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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "richtig" Segelfliegen !?



AJ
01.05.2003, 20:33
Tach,

ich spiele mit dem Gedanken, die kommenden Sommersemesterferien mal "vernünftig" zu nutzen :) und überlege daher, ob ichs nicht endlich mal auch mit der grossen Segelfliegerei probieren sollte (was ich schon seit JAHREN vorhabe)....
Ich hoffe/denke/meine, dass unter den Modellflugkollegen hier auch einige in der Grossfliegerei "tätig" sind und mir ein paar Tips geben könnten ....

Ich weiss nämlich nicht genau, wie ich die ganze Sache angehen soll.
Ich bin im Moment noch Student (wenn alles glatt läuft noch 1.5 Jahre) und meine Heimatadresse liegt ca. 450km von meiner Studentenadresse weg. Da ich auch nicht vorhabe, nach dem Studium hier zu bleiben, scheidet ein Eintreten in einen Verein nahe der Studentenadresse aus.
Da ich aber nur selten während des Semesters nach Hause komme, scheidet auch ein Eintreten in einen Verein im Grossraum Ruhrpott aus.

Ne Idee wäre dann noch, eine Flugschule zu besuchen. Die Frage an Euch ist jetzt, wie Ihr das seht ? Da käme ich auch erstmal um einen Verein rum, denn leider bin ich irgendwie, grundlos, mit Vorurteilen beheftet. Ich stelle mir immer vor, wie ich dann, als Vereinsschüler, den ganzen Tag am Startplatz stehe und, wenn überhaupt, 1 mal in die Luft kann, weil soviele Flugschüler da sind und die Starts irgendwie ungerecht verteilt werden. Ausserdem würde es EWIG dauern, wenn ich so, nur an WE´s, meine Flugstunden mache.
Also, wären Flugschulen sinnvoll ? Gibts irgendwelche Erfahrungen mit Segelflugschulen bei Euch ?

Vielen Dank schonmal !

Gast_00010
01.05.2003, 20:45
Na, ich denke, die Erfahrungen die du mit Vereinen machen kannst sind so vielfältig wie es Vereine gibt :)

Such dir einen in der Nähe des Studienortes, geh da hin und sag denen du willst mal mitfliegen (bist du schon mal?) und was du vorhast.

Nach diesem Gespräch und den ersten Runden bist du garantiert schlauer.

Man weiß halt vorher nie an wen man gherät. Kann gut gehen, kann aber auch nicht. Deswegen gibt es auch nicht _die_ Vorgehensweise.

Wie sagt man? Probieren geht über studieren :D

Bamboo
01.05.2003, 20:49
Hallo Andreas,
ich kann Dir eine Flugschule nur empfehlen, denn im Verein bist Du ewig und drei Tage dran bis zur A-Prüfung. Ich habe damals meine Ausbildung auf der Wasserkuppe gemacht, und war nach 35 F-Schlepps alleinflugreif.

nette Grüsse

Dietmar

Christian_S
01.05.2003, 21:11
Hallo...

ich kann dir nur zu einem Verein raten!
War bis zu meinem Umzug selber 4Jahre in einem Segelflugverein und bin echt happy gewesen.
Von Flugschulen halte ich rein gar nichts! Mein Kollege und Freund macht auch gerade seine PPL-C auf der Wasserkuppe zu ende. 1. Kostet es mehr als im Verein (genaue Angaben kann ich nich geben) 2. Kann mir keiner erzählen, das man in X-Wochen Crashkurs die Flugpraxis/erfahrung hat, wie ein "normaler" Flugschüler nach 1-2Jahren in einem Verein!
Außerdem finde ICH das Vereinsleben (zumindest im Segelflug) total geil. Das sind die schönsten Wochenenden die du dir vorstellen kannst und man hat ne Menge Spaß!
In der Flugschule ist mir das zu "kalt", mir soll das Spaß machen!
Ich würde dir empfehlen: Geh zu einem Verein in deiner Nähe und mach dort einen schnupperkurs mit! Bieten eigentlich alle Vereine unverbindlich an. Da kannst du dann in einer oder mehreren Wochen entscheiden ob das was für dich ist oder ob du doch lieber in eine Flugschule gehen willst.
Bei PPL-A sieht das vielleicht anders aus, da gehe ich jetzt auch in eine Flugschule, aber das hat mehrere Gründe.
Achja, einen Verein brauchst du später zum Fliegen so oder so...

