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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie richtig Segelfliegen?



Nasenbär
12.04.2010, 15:45
Hallo zusammen.

Wer kann mir sagen, wie optimal gesegelt wird?
Konkret meine ich:

- Querruder: macht es Sinn (oder Unsinn) die Wölbklappe mitzubewegen? Wenn ja: beide Wölbklappen oder nur eine? Wenn ja: in beide Richtungen oder nur in eine Richtung? Oder bremst es so das Modell zu fest aus?

- Wölbklappen bei Thermikstellung: sollen die Querruder auch runter? Wenn ja: gleichweit wie die Wölbklappen?

Gibt es darüber einfach verständliche Literatur für Modellbauer?

Gruss
Stephan

roman enzler
12.04.2010, 15:49
Hallo Stephan
Ruf mich mal an ich werde es dir dann erklären. Literatur gäbe es genügend, wo du Sinn/Wirkung/Zweck von Wölklappen und Querruder nachlesen kannst.
Gruss Roman
o78 790 51 02

Niklas Fischer
12.04.2010, 16:27
moin moin @ roman:

soll dich jetzt jeder anrufen, wenn er es auch wissen möchte? :cool:

vielleicht ist es weniger aufwand und nützlicher, wenn du es hier niederschreibst - zumal andere dann nocht beisteuern oder ggf. korrigieren könnten?

greets, Nik

justav
12.04.2010, 16:33
hi @Niklas - hi @roman.

vielleicht könnte man dann daraus ja auch einen artikel im wiki machen ...

gruss,
justav

McLaut
12.04.2010, 16:47
Das wäre weltklasse, denn auch ich frage mich dereit, wie ich die verschiedenen Stellungen (Start, Thermik und Speed) einstellen soll. Die ein oder andere Zeichnung mit Erklärung wäre toll.;)
Danke
Michel

ironman
12.04.2010, 17:23
Ich schreib das hier mal nieder.

Es macht Sinn, dass sich die Wölbklappen mit den Querrudern mitbewegen, somit wird die Querruderwirkung vergrößert.

Die Querruder sollten sich mit den Wölbklappen auch mitwölben, sowohl positiv als auch negativ. Die Querruder sollten in Thermikstellung auch runter (positiv) da so der Auftrieb noch größer wird und der Flieger so besser steigt.

So ist es zumindest bei den echten Segelfliegern, aber das müsste auf Modelle auch zutreffen.


mfg Tobias

Jürgen N.
12.04.2010, 17:29
Die Querruder sollten in Thermikstellung auch runter (positiv) da so der Auftrieb noch größer wird und der Flieger so besser steigt.
Aber bedeutend weniger als die Wölbklappen.
Je nach Modell höchstens zur Hälfte.
Grund: "Abschmiertendenz" steigt sonst beträchtlich beim Langsamflug / Kurbeln.
Gruss Jürgen

ikarus.products
12.04.2010, 23:07
Aber bedeutend weniger als die Wölbklappen.
Je nach Modell höchstens zur Hälfte.
Grund: "Abschmiertendenz" steigt sonst beträchtlich beim Langsamflug / Kurbeln.
Gruss Jürgen
Erklärung zur Bemerkung meines Vorredners:

durch das geringere Absenken der Querruder beim Verwölben (Thermikstellung) erhält der Tragflügel eine geometrische Schränkung ;). Ansonsten ist das Mitnehmen der Wölblklappen mit den Querrudern wohl auch eine Frage des individuellen Geschmacks respektive Flugstils. Auf jeden Fall wird die Rollwendigkeit durch die Unterstützung mit Wölbklappen deutlich erhöht. Auf der Gegenseite erkauft man sich diese mit einem höheren Widerstand, denn jedes ausgeschlagene Ruder erzeugt eben Widerstand. Das allerdings ist in erster Linie Theorie, in der Praxis kann mir keiner erzählen, dass er den Unterschied merken kann :D

Eine grundsätzliche Variante zum Verwölben, wie ich sie - je nach Profil mehr oder weniger ausgeprägt - verwende:

Normalflug:
Wölb / Quer / Höhe neutral

Termikflug:
Wölb 2 - 4mm abgesenkt / Quer 50% von Wölb abgesenkt / Höhe 1 - 2mm auf "Hoch"

Speedflug:
Wölb 1-2mm hochgestellt / Quer analog Wölb / Höhe 0-2mm auf "Tief"

Mischfunktionen:
im Schlepp schalte ich die Wölbklappen ab (mit Kupplungsservo abgemischt) > verleiht dem Schleppgespann mehr Ruhe; zusätzlich Trimme ich mit dem selben Mischer 1-2mm Höhenruder auf "Hoch" zu

in Speed- und/oder Thermikstellung reduziere ich die Mitnahme der Wölbklappen je nach Modell oder schalte die Funtion als Querruder ganz ab und beschränke mich lediglich auf deren Grundeinstellung

Letztendlich bleibt das Fein-Tuning Sache eines jedes persönlichen Geschmacks. Ich meine aber, dass diese Einstellungen grundsätzlich Sinn machen - ansonsten lasse ich mich gerne eines besseren belehren :D

Gruss
Dani

UweH
12.04.2010, 23:28
Hallo Leute,

wie so oft findet man lustige und interessante Sachen bei Siggi auf Aerodesign.de :rolleyes:
Lest euch mal das hier durch, das gilt nicht nur für Siggis Chicane sondern ist auf viele Modelle ohne Steuerkrankheiten übertragbar:
http://www.aerodesign.de/modelle/HS/hs55v1_flug.htm

und hier die Zeichnungen zu den Klappenmischungen:
http://www.aerodesign.de/modelle/HS/hs55v1_ail.gif

Ich fliege die Verwölbung auf einem Trimmschieber und ansonsten 2 verschiedene Flügelklappenmischungen als Flugphasen auf einem Schalter. Als Thermikstellung fliege ich eine ganz ähnliche Klappenmischung wie auf den Zeichnungen bei Siggi weil sie ohne Seitenruderausschlag Giermomente erzeugt und damit flaches Kreisen ohne Schieben ermöglicht. Zusätzlich erhöht sie die Wendigkeit im Langsamflug weil sie das negative Wendemoment besser bekämpft als die übliche reine Querruderdifferenzierung.
Als Speedstellung fliege ich mit viel Querruderausschlag bei wenig Querruderdifferenzierung und 50 % Wölbklappenmitnahme ohne Wölbklappendifferenzierung.

Kann man so machen, muß man aber nicht ;)

Gruß,

Uwe.

Nasenbär
13.04.2010, 07:22
Super -danke schön Euch allen! Genau so etwas wollte ich hören ;)
Also MIR habt Ihr damit sehr geholfen.

