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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : LRK-schräg verzahnter Stator?



Gerd Giese
16.11.2002, 17:39
Hi LRK'ler,
mir schwirrt durch den Kopf, ob das Rastmoment nun ein gewünschter Effekt oder ein unerwünschter ist.
Nach meinem Verständnis kann es doch nur Wirkungsgradbremsend sein, oder sehe ich da was falsch?
Bei den Industriemotoren (Asynchron) ist mir nämlich aufgefallen, dass hier derartiges Anwendung findet.
Die Asto-Brush-Motoren wurden mit Schrägverzahnten Ankern (damals) ausgeliefert!

Frage: hat schon mal jemand dahingehend Untersuchungen gemacht?

MfG gegie

[ 20. November 2002, 06:36: Beitrag editiert von: gegie ]

Christian Lucas
16.11.2002, 21:28
Hi Gegie,
wenn Du einen LRK baust und das verhältnis von Statorzehnbreite und Magnetbreite optimal ausgelegt wurde wirst Du nur noch sehr wenig vom Rasten spüren.Dieses sogenante Relucktanzmoment ist natürlich wie Du schon bemerkt hast nicht gerade ETA steigernd und gerade das Nut zu Magnetanzahl verhältnis wie beim LRK 12/14 oder 10
macht den Motor schon sehr weich dahingehend.Ein schrägen des Stators ist auch eine Methode dazu sollte aber bei LRK Motoren nur sehr leicht ausgeführt werden,also nicht gleich um einen ganzen Zahn wie bei 2 pol Bürstenmotoren alla Astro,das wäre hier zuviel des guten.Es ist auch durchaus möglich das durch ein schrägen die Steller,ähnlich wie bei der verteilten Wicklung, mit dem Komutieren besser zurecht kommen.Bei der Firma Magnetmotor steht zb. ein 600 kw Motor den kann man mühelos mit dem kleinen Finger durchdrehen und vom rasten ist fast nichts zu spüren.Ich habe einmal genau dieses rasten wegen Geräuschentwicklung bei verschiedenen Maschienen untersucht und konnte bei einigen auch mit viel Gefühl nicht alle Pole erkennen.Da LRK Motoren diesbezüglich eigentlich schon recht gute Maschienen sind brauchst Du dir darüber eigentlich nicht allzuviele graue Haare wachsen zu lassen.

Gerd Giese
17.11.2002, 08:29
Hi Christian,
danke für die Antwort.
Da wir alle auf das letzte Quentchen-%-Pünktchen aus sind (z.B.: Schnitt, Blechmaterial, Draht), wäre es für mich interessant gewesen, ob schon jemand mal zwei gleiche Motoren gerade-/schräg Verzahnt vermessen hat!
Aus Deiner Antwort entnehme ich, dass diese Methode eine Verbesserung (Wirkungsgraderhöhung) ergibt.
... und ...
Warum machen uns das die Asynchron-Industriemotoren vor, obwohl dadurch ein kostenintensiveres Wicklen einhergeht!
Sollte das im Asynchron- Synchron-Prinzip zu suchen sein?

[ 17. November 2002, 08:34: Beitrag editiert von: gegie ]

Andi.B
17.11.2002, 12:31
HI

mal ne Frage :

Wie sieht das optimale Verhaltniss von Statorzahn und Magnetbreite aus ;; 50:50 ??

Gruss Andi

Michael Schöttner
18.11.2002, 13:37
Hallo Gegie, hallo Christian,
ich glaube nicht, daß das Schrägverzahnen einen Wirkungsgradvorteil in meßbarer Größenordnung bringt. Sonst wären ja die super rastenden guten alten Pletties furchtbar schlecht!
Das Rastmoment hat meines Wissens nur wesentlichen Einfluß auf die Laufruhe und vor allem in der Antriebstechnik auf den Stromripple beim Abbremsen. Da gehen halt wüste Peaks über die Leitungen und die will man gerne vermeiden, wo es nur geht.
Ich glaube Ludwig hat auch schon mal so etwas probiert.

