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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Langzeitarbeitslose ....



Ortwin
16.12.2003, 19:52
...sollen nun vergattert werden, jeden Job anzunehmen... :( :D

Toll?,...nicht toll?? Sagt mal was dazu.

Georg Funk
16.12.2003, 20:28
Meiner Meinung nach sollte der Staat nur das "menschenwürdige Leben" absichern, nicht mehr aber auch nicht weniger, das dann aber für alle legal in Deutschland Lebenden. Als Gegenleistung kann er aber von jedem Erwarten, daß er seine Arbeitskraft zur verfügung stellt (egal ob in der freien Wirtschaft oder beim Staat selbst) Alles weitere sollte privat abgesichert werden müssen.

Bedeutet aber einen Systemwechsel der sehr schwierig wird.

Am Beispiel der Langzeitarbeitslosen festgemacht heißt das, Jeder der Arbeitslos wird, bekommt vom ersten Tag an nur noch das zum Leben notwendige bezahlt. Wer mehr Geld will muß vorher eine entsprechende Privatversicherung Abschließen. Solange er nicht eine andere Arbeitsstelle gefunden hat, kann ihn der Staat, als Gegenleistung für das "Lebensgeld" für öffentliche Tätigkeiten (Parkaufrüumen, ...) einsetzen. Muß ihm dafür aber eine entsprechende Zusatzentlohnung bieten.

Das ganze jetzt so "hopplahopp" zu machen halte ich für schlecht, aber vermutlich ist es unumgänglich, die Umstellung hätte warscheinlich vor 10 Jahren begonnen werden müssen, dann wär man jetzt vermultich damit fertig.

Gast_00010
16.12.2003, 20:40
menschenwürdige LebenUnd du bestimmst, wo das anfängt und wo es aufhört, oder?

Joachim1
16.12.2003, 20:52
Hallo Ortwin,

deine Info ist so nicht ganz richtig, denn diese neue Regelung tritt erst 2005 in Kraft !

Meine Meinung hierzu :
Unsere schlauen Politiker haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht ! Es gibt genügend Langzeitarbeitslose - ich bin leider auch einer - die lieber Heute als Morgen einen festen Arbeitsplatz hätten. In den zurückliegenden Monaten habe ich nun immer wieder die Erfahrung machen müssen, das die Arbeitgeberseite die derzeitige Arbeitsmarktlage dazu ausnutzt, gutausgebildete Kurzeitkräfte einzustellen, denen sie eine Entlohnung unter dem üblichen Regelgehalt anbieten.

Ein Beispiel aus meinem Erfahrungschatz:
Eine Schraubengroßhandlung hier in Norderstedt sucht einen Feinmechaniker mit Führerschein, Berufserfahrung, Englisch- und Computerkenntnissen. Sie erwartet eine tägliche Einsatzbereitschaft von bis zu 12 Std., je nach Auftragslage. Angefordert werden über das Arbeitsamt drei Bewerber, welche bereits in einer vierwöchigen Probearbeitszeit diese Leistungen unter Beweis stellen, selbstredend das die Probearbeitszeit vom Arbeitsamt bezahlt wird, was bedeutet das die Bewerber hier zum Arbeitslosengeld / zur Arbeitslosenhilfe arbeiten. Nach Ablauf der Probearbeitszeit wird sich dann für einen der drei Bewerber entschieden. Dieser " Glückliche " darf dann für ein monatliches Bruttosalär von 1500 EUR max. seine Tätigkeit aufnehmen. Ich muß wohl kaum erwähnen, daß Überstunden selbstredend nicht vergütet werden, und der Arbeitsvertrag auf ein Jahr befristet ist !!!

Nun stelle ich mir folgendes Bild vor: hochqualifizierte Fachkräfte mit Berufserfahrung - diese sind bekanntlich über 40 Jahre alt - werden arbeitslos, und geraten in die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Wirtschaft sucht solche Mitarbeiter, nur leider sind diese Bewerber dem 60 jährigen Geschäftsführer zu alt. Letzter Ausweg, der per Gesetz vorgegeben ist, diese Menschen werden als Aushilfskräfte bei niedriger Entlohnung eingesetzt. Die Arbeitgeber nehmen deren Wissen und Können, bezahlen aber wie für einen Ungelernten, denn wehren dürfen sich diese Langzeitarbeitslosen ja nicht. Das hiermit das gesamte Lohngefüge einer Firma zu Gunsten des Arbeitgebers nach unten gedrückt wird braucht wohl nicht extra betont werden.

Ein riesiges Dankeschön nach Berlin an Kanzler Schröder und Komplizen ! :mad:

Die Hoffnung stirbt zuletzt !
Joachim

Claus Eckert
16.12.2003, 21:40
Hallo Jürgen,


Zitat:
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menschenwürdige Leben
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Und du bestimmst, wo das anfängt und wo es aufhört, oder?
Sarkasmus an:

Nein, Jürgen nicht er bestimmt. Menschenwürdig sind doch die Umstände, unter denen in Vietnam oder China oder war es Venezuela, gearbeitet wird.
Die beklagen sich ja nicht. Hört man auch gar nichts. Kann doch nicht so schlimm sein. Also ist es doch menschenwürdig.
Deutschland ist erst dann wieder wettbewerbsfähig, wenn wir solche menschenwürdigen Verhältnisse bei uns haben.

Sarkasmus aus

Jetzt raucht es etwas auf der Tastatur..

Trotzdem viele Grüße

Claus

[ 16. Dezember 2003, 21:42: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]

Gast_00010
16.12.2003, 21:42
Das sagt der Richtige :D

Ortwin
16.12.2003, 21:50
22848joachim
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Hallo Ortwin,

deine Info ist so nicht ganz richtig, denn diese neue Regelung tritt erst 2005 in Kraft ! Wieso falsch?, habe nichts von einem Datum gesagt.

Aber egal, interessante Stellungnahmen...

Norbert Eisert
16.12.2003, 22:18
Hallo,

@ Ortwin: Man muß natürlich auch nach dem Grund suchen.
Als die Arbeitslosenzahlen noch niedriger waren, haben ja genügend Leute in den großen Topf eingezahlt. Das hat man ausgerechnet und auch Prognosen erstellt.Mit der Entwicklung hat keiner gerechnet. Mit unseren heutigen Arbeitslosenzahlen, die im Übrigen schamlos untertrieben sind, kann man es nicht mehr finanzieren.
Also sucht man eine Lösung...die Einfachste, möglichst bei denen, Die sich nicht wehren können.

@ Georg: Du hast vergessen, dass jeder, der Arbeitslos ist, auch mal gearbeitet haben muß.Damit hat er AV gezahlt und somit seinen Beitrag geleistet. Die Dauer oder Höhe der Zahlung spielt in einem Solidarsystem keine Rolle.

Wir befinden uns, so glaube ich, in einem gigantischen Umstrukturierungsprozess und sind einfach dort die "Leidtragenden".
Zumindest ich vermag aber diesen Prozess auch nicht zu über- oder durch :rolleyes: schaun.

Thommy
16.12.2003, 22:56
Nach meiner Meinung ist das der falsche Ansatz.
Dieser Ansatz könnte funktionieren wenn genügend Arbeit da wäre, ist es aber nicht.
Jemand der heute über 50 ist, hat kaum eine Chance irgendwo genommen zu werden, egal wie qualifiziert er ist.

Da schwillt einem doch der Kamm, wenn man so Dummschwätzer dann im Fernsehen drüber philosophieren sieht, an ärgerlichen Einzelfällen geilt man sich dann auf, statt dass man vernünftige Politik macht und nicht nur versucht sein Klientel ungeschoren davonkommen zu lassen.

Bei dem was eine Krankenschwester verdient, wundert es einen doch nicht, wenn die dann eher einer Aushilfstätigkeit nachgehen. Wo bleibt da die Marktwirtschaft, wenn ich einen Job für einen bestimmten Lohn nicht besetzt bekomme, könnte es ja auch sein, dass dieser eben einfach zu niedrig ist .
Wenn ich sehe wie großzügig Kosten sozialisiert werden, Stichwort Ostrente, Vorruhestand ... dann braucht doch niemand zu wundern, daß die Kassen leer sind.

Damit ich nicht falsch verstanden werde, ich möchte keinem Ostrentner die Rente wegnehmen, aber er bekommt Leistungen aus einer Versicherung in die er nicht einbezahlt hat, und das kann nicht funktionieren, und das sieht bei den anderen Leistungen ähnlich aus.

so an der Stelle brech ich lieber ab, sonst geht mir noch der Gaul durch.

gruß
Thommy

Georg Funk
16.12.2003, 22:58
Also was Menschenwürdig ist will ich auf keinen fall entscheiden

Mal so als Richtlinie

Jeden Tag Kaviar -> nicht nötig
Jedet Tag Reis -> menschenunwürdig

Nerzmantel -> nicht nötig
Zerfetzter Mantel -> menschenunwürdig

Alleinstehender in 10 Zimmer Villa -> nicht nötig
"Wohnen unter der Brücke" -> menschenunwürdig

@ Norbert,

Da hab ich mich vieleicht nicht deutlich genug ausgedrückt. In der Momentanen Situation ist das so nicht zu machen. Aber schrauben wir mal (gedanklich) alles auf 0 Zurück.

Warum soll nicht der Staat eine (von Sachverständigen) festgelegte "Bürgerleistung" automatisch an jeden Bürger leisten können. Leistung weil dies eine Mischung aus Sach und Geldleistungen sein kann. Diese ermöglicht ein Menschenwürdiges Leben. Als gegenleistung hat man die Pflicht zu Arbeiten, wer dies nicht tut (ob er was dafür kann oder nicht ist ersteinmel nebensache) kann vom Staat zu jeder, ihm körperlich zumutbaren Arbeit (auch das entscheide mit sicherheit nicht ich) herangezogen werden. Diese muß der Staat dann aber Zusätzlich, der leistung entsprechend Entlohnen. -> Arbeit lohnt sich wieder.

Hat einer eine Arbeitsstelle ist alles paletti, er bekommt vom Staat seine Bürgerleistung und vom Arbeitgeber sein (entsprechend geringeres) Gehalt

Wer Arbeit hat, kann selbst entscheiden, Lebe ich auf großem Fuß und mit dem Risiko bei Arbeitslosigkeit alles zu verlieren, oder Versichere ich mich gegen das ein oder andere Privat.

Das Leben ist immer gesichert, denn auch der entlassene Vorstandsvorsitzende (alleinstehend) mit einem von mir aus Milionengehalt kann in einem 1 Zimmer Appartment mit sagen wir mal 50m² leben, Sich sein Essen in einer Kantine abholen und Kleidung von der Stange tragen ohne daran zu grunde zu gehen. Wenn er das nicht will, muß er vorher von seinem Gehalt einen entsprechenden Teil Sparen oder eben eine Versicherung abschließen, jeder Eigenverantwortlich.
Ist sehr polemisch, aber dient zur Verdeutlichung meines Gedankens. Ich mache mir deutlich mehr Sorgen um den (warum auch immer)heute unter einer Brücke lebenden als um einen normal oder hochverdienenden, der dann ersteinmal nur noch das nötigste bekommt.

Das ist natürlich nicht von heute auf morgen möglich, aber nur wenn man weiß wo man hinwill, kann man in die richtige Richtung gehen. Die Anrechte und Versprechungen, die in den letzten Jahren (Die Rente ist sicher) gemacht worden sind müssen natürlich ersteinmal abgebaut werden.

[ 16. Dezember 2003, 23:00: Beitrag editiert von: Georg Funk ]

Le concombre masqué
16.12.2003, 23:17
Original erstellt von 22848joachim:
Nach Ablauf der Probearbeitszeit wird sich dann für einen der drei Bewerber entschieden. Dieser " Glückliche " darf dann für ein monatliches Bruttosalär von 1500 EUR max. seine Tätigkeit aufnehmen. Ich muß wohl kaum erwähnen, daß Überstunden selbstredend nicht vergütet werden, und der Arbeitsvertrag auf ein Jahr befristet ist !!!

