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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Quo vadis Graupner ?



Thommy
13.11.2003, 21:14
Hallo,
heute bin ich mal auf den Graupnerseiten vorbeigesurft, und dabei ist mir die "fun for kids" Serie, eine Ansammlung von Plastik RC-Spielzeug, aufgefallen. Ist das der Weg wo es hingehen soll ?
Plastikautos, Plastikpanzer, Bagger und Gabelstabler ?
Wie ist denn eure Meinung zu dem Thema?
Gruß
Thommy

Gernot Steenblock
14.11.2003, 09:16
Das hatte Graupner doch auch schon in FN auf den Stand gezeigt. (Nächstes mal bekommst Du ein Fernglas, damit Du das von Deinem Stand aus sehen kannst ;) )

Die Baustellenfahrzeuge sehen ganz ordentlich aus und sind eindeutig ein Zukauf (Tippe auf Fernost)
Aber was ist dagegen einzuwenden, wenn Graupner auch für die jüngere Zielgruppe etwas ins Programm aufnimmt?

Jan
14.11.2003, 09:16
Hi Thommy,

ich nehme mal an, dass Dich nicht stört, dass die Dinger nicht fliegen können, oder? ;)

etwas ernster:
...ein bisschen in die Richtung "Spielzeug" geht der große Umsatz in Deiner Branche doch schon lange. Die Styro-Waffeln, Brettchenflieger, Depron-Hallen-Flieger, EPP-Nuris oder Kunstflieger usw. Low-Cost mit leichtem Spielzeugcharakter sind doch qualitativ fast das gleiche (...jetzt kriege ich gleich Ärger, ich weiß :D ). Die großen Hersteller haben sich auf den Trend draufgesetzt, zuerst MPX mit dem Pico-Jet, dann Twin-Jet usw. Simprop mit seinen kleinen Kunstfliegern (Suchoi, Cap usw), ACT mit Spatz, Me 163. Der Schritt nach unten ist doch gar nicht so groß. Ich meine: Was solls. Wenn sich jemans schon als Kind für das Fernsteuern interessiert, dann bleibt er vielleicht eher dabei und fliegt irgendwann tolle Flieger mit Voll-Cfk-Flächen.

Was mich richtig stören könnte ist der Sicherheitsaspekt. Senden die Dinger auf 40 Mhz?

Thommy
14.11.2003, 13:37
Hallo,
ich hatte das noch gar nicht bewertet, das kommt dann später :D
Wollte nur mal Meinungen sammeln, richtig aufschlußreich sind nach meiner Meinung ohnehin die Teile, die im PDF enthalten sind.
Es kann doch kaum sein, dass nur 2 Leute eine Meinung dazu haben.
Hier noch der Link zum Thema, damit auch jeder weiß worum es geht:
http://www.graupner.de/downloads/portal/fun_for_kids.pdf
Gruß
Thommy

Hartmut Siegmann
14.11.2003, 14:41
Thommy,
war das nicht ein absehbarer Weg?!

Das Modellbauhobby hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren extrem gewandelt. Der Trend beim Modellbau geht weg vom Einzelhandel vor Ort, hin zum Versandhandel. Graupner hat seine gesamte Vertriebsstruktur auf den Händler vor Ort hin ausgerichtet und genau das ist der wegbrechene Vertriebszweig! Also müssen sie sich in Richtung der großen Spielzeugketten hin ausrichten, dann kann wieder Masse verkauft werden. Und genau danach sieht mir das Fun4Kids Angebot aus! Vom Zuschnitt her wirst Du das demnächst bei Karstadt/Kaufhof/Horten/Metro/Real/Conrad... (Wir wollen ja niemanden vergessen ;) ) in der Spielzeugabteilung finden.

Mein alter Händler in Burgdorf bei Hannover hat bereits vor Jahren die Konsequenz gezogen, das sind zwei Läden in einem: Modellbauladen & Spielzeugladen in einem Geschäft, wobei sich der Modellbau etwas im hinteren Bereich der Geschäftsräume befindet, eine richtige Schmökerecke. Vorne im Geschäft bekommt man das ganze Spielzeug für die kleinen Kinder und hinten im Laden gibt es das ganze Spielzeug für die großen Kinder! :D
Siggi

Thommy
14.11.2003, 14:59
Hallo,
@ Sigi: in der Theorie ist das ja ganz nett, aber warum sollen die großen Kaufhauskonzerne das bei Graupner kaufen, und nicht direkt bei den Herstellern in Fernost ? Dort kaufen die ohnehin schon ein.