Gruß, Michael

Gerd Giese
18.11.2002, 16:01
... ganz einfach Michael!:


...Sonst wären ja die super rastenden guten alten Pletties furchtbar schlecht!Der Kompromiss ist eben, dass diese Motoren sich kostengünstig und gut wickeln lassen! ;)

Christian Lucas
18.11.2002, 21:44
Hi Gegie und Michael,
habe nicht gesagt das dadurch das ETA umbedingt besser wird sondern das die Steller sich beim Komutieren vielleicht etwas leichter tun,sowie auch das Anlaufen leichter wird da nicht auch noch das Relucktanzmoment überwunden werden muss.
Hi Andi,
wie die ideallen Verhältnisse aussehen hängt sehr viel auch von der Statorzahnform und der Magnetgestaltung ab und sind Firmen know how.sorry!

ron van sommeren
18.11.2002, 23:24
http://www.torquemax.de/TipsRetzbach.htm


von Ludwig Retzbach hier (http://www.torquemax.de/TipsRetzbach.htm)
Keine Schrägwicklung verwenden; bringst nichts oder läuft nicht!http://www.torquemax.de/images/RetzbachSchraegWicklung.jpg

[ 18. November 2002, 23:25: Beitrag editiert von: ron van sommeren ]

Gerd Giese
19.11.2002, 07:56
... schade,
ich hatte gehofft, dass mal Messungen gemacht wurden wie z.B. bei der Einzelzahnwicklung!
Es bleibt immer noch die Frage offen - warum wird's bei den Großen praktiziert?
Wegen des "weicheren" Laufverhalten?

Michael Schöttner
19.11.2002, 08:09
Hallo Gerd,
nur wegen der Laufruhe!
Ich habe mal auf dem Messestand bei einem großen Motorenhersteller (Industrie) sogar erfahren, daß zu Gunsten der Laufruhe, Wirkungsgrad geopfert wird! Heist: Eta wird schlechter!
Du mußt bedenken, daß in der Industrie die Motoren meistens etwas größeres als eine Luftschraube antreiben und Vibrationen und Körperschall fast immer unerwünscht sind. Wenn man zum Beispiel kleine SMD Bauteile in einer irren Geschwindigkeit (3m/s und mehr) auf eine Platine im hundertstel Raster positioniert, dann kann man solche Vibrationen überhaupt nicht brauchen.
Wenn Du aber unbedingt ausprobieren willst, dann Kleb doch die Magnete schräg ein. Müßte fast den selben Effekt haben.

Gruß, Michael

Gerd Giese
19.11.2002, 08:31
Hi Michael,

...daß zu Gunsten der Laufruhe, Wirkungsgrad geopfert wird!...das war mir neu! :eek:
Mit meiner Vermutung zur Laufruhe lag ich also gar nicht so verkehrt!

...

Dieter Brüggemann
19.11.2002, 20:45
Hallo,



wie die ideallen Verhältnisse aussehen hängt sehr viel auch von der Statorzahnform und der Magnetgestaltung ab und sind Firmen know über was unterhalten wir uns eigentlich hier? Über sub-marginale Verbesserungen? Die wirklich entscheidenden Sachen bei der Optimierung eines Motors sind eh Firmengeheimnis.

Also Leute, kauft Lucas Motoren. Ihr kriegt das sowieso nicht hin ohne tausende von Fragezeichen in Finite Elemente Simulation mit entsprechender Visualisierung zu stecken, oder 10000 Variationen eines Motors zu bauen.

Gruß
Dieter

Gerd Giese
20.11.2002, 06:35
...über was unterhalten wir uns eigentlich hier? Über sub-marginale Verbesserungen? Die wirklich entscheidenden Sachen bei der Optimierung eines Motors sind eh Firmengeheimnis.
...Ihr kriegt das sowieso nicht hin ohne tausende von Fragezeichen in Finite Elemente Simulation mit entsprechender Visualisierung zu stecken, oder 10000 Variationen eines Motors zu bauen.... echt klasse Beitrag - toll - hast richtig Licht ins Dunkle gebracht! :rolleyes:

gegie

Gerhard Würtz
20.11.2002, 07:22
Hallo Gegi,

hast natürlich recht. Wer viel fragt bekommt viel Antwort. Wenn es nach Dieter geht reicht es wenn man Kaufempfehlungen gibt, anstatt sich Gedanken über Verbesserungen zu machen. Na ja, die Zeiten wo nur der Lehrer, der Pfarrer und der Bürgermeister "schlau" waren sind bis auf ein paar Ausnahmen vorbei. Warum soll man nicht versuchen?????