Mag sein, das das hart ist aber für meinen eigenen Stolz finde ich das besser als Stempeln zu gehen, ausserdem bin ich so wenigstens auf dem Arbeitsmarkt präsent. Wer denkt: "dafür bleibe ich lieber zuhause " ist gesellschaftlich tot

[ 16. Dezember 2003, 23:18: Beitrag editiert von: Eric ]

Dr. Lagu
17.12.2003, 04:14
Servus Kollegens,

ich muß wieder mal Schmunzeln. Eure Beiträge sind die Extra-Light Version zwischen Komunisten und Kapitalisten.

1. Der Arbeitgeber hat keine Arbeit zu vergeben.
2. Der Arbeitnehmer kann keine Arbeit annehmen.
3. Der Arbeitgeber haftet mit seinem Privatvermögen.
4. Wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz verliert, fängt ihn das Sozialsystem auf. Wenn der Arbeitgeber seine Firma verliert, ist alles weg.

Seit vielen Jahren rege ich mich über Arbeitslose auf, die japanische Autos fahren. (das ist nur der Anfang)

Wir haben uns durch unser Konsumverhalten einfach wegrationalisiert. Wir sind zu teuer. Du lieber Leser bist auch zu teuer.

Deutsche Arbeitsplätze können nur mit deutschen Produkten gefördert werden. Schaut Euch nur mal in Euren Wohnstuben um.

Grüße
Jörg Peter

Dr. Lagu
17.12.2003, 04:16
Ach noch was: .........wer von Euch hat denn diese Regierung gewählt?.............

Georg Funk
17.12.2003, 07:43
@ Tommy

Ich habe nicht vor Unternehmen zu Subventionieren. Im großen und ganzen halte ich es für Egal, wer mir mein Geld zahlt, ich bin nur der Meinung, daß das auf jeden fall so viel sein muß, daß ich ohne Luxus Leben kann. Wenn ich Arbeite, möchte ich auf jeden fall mehr bekommen als einer der nichts tut.

Um den Verwaltungsaufwand zu minimieren, meine ich daß eine automatische Leistung/Zahlung an jeden legalen Bürger das einfachste ist. Außerdem ist damit das Almosenimmage der heutigen Sozialhilfe weg. Im Endefekt zahlen ja dann die Unternehmen und die Beschäftigten mit ihren Steuern dieses Geld.

Wenn der Staat verpflichtet ist, dem Bürger zu dem Geld, das er ihm gibt auch die entsprechenden Leistungen zu geben stimmt automatisch die Höhe, Ein zu teuer werden der staatlichen Lebenshaltung kann dann über den Wettbewerb mit Privaten Organisationen erreicht werden.

Mal am Beispiel der, ich nenn sie mal Bürgerkantine hier werden täglich zur Mittagszeit 2-3 verschiedene, ausgewogene Mahlzeiten verkauft. Sagen wir mal z.b. 3€ am Tag. Und genau soviel ist auch in der Bürgerleistung für das Mittagessen angesetzt. Meint jetzt irgendeine private Küche, diesen Preis unterbieten zu können, kann sie das ja machen und das Essen für 2€ anbieten. Bei gleicher Qualität werden alle zur privaten rennen, bei schlechterer Qualität werden die Bürger wieder selbst entscheiden, ob der gesparte € ihnen das wert ist. (Die Werte hab ich mir so aus den Fingern gesaugt, also bitte nicht an den Zahlen aufhängen, die sind austauschbar)

Wie gesagt, die Leistung vom Staat kann hier nicht mehr sein als das nötigste, für das Bier am abend in der Kneipe muß ich arbeiten.

Christian Abeln
17.12.2003, 07:46
Was mir dazu einfällt, ist jüngst jemand, mit dem ich mich Abends unterhalten hab: Arbeitslos und beschwerte sich, das er keine Arbeit bekommt und über die Ausländer, die ihm sämtliche Arbeitsplätze wegschnappen (Nein ich habe nichts gegen Ausländer, im Gegenteil, dient hier nur zum Hintergrund)

Im Laufe des Geespräches stellte sich dann raus, daß der gute Mann nach einem Job sucht, der faktisch nicht vorhanden war: Hohes Einstiegsgehalt bei wenig Arbeit im Prinzip. Keine Firma macht das heute mehr (bzw hat es wohl noch nie gemacht)

Ich fragte ihn daraufhin warum er nicht einen Job annimmt um nicht vom Sozialamt abhängig zu sein (Bezahlung ist nen bischen besser und er hat wenigstens was zu tun...).
Er meinte nur das er solche Jobs nicht annehme, weil sie unter seinem Niveau seien...
Das sind aber genau die Jobs, die unsere ausländischen Mitbürger annehmen, also nehmen sie ihm keine Arbeitsplätze weg, sondern helfen ihm seinen Müll wegzubringen z.B.

Jetzt frage ich mal allen ernstes: Kann man nicht übergangsweise (bin man wieder Arbeit findet, die einem angemessen erscheint) nen Job annehmen, der vieleicht nicht so das prickelnde Leben ist? Nur um dann nicht irgendwann in die Langzeitarbeitslosigkeit abzurutschen?
Ich mein nen halbes Jahr oder ein Jahr ist OK in meinem Augen...
Aber recht viel länger... Find ich nicht wirklich gut.

Naja just my two cents, zerreisst mich jetzt mal, bin ja gespannt...

Nebenbei gesagt würde ich für meinen Teil auch sogenannte "Idiotenjobs" annehmen, wenns gar nicht mehr anders geht auch Kugelschreiber zusammenbauen, wenigstens um meine Miete bezahlen zu können. Und vor allem um vor mir selber nicht dumm da zu stehen.

Joachim1
17.12.2003, 08:45
Erstellt von Dr. Lagu

4. ..... Wenn der Arbeitgeber seine Firma verliert, ist alles weg.

Seit vielen Jahren rege ich mich über Arbeitslose auf, die japanische Autos fahren. (das ist nur der Anfang) Hierzu ist anzumerken:
1. Das Arbeitgeber, welche in die Insolvenz gehen, dann völlig mittellos dastehen ist nicht ganz richtig. Der kleine Selbstständige von Nebenan, dem mag es wohl ähnlich ergehen, er wird dann zum Fall für das Sozialamt, bekommt also Geld von der Allgemeinheit !

2. Der mittelständische Unternehmer wird sich sicherlich derart absichern, das er auch im Falle einer Insolvenz von den Zinsen seines Kontos, oder anderweitiger Einnahmen seinen Lebensstandart halten kann.

3. Durch den krassen Unterschied zwischen Lebenshaltungskosten und Lohneinnahmen sind die Arbeitnehmer gezwungen preiswert einzukaufen. Da hier nun japanische Produkte billiger angeboten werden als deutsche, greift man also zu diesen, obwohl vielleicht lieber "Made in Germany" gekauft werden würde. - Das war aber schon vor 20 Jahren so ! -

Nun ´mal ein paar Zahlen aus dem Leben eines Arbeitslosen, damit Ihr seht, daß dieser nicht wie die Made im Speck leben kann :

Langzeitarbeitsloser, ledig, keine Kinder

monatliche Arbeitslosenhilfe...850 EUR
Mietausgaben........................535 EUR
Strom / Telefon......................100 EUR
-----------------------------
zum Leben verbleiben...........215 EUR

Von diesen 215 EUR muß nun das Kfz unterhalten, Lebensmittel und Bekleidung gekauft werden.

Nimmt dieser Arbeitslose nun einen Arbeitsplatz mit einer Entlohnung von 1500 EUR brutto an, so hat er als Nettogehalt ca 1000 EUR. Von diesem Nettogehalt muß er dann allerding nun auch die Aufwendungen für den Arbeitsweg bestreiten, wofür ihm die Differenz zur Arbeitslosenhilfe ( 150 EUR ) verbleibt. Wer nun ein wenig nachdenkt, der kann nur zu dem Schluß kommen, das sich ein derartiger Arbeitsplatz wirtschaftlich betrachtet, auch Arbeitnehmer müssen wirtschaftlich denken, nicht lohnt. Derartig niedrig entlohnte Arbeitsangebote füllen lediglich die Taschen der Arbeitgeber, und Arbeit soll sich ja auch für Arbeitnehmer lohnen.

Um nun der Meinung vorzubeugen, ich sei Arbeitgeberfeindlich eingestellt: in meiner Verwandtschaft, und meinem Bekanntenkreis, sind viele Selbstständige, mit denen ich auch über dieses Thema rede. Auch von ihrer Seite wird die Meinung vertreten, daß es zur Zeit eine große Anzahl von Betrieben gibt, die die Lage auf dem Arbeitsmarkt schamlos zu ihren Gunsten ausnutzen.

Joachim

Norbert Eisert
17.12.2003, 08:47
Also Thommy, da muß ich Dir jetzt energisch widersprechen:

Auch Ostrentner haben ihr Leben lang eingezahlt.Natürlich in einen anderen Topf.Den hat man dann mit übernommen. Wie voll oder leer der war, weiß ich nicht, tut auch nichts zur Sache.
Damit haben diese Rentner auch einen Anspruch.
Stell Dir vor, rein theoretisch natürlich, das Ding wäre andersrum gelaufen und der Sozialismus hätte den bösen Kapitalistenstaat kassiert, :D und würde jetzt bei den Westrenten ansetzen. Der Aufschrei wäre sicher nicht zu überhören. :D

Für einen gesellschaftlichen Umbruch kann man nicht Die bestrafen, die ihr Leben ihre Arbeitskraft verkauft haben, an wen auch immer.

Der große Nachteil ist, daß man viele Dinge nicht individuell regeln kann. Der administrative Aufwand wäre immens. Man müsste dann jedem Bezieher von irgendwelchen Leistungen aus dem Solidarsystem einen personengebundenen Staatsdiener zur Seite stellen. Unmöglich, würde aber Mißbrauch vorbeugen und wäre gerechter.

Milan
17.12.2003, 09:01
Guten Morgen,

das selbstgefällige Geschwalle, wie mit Arbeitslosen umzugehen ist, kann nur von Leuten kommen, die Arbeitslosigkeit am eigenen Leib noch nicht erfahren haben.

Mein Leitsatz zum Ankurbeln des Binnenmarktes: " Deutsche, esst deutsche Bananen ! "

mfG

Harry

Hans Schelshorn
17.12.2003, 09:25
@Norbert
Das mit den Ostrentnern muß man doch aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Unser Rentensystem ist ja ein Umlagesystem. Alle Gelder, die wir einzahlen, sind nach spätestens einem Monat wieder weg, nämlich an die Rentner ausbezahlt. Es ist also kein Anlagekapital vorhanden. Mit den 5 neuen Bundesländern haben wir nicht nur Rentner dazubekommen, sondern auch aktive Beitragszahler. Idealerweise finanzieren die dazugekommenen Erwerbstätigen die dazugekommenen Rentner. Somit sollte also für die Beitragszahler in den alten Bundesländern die Belastung nicht gestiegen sein. Daß im Osten höhere Arbeitslosogkeit herrscht, viele Wessis in den Osten gezogen sind und noch mehr Ossies in den Westen gewandert sind, das ändert nichts am Prinzip.

Servus
Hans

Thommy
17.12.2003, 09:29
Hallo
@ Norbert Da sind wir gar nicht auseinander, daß die Ostrentner einen Anspruch haben ist klar, aber eben nicht aus der Rentenkasse der Westrentner, denn da haben sie nicht einbezahlt. Es gehört auf eine breitere Basis.
Übrigens, dass der sogenannte Sozialismus nicht funktioniert hat sich nach meiner Überzeugung gezeigt. Daraus aber abzuleiten,dass der Kapitalismus das bessere System ist und funktioniert, halt ich für deutlich zu früh, und ist so sicher noch nicht bewiesen ;)

@ Georg
Es bleibt eine Art Subvention, wenn staatliche Leistungen einen Teil des Lohnes der Arbeiter eines Unternehmens übernehmen. Und dies auf Kosten des Mitbewerbers dieses Unternehmens.
Zusätzlich wird es dann wieder Leute geben, die sich genau darauf spezialisieren das abzuschöpfen.