Gruss
Stephan

MarkusN
13.04.2010, 09:48
Auf jeden Fall wird die Rollwendigkeit durch die Unterstützung mit Wölbklappen deutlich erhöht. Auf der Gegenseite erkauft man sich diese mit einem höheren Widerstand, denn jedes ausgeschlagene Ruder erzeugt eben Widerstand. Das allerdings ist in erster Linie Theorie, in der Praxis kann mir keiner erzählen, dass er den Unterschied merken kann :D Höherer Widerstand glaube ich eher nicht. Jedenfalls nicht bei vergleichbarer Querruderwirkung; da ist die Auftriebsverteilung gleichmässiger und der Induzierte Widerstand bei Wölbklappenmittnahme sollte kleiner sein. Bei Vollausschlag und dann mehr Wirkung schon.

M. Gerstgrasser
13.04.2010, 12:23
Hallo,


Höherer Widerstand glaube ich eher nicht. Jedenfalls nicht bei vergleichbarer Querruderwirkung; da ist die Auftriebsverteilung gleichmässiger und der Induzierte Widerstand bei Wölbklappenmittnahme sollte kleiner sein. Bei Vollausschlag und dann mehr Wirkung schon.

Auch dazu gab's mal einen Artikel von Siggi im Aufwind. Wenn ich mich recht erinnere: Maximierung des Quotienten Rollmoment/Widerstand erfordert einen kontinuierlichen Anstieg des Ausschlags entlang der Spannweite in Form einer Leminiskate. Erste Näherung bei Vierklappen: Wölbklappen in etwa halb mitlaufen lassen (ohne Gewähr - nur aus der Erinnerung)

Gruß,
Matthias

ikarus.products
13.04.2010, 13:01
na dann liegen die meisten - die ich bis jetzt gesehen habe - wohl nicht schlecht, denn die Wölbklappen laufen tatsächlich meist ca. halb so viel mit wie die Querruder > hatte ich oben noch vergessen zu erwähnen :D

Wigens
13.04.2010, 15:13
Hallo Stephan,


ich nehme die Wölbklappen nur bei Speed und Kunstflug mit. Bei Thermik flieg ich sogar mit reduziertem Querruder. Ichhatte negative Erfahrungen mit den zugemischten Wölbklappen. Wenn man nämlich langsam und flach kreist und will mit Querruder stützen, dann fährt die kurveninnere Wölbklappe nach unten. Das hatte in dem Flugzustand bei mir oft dazu geführt, daß das Modell am Innenflügel einen Strömugsabriss bekam und abschmierte. Ohne die mitgenommen Wölbklappen konnte ich dann viel stabiler kreisen. Es stellt sich sowieso die Frage nach dem Sinn der Wölbklappenmitnahme, wenn man im Thermikflug mit möglichst wenig Ausschlag und damit Widerstand fliegen will, es bringt ja eigentlich nur Vorteile, wenn man schnell rollen will in Speed oder Kunstflug.


Gruß

christian

MarkusN
13.04.2010, 15:18
Beim Thermikflug kommt noch dazu, dass man nach dem Einleiten im Kreis IDR leicht stützt, also Querruderausschlag gegen die Kurve hat. (Zumindest wenn man einen Wollfaden vor der Nase hat, kommt man ganz von alleine dahin.) Für diesen Zustand gelten sowieso noch einmal ganz andere Regeln.

Sniping-Jack
13.04.2010, 16:28
Hallo Stephan,


ich nehme die Wölbklappen nur bei Speed und Kunstflug mit. Bei Thermik flieg ich sogar mit reduziertem Querruder. Ichhatte negative Erfahrungen mit den zugemischten Wölbklappen. Wenn man nämlich langsam und flach kreist und will mit Querruder stützen, dann fährt die kurveninnere Wölbklappe nach unten. Das hatte in dem Flugzustand bei mir oft dazu geführt, daß das Modell am Innenflügel einen Strömugsabriss bekam und abschmierte. Ohne die mitgenommen Wölbklappen konnte ich dann viel stabiler kreisen. Es stellt sich sowieso die Frage nach dem Sinn der Wölbklappenmitnahme, wenn man im Thermikflug mit möglichst wenig Ausschlag und damit Widerstand fliegen will, es bringt ja eigentlich nur Vorteile, wenn man schnell rollen will in Speed oder Kunstflug.


Gruß

christian


Diese Ansicht teile ich nicht. Solange die WKs wirklich nur mitgenommen, also zu max. 50% beigemischt werden, richten sie keinen Schaden an, sondern nutzen auch in der Thermik. Wenn nicht, wurde der Segler nicht richtig eingestellt oder das Profil ist nicht wirklich WK-tauglich. Ich hatte IMMER einen positiven Effekt durch Einsatz von WKs, sogar auf Profilen, die eigentlich nicht für WKs optimiert wurden. Solange man sich an's Motto "weniger ist mehr" hält und wohldosiert mit den zusätzlichem Möglichkeiten umgeht, kommt man nicht umhin, den positiven Nutzen anzuerkennen.

Ich will auch betonen, dass WKs nie primär für mehr Wendigkiet konzipiert wurden, das ist bestenfalls ein Mitnahmeeffekt, wenn es nicht explizit, wie z.B. bei F3B, dafür ausgerichtet wurde. Ursprünglich wurden WKs eigesetzt, um ein und denselben Flügel für eigentlich widersprüchliche Situationen bestmöglich anzupasen: Höhe gewinnen in der Thermik (langsam, bestes Sinken) und Speed (schnell, bestes Gleiten) zum schnellen Überbrücken der Abwindfelder zwischen den Schläuchen. Das ist meines Wissens das, wofür sie gemacht wurden und so setze ich sie auch ein. Das mit der Wendigkeit ist für mich ein Mitnahmebonus, aber das darf nie dazu führen, dass es den Primärzweck beeinträchtigt.

Also: wie an anderer Stelle bereits diskutiert, kommt es drauf an, dass man die WKs eher vorsichtig dosiert. Ein wenig zuviel nur und der Nutzen schlägt ziemlich schnell in's Gegenteil um! In der Regel sind es nur 1-3° Ausschlag, die wirklich Nutzen bringen und ich vermute mal, da schießen die Meisten über's Ziel hinaus - nach dem Motto: viel hilft viel. Imho kommen daher dann so Meldungen ala "Ach, den Schnickschnack braucht doch kein Mensch!". Janeissklaa und die ganzen Weltmeister sind alles Dummköppe. ;)
Und keine Missverständnisse: richtig dosiert merkt auch der Anfänger sofort den Nutzen. Der Geschwindigkeitsbereich wächst enorm mit WKs, ohne deswegen die Leistung groß zu beeinträchtigen.
Achsoja, für den Zustand "Thermik" habe ich stets auch eine stärkere Differenzierung eingestellt, damit genau das nicht passieren kann: Ein nach unten fahrendes, kurveninneres Ruder - ganz gleich ob WK oder QR.

