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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Parallelwiderstand an Orbit Lader



matteusel
17.01.2003, 18:41
Hallo,

ich habe gestern meinen Orbit Microlader mit PC-Schnittstelle bekommen.

Bei den ersten Lade-Entladevorgängen mit Aufzeichnung am PC und Versuchen mit den unterschiedlichen Ladeprogrammen hat dieses Ladegerät bisher voll überzeugt.

Bei der PC-Software gibt es die Möglichkeit beim Entladevorgang einen Parallelwiderstand einzugeben. Der Orbit Lader kann zum Beispiel einen 8-zelligen Akku mit 2 A entladen. Durch einen parallel geschaltenen Widerstand kann der Entladestrom auf die in der Praxis vorkommenden Ströme erhöht werden. Das von der Software erzeugte Diagramm wird dann automatisch angepasst.

Ich hab mit Hilfe meines Labornetzgerätes den Widerstand eines Lautsprecherkabels mit 25 Meter Länge berechnet und komme auf 0,36 Ohm(bei 3 V Spannung fliessen 8,3 A).

Wenn ich dieses Kabel beim Entladen parallel zum Ladergerät schalte müßte ich bei einem 10zelligen Akku auf einen Entladestrom von ca. 30 Ampere kommen (28 A durch das Kabel, 2 Ampere durch den Lader).

Der Leiter des Kabels hat einen Durchmesser von 2,2 mm dies bedeutet einen Fläche von knapp 4qmm. Ich denke, daß sich das Kabel bei 28 Ampere nicht übermässig erwärmen dürfte, so dass der Widerstand einigermassen konstant bleiben sollte. Ausserdem kann ich den Widerstand beim ersten Entladen unter Last neu berechnen und über die Kabellänge einstellen.

Hat dies schon mal jemand versucht? Ein Problem welches ich sehe ist, wie schalte ich den Widerstand zu. Ich kann bei 30 Ampere wohl nicht einfach einen 4mm Goldstecker zusammenstecken. Woher bekomme ich einen Schalter der diese Last aushält (evtl Relais, aber woher)? Eine Möglichkeit wäre dies über einen alten Kontronik Sun-Regler (Gleichstrom) der bis 35 A geht zu schalten.

Was haltet ihr von diesem Versuch?

[ 18. Januar 2003, 02:14: Beitrag editiert von: matteusel ]

VOBO
18.01.2003, 11:24
Hallo Matteusel!

Schalten über Relais ist kein Problem, gibt es bei Conrad billig.
Andererseits verkraften 4mm Goldstecker locker 30A.
Was dabei stört ist höchstens der Verschleiß durch Kontaktblitze.
Wenn man aber die Verbindung sehr schnell steckt, hält sich das in Grenzen. Ich würde für jeden Kontakt am Ladegerät ein kleines Y-Kabel anfertigen (1mal zum Lader, 2mal raus).
Wenn man nun zuletzt den Parallelwiderstand ansteckt, leidet nicht der Kontakt des Laders, sondern der des Y-Kabels. Da die Goldstecker nicht sooooo teuer sind, kann man sie nach längerer Benutzung auch mal auswechseln.

Probleme sehe ich eher mit Deinem Kabel. Bei 30A und 8V werden immerhin 240Watt verbraten. Dabei wird das Kabel sicher warm und sein Widerstandswert sich deutlich ändern (Messfehler).

Ich habe ähnliches mal mit Hochlastwiderständen gemacht (geringer Temperaturkoeffizient!) die ich zwischen 2 Aluplatten geklemmt und in einen Eimer mit Wasser gehängt habe. Ging sehr gut, das Wasser war aber anschließend schön warm.

Gruß Volker

Ulrich Horn
18.01.2003, 20:03
Moin,

ich habe eine zeitlang für Hochstrommessungen NYA-Draht genommen (Baumarkt). Der wird ab 10A bei 10V deutlich warm. Mit Wasserkühlung (genau: Eimer ;) ) geht's aber auch bis 40A.

Grüße, Ulrich Horn

matteusel
20.01.2003, 12:04
Hallo,

ich habe heute erste Versuche mit meinem Lautsprecherkabel als Leistungswiderstand gemacht.

Erster Versuch war mit einem vollen 10-Zeller RC4/5SC (Hopf). Die erste positive Überraschung war, dass das Einstecken mit 4mm Goldkontaktsteckern überhaupt kein Problem darstellte. Es war nicht einmal ein leises Knacken zu hören. Der Anfangsstrom lag bei 33 Ampere. Durchschnittlich floss ein Strom von ca. 28 Ampere. Das Kabel wurde wie erwartet gerade mal gut handwarm. Entladen habe ich bis 7Volt. Hier muß man aufpassen, dass man den Akku unter dieser Belastung nicht tiefentlädt. Ich werde hierzu eine Schaltung aufbauen welche den Leistungswiderstand automatisch zu und abschält sobald das Ladegerät mit Entladen beginnt bzw. den Entladevorgang beendet.

Der Anfangswiderstand lag bei 0,32 der Endwiderstand bei 0,37 Ohm. Das ist wie ich finde schon einmal ganz passabel. Doch wie sagt man so schön, das bessere ist des guten Feind. Also nächster Versuch mit Wasserkühlung. Ich habe hierzu das Kabel in einen Eimer mit Wasser gelegt. Der Anfangswiderstand lag jetzt bei 0,338 und der Widerstand gegen Ende des Versuchs bei 0,343 Ohm. Fazit: Ziel voll erreicht!

Die Akkus wurden bei diesen Test ziemlich warm. Geschätzte Temperatur ca. 50 Grad . Ist dies aus eurer Sicht im Hinblick auf die Lebensdauer akzeptabel oder sollte man sie bei diesen Strömen nicht an einem Stück entladen?

[ 20. Januar 2003, 00:09: Beitrag editiert von: matteusel ]