@ Jörg
ich bin nicht sicher , ob die Deutsche kauft deutsche Bananen Parolen weiterhelfen. In einem wirklich großen Land wie den USA mag das funktionieren. Zudem ist das bei vielen Dingen gar nicht so einfach, bei technischen Geräten zum Beispiel ist auf gut Schwäbisch "d'katz dä boom nuff" :D
Gruß
Thommy

Le concombre masqué
17.12.2003, 09:30
Original erstellt von Milan:
Mein Leitsatz zum Ankurbeln des Binnenmarktes: " Deutsche, esst deutsche Bananen ! "

mfG

Harry:D

bart017
17.12.2003, 10:00
moin,

wenn ich das in den nachrichten richtig verstanden habe ist sich absichern für die zukunft gut und schlecht:

wenn ich mich selbst absicher schneide ich mir doch ins eigene fleisch ich habe jetzt weniger weil ich ja meine absicherung zahlen muss und später falls ich mal arbeitslos bin bin ich wieder der dumme weil der staat sagt du hast zueviel eigenvermögen bevor du was von den anderen bekommst musst du erstmal dein eigenes für die rente gespartes geld aufbrauchen
du darfst nämlich in zukunft pro lebensjahr nur 400€ ansparen
sparst du mehr musst du bei arbeitslosigkeit darauf zurückgreifen

ist das richtig????

ist es richtig das immer bei den "kleinen" gespart wird und große konzerne wie BMW, Siemens, ..... nix zaheln weil sie irgendwo was sitzen haben was nicht läuft und dann abschreiben können bis sie wieder was rausbekommen?

mfg flo

PS: mag sein das ich das ein bischen falsch sehe in eueren augen oder auch etwas nicht ganz verstanden habe aber immo sehe ich es so
(ich habe die regierung übrigens nicht gewählt aber die opposition genausowenig, und ich bin heute froh darüber das ich zum wahlzeitpunkt zu jung zum wählen war und nicht durfte denn egal was ich wähle es ist das flasche)
was hab ich neulich schönes gehört:

wenn man mit wahlen in deutschland etwas ändern könnte wären sie längst verboten!

mag sein. mag nicht sein. ich weiß es nicht.

Norbert Eisert
17.12.2003, 10:20
Hallo Hans,

vielleicht erwecke ich den Anschein, irgendetwas gegen Rentner zu haben. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Ich bin der Meinung, daß die jetzigen Rentner, egal ob Ost oder West, ihr Leben lang ihre Arbeitskraft dafür hergegeben haben, daß das Gemeinwesen Staat funktioniert. Z.B. haben sie Steuern gezahlt.Ohne diese Generation gäbe es den Stand heute nicht.
Nun hat der Staat dem damals Arbeitenden suggeriert, daß von seinem einbehaltenen Rentenbeitrag er im Alter Dies und Jenes dafür erhält.
Das ist ein Versprechen, daß man nun nicht halten kann.Der Betrogene ist der jetzige Rentner.Dabei könnte ihm das völlig egal sein, wo sein Versprochenes nun herkommt.
Das die Rente auf Umlage und Generationenvertrag beruht, weiß ich.Nur es scheint heute nicht mehr zu funktionieren.Man muß es in Zukunft anders machen. Ich betone: in Zukunft.Die jetzigen Rentner sollten davon nicht berührt werden.Das ist schlichtweg Betrug.

Snoopy
17.12.2003, 10:58
Das die Rente auf Umlage und Generationenvertrag beruht, weiß ich.Nur es scheint heute nicht mehr zu funktionieren. Das liegt wohl an den statistischen 1,4 Kindern pro Ehepaar...
Kinder sind out (sind ja auch viel zu teuer). Wer heute als Arbeitnehmer einen Rentner finanziert muß morgen schon für zwei Rentner arbeiten und bald auch die Rentenversicherung seiner Kinder bezahlen. Bin erst neulich über die Werbung einer Versicherung gestolpert, die Rentenversicherungen für Kinder anbietet. Aber wer garantiert mir, dass es diese Versicherung in 60 Jahren noch gibt?

Gernot Steenblock
17.12.2003, 11:10
Hi @ll,

also ich verstehe Euch alle nicht. Wir haben ein Regierung, die von der Mehrheit der Deutschen gewählt worden ist, das ist nicht in allen Ländern so(Hallo Herr Bush). Nur jetzt will keiner mehr die Regierung gewählt haben.
Bei der nächsten Wahl werden die Karten wieder neu gemischt. Nur egal wo ich mein Kreuz mache, habe ich ein Gefühl das sich auch beim Lotto spielen einstellt.
Die SPD ist fleißig dabei das „S“ im Parteinahmen zu zerklopfen. Die CDU hat das „C“ schon einige Zeit über Bord geworfen. Am schlimmsten trifft es die CSU denn dort bleibt nur noch das „U“ übrig. Vielleicht sollten wir wirklich als RCN mal zur Wahl antreten. ;)
Alle schreien nach Reformen und reden vom Reformstau. Wir sind uns alle klar darüber, dass etwas passieren muss. Nur wenn die Politiker etwas machen, dann bitte bei den anderen. Sobald etwas beschlossen wird, dass für mich ein Nachteil ist, bin ich gegen diese Reformen. Die Politiker haben genau deshalb Angst davor wirklich den Hebel mal umzulegen denn das könnte ja die nächste Wahl kosten. Keiner der Politiker ist bereit dazu die seit Jahren überfälligen Reformen in unserem Sozialsystem richtig anzupacken. Ich glaube wenn einer käme und uns sagen würde wir machen das und jenes, es wird alle etwas kosten aber in 3 oder 5 Jahren sind wir aus dem schlimmsten raus, würde dieser Politiker auch Wähler gewinnen denn das es so nicht mehr weiter gehen kann sieht man überdeutlich. Holland z.B. hat diesen radikalen Schnitt vor einigen Jahren gemacht. Heute bekommt jeder Holländer eine Einheitsrente egal ob Geschäftsführer, Arbeiter oder Hausfrau. Alle bekommen die selbe Summe vom Staat. Wer mehr möchte muss privat vorsorgen. Dieses System erwirtschaftete in den letzten Jahren sogar einen Überschuss von einigen Milliarden Euro.
Bei uns dagegen ist es seit Jahren eine Flickenschusterei. Das gesamte soziale Netz wird nur noch von Flicken zusammen gehalten. Die CDU ist erst einmal gegen alles, was die SPD vorschlägt. Schon aus Prinzip. Die Leute die unter Helmut Kohl an der Macht waren können ja auch nicht zugeben, dass Sie uns 16 Jahre lang etwas vorgemacht haben.
Norbert Blüm mit seinem Satz: „Die Rente ist sicher“ ging als Lachnummer in die Geschichte ein. Aber er hatte Recht. Seine Rente ist sicher und er hat nie gesagt in welcher Höhe die Rente sein wird, die wir sicherlich noch bekommen werden.

Heinz-Werner Eickhoff
17.12.2003, 11:25
Hallo Ihr,
schaut mal Hier (http://www.rentengerechtigkeit.de) und Da (http://www.daserste.de/plusminus/beitrag.asp?iid=138) und so weiter. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Thommy
17.12.2003, 12:00
Original erstellt von Georg Funk:

Hat einer eine Arbeitsstelle ist alles paletti, er bekommt vom Staat seine Bürgerleistung und vom Arbeitgeber sein (entsprechend geringeres) Gehalt
Sorry ich lach mir einen Ast, auf Deutsch heißt das, die Allgemeinheit subventioniert einem Unternehmer die Löhne. Also entweder ist das Unternehmen ordentlich aufgestellt, dann macht es keinen Sinn, denn es ist nicht nötig, oder das Unternehmen ist nicht lebensfähig gegen die Konkurrenz, dann macht es auch keinen Sinn, denn man kann es auf Dauer dann auch nicht halten. Beispiele hierfür sind Kohle und manche Teile der Landwirtschaft.
Wer Unternehmen derart subventioniert, bringt gleichzeitig gesunde (in den meisten Fällen auch innerdeutsche) Mitbewerberunternehmen an den Abgrund. Das kann es nicht sein.
Beispiele aus der jüngeren deutschen Vergangenheit gibt es auch da genügend.
Dieses Herumdoktern an Symptomen kann nicht funktionieren.

Warum soll ein Unternehmer echte Arbeitsplätze schaffen, die die Allgemeinheit entlasten würden, weil der Arbeitnehmer doch tatsächlich seinen Lebensunterhalt mit seiner Arbeit bestreiten kann, wenn der Unternehmer sie auch vom Staat subventioniert bekommen kann ?

Aus meiner Sicht sind das Lobbyistenideen.
gruß
Thommy

Gast_00010
17.12.2003, 12:05
@Gernot
100%

Snoopy
17.12.2003, 12:15
@Gernot
Ich stimme Dir 100%tig zu. Was sich in den letzten 20 Jahren abgespielt hat zeigt aber auch, dass Entscheidungen, die notwendig aber unbeliebt sind in einer Demokratie nicht getroffen werden, man will ja nicht die Wähler verlieren. Meiner Meinung nach sollte nach jeder dritten Legeslaturperiode 2-4 Jahre sanfte Diktatur erfolgen von jemanden der beim Volk beliebt ist und dessen Entscheidungen trotz allem aktzeptiert werden. Vielleicht graben wir ja einen alten Kaiser wieder aus :D

Norbert Eisert
17.12.2003, 12:29
Hi,

Gernot, ich gebe Dir da nur bedingt Recht.

Es ist nicht so, daß sich unsere derzeitigen oder frühren oder zukünftigen Politiker scheuen, etwas Radikales zu tun, weil sie "Angst haben, nicht wiedergewählt zu werden". Das intressiert Sie nicht, denn damit rechnen sie.
Es ist so, daß wir keine charismatischen Visionäre haben, denen der eigene Vorteil erst mal sekundär ist.
In der jetzigen Situation scheint diese Form von Demokratie, die wir haben, eher hinderlich zu sein...

@ Snoopy: Auch Dies ist ein Grund. Z.B. Alles, was mit Kindern zu tun hat, Bildung etc. ist Verpflichtung des Staates.Denn Dies ist eine Investition in die Zukunft und auch festgelegt.
Das Problem ist, daß man Dies ja schon lange erkannt, aber nicht viel getan hat.
Vielleicht als (nicht ganz koscheres)Beispiel:
Der "Nutzen" von Marketing (wir haben doch da Experten hier :D ) lässt sich für eine Firma doch auch nicht in "Ertrag" ausrechnen.Aber tun muß man es, sonst ist man weg vom Fenster...

Joachim1
17.12.2003, 12:30
Original erstellt von Eric:
Mag sein, das das hart ist aber für meinen eigenen Stolz finde ich das besser als Stempeln zu gehen, ausserdem bin ich so wenigstens auf dem Arbeitsmarkt präsent. Wer denkt: "dafür bleibe ich lieber zuhause " ist gesellschaftlich tot
Was ist das für ein seltsamer Stolz, wenn Du dich weit unter Wert verkaufst ? Und auf dem Arbeitsmarkt bist Du dann auch nicht mehr präsent, denn durch eine feste Anstellung ist es nicht möglich von einem auf den anderen Tag eine neue Tätigkeit anzuteten. Wenn deine letzte Aussage zutreffen würde, dann gäbe es sehr viele Menschen, die gesellschaftlich tot sind, nur weil sie ihr Selbstwertgefühl nicht verloren haben. Deine Einstellung zeigt einzig Arbeitgebernähe, und diese haben nur ihren eigenen Profit im Sinn. Wenn es um Senkung von Gewerbesteuern, Subventionen und sonstige Kostenbefreiungen geht ist dieser Personenkreis sehr schnell, ihrer soziale Verantwortung gehen sie allerdings ebensozügig aus dem Wege.