Nochwas, kommt immer auf die Anzahl der Piloten und Flieger an, wie oft du fliegst, aber ich hatte bei normalem Wetter nie weniger als 3-4 starts! Und je nach Verein wird auch freitags/samstags und feiertags geflogen. Manche auch Wochentags, solange ein Windenfahrer und Flugleiter aufzutreiben sind! Und das du in einem verein ewig bis zur Lizenz brauchst, stimmt auch nicht. Nur da lässt man dich nach 35 Flügen noch nicht alleine fliegen!! Bei mir warens 80, also nich die Welt... wenn du gut bist und Theorie sauber packst bist du in 1- 1 1/2 Jahren durch!

Liebe Grüße,
Christian

[ 01. Mai 2003, 21:18: Beitrag editiert von: Flyer ]

Dix
01.05.2003, 21:52
Ich denke, die richtige Mischung machts!

Zur Flugschule:
-Schnelle Fortschritte
-Fliegen pur
-in der Regel spätestens innen 14 Tage vom Fußgänger alleinflugreif. (Modellbauer mit Grundkenntnissen habens definitv leichter)
-teuer!
-Man lernt nur diesen Platz kennen
-man wird u.U. bei nur einer bestimmten Großwetterlage das Fliegen erlernen. Wenns dann mal anderes Wetter ist, wirds plötzlich schwierig.
-Man kann in recht kurzer Zeit erkennen, ob das Fliegen überhaupt tatsächlich interessant für einen selbst ist!

Grundregel:
Verein hat viel Leben nebenbei,
Bei der Flugschule bezahlst Du Deinen schnellen fliegerischen Fortschritt mit wenig nebenbei und viel Geld.

Entscheide selbst!

PS: Was spricht denn dagegen, an Deinem Studentenort in eine Fliegergruppe oder in einem Verein zu gehen? Ich selber mache das genauso!

Übrigens: Je mehr verschiedene Gelände und Leute Du gesehen hast, desto besser ist es für Dich. Du kannst davon nur profitieren.

AJ
01.05.2003, 22:48
Hi!

Ich hab mir das auch so gedacht : in der Flugschule schnell zum ersten Alleinflug, alles weitere dann im Verein....

Hmm ich muss mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen :)

Christian_S
01.05.2003, 23:21
Na das bringt dir gar nichts!
Du meinst wohl, in der Flugschule die Lizenz machen und dann in den Verein, oder?!

Naja, jeder wie er es mag...

Chris

Yeti
01.05.2003, 23:45
Hallo Andreas,

zu Anfang ist es sehr wichtig, regelmäßig (am besten jeden Tag in einem Ferienkurs) zu fliegen. Da macht man sehr schnelle Fortschritte und kommt schnell zum ersten Alleinflug. Im Verein mit reinem Wochenendflugbetrieb dauert es halt länger. Erkundige dich doch mal bei einem Verein in deiner Nähe, ob in den Schulferien ein Schulungslager stattfindet. Das ist genauso effektiv wie in der FLugschule, hat aber auch noch alle anderen Vorteile, die für einen Verein sprechen. Nach der A-Prüfung musst du meiner Meinung nach sowieso in einem Verein weitermachen. Die Ausbildung ist einfach intensiver als die Massenabfertigung in einer Flugschule.

Für den Anfang mag die Flugschule interessant sein, wenn man schnelle Erfolgserlebnisse sucht (und bezahlen kann). Meiner Erfahrung nach musst du allerdings damit rechnen, dass du im Verein noch einige Starts mit Fluglehrer machen musst, selbst wenn du die A-Prüfung in der Flugschule schon absolviert hast. Du wirst dabei auch merken, was man dir in der Flugschule in der Kürze alles nicht beigebracht hat.

Modellflugerfahrung hilft meiner Erfahrung nach eine Menge. Alle Modellflieger in meinem Verein waren nach ca. 40 Starts im Doppelsitzer reif für den ersten Alleinflug, während andere eher 50-60 brauchen.

Gruß Yeti

Bamboo
02.05.2003, 07:41
Hallo,

nach der Flugschule bin ich einem Verein beigetreten, und musste dort doch noch einige Flüge mit Fluglehrer absolvieren. Insgesamt hat mir die Flugschule aber doch viel Zeit erspart.

nette Grüsse

Dietmar

AJ
02.05.2003, 12:26
Hi,

genau das beabsichtige ich ja auch : ich brauch schnelle Erfolge :) Und dass es dann nur im Verein weitergeht ist klar :)
Aber 1,5 - 2 Jahre jedes WE da irgendwie rumeiern....ich weiss nicht....

