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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : GP-Akkus, Lagerung?



X-Wing
19.01.2003, 21:14
Hi ihr,

nun bin ich doch stark verunsichert, anscheinend ist das von akku zu akku unterschiedlich, wie man die Lagern soll.

Wie ist das bei den 1500er GPs ??? Sie sind bei meiner Multiplex Cockpit MM mit dabei gewesen, aber da ich im Winter kaum Fliege möchte ich das doch lieber noch mal klären.

Soll ich sie Leer oder Voll lagern? Wie empfindlich sind diese akkus gegenüber falscher "Lagerung", sprich: Wie lange darf ich sie im "falschen" Zustand stehen lassen?

Allgemein:
Wie oft braucht so ein Nimh akku einen Zyklus?
Jeden Monat? Jede Woche? Gar nicht?

Danke für die Antworten...
Ingo.

Ulrich Horn
24.01.2003, 03:28
Ingo,

es ist für alle NiMHs und NiCds gleich, und nicht von Typ zu Typ unterschiedlich.

Wenn man weiss, dass man sie für längere Zeit nicht braucht (4 Wochen aufwärts) immer entladen und dann lagern. Entladen auf 0,8 - 1V/Zelle, 0V-Entladungen sind was für Spezialisten.
Bei entladen gelagerten NiMH Akkus ist wenigstens einmal im Jahr ein Zyklus angebracht, bei NiCds kann das aber auch nicht schaden.
Bei voll gelagerten Akkus gibt es zwei Probleme: Großkristallbildung (VD-Effekt) und unterschiedliche Selbstentladung, letzteres besonders bei NiMH. Beides schadet den Zellen nicht direkt.
VD lässt sich mit gelegentlichen Vollzyklen (alle 2-4 Monate) beseitigen. Die unterschiedliche Selbstentladung ist das größere Problem, denn ein NiMH Akku kann nach einigen Monaten erheblich disformiert sein, und das ohne Schaden an den Zellen weg zu bekommen ist eine diffizile Frage der Ladetechnik.

Alles klar?

Grüße, Ulrich Horn

leinel
24.01.2003, 08:21
Original erstellt von TIBOS:


....Die unterschiedliche Selbstentladung ist das größere Problem, denn ein NiMH Akku kann nach einigen Monaten erheblich disformiert sein, und das ohne Schaden an den Zellen weg zu bekommen ist eine diffizile Frage der Ladetechnik.

hi tibos,
kannst du das etwas naeher erklaeren bitte?

[[ich versteh es etwa so: mein 4zeller servoakku hat also nach -sagen wir- ein jahr geladenem liegenlassen den zustand, das 1 zelle noch 1/1 ist, eine 7/8 voll, eine 5/8 und eine 3/8. und dann muss man das wieder weg kriegen, ja, meinst du das so etwa? - wenn ja: wie kriegst du es weg, interessiert mich (also ohne den pack auseinanderzureissen .. :D ]]
danke rainer

plinse
24.01.2003, 09:26
Moin Rainer,

entweder klemmst du dann über jede Zelle einen Widerstand, so daß jede Zelle für sich richtig entladen wird aber keine Zelle dabei umgepolt wird, oder du lädst jede Zelle einzeln voll.
Problem ist hier, daß wenn du alle Zellen gleich behandelst (als ein Pack) du damit entweder die entladensten Zellen umpolst wenn du entlädst oder die am wenigsten entladenen Zellen überlädst, wenn du einfach wieder voll lädst.

Wenn du jetzt also bis zur Abschaltung durch den Lader voll lädst, schaltet er zu früh ab, weil die ersten Zellen voll sind und dann im Gebrauch polst du die schwächsten um... , Schaltet er nicht zu früh ab, überlädt er die vollsten Zellen mit zu viel Strom...

Laß es lieber nicht so weit kommen, lager sie entladen.