Fakt ist bei der neuen Regelung doch eines, wo es keine Arbeitsplätze gibt, da kann auch niemand der Arbeitslosigkeit entkommen. Und meine direkten Erfahrungen hier am Ort zeigen eines sehr deutlich: außer den Beamten hat Niemand einen sicheren Arbeitsplatz, denn auch gutgehende Betriebe werden erst veräußert, dann verlagert, und die Zeche in Form von Jobverlust / Arbeitslosigkeit zahlen die Mitarbeiter !!! :mad:

Joachim

[ 17. Dezember 2003, 00:33: Beitrag editiert von: 22848joachim ]

Hans Schelshorn
17.12.2003, 12:31
Aber Aber, HWE, das ist ja Parteiwerbung ... ;)

@Norbert:
Ich wollte Dir gewiss nicht vorwerfen, daß Du was gegen Rentner hast. Aber noch haben wir das Umlagesystem, und das ist, so wie Du sagst, nicht mehr in der Lage, uns zu versorgen. Das haben auch andere hier schon geschrieben, daß die Rentner selber nichts dafür können

@all:
Sicher hat der eine oder andere in den letzten Wochen Post von der BfA erhalten. Mir ham’se auch geschrieben, welche Ansprüche ich jetzt schon hätte. Den Umschlag habe ich mir aufgehoben. Da war nämlich ein Stempel drauf:

RENTE: SICHERHEIT FÜR GENERATIONEN!

Selten so bitterlich gelacht! :mad:

Servus
Hans

Dr. Lagu
17.12.2003, 13:05
Hallo Kollegens,

also dem Gernot gebe ich auch gerne Recht. Und da ist noch eine Aussage von Snoopy:....."sanfte Diktatur"..... Wäre mal spannend, zu erfahren, was das heißt?

Nehmen wir eine Firma, die nur saftige Gewinne einfährt. Da kann man sich so "neumodische Fürze" wie kolektiven Führungsstil einfallen lassen.

Wenn diese Firma dann in härtere Zeiten geht, wird so etwas abgeschafft. Aus kolektivem Führungsstil wird der "preusisch-wilhelminische Stil". .........legen wir das nun mal um auf den deutschen Staat, wäre das eine Alternative? :)

..........neulich hab ich was tolles gehört: "Kein Verein hat mehr Arbeitslose als die Gewerkschaft".........das könnte man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

Grüße
Jörg Peter

Dr. Lagu
17.12.2003, 13:10
..........ach da war noch wieder die Suche nach dem Kaiser........

Ich hätte lieber einen "König Lothar". Aber bis die Einsicht kommt, ist es eben zu "Späth"

Gernot Steenblock
17.12.2003, 13:11
@ Norbert,

Du sagst
weil sie Angst haben, nicht wiedergewählt zu werden". Das interessiert Sie nicht, denn damit rechnen sie.Hier liegt ein Denkfehler vor Norbert.
Nehmen wir mal an, Hänschen Balsastaub arbeitet bei der Fa. Graupiplex weil die Geschäfte von Graupiplex schlecht gehen, wird die Fa. Graupiplex von High Robb übernommen. Wie so oft ist bekannt, dass dann Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Hat nun Hänschen keine Angst um seinen Arbeitsplatz?
Genau er hat Angst davor seinen Job zu verlieren. Auch wenn er damit rechnet.

Aber sicherlich ist es zu pauschal zu sagen es ist nur die Angst nicht wieder gewählt zu werden. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Dazu gehören verschiedene Interessenverbände wie Gewerkschaften und Handwerkskammern.
Dann kommt die Industrie die damit drohen die Wahlkampfspenden zu streichen wenn xy nicht dies oder jenes tut.
Die Medien die alles zu einer Art Wettkampf hoch spielen. ...das sind 22% weniger stimmen als unter Kanzler xyz
Dann der Druck aus seinem Wahlkreis (zumindest wenn der wackelig ist)
Dann der Druck von Parteigenossen die eben auch wieder ihre Leute im Genik haben und deren Interessen durchsetzen sollen.
Und, und, und

Nehmen wir mal die Abstimmung die vor ein paar Wochen bei der SPD gelaufen ist. Ich weis schon gar nicht mehr um was es ging. Spielt auch keine Rolle. Auf jeden Fall haben 6 Abgeordnete sich nicht dem Koalitions- / Fraktionszwang unterworfen (etwas das es laut Gesetz überhaupt nicht gibt. Ein Politiker ist nur seinem Gewissen verantwortlich) und dagegen abgestimmt.
Alle 6 fanden sich am nächsten Morgen auf der Titelseite einer Tageszeitung die immer alles reißerisch darstellt. (Ich will ja keine Namen nennen aber ich glaube wir sind alle im Bilde)
Sah aus wie ein Fandungsplakat in den 80er wo nach Leuten der RAF gesucht wurde.
Was glaubt Ihr wie groß der Druck auf diese 6 „Abtrünnigen“ war. Parteigenossen haben sie gemieden und gemobbt.
Nun die Frage: Diese sechs haben nur nach Ihrem Gewissen gehandelt. Genau dafür hat man diese Leute in den Bundestag gewählt. Was glaubt Ihr würden diese Personen das noch mal durchmachen wollen?

Ähnlichkeiten mit Firmen und Personen sind rein zufällig

[ 17. Dezember 2003, 13:14: Beitrag editiert von: Dr.Fly ]

Norbert Eisert
17.12.2003, 16:44
@ Hans: Ich glaube, wir verstehn uns schon, nich? ;)

@ Gernot: Am meisten hat mir "Hänschen Balsastaub" gefallen :D Und: Du scheinst mir auch ein Freund von "Gleichnissen " zu sein. :D

Und Du hast auch Unrecht: Es intressiert die Politiker nicht wirklich, denn man kann sie mit Deinem hänschen nicht vergleichen.
Was passiert eiem Politiker, der fehlentschieden hat, abgewählt wurde, in der falschen Partei war (abgesehen von Jürgen M.) Nix!!

Beispiel? Mein Namensvetter Norbert.
Was tut Herr Blühm heute, nachdem er sich zum Kasper der Nation gemacht hat?
Ich weiß es nicht, aber rein finanziell würd ich gerne mit ihm tauschen.

Es fällt mir spontan ein Spruch meines Vaters, Gott hab ihn selig, ein:"Politik ist eine Hure. Jeder benutzt sie so, wie er grade denkt."

Ich sehe die Politiker, übrigens auf jeder Ebene, nicht als "schlecht, unwissend, abgehoben" an.
Ich habe in der weitläufigen Bekanntschaft Einen, der nicht naiv,trotzdem idealistisch in die Landespolitik Sachsens eingestiegen ist.Den musste mal heute hören. :(
Das scheint so sein zu müssen/sollen.Zerrieben halt und eigentlich nicht nachvollziehbar.

Doc Lagu:

Weisst Du, ich mag Dich eigentlich. Du bist ein Querdenker.Deine Ansichten sind nicht meine.Du scheinst mir...hmh...*passendeswortsuch*...reaktionär.
Konservativ wäre untertrieben.Denn das bin ich. :D
Beispiel? Du kannst als Porschefahrer nicht Diejenigen verdammen, die aus der Not heraus Hyundai lenken müssen.
Du hast mit Sicherheit in Vielem ein bisschen Recht. Wärest Du aber am Ruder, hätte ich Angst um mich... :rolleyes: :D

Wir sollten mal ein Bier zusammen trinken... :D

[ 17. Dezember 2003, 16:57: Beitrag editiert von: Norbert Eisert ]

JeBe
17.12.2003, 17:22
Original erstellt von Dr.Lagu:
Servus Kollegens,

ich muß wieder mal Schmunzeln. Eure Beiträge sind die Extra-Light Version zwischen Komunisten und Kapitalisten.

1. Der Arbeitgeber hat keine Arbeit zu vergeben.
2. Der Arbeitnehmer kann keine Arbeit annehmen.
3. Der Arbeitgeber haftet mit seinem Privatvermögen.
4. Wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz verliert, fängt ihn das Sozialsystem auf. Wenn der Arbeitgeber seine Firma verliert, ist alles weg.

Seit vielen Jahren rege ich mich über Arbeitslose auf, die japanische Autos fahren. (das ist nur der Anfang)

Wir haben uns durch unser Konsumverhalten einfach wegrationalisiert. Wir sind zu teuer. Du lieber Leser bist auch zu teuer.

Deutsche Arbeitsplätze können nur mit deutschen Produkten gefördert werden.das schaut aber nach der extra-light version eines wirtschaftwissenschaftlers aus.

Grundsätzlich fehlen arbeitsplätze. ok?
wegrationalisiert oder in billiglohnländer exportiert. ok?

dh. höhere gewinne für die nutznieser dieser maßnahmen oder was ist das in den bilanzen? ok?

fragen:

werden die höheren gewinne in irgendeiner form in kaufkraft umgesetzt, um denen die durch og. maßnahmen ihren job verloren haben in anderen branchen wieder die möglichkeit der beschäftigung zu geben?

ist das finden eines vernünftigen arbeitsplatzes eine frage des drucks den ich auf den suchenden ausübe oder ist nicht eher die frage des mangelden angebotes. lügen 5millionen arbeitslose und soz. hilfe empfänger?

fördert die zukünftige verpflichtung eines arbeitslosen jeden job zu jeder bedingung anzunehmen, die schaffung von arbeitsplätzen oder setzt es nicht eher eine spirale nach unten in gang? schlechte bezahlung = weniger konsum = weniger nachfrage (stichwort käuferstreik). werden menschen so schneller arbeit finden?

wo bleibt der volkswirtschaftliche nutzen von unternehmen?

@ dr lagu
Ach noch was: .........wer von Euch hat denn diese Regierung gewählt?.............

hat das noch was mit der regierung zu tun?

gegen die forderungen der union wirken die pläne der sozis ja gerade sozial.

gruss jebe

JeBe
17.12.2003, 17:39
Original erstellt von Heinz-Werner Eickhoff:
Hallo Ihr,
schaut mal Hier (http://www.rentengerechtigkeit.de) und Da (http://www.daserste.de/plusminus/beitrag.asp?iid=138) und so weiter. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: au mann, hab mir das grade mal kurz angeguckt.
die scheinen ja noch nichts von den pleiten der us rentenversicherer gehort zu haben. tausende ohne rente, von heute auf morgen. oder die pleite von enron mit der pensionkasse(grösster energieversorger der usa) keiner der versicherten wird je eine rente erhalten, und die rentenbezieher kriegen aus der kasse nix mehr.

da fällt mit nix mehr ein

jebe

[ 17. Dezember 2003, 17:43: Beitrag editiert von: JeBe ]

jwl
17.12.2003, 17:42
seit die grenzen (EU COMECON) offen sind
funktioniert der die sozialemarkwirtschaft nicht mehr. wenn es keine grenzen mehr gibt sucht sich das kaptial die höchste rendite. durch diese gibt es einen wettbewerb der gesellschaftsformen.
dieser wettbewerb bzw ansage muss wahrgenohmen werden. es bleibt bei denen mehr hängen die sich und etwas neu erfinden. man kann sich auch "kurz" mal das "kapital" durchlesen da müsste alles so drin stehen warum weshalb wieso.

es wurde schon über alles nachgedacht.

jwl :D

JeBe
17.12.2003, 17:53
Original erstellt von jwl:
seit die grenzen (EU COMECON) offen sind
funktioniert der die sozialemarkwirtschaft nicht mehr. nafta haste vergessen.
das was in usa schon länger läuft steht uns noch bevor.

dazu fällt mir arm und reich von Studs Terkel
ein.
wenn man wissen will was unter reagen in usa angefangen hat.

jebe

manfred walter
17.12.2003, 20:04
hallo.

mal zurück zur frage:

"langzeitarbeitslose sollen nun vergattert werden, jeden Job anzunehmen"

das ist absolut korrekt.

jede anderslautende meinung akzeptiere ich nicht und belegt mir nur, wie fett und bequem viele meiner mitbürger geworden sind. :o

der staat hat die aufgabe, den einzelnen vor existenziellen risiken zu schützen ( hunger, obdachlosigkeit, etc. ) ärztliche versorgung sicherzustellen, sowie ein mindestmass an sozialisation zu ermöglichen.
mehr nicht.
dazu gehört selbstverständlich die zahlung von A - geld, A - hilfe, S - hilfe, und zwar genau so lange, bis derjenige wieder arbeit findet.
lehnt ein arbeitsloser eine vermittelte arbeitsstelle ab, gehört ihm JEGLICHE finanzielle unterstützung entzogen.
für mich ist ERSTE bürgerpflicht, dass jeder für seinen lebensunterhalt selbst zu sorgen hat, wenn er kann.

gruss, manfred

Le concombre masqué
17.12.2003, 20:11
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann , ist daß in hier meistens der "böse" Arbeitgeber Schuld hat.

