PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berechnung der Groesse von Leitwerken?



krueger
07.12.2009, 14:00
Hallo zusammen,

vielleicht kann mir ja einer einen Tip (oder Link) geben, wie man die
Groesse der Leitwerke ermittelt.

Konkret: Ich moechte mein "altes Elektrotaxi" leichter machen!
Ein guter Ansatz scheint mir das Hoehenleitwerk zu sein, weil mir
dies doch sehr gross erscheint, weil das Hoehenruder zudem sehr
schmal ist.

Bevor ich jedoch einen kapitalen Denkfehler mache, weil das HL so
gross sein muss (weil das Taxi sonst nich mehr so "stabil" fliegt)
wollte ich hier mal nachfragen, ob jemand evtl. so was wie eine
Faustformel o.ä. kennt?

Vielen Dank!

Ulf

MarkusN
07.12.2009, 17:00
Absolute Angaben kann man nicht machen. Ist eine Frage der Reserven:

Wie gross ist der Trimmbereich?
Welche Kontrolle hast Du noch, in einer kritischen Situation zu korrigieren?
Wie wendig ist der Flieger generell?
Mit welcher Minimalgeschwindigkeit hast Du noch ausreichend Ruderwirkung?
u.s.w., u.s.f.

Das Leitwerk sollte aber mindestens so gross sein, dass Du mit kräftigen Ruderauschlägen einen Strömungsabriss am Flügel provozieren kannst. Sonst verschenkst Du Arbeitsbereich am Flügel. Die Ausschläge kannst Du dann immer noch zurücknehmen, dass der Abriss im Normalbetreib ausbleibt.

Wobei ein Modell wie das Elektrotaxi wahrscheinlich mit ziemlichen aerodynamischen Reserven konstruiert wurde. Ist schliesslich ein Trainer und soll in erster Linie gutmütig sein. Bisschen was kannst Du da sicher reduzieren.

Das Augenmass ist da gar nicht so verkehrt. Weli Du viele funktionierende Auslegungen gesehen hast, hat sich Dein Gefühl für das, was korrekt ist, entwickelt.

Wie ist die Bauweise des Leitwerks? Lässt sich da allenfalls etwas sparen, ohne dass Du die Fläche reduzierst?

fliegerassel
07.12.2009, 17:51
Hallo Ulf,

du wolltest einme Faustformel für die Größe des HLW? Es sollte zwischen 18 und 25% des Flächeninhaltes haben, mal so als Richtwert.Bei den Ruderflächen ist es mal so, dass große Ausschläge auch großen Widerstand erzeugen. Wenn die Ruder also etwas größer sind, kannst du eben auch mit etwas kleineren Ausschlägen operieren. Bei einem Taxi muss man das bestimmt nicht bis zum Strömungsabriss treiben, zumal das bei normaler Schwerpunktlage wohl kaum machbar sein wird. Ich denke, das meiste Gewicht sparst du eh ein, wenn du das Leitwerk so leicht wie möglich baust, einschl. der Anlenkungen und auch dem Material im Leitwerksträger. Wenn du das Modell also schon operierst, schau doch mal, ob der Bereich hinter der Fläche nicht noch etwas gelöchert werden kann...

Gruß Mirko

MarkusN
07.12.2009, 17:54
Bei einem Taxi muss man das bestimmt nicht bis zum Strömungsabriss treiben, zumal das bei normaler Schwerpunktlage wohl kaum machbar sein wird. Jein. Wenn Du die Kiste nicht bis zum Strömungsabriss aushungern kannst, verschenkst Du Landegeschwindigkeit.

jochen_w.
07.12.2009, 18:03
So sieht's aus! Und dann macht man den Ausschlag eben noch um so viel kleiner, dass bei voll gezogener Höhe nix passiert. Dann wird der Flieger nur noch immer langsamer und sackt schließlich durch.
Ich würde aber auch lieber den Rumpf insgesamt versuchen zu erleichtern, bevor ich am HLW rumschnippel! Du kannst die Seitenwände ausnehmen (runde oder ovale Löcher) und dann noch die Drahtseelen von den Bowdenzügen rausziehen und diese durch passende CFK-Stäbe ersetzen. Ich hab das so schon oft gemacht, ich glaub es war ein CFK-Rundstab mit 1,2mm Durchmesser, der müsste in die Kunststoffröhrchen passen. Dann klebt man an die Enden die Gabelköpfe mit Harz wieder ran (alles vorher genau passend einstellen!) und wickelt noch ein Stück von nem Roving drüber. Das hält sehr gut, natürlich sollte das CFK im Klebebereich leicht angerauht sein...
Wenn Du dann noch die Leitwerke in der Gleichen Größe aus leichteren Brettchen ausschneidest, oder sogar in Gitterbauweise baust, dann hast Du insgesamt viel mehr gewonnen und musst Dich nicht mit der Frage, ob das HLW jetzt noch groß genug ist, rumquälen.

mfg jochen

fliegerassel
07.12.2009, 18:12
Jein. Wenn Du die Kiste nicht bis zum Strömungsabriss aushungern kannst, verschenkst Du Landegeschwindigkeit.

...bei einem Taxi? Wenn da die Strömung ernsthaft abreist, steht die Kiste doch fast. Warum muss ich das beim Landen ausnutzen können? Bei einem Warbird könnte ich das eher nachvollziehen.
Aber gut, wir müssen das ja nicht ausdiskutieren, weils darum nicht wirklich geht.

Gruß Mirko

MarkusN
07.12.2009, 19:23
...bei einem Taxi? Wenn da die Strömung ernsthaft abreist, steht die Kiste doch fast. Warum muss ich das beim Landen ausnutzen können? Weil Du sonst einen Springer produzierst. Mindestens kurz vor Minimalgeschwindigkeit muss der Flare gehen, sonst bleibt der Flieger nicht unten.

philLIPO
09.12.2009, 16:52
hallo Ulf,

ich habe auch so ein "altes Elektrotaxi" :cool:

Das Hlw war von Grp schraubbar vorgesehen. Wenn du die Spanten und die Verschraubung dafür rausnimmt und das Hlw festklebst, kriegst auch Gewicht aus dem Heck heraus.
Mein Hlw ist nicht sehr schwer und hat auch recht große Aussparungen.

Ich vermute mal, dass du einen leichteren Antrieb als früher verwenden willst und dass deshalb Masse aus dem Rumpfheck muss, damit der Schwerpunkt passt.

Falls du das vorhast, würde sich eine Verlängerung der stummelig kurzen Rumpfnase anbieten. Dadurch gewinnst du Bodenfreiheit für den wahrscheinlich größeren Propeller und kannst wegen des längeren Hebels einen leichten Akku+Außenläufer verwenden.

...und schöner wird das Taxi auch noch :)