Meine Meinung: Wenn ein Segler WKs hat, setze ich sie auch ein - auch als QR-Mitnahme und ich konnte keine negativen Effekte beim Kreisen bemerken.


PS: Ich fliege auch Segler mit durchgehenden Flaps und selbst da habe ich keine Probs. Deswegen tippe ich auf einen mehr oder minder nicht ganz optimal eingestellten Flieger.

Bertram Radelow
13.04.2010, 16:45
Es stellt sich sowieso die Frage nach dem Sinn der Wölbklappenmitnahme, wenn man im Thermikflug mit möglichst wenig Ausschlag und damit Widerstand fliegen will,...

Das habe ich bis heute nicht verstanden: Wieso ist es besser, das QR 10° nach oben auszuschlagen und die WK auf 0° zu lassen (Beispiel), als für gleiche Gesamtruderwirkung (!) das QR 5° und die WK 5° nach oben - das müsste nach meinem Empfinden deutlich günstiger sein.
Vermutlich ist jedoch 6,6° für QR und 3.3° für WK am besten?

Kann das mal jemand erläutern?

Bertram

Steffen
13.04.2010, 17:02
Beim Thermikflug kommt noch dazu, dass man nach dem Einleiten im Kreis IDR leicht stützt, also Querruderausschlag gegen die Kurve hat. (Zumindest wenn man einen Wollfaden vor der Nase hat, kommt man ganz von alleine dahin.) Für diesen Zustand gelten sowieso noch einmal ganz andere Regeln.

Wobei man im allgemeinen leistungsmäßig besser dabei ist, wenn man ohne Abstützen kreist und mit einem entsprechenden Schiebezustand (Faden aussen) stabil ist.
Schiebezustand macht i.A. weniger Widerstand als Zirkulationsverzerrung.

Der Faden muss aber geometrisch eh schon nach aussen um den Flügel gerade anzuströmen.

Gruß, Steffen

Hans Rupp
13.04.2010, 17:24
Hallo,

ich denke die Diskussion sollte nicht darüber geführt werden, was optimal ist (denn das wird von Modell zu Modell verschieden sein), sondern wie ich ein Modell für mich ideal einstelle.

Ich stelle z.B. ein und dasselbe Modell für mich zum Hangfliegen an der Kante, Thermikfliegen am Hang und liegen in der Ebene leicht anders ein.

Am Anfang erfliege ich zuerst mir angenehme Wölbklappenstellungen für die 3 Zustände Max. Gleitzahl in ruhiger Luft (Klappen neutral bei den meisten Profilen , Ca ~ 0,5), minimales Sinken in ruhiger Luft (leicht positiv verwölbt, Ca ~0,7) und Speedflug (Ca ~0,2, Modell hat so gut wie keinen Abfangbogen mehr bei hoher Geschwindigkeit).

Angefangen wird mit Klappen neutral, erflogen wird eine angenehme Schwerpunktlage, passende V-Leitwerks- und Querruderdifferenzierung. Da ich die meisten Modelle im Thermikflug eher wie Zweiachser fliege (d.h. Kurve mit viel Seite und ganz wenig Quer einleite) erfolgt die Mitnahme der Querruder nur dann, wenn die Rollwendigkeit ohne absolut bescheiden ist.

Passt in der Stellung alles kontrolliere ich, ob die Ruder des Leitwerks bei gedämpften Versionen in etwa im Strak stehen. Nur in etwa, weil sich oft beim Speedflug nochmal was ändert, und daher mache ich mir jetzt noch nicht die große Mühe mit dem Punkt.

Dann erfliege ich die Thermikstellung. Dazu verwölbe ich am Anfang gleichmäßig über die gesamte Spannweite, weil bei modernen Entwürfen so meist die elliptische Auftriebsverteilung erhalten bleibt. Erst wenn ich beim aushungern (nicht beim Kreisen!) unangenehme Abrisse bekomme, fange ich an die Querruder solange in ganz kleinen Stückchen weniger mit zu wölben, bis das Modell wieder artig ist. Bei der Energija wölbe ich immer gleichmäßig, beim Masterpiece am Querruder aussen etwa 2/3 der WK. Liegt auch daran, dass der Masterpiece aussen tiefe Flächen hat.

Dann wird gekreist. Erfolgt jetzt beim Aufrichten aus einem langsam geflogenen Kreis ein Abriß am Innenfügel, erhöhe ich die Differenzierung und nehme die Wölbklappen etwas mit (Vorgriff: bei der Startstellung für die Winde lasse ich die Querruder sowieso nur nach oben ausschlagen, Korrigiert wird hier aber in der Regel nur mit Seite). Es geht mir hier nur um das sichere Aufrichten. Da ich der Meinung bin, dass je weniger ich steuere desto weniger Leistung verschenke ich, versuche ich sowieso beim Thermikfliegen ohne und vor allem ohne große Steuerbewegungen auszukommen. D.h. aber, ich brauche mir für die Thermikstellung nur Gedanken übers Handling machen, nicht über Auftriebsverteilungen etc.

Dann wird Schnell geradeaus geflogen. Dazu entwölbe ich über die ganze Fläche und schaue was passiert. Dann wird die Höhenrudertrimmung angepasst und dann durch Anpassen der EWD die Ruder in den Strak gebracht. Ich mache Schnellflug und anpassen der EWD erst jetzt, weil ich zuvor auch mit dem Schwerpunkt rum expermentiere und sich da immer wieder Verschiebungen ergeben. Wird der Schwerpunkt verschoben, fange ich wieder von vorne an, weil Schwerpunktänderungen auch immer das Handling verändern.

Wenn dann im Geradeausschnellflug auch alles passt wird die Ruderreaktion abgestimmt. Ich fange meist damit an, heir sehr viel Expo zu programmieren. Im Schnellfug reagiert das Modell sonst zu heftig, aber für extreme Rollen will ich trotzdem genug Rollwendigkeit. WK nehme ich grundsätzlich etwa 50%.

Wenn dann alles passt probiere ich Snapflap. Aber das ist ein Thema für sich.

Man kann sich vorstellen, dass das ganze Programm ein paar Flüge andauert. Zumal bei bestimmten böigen Wetterlagen es fast keinen Sinn macht und man nur Sachen grob einstellen kann. Kalr ist, dass man nicht jedes mal von Null anfängt sondern sich entweder an ähnlichen Modellen orientiert oder eben von Piloten deren Einstellungen für den Anfang übernimmt.

