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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Faxen dick mit Akkus löten



Ulrich Horn
19.04.2002, 03:30
Moin,

ich habe hier eine Fernsteuerung namens 'FM314'. Die bezieht ihren Saft aus einem Batteriekasten, in den man 8 Mignonakkus hineinpfriemelt.

Der Vorteil gegenüber gelöteten Akkupacks ist ganz offensichtlich: Zellen lassen sich einzeln oder komplett problemlos auswechseln.
Wer mit Akkupacks arbeitet, weiss, dass das (zumindest nach einiger Zeit) ein unschätzbarer Vorteil ist.

Meine Überlegung ist nun, das Prinzip auch auf modellantreibende Hochstromakkus anzuwenden. Natürlich ist die o.a. Plastikhalterung nicht für 50 A tauglich, aber das ist eine Frage der Konstruktion, nicht des Prinzips.

Ich habe folgenden Versuch gemacht:
Eine Pappröhre, saugend passend gefüllt mit 4 Sub-C-Zellen. Zur Verbindung habe ich Kupferscheiben 2 x 5 mm in runde Pappe eingeklebt jeweils zwischen zwei Zellen eingefügt.
Kontakte an beide Enden, und dann das Ganze mit einer Schraubzwinge zusammengedrückt (ca. 30 N) und mit 50A belastet.
Elektrisch war das kein Problem. Der 'Akkupack' hat sich verhalten als wäre er verlötet.
Über 5 Zyklen konnte ich keinerlei Abbrand an Zellenoberfläche oder Zwischenkontakten feststellen.

Somit kann ich mir die Konstruktion eines 6- oder 8-Zellers bereits vorstellen. Die Endkappen wären etwas aufwendiger als bei denjenigen, die verlötet sind, Führungsröhren müssten vorhanden sein, und zwischen den inline Stangen verlaufen zwei Gewindestangen zur Erzeugung des Anpressdrucks. Das Ganze wäre in Minuten zu zerlegen oder zu montieren.

Jetzt meine Fragen:
- Hat das schon mal jemand versucht?
- was spricht gegen diese Idee?
- und (davon abhängig), warum gibt es das nicht?

Grüße, Ulrich Horn

heinzi
19.04.2002, 08:03
sali ulrich
auf was für ideen man doch morgens um drei uhr so kommt!

die idee ist an sich nicht schlecht. ein nachteil sehe ich darin dass eine konstruktion benötigt wird, welche die zellen mit relativ grosser kraft zusammendrückt ( = gewicht). auch wenn nun die akkus mit einer rel. grossen kraft zusammengedrükt werden, dürften die kontaktflächen zwischen den zellen immer noch relativ klein sein. und das ist ja etwas was die hochstromfracktion den zellen anlastet (punktgeschweisste innere verbinder). die kraft darf aber auch nicht zu gross sein sonst verformt man die zellen und fertig lustig.
das mit dem auswechseln ist bei mir eigentlich kein thema. ich habe desswegen keine inlineverlötete akkupacks. bei mir geht das noch (meistens in eigenarbeit) mittels zellenverbinder.
im übrigen ist das einsetzten von verlötetet packs in den sendern (und auch empfängern) eine sicherheitsfrage.
habe selber auch noch drei sender in denen mann einzelzellen einsetzt. mit den federkontakten kann es aber schon zu problemen kommen, besonders dann, wenn mal eine zelle ausgelaufen ist. mit einer gewissen portion pflege und vorsicht gehts bei mir aber ganz gut.

[ 19. April 2002, 08:05: Beitrag editiert von: heinzi ]

AchimS
19.04.2002, 22:34
Dat gibt's kommerziell in USA. Powertubes oder so ähnlich. Falls es interessiert kann ich mal schauen.

Achim

Manfred Schnaible
20.04.2002, 22:03
Hallo Ulrich,

Achim hat recht, sowas gibt's im Land der unmöglichen Begrenzungen (oder wie hieß das noch) bereits seit geraumer Zeit als "Solderless Power Tube" fertig zu kaufen, siehe z.B. hier: http://www.modelelectronicscorp.com/spt.html

Witzig finde ich vor allem die so genannte "Phantom Cell" die bei ungerader Zellenzahl als eine Art Füllstück zum Einsatz kommt.