Werd mich mal wirklich mit nem Verein in Verbindung setzen....
Kennt da jemand einen Verein im Bereich nördl. Ruhrgebiet (bin aus Gelsenkirchen), bzw. kann jemand einen guten Verein empfehlen ?

Mooney
02.05.2003, 13:43
denn auf nach Borkenberge, da gibts ne Menge Vereine.

Dix
02.05.2003, 22:58
Wie Dietmar/Bamboo schon geschrieben hat, wirst Du als Neuling im Verein von der Flugschule NICHT gleich allein fliegen dürfen. Is ja auch klar, denn wenn Dein Fluglehrer Dich nicht kennt, dann kanner das auch nicht verantworten.

Sei Dir gewiß, eine solche Vorgehensweise (A in der Schule, Rest im Verein) wird von den Vereinen nicht gerne gesehen. Aber das ist ein anderes Thema.

"Ich brauch schnelle Erfolge!"
--Dann rechne mit einem deutlichen Geschwindigkeitseinbruch beim Wechsel in den Verein.

Nur mal so als Tipp:
Alternativ zur Flugschule sind die Fluglager in den Sommerferien!!! In denen wird sehr viel geflogen und intensiv ausgebildet! Du könntest Dich also schleunigst um einen Verein kümmern, das Fluglager noch mitnehmen...

Geh endlich fliegen, Du wirst Deinen Schritt nicht bereuen, versprochen.

Christian_S
03.05.2003, 11:52
Genau, wie DIX schon sagte!
Die Flugwochen sind klasse. Und manche Vereine (wie unserer) fahren dann auch ins Ausland fliegen und wenn du das mitbekommen kannst, dann kannste glücklich sein!
Kann dir einen Verein von Anfang an nur empfehlen.
Und NUR bis zur A-Prüfung in die Flugschule zu gehen ergibt echt keinen Sinn, dann schon ganz bis zur Lizenz!

Christian

Dix
03.05.2003, 17:40
Klick Dich mal bei www.segelflug.de (http://www.segelflug.de) durch.

Da ist links im Frame "Segelflugvereine in Deutschland" auch "als Karte". Bergeweise Links zu Vereinen. Aber sei kritisch, was der Punkt auf der Landkarte betrifft. Da stimmen Theorie und Praxis nicht immer überein. ;)

Und
Und NUR bis zur A-Prüfung in die Flugschule zu gehen ergibt echt keinen Sinn, dann schon ganz bis zur Lizenz!Kann ich so nicht unterschreiben. Denn ob das wirklich Sinn macht, ist eine Frage der persönlichen Einstellung, der Erwartungen/Ziele und des Geldbeutels.

Fairerweise muß ich sagen: es entfällt bei einer Schule der vereinsübliche Mitgliedsbeitrag.

In meinem Fall war die (Vereins-)Ausbildung komplett kaum teurer als mein Führerschein Klasse 3 Anno 1996!!! Was kostet denn eine Flugschule bis zur Lizenz heutzutage?

[ 03. Mai 2003, 17:46: Beitrag editiert von: Dix ]

Gregor Toedte
03.05.2003, 19:37
Wie viele meine Vorredner sehe ich das ähnlich. Ein Verein ist wichtig -auch wegen der Gemeinsamkeit die beim Segelfliegen auch einen Teil des Reizes ausmacht. Aber oft dauert es im Verein bis zu den ersten Erfolgen sehr, sehr lange. Mit 3 bis 5 Starts am Wochenende kommst du als Anfänger nur langsam vorwärts. Such dir eine (kleine) Flugschule (e.g. Waldeck) und beginne dort mit 14 Tagen Urlaub und versuche möglichst viel zu fliegen. Wenn du Glück hast kannst du in der Zeit 50 Starts machen und hast die "B" oder "C" Prüfung in der Tasche. Dann melde dich bei einem Verein an und sieh zu, wie es weitergeht. Ich habe über viele Jahre zusätzlich zum Verein immer noch in Flugschulen gechartert, du kannst so andere Typen fliegen, andere Plätze kennenlernen und einfach mal 1-2 Wochen im Jahr "fliegen pur". Aber das ist schon teuer, ich habe als Schüler immer in den Osterferien gearbeitet und dann (ein wenig gesponsert von Oma und Opa) in den Sommerferien zwei Wochen in einer Schule verbracht, wenn du dann schnell den Windenfahrerschein machst kannst du in einigen Schulen auch billiger fliegen.

Viel Spass !!

Gregor

AJ
03.05.2003, 21:44
Hi!