Es soll ja auch Leute geben die gekündigt worden sind weil sie z.B. nicht fähig sind, oder?

[ 17. Dezember 2003, 20:12: Beitrag editiert von: Eric ]

Norbert Eisert
17.12.2003, 20:36
Eric, ich z.B. bin Ag, wenn auch nur für 2 Männers. :rolleyes:
Deswegen kann ich mich auch erregen.

@ Manfred: Hammerhart, aber grundsätzlich nix hinzuzufügen.

[ 17. Dezember 2003, 20:38: Beitrag editiert von: Norbert Eisert ]

JeBe
17.12.2003, 20:38
Original erstellt von manfred walter:
hallo.

mal zurück zur frage:

"langzeitarbeitslose sollen nun vergattert werden, jeden Job anzunehmen"

das ist absolut korrekt.

jede anderslautende meinung akzeptiere ich nicht und belegt mir nur, wie fett und bequem viele meiner mitbürger geworden sind. :o

gruss, manfredgenau, und du zuerst.
einkaufswagenschieben für 3,50 bei lidl
auch wenns weniger wie die stütze ist.
hauptsachejob

wer von euch war denn schon mal arbeitslos. in den letzten 2 jahren meine ich??
spricht hier jemand aus erfahrung??
heute nimmt doch schon jeder arbeitslose jeden job an. ich lese nur heraus: 5 millionen faule schw.... und drückeberger.
soll ja auch architekten geben die einen job suchen.
sind die nun alle zu doof zu faul oder gibs in der branche zu wenig zu tun.
von den klasse akademikertarifen in der branche mal abgesehen. oder anders: warum ist die gebührenordnung eigentlich schon ausser kraft gesetzt??

Original erstellt von Eric:
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann , ist daß in hier meistens der "böse" Arbeitgeber Schuld hat.

Es soll ja auch Leute geben die gekündigt worden sind weil sie z.B. nicht fähig sind, oder?sind die 5 millionen alle faul oder unfähig?
wohl kaum.
haben die sich selbst gekündigt?
leider erlebe ich es zu oft das der arbeitgeber kommt und sagt: nimm das geld und geh, wir suchen uns jemanden unter 40.
bei uns im letzten quartal 15 leute.

das mit den arbeitsplätze schaffen ist eine ziemlich einseitige angelegenheit.
kann in der regel nur ein arbeitgeber.

aus einzelnen die regel zu machen halte ich für subversiv.

jebe

Le concombre masqué
17.12.2003, 21:09
@ Norbert

was ist AG ? und warum erregt dich das?

Norbert Eisert
17.12.2003, 21:26
Buenos Dias Eric :D

AG= Arbeitgeber. D.h. in meinem Falle, daß zwei Männer, deren Lebensunterhalt ich (mit)bestreite, für mich ihre Arbeitskraft investieren. Das tun sie (so hoffe ich :D ) gerne. Ich tu meines auch.

Nun für Dich: Ich betrachte mich als den "doofen" Kapitalisten: Sie müssen für meine Helimasche(Kinder hängen im Übrigen auch noch dran)ihre Arbeitskraft hergeben, auch noch für Hans und meine Mutter, denn wir zahlen für die Zwei RV. Dafür(bei 2 ganz leicht)sorge ich mich um ihr Wohlergehen, ausserhalb der ges. vorgeschriebenen Leistungen.
Ich bin also "stolzer AG", rein emotional.
Ist das in HH oder F anders? :D

Friedrich
17.12.2003, 21:53
Hallo Norbert,
bin auch AG in der gleichen Größenordnung wie du :p
nur hängen bei mir noch 4 Kinder und 2 Großeltern als Pflegefälle dahinter :D
ich glaube das viele Arbeitnehmer sich garnicht vorstellen können wie besch... es so manchem AG geht wenn mal wieder Zahlungen von Kunden ausstehen und die Lohnzahlungen fällig sind :confused:
ansonsten bin aber frohen Mutes :D

Le concombre masqué
17.12.2003, 21:54
Bonsoir Norbert

jetzt habe ich es verstanden, sehe das ja wie ich vorher schon schrieb, als normal.

Wäre trotzdem nett wenn du weniger Abkürzungen benutzen würdest :D

Post scriptum: Wer ist Hans?

[ 17. Dezember 2003, 21:56: Beitrag editiert von: Eric ]

Joachim1
17.12.2003, 22:01
Wenn hier von Arbeitgebern geredet wird, so ist wohl weniger der kleine Handwerksbetrieb um die Ecke gemeint, sondern ab Mittelstand aufwärts. Dieses habe ich ja bereits in einem vorangegangenen Beitrag deutlich gemacht.

Wer nun Arbeitslose in Niedriglohngruppen hineinpressen will, der möge sich bitte überlegen, daß er morgen der nächste Arbeitslose ist! Es wird wohl niemand bestreiten, das die Unternehmerseite alles versuchen wird auf diesem Wege die Löhne zu drücken. Man stellt Langzeitarbeitslose zu Niedriglöhnen ein, dann macht man seiner längjährigen Belegschaft klar das rationalisiert werden muß, und eine Weiterbeschäftigung nur zu deutlich geringem Lohn möglich wäre. Wer nun ablehnt, der findet sich auf dem Arbeitsamt wieder.

Wie es mir erging, als ich mich bei einer Norderstedter Schraubengroßhandlung vorstellte, habe ich in einem vorangegangenen Beitrag geschildert. Mir wurden dort für den zu vergebenden Arbeitsplatz mtl. 1500 EUR brutto angeboten. Meine späteren Recherchen ergaben, daß ein Mitarbeiter an gleicher Stelle vor ca. 5 Jahren mit einem Bruttoanfangsgehalt von 2200 EUR eingestellt wurde.
Auch habe ich Euch Zahlen vorgelegt, die nicht einer B..-Zeitung entstammen, sondern von einem Bekannten kommen, für den ich Wohngeldzuschuß beantragte/ bzw. beim Einspruchverfahren behilflich war. Die von mir dort bezifferte Arbeitslosenhilfe von mtl. 850 EUR liegt gringfügig über dem Sozialhilfesatz, so daß es keinerlei Miet- und sonstige Beihilfen gibt. Wer nun noch immer der B..-Zeitung Glauben schenkt, und der Meinung ist, den Arbeitslosen gehe es glänzend, der wird wohl ewig ein Träumer bleiben. Die in der Öffentlichkeit zur Erregung führenden Fälle, sind nur Einzelfälle im Promillbereich.

Deutschland ist kein Schlaraffenland für Arbeitslose. Wer anderes behauptet, der war noch nie arbeitslos, und sollte sich erst einmal bei den Arbeitslosen erkundigen. Und die Mitbürger, welche sich erdreisten, einen Arbeitslosen für gesellschaftlich tot zu erklären, nur weil dieser nicht jeden Niedrigstlohnjob annimmt, die stellen sich ein Armutszeugnis aus, denn sie wissen nicht was sie reden!

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Joachim

manfred walter
17.12.2003, 22:17
hallo jebe.

ein job für 3.50 und somit weniger als die stütze:
ist in ordnung, nur sollte der staat die differenz zur stütze ausgleichen.
du hast die sache aber auf den punkt gebracht:
hauptsache job.

was mich angeht:
ich bin selbst arbeitgeber.
ich führe mit 3 partnern ein architekturbüro mit derzeit 14 mitarbeitern. wir haben diesen monat kurzarbeit eingeführt, weil wir zu wenig aufträge haben, aber niemanden entlassen wollen. wir haben es aber bis heute ganz gut geschafft, uns selbst bezahlte arbeit zu verschaffen und obendrein 14 mitarbeiter zu ernähren.
auch kenne ich den arbeitsmarkt der architekten sehr gut. wir haben in deutschland ein heer von arbeitslosen architekten. ein kollege hat kürzlich einen architekten direkt nach dem studium eingestellt. für 700.- euro im monat, als "praktikant". auch in ordnung, wenn es nicht anders geht. hauptsache job, schon deswegen um "in übung" zu bleiben und das arbeiten nicht zu verlernen. glaube mir, ich weiss wovon ich rede.
ich habe kürzlich mal hochgerechnet: wenn sich unsere auftragslage bis mitte nächstes jahr nicht verbessert, können wir den laden dicht machen. wir hinterlassen dann 300.000.- euro schulden und ich bekomme nicht mal arbeitslosengeld, da ich als selbstständiger nicht arbeitslosenversichert bin. dann geh ich wohl einkaufswägen schieben bei lidl. :D
auch das ist hart, lieber jebe.
auch ich lebe nicht auf der insel der glückseligen.
allerdings glaube ich fest daran die kurve zu kriegen.

warum ist die gebührenordnung eigentlich schon ausser kraft gesetzt??
weil uns die bauherren auspressen bis blut kommt.
architekten nehmen derzeit JEDEN auftrag an, auch wenn es sich nicht rechnet, nur um das büro an laufen zu halten.

5 millionen faule schw.... und drückeberger?
sicher nicht.
arbeitslosigkeit ist nicht schuld, sondern schicksal.

allerdings möchte ich gerne jeden arbeitslosen als drückeberger bezeichnen, der eine vermittelte arbeit nicht annimmt.
wobei wir wieder an der ausgangsfrage angekommen wären...

gruss, manfred

ps:
ich bin schon über 40, habe letztes jahr grün gewählt, bekomme im märz mein erstes baby und:
sorgen um meine zukunft mache ich mir keine.

[ 17. Dezember 2003, 22:31: Beitrag editiert von: manfred walter ]

Friedrich
17.12.2003, 22:28
Hallo Manfred,
nicht nur Architekten werden ausgequetscht, ich denke bei den Bauhandwerkern ist es noch viel schlimmer :mad:
und ha helfen deine Kollegen noch fleißig mit, dann warten die Handwerker am Ende noch ewig auf Ihr Geld :rolleyes:
aber es kann nur noch besser werden :cool:

[ 17. Dezember 2003, 22:31: Beitrag editiert von: Friedrich ]

Ulrich Horn
17.12.2003, 23:13
Hm, was besseres kann der Politik ja gar nicht passieren, als dass jetzt die Arbeitslosen und Arbeitgeber, die Linken und Rechten, die Ossis und Wessis, und womöglich die Jungen und Alten aufeinander einhauen.. ;)

Das lenkt nämlich trefflich davon ab, was für ein Mist da schon wieder gebaut wird.
So alt sollten wir eigentlich sein, dass wir wissen, dass nicht alle Arbeitslose faul und nicht alle Unternehmer skrupellose Raffzähne sind.

Was da jetzt aber wieder Gesetz werden soll, ist noch mehr mit halbem Herzen und heißer Nadel gestrickt als die letzten sogenannten Reformen. Und die waren schon so schlecht durchdacht, dass sie nur der Klientel cleverer Rechtsanwälte und Steuerberater etwas positives gebracht haben.