Gruß,
Manfred

Manfred Schnaible
21.04.2002, 09:48
Hallo Ulrich,

Original erstellt von TIBOS:
...immerhin war es keine sooo schlechte Idee.. :D stimmt, denn sonst hätten die Amis das sicher nicht gebaut :) .

Komisch nur, daß es dieses System noch nicht bei uns gibt. Oder hat das schon mal jemand hier gesehen? O.k., bei Strömen von 100 und mehr Ampére wird das Gehäuse wahrscheinlich sehr weich werden :D , aber für uns Alltagsflieger wäre das doch gar nicht schlecht, oder?

Gruß,
Manfred

Ulrich Horn
21.04.2002, 12:03
Nasowas..

immerhin war es keine sooo schlechte Idee.. :D

Besten Dank für den Link, Manfred! Das ist genau das, was ich mir vorgestellt habe. Ich werd' mich mal mit dem Hersteller in Verbindung setzen..

Grüße, Ulrich Horn

Snoopy
28.04.2002, 23:30
Hmm also ich mach das Hobby ja erst seit sieben Jahren, aber mir ist noch nie eine Einzelzelle gestorben, nur mal ein kompletter NiMH Pack, weil er leer überwintert hatte.
Kommt das wirklich so oft vor, dass eine einzelne Zelle abraucht?
Ich verlöte meine Akkus nur Inline, auch Mignon und Lady für Slowflyer.

Ulrich Horn
29.04.2002, 02:01
Moin,

so, ich hab mich mal mit MEC in Verbindung gesetzt, und ein kompletter Satz von den Dingern ist unterwegs (freu) :)

@Manfred: bei uns gibts das (noch) nicht, weil die keinen Europavertrieb haben.
Das Hauptproblem ist wohl, daß die Mehrheit der User mit der Konstruktion nichts anfangen kann oder sie nicht versteht. Dafür gibt es sicher mehrere Gründe. Zum einen muss man sich ausführlich mit Einzelzellen beschäftigen (also Laden und messen können), zum anderen gibt es Leute wie Snoopy, die überhaupt keinen Grund haben, so etwas einzusetzen ;)

@Snoopy: Wie machst Du das? Ich elektrofliege erst seit zwei Jahren, und bei mir haben sich schon 3-4 Packs verabschiedet :(
Gut, sie funktionieren noch; haben aber gegenüber neu 0,3-0,5 V niedrigere Spannungslage und 10-15% Kapazitätsverlust bei Hochstrombelastung. In jedem Fall liess sich bisher eine Zelle herausmessen, die deutlich geringere Kapazität hatte, während die anderen noch die ursprüngliche Leistung bringen. Solche Packs fliege ich nicht mehr.
Ich spreche allerdings von konfektionierter Billigware. Meine selbst gematchten und gelöteten Packs leben alle noch :)

@Helmut: Mich interessieren die SPTs aus zwei Gründen:
- man spart die Arbeit beim Löten bzw. die Differenz zwischen Einzelzellen und konfektionierten Packs. Das möglicherweise mehrmals, nämlich wenn einzelne Zellen im Pack nachlassen.
- Packs lassen sich wesentlich leichter formieren. Speziell bei NiMHs habe ich das Problem der unterschiedlichen Selbstentladung, und durch das 'Ladeformieren' leiden die Zellen.

Ob das den Preis auf Dauer rechtfertigt, weiss ich nicht :) werde ich aber feststellen.

Zu Deinen Fragen:
Die meisten gehören zum selben Komplex:
'More power or longer run time.' - 'Battery packs can run cooler.' - 'Higher amp flow.'
MEC behauptet, dass der Übergangswiderstand zwischen den Zellen deutlich geringer ist als bei Lötverbindungen. Wenn das stimmt, ergeben sich natürlich diese Effekte. Ob das wirklich viel ausmacht, weiss ich noch nicht, wird sich zeigen :)

Die hier:
'Racers can charge individual cells, put them into the pack, peak the pack and be sure each cell is completely charged'
habe ich auch nicht ganz verstanden. Sie bezieht sich auf die speziell angebotene SPT für 6-Zellen racing packs (speziell Car-Bereich), deren Besonderheit wohl darin besteht, dass sie in sehr kurzer Zeit demontiert und wieder montiert werden kann. Ich kann mir vorstellen, das es einen Sinn macht in Verbindung mit diesen preiswerten und dennoch intelligenten Ladern für mehrere Einzelzellen (die wir im Modellbau nicht verwenden). Werde ich aber noch genauer untersuchen :)

