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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Konstruktion Pendelleitwerk?



Josef Singer
20.07.2003, 12:41
Hallo,

ich bin gerade dabei mir zu einer vorhandenen (1,5m) Fläche einen Rumpf zu bauen. Um das Problem der EWD zu umgehen würde ich gerne ein Pendelhöhenleitwerk (Kreuzleitwerk) verwenden. Als Leitwerksträger verwende ich ein Rohr mit ca. 10 mm Durchmesser. Die Leitwerke sollen einfache Brettchen aus ca. 3 mm Balsa werden.
Welche Konstruktion könnte man da verwenden? Hat jemand Erfahrung, bzw sowas schon gemacht?

Servus Sepp

Jürgen N.
20.07.2003, 13:00
Was für ein "Problem EWD"?
1.5° fliegt immer...
Es wird (aus Erfahrung!) eine wacklige Angelegenheit mit dadurch verbunden mässigen Flugeigenschaften.
Bei kleinen Re-Zahlen ist die Wirksamkeit eines Bretchen-Leitwerks sowieso eingeschränkt. Wenn dann noch Spiel dazu kommt...
Also lieber ein Normal-Leitwerk das dann mit der Trimmung nicht ganz "neutral" gestellt fliegt.
Meine ganz private Meinung ;)
Gruss Jürgen

Captain Oache
20.07.2003, 18:20
hallo
ich stimme jürgen zu ein normales leitwek ist da viel robuster

Klaus S
20.07.2003, 18:56
Guten Tag zusammen,

es ist irgendwie oft das gleiche, jemand möchte etwas wissen und fragt dann im Forum.

Und statt einer Antwort bekommt er dann Ratschläge auf eine ganz andere Frage (hier z.B.: Ist ein Pendelleitwerk oder ein gedämpftes Leitwerk einfacher zu realisieren?). Und wenn der Frager dann noch darauf hinweist, dass die Antwort nicht zur Frage passt ist er auch noch dumm oder gar unhöflich.

Josef lass' Dich von den das Thema verfehlenden Antworten nicht enttäuschen, irgendwann schreibt einer der hat schonmal ein Pendelleitwerk selbst gebaut und hilft.

Ich hatte mit viel Geduld auch schon Erfolg im Forum.

Übrigens passt eine EWD von 1,5° nicht immer.

Jürgen N.
20.07.2003, 19:32
>>irgendwann schreibt einer der hat schonmal ein Pendelleitwerk selbst gebaut und hilft.

Habe ich nicht geschrieben?

>>Übrigens passt eine EWD von 1,5° nicht immer.

Richtig!
Es können auch 1,3° oder 1,6° sein...
Aber verwirkliche das mal mit einem Pendelleitwerk, das um 1° wackelt!?
Es macht einen Riesenunterschied, ob ein Spiel im Gestänge an einem 4 Meter Modell vorhanden ist, oder das gleiche Spiel an einem 1,5 m. Wie vorgegeben. Anlenkung ist Anlenkung. Je kleiner, um so "fummliger".

Aber ich möchte keinesfalls irgendjemanden meine Meinung aufzwingen!
Gruss Jürgen

[ 20. Juli 2003, 19:38: Beitrag editiert von: Jürgen N. ]

Eberhard Mauk
20.07.2003, 20:01
Hallo,
Danke Klaus, du nimmst mir die Worte aus dem Mund, wenn einer schon 1,5 Grad EWD empfiehlt, sollte der zumindest fragen was eigentlich gebaut wird, Segler, Motor Trainer usw. Und welches Profil, das wär da noch ganz Entscheident denn so ohne Angaben ist von einer EWD von Minus 2 Grad bis plus 4 Grad alles drinn.

Ansonsten ist es wiederum vom Modell abhängig ob ein Pendelleitwerk Sinn macht oder nicht.
Nur eines würde ich nicht empfehlen, ein Brettchen Pendelleitwerk. das sollte zur Aufnahme der Mechanik oder Steckung schon Profiliert sein.