@jan / Dr Fly . Ich bin nicht sicher, ob das etwas bringt. Um es ganz vorsichtig zu formulieren, könnten manche dieser Plastikprodukte soviel Frustpotential haben, dass die Nutzer für den Modellbau für immer verloren sind.

Gruß
Thommy

Gast_00010
14.11.2003, 15:20
Who cares?
Die sollen ihr Zeug kaufen und verkaufen wo sie wollen.

So lange ich noch irgendwo ein paar Balsabretter kaufen kann interessiert mich nicht, wohin Graupner seine Schritte lenken will. Bei der aktuellen Marktlage würde ein vollständiges Verschwinden des (ehemaligen) Marktführers nicht mal eine erkennabre Lücke hinterlassen.

Die Zeiten ändern sich und Konzepte gelten nicht für alle Ewigkeit. Das gilt natürlich auch für Firmen die in gewissen Bereichen Führungspositionen innehatten und z.T. noch haben.

Ob der eingeschlagene Weg nun der richtige ist oder nicht, interessiert wenn überhaupt die Inhaber und wird sich kurzfristig (wenn überhaupt) an den Ertragszahlen ablesen lassen.

Was nun den allgemeinen Trend der "Osterweiterung" europäischer Handelsbeziehungen betrifft ist das natürlich ein vollkommen anderes (spannendes) Thema hat aber mit der gestellten Frage nichts zu tun.

Und was die Kiddies betrifft ... auch ne andere Baustelle.

Vielleicht kannst du deine Intention ja noch mal näher erläutern, damit wir wissen worüber wir hier überhaupt nachdenken w/sollen

Gernot Steenblock
14.11.2003, 15:21
Thommy, für mich ist die Frage schon seit langem die: Bekommen wir den Nachwuchs durch das modellbauen zum modellfliegen, oder eben den Nachwuchs vom modellfliegen zum modellbauen?

Ich selbst würde mich klar ins Feld der Modellflieger stellen. Ich habe zu wenig Zeit um Stunden, Tage oder gar Wochen in meinem Bastellkeller (der ohnehin viel zu klein ist) zu verbringen. Also kaufe ich ARF oder gleich ein fertig gebauten Flieger auf Flohmärken, von Freunden oder auch in der RCN-Börse. (http://www.rc-network.de/cgi-bin/suite/classifieds/classifieds.cgi?request=&session=3cd83dbd7af2a872)
Genau hier sehe ich den Ansatzpunkt der Fa. Graupner (Wobei das nicht nur Graupner so macht. Es gibt da einige Firmen die ein Starterkit anbieten.)
Natürlich ist die Frage ist der Frustfaktor so hoch, daß der Nachwuchs auf lange Zeit für uns verloren ist oder reißt es die Jungs so arg, daß die hinterher richtig einsteigen?

Nehmen wir den Haushalts-, Werzeug und Spielwarenladen mit Postagentur und Lottoannahme hier um die Ecke. Der wird ab demnächst auch Startersets von Fliegern im Programm haben. Wir haben schon im Vorfeld abgesprochen, daß in jedes Set ein Handzettel mit Kontaktadresse unseres Vereins rein kommt.
Der Händler ist happy, da wir Ihm den Beratungsaufwand ein Stück weit abnehmen und wir sind happy über den Nachwuchs.

Dieter Wiegandt
14.11.2003, 17:51
Meine Meinung: Was spricht denn dagegen, dass sich eine Firma wie Graupner ein zweites Standbein schafft? Es gibt doch auch im Großen Mischkonzerne.
So richtig verstehe ich auch nicht, wohin Thommy will.

Ulrich Horn
14.11.2003, 19:15
Für mich stellt sich die Sache noch etwas anders dar.

Graupner verfolgt ja nach wie vor dieses etwas angestaubte Vertriebskonzept mit Vertrags- Fachhändlern und Gebietsschutz. Ich kann mir vorstellen, dass gerade diesen Händlern durch die diversen Toy Sets, die vom Baumarkt bis zum Warenhaus, aber auch im Versandhandel angeboten werden, massiv die jungen Kunden ausbleiben.
Dann wäre es auch vorstellbar, dass der Fachhandel auf Graupner entsprechenden Druck ausgeübt hat, um selbst sowas anbieten zu können.