---
Wie gesagt, die Teile sind unterwegs. Was sie taugen und welchen praktischen Nutzwert sie haben, werde ich untersuchen, und natürlich auch dokumentieren. Ich halte es nach wie vor für eine gute Idee.. magukken :D

Grüße, Ulrich Horn

Helmut Franz
29.04.2002, 12:33
Moin Leute! :)

Ist vielleicht gut so das einige Erfindungen der Amis in USA bleiben! ;)

Um die ganze Sache "Hochstromfest" zu machen, ich sach mal ab 15A aufwärts, ist doch ein erheblicher konstruktiver Aufwand zu betreiben, das die ganze Sache nicht "hochgeht".
Vom Gewicht ganz zu schweigen.
Das ist nicht angegeben, was ich gesehen habe!
Vom Preis mal ganz abgesehen! :(

Und so ein paar Verkaufsargumente wollen mir nicht so "eingehen"!
z.B.:
More power or longer run time.

Wo soll das denn herkommen?
oder
Battery packs can run cooler.
oder
Higher amp flow.
oder
Racers can charge individual cells, put them into the pack, peak the pack and be sure each cell is completely charged.
Hä???

Gruß
Helmut

wolf
29.04.2002, 12:51
Hi Kollegen


Original erstellt von TIBOS:
...Die hier:
'Racers can charge individual cells, put them into the pack, peak the pack and be sure each cell is completely charged'
habe ich auch nicht ganz verstanden. Sie bezieht sich auf die speziell angebotene SPT für 6-Zellen racing packs (speziell Car-Bereich), deren Besonderheit wohl darin besteht, dass sie in sehr kurzer Zeit demontiert und wieder montiert werden kann...Ich versteh zwar nichts vom Automodellsport, verstehe den Satz aber so, dass die Wettbewerbsfahrer vor dem Rennen nochmal aus ihren eigenen Beständen die Zellen selektieren. Also am Vorabend 30 (Einzel-)Zellen geladen, die 6 Besten/Gleichsten kommen in den Pack für's Rennen.
- nur 'ne Vermutung

Gruß
wolf

Norbert Eisert
29.04.2002, 13:47
Hi Männers,

darf ich mich reinhängen? :D

1. Werbeaussagen sollte man ja differenziert betrachten,egal ob Akkus oder Pampers.

2. gelötet/geschweißt/gepunktet garantiert mir eine "sauberere", gegen 0 Ohm gehende Verbindung.

3.lass ich Einzelzellen in eine Röhre rutschen, kann es passieren, daß dazwischen irgendwelcher "Dreck" gerät.

und 4. muß dann zu jeden Zellentyp(nach der Ami-Methode) doch irgendwie der passende Drehmomentschlüssel mitgeliefert werden, um das Optimum zu erreichen. :D

Aber nix destotrotz, Uli,ich bin mal gespannt auf Deine "Einlassungen" :rolleyes:

Grüsse Norbert

[ 29. April 2002, 13:49: Beitrag editiert von: Norbert Eisert ]

Ulrich Horn
01.05.2002, 01:36
So, hier sindse:

http://digiplan.bei.t-online.de/SPT1.jpg

5 Tage von etwa Seattle bis hier *staun*

Meinen ursprünglichen Vorstellungen entspricht vor allem das 'special racing kit', der kleine 6Zeller unten. Der war in 3 Minuten aus meinen rumliegenden Einzelzellern montiert.

Weiteres in Kürze.. ich muss erstmal damit spielen :)

Grüße, Ulrich Horn

[ 01. Mai 2002, 01:38: Beitrag editiert von: TIBOS ]

Ulrich Horn
01.05.2002, 02:52
moin,

jetzt hab ich das alles mal unter die Lupe genommen und durchgelesen :)

@Norbert:
1. Werbeaussagen? Du vergisst, dass ich die Idee selbst hatte.. nur nicht zuerst. Von daher bin ich per se davon in gewisser Weise überzeugt. Mit Werbeaussagen habe ich aber sicher nichts zu tun.. ich bin von der 'messenden' Fraktion :)

2. Sichere Verbindung? Das ist interessant. Die Intention des Herstellers war gar nicht die gleiche wie meine, sondern er kommt von der Seite 'Reduzierung der Übergangswiderstände'. Ich halte das in erster Näherung auch für plausibel. Muss man untersuchen, wäre aber eine nette Zugabe.
Vielleicht stellst Du einen netten Hubi zum Testen zur Verfügung?

