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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fliegen bei tiefen Temperaturen



Horiak
22.12.2009, 00:56
Hallo Fliegergemeinde!

Wollte am Sonntag noch 2 Akkus rausfeuern, weil wir auch
etwas Schnee bekommen haben.

Also mein Flugboot Gemini von Robbe und Sender genommen
und ab auf den Platz.

Sende eingeschaltet, Akku angesteckt und alles kontrolliert.
Funktionierte alles perfekt. Als ich aber die Haube
draufgeben wollte, lief das Seitenruder in Endstellung
und nichts ging mehr. Der Regler signalisierte keinen Empfang.

Am Sender nochmals alles gecheckt.
War aber nichts verstellt.

Hab dann wieder alles eingepackt und heute morgen im geheizten
Keller wieder aufgebaut. Es funktioniert alles wieder perfekt.
Ich weiß, es war saukalt bei uns in Wien-Umgebung.
Minus 11 Grad, aber das sollte normalerweise ja kein
Problem sein. Wollte ja nur schnell im Schnee fahren und
ein paar Runden in der Luft fliegen.

Meistens stößt bei den Temperaturen der Pilot an seine
Grenzen, aber nicht die Elektronik, oder?

Das Auto war vorgewärmt, weil meine Frau davor gefahren ist.
Die Lipos hatte ich in der Hose verstaut, waren auch nicht kalt.
Aufgebaut hab ich unfähr 1 Minute im Freien.
Bin schon öfters bei Minus Temperatur geflogen.
Zwar nicht so kalt, aber - 5 waren es auch schon.

Sender: MC-19 (sollte bis - 15 Grad funktionieren)
Regler: Pulsar XC 25
Empfänger: Robbe XS-4
Motor Robbe Roxxy 2824/26

Hab jetzt noch keine anderen Komponenten gewechselt
und ausprobiert. Könnte wahrscheinlich am Empfänger liegen!

Vielleicht hat wer einen Rat, der öfters bei solchen Temperaturen
mit geeigneten Modellen seine Runden dreht.

Grüße Horiak

GC
22.12.2009, 00:59
Ich war neulich bei minus 12 grad fliegen. Einziges problem kalte Find´ger trotz dünner handschuhe. Komisch was Du erlebt hast!

Niklas Fischer
22.12.2009, 02:14
Hallo Fliegergemeinde!

Wollte am Sonntag noch 2 Akkus rausfeuern, weil wir auch
etwas Schnee bekommen haben.

Also mein Flugboot Gemini von Robbe und Sender genommen
und ab auf den Platz.

Sende eingeschaltet, Akku angesteckt und alles kontrolliert.
Funktionierte alles perfekt. Als ich aber die Haube
draufgeben wollte, lief das Seitenruder in Endstellung
und nichts ging mehr. Der Regler signalisierte keinen Empfang.

Am Sender nochmals alles gecheckt.
War aber nichts verstellt.

Hab dann wieder alles eingepackt und heute morgen im geheizten
Keller wieder aufgebaut. Es funktioniert alles wieder perfekt.
Ich weiß, es war saukalt bei uns in Wien-Umgebung.
Minus 11 Grad, aber das sollte normalerweise ja kein
Problem sein. Wollte ja nur schnell im Schnee fahren und
ein paar Runden in der Luft fliegen.

Meistens stößt bei den Temperaturen der Pilot an seine
Grenzen, aber nicht die Elektronik, oder?

jein. je nach temperatur und akkus kannst du locker weniger als die hälfte der betriebszeit rechnen.



Das Auto war vorgewärmt, weil meine Frau davor gefahren ist.
Die Lipos hatte ich in der Hose verstaut, waren auch nicht kalt.
Aufgebaut hab ich unfähr 1 Minute im Freien.
Bin schon öfters bei Minus Temperatur geflogen.
Zwar nicht so kalt, aber - 5 waren es auch schon.