Um es nicht zu kompliziert zu machen strebe ich an, das Modell ohne Ballast leer für Thermik in der Ebene einzustellen, Mit halbem Ballast für am Hang bei wenig Wind und Weiträumigem Thermikfliegen und voll ballastiert zum rumbolzen.

Das ganze führte übrigens dazu, dass ich im letzten Jahr fast nur noch ein Modell geflogen bin ;)

Hans

P.S. Ich versuche auch das Modell so einzustellen, dass ich beim Kreisen kaum stützen muss, also nur alle 2-3 Umdrehungen leicht korrigieren. Sonst leicht Seite und Höhe und fertig. Da bin ich also laut Steffen gut dabei.

nowa
13.04.2010, 18:16
Das habe ich bis heute nicht verstanden: Wieso ist es besser, das QR 10° nach oben auszuschlagen und die WK auf 0° zu lassen (Beispiel), als für gleiche Gesamtruderwirkung (!) das QR 5° und die WK 5° nach oben - das müsste nach meinem Empfinden deutlich günstiger sein.
Vermutlich ist jedoch 6,6° für QR und 3.3° für WK am besten?

Kann das mal jemand erläutern?

Bertram

Ja, ja...

das Einstellen von QR und WK mit Ausschlagsgröße und Mitnahmeverhältnis der jeweils anderen Klappe, sowie die passenden Differnzierungen dazu in allen Flugphasen ist mindestens so kompliziert wie dieser Satz. :D

puh ;)

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das Feintunig in diesem Bereich meist aufgebe wenn der Flieger zufriedenstellende Leistung hat. Das ist dann bestimmt noch nicht optimal, aber ich will dann Fliegen und nicht mehr justieren. Irgendwie wird es dann nur noch anders, aber nicht mehr spürbar besser.

@Bertram: Ich sehe das so:
Im Thermikflug stört (bremst) jeder Ruderausschlag. Je größer, umso mehr. Das QR erzeugt primär ein Drehmoment um die Längsachse. Die weiter außen liegenden QR brauchen wegen des längeren Hebels einen geringeren Ausschlag um das gleiche Drehmoment zu erzeugen als die innenliegenden WK.
Die WK bremsen bei gleichem Auschlag genau wie die QR, tragen aber weit weniger zur Rollbewegung bei.

Ist diese Antwort zu trivial, dann habe ich die Frage nicht richtig verstanden.

Gruß, Norbert

smaug
13.04.2010, 18:27
....
Wenn dann alles passt probiere ich Snapflap. Aber das ist ein Thema für sich.
...

Hallo

@Hans Rupp
Allgemein.Danke für deine verständlichen Ausführungen:)

Das Thema SnapFlap finde ich jedoch in diesm Kontext genauso interessant. Ich frage mich oft ob SnapFlap wirklich was bringt für schnellen Wenden oder ob SnapFlap eher eine Art "Täuschung" darstellt - oft habe ich das Gefühl das die Wenden zwar schnell sind jedoch auch einiges an Leistungspotential verloren geht.

Kannst du deine Erfahrung bezüglich SnapFlap mitteilen?

Gruss
Smaug

Hans Rupp
13.04.2010, 18:58
Vorab, da bin ich noch nicht ganz durch.

Wo sehe ich theoretisch den Vorteil bei Snapflap?

Wer mal analysiert, welche Ca-Werte bei engen Wenden geflogen werden wird ausrechnen, dass selten Ca-Werte über 0,6 geflogen werden und wenn, dann nur in der Not um dem Springboden auszuweichen.

Die Linksrumflieger (Pylon) haben das ausführlich errechnet und gemessen und wer da zugeschaut hat, weiß dass bei Ca=0,6 und hoher Geschwindigkeit es mehr wie ein Eck in der Luft als wie ein Kurve aussieht. Und die haben vorne einen Brotschneider dran, dar nach dem Eck das Modell rasch wieder beschleunigt!

Im DS treten im Mittel Ca-Werte von weniger als 0,2 auf - solange man plamäßig unterwegs ist. Windscherungen und Panikaktionen mal aussen vor gelassen.

Fazit: enge Speed-Wenden am Hang spielen sich bei Ca-Werten < 0,5 ab, sonst stellt das Modell zu sehr ab - mit und ohne Snapflap.

Nun arbeiten moderne Profile bis Ca 0,5 doch sehr gut. Wozu soll also SnapFlap dann überhaupt gut sein?

Betrachten wir dazu den Ablauf bei der Wende oder besser einem horizontal geflogenem Looping.

Leite ich mit Höhe ein, muss sich erst das Modell um die Querachse drehen, damit der Auftrieb am Flügel steigt. Irgendein Blödmann hat aber vor Urzeiten die Massenträgheit entdeckt, der Rumpf ist lang und die Masse wie Empfängerakku und Leitwerk sitzt am Ende und muss beschleunigt werden. will es aber gar nicht. Also erst rotieren, dann setzt der erhöhte Auftrieb ein.

Leite ich jetzt statt mit Höhe mit Verwölben ein, so erhöhe ich ohne vorherige Drehung des Modells sofort den Auftrieb. Deshalb denke ich, dass das Modell tatsächlich spontaner die Wende einleitet und so direkter am Knüppel hängt.

Wichtig, wenn die Hupe kommt und man noch nicht ans Wenden gedacht hat, eher unwichtig, wenn man per Augenmaß eh an der richtigen Stelle wendet.

Letztlich muss ich aber der Rumpf für eine gleiche Flugrichtungsänderung immer um den gleichen Winkel drehen, d.h ich brauche immer gleichviel Rotationsenergie.

Soweit meine Theorie.

Und fliege ich Snapflap? Ja, vor allem wegen dem Speedflug und etwas anders allgemein empfohlen.

Im Speedflug bin ich ja entwölbt unterwegs und das will ich ja nun wirklich nicht bei den Wenden. Deshalb mische ich per Kurvenmischer die Wölbklappe zum Höhenruder so dazu, dass ich von Anfang des Höhenruderknüppelwegs bis zur Hälfte die Wölbklappe etwa soweit mitnehme, wie ich zwischen Normal und Thermik verwölbe. Im Speedflug wird das Modell dadurch unglaublich giftig auf Höhe so dass ich hier die Ausschläge reduziere und sehr viel Expo (70-80%) auf Höhe einstelle.

So meine ich, dass das Modell schnell besser ums Eck geht als ohne Snapflap. Vor allem brauche ich wenig Ausschlag am Höhenruder und ich bilde mir ein, dass die Gefahr einen Abrisses am Höhenruder auch kleiner ist.