3. Gut, man sollte vielleicht nicht Dreck und Akkus gleichzeitig hineinschaufeln :)

4. Vom Zellentyp ist das ziemlich unabhängig. Hier hat auch die Anleitung leichte Schwierigkeiten.. man versucht, mit Worten das 'Fingerspitzengefühl' zu vermitteln. Aus eigenen Überlegungen gehe ich aber davon aus, das es reicht, wenn die Zellen 'stramm' sitzen, also ohne mehrere Kp Druck. Das scheint so auch zu funktionieren.

Also, vom ersten Probieren bin ich sehr angetan..

Grüße, Ulrich Horn

Jürgen Heilig
01.05.2002, 09:46
Wenn ich mich recht entsinne hat Steve Neu von S&E die Power-Tubes 'mal ausführlich getestet und die Ergebnisse waren nicht berauschend. Kein Vergleich mit Inline Soldering. Aber bei Strömen bis 30A - Warum nicht? :) Jürgen

[ 01. Mai 2002, 10:19: Beitrag editiert von: Jürgen Heilig ]

Gast_52
01.05.2002, 12:02
Moin,

also die Sache mit dem verringerten Übergangswiderstand kann man evtl. so erklären: Wenn man als Alternative zu dieser Methode nicht inline verlötete Akkus nimmt sondern die althergebrachte mit Zellenverbindern, dann haben wir pro Übergang 2 Lötstellen mit der Problematik eines ggf. nicht geeigneten Verbinders und ggf. eines 'fetten' Lötkleckses....

Wenn ich mir so einige Packs bei uns auf dem Platz so ansehe, dann ist das neue System sicherlich besser.
Gegen sauber inline verlötete Packs wohl nicht, aber vielleicht muss ich mich hier ja eines besseren belehren lassen.

bis bald,

Thorsten

Armageddon
02.05.2002, 14:44
Hi,

@Ulrich: Wenn Du an diesen Teilen Messungen durchführst, wäre es schön, wenn Du die ganze Sache nochmals bei einem ordentlichen Vibrationsniveau (möglichst in Zellenlängsachse) machst. Bei den nicht unerheblichen Massen der Einzelzellen, könnte ich mir vorstellen, daß Du einen sich mit der Vibrationsfrequenz veränderlichen Übergangswiderstand messen könntest. Würde mich mal interessieren, ob sich das so verhält.

Ganz nebenbei zum Thema Lötung: Lötzinn ist bestimmt nicht der beste Leiter, allerdings sind bei einer ordentlichen Lötung mit Lötfahnen die Kontaktflächen sehr groß und die Zinndicke sehr klein, daß die Übergangswiderstände eigentlich verschwindend klein sein sollten.

Gruß Kai

Norbert Eisert
02.05.2002, 15:57
He Kai,

jetzt hauts mich aber hier vom Liegestuhl :D

Die Lötung soll eine "schlechte" elektrische" Vebindungsmöglichkeit sein? Da bin ich jetzt aber baff....
Handelsübliches und zum Weichlöten geeignetes "Lötzinn" besteht aus: SN60PbCu2 nach DIN 8516
D.h. 60 % Volumenanteil Zinn. +Blei+Kupfer.
Wo soll das ein "schlechter Leiter" sein.
Seit Jahrzehnten, was sag ich,seit Jahrhunderten :D wird gelötet, um elektrisch sichere Verbindungen herzustellen.