Du kannst durch formieren zwar die stärksten Zellen "schonend" überladen, aber gut ist es trotzdem nicht. Das dürfte aber die einfachste Methode bei geringer Schädlichkeit sein. Nur wenn ich an so einige meiner Empfängerakkus denke, sehe ich da schwarz, welcher Lader kann schon 10mA stabil liefern, von den modernen kein mir bekannter. Da würde wohl nur Vorwiderstand und Netzteil helfen.

heinzi
24.01.2003, 13:08
hallo plinse und reiner

wiso denn umständlich wenns einfach auch geht.
ein laden oder entladen von eintelzellen ist nicht notwendig um die unterschiedlichen ladezustände auszugleichen. eine formierungsladung des ganzen packs mit 1/10C reicht da vollkommen. bei diesem strom nehmen die zellen bei überladung keinen schaden.

beim entladen stimme ich dir allerdings zu. da musst du im pack aufpassen, dass nicht die am stärksten entladenen zellen umpolen. das haben die zellen nämlich gar nicht gerne. das gilt auch für das entladen mit kleinen strömen.

plinse
24.01.2003, 17:10
Moin Heinzi,

les dir mal meinen ersten Beitrag durch (letzter Absatz), da hatte ich das schon geschrieben, nur möchte ich den modernen Lader sehen, bei dem ich 10mA einstellen kann. Beispielsweise einige meiner Empfängerakkus kann ich mit der kleinsten Stufe meiner Lader (100mA) nur schnellladen, das entsprcht schon 1C.

Wenn ich da penne und die voll liegen lasse, habe ich hinterher ein Problem, also immer gleich dran denken ist das einfachste.

Und wenn dann stellt sich die Problematik doch auch hauptsächlich bei Sender und Empfängerakkus, Flugakkus sind nach dem Flugtag ohnehin leer.

leinel
25.01.2003, 09:32
@eike, heinzi
merci.

zusammenfassung des knackpunkts fuer mich:

ein laden 14 stunden mit 1/10 C schadet dem pack nicht, es ist danach immer voll (alle zellen).
ich rede von NiMH-servoakkus mit >= 1000mAh und z.b. einem UDP2.

eine kleine bestaetigung waere nett, damit ich solche facts (umgang mit NiMH) in meinem kleinen hirn mal richtig abspeichere ... :D

merci rainer

plinse
25.01.2003, 20:06
Moin Rainer,

wenn du es schaffst, mit dem Strom auf C/10 runterzukommen, ist das kein Problem, auch wenn rechtzeitiges Entladen schöner wäre.

Je kleiner die Zellen, desto mehr hast du aber das Problem, daß meist 100mA der geringste einstellbare Ladestrom ist und der oft DEUTLICH über C/10 liegt und das auf dauer kommt dann nicht so toll.

leinel
28.01.2003, 10:37
Original erstellt von TIBOS:
Moin,

Daher formiert man stark disformierte Packs in mehreren Zyklen und versucht so, eine erhebliche Überladung einzelner Zellen zu vermeiden (bei NiMH ist auch C/10 als Dauerüberladung zu viel).

Grüße, Ulrich Hornhallo tibos,

bitte poste doch einmal, wie lange man - als hausnummer- deiner erfahrung nach einen 1000mAh vierzeller NiMH mit 1/10 C dauerladen kann.
logisch waere ja deine warnung so zu verstehen, dass diese zeit kleiner 14 stunden sein muss, sonst waeren ja wieder alle zellen gleich randvoll - der gewuenschte effekt.

mir geht es um handlingueberlegungen, wie man das organisatorisch am besten macht, da nicht alle unserer modelle staendig in reichweite sind, aber an einem stichtag absolut flugbereit sein sollen, ohne das ich dann davor grosses gekasper habe.

merci bien, auch an eike :)

rainer

[ 28. Januar 2003, 10:38: Beitrag editiert von: leinel ]

Ulrich Horn
28.01.2003, 12:45
Moin,

alles richtig soweit.
Wenn man an die Einzelzellen herankommt, ist das einzeln Entladen natürlich der beste Weg.