Hans

Bertram Radelow
13.04.2010, 19:22
Hans,
Danke für Deine Ausführungen!
Snapflap habe ich eigentlich auch so gesehen, dass an der Fläche gleich ein höheres Ca anliegt, bevor ich die Fläche mithilfe des HR angestellt habe.

Noch mal zur WK-Mitnahme mit den QR. Ich dachte, die widerstandsärmste Art, eine Fläche zu rollen, sei eine schöne geometrische Schränkung:

444346

Und etwa dem entsprechend würde ich bei Mehrklappenflügeln die Ausschläge gestalten. Ein einsam aufragendes QR, das das gleiche Rolldrehmoment erzeugen soll, bremst nach meiner Meinung stärker (was den Kurvenflug - bei differenzierten Ausschlägen - wahrscheinlich vereinfacht ;) ) - oder habe ich da einen Denkfehler?

Bertram

edit: bei gleich grossen QR und WK müsste also QR 75% ausschlagen und WK 25% (also nur ein Drittel des QR-Weges)

smaug
13.04.2010, 19:48
...
Im Speedflug bin ich ja entwölbt unterwegs und das will ich ja nun wirklich nicht bei den Wenden. Deshalb mische ich per Kurvenmischer die Wölbklappe zum Höhenruder so dazu, dass ich von Anfang des Höhenruderknüppelwegs bis zur Hälfte die Wölbklappe etwa soweit mitnehme, wie ich zwischen Normal und Thermik verwölbe. Im Speedflug wird das Modell dadurch unglaublich giftig auf Höhe so dass ich hier die Ausschläge reduziere und sehr viel Expo (70-80%) auf Höhe einstelle.
....

@Hans Rupp
Nochmals besten Dank für deine Ausführungen :)

Insbesondere die zitierte Möglchkeit deines Setting finde ich interessant, welches mehr Zeit für "Knüppelaufgaben" lässt.

Bei meinem aktuellen Setting bin ich ganz schön mit Schaltaufgaben beschäftigt. SPEED ->NORMAL, SNAPFLAP EIN wenden SNAPFLAP AUS, NORMAL ->SPEED u.s.w.

Gruss
Smaug

UweH
13.04.2010, 20:27
Noch mal zur WK-Mitnahme mit den QR. Ich dachte, die widerstandsärmste Art, eine Fläche zu rollen, sei eine schöne geometrische Schränkung


Hallo Bertram,

lies doch mal bitte den Link zu aerodesign durch den ich weiter vorne eingestellt habe:

http://www.aerodesign.de/modelle/HS/hs55v1_flug.htm

Da erklärt Hartmut Siegmann recht verständlich wie ein Modellflugzeug wann durch die Klappen in die richtige Richtung gebeten wird.
Die Auftriebsverteilung spielt dabei im Langsamflug eine besonders große Rolle, die Profilmomente im Schnellflug. Deshalb ist es widerstandsgünstig im jeweiligen Flugzustand auch die jeweils unterschiedlichen Funktionsprinzipien der Flügelsteuerung zu bedienen :rolleyes:
Im Langsamflug mußt Du am zurückbleibenden Flügel bremsen um rum zu kommen, gleichzeitig muß der Widerstand am voreilenden Flügel möglichst gering sein, aber das ist bei Siggi alles erklärt ;)


Gruß,

Uwe.

Hans Rupp
14.04.2010, 01:00
Hallo,

beim Langsamfliegen kommt es meines Erachten vor allem auf eines an - möglichst nichts zu tun und wenn man doch etwas tun muss, dann möglichst wenig.

Ich habe mir das bei Thommy abgeschaut. Der Kerl war am Hang immer höher als ich bzw. wenn es runter ging immer später unten. Ich habe mir sein Vario gekauft - der Abstand wurde kleiner, aber sonst blieb alles gleich. Ich bin im hinterhergeflogen, habe ihm alles nachgemacht - der Abstand wurde nochmal kleiner aber sonst blieb alles gleich.

Dann kam von ihm der der Hinweis, dass die meisten zuviel rumrühren. Ich habe ihm auf die Finger geschaut und gesehen, mit wie wenig Steuerbewegungen man fliegen kann :eek:

Dann habe ich das Gleiche versucht - ging nicht. Mein Modell war zu spitz eingestellt. Jetzt versuche ich mein Modell so einzustellen, dass ich nur ganz wenig steuern muss. Kreisen wird mit Seite eingeleitet und wenn es mal im Kreis liegt genügt 2 Kreise lang Höhe halten. Einmal über die Fläche in den Kreis falle und gegensteuern müssen kostet mehr Höhe, als man mit einer noch so spitzen Einstellung an minimalem Sinken verringern kann. Kann man am Vario ablesen. So ein missratender Kreis kostet schnell locker 5m Höhe. Wenn ich dadurch aus dem Bart falle sind es locker 10-15m. Wenn mein minimales Sinken durch meine nicht optimalen Einstellungen von 0,35 m/s auf 0,37 m/s ansteigt ("Leistung" um knapp 6% schlechter, da muss ich die Auftriebsverteilung schon ordentlich dafür verbiegen), ich aber deswegen keinen solchen Kreis produziere kann ich 250 Sekunden, also über 4 Minuten fliegen, bis sich der Höhenverlust durch einen schlampigen Kreis wieder ausgeglichen hat.

Hans

mutley
14.04.2010, 07:54
Guten Morgen Hans,

was meinst Du denn mit "spitz eingestellt" ? Schwerpunkt (zu) weit hinten?

Grüße
Tobi

thomasr
14.04.2010, 09:01
Hallo zusammen,

interessanter Thread!
Kann mir bitte jemand etwas über die Zusammenhänge zur Differenzierung des V-Leitwerks schreiben? Verstanden habe ich das bis jetzt nicht.
Mehr runter als hoch, oder umgekehrt und warum genau so und nicht andersrum?

Danke
Gruß
Thomas

PIK 20
14.04.2010, 09:32
Hallo Bertram,

Zum Beitrag #17:

Das habe ich bis heute nicht verstanden: Wieso ist es besser, das QR 10° nach oben auszuschlagen und die WK auf 0° zu lassen (Beispiel), als für gleiche Gesamtruderwirkung (!) das QR 5° und die WK 5° nach oben - das müsste nach meinem Empfinden deutlich günstiger sein.
Vermutlich ist jedoch 6,6° für QR und 3.3° für WK am besten?

Kann das mal jemand erläutern?

Bertram


insbesondere deiner Vermutung von 6,6/3,3 Grad als bester Variante möchte ich mich anschließen.
Diese Idee habe ich auch schon lange im Kopf.
Erforderlich ist ein langes, durchgehendes Flächenruder, das nahe an den beiden Enden angelenkt wird und dadurch auch eine Verwindung erfährt.