Klar, so geht es nicht weiter. Die Schuld daran liegt aber weniger an den geizigen Arbeitgebern oder den faulen Arbeitnehmern als an der Politik, die uns mit Hilfe der Lobbys in punkto Bürokratie an die Weltspitze gebracht hat. Und Bürokratie kostet nun mal Geld, das wir alle aufbringen müssen.

Als Wahlvolk wurden wir immer schon angelogen. Irgendwo nachvollziehbar, schließlich wählen wir immer den, der am besten lügt. Jetzt plötzlich fällt es allen Politikern wie Schuppen aus den Haaren, dass wir ja schon seit Jahren über unsere Verhältnisse leben. Aha, wir sind wieder mal schuld.

Jetzt plötzlich überschlagen sich Politiker mit "Reformvorschlägen", besonders diejenigen, die vor der letzten Wahl noch keinerlei Notwendigkeit für irgendwelche Änderungen erkennen konnten. Das spricht nicht unbedingt für Kompetenz, viel eher ist zu befürchten, dass angesichts dieser Panik wieder einmal die Lobbys zuschlagen.

Um jetzt den Bogen zur Langzeitarbeitslosigkeit zu schlagen: Hier schlägt für mich das Pendel nun in die Gegenrichtung aus, und zwar gleich wieder zu weit.
In der Tat beklagen sich bestimmte Wirtschaftszweige (z.B. Gastgewerbe, Reinigungsfirmen) darüber, dass kein Personal zu bekommen ist. Deutsche seien eben nicht bereit, für geringe Löhne zu arbeiten, wird geklagt. Machen wir uns doch nichts vor: diese Löhne sind deswegen so gering, weil jeder diese Jobs machen kann, einschließlich illegalen rechtlosen Flüchtlingen und schwarz arbeitenden Hausfrauen. Das hat mit Profitgier des Unternehmers übrigens noch nichts zu tun; er kann sich ja aussuchen, ob er bei der nächsten Ausschreibung unterboten wird oder solches Personal beschäftigt.

Keinem Arbeitgeber ist damit geholfen, auf einem Handlangerjob einen Ingenieur zu beschäftigen. Das ist Wunschdenken der Politik, die den Mann nur irgendwie aus der Arbeitslosenstatistik heraus haben will. Wenn nun aber hochqualifizierte Leute "jeden legalen Job" annehmen müssen, liefert das cleveren Unternehmern tatsächlich eine Handhabe zur Kostensenkung. Das mag die Wettbewerbsfähigkeit steigern und langfristig sogar Arbeitsplätze schaffen, in Wirklichkeit ist es aber eine verdeckte Senkung des Lohnniveaus und wird damit nicht nur auf dem Rücken der Arbeitslosen, sondern aller Arbeitnehmer ausgetragen.

Denn jeder, der jetzt noch einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz hat, möge sich überlegen, was passiert, wenn seinem Arbeitgeber ein gleich oder besser qualifizierter Arbeitsloser angeboten wird, der nicht freiwillig, sondern neuerdings gesetztlich gezwungen ist, für deutlich weniger Geld zu arbeiten.

Vielleicht sehe ich das auch zu schwarz.. wer seinen Job verliert, kann sich ja immer noch per Ich-AG selbstständig machen ;)

Grüße, Ulrich

Marcus M
17.12.2003, 23:52
bekomme im märz mein erstes baby und Damit machst als Mann sicher Kohle !
Bissl Spass muss sein, in so nem ernsten Thema.

Gruß

Marcus

Hans Rupp
18.12.2003, 08:43
Hallo,

auch ich kann Ulrich nur zustimmen. Das was uns gerade als Reform verkauft wurde ist doch nichts ale Zahlenschieberei. Solange alles (Steuern, Gewerbeordnung, Handwerksordnung, Altersteilzeit usw.) so kompliziert bleibt wird für den Standort Deutschland nichts gewonnen. Das meiste an Steuerentlastung wird ja durch Gegenfinanzierung und steigende Sozialversichungsabgaben wieder genommen. Es wird gespart wie noch nie (über 10% des Volkseinkommens), weil doch kaum einer auf die Reformfähigkeit und unsere Sozialsystem mehr vertraut.

Das Problem ist, dass die letzten 20 Jahre ein Staatsapparat aufgebaut wurde, den man jetzt nicht so schnell wieder zurückfahren kann. Die Pensionsansprüche der Beamten (die persönlich nichts dafür können) eingeschlossen.

Zur Ich-AG:
Meine Mandanten aus Handwerkerkreisen beklagen sich zurecht, dass immer mehr Ich-AGs gegründet werden. Da entlässt ein Flaschner Leute, weil er nicht genug kostendeckende Aufträge hat. Nach 2 Monaten unterbieten diese Leute ihn beim nächsten Auftrag, weil sie ja anfangs ihr "Gehalt" vom Arbeitsamt bekommen und nur den Materialwert als unterste Angebotsgrenze einhalten müssen. So er noch Mitarbeiter beschäftigt muss er diese entlassen.

Leider ist die Erkenntnis, dass alle Parteien die Taktik über Bord werfen müssen und zusammen eine wirkliche Reform ausarbeiten müssen noch nicht bei den Politikern angekommen. Und so eien Rform hgehjt nicht iun ein paar Wochen oider Monaten. Die Ausarbeitung unseres bürgerlichen Gesetzbuches hat 4 Jahre gedauert. Dafür hat es über 100 Jahre ohne große Nachbesserung gehalten. Die Steuerreform ist vielleicht in 2 Jahren zu schaffen, aber nicht in ein paar Wochen. Aber ich befürchte, es muss uns erst nochviel schlechter gehen, bis das klappt.

Hans

P.S. Sorry, stecke gerade im alljährlichen Jahreswechselfrust.

Le concombre masqué
18.12.2003, 09:20
Original erstellt von 22848joachim:
. Die von mir dort bezifferte Arbeitslosenhilfe von mtl. 850 EUR liegt gringfügig über dem Sozialhilfesatz, so daß es keinerlei Miet- und sonstige Beihilfen gibt. Die ich aber durch meine Steuern bezahle, nur weil du dir zu schade bist für 1500 € arbeiten zu gehen und du auch noch dasGlück hattest daß man dir eine Stelle angeboten hat, was ja nicht bei jedem der Fall ist.

Aber du hats ja Recht, man sollte einem anderen Arbeitslosen nicht die Arbeit wegnehmen

Dafür bin ich mit Fahrzeiten jeden Tag fast 12 Stunden unterwegs.

Joachim1
18.12.2003, 11:15
@ Eric !

Da hast Du ja ´mal wieder einen deiner genialen Beiträge losgelassen ! Ein Satz wird aus dem Zusammenhang gerissen und Aussagen erhalten durch Weglassen eine völlig andere Gewichtung. :mad:

Hier extra für Dich zum besseren Verständnis, wenn´s denn was nützt:

Jeder Arbeitslose zahlt in einen gemeinsamen Topf bei der BfA ein. Hierraus erhält er dann im Falle eines Falles Leistungen. Ich z.B. habe 30 Jahre in diesen Topf eingezahlt. Du kannst ja in einer ruhigen Minute einmal nachrechnen, welche Summe da mit Zins und Zinseszins zusammengekommen ist.

Als Nächstes führst Du die von mir bezifferten 1500 EUR an. Durch deine Darstellung erweckst Du nun aber den Eindruck, es handele sich hierbei um ein Nettoeinkommen. Das diesem nicht so ist, kann in entsprechendem Beitrag von mir nachgelesen werden, denn dort habe ich diese Summe ausdrücklich als Bruttolohn bezeichnet. Auch Dir sollte hinlänglich bekannt sein, das hiervon Sozialabgaben etc. abgezogen werden. Weiterhin führte ich an, das es sich bei der Beispielperson um einen Ledigen und kinderlosen handelt, dieser hat somit die höchstmöglichen Abzüge. Da kommt unter´m Strich netto dann geringfügig mehr herraus, als die Arbeitslosenhilfe. Bei einer Arbeitsaufnahme entstehen nun aber zusätzliche Kosten durch den Arbeitsweg, was bedeutet, daß nach Abzug dieser Position vom Nettolohn, letztlich weniger auf dem Konto ankommt als bei der Arbeitslosenhilfe - wovon soll man da noch leben -. Eigentlich sollte es so sein, das man arbeitet um zu leben, hier lebt man dann aber nur noch um zu arbeiten. Auch beschleicht mich da das Gefühl des Rückschritts in die "Sklaverei".

Es ist übrigen völlig an den Haaren herbeigezogen, das ich mir für "Niedrigentlohnung" zu schade bin zum Arbeiten. Ich habe im letzten Jahr eine zeitlich befristete Tätigkeit zu diesen 1500 EUR Bruttolohn ausgeübt. Da ich eine gute Abfindung vom vorangegangenen Arbeitgeber hatte, war ich in der Lage hiermit den Arbeitsplatz zu subventionieren!

Da wir hier im Forum ja Arbeitslose, Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben, stelle ich hier einmal Zahlen ein, die vielleicht in dieser Diskussion überdenkenswert sind:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

Joachim

[ 18. Dezember 2003, 11:20: Beitrag editiert von: 22848joachim ]

Le concombre masqué
18.12.2003, 11:47
Original erstellt von 22848joachim:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

JoachimGanz einfach , Joachim nach 1 1/2 Jahren ist der Zug abgefahren, da stellt dich keiner mehr ein.

Und ja , ich ging von 1500 € Bruttolohn aus.Ist nicht viel, sicher.

Vielleicht wären ja daraus eines Tages 2000 € geworden, an diesem Arbeitsplatz, oder an einem anderen.

Aber so bist du auf das Wohlwollen des Staates angewiesen, keine schöne Perspektive.

Le concombre masqué
18.12.2003, 12:06
Bei 1500 € Bruto bleiben bei steuerklasse 1 genau 1031 € übrig

sind fast 200 € mehr

das dürfte ja wohl die Fahrkosten decken oder ?

Aber dann muss man ja auch arbeiten ....

Fred Toran
18.12.2003, 12:27
Eric vergesse mal die Lebenshaltungskosten, die Miete und die Unterhaltungskosten für die Familie nicht.
Wenn Du das in Summe abziehst kannst Du froh sein wenn mal 50 - 100 ? für Notzeiten zurücklegen kannst.
Aber mit Deinen Beiträgen zu diesem Thema zeigt sich doch eine gewisse Unkenntnis der Materie.
Wenn man zuhause kostenfrei bei den Eltern wohnt, Lebenshaltungkosten gesponsert werden und ein Fahrzeug selbstverständlich jederzeit zur Verfügung seht ist es einfach solche Sprüche zu machen.
Mit 1500 ? netto eine Familie zu unterhalten ist heutzutage eine haarige Sache. Im Gegensatz zu Dir weiss ich von was ich spreche bin nämlich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin nämlich froh wenn etwas für das Hobby überbleibt und nicht für Reparaturen z.B. ausgegeben werden muss.

Stephan Ludwig
18.12.2003, 12:47
Original erstellt von 22848joachim:
@ Eric !

Da kommt unter´m Strich netto dann geringfügig mehr herraus, als die Arbeitslosenhilfe. Bei einer Arbeitsaufnahme entstehen nun aber zusätzliche Kosten durch den Arbeitsweg, was bedeutet, daß nach Abzug dieser Position vom Nettolohn, letztlich weniger auf dem Konto ankommt als bei der Arbeitslosenhilfe - wovon soll man da noch leben -. Eigentlich sollte es so sein, das man arbeitet um zu leben, hier lebt man dann aber nur noch um zu arbeiten. Auch beschleicht mich da das Gefühl des Rückschritts in die "Sklaverei".

Es ist übrigen völlig an den Haaren herbeigezogen, das ich mir für "Niedrigentlohnung" zu schade bin zum Arbeiten. Ich habe im letzten Jahr eine zeitlich befristete Tätigkeit zu diesen 1500 EUR Bruttolohn ausgeübt. Da ich eine gute Abfindung vom vorangegangenen Arbeitgeber hatte, war ich in der Lage hiermit den Arbeitsplatz zu subventionieren!