Gruß Gerhard

Sky Walker
20.11.2002, 08:58
Hallo Dieter, glaubst du wirklich daß der rest der welt auch so ungeschickt ist XXXXXXXX
mfg. vom............

------------------
Beachte die Forumsregeln.
besonders 1.2
HWE

[ 20. November 2002, 17:18: Beitrag editiert von: Heinz-Werner Eickhoff ]

Dieter Brüggemann
20.11.2002, 10:37
Hallo Gerhard,



Wenn es nach Dieter geht reicht es wenn man Kaufempfehlungen gibt, anstatt sich Gedanken über Verbesserungen zu machen.
/QB]ich mache mir eben wohl Gedanken über Verbesserungen. In diesem Fall habe ich mir Gedanken um die Möglichkeiten gemacht, die man überhaupt zur Verbesserung hat. Diese sind ohne Simulator sehr eingeschränkt und das entscheidende Know How wird offensichtlich nicht veröffentlicht. Insofern ist der Sinn öffentlicher Diskussion über Verbessungen am LRK für mich in Frage gestellt.

Wieso ich deshalb persönlich beleidigt werde ist mir scheierhaft.

Gruß
Dieter

Christian Lucas
22.11.2002, 09:39
Hallo Dieter,
Du hast ja auch nicht ganz unrecht mit Deiner Aussage,es sind das eben so kleine vorsprünge die sich eine Firma erarbeitet und die heutzutage wirklich ohne geignete Symulationsprogramme nicht mehr zu realisieren sind.Aber es gibt immer wider
sinvolle anregungen die für alle Interessant sind und die zb. die anfertigung von Spulen oder das einkleben der Magnete etc.vereinfachen die auch zur weiterentwicklung der Motoren zählen und für einen Selbstbaumotor ganz wichtig sind.
Schaut Euch zb.mal ein einfaches Magnetsystem für haftmagnete an.Ein einfach durchmagnetisierter magnetstreifen ohne Eisenplatte hat die haftkraft
1 .Einer der auf einer Eisenplatte aufgeklebt ist schon 1,3 .ein Magnet der streifenförmig auf einer Polplatte sitzt hat schon 3,5 fache und einer wie er zb.als Türschlieser in vielen Schranktüren eingebaut ist,also Magnet mit beidseitigen Eisenplatten die das Feld sammeln hat sagen und schreibe das 18 fache an haftkraft wie der einfache Magnet.Wie man sieht stekt allein in diesem Magnetsystem schon mehr Know How wie in vielen Motormagnetsystemen,diese angaben beziehen sich auf immer gleiches Matterial und gleiches Magnetvolumen.Auch kosteten alle diese Entwicklungen einen haufen Geld.

Andi.B
22.11.2002, 18:25
Hallo Christian ,

mal wieder eine Frage :

Da wäre es dann sinnvoll den Rückschluss länger zu lassen als die Magnete ? (offene Seite der Glocke)
Damit die Magnetkraft besser gebündelt wird.
Sind z.b. 5mm bei einem 540 ok , oder noch mehr oder würde schon weniger reichen
Auf der Seite des Rüchschlussmitnehmers bzw. wenn dieser aus Alu ist , in wie fern stört dies evt. das Magnetfeld?

Grüsse Andi

Christian Lucas
22.11.2002, 22:23
Hi Andi,
bei neodym Magneten ist es besser den Rückschluß so lang wie die magnete auszuführen oder nur etwas länger,2mm.Bei Feritmagneten wird der Eisenbecher siehe Mabuchis durch Überhang mit in den Rückschluß einbezogen.Es gibt auch Motoren die nur über den Becherboden die Feldliniene rüchschliessen.
Da normalerweise das Alu ehr so weit weg ist wie die Magnete dick sind stört es nicht mehr,wer aber hier gleich auf den Durchmesser des Stators geht bekommt natürlich etwas von den Streufeldern ab und spielt ein bischen Heizung.