Nee Du, mal so gesehn, daß ich erzkonservativ bin, aber pressen ist schon sicher.
Sicherer aber ist auf alle Fälle Löten("Richtig" löten dort vorausgesetzt)

@ Uli:Jenseits 10A, gepresst(und das noch reversibel gepresst) ist in meinen Augen Hazard :D Da ich ja aber sowieso erster Bedenkenträger bin,lass ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen.Reden wir also noch mal am Ende der Saison drüber...... :D

Und Hubi kriegst von mir keinen..... :D :D

Grüsse Norbert

Armageddon
02.05.2002, 16:34
Hallo Norbert,

ich habe nicht behauptet, das Löten eine schlechte Verbindung wäre, ganz im Gegenteil: Ich habe geschrieben, daß der Übergangswiderstand verschwindend klein sein sollte. Zum Lötzinn selber: Es handelt sich hierbei um keinen besonders guten Leiter. Wie Du richtig geschrieben hast, besteht es zum Großteil aus Zinn, welches in etwa den selben spezifischen Widerstand wie Eisen hat. Und vergleiche diesen Mal mit dem Widerstand von Kupfer, Gold, Silber oder auch Alu (das sind gute Leiter).

Gruß Kai

Ulrich Horn
03.05.2002, 01:44
Moin,

nicht, dass ich schon groß Testergebnisse hätte.. ich versuch derzeit eine Vergleichbarkeit am Lader zu messen.. und das dauert :)

@Jürgen: hast Du mir irgendwelche weitere Infos zu diesem Test?

@Thorsten: Deine Beurteilung dürfte richtig sein. Gegenüber Zellenverbindern oder industriemäßig mit gepunkteten Blechen verbundenen Zellen ist das System klar im Vorteil. Sauber inline verlötete Packs sollen aber in etwa vergleichbar sein.

@Kai: Das mit dem Vibrationstest ist eine sehr gute Idee. Die labormäßige Realisierung scheint mir aber nicht einfach zu sein.. Na, vielleicht messe ich mal auf der laufenden Dekupiersäge :)

@Norbert: die Rechnung bei Lötverbindungen 'Widerstand = Widerstand der beteiligten Metalle/Legierungen' stimmt nicht ganz. Ich habe mal gelernt, dass jeder Übergang von einem Metall auf ein anderes einen zusätzlichen Widerstand hat, abhängig von beiden Metallen.
Mit dem Hubi haste jetzt verloren.. ich hätte Dir so 'nen Pack zum Test gegeben.. den Hubi hättste schon selbst fliegen müssen :D

Zum Thema Sicherheit: mir scheint die Konstruktion den inline gelöteten Packs zumindest ebenbürtig. Bisher habe ich ja meine Packs auch inline gelötet. Danach unterziehe ich sie einem Biegetest, und gelegentlich sind mir dabei schon Zellen wieder auseinandergegangen ('kalte' Lötstelle). Ich löte eigentlich recht sorgfältig. Wenn die Gerüchte stimmen, dass es Leute gibt, die Akkus inline mit Lötfett und bei zu hohen/zu niedrigen Temperaturen zusammenbraten, dann scheint mir die SPT dagenen ziemlich idiotensicher.
Sollte eine gelötete inline-Stange im Flug brechen, ist der Saft weg. Bei den SPTs scheint mir das nicht möglich. Bei Biegebelastung schwankende Ströme ja, aber ein Blackout nicht.
Ein Vibrationstest ist sicher aufschlussreich.

Grüße, Ulrich Horn

Norbert Eisert
03.05.2002, 12:30
Tja Uli, da hab ich mir wohl selber einen gemacht. :(

Aber da ich eh nur an Verbrennern rumtue, hält sich mein Schmerz in Grenzen.... :D Oder ich hätt mir nen E-Flieger kaufen müssen.... :D

Was die Verbindung von Metallen angeht...hm....Sicher ist der Widerstand von zwei aneinandergelöteten Kupferstangen/streifen minimal höher als bei einer aus dem Ganzen.Aber wenn ich die beiden bloß aneinanderhalte oder presse....?Und Das dann noch bei den Strömen?*kopfhinundherwieg*
Aber wie gesagt, ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen...

Grüsse Norbert

Finnz
03.05.2002, 14:04
Hallo zusammen,
ich möchte hier noch Folgendes anfügen:

Der Widerstand einer Veerbindung zweier Zellen ist nicht nur von den Werkstoffen (Pole der Zelle, Lötzinn) abhängig sondern auch von einer eventuellen (Oxid-)Schichtbildung an der Oberfläche. Das Flußmittel im Lötzinn hilft diese zu beseitigen, außerdem kann man die Zellen vor dem Löten anschleifen.
Bei einer gepressten Verbindung hat man, neben der bereits erwähnten Problematik mit der Kontaktfläche (nur Punkt- oder Linienberührung bei konvexen bzw. konkaven Polflächen), über längere Zeit möglicherweise auch Korrosionserscheinungen oder besagte schlechtleitende Schichten.