Ich habe mir mal diverse Homepages angeschaut, und überall wird auch die Ausbildung angesprochen.
Um Missverständnissen vorzubeugen, natuerlich sehe auch ich die Notwendigkeit eines Vereins, aber ich meine numal, um die grundlegenden Sachen zu lernen, ist ein zusammenhängender Block, wie ihn eben eine Flugschule bietet, einfach besser.
Dass ich, wenn ich es in einer Flugschule gerade mal zum Alleinflug geschafft habe (oder wie weit auch immer) nicht einfach so in einem Verein "drauflosfliegen" kann, is nur verständlich.

Also, summa summarum sehe ich das so :
um sich die die grundlegenden Fähigkeiten anzueigenen, ist ein zusammenhängender Block besser, anstatt jedes 2. Wochenende (Wetter!?) 3-5 Starts (optimistisch gesehen) zu machen. Ich denke, man hat von einem Tag auf den anderen weniger vergessen als von einem Tag auf einen 14 Tage späteren Tag :D
Nicht zu vergessen ist auch, dass ich eben novh studiere, und ich für die letzten 1.5 Jahre nicht in einen dort ansässigen Verein eintreten will.
Hmm, andereseits, wenn ich diesen Sommer eine Flugschule besuchen würde, und danach nix weiteres käme (Verein), wäre die Sache ja auch irgendwie sinnlos.

Hmpf.

Naja. Mal eben was anderes :

Ich habe bei DG-Flugzeugbau folgende Seite gefunden: Zukunft des Segelfluges (http://www.dg-flugzeugbau.de/zukunft-segelflug.html)
Dort kommen die Vereine teilweise ja nicht gerade gut weg.... Und genau das ist meine Befürchtung, wenn ich in einen "falschen" Verein eintrete.. :) :( ...
Was habt ihr denn so für Erfahrungen mit Euren Vereinen ?

Fragen über Frage ! Unsicherheiten über Unsicherheiten ! Mist !

Hans Rupp
04.05.2003, 07:07
Hallo,

das habe ich mal im Netz gefunden (und jetzt wiedergefunden):
http://www.schlechtflieger.de/weginslicht/weg.htm

unter Jan lesen. Blieb bei mir haften, da ich mal 1975 mit der Ausbildung in einem Verein angefangen hatte, in dem man mit viel Arbeitseinsatz für sehr wenig Geld zum Fliegen kommen konnte. Aber genau in dem Jahr waren es sehr viele Jugendliche und da wurde es mit zu zäh, den ersten Freundinen wurde Zeit zugewendet und die auch am Wochenende und so verlief sich das damals.

Hans

[ 04. Mai 2003, 07:07: Beitrag editiert von: haru ]

Bamboo
04.05.2003, 10:35
Hallo Andreas,

meiner Meinung nach gehen deine Gedanken genau in die richtige Richtung, sprich erst "geballtes" Fliegen (Flugschule), und danach zur Verbesserung der Fähigkeiten Verein. Wenn Du dich zunächst für eine Flugschule entscheidest, achte auch darauf dass beide Startarten (F-Schlepp u. Windenstart) sngeboten werden. Ich hatte nämlich nach der Flugschule (Wasserkuppe) in der Nur F-Schlepp gelehrt wurde das Problem, dass in dem Verein nur Windenstart praktiziert wurde. Also hieß es doch noch einige Zeit bis zur Beherschung dieser Startart zu investieren. :confused:

nette Grüsse

Dietmar

Stöps
05.05.2003, 12:50
Ich hab vor ziemlich genau 10 Jahren meinen letzten Flug gemacht und bin dann nie wieder hingegangen, weil die mich wegen einem Kratzer in der DG100 so saublöd angemacht haben, dass ich gedacht habe, ihr könnt mich mal. Man konnte zwar sehr günstig fliegen, mußte aber enorm viel Zeit aufbringen. Außerdem war damals meine Party-Zeit und mit dickem Kopf steht man nicht gerne morgens um 9 auf dem Platz.
Es wurden im Verein ziemlich viel Strecke geflogen, d.h. es war alles auf Hochleistungssegelflug ausgelegt. Wer da wie ich mit der alten Ka-8 über den Kirchturm rumgeeiert ist und damit glücklich war, der wurde von den anderen belächelt und nicht so ernst genommen. Es war auch ein ziemlicher Drill dahinter, Flugschüler mussten den ganzen Tag schieben und mithelfen, und dann gab es gerade mal 3 Platzrunden à 5 Minuten. Die Privatflieger hatten dafür alle Privilegien, man musste ihnen morgens helfen aufbauen und die waren dann halt den ganzen Tag in der Luft und fertig. Wir Flugschüler mussten uns regelrecht hochdienen, und wehe, einer ging mal früher heim.
Ich fand den Verein echt nicht gut und hatte deshalb auch ziemlich Bedenken, in einen Modellflugverein einzutreten. Wie hab ich mich da gewundert, um wieviel lockerer es da zugeht, echt klasse!
Im nachhinein muss ich sagen, dass ich die Flugerlebnisse von damals niemals missen möchte (mit einem Storch unter der Wolke um die Wette kurbeln hat schon was), ich aber einen anderen Verein wählen würde.
Vor 2 Wochen war ich mit dem Freund einer Kollegin auf einem anderen Platz und wir sind mit der ASK 21 1,5 Stunden geflogen, es war echt saugut und ich kann es immer noch! Der Verein war ganz anders, viel kleiner und netter und da könnte ich es mir auch vorstellen.
Fazit: Segelfliegen ist viel billiger als Modellfliegen, man braucht dafür aber jede Mange Zeit, da es ohne die Hilfe anderer einfach nicht geht. Eine Freundin oder gar eine Familie ist da schon sehr schwierig. Ich würde mir einen netten Verein suchen und im Fluglager anfangen, und dann dort bleiben. Du musst Dich in dem Verein auf jeden Fall integrieren und dort sehr viel Zeit verbringen, dann würde ich dort auch anfangen und nicht als "Reingeschmeckter" von der Flugschule kommen.
Sei Dir aber auf jeden Fall darüber im klaren, dass Du sehr viel Zeit investieren musst, nur alle paar Monate mal ne Runde drehen ist auch viel zu gefährlich, da man schon in Übung bleiben sollte.
Und es gibt unter den Vereinen auch wirklich nette und sympathische Beispiele, lass dich von meinem Beispiel also bitte nicht abschrecken.
Ui, das war aber lang!

Stöps

Dix
05.05.2003, 17:10
Man sollte sich eben in der in Frage kommenden Gegend mehrere Vereine anschauen.

Daß man dumm angemacht wird, kann passieren. Was man selber draus macht is ne andere Sache.

Gerade zum Thema Vereinsstrukturen gabs in einer Ausgabe der Verbandszeitschrift Luftsport beim DAEC einen Artikel, dem ich nur beiflichten kann. Es geht darum, daß der Verein sich zu einem Dienstleistungsbetrieb entwickeln muß, weil sonst keiner mehr kommt. Sprüche wie "das wird schon seit 50 Jahren so gemacht bleibt auch in Zukuft so" sind absoluter Bullsh*** aber genau das ist der Knackpunkt. Man muß lernen flexibler zu werden. Das gilt für die Alten wie für die Jungen (bin selber 25!) gleichtmaßen!!!

Also AJ, guck Dir ein paar Vereine an, laß Dir Zeit und guck nicht immer auf das Tempo bei der Ausbildung. Wenn Du dort schnell lernen kannst, Dich aber nicht wohlfühlst, wirst Du genauso schnell die Lust wieder verlieren...

Viel Glück!

AJ
05.05.2003, 19:11
Hi,

Danke erstmal an alle, die sich hier beteiligt haben.

@Stöps : verdammt, Du sprichst genau meine Bedenken an. Das letzte, was ich will, ist, den ganzen Tag Skalve für die Privatflieger spielen und mit ein paar Kurzflügen abgespeist zu werden....
Das Problem, was ich sehe, ist das "schau Dich mal bei den Vereinen um".... ob ich da wirklich die Atmosphäre, das Umgehen miteinander, mitbekomme, bezweifle ich jetzt mal. Wie kann ich mir als "Unwissender" ein richtiges Bild machen, woher soll ich wissen, was ich brauche, was ich will ? :)

Ich hatte vor einigen Jahren schonmal vor, mit der Großsegelfliegerei anzufangen. Damals bin ich nach Oerlinghausen gefahren. Man hat mich auch prompt mit meinem Auto zur Startstelle fahren lassen(lag an dem Tag am anderen Ende des Platzes) Dort hab ich auch gefragt ob ich mal mitfliegen könnte, "ja" hat man mir gesagt und sich dann nicht mehr um mich gekümmert. Nach ein paar Stunden des Wartens und Zuschauens war meine Laune dahin und ich bin wieder gefahren...
Tja...