Gruß
Eberhard

Christoph
20.07.2003, 22:12
Moin

Ich hatte mal nen Hangsegler. Hatte glaub ich auch so 1,4 m Spannweite. Komplett aus Holz, wenn ich mich recht erinnere ein Bausatz von Pilot. Das Ding ging ziemlich gut, hatte ein Motorfliegerprofil. Irgendwas „halbsymmetrisches“ wenn ich das mal so sagen darf. Soweit zum Modell, nun zum Pendelleitwerk:
Der Segler hatte ein Kreuzleitwerk und ein Pendelhöhenruder. Beides mit Brettchenprofil. Das Höhenleitwerk war in Stäbchenbauweise aufgebaut, dann bekommst du da auch problemlos die Röhrchen für die Steckung hinein. Das Seitenleitwerk hatte rechts und links Aufdopplungen aus Bala, also sozusagen eine Anformung. Damit das Röhrchen für den vorderen Stahldraht gut eingeklebt werden kann und das an dieser Stelle breit genug ist. Der hintere Stahldraht wurde einfach durch einen halbkreisförmigen Schlitz im Seitenleitwerk gesteckt. Sah also alles so aus wie bei Pendelleitwerken üblich. Die Anlenkung geschah allerdings durch ein einfaches Ruderhorn. Dies war einfach an einer Seite an das Höhenleitwerk angeschraubt so das die Anlenkung im Drehpunkt des vorderen Stahldrahtes lag. Dann einfach über ne Schubstande ans Servo. Wenn diese Anlenkung vernünftig ausgeführt ist kann man auch mit dem Spiel in der EWD leben.
Das ging wie gesagt einwandfrei und bei genügend Wind am Hang hat der Segler viel Spaß gemacht. Also lass Dich nicht verunsichern, von Leuten die nichtmal wissen was Du für einen Flieger baust und die weiteren Randbedingungen nicht kennen. Wenn Du meinst ein Pendelleitwerk sollte es sein, dann mach es einfach. Funktionieren wird das sicherlich.
Ach ja: Du schreibst was von 3mm Dicke. So dick würde ich alleine schon den Stahldraht machen. Also das Leitwerk so 6mm dick, um die Röhrchen da reinzukriegen.

Gruß
Christoph

pz
21.07.2003, 11:37
@Josef
Hatte ein Pendelleitwerk an meiner Fokker E III, Spw.allerdings 0,95m, 330 gramm, langsamer Parkflyer. Sollte Dein Modell wesentlich davon abweichen, ist mein Tip sicher unbrauchbar.
Also- Pendelleitwerk wie im Original, und auch wegen der EWD-Problematik, den lt.3Seitenansicht hatte die EIII so 5-7°! Depronplatte 5mm, Achse aus Carbon 1mm, Anlenkung über Schubstangen an BEIDE HLW-Hälften, da sich eine derart dünne Carbonachse gut verwindet. Servos über Delta-Mixer als Taileron angesteuert, reicht aufgrund der Hebelverhältnisse zwar nicht für Rollen, aber für Kurvenflug allemal. Viel Spaß beim tüfteln, ist imho der schönere Teil der Sache(und hält uns in der Birne fit), wenn dabei dann noch was flugfähiges entsteht, ist das natürlich ein positiver Nebeneffekt
mfg
Peter

[ 21. Juli 2003, 11:47: Beitrag editiert von: pz ]

Merlin
21.07.2003, 21:05
Hallo Josef,

leider hast Du nicht geschrieben, ob das Modell um das es geht motorisiert oder ein Segler ist.

Ich habe bei Seglern immer gerne Pendelleitwerke verwendet. Aktuell habe ich bei meinem 1,5m Segler(500gr) ein Pendel-V-Leitwerk. Die Achsen sind 2mm Stahldraht, das Röhrchen in den Leitwerken ist Bowdenzug-Aussenrohr. Wichtig ist, dass die Drehachse vor den 25% Profiltiefe liegt - ich bin bei ca 22%. Die Ruderhörner sind auf der Oberseite, damit beim Ziehen nur Zugkräfte in der Anlenkung wirken. Achte auf Spielfreiheit. Die Leitwerke sind aus 3mm Balsa in Stegbauweise.

Gruss,
Bernd

[ 21. Juli 2003, 21:07: Beitrag editiert von: Bernd Brunner ]

Josef Singer
22.07.2003, 12:20
Hallo Miteinander,
erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Das Modell soll ein Segler fürs Hangfliegen werden.
Interessant ist, dass ich die Frage auch Piloten am Sonntag beim Hangfliegen gestellt habe, und die Antworten genauso gegensätzlich ausgefallen sind.
Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ein Pendelleitwerk, das vernünftig funktionieren soll, sicher mehr Aufwand als ein gedämpftes Leitwerk bedeutet, besonders, wenn es nur ein einfaches, schnell zu bauendes Brettchenleitwerk sein soll.
Zitat Eberhard:
Nur eines würde ich nicht empfehlen, ein Brettchen Pendelleitwerk. das sollte zur Aufnahme der Mechanik oder Steckung schon Profiliert sein. (Habe ich auch gehört und leuchtet ein)

Daher werde ich das Leitwerk doch lieber gedämpft aufbauen.
Vielen Dank für die Tipps
Gruß Josef