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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Washout bei F1Hs-Modell sinnvoll ?



sebastianruff
29.01.2010, 19:11
Hallo liebe Freiflieger,

ist es sinnvoll in die Außenohren des Flügel eines F1Hs Jugendmodelles,
für den Kurvenflug einen unterschiedlichen Anstellwinkel einzubauen, um ein
Stützen gegen die Kurvensteuerung zu erreichen ? :confused:

Hintergrund meiner Frage sind meine persönliche Beobachtungen, daß Baukastenmodelle die nur mit Kurvensteuerung ausgestattet waren, ein unbefriedigendes Kreisflugverhalten aufwiesen.


Mit freundlichen Grüßen

Sebastian

Joo
30.01.2010, 00:04
Kam der unbefriedigende Kurvenflug vielleicht aus einer falschen Schwerpunkt lage?

mfg,
joo

sebastianruff
30.01.2010, 05:49
Hallo Joo,


Kam der unbefriedigende Kurvenflug vielleicht aus einer falschen Schwerpunkt lage?


Dies kann natürlich sein, läßt sich aber jetzt nicht mehr nachvollziehen. ;)

Bringt es Vorteile bei oben genanntem Modell eine Verwindung einzubauen,
wie es bei den großen Brüdern in F1A der Fall ist ?
Angestrebt wird, mit bewährten Mitteln die bestmöglichen Flugeigenschaften zu erzielen, ohne eine komplette "Versuchsreihe" bauen zu müssen.
Deshalb meine Fragestellung hier, an die Freiflugprofis.


Mit freundlichen Grüßen
Sebastian

hastf1b
30.01.2010, 11:29
Hallo Sebastian, als erstes möchte ich dich auf diesen Beitrag aufmerksam machen http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=97058 dort steht vieles das man auch auf F1H anwenden kann.
Eine Verwindung des kurvenäusseren Ohres ist zu empfehlen. Ich schreibe absichtlich des kurvenäusseren Ohres da zwar über 90 % Rechtskurve geflogen wird einige aber auch Linkskurve fliegen. Auf der unteren Skizze habe ich einen Keil abgebildet der beim bauen unter die Endleite gelegt wird. Ein Keil deshalb damit die Endleiste und die Unterlagen zur Wahrung des Profils nicht "in der Luft" hängen. Den Keil 3 cm breit herstellen von 0 auf 2-3mm. Verzüge immer fest mit einbauen wenn man sie später beim spannlackieren durch unterlegen erreichen will besteht die Gefahr das sie sich wieder reduzieren oder ganz zurück gehen. Wenn du zur untenstehenden Skizze noch Fragen hast werde ich sie beantworten (oder auch andere).

Gruß Heinz

402089

sebastianruff
30.01.2010, 12:27
Hallo Heinz,

wieder eine kompetente Antwort, vielen Dank für die Skizze und den link ;)

Nur noch einmal zur Kontrolle rekapituliert: das kurvenäußere Ohr wird nach oben verdreht, und "stützt" die Maschine gegen das ausgeschlagene Seitenruder im Kreisflug ab. Beim Hochstart wird der "Verzug" durch Gegenseitenruder der Kurvensteuerung kompensiert.

Die Länge meines Außenohres beträgt 300 mm; hier wären also 2-3 mm Verwindung, zum Flügelende hin, angebracht.

Falls es keine Einsprüche gibt, kann nun mit dem Bau des Flügels angefangen
werden !


Mit freundlichen Grüßen
Sebastian

hastf1b
30.01.2010, 12:51
Nur noch einmal zur Kontrolle rekapituliert: das kurvenäußere Ohr wird nach oben verdreht, und "stützt" die Maschine gegen das ausgeschlagene Seitenruder im Kreisflug ab. Beim Hochstart wird der "Verzug" durch Gegenseitenruder der Kurvensteuerung kompensiert.

Die Länge meines Außenohres beträgt 300 mm hier wären also 2-3 mm Verwindung, zum Flügelende hin, angebracht.



Ja genau so, die untere Zeichnung auf der Skizze zeigt die Endrippe des linken Ohres.
Warte noch etwas mit dem bauen ob sich noch "Strippenflieger" zu Wort melden da ich mehr der "Gummiverdreher" bin.:)

Gruß Heinz

maxf1a
30.01.2010, 13:54
Hi,
also ich kann nur aus meiner F1A Erfahrung berichten.
Ich glaube es ist bekannt, das wir zu eher großen Verzügen neigen.
Allerdings würde ich nichts im Mittelteil verändern sondern die Verzüge auf die Ohren
beschränken.
Wir machen das in F1A auch so und ich denke sagen zu können, das es ganz gut funktioniert.
Wir fliegen z.B. bei kurzen Modellen am kurvenäußeren Ohr 5mm nach oben gedreht und am Innenohr 3mm. Dadurch haben wir sehr gute Thermikeigenschaften.
Ich würde sagen, für F1H am Außenohr 2,5mm am Innenohr 1mm nach oben.
Im Prinzip kann man das nicht verallgemeinern, wir probieren viel aus.
Das wäre mein Vorschlag.
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
Gruß Max

sebastianruff
30.01.2010, 16:19
Hallo Max,

vielen Dank für Deinen Beitrag; :)

Welcher Effekt soll mit der Schränkung nach oben, am Innenohr, erreicht werden, soll hiermit ein Abriß´am Außenflügel verhindert werden ?