Zum Formieren ist noch zu ergänzen: Jede Zelle hat eine "Überladereserve" von ca. 5-10%. Daher formiert man stark disformierte Packs in mehreren Zyklen und versucht so, eine erhebliche Überladung einzelner Zellen zu vermeiden (bei NiMH ist auch C/10 als Dauerüberladung zu viel).

Meine beiden Komfortlader werden mit disformierten Packs nicht recht fertig. Da ich wie plinse auch Ströme unter 50mA brauche, habe ich mir zu diesem Zweck ein Labornetzgerät zugelegt.

Selbstentladung: es ist so, wie leinel vermutet. Ich mache seit geraumer Zeit Messungen zu diesem Thema, aber.. Mann, ist das langwierig! Es läßt sich etwa abschätzen, dass neue NiCds unter 5% streuen, bei NiMH sind es bis zu 10%. Mit dem Alter oder der Zyklenzahl nimmt die Streuung zu. Läßt man volle Akkus nicht länger als drei Monate liegen, kommt man meist mit einer Formierungsladung aus.

Grüße, Ulrich Horn

X-Wing
30.01.2003, 16:10
Danke für eire Antworten!!!!!

Ich habe jetzt mal alles (bis auf PB) entladen-geladen und wieder entladen... Nun dürften meine Akkus gut bis zum nächsten Einsatz schlafen... ;)

Ulrich Horn
31.01.2003, 01:50
Hallo rainer,

---
bitte poste doch einmal, wie lange man - als hausnummer- deiner erfahrung nach einen 1000mAh vierzeller NiMH mit 1/10 C dauerladen kann
---

Bis was passiert?

Vor nicht allzulanger Zeit war die Meinung verbreitet, NiMH sollten überhaupt nicht überladen werden. Gesichert ist meines Wissens nur, dass NiMHs in bezug auf hohe Temperaturen wesentlich empfindlicher sind als NiCd. Es gibt Untersuchungen aus den 90er Jahren, die zeigen, dass ab 40°C die Zyklenzahl abnimmt, und zwar ziemlich drastisch mit steigender Temperatur.

Ich vermute, dass die Formulierung 'C/10' das Problem ist. Bei Überladung wird die Leistung komplett in Wärme umgesetzt. Nimmt man eine AA-Zelle (Mignon) als Beispiel, so ist die umzusetzende Leistung je nach Typ sehr unterschiedlich:
'Standard' NiCd 600 mAh -> 90 mW
N3US NiCd 1000 mAh -> 150 mW
Twicell 1600 NiMH -> 240 mW
'Aktuelle' NiMH 2000 mAh -> 300 mW
Man sieht, dass beim selben 'C/10' eine aktuelle NiMH durchaus doppelt so viel Leistung verbraten muss wie eine gleich grosse NiCd.

Daher verwende ich bei der 'unkritischen' Formierungsladung nicht C/10 des NiMH-Akkus, sondern C/10 eines gleich großen NiCd-Akkus, im obigen Beispiel 100 mA. So werden auch Höchstkapazitäts-NiMH kaum mehr als handwarm, und ich habe auch bei versehentlicher mehrstündiger Überladung keine Kapazitätseinbussen erkennen können.

Man muß allerdings beachten, dass sich die Ladezeiten dadurch deutlich erhöhen, denn NiMHs haben bei kleineren Strömen einen zunehmend schlechten Ladewirkungsgrad. Die Faustformel wäre etwa:
1 Std. C = 14 Std. C/10 = 40 Std. C/20

Wenns aber nur ums handling von Vierzellern geht, würde ich mir diese ganzen Überlegungen sparen :D und die Akkus nach dem Flugtag entladen. Macht ein wenig Arbeit, aber dafür entfällt das Formieren weitgehend.
Am Tag vor dem Einsatz lädt man sie mit C und fertig.

Grüße, Ulrich Horn