PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : elektronische Heizungs-Regelung



Raphael
18.07.2003, 18:03
Hi Leute,

ich hätte da mal gerne ein Problem ;)

Und zwar möchte ich eine elektrische Heizung (z.B. Widerstandsdraht) auf eine genau einstellbare Temperatur heizen.

Nun habe ich bei Conrad Elektronik ein Temperaturschaltmodul gesehen, mit einer einstellbaren Minimal- und Maximaltemperatur. Das funktioniert so, dass der Temperaturfühler ein Signal liefert, man stellt an einem Display die gewünschte Temperatur ein, dann hat man einen Steuerausgang, der bei Unterschreitung der Temperatur eingeschaltet ist.

Nun könnte man damit ja direkt ein Relais schalten, das dann vor dem Leistungsgerät (regelbares Netzteil) liegt.

Fragen:
Funktioniert das bis hierhin?
Was brauche ich für ein Relais?
Was für ein Netzteil wäre geeignet wenn ich ca. 2kW brauche?
Wo sind evt. Gefahren bzw. Probleme zu erwarten?

Ich danke euch für eure Hilfe an einem Elektronik-Laien :D

Gruss
Raphael

Raphael
19.07.2003, 07:39
Hi Franz,

sagen wirs mal so, ca. 160-200 Meter Widerstandsdraht auf ca. 100 Grad heizen. Weiss leider nicht wie man das genau rechnet...

Gruss
Raphael

Helmut Franz
19.07.2003, 12:09
Hallo Raphael,
fangen wir mal mit den Problemen und Gefahren an.

Wie wäre es mit Haus abfackeln! :D

Nee, mal im Ernst, was willst Du mit 2 KW.
Da brauchst Du kein Netzteil, sondern 230V bei ca. 10A.!!! :eek:

Das musst Du mal näher erklären.

Peter Seifert
20.07.2003, 10:51
Hi Raphael,

willst Du den Draht auf 100°C aufheizen? Was hat der denn für einen Widerstandsbelag?
Oder willst Du irgend etwas auf 100°C aufheizen?
Wie genau muss die Regelung sein (Hysterese)?
Für die Drahtaufheizung gibt es Tabellen im www.
Bei 160 Ohm Widerstand (1 Ohm pro Meter und 160 m) kommt man bei 230 Volt auf 330W Heizleistung (über die Länge des Drahtes verteilt).
Das ist alles nicht trivial und man sollte sich vorher mit der Materie ausreichend beschäftigen.

Ich persönlich werde keine gezielten Ratschläge für Arbeiten geben, die Laien (Elektrotechnik mit gefährlichen Strömen und Spannungen) gefährden können.
Gefahren:
Berührspannung: 50 VAC reichen aus um einen Menschen umzubringen (Herzkammerflimmern schon bei Strömen im Milliamperebereich)
Eingriff in bestehende Schaltungen: Erstens wie oben, zweitens Überlastungsgefahr (Abfackeln siehe Helmut)

Gruss
Peter

[ 20. Juli 2003, 10:52: Beitrag editiert von: Peter Seifert ]

Raphael
20.07.2003, 11:51
Hi,

ja der Draht muss auf max. 100 Grad geheizt werden. Die Regelung von Conrad-Elektronik ist ausreichend genau.

Gruss
Raphael

Raphael
20.07.2003, 14:14
Hi,

es wäre auch denkbar 80 mal 2 Meter zu heizen (als eine Parallelschaltung), falls dies etwas vereinfacht.

Gruss
Raphael

Raphael
20.07.2003, 14:42
Hi,

lassen wir die 160 Meter Heizdraht mal weg und nehmen an, dass ich eine Glühbirne (230V) bei erreichen einer bestimmten Temperatur aus- und bei unterschreiten dieser Temperatur wieder einschalten will.
Das Temperaturschaltmodul von Conrad gibts hier:
Link (http://www.ch.conradcom.de/scripts/wgate/ZCOP_CH/!?perform_special_action=Produktdetail&product_show_id=195715&p_page_to_display=fromoutside)

Jetzt hoffe ich auf eine konkrete Antwort welche Relais gebraucht werden und was zu beachten ist.

Gruss
Raphael

Frank Hertel
20.07.2003, 19:06
Hallo Raphael,

es gibt von Conrad auch eine Temperaturregelung im Steckdosengehäuse (als Zwischenstecker), d.h. Du steckst das Modul in die Steckdose; deine Heizung in das Temperaturmodul und stellst dann die Temperatur ein. Der Temperaturfühler ist mit einem Kabel ca. 1m entfernt.
Ist im Prinzip das Modul bereits fertig mit Schaltrelais.
Allerdings kenne ich die Bestellnummer nicht; da müßte ich auch im Katalog suchen.