Sender: MC-19 (sollte bis - 15 Grad funktionieren)


die mc-19 habe ich bis minus 30 grad in lettland ohne probleme betrieben. im "überzieher" aber viel wärmer wars darin auch nicht. eine fx-18 war auch dabei - die hat auch funktioniert. ohne überzieher.
das ganze im strammen wind, genau hier:

http://wiki.rc-network.de/Wasserkraftwerk_Riga

VIEL schlechtere bedingungen kann es also kaum geben.




Regler: Pulsar XC 25
Empfänger: Robbe XS-4
Motor Robbe Roxxy 2824/26

Hab jetzt noch keine anderen Komponenten gewechselt
und ausprobiert. Könnte wahrscheinlich am Empfänger liegen!

Vielleicht hat wer einen Rat, der öfters bei solchen Temperaturen
mit geeigneten Modellen seine Runden dreht.

Grüße Horiak

woran es jetzt lag, kann ich dir leider nicht sagen - aber die mc-19 kann ich relativ sicher ausschliessen.

greets, Nik

kallefly
22.12.2009, 02:36
Woran das lag? Na, ist doch klar - am Wetter!!!

Ehrlich gesagt, für kein Geld der Welt würde ich bei solchen Temperaturen fliegen gehen, aber jeder so wie er will. Jedes Gerät leidet bei diesen Temperaturen, Produkte können großenteils garnicht angewendet/verarbeitet werden - Hinweise auf der Produktbeschreibung belegen das - aber von hochempfindlicher Elektronik wird das einfach erwartet - finde ich ziemlich naiv.

dl3it
22.12.2009, 10:09
Die Elektronik hat da sehr wohl ihre Probleme. Nimm Dir mal ein beliebiges Datenblatt eines beliebigen Bausteins und schau Dir mal an für welche Temperaturbereiche der Hersteller die Funktion "garantiert". Im Consumerbereich, wo wir uns bewegen, sind das meist nur 0°C-70°C. Zusätzlich gibt es erweiterte Bereiche für die Industrie und den Automotive Bereich. Die häufigsten Probleme sind Oszillatoren aller Art, also im Empfänger, Sender, vor allem aber auch an jedem Mikrokontroller. Die fangen einfach nicht an zu schwingen; sobald sie wieder warm werden, gehts weiter.
Neben den üblichen Quarzen werden heute oft auch externe Keramikoszillatoren oder interne RC-Oszillatoren verwendet; das machts alles nicht besser. Weitere Ursachen können veränderte Kennlinien von Transistoren sein, Bauteiltoleranzen passiver Komponenten, .... Nicht ohne Grund wird in bestimmten Bereichen, z.B. im Automotive Bereich, ein ganz erheblicher Aufwand für Klima- und Temperaturtests getrieben. Es ist einfach peinlich, wenn das liebe Auto beim ersten Schnee nicht mehr will :D
Gerne werden auch Kontaktprobleme an Steckern genommen. Die üblichen Modellbaustecker an Servos sind ohnehin nicht der Hit; vor allem, wenns mal wieder billig aus Fernost sein muss. Bauteile für einen erweiterten Bereich kosten leider signifikant mehr Geld; und das will ja niemand ausgeben.
Nimm einfach mal die einzelnen Komponenten und lege sie ins Gefrierfach oder die TK. Dann siehst Du ganz schnell, was nicht mehr tut.

jochen_w.
22.12.2009, 10:35
Naja, dass es auch anders geht, hat Nik ja geschrieben... (habt Ihr das gelesen? Lettland; -30°...)
Ich hab auch eine MC-19, mit einem größeren Senderakku, NiMh 4,3Ah...
Trotzdem merke ich im Winter, dass dessen Kapazität deutlich spürbar in die Knie geht. Bei meinen LiPos hab ich das aber noch nie so bewusst wahrgenommen... Aber vielleicht auch deshalb, weil ich mit dem Flieger im Sommer teilweise an die 40min. mit einer Akkuladung flieg (Parkflyer Eigenbau, 1m, 380g, Kokam 3S 910mAh) und es mir deswegen nicht auffällt, wenn ich dann im Winter halt mal 10min. kürzer flieg...
Ach ja, bei -5° flieg ich auch noch... Weis garnicht, was manche da haben...? Hat doch einen ganz eigenen Reiz, Kufen drunter, touch-and-go's im Schnee, das macht Spaß! Und die Finger? Ach bitte, macht ihr Euch auch bei jedem Kratzer nen Dinopflaster drauf...:D

mfg jochen

parafly
22.12.2009, 11:29
Worum gind es hier nochmal...:rolleyes:

