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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brauche Hilfe zum herrichten eine Seglers



Competitionflieger
09.03.2009, 20:20
Hi Leute
habe gemäss Fotos folgende Komponennten gratis erhalten und möchte nun daraus gerne etwas anfangen

- Rumpf ( DG 500? )
- Tragflächen ( keine Ahnung )
- Seitenleitwerk ( keine Ahnung )
- Höhenruder ( keine Ahnung )

das Problem: die Flächen, das Höhenruder passen nicht zum Rumpf. Dies ist durch anpassen sicherlich möglich. Kann mir jemand ein paar Tips geben, wie ich dabei am besten vorgehe? Auch möchte ich die Querruder direkt mit einzelen Servos anlenken und nicht über die Zugstangen.Die Spannweite wird knapp um die 4M sein...

Danke für die HIlfe

Big Mama
09.03.2009, 20:54
Ich würd sagen:
Rumpf DG 300 evtl Mpx
Höhenleitwerk Bilatus B4
Fläche ??
Seitenleitwerk ??

Es ist wie ich denke jedoch einfacher ein komplett neues Höhenruder
und Seitenruder zu bauen.

MFG

Steffen

Competitionflieger
09.03.2009, 21:57
Hi Steffen

nach was für Anforderungen muss ich so ein Leitwerk, bzw Höhenruder bauen ( Dimmensionen etc. ). Gibt es da eine Faustregel im Bezug auf die Tragflächen, Rumpf etc. oder muss man das berechnen.

Gruss Adrian

MarkusN
09.03.2009, 22:10
Es gibt eine Faustregel, die recht gut funktioniert:

Leitwerksfläche mal Leitwerkshebelarm (jeweils von der t/4 Line der fläche gemessen) ergibt das Leitwerksvolumen.

Das dividiert durch Flügelfläche mal mittlere Flächentiefe muss in einem vernünftigen Bereich liegen. (HLW-Faktor nach Thies) Habe die Zahlen im Moment nicht auswendig präsent (ist u.a. im MTB Grosseglerprofile veröffentlicht worden), aber Du kannst ersatzweise mal ein paar vergleichbare Konstruktionen durchrechnen.

Oder Du zeichnest die Leitwerksgrösse nach Gefühl. Da Du dich Dabei an vielen gesehenen bewährten Konstruktionen orientierst, kommt das ziemlich gut hin.

mikesch
10.03.2009, 13:30
Hi Adrian,

ich habe ähnliche Vorhaben schon durchgezogen: Anschlußrippe der Fläche (am Rumpf) wachsen (bzw. mit Vaseline einschmieren) - Fläche anstecken - letzten Zentimeter der Fläche vor dem Spalt zum Rumpf oben und unten mit Tesa abkleben - dann eingedicktes Harz (Microballoons oder Baumwollflocken) in den Spalt schmieren und bündig über den Tesa abziehen - nach dem Durchtrocknen kannst Du dank Trennwachs bzw. Vaseline die Fläche abziehen - Anformung zum Rumpf paßt perfekt (bei großem Spalt vorher in der Mitte ein Stück Balsa einlegen/kleben, sonst läuft das Harz unten raus bzw. Spalt unten zukleben). Nachlackieren - fertig.

Gruß aus Ulm
Mikesch

Competitionflieger
10.03.2009, 15:14
Hi Mikesch

danke für Dein Typ.
Wie gehe ich beim Seiten- und Höhenruder am besten vor? Anpassen bis es geht, oder gleich wie schon von Steffen vorgeschlagen neu bauen. Leider habe ich das noch nie gemacht und ein solches Modell revidiert schon gar nicht. Aber trotzdem möchte ich mich daran wagen.
Wie sieht es dann mit dem Schwerpunkt, bzw EWD aus, muss ich das alles neu errechnen?

Gruss Adrian

mikesch
11.03.2009, 11:09
Hi Adrian,

ich würde zunächst versuchen, die vorhandenen Teile zu verwenden. Verschaff´ Dir ein Gefühl, ob die Leitwerksteile ungefähr richtig dimensioniert sind und verwende sie dann (Bilder von Seglern im Internet anschauen und dann Höhenruder eher zu groß auslegen. Heutige Segler haben ein optimiertes Höhenruder, d.h. aus Gewichts- und aerodynamischen Gründen so klein wie möglich. Etwas größer ist aber immer auf der sicheren Seite.) Voraussetzung: Teile sind stabil...

Die EWD mußt Du natürlich nachmessen (mittels EWD-Waage oder Vorderkante/Endkante/Flächentiefe/Rudertiefe... + trigonometrischer Rechnung). Bei langsamen Seglern liegt man da normalerweise so bei 2,5 Grad.