Gruß
Sebastian

F1H-NFlyer
30.01.2010, 17:28
Hallo,

Es kommt eigentlich nur auf die Schränkungs-Differenz zwischen Außen- und Innenohr an. Schränkung am Außenflügel ergibt eine elliptische Auftriebsverteilung und damit einen kleineren Induzierten Widerstand. Außerdem sinkt die ca-Belastung am Außenflügel und verbessert sich das Abreißverhalten.

Gruß
Peter

Austrian
01.02.2010, 09:52
Statt das Ohr zu schränken kann man auch den Knick schräg zur Flugrichtung einbauen. Vorteil: man kann alle Teile auf einer ebenen Unterlage bauen. Nachteil: das ganze Ohr hat einen anderen Anstellwinkel als der Rest, daher sparsamer einsetzen!
Die Wirkung hängt von der V-Stellung der Ohren ab. Knicklinie in Flugrichtung zur Mittellinie hin gerichtet ("toe-in") ergibt mehr Anstellung, von der Mittellinie weg ("toe-out") ergibt weniger Anstellung.
Ich fliege immer mit mehr Anstellwinkel im kurveninneren Ohr (statt weniger im äußeren). Das Ohr fliegt dann nahe am abreißen und hat höheren Widerstand. Bei Störungen reißt die Strömung eher ab als am Rest, und das Modell kippt in die Kurve. Ist ein sehr sicherer und einfacher Trim!

flieger-ralf
03.02.2010, 16:06
Ja ja, AUSTRIAN, die alte "Wiener Schule" schlägt durch ;-)). Wenn der Bart stark genug ist, erfolgt ein heftiges Einkreisen und engeres Kurven bis dann irgendwann das Unterschneiden anfängt.

F1H-Nflyer hat nur zum Teil Recht, Schränkungen am Innen- und Außenflügel verringern den Auftrieb, sofern an beiden der Einstellwinkel durch Anheben der Endleiste verringert wird (wash-out), und tragen dadurch zur elliptischen Auftriebsverteilung bei. Das erhöht auch etwas die Längsstabilität.

Maxf1a hat Recht, so machen es viele. Viele F1A-Flieger steuern jedoch auch zusätzlich den kurveninneren Tragflügel, z.B. auch im Kreisflug mit einem zum kurvenäußeren Tragflügel höheren Einstellwinkel. Mit elektronischem Zeitschalter wird teilweise bei einem engeren Kreisflug die Einstellwinkeldifferenz durch Ansteuern (Vergrößern) des HLw-Einstellwinkels gesteuert, wie es alle RC-Flieger und Großflieger im Kurvenflug ebenfalls machen. Dies trifft insbesondere auf den Kreisschlepp zu, jedoch auf im Gleitflug.
Da sich insbesondere im engeren Kreisflug am kurveninneren Tragflügel der Anstellwinkel verringert (circular airflow), empfehle ich auch bei einem F1H-Modell eine schwache unterschiedliche Verringerung des Einstellwinkels an beiden Flügelaußenteilen, Unterschied kurvenäußerer zu kurveninnerer Außenflügel ca. 1°, und positive Verwindung des kurveninneren Flügels am Knick zum Außenflügel (Anheben Nasenleiste - wash-in) ca.0,8°.

Dies führt zu einem gleichmäßigen Kurvenflug und zu einem engeren Einkreisen in die Thermik, ohne die Gefahr des Spiralsturzes.

Grüße
flieger-ralf

sebastianruff
03.02.2010, 16:41
Hallo,
erst einmal vielen Dank an alle Kollegen für die Ausführungen;
werde die Tipps berücksichtigen; ;)

Gerade die Neigung zum Spiralsturz ist mir in meiner Jugend bei meinem Anfängermodell aufgefallen.

Im Moment taucht gerade ein weiteres Problem auf.
Der Aufbau des Modells erfolgt nach der "Rohkonstruktion" eines Kollegen der im Moment leider nicht greifbar ist.
Wenn ich die Bauschablone für die V- Form der Außenflügel benutze
ergibt sich ein Winkel von über 30 Grad pro Ohr !
Hier muß sich offensichtlich ein Fehler eingeschlichen haben.

Welche V- Winkel pro Ohr kann hier abschlägig empfohlen werden ?

Das Modell hat einen geraden Innenflügel mit 60 cm, und Ohren mit jeweils
30 cm. Der Leitwerksträger mißt 50 cm von Endkante Tragflügel zu Vorderkante Höhenleitwerk. Die Seitenleitwerksfläche beträgt ca 0,7 qdm.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian

Austrian
03.02.2010, 19:24
Ja ja, AUSTRIAN, die alte "Wiener Schule" schlägt durch ;-)). Wenn der Bart stark genug ist, erfolgt ein heftiges Einkreisen und engeres Kurven bis dann irgendwann das Unterschneiden anfängt.


Sorry, Ralf - ist mir noch nie passiert! Wenn das Modell wirklich auf den Kopf gehen sollte wirkt der Verzug eher wie ein Querruder und richtet den Flügel wieder gerade.

Die ganze Arbeit mit den Verzügen hängt natürlich auch von der Seitenflächen-Verteilung (und der V-Form) ab. Zu große Seitenleitwerke und/oder zu wenig V-Form erhöhen die Gefahr von Spiralstürzen - bei allen Arten von Verzügen!