Aber wir wollen eigentlich ein flatterfestes, steifes Ruder, das sich leider diesem Wunsch widersetzt.

Allerdings wäre es einen Versuch wert.

Die Krähenstellung der Ruder und Ähnliches kann man halt dabei vergessen.

Heinz

Hans Rupp
14.04.2010, 10:38
Hallo,

mit zu spitz eingestellt meine ich Schwerpunkt zu weit hinten, Verwölbung zu aggressiv, ...

Ich achte mehr auf gutes und handzahmes Handling, als an Grenzen heranzugehen. Ich fliege auch lieber etwas schneller mit etwas mehr Eigensinken im Kreis, als einen Abriß zu riskieren. Wenn es nach oben geht im Bart und der Kreis passt, das Modell mit wenig Steuerbewegungen im Kreis bleibt versuche ich nicht durch ständiges Umzentrieren noch besseres Steigen zu finden, sondern einfach nur sauber zu fliegen.

Man neigt dazu immer das besser zu suchen, statt sich an dem aktuell vorhandenen zu freuen.

Die Eingangsfrage lautete "Wie richtig Segelfliegen?" und zielte im Text auf Einstellungen des Modells ab. Dann muss aber vorher festgelegt sein, was ich mit den Einstellungen bewirken will. Für mich lautet darauf die Antwort in erster Linie, das Flugverhalten des Modells an meine Fähigkeiten anpassen.

Die leistungsfähigste Einstellung ohne gutes Handling nutzt nichts. Je ungeübter der Pilot, desto handzahmer muss das Handling sein. Bei mir also schon sehr handzahm ;)

Was übrigens fürs Thermikkurbeln gilt, gilt analog auch fürs Speedfliegen. Eine Welle in der Flugbahn kostet mehr an Zeit als statt mit Speedstellung mit Neutralstellung geflogen, von nur leicht vertrimmt rede ich mal gar nicht. Was nutzt mir Snapflap, der engste Radius mit viel Fahrt wenn ich die Ausflugrichtung nur ab und zu treffe weil das Modell viel zu hart reagiert?

Auch so eine Beobachtung. Der Wettbewerbsneuling wird beim Einfliegen in Sinken hektisch, will das Sinken durch Ziehen verlangsamen oder wirft das Modell hart rum um genau auf dem Weg aus dem Sinken raus zu fliegen, in dem er rein flog, knüppelt sich dadurch noch schneller runter. Der erfahrene Pilot lässt sein Modell weiter fliegen, versucht eher Tempo aufzunehmen und in einer Richtung zu "entkommen" die geringes Sinken verspricht. Alles ohne Hektik und große Ausschläge.

D.h. als Rat schaut de Piloten an die immer oben sind, die die Vierzeitenrolle perfekt hinbekommen und schaut ihnen auf die Knüppel. Dann macht das selbe bei "schlechten" Piloten, Anfängern und beobachtet Euch selbst. Meistens sehr lehrreich.

Meine "Idole" stehen entspannt (da fängt es schon an), die Bewegungen sind meist klein und fliessend, bei Figuren fliegen exakt, kein Hin- und Herkorrigieren...

Es gibt Situationen, bei den die Modelleinstellung das wesentliche Kriterium sind. Hochstart z.B. . Und die Richtung muss auch passen. Aber ob ich die Wölbklappe 33% oder 50% mitnehme hat weniger auf die Leistung als auf das Handling und was ich daraus machen kann Einfluss.

Wer mal die rechnerischen Polaren von Modellen (da Rumpf und Leitwerkwiderstand meisten nur unzureichend abgebildet sind müsste ich besser Flügel schreiben) mit verschiedenen WK-Stellungen durchrechnet findet nur an den Rändern Abweichungen und in der Mitte meisten Deckungsgleichheit. Das deckt sich mit geloggten Daten. Trotzdem wir hier Forendiskussionen ein riesen Fokus drauf gelegt.


Hans

Gast_20017
14.04.2010, 10:47
Guten Morgen

Ich habe für mich festgestellt , dass es mitunter Vorteilhafter ist das Modell einfach in Ruhe zu lassen und nicht einzugreifen ( oder nur wenig ) .

Anfangs versuchte ich das Modell mehr oder weniger zu zwingen wieder dorthin zu bewegen wo es kurz zuvor gut anhob .

Seitdem ich das Modell " laufen " lasse bleibt mein Modell auch länger oben .

Auch machte ich den Fehler mit Querruder bzw. zuviel Querruder kreisen zu wollen , mittlerweile benutze ich dazu " fast " nur noch das Seitenruder .

Mit jedem mal wird es immer besser und macht umso mehr Freude .

Sniping-Jack
14.04.2010, 11:49
Wie Bertram bereits sagte, wäre eine Verwindung der Fläche das Optimum. Keine Klappen, keine Schadwiderstände durch Spalte oder Knicke im Profilverlauf.

Dass das tatsächlich was bringt, habe ich mit meinem F3B-Trainer erfahren. Der hatte (fast) genau das: Keine Klappen, nichts. Die ganze Fläche wurde gedreht, um eine Rollwirkung zu erzielen. Nachdem ich dann auch noch die V-Form auf ~ 1° verringerte, war das Modell nahezu unschlagbar bei schwachen Wetterlagen.
Man merkt es wirklich deutlich, wenn ein Profilverlauf durch nichts gestört wird.

Obiges würde sicher Wasser auf die Mühlen der "WK-Gegner" bringen, aber ganz so einfach ist es auch nicht. Wenn man nicht konsequent auf Klappen, also auch auf QR verzichtet, richten die QR bereits erheblichen "Schaden" an. Daher ja auch die positiven Erfahrungen, so wenig wie möglich zu steuern.
Wenn man also schon QR drin hat, sind WKs nur konsequent, da man nun mehr Klappe hat, die weniger ausgelenkt werden muss und damit weniger Schadwiderstand induziert - aerodynamisch ordentliche, spaltfreie Ausführung vorausgesetzt. Und da die inneren Klappen zwecks kürzerem Hebel nicht so effektiv sind, wäre es kontraproduktiv, sie 1:1 oder gar noch mehr in's QR einzumischen. Ob nun zu 30, 50 oder 60%, muss individuell erflogen werden.

Hier halte ich es mit einem meiner Vorredner: Ich will ja auch fliegen, drum wähle ich ein Setup, das in den meisten Fällen passt. Das ist eben die 50%ige Mitnahme des jeweils anderen Ruders. Und auch das sagte ich an anderer Stelle bereits: Schon in Stellung "Normal" ist das SR dabei und in "Thermik" erst recht, um eben flach kreisen zu können. Solange der Bock nicht schiebt, ist alles wunderbar.