Mari
22.12.2009, 11:32
.....
Gerne werden auch Kontaktprobleme an Steckern genommen. Die üblichen Modellbaustecker an Servos sind ohnehin nicht der Hit; vor allem, wenns mal wieder billig aus Fernost sein muss. Bauteile für einen erweiterten Bereich kosten leider signifikant mehr Geld; und das will ja niemand ausgeben.
Nimm einfach mal die einzelnen Komponenten und lege sie ins Gefrierfach oder die TK. Dann siehst Du ganz schnell, was nicht mehr tut.


Erstens sind die guten Stecker aus deutschem Lande meinst auch aus China, deshalb aber auch nicht besser nur weil man mehr dafür bezahlt hat.
....zweitens funktioniert eine Fernsteuerung eine Zeit lang normalerweise auch bei Minusgrade.
Ich bin auch im Winter regelmäßig auf'm Flugfeld. Die Grenzen find ich meist bei meinen Fingern. Akkulaufzeit ist hier natürlich geringer als bei Plus-Temperaturen.

Coma
22.12.2009, 11:51
Geflogen wird immer, das steht fest! Es sagt ja keiner, dass man seine 1000 Euro Modelle fliegen soll - die Grenzen setzen nur die Nerven in den Fingern! :cool:

http://www.youtube.com/watch?v=qZJ2lrA7i5g

parafly
22.12.2009, 11:55
Ich fliege Graupner und Futaba Anlagen. Aber sowas, ist mir bis jetzt noch nie passiert. Einzig Eiskristallbildung a.d. Brille, können mich vom Fliegen abhalten:D.
Das Lipos vorgewärmt werden sollten(bei mir ab <10°), ist bekannt. Aber das die Anlage total ausfällt..? Evtl. solltest Du den Fehler nicht nur bei der Temp. suchen.

Gruß Frank

dl3it
22.12.2009, 12:25
@Mari: es hat ja niemand behauptet, dass 100mil Stift- und Buchsenleisten aus DL besser sind; es gibt "toleranzausgleichende" Stecker, denen Temperaturschwankungen und mechanische Beanspruchung egal sind. Die Steckverbindung gehört der Applikation angepasst - der Preis oder irgend ein 50+ Jahre alter Standard sind nicht alles. Trotzdem fliege auch ich mit diesen Steckern und habe dabei schon alles von raus gerüttelten Steckern, nur 2polig aufgesteckten Buchsen, defekten Kontaktfedern usw. erlebt.
Die Stecker dürften bei der beschriebenen Situation auch nicht das Hauptproblem gewesen sein. Was der Thread-Eröffner beschreibt, klingt eher wie ein nicht schwingender Oszillator oder eine gebrochene Lötstelle....
Geflogen wird auch im Winter - auch bei -10Grad :D Dumm nur, dass die Kunststoffe und Finger so spröde werden...

Mari
22.12.2009, 13:10
na ja, solang die Finger nur spröde werden geht's ja noch, aber wenn sie anfangen abzubrechen sollte man in die warme Stube zurückkehren:D

Gast_25279
22.12.2009, 14:02
Hi,

Was immer kritisch ist sind grosse Temperaturwechselvon kalt nach warm. An einem eiskalten Bauteil bildet sich beim Wechsel in warme Umgebung ziemlich sicher Kondenswasser- auch an Stellen, die nicht offen zugänglich sind.
Siehe die Eurostar- Züge im Kanaltunnel (http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5043595,00.html).

Das kann aber in deinem Fall eher nicht das Problem sein, es sei denn, deine Anlage lag vorher bei -5° in der Garage und danach im warmen Auto.