Außerdem habe ich mal von Zellen gehört, bei denen der Pluspol gegenüber dem Mantel der Zelle leicht zurückversetzt war. Ich glaube es war die Industrieversion der CP 1700. Solche Zellen wären für das Verpressen ungeeignet.

Ich halte das Inline-Verlöten für die bessere und sichere Variante. Allerdings nur unter der Bedingung der korrekten Ausführung. Und genau da liegt aber das Problem.
In Anbetracht der Arbeitsersparnis gilt vielleicht trotzdem:
Lieber gut gepresst, als schlecht gelötet.

Gruß

Klaus

Armageddon
03.05.2002, 14:32
Hi,

nur daß hier nicht der falsche Eindruck entsteht: Ich halte das Löten auch für die dauerhaftere und sichere Verbindung, wollte oben aber nur erwähnen, daß es kein idealer Übergang ist. Ist sowieso fraglich, wer von uns so drauf angewiesen ist, ob jetzt ein Akkupack einige Milliohm mehr oder weniger hat. Trotzdem bin ich gespannt auf die Ergebnisse von Ulrichs Untersuchungen. Vielleicht werden wir alle am Ende erstaunt sein. :confused:

Gruß Kai

Jürgen Heilig
03.05.2002, 16:31
Hallo Ulrich,

Wenn du der englischen Sprache einigermaßen mchtig bist, schau einfach 'mal bei www.ezonemag.com (http://www.ezonemag.com) vorbei und tippe "Power Tubes" in die Suchmaschine. :) Jürgen

Helmut Franz
03.05.2002, 23:55
Hi Ulli!

Na denn, teste mal fleißig!! ;)

Wie heißt es doch so schön:
"Versuch macht Klug (ch)!"
Gruß
Helmut

Harri
04.05.2002, 17:46
Hallo TIBOS!

Mein erster Beitrag beim neuen RC-Network! :)

Sehr interessante Sache mit den Tubes.

Ein bedenkenswerter Aspekt ist mir aber sofort aufgefallen, als ich von hohen Anpressdrücken gelesen hatte:

Bei hohen Strömen werden die Zellen ja tierisch heiß und wollen sich ausdehnen. Das können die aber nicht, weil die zusammengedrückt werden!
Besteht da nicht die Gefahr, daß die dünnwandige Blechspirale im Zellineren "knickt" bzw "wellt" und einen inneren Kurzschluß produziert? :rolleyes:

Was den Übergangswiderstand angeht, so meine ich, daß inline-Verlötung das non-plus-ultra darstellt.
Die Frage ist nur, wie nahe die Pressung an dieses Optimum rankommt und ob überhaupt ein meßbarer Unterschied besteht. Bestünde keiner, dann wären die Tubes ja eigentlich die Gewinner. ;)

Kamil F.
09.05.2002, 18:59
Hi,
es hat aber auch einen vorteil, wenn die akkus sich ausdehnen, dann vergrössert sich der anpressdruck. aber wahrscheinlich dehnt sich auch die tube.
zudem beulen die meinsten zellen unter hohen belastungen den boden etwas auf, das würde dann auch verringert werden.
grüsse

Ulrich Horn
19.07.2002, 04:45
Moin,

es ist einige Zeit vergangen, aber inzwischen liegen umfangreiche Erfahrungswerte mit den SPT vor. Bevor ich einen neuen Fred mit Bildern und Diagrammen eröffne (der von Gerhard Hanssmann, wie man Akkus verlötet, provoziert mich geradezu dazu :D ), hier eine kurze Zusammenfassung.