Die Folgen dieser Readyware auf unseren Nachwuchs wären noch getrennt zu diskutieren, ich denke aber, dass man Graupner dafür nicht verantwortlich machen kann. Den Trend gibt es ja schon.

Grüße, Ulrich Horn

plinse
14.11.2003, 19:52
Moin,

wenn ich bedenke, wie ich zu dem Hobby gekommen bin, kann ich nur glücklich sein, dass meine Eltern erstens ein dickes Fell hatten, mir viel Freiraum gelassen haben und fürs grobe die Werkstatt meines Vaters da war, zwar mehr für Elektronikkrams ausgerichtet aber ein Raum, wo man mehr Dreck machen konnte, als im Rest des Hauses.

Und beim Dreck liegt eines der Probleme mit dem Nachwuchs für unser Hobby. Einen klassischen Graupnerbausatz von damals aufzubauen macht Dreck und dauert. Im Vergleich zu Spielekonsolen ist es für Eltern erheblich bequemer, den Kindern sowas zu schenken. Schließlich liegt so ein Bausatz ja auch ein paar Tage irgendwo rum, bis er fertig ist.

Die Argumente Zeit und zu kleiner Bastelraum wurden ja schon genannt und der Trend geht halt in die Richtung des stark vorgefertigten oder komplett fertigen.
Es bilden sich halt grob 2 Klassen des Modellbaus heraus: Standardkaufmodelle (in verschiedenen Qualitätsstufen, die Plastemodelle sind die billigsten) und die exklusiveren, ausgefallenen Modelle, die entsprechend Eigeninitiative und Sachverstand erfordern, wenn durch Gebrauchtkauf schon nicht beim Bau, dann doch zumindestens noch beim Betrieb.

Ob wir als bereits infizierte das so gut finden... ist was anderes, aber die Firmen müssen ja irgendwie ausprobieren, wie sie am Ball bleiben können.

Claus Eckert
15.11.2003, 19:06
Hallo

Es ist durchaus interessant, dass Deutschlands bekanntester "Modellbau-Importeur mit eigener Konstruktionsabteilung", unter seinem Namen das Produktportfolio in diese Richtung ausweitet.

Der Name "Graupner" soll vermutlich für Qualität und Kompetenz bei den potentiellen Kunden bzw. deren Eltern wirken.

Wie Siggi schon richtig beobachtet hat, sind viele Modellbau-Händler entweder schon früher auch Spielzeug-Händler gewesen oder haben ihr Produktangebot in diesen Bereich hinein ausgeweitet. Gleichzeitig hatten diese aber schon immer dicke, fette Graupner Werbung an ihren Schaufenstern. (War das nicht sogar Auflage von Graupner?)

Insofern gibt es schon einige Argumente dafür, dass Graupner sein bestehendes Händlernetz und seinen Namen nun auch für "artverwandte Produkte" verwendet.

Im Übrigen halte ich es auch für bemerkenswert, dass in einer Zeit in der viele Firmen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, Graupner einen anderen Weg beschreitet.

Warum das so ist, darüber kann man trefflich spekulieren...

Thommy
16.11.2003, 10:19
Hallo,
@ DW : Thommy will gar nirgends hin. Mich hat nur die Meinung der werten Usergemeinde zu einem bestimmten Thema interessiert.

@ Claus das trifft auch meine Meinung, nicht umsonst sind große Firmen wie Daimler und BMW wieder auf ihren Kernbereich zurückgekommen. z.T. haben die sich ja eine sehr blutige Nase geholt.

Gruß
Thommy

Dr. Lagu
18.11.2003, 15:46
Servus Kollegens,

also da muß ich mal was gestehen, auch wenn es schwer fällt. Ich mußte ein Geschenk für meine Tochter kaufen und fand mich zwischen den Barby-Puppen wirklich nicht wohl. So habe ich ein Fertigteil incl. Fernsteuerung und Ladegerät für 129 Mark gekauft.