Versuche im Zweifel, das Problem durch Tausch einzelner Komponenten einzugrenzen.

lg Alex

AlexB
22.12.2009, 15:14
ich war auch am Wochenende fliegen (-14 Grad) und hatte keine Probleme. Ich vermute auch das an deinen Komponenten was nicht stimmt (kalte Lötstelle, schlechter Kontakt) und du einen thermischen Fehler hast. Um sowas rauszufinden gibt es Eisspray. Anlage einschalten, und in Frage kommende Bauteile der Reihe nach vereisen, dann findet man schnell raus woran es lag.


Gruß

Alex

Niklas Fischer
22.12.2009, 15:20
ach so als nachtrag:

wir sind mit nuris geflogen, rex5 mpd empfänger, c261 servos - und nicd zellen.
die halten laut den letten der kälte am besten stand.

greets, Nik

hb1961
22.12.2009, 15:22
Hallo!
Ich würde den Empfänger für ein paar Minuten in den Tiefkühler legen und dann das ganze noch mal ausprobieren.Vieleicht sind die Bauteile des Empänger nicht frostfest.


allen frohe Weihnachten

hb1961

Meyerflyer
22.12.2009, 15:55
Ich vermute auch, dass es mit den bauteilen der verschiedenen Regler zu tun hat. Mein Dymond Smart 60 hat letztes Mal bei -10°C einwandfrei getan, was man von ihm verlangte, der Hyperion Titan 50A in meiner Edge piept bei unter 0°C aber dauerhaft solange bis man ihn warmhaucht oder das Wärmekissen drauf legt. :D

Horiak
23.12.2009, 21:22
Hallo Fliegergemeinde!

Danke vorerst einmal für Eure Beiträge.
Denke daß die Lipos die Spannung schon gehalten haben.
Hab gestern beide 3s Lipos ins Gefrierfach für ca. 5 min gelegt.
Sind direkt auf dem Eis gelegen!

Hab dann die Spannung gemessen.
Einer 10,7 und der andere 10,8 Volt.

Hab zwar unter Last noch nicht bei den Temperaturen gemessen,
aber ich vermute, daß es ein Empfängerproblem war.

Regler und Sender kann ich vorerst ausschließen,
da der Regler durch piepsen, einen Signalverlust
verlautbarte. Sender funktioniert laut Servoanzeige und
Spannungsanzeige einwandfrei. Und warum sollte das HF
Modul bei Minusgraden aufeinmal aussetzen, obwohl es
schon mit einigen Modellen in den letzten Jahren bei
minus Temperaturen verwendet wurde.
Zwar war es nicht so kalt, aber so ca. - 5 Grad hatte es
auch schon.
Der Lipo hielt auch die Spannung laut Gefrierfachtest.

Also werde ich bei ähnlichen Temperaturen in den nächsten Wochen
mal andere Empfänger testen.

Grüße Horiak

thomasH
11.01.2010, 01:21
Hallo zusammen,

sehe diese Diskussion hier gerade und kann aus aktuellem Anlass auch ein Beispiel für "eingefrorene" Komponenten liefern:

Wollte neulich beim Heilig 3 König Fliegen eines Nachbarvereins meine kleine Hyperion Edge in die Luft bringen.

Zum Glück mache ich wirklich immer einen Rudercheck - das Höhenruder machte keinen Mucks, Servo war "weich".

Als ich dann abends zu hause die Ursache suchen wollte (Flieger stand mittlerweile 2 Stunden im warmen Bastelkeller) ging wieder alles.
Also Flieger für eine Stunde auf den Balkon verfrachtet und dann getestet: Servo war wieder tot - nach ca. 10 Minuten im Warmen wachte es von alleine wieder auf.

Es war eine Lindinger "Modell Expert Digital 10" - oder so ähnlich. Die HS-55 und HS-81 Servos auf den anderen Rudern gingen ohne Probleme.

Ich denke die üblichen Modellbaukomponenten sind nicht unbedingt für niedrige Temparaturen gemacht. Meist gehen sie - aber Verlass ist darauf nicht.

In dem Flieger ist übrigens der von meyerfleyer erwähnte Titan 50 Regler verbaut. Letzten Winter hatte ich das Dauerpiepen auch mal - dafür ging das Servo. Dieses mal war es umgekehrt....

Gruß
Thomas