Gewichtsfrage: die SPT wiegen ca. 10g mehr als ein inline verlötetes Pack.
Hochstromfestigkeit: ich habe sie bis 40A getestet. Hier gibt es keine Probleme. Die Konstruktion ist aber nicht darauf ausgelegt (Anschlüsse), diesen Strom beliebig zu überschreiten.
Mechanische Festigkeit: Mit Standard-inline-Packs vergleichbar, spätestens, wenn man die SPT ebenfalls einschrumpft. Probleme mit der Ausdehnung von Zellen durch Hitze habe ich nicht feststellen können, wie gesagt bis 40A.
Von Rütteltests zeigen sich die SPT ebenso unbeeindruckt wie gelötete Packs.
Nun zur interessantesten Frage: der Übergangswiderstand. Hier hat sich erfreulicherweise Ludwig Retzbach bereit erklärt, Messungen an einer SPT (10-Zeller) durchzuführen, die er anschließend zu Vergleichszwecken demontiert und klassisch inline verlötet hat, um sie erneut zu vermessen.
Das Ergebnis weist einen sehr geringen (< 0,5%)
Vorteil für die Inline-Verlötung aus.
---
Mir persönlich reicht das. Wenn ich die Fraktion der 100- A - Flieger mal ausschliesse [sorry Harri], habe ich ein sauberes System.

Wichtig ist noch, dass das von mir beschriebene 'Racing-pack' System inzwischen bis auf 10-Zeller ausgeweitet wurde, d.h. man hat eine Zwillingsröhre, die Endkappen, und kann innerhalb von 2 Minuten egal wo eine oder mehrere Zellen auswechseln.
Wenn eine Zelle stirbt [oder nur abweicht], tausche ich sie aus. Ich kann sie dann einzeln päppeln, ohne dass der ganze Pack darunter leiden muss bzw. das verhindert.
Bisher wollte ich 20- oder gar 30-Zeller im Elektroflug nicht angehen, weil die Lebensdauer der Gesamtpacks wegen der Abweichungen einzelner Zellen gering sind. Andererseits liegen die Ströme bei den Vielzellern selten über 50A. Die SPT scheinen daher nicht nur für 10-Zeller geeignet, sondern auch für die Hochleistungsfraktion.

Grüße, Ulrich Horn

Andreas Michel
15.08.2002, 15:22
Hallo zusammen,

habe heute erst diesen Thread entdeckt.

Ich persönlich halte diese Klemm-/Schraubvariante für sehr interessant. Hätte man durchaus früher drauf kommen können.

Vor Urzeiten gab es sowas ähnliches mal von robbe. Den damaligen Sendern (braun genarbter Schuhkarton) lag eine geschlossen Empfängerakkubox bei, die mit einer Zentralschaube in der Mitte geschlossen wurde. Allerdings waren zusätzlich Anpressfedern eingebaut.

Doch zurück zu der hier vorgestellten Variante. Ich lese immer wieder von Bedenken an Kontaktstellen (Fläche > Übergangswiderstand).

Ich habe zwar kein Diplom im Löten oder Metallkunde, jedoch könnte ich mir vorstellen, die Pole vorab hauchdünn zu verzinnen. Dann sollte es auch bei konkaven Oberflächen keine Probleme geben.

Das Zinn ist doch recht weich, so dass sich durch den Anpressdruck eine etwas vergößerte Kontaktfläche ergeben könnte.

Besonders wenn die Ströme höher sind und eine Zellenausdehnung eintritt und sich die Zelle erwärmt, sollte das Lötzinn doch weicher werden.

An einer schlechten Kontaktstelle ist mit einem erhöhten Widerstand zu rechnen, so dass hier das Zinn noch weicher werden müsste und so von sich aus die Kontaktfläche vergrößert.

Der Vorteil des demontierbaren Packs würde erhalten bleiben.

Ich habe momentan das Problem, dass sich aus zwei älteren 10 Zellen drei Zellen verabschiedet haben. Beide Packs habe ich inline verlötet.

Hieraus könnte man problemlos z. B. zwei 8er-Packs fertigen. Ich habe aber Bedenken, die Packs zu trennen, da doch recht große Kräfte auf den Becherboden wirken. Die Methode tiefkühlen und abschlagen ist bekannt. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl.

Es wird sicher viele geben, die jetzt sagen: "Tonne auf und wech damit!"

Vom Kostenfaktor habe ich auch kein Problem damit. Allerdings trenne ich mich unter Umweltaspekten nur ungern von Zellen; zumal dann, wenn sie noch ok sind, was Messungen ergeben haben.

Auch hier könnte das beschriebene System Pluspunkte für sich verbuchen.

Im Übrigen halte ich das Mehrgewicht für nicht so dramatisch, da ich meine Packs ohnehin mit Rundhölzern oder Kohlerohren stütze, um die mechanische Belastung an den Lötstellen (harte Landungen/Turbulenzen) zu verringern.