Da wir hier im Forum ja Arbeitslose, Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben, stelle ich hier einmal Zahlen ein, die vielleicht in dieser Diskussion überdenkenswert sind:
Langzeitarbeitsloser ( 1 1/2 Jahre )
47 Jahre alt
30 Jahre Berufserfahrung
Feinmechaniker mit Zusatzausbildung im Bereich der E-Technik, Englischkenntnisse und PC- Grundkenntnisse
Wunschgehalt zu Beginn der Tätigkeit 2000 EUR brutto
Liege ich da völlig aus dem Kurs ? Bin ich zu teuer ? :confused:

Nun bin ich ja ´mal gespannt was für Antworten hier kommen.

JoachimDu hättest diesen Job nehmen müssen.
zum einen liegts somit dem Gevatter Statt nicht mehr auf der Tasche.... zum anderen hast Du schonmal darüber nachgedacht, daß Deine Chancen, einen besser bezahlten Job zu bekommen, wenn Du tatsächlich in Lohn und Brot stehst, wesentlich höher sind ? Das dies auch eine Art Werbung für Dich ist ?

Gerade Dein Alter ist in unserer Gesellschaft ein Alter, in dem man auf dem Arbeitsmarkt so langsam aber sicher als ALT gilt... isso.

Wenn Du solche Chancen wie oben geschildert ablehnst, machst Du dich auch leider für andere potentielle Arbeitgeber uninterssant.

Auch ich habe einen Job angenommen, der finanziell an meiner Schmerzgrenze liegt, dazu fahre ich jeden morgen und jeden Abend jeweils 70 km. Oftmals bin ich besonders abends 2,5 Std für eine Strecke unterwegs.... na und ? Ist lästig, aber meine Chancen einen besseren (gibts zwar nicht :D ) arbeitgeber zu finden sind immens gestiegen, gut, ich üßte evt. in eine andere Stadt umziehen, aber weer weis ;)

Norbert Eisert
18.12.2003, 12:49
Mein Freund, der Ullrich hat die Brisanz wieder einmal trefflich rausgenommen. :D

Und Recht hat er.

Mich verwundert nur, daß Doc Lagu auf meinen "Angriff" noch nicht reagiert hat. :D

@ Eric: Selbstverfreilich werde ich mich bemühen, keine Abkürzungen ausser: d.h. (das heißt)s.o.(siehe oben)oder weitere in der deutschen Sprache Gebräuchliche zu benutzen. Ich gehe in mich. :D

Der Hans, nachdem Du fragtest(frugst?)ist in dem Beitrag der "Rentner von nebenan", ähnlich meiner Mutter, die welche so mit 83 Jahren.
Ham ´mer das auch geklärt? :D

Tolles Thema. Geht in die Richtung "mehr als 195" :D

Stephan Ludwig
18.12.2003, 12:56
Original erstellt von Fred Toran:
Eric vergesse mal die Lebenshaltungskosten, die Miete und die Unterhaltungskosten für die Familie nicht.
Wenn Du das in Summe abziehst kannst Du froh sein wenn mal 50 - 100 ? für Notzeiten zurücklegen kannst.
Aber mit Deinen Beiträgen zu diesem Thema zeigt sich doch eine gewisse Unkenntnis der Materie.
Wenn man zuhause kostenfrei bei den Eltern wohnt, Lebenshaltungkosten gesponsert werden und ein Fahrzeug selbstverständlich jederzeit zur Verfügung seht ist es einfach solche Sprüche zu machen.
Mit 1500 ? netto eine Familie zu unterhalten ist heutzutage eine haarige Sache. Im Gegensatz zu Dir weiss ich von was ich spreche bin nämlich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin nämlich froh wenn etwas für das Hobby überbleibt und nicht für Reparaturen z.B. ausgegeben werden muss.:D jau Eric wohnt noch bei Mami und Papi

http://www.mainzelahr.de/smile/froehlich/roflrofl.gif

[ 18. Dezember 2003, 12:57: Beitrag editiert von: Stephan Ludwig ]

ide
18.12.2003, 13:06
Hallo,

ich sitze hier als noch Inhaber eines relativ gut bezahlten Jobs (fuer meine Verhaeltnisse), um den herum alles zusammenbricht. Nur noch eine Frage der Zeit bis es auch mich trifft. Da macht
man sich schon Gedanken ueber die Gruende. Meine, vielleicht durch die Naehe zum Thema,
etwas sehr pessimistische Meinung:
Das Geld das es zu verteilen gibt, wird im produzierenden Gewerbe verdient (dazu zaehle
ich auch die Softwarebranche). Genau diese Arbeitsplaetze werden dorthin verlagert, wo es billiger ist. Diese Orte wird es immer geben. Also wird auch immer weiter verlagert.
Jeder verlorene Arbeitsplatz erhoeht aber die Nebenkosten der noch vorhandenen Arbeitsplaetze, ein Teufelskreis.
Also koennen wir reformen wie wir wollen, wir werden immer nur an den Symtomen herumdoktern.
Vor 20 Jahren hat man gesagt die Textilindustrie hat bei uns keine Zukunft mehr. Hat gestimmt!
Die rel. einfachen Arbeitsplaetze wurden ins Ausland verlagert.
Jetzt velagert die Industrie auch ihre High-Tech Arbeitsplaetze ins Ausland. Und nun?
Was bleibt uns?
Wie gesagt, vielleicht etwas sehr pessimistisch. Aber ich sehe kein Licht am Horizont.

Viele Gruesse und Frohe Weihnachten

Ide

Le concombre masqué
18.12.2003, 13:22
Original erstellt von Fred Toran:
Eric vergesse mal die Lebenshaltungskosten, die Miete und die Unterhaltungskosten für die Familie nicht.
Wenn Du das in Summe abziehst kannst Du froh sein wenn mal 50 - 100 ? für Notzeiten zurücklegen kannst.
Aber mit Deinen Beiträgen zu diesem Thema zeigt sich doch eine gewisse Unkenntnis der Materie.
Wenn man zuhause kostenfrei bei den Eltern wohnt, Lebenshaltungkosten gesponsert werden und ein Fahrzeug selbstverständlich jederzeit zur Verfügung seht ist es einfach solche Sprüche zu machen.
Mit 1500 ? netto eine Familie zu unterhalten ist heutzutage eine haarige Sache. Im Gegensatz zu Dir weiss ich von was ich spreche bin nämlich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin nämlich froh wenn etwas für das Hobby überbleibt und nicht für Reparaturen z.B. ausgegeben werden muss.ich bin verheiratet, ein Kind

Hättest du alles vorher durchgelesen und verstanden, dann müsste dir ansich aufgefallen sein daß es hier um die 850 € einerseits vom arbeitsamt und anderseits 1031 € als arbeitender geht,

Joachim hat ausserdem selber angegeben dass er ledig und kein Kind hat, deswegen steuerklasse 1

wäre er verheiratet wäre er wahrscheinlich 3, hätte er kinder gäbe es freibeträge bzw kindergeld.

Soviel weiss ich zur Materie.

----wer lesen kann , ist klar im Vorteil---

Fred Toran
18.12.2003, 13:45
Eric ich sehe schon den Unterschied zwischen der Zahlung vom Arbeitsamt und einem Festeinkommen.
Was mir persönlich nur aufstösst ist das Ignorieren der Lebenshaltungskosten.

--- Lesen ist ausser Modellflug mein zweites grosse Hobby :) ---

Le concombre masqué
18.12.2003, 13:54
Original erstellt von Fred Toran:
.
Was mir persönlich nur aufstösst ist das Ignorieren der Lebenshaltungskosten.

--- Lesen ist ausser Modellflug mein zweites grosse Hobby :) ---wo habe ich das bitte schön ignoriert ?

Joachim hat eine Kostenrechnung auf basis seiner 850 € arbeitslosengeld aufgestellt, meint für 1500 € brutto arbeiten zu gehen lohnt nicht, weil 1031 @ netto nicht die fahrkosten decken ( Die man aber auch teilweise erstattet bekommt).

Die Lebensunterhaltungkosten bleiben in diesem Fall doch gleich, ausser das Fahrgeld.

Nur darum ging es mir hier.

Ich hoffe ich habe mich nun verstaändlich gemacht.

Fred Toran
18.12.2003, 14:28
Warum nicht gleich von anfang so deutlich und klar ?
Und mein Einwand in Bezug auf die Lebenshaltung betrifft nicht nur Deine Beiträge allein. Dieses Betrachten nur aufgrund der Steuerbelastung und einzelner Posten bringt solche Diskussionen meiner Meinung nach nicht weiter.

Le concombre masqué
18.12.2003, 14:45
jaja Fred

So hätte ich mich nun auch rausgeredet :D

Norbert Eisert
18.12.2003, 14:49
Hallo,

um der Diskussion etwas Stoff zu geben:

Ich wohne im Dreiländereck D, PL,CZ.
(In einem anderen fred wurde auf die Spritpreise jenseits der Saar verwiesen.Da kann ich gerne mit. Und nicht nur beim Sprit.)
Die offizielle Arbeitslosenquote liegt hier bei 21,4 %. Inoffiziell gibt man 40,und zu.(ABM,Umschulung[z.B. vom Tischler zum Zimmermann :eek: ], Sozialhilfe).

In meinem Nest(ca.1.000 Einwohner)gibt es einen privaten "Tante Emma Laden".Die Verkäuferin dort (54 Jahre), deren Mann vor kurzem gestorben ist, bezieht für den Fulltimejob 856,-€ Brutto. 2 Kinder, Haus.
Ich denke, ich muß das nicht weiter kommentieren.

Joachim1
18.12.2003, 14:57
Haut Euch nicht ! ;)

Eric hat schon Recht, es sind netto ca. 200 EUR mehr. Wie ich aber auch schon anführte habe ich im vergangenen Jahr einen derartig bezahlten Arbeitsplatz besetzt. Ich habe also am eigenen Leib erlebt, wie dieses Mehr an Einkommen wieder in den Arbeitsplatz investiert wurde. Die steuerlichen Zuschüsse für den Arbeitsweg decken bei weitem nicht die realen Aufwendungen, und im kommenden Jahr werden diese nun drastisch beschnitten. Bedenken solltet ihr auch, das ein Arbeitsloser morgens einkaufen kann, wenn die Sonderangebote noch vorrätig sind. Wenn ich für eine Entlohnung auf Arbeitslosenhilfeniveau berufstätig bin, dann habe ich hier keine Sparmöglichkeiten, und zahle letztlich zu. Das meinte ich in meinem vorangegangenen Beitrag auch mit der Subventionierung.
Nee, nee ! Arbeit muß sich lohnen, und es sollen am Monatsende auch ein paar Euro für´s Sparkonto übrig bleiben. Alles Andere ist ein schamloses Ausnutzen der Arbeitslosen, und dient nur dem erziehlen höherer Gewinne auf Unternehmerseite.

Glaubt mir, mir geht das "Herumsitzen" manchmal mächtig auf den Senkel, und ich hätte schon gerne wieder einen Arbeitsplatz, aber zu reelen Konditionen. Der Arbeitgeber erwartet von mir ja auch 100% Leistung, dann soll er hierfür auch 100% zahlen! Aber die Hoffnung aufgeben heißt verlieren, und so schreibe ich weiterhin fleißig meine Bewerbungen, und hoffe auf den Silberstreif am Horizont.

Ps.: Die mir gebotenen 1500 EUR brutto wurden gezahlt für eine Wochenarbeitszeit von 40 Std. zuzügl. ca. 8 bis 10 Überstunden pro Woche. Eine Überstundenvergütung war nicht vorgesehen ! Wenn man dieses einmal grob umrechnet, dann kommt letztlich ein reales Einkommen von mtl. 1200 EUR brutto ( entspr. einem Nettogehalt von 899 EUR !!! ) herraus ! Das dieses nun weit unter jedem Tarif liegt wird wohl einleuchten! Der Stundenlohn ( für 210 Arbeitsstunden mtl. ) läge bei der enormen Summe von 7,14 EUR - da bekommt eine ungelernte Putzfrau ja mehr.