Wie so oft: Weniger ist halt doch mehr. ;)

STB
15.04.2010, 19:07
Hallo Zusammen,

ich habe Eure Beiträge hier sehr interessiert verfolgt und gelesen, da ich mich eben genau in der Situation befinde, dass ich einen 4-Klappensegler programmieren darf :D

Mit meiner FF7 stoße ich da allerdings sehr schnell an die Grenzen der Anlage, wie Ihr Euch sicher denken könnt.

Nun zu meiner Frage und ich hoffe das wird hier nicht zu offtopic:

Mit welchen Sendern programmiert Ihr solch aufwändige Einstellungen? Reicht für diese Einstellarbeiten (SnapFlap, WK gehen mit QR mit, Butterfly, Flugphasen, etc.) eine FF10 aus??? Oder doch gleich zur T-12 mit frei zuordenbaren Kanälen greifen?

Ich hoffe Ihr könnt mir weiter helfen ;)

LG,

Stefan

COOLMOVE
15.04.2010, 20:43
Hallo Zusammen,

ich habe Eure Beiträge hier sehr interessiert verfolgt und gelesen, da ich mich eben genau in der Situation befinde, dass ich einen 4-Klappensegler programmieren darf :D

Mit meiner FF7 stoße ich da allerdings sehr schnell an die Grenzen der Anlage, wie Ihr Euch sicher denken könnt.

Nun zu meiner Frage und ich hoffe das wird hier nicht zu offtopic:

Mit welchen Sendern programmiert Ihr solch aufwändige Einstellungen? Reicht für diese Einstellarbeiten (SnapFlap, WK gehen mit QR mit, Butterfly, Flugphasen, etc.) eine FF10 aus??? Oder doch gleich zur T-12 mit frei zuordenbaren Kanälen greifen?

Ich hoffe Ihr könnt mir weiter helfen ;)

LG,

Stefan
Ich tippe auf einen Lotus!
Klar reicht eine FF 10 aus, würde aber trotzdem eine T 12 vorziehen. Ist einfach schöner zu programmieren, dafür aber auch teurer.

Gruß Rainer

Mister 123
15.04.2010, 20:48
Ich tippe auf einen Lotus!
ich auch :-)

Klar reicht eine FF 10 aus, würde aber trotzdem eine T 12 vorziehen. Ist einfach schöner zu programmieren, dafür aber auch teurer.

Gruß Rainer

Dem Stimme ich zu! Hat auch alles wunderbar mit der FF9 gepklappt, mit der T12 gehts aber definitiv leichter. Aber das ist alles eigentlich Offtopic...;-)

STB
15.04.2010, 22:22
Wie kommt Ihr denn da drauf :D

Jaja, der Lotus...feines Teil :cool: Ich komme damit Morgen oder So an den Hang...

Also, mit der FF7 hab ich es mittlerweile so weit, dass ich zumindest fliegen kann, jedoch muss da eine neue Funke her...das ist auf jeden Fall komfortabler und umfassender.

So..schluss mit offtopic :D

Gibt es noch was zum richtig Segelfliegen zu erzählen :D

LG,

Stefan

Bertram Radelow
15.04.2010, 22:49
oh, beliebte Themen sind
- "Flachkreisen"
- "Kombiswitch" bzw.: ist koordiniertes Kurvenfliegen bei Seglern unter 3m nötig? und/oder: brauchen Segler unter 1,8m überhaupt ein Seitenruder?
- Bekämpfen des "in die Kurve Fallens" durch Sp-Verlagerung oder durch Stützen?
- muss man bei Seglern mit wenig V, die viel gestützt werden müssen (wo man also die Kurve mit "falschrummen" QR fliegt), negativ differenzieren?
- wie hoch die QR beim Butterfly und/oder lieber hoch und ordentlich Tiefe dazumischen?
- lieber dünne Profile und verwölben (scheint in CH bevorzugt zu werden) oder dicke und entwölben (scheint in D bevorzugt zu werden)? Das kann man zwar nach dem Kauf/Bau nicht mehr beeinflussen, aber evtl. vorher.

Wenn wir das alles durchgekaut haben, gibt rc-network die bereinigte Fassung als dreibändiges Kompendium heraus...

Mein Beitrag zum Thermikfliegen als Feierabendsegler und bekennender Nichtwettbewerbler:
- lieber mehr Eigenstabilität als ein extrem "leistungsfähiger" Sp weit hinten
- kein Flachkreisen
- kein "Nur QR, aber dafür ordentlich und viel Differenzierung..."
- den Segler selber fliegen lassen... Es scheint (war das in England?) eine Schule Modellflieger zu geben, die einen guten Flug daran messen, wie wenig sie gesteuert haben: ab und zu mal ein Tacker im SR, und das war es dann schon.

Bertram

Gast_17021
16.04.2010, 09:25
Moin

So ein Kompendium wäre echt mal was! :D

Ich bin ein bekennender Kombiswitch-Hasser! Niemals brauche ich exakt die gleiche Menge SR und QR im Verhältniss um eine Böe auszugleichen oder eine Kurve einzuleiten. Das ist immer unterschiedlich, je nach Fluggeschwindigkeit und vorheriger Fluglage und muss einfach intuitiv ausgesteuert werden. (Lediglich mit einem Quirl in der Nase ist es immer recht gleich, der zieht einen ja eh schon wieder dahin wo´s recht ist...) Ich müsste ja jedesmal, spätestens wenn ich dann im Kreisflug bin, den KS rausnehmen um überhaupt Korrekturen vornehmen zu können, neenee, das ist viel zu kompliziert und ineffektiv. Als derzeit leider ehemaliger "Großflieger" habe ich beim hochkonzentrierten Fliegen eh einen virtuellen Faden vor Augen! ;)

Ich fliege meinen Lieblingsflieger wohl zu über 90% in einem Flugzustand in dem 36% WK dazulaufen, egal ob in der Abendthermik oder bei kräftigem Hangwind. Die WK´s selbst steuere ich über einen Schieber. Nur für Sturm/Speed nehme ich einen anderen Zustand in dem dann 52% WK zu den QR und ganz leichtes Snap mit erhöhtem Expo am HR programmiert ist.
Der Schwerpunkt ist so eingestellt das sich das Modell gerade noch abfängt, also schon recht weit hinten. Die Gedanken, ob das so wirklich das Max ist was ich damit raushole, durch das doch leicht erhöhte Tänzeln ab und an mal und die dadurch nötigen Korrekturen hatte ich schon öfters. Vielleicht gebe ich mal 5g Blei in die Nase und Beobachte was passiert?
Bis ich allerdings das Modell soweit hatte das dieser eine "Lieblingsflugzustand" so programmiert war, bedurfte es über 3 Monate intensives Fliegen mit und nach Notizen! Immer wieder hier ein paar % mehr, dort einige weniger und 2 "Kügelchen" Blei rein/raus bis ich wirklich "eins" war mit dem Modell in jeder Situation. Ich denke genau da ist das größte Problem angesiedelt: Bevor man mehrere Zustände Programmiert muss erst mal die Grundeinstellung wirklich perfekt optimiert sein. Wenn sie das dann ist, sind die nötigen Änderungen bei anderen Zuständen meist garnichtmehr sooo groß und Grundlegend wie man das manchmal sieht wenn nach dem "Klick" das Modell einen schlagartigen "Hops" in der Luft macht, sondern es reicht eine Zuschaltung zB von Snap und eine leichte Expo-Anpassung oÄ schon aus.