Viele Grüße
Frank

vanKoch
22.07.2003, 14:57
Hier mal Tips zum Ausrechnen:

Eingangsleistung=Ausgangsleistung
Eingang ist Strom und Spannung über dem Widerstand des Drahtes.
Ausgang ist Wärmestrom durch Strahlung Konvektion und Wärmeleitung.
Ich habe vor einiger Zeit ein Excel Tool nur mit Konvektion geschrieben. Könnte eventuell helfen.
Wenn du aber über den Draht pustest oder sich die Umgebung wesentlich ändert wirds nix mit dem Ausrechnen.

schiss
Ilja

Norbert Eisert
23.07.2003, 13:35
Hallo,

Ilja, ich glaube, das ist es nicht, was Raphael wissen wollte.

Man kann z.B. einen Liter Wasser mit einem 220V/300VA-Tauchsieder, mit einem 220V/1000VA-Tauchsieder oder mit einem 12V/300VA,resp.12V/1000VA-Gerät erhitzen.
Der Unterschied bei allen Varianten liegt in der Zeit und dem Strom, der da fließen muß.Dazu kommt im Falle eines Relais noch die Spannungsfestigkeit.

Raphael müsste wenigsten den Widerstand seines Drahtes bekanntgeben und mit welcher Spannung er es betreiben will. Dann kann man eine Rechnung aufmachen, was für Ströme zu erwarten sind und dementsprechend das Schaltgerät dimensionieren.
Ich persönlich würde aber einen stetigen Regler einem Schaltmodul vorziehen.Kommt halt auf den Einsatzzweck an.

Aber Raphael, die o.a. Sicherheitshinweise solltest Du Dir schon durch den Kopf gehen lassen ;)

plinse
23.07.2003, 14:48
Moin Raphael,

ich nehme an, daß es um dein Temperboxvorhaben geht, was du auch an anderer Stelle diskutierst.

Bei einer gut isolierten Box reicht es voll und ganz, sich ein paar Glühbirnen zurecht zu machen, die man mit käuflichen Schraubfassungen (also die Fassung wird durch ein Loch gesteckt und dort eingeschraubt) in alte Konservendosen installiert , die man vorher gelöchert hat und die Birnen so geschützt in der Temperbox aufstellt. Dann machst du mal ein paar Trockenversuche, erst mit einer Birne, dann mit mehreren und mißt mal die Temperatur. Die Regelung kannst du dir so sparen.

Die Heitzleistung, die du da verbacken willst, ist für eine "wilde" Bastelei einfach zu viel. Bei den Glühbirnen kann maximal eine Birne verrecken, aber sonst hast du je nach Birnen so um die 200W Heitzleistung. Interessant ist mehr Leistung nur, wenn sich das ganze schnell aufheitzen soll, wenn du aber eine Form tempern willst, arbeite lieber mit einem System, wo wenig Leistung verheitzt wird, die Maximaltemperatur also nicht geregelt werden muß (höchstens im Winter eine Birne mehr)und dir so nichts abbrennen kann. Bei den Leistungen, die du da im Hinterkopf hast und der Bastelei an 220V durch wie du sagst einen Laien, halte ich das für gefährlich.

Raphael
23.07.2003, 15:15
Hi Eike,

nein es geht dabei um die direkte elektrische Formenbeheizung. Durch ganz frisch eingetroffene Infos von Swiss-Composite weiss ich, dass es ein Heizgewebe (Glas/Kohle-Mischgewebe wo sich die Kohlerovings gegenseitig NICHT überschneiden) sowie einen Heizregler gibt.

Die ganze Diskussion hat sich also erübrigt, war aber trotzdem sehr hilfreich. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, direkte Formenbeheizung oder Temperkammer?!

Gruss
Raphael

Norbert Eisert
23.07.2003, 17:28
Hallo Raphael,
eine Alternative wäre da z.B. ine stinknormale Fussbodenheizung.

Die gibt es z.B. von der Fa. Devi komplett mit Regler.Geht über Ecken, Kanten und Rundungen zu verlegen, halt so, wie man es braucht.Pro qm(glaub ich)136 Watt.

Den einzigen Schwachpunkt bei dieser Variante sehe ich allerdings bei Deinen angestrebten 100 Grad C.

Wer will schon im Bad auf 100 Grad heissen Fliesen rumtanzen? :D

plinse
24.07.2003, 12:05
Moin Raphael,

ist halt die Frage was du willst.

Die Form beheizen und nur aus Energiespargründen in die Temperbox damit, wenn du Platzmangel hast, kannst du dir die Box auch sparen, hast aber bei jeder Form den Häckmäck von vorne, oder primitive Formen und eine universelle Temperbox.

Ich sag dir gleich, Formen sammeln sich schnell an, wenn man erst mal damit anfängt und Blut geleckt hat!