Stephan Ludwig
18.12.2003, 15:26
Original erstellt von 22848joachim:
Haut Euch nicht ! ;)

Eric hat schon Recht, es sind netto ca. 200 EUR mehr. Wie ich aber auch schon anführte habe ich im vergangenen Jahr einen derartig bezahlten Arbeitsplatz besetzt. Ich habe also am eigenen Leib erlebt, wie dieses Mehr an Einkommen wieder in den Arbeitsplatz investiert wurde. Die steuerlichen Zuschüsse für den Arbeitsweg decken bei weitem nicht die realen Aufwendungen, und im kommenden Jahr werden diese nun drastisch beschnitten. Bedenken solltet ihr auch, das ein Arbeitsloser morgens einkaufen kann, wenn die Sonderangebote noch vorrätig sind. Wenn ich für eine Entlohnung auf Arbeitslosenhilfeniveau berufstätig bin, dann habe ich hier keine Sparmöglichkeiten, und zahle letztlich zu. Das meinte ich in meinem vorangegangenen Beitrag auch mit der Subventionierung.
Nee, nee ! Arbeit muß sich lohnen, und es sollen am Monatsende auch ein paar Euro für´s Sparkonto übrig bleiben. Alles Andere ist ein schamloses Ausnutzen der Arbeitslosen, und dient nur dem erziehlen höherer Gewinne auf Unternehmerseite.

Glaubt mir, mir geht das "Herumsitzen" manchmal mächtig auf den Senkel, und ich hätte schon gerne wieder einen Arbeitsplatz, aber zu reelen Konditionen. Der Arbeitgeber erwartet von mir ja auch 100% Leistung, dann soll er hierfür auch 100% zahlen! Aber die Hoffnung aufgeben heißt verlieren, und so schreibe ich weiterhin fleißig meine Bewerbungen, und hoffe auf den Silberstreif am Horizont.

Ps.: Die mir gebotenen 1500 EUR brutto wurden gezahlt für eine Wochenarbeitszeit von 40 Std. zuzügl. ca. 8 bis 10 Überstunden pro Woche. Eine Überstundenvergütung war nicht vorgesehen ! Wenn man dieses einmal grob umrechnet, dann kommt letztlich ein reales Einkommen von mtl. 1200 EUR brutto ( entspr. einem Nettogehalt von 899 EUR !!! ) herraus ! Das dieses nun weit unter jedem Tarif liegt wird wohl einleuchten! Der Stundenlohn ( für 210 Arbeitsstunden mtl. ) läge bei der enormen Summe von 7,14 EUR - da bekommt eine ungelernte Putzfrau ja mehr.Man soll sich nicht ausbeuten lassen.... aber Deine Argumente oben sind für http://www.mainzelahr.de/smile/frech/as.gif

In der heutigen Zeit zu argumentieren, daß man lieber zu Hause bleibt als für das gleiche Geld zu arbeiten ist unverschämt.

Und genau weil solche Argumente wohl nicht nur von Dir angebracht werden, sollen die Leute endlich gezwungen werden Ihren Arsch hoch zu bekommen und arbeiten zu gehen... dann liegen sie nämlich dem Staat nicht mehr auf der Tasche.

Sorry Joachim, aber so hätte ich Dich wirklich nicht eingeschätzt....

ICH kann auch nicht Schnäppchen kaufen gehen weil ich mit meiner Kohle meine Familie ernähren muss !!!!!

Unser Geld gilt überwiegend für unseren Lebensunterhalt drauf. Und wenn mal wirklich was übrigbleibt, dann weil wir uns nicht zu schade waren, auch mal "unterbezahlte" Arbeit nebenbei anzunehmen und übrig fürs Sparbuch bleibt auch nur ein geringer Betrag.

Was für einen Anspruch hast Du denn ? Nach 1,5 Jahren noch Ansprüche anmelden ?

Beweise dem Arbeitgeber doch erstmal, dass Du mehr Wert bist.... oder bewirb Dich aus einer festen Anstellung heraus.

(Über den Schnäppchenspruch komme ich nicht weg... )

Und wenn Du fürs putzen mehr bekommst als für den anderen Job dann geh putzen !

Gernot Steenblock
18.12.2003, 16:13
Hi @ll,

ist doch echt klasse was manche für Ansprüche stellen. Ich oute mich jetzt mal.
Ich habe über 5 Jahre bei einer Firma gearbeitet die laut eigener Werbeaussage doch nicht blöd ist. Nach 10 Jahre Erfahrung im Einzelhandel von Elektrogeräten bekam ich dort eine Stelle als Abteilungsleiter für zwei Abteilungen.
Zu den Aufgaben gehörte der Einkauf, Verkauf, Warenpräsentation, Kalkulation, Personalplanung und Personalführung.
Brutto gab es dafür 1633,--€ (3200,-- DM im Jahre 1999)
Dafür war man ständig für ca. 500.000DM Warenwert verantwortlich, arbeitet 6 Tage in der Woche, 80 % der Tage bis 20 Uhr. Samstag immer bis 16 Uhr (vor Weihnachten 18 Uhr),
Zwischen 50 und 60 Stunden die Woche waren die Regel. Überstundenregelung oder Spätzuschlag gab es nicht.
24.12 bis 14 Uhr
31.12 Inventur bis fertig gezählt ist.
Einen verkaufsoffenen Sonntag im Jahr.
Ab September bis Ende Januar Urlaubssperre.
Fahrtstrecke zur Arbeit 23km (einfach)
Parkgebühren (Innenstadtlage) 105DM/Mtl.

Und eines schönen Tages lernte ich einen Kunden kennen, der beim Sozialamt arbeitete und mir erzählte, dass ich wenn ich alle Töpfe ausschöpfe, meine Familie 300DM netto weniger im Monat Sozialhilfe bekommen würde als durch den Job im Monat liegen bleibt, dafür aber kein Stress mehr.
Da fing ich an, mir wirklich Gedanken zu machen, ob das Gerecht sein kann.

Ach ja, um aus dieser Situation raus zu kommen habe ich dann nebenher ein Studium durchgezogen und dann die erste Möglichkeit zum Absprung genutzt.

Und daher finde ich einen gewissen Druck auf manche Langzeitarbeitslosen gar nicht so schlecht. Allerdings wie Uli das schon gesagt hat, daß Pendel schlägt halt mal wieder viel zu weit aus...

[ 18. Dezember 2003, 16:15: Beitrag editiert von: Dr.Fly ]

JeBe
18.12.2003, 17:18
moin

@manfred
_________________________________________________
ein job für 3.50 und somit weniger als die stütze:
ist in ordnung, nur sollte der staat die differenz zur stütze ausgleichen.
du hast die sache aber auf den punkt gebracht:
hauptsache job.

Ich bin entschieden gegen eine staatliche subvention von arbeitslöhnen. Das schafft nur unterschiedliche konkurrenzbedingungen unter den unternehmen. das hilft nicht. auch wird kein unternehmen aufgrund dessen seine preise senken oder auch nur 1ne person mehr einstellen.
da du selbst ständig in einer branche arbeitest die sich nach den regeln der freien marktwirtschaft gerade ruiniert wird es wohl auch dich bald erwischen. :( die leistungen eurer firma können doch ein paar freelancer noch preiswerter bringen. wenns zu ihrem lebensunterhalt nicht reicht müssen sie eben stütze beantragen.
siehe dein komment unten.

warum ist die gebührenordnung eigentlich schon ausser kraft gesetzt??
weil uns die bauherren auspressen bis blut kommt.
architekten nehmen derzeit JEDEN auftrag an, auch wenn es sich nicht rechnet, nur um das büro an laufen zu halten.
mein komment dazu: das klappt nur wenn man sich in der branche nicht an die gebührenordnung hält und jeder jeden zu unterbieten versucht. ihr richtet euch selbst. sorry, is so. :(
(das was im kleinen in deiner branche gerade läuft, wird im übrigen mit dem abschaffen der zumutbarkeitsregelung für die arbeitslosen grade auf den arbeitsmarkt übertragen.)
ein alter freund von mir ist auch architekt, daher bin ich mit der problematik vertraut. aber auch mit der schwierigen diskussion darüber, daß tarife eingehalten werden sollten. sind nun mal marktordnende regelungen die gleiche konkurrenzbedingungen schaffen sollen.
nicht der preispoker soll entscheiden sondern die leistung. auch bei architekten.

_______________________________________________

ich bin der meinung das jeder arbeitslose das recht auf eine tarifliche bezahlung hat.
nur ein funktionierendes tarifsystem sichert in dieser republik die einkommen. (Siehe die nicht mehr funktionierende gebührenordung für architekten. auch ein tarifsystem)
einen staatlich festgelegten mindestlohn gibt es nicht. auch das ist die eine schärfe wenn ab 04 arbeitslose jeden job annehmen müssen. es gibt keine regelung für zumutbarkeit mehr. am anderen ende der logik wird das entgeld nicht zum lebensunterhalt reichen und die sozialhilfe wird einspringen müssen. für die sozialhilfeleistungen zahlen wir alle steuern.im schluss ist das wieder staatliche subvention von arbeitsplätzen.

aber die sollten doch gerade abgebaut werden.??

__________________________________________________

bei uns dürfen sie jetzt leiharbeitnehmer beschäftigen die für 10% unter unserem tarif arbeiten. nach der logik die einige hier vertreten, sollten jetzt doch eigentlich mehr leute eingestellt werden. oder nicht. die arbeitskraft ist ja billiger.
wird aber nicht. die personalbedarfsplanung ist genauso geblieben wie vor der einführung der LAN.
der einzige effect der übrigbleibt ist der, das mehr cash gemacht wird.
übrigens verdient die firma auch an unserem standort soviel wie seit 10 jahren nicht mehr. auch bei einführung der 40stunden woche wird sich beschäftigungstechnisch nichts zum positiven ändern. personalwirtschaftlich bedeutet das nur, das man wieder leute entlassen wird weil die übrigbleibenden ja mehr arbeiten. bei uns würde das einen arbeitsplatzabbau von 6,6% bedeuten. gleichzeitig natürlich eine personalkostenreduzierung von 6,6%. bei der gleichen produzierten menge.
in den billiglohnländern sind die personalkosten übrigens 10% von den deutschen.
wie weiter oben im fred schon gesagt werden nicht nur die lohnintensiven tätigkeiten ausgelagert. auch high tech produktion wird verlagert.

da frag ich mich über was wir hier noch diskutieren. der weg für die unternehmen ist doch klar. auf dem weg zu mehr gewinnen wird ihnen nichts mehr heilig sein. die grosskonzerne geben den takt vor.

könnte noch mehr zu den thema schreiben, mag aber nicht mehr.
hoffe das deutlich geworden ist das die entwicklung unseres wirtschaftssystems nicht von ein paar "faulen" arbeitslosen abhängt sondern vielmehr von der politik der unternehmen . hier sollte man sein hirnschmalz mal etwas mehr verbraten ob das so alles richtig ist und weniger auf den resultaten dieser politik rumhacken.
bildzeitungspolemik hilft hier nun wirklich nicht.

soweit so schlecht

jebe

Joachim1
18.12.2003, 17:54
Sorry Stephan,
anscheinend kannst, oder willst Du die Lage nicht verstehen ! Es geht den Arbeitslosen, und das sind bekanntlich nicht wenige, nicht darum große Reichtümer für ihre Arbeit zu bekommen. Es kann und darf aber nicht angehen, daß man uns zum Lohndumping zwingt, und damit eine Spirale nach Unten in Gang setzt.
Siehst Du nicht die Gefahr die hierin liegt? Schon Morgen könntest Du auf der Abschußliste stehen, da es einen Arbeitslosen gibt, der für 800 EUR die gleiche Arbeit verrichten muß wie Du