötkolben für Sanitär nicht herausbekommen. Habe es ähnlich wie Udo beschrieben hat gemacht. Habe nur keine Stichsäge genommen sondern unter der Fläche mit Dremel der Flachstahl auf seiner schmalen Seite freigelegt. Dann re u. li neben dem Flachstahl mit einen losen Eisensägeblatt die Längsseiten freigelegt. Somit konnte ich dann den Stahl entfernen. Hierbei ist die obere Flächenseite unbeschädigt geblieben. Den neuen Flächenstahl werde ich schön einharzen und auf der unteren Beplankung mit Matte einen übergan schaffen. Das wars dann. Ich bin sicher das hält.

lutz s.
24.02.2009, 04:51
Guten Morgen!
Ich hatte mich wohl mißverständlich ausgedrückt.Ich werde also nicht den unbeschädigten Flügel ändern,sondern die Lagerung im Rumpf erneuern und
verstärken.Vom Resultat wird es dann auch Bilder geben.Erstflug soll
Sonnabend oder Sonntag sein.
Gruss Lutz:cool:

alpensegler
02.03.2009, 15:00
Hallo Leute, ich renoviere im Moment einen Flamingo Contest Flügel. Hier ist der Flachstahl aus dem Holm gebrochen. Wie Modellbauer auf dem Bild schön sieht, war der Flachstahl ganze 230 mm in den Holm eingelassen. Jetzt ist sicher Allen klar, warum das Wärmen des Stahls nichts bringt.:D :D
Also entweder absägen oder wie vorher beschrieben sauber heraustrennen.:cool:
Ich werde vermutlich einen neuen Holm mit Rundstahlsteckung herstellen und in den beschädigten, wie auch in den unbeschädigten Flügel einbauen.