Stöps
05.05.2003, 19:42
Stimmt schon, ich würde heute auf die Anmache auch anders reagieren, aber mit 19 war ich nicht sehr selbstbewußt und das war dann nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Mittlerweile geht es in dem Verein auch anders zu, viele alte Hasen haben aufgehört und die Nachwuchsprobleme lassen die Leute auch nachdenken.
Der Verein von letzter Woche war aber echt voll nett, da würde ich jederzeit anfangen, wenn ich die Zeit hätte. Nur 20 aktive Leute, kein Streckenflugterror und richtig gemütlich.
Viele Vereine bieten auch Schnupperwochen an für alle Unentschlossene, da merkt man ziemlich schnell, woran man ist.
Ich wollte hier keinesfalls die Segelflugvereine im Allgemeinen schlechtmachen, es gibt eben solche und solche wie überall im Leben. Es gibt auch schreckliche Modellflugvereine, in denen man mit Anfängermodellen belächelt wird oder auch solche wie meinen, in denen der Vorstand Twinstar und Zagi fliegt (unter anderem natürlich ;) )
Aber dass man als Anfänger die Schulungsmaschine mit andreren teilen muss und nicht sofort Dauerflugrekorde aufstellt ist auch klar.

Stöps

[ 05. Mai 2003, 20:13: Beitrag editiert von: Stöps ]

Steffen
06.05.2003, 08:25
Hi Leute,

also ehrlich, ihr malt hier aber ganz schön schwarze Bilder vom Segelfliegen, da muss ich doch mal meinen Senf zugeben.

-ich kenne keinen Verein, in dem die Flugschüler Sklaven der alten sind. Klar ist es so, dass Schüler Platzrunden fliegen und Streckenflieger stundenlang weg sind, aber das ist nun mal die Natur der Sache.
-einzelne Privatflieger, die die Infrastruktur des Vereines ausnutzen, sich beim Aufbauen helfen lassen und dann nicht mehr gesehen waren gibt es immer, sind aber typischerweise Einzelfälle.
-'nur' drei Starts am Tag sind für Flugschüler i.A. schon eine ganze Menge. Ich kenne insbesondere in der Anfangsschulung kaum einen Schüler, der mehr als 5 Starts überhaupt verträgt. Da ist Data-Overflow und man rafft eh nix mehr.
-die Zahl der Starts am Tage für Flugschüler liegt immerhin nicht unerheblich an der Menge der Flugschüler. Ein Fluglehrer und ein Schulungsdoppelsitzer können nunmal am Tag nicht wesentlich mehr als 20-30 Starts machen. Sind die Flüge etwas länger (=mehr Übungen im Flug) sind es ruckzuck nur noch 5-10 Starts. Unter einer Platzrunde versteht man aber beim Segelfliegen einemal um den Platz fallen, keinen längeren Flug mit Thermik.
-Segelfliegen besteht nicht nur aus den Starts. Der Verein gehört dazu und daher kann man keinen Spaß haben, wenn man viele Starts am Tag macht, aber der Verein keinen Spaß macht. Die Zeit, in der man keinen Start macht, ist ja nicht gerade gelangweiltes warten oder Maloche für alle anderen.
-Die anderen schieben einen auch, also kann es so falsch nicht sein, wenn man wiederum sie schiebt.
-bis zur A geht es darum ein Flugzeug sicher zu führen, dafür muss man Platzrunden schrubben. Nach der A kommt man aber auch ruckzuck zu längeren Flügen.
-warum hängt für viele alles an dem ersten Alleinflug? Ich fand jeden Flug toll, mit und ohne Fluglehrer. Kein Flug, in dem ich was neues lernte, Erfolgserlebnisse en masse. Der Spaß liegt natürlich auch am Fluglehrer keine Frage ;)

Die Vereine, die ich kenne, sind jedenfalls eher so, dass man reichlich Starts abkriegt (3 und mehr Platzrunden, oder eben 1-2 längere Flüge). Und bei drei Starts pro Tag ist man nach ca. 15-20 Flugtagen alleinflugklar.

Ach ja, noch eins: das ist kein 'richtiges' Fliegen, Modellflug ist ja auch kein falsches Fliegen, oder? (ich hab schon immer die Segelflieger angemeckert, die sagten 'früher habe ich Modellflug gemacht, jetzt fliege ich richtig', sag ich nur zu: hast Du nie richtig Modellflug gemacht :p )

Ciao, Steffen

MichaK
06.05.2003, 12:13
Ich stelle mir immer vor, wie ich dann, als Vereinsschüler, den ganzen Tag am Startplatz stehe und, wenn überhaupt, 1 mal in die Luft kann, weil soviele Flugschüler da sind und die Starts irgendwie ungerecht verteilt werden. Ausserdem würde es EWIG dauern, wenn ich so, nur an WE´s, meine Flugstunden mache.
Genauso war's bei mir. Wenn's hochkam eine Platzrunde pro Flugtag, naja vielleicht selten auch mal zwei. Fazit: ich hab kurz vorm ersten Alleinflug aufgehört, nach 46 Starts (fast nur Winde), für die ich zwei Jahre gebraucht habe.