Das ist echt geflogen. Als dann ein starker Wind kam, wehte mein Modell davon. Irgendwo in einem hohen Maisfeld war es für immer verschwunden. Bis dahin hatte ich 10 Flüge drauf. Trotzdem vom Modellfliegen motiviert, hab ich mich dann entschlossen, einen "großen" Flieger zu kaufen.

Meine Tochter interessiert sich wenig für Holzleim,Epoxi und Folie. Aber so bin ich zum Modellflug gekommen.

Beste Grüße
Jörg Peter

pipercup
19.11.2003, 10:52
Hallo zusammen!
Im Grunde finde ich es schade, dass die herkömmlichen Anfängermodelle durch "Fertigspielzeug" vom Markt verdrängt werden. Ich habe mit einer Robbe Charter angefangen und habe dabei viel über den grundsätzlichen Aufbau von Tragflächen und Rümpfen gelernt ( wusst enoch nicht mal was Holme und Spanten sind :D ), was mir bei meinen späteren Konstruktionen zu Gute kam.
Aber heute stellt sich die Frage, wieviele Jugendliche würden noch so ein Modell anfangen und auch zu Ende bringen? Hab oft erlebt, dass sowas halbfertig im Keller herumliegt, weil man einfach die Lust verloren hat.
Hat man jedoch am Anfang einen fertigen Flieger und kann direkt mit dem für viele spektakuläreren Fliegen ( für mich ist das Bauen genauso spektakulär ;) )beginnen, wird vielleicht bei einigen eher Interesse am Modellsport geweckt.

Ich halte die Entwicklung mit dem Plastikspielzeug für erschreckend, aber leider muss ich anerkennen dass dies zur jetzigen Zeit eine Chance ist, mehr Leute zu Modellsport zu bekommen.

Gruß Wolfgang

Mooney
19.11.2003, 11:11
Hi folks,

weiss gar nicht warum Ihr euch darueber erregt ;) .
Denkt mal an die 70er, als Gr als einziger die COX Fesselflieger im Programm hatte. Alles Plastikfertigware. Das gabs unterm Weihnachtsbaum.
Mensch, was haben wir die Nachbarn mit den kleinen Coxen gequaelt: iiiiiiieeejjjj.....iiiiiiiiieeeejjjj......
Na, hoert ihr das noch, wenn soon Ding staendig im Kreis rumleiert.
Damit die ersten (Motor)Erfahrungen gesammelt. Dann das Modell versemmelt, aber Motor war noch zu gebrauchen. Manche Kumpels sind ausgestiegen, haben was anderes gemacht. Andere sind dabei geblieben. Und dann? Was tun? Topsy muss her. Der erste Motorfliegerbausatz zu dritt gekauft und zusammengepopelt. Flog und war weg, eben ein Freiflieger :D . Dann schleppt einer 'ne Funke an... und weiter gehts ...bis heute, mal mehr mal weniger.

Meint Ihr, so ist das heute nicht? Entweder man ist von etwas angefressen oder nicht.
Ich denke, das wird nur geringfuegig von den Angeboten entschieden ob einer Modellbauer wird oder nicht. Das entscheidet das Umfeld in welche Richtung er zukuenftig laeuft, sprich wo er seine Erfolge findet.

(da sagte doch immer einer:
Willst Du die Zukunft wissen, schau in der Vergangenheit nach)

Dr. Lagu
19.11.2003, 18:20
Hallo Kollegens,

ein weiterer Aspekt ist auch, daß nicht jeder in einen Verein gehen will. Wer ein Modellauto fahren kann, kann unter Umständen mit diesen Fliegern bald "Fliegen".

Wenn ein williger Einsteiger mit vielen hundert Euro Investition rechnen muß, und sich bald eine blutige Nase holt, hört der Spaß auf. Darum ist diese "Einsteigerliga" ein Werbeefekt.

Zum Thema Vereinsmeierei und die Tatsache, daß man fürs Modellfliegen fremde Hilfe braucht, spricht auch für diese "Spielsachen"

Ein älterer Herr kam kürzlich mit so einem Fertigflieger auf unseren Platz und fragte, ob man ihm das einfliegen könnte. Das wollte keiner, weil die Knüppel falsch herum waren. Dann hat er das Modell selbst gestartet, geflogen und gelandet. Da haben wir alle gestaunt. :eek:

Beste Grüße
Jörg Peter