Meine Meinung: Weniger Flugzustände und Gerühre ist mehr! Aber das dauerte etwa 10 Jahre 4-K-Fliegen bis ich das für mich verstanden hatte...

Zum Flachkreisen: So genau was es damit auf sich hat habe ich noch nicht für mich rausgefunden, bei manchen Modellen scheint das Steigen besser, manche wollen das partout nicht und steigen im "Messer" mit höherer Geschwindigkeit um einiges besser. Auslegungsabhängig, Profilabhängig... !? Ich mach´s eben nur mit Modellen die es auch können/wollen und dann eine erhöhte Leistung zeigen...

Achso: Bewerbe fliege ich keine, eine Winde habe ich leider auch nicht zur Verfügung, benötige also die dafür nötigen Zustände nicht. An der Flitsche nehme ich den Sturm/Speed-Zustand wegen dem Snapflap.

Gruß Christian

COOLMOVE
16.04.2010, 09:56
Moin

Ich bin ein bekennender Kombiswitch-Hasser!

Ich auch! Das braucht kein Mensch sowas!

Oli K.
16.04.2010, 10:44
Hi,

Mit meiner FF7 stoße ich da allerdings sehr schnell an die Grenzen der Anlage, wie Ihr Euch sicher denken könnt.

Nun zu meiner Frage und ich hoffe das wird hier nicht zu offtopic:

Mit welchen Sendern programmiert Ihr solch aufwändige Einstellungen? Reicht für diese Einstellarbeiten (SnapFlap, WK gehen mit QR mit, Butterfly, Flugphasen, etc.) eine FF10 aus??? Oder doch gleich zur T-12 mit frei zuordenbaren Kanälen greifen?
FF7 und 4 Klappen taugt nicht, da es keinen Butterfly-Mischer gibt und die 7 Kanäle bei einem Elektrosegler schnell ausgehen (4 x Fläche, Höhe, Seite, Motor, Vario sind schon 8)! Um neben meinen Helis (dafür reicht die FF7 dicke) auch meine Segler auf 2,4 GHz umzustellen habe ich die FF7 verkauft und mir die neue T8FG zugelegt. Die ist zum einen günstiger als die FF10 und hat alles was man zur Programmierung von bis zu 6 Klappenflügeln benötigt, sogar völlig frei definierbare Geber- und Servozuordnungen (man kann sogar die Trimmschieber als Geber programmieren). 8 Proportional- und 2 Schaltkanäle reichen auch für die meisten Anwendungen, da brauchts echt nicht unbedingt eine T12 sein!

Sorry fürs Offtopic, aber zum Segelfliegen gehört schon auch dass die vorhandene Funke alles was bisher besprochen wurde programmtechnisch auch umsetzen kann! ;)

Gruß Oli

Sniping-Jack
16.04.2010, 15:24
Du kommst mit 7K beim Heli klar? Du glücklicher! ;)

Bei mir kleistert der eine durch den 3Digi einen SMC16 komplett zu und der Scale macht meinen MC-18 ebenfalls bis auf einen K dicht. :(
Wollte ich den 3Digi im Scale einsetzen, wären die 9K des MC-18 schlicht zu wenig. Ein SMC 20 wäre dann komplett zu! :eek:

Zugegeben, das ist ja nicht der Standard-Trainer, aber selbst da hat es gewisse Vorteile, ein paar Kanäle in Petto zu haben. :)
Ich würde nicht mehr mit weniger als 10K auskommen müssen. Ist selbst bei meinem Popelkram öfters/schneller vergriffen, als ich dachte. :rolleyes:


Wegen Flachkreisen: ich schätze mal, damit ist "so flach wie möglich, aber auch so steil wie eben nötig" gemeint. Ist doch von Modell zu Modell, von Setup zu Setup und von Pilot zu Pilot verschieden.
Was nützt schon die beste Trimmung auf möglichst flaches Kreisen, wenn man wegen was auch immer aus dem Schlauch oder in die Kurve kippt? Dann war (fast) alles für die Katz.
Wurde so ja bereits gesagt und ich schließe mich quasi nur an. :)

Oli K.
16.04.2010, 16:13
Hi,

Du kommst mit 7K beim Heli klar? Du glücklicher!
na logisch: Roll, Nick, Pitch, Heck, Motor und Gyro, alles was darüber hinausgeht ist doch unnötige Spielerei! ;)

aber jetzt wieder backtotopic!

Gruß Oli

smaug
16.04.2010, 18:34
Hallo

Wie richtig Segelfliegen?

Klar ein vernünftiges Grundsetting ist sicher nicht verkehrt und erleichter einiges.
Ich kann jedoch noch so lange an Klappenausschlägen, Flugphasen und allerlei Mixgimiks rumexperimentieren, schlussendlich entscheidet in erster Linie meine Flugstrategie.
Was nüzt mir die ganze Programmiererei wenn ich keine Strategie beim Fliegen habe?

Thermikfliegen in der Ebene mittels Hochstarts oder Schlepp ist halt eben nicht dasselbe wie Hangflug.
Hangflug an der Küste oder Kante nochmals ganz anders als alpiner Hangflug.

In erster Linie muss ich mir mal die Wetter- und Topologischen Bedinungen einprägen um eine Flugstrategie aufbauen zu können. Bei unbekannten Plätzen nach Möglichkeit mit den Lokals sprechen, welche oft wertvolle Tipps geben können. Beobachten der Vögel, Bäumen,Laub etc. ist oft auch aufschlussreich. Erfahrene Piloten beobachten und lernen von ihnen. Ich konnte schon oft beobachten wie Erfahrene, mit grossen schweren Pötten, sich scheinbar mühelos halten während Andere mit Superfloatern schon am absaufen waren.

Richtig Segelfliegen ist Einstellungssache, nicht nur bei den RC-Programmen und technischen Settings.

Gruss
Smaug