Ein Tag bedeutete als Flugschüler Sunrise bis Sunset mit sämtlicher Auf- und Abrüstarbeit, da wurde man mehr oder weniger "sanft" hinbewegt...

Und Vereinsleben...naja...ist auch nicht jedermann's Sache. Z. B. der Gruppenzwang zum Saufen nach dem Fliegen etc. pp. Nee danke.

Es mag sicher auch "bessere" Vereine geben, aber ich bin geheilt, leider hab ich nie mehr den Absprung geschafft nochmal "anders" anzufangen.

Achso ja, billig war's, jedenfalls viel billiger als Modellfliegen. ;)

[ 06. Mai 2003, 00:13: Beitrag editiert von: MichaK ]

AJ
06.05.2003, 12:58
Hi,

nochmal um jetzt wirklich jedes Missverständnis aus dem Weg zu räumen : ich habe mich nie beschwert dass Segelfliegen an sich nur in Vereinen Möglich ist. Ich habe nichts gegen Vereine im Allgemeinen, nur die Sorge, dass ich eben "im falschen Verein" anfange und mir deswegen der Spass vergeht (siehe MichaK)
Auch habe ich nix dagegen, am Boden FLugzeuge zu schieben. Aber das Fliegen und das Schieben sollte in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen :)

Wie ich die ganze Sache sehe, wenn ich wirklich mal meine ersten Flugstunden oder gar mein Prüfung hinter mich gebracht habe, weiss ich jetzt nat. noch nicht, ich sehe die Sache eben noch aus Anfängeraugen und mache mir da andere Gedanken drum. Ich denke das sollte auch nachvollziehbar sein. Daher hab ich das Thema ja auch gestartet, um hier ein paar Hilfen und Tips zu bekommen....

Ausserdem steht das "richtig" im Topic nicht ohne Grund in Anführungszeichen :) Ich glaube es ist jedem klar was damit gemeint ist, @Steffen : Du solltest nich so kleinlich sein :D

So!

Steffen
06.05.2003, 13:48
Hi AJ,

das Risiko den falschen Verein zu erwischen ist IMHO relativ niedrig. Hingehen und ansehen hilft enorm. Besonders gut ist es, wenn der Verein Schnupperkurse zu beliebigem Zeitpunkt bietet. Manche Vereine machen Schnupperkurse über zwei Wochen am Stück, andere, wann immer jemand will über 4 Wochenenden. Dabei lernt man nicht nur die ersten Fertigkeiten, sondern auch den Verein kennen.

Und ob es sich lohnt noch für eine relativ kurze Zeit in einen Verein einzutreten liegt ganz an der Aufnahmegebühr.

So oder so: viel Spaß dabei :)

Ciao, Steffen

Stöps
06.05.2003, 14:27
Laß Dich jetzt blos nicht verunsichern und hab den Mut zum Anfangen, ich wollte Dich auf keinen Fall entmutigen!
Und wenn Du so richtig fluggeil bist und so richtig Spaß an der Segelfliegerei hast, dann macht es auch nicht unbedingt was aus, wenn Du nicht den allerbesten Verein erwischt hast, ich hab das damals jedenfalls 4 Jahre lang in Kauf genommen!
Und Steffen hat vermutlich schon recht, die Trefferquote für einen weniger sympathischen Verein liegt vermutlich ziemlich niedrig.
Ich beneide Dich jedenfalls für die vielen schönen Flugerlebnisse, die noch vor Dir liegen!

Stöps

Ingo Seibert
07.05.2003, 09:14
Hallo AJ,

sorry, dass ich mich erst hier und jetzt zu Wort melde, aber leider ist zur Zeit bei uns die Hölle los, und nach durchschnittlich 10-16 Arbeitstunden hab ich dann keine Lust mehr über Vereine nachzudenken ;)

So, als im gefragten Gebiet wohnender und fliegender kenne ich nicht nur zahlreiche Vereine (Bottrop, Gladbeck, Dinslaken, Oberhausen, Dülmen, Borkenberge, Mülheim, Dorsten, Recklinghausen - mehr fallen mir gerade nicht ein) sondern auch mehrere Fluplätze in deiner Umgebung.