Der Schwerpunkt ist der Punkt, um den sich der Flieger dreht (z.B. beim Höhe ziehen). Die Gesamtfläche des Fliegers vor dem Schwerpunkt muß dabei in einem bestimmten Verhältnis zur Gesamtfläche des Flieger hinter dem SP liegen. Bei SP zu weit hinten wird er "giftig" auf dem Höhenruder bzw. fliegt im Extremfall sogar rückwärts (wird bei Entenfliegern so gemacht). Normalerweise liegt der SP bei Seglern etwa bei einem Drittel der Flächentiefe von vorne - genau kann das aber nur mit einem SP-Programm bestimmt werden. Generell mit SP zu weit vorne anfangen und dann langsam nach hinten verlegen. SP zu weit vorne -> Nase geht nach unten. SP weiter hinten -> Thermikverhalten wird deutlich besser. SP zu weit hinten -> s.o.. Generell muß der SP immer zu einer EWD passen (z.B. SP zu weit vorn -> Höhe ziehen = EWD vergrößern).

Viel Erfolg + mach Meldung nach dem Erstflug

Mikesch

Competitionflieger
11.03.2009, 11:51
Hi Mikesch

besten Dank für Deine ausführliche Hilfestellung, hat mir sehr viel weiter geholfen. Nun ja, ich hoffe den Segler mit nicht allzuviel Auwand in Schuss zu bringen, aber sobald ich soweit bin und den Erstflug hinter mir habe, werde ich mich melden.

Noch eine letzte Frage: wie fliege ich einen 4Meter Sgler am besten ein? An einim nicht allzu steilen Hang oder möglichst in flachem Gelände ( wie mit den kleinen Segler )?

Gruss Adrian

mikesch
11.03.2009, 13:05
Hi Adrian,

kommt drauf an, was für ein Gelände Du zur Verfügung hast.

Ich laufe zunächst mit dem Flieger (gegen den Wind) bzw. lasse einen Kollegen laufen. Dabei immer wieder kurzzeitig loslassen und dann wieder fangen. Ein Beobachter kann dann sagen, ob die Kiste die Nase runternimmt oder umgekehrt. Wenn das nach SP-Korrektur einigermaßen stimmt, werfe ich Richtung tiefes Gras (mit Helfer am Knüppel oder beim Werfen). Dann sieht man bereits die Gleiteigenschaften. Wenn das auch geht, ist der Rest beliebig.

Nun auf Höhe schleppen/flitschen/... . Dann anstechen und loslassen. Je nach Abfangverhalten nachkorrigieren (Flieger sollte leicht von selber abfangen. Bei starkem Abfangen EWD verkleinern und SP millimeterweise rückverlegen. Bei keinem Abfangen umgekehrt).

Ist der Flieger zum Laufen zu schwer bzw. das Profil zu schnell, hilft nur Augen zu und durch. D.h. entweder den Hang runterwerfen (bei Gegenwind) oder Schleppen/Flitschen.

Mikesch

Competitionflieger
11.03.2009, 16:20
Hi Mikesch

ok, das hört sich gut an. Dann werde ich mich wohl mal an die Arbeit machen.

Noch eine letzte Frage: würdest die Anlenkungen ändern ( Servos für die Querruder in die Flügel, Servo für Höhenleitwerk hinten in den Rumpf, Störklappen einzeln anlenken etc. ) oder alles beim alten belassen?

Gruss Adrian

Meyerflyer
11.03.2009, 17:29
Ich würde es davon abhängig machen, ob die Anlenkungen Spiel aufweisen. Falls beispielsweise das Höhenruder sich spürbar hoch und runter bewegen lässt, solltest du darüber nachdenken, das Servo direkt ins Seitenleitwerk zu installieren. Wenn alles zuverlässig funktioniert, würde ICH nichts daran ändern.
:)

MarkusN
11.03.2009, 18:22
Bein einig im Fall des HR. Anlenkungen der QR aus dem Rumpf heraus verursachen soviele Probleme, dass ich das auf jeden Fall ändern würde. Störklappe ist dann wieder weniger kritisch, aber auch hier auf jeden Fall eine Anlenkung vorsehen, die im Schadenfall leicht trennen kann.

Competitionflieger
11.03.2009, 20:06
@ Meyerflyer und MarkusN:

Toll! Das hilft mir um Meilen weiter. Voll bepackt mit guten Ratschlägen kann ich mich ja nun völlig ohne Angst an die Arbeit machen :) :) :)
Vielen Dank nochmal an alle die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen! So zu bauen macht wirklich Freude!!

Grüsse
Adrian

Competitionflieger
11.03.2009, 20:40
Damit kann man vermutlich schon etwas anfangen.....

mikesch
12.03.2009, 10:57
Hi Adrian,

alle Servos in den Flügel hat folgende Vorteile:

- Nur noch elektrische Verbindung zum Rumpg (keine mechanische mehr)
- Differenzierung der Querruder ist einfach im Sender progrommierbar (= Querruder schlägt nach oben mehr aus als nach unten)
- Mittelstellung der Servos einfachen anpassbar
...

Mikesch