Die einzelnen Vor- und Nschteile aufzuzählen dauert so zu lange, außerdem ist das eine sehr heikle Sache so öffentlich - wenn du verstehst ;) :) . Ichw erde dir aber ne Mail dazu schreiben.

Etwas generelles hätte ich noch: Seit 12 Jahren betreibe ich jetzt den Segelflug, habe neben PPL-C und BZF II noch das BZF I erworben und aus Jux mal den Unterricht zum AZF mitgemacht, hab mit dem PPL-A angefangen (aber aus Kostengründen nach ca. 20 Stunden aufgehört), darf Gleitschirme und UL´s fliegen, bin Segelflugzeugwart und Werkstattleiter und hab auch schon so manches T-Shirt in ner Lo100 oder nem Fox durchgeschwitzt. Ansonsten war ich bislang in 4 verschiedenen Vereinen in drei verschiedenen Bundesländern, allesamt wegen Umzug gewechselt, und kann mir daher, so glaube ich, ganz gut ein Urteil erlauben. Selbiges lautet: Vergiss es! nein, nicht die Fliegerei, aber die Chance, hier eine allgemein gültige Aussage zu erhalten :D .
Mein erster Verein, in dem ich auch meinen Schein gemacht habe, war bzw. ist im Schwarzwald ansässig. Klein, niedlich, ASK21, DG303 Acro, ASW-20,ASW-19, 2 ASK-13, Ka-8, Club-Libelle, Hornet, Kestrel, Pik 20. Das war bislang der angenehmste Verein: Wer Strecke fliegen wollte der tat das, wer um den Platz herum flog und Spaß hatte, tat dies. Jeder, wie er wollte. Bei der Anzahl der vorhandenen Holzvögel war natürlich auch die Winterarbeit recht umfangreich... Übrigens waren bei 5 Schülern 8-10 Schulstarts normal... Nach 4 Wochen freigeflogen, nach 6 Wochen Ka-8, nach 8 Wochen ASK-21.

So, nächster Verein: Leistungsstützpunkt des DAeC, 2x LS-4, einmal Astir, einmal ASK-21 und später noch ein Janus B, für den aber eine LS-4 weichen mußte. Prima, 9 Uhr morgens Briefing, ganz toll, wenn man von der Nachtschicht kommt. Aber es gibt ja die Regelung, dass lediglich ein Briefing am Tag mitgemacht werden muß. Also gut, ausschlafen, ab zum Platz. "Die LS ist besetzt, die geht auf Strecke!" tönte es einem da oft entgegen. Ok, wartet man eben auf den Stier.... Der ist mit Schüler entschwunden. Die LS steht immer noch am Boden. Gegen 19.00 wird es mir dann zu blöd, nachdem ich einen Flugschüler in der 21 rumgeschaukelt habe schnappe ich mir die LS-4 und fliege noch die letzte Abendthermik aus. Was für ein Hallo nach der Landung, "erst nicht beim Morgenbriefing, dann Flugzeug schnappen...". Aber wozu gibt es dann die Regelung, und wieso steht der Vogel 6 Stunden am Boden rum?
Drei Wochen später (ich muß auch an Wochenenden Mittagschicht etc. arbeiten, die fliegbaren Tage sind also dünn gesäht) nochmal, ich quäle mich nach 4 Stunden Schlaf aus dem Bett. Pünktlich am Platz "wer will LS fliegen?". Ich hebe die Hand. "Da muß noch die Lehne repariert werden". Ok, ich erkläre mich bereit. 2 Stunden später ist die Lehne repariert, ich gehe Hände waschen und Werkzeug verstauen. Ich sehe noch, wie die LS das Seil ausklinkt und für 5 Stunden verschwindet. Der Pilot war dann abends beim Einpacken und Waschen verschwunden.

Das waren keine Einzelfälle, und so fiel mir der Wechsel leicht.

Neuer Verein. 1 Mistral C, eine halbprivate ASW15, eine SF-34 (Doppelsitzer), 2 C-42, eine Super Dimona. nicht annähernd der Flugzeugpark, den ich gewohnt bin. Aber wer da ist, ist da, wer fliegen will, der fliegt, wer früher gehen muß, der geht früher. Klappt auch. Allerdings konnte ich aus arbeitstechnischen Gründen (und auch die Freundin will ja mal zu ihrem Recht kommen) erst zweimal dort fliegen...

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Einen Verein lernst du erst hinterher kennen. Wenn du noch mehr "spezifische" Sachen wissen willst, mail mich nochmal an!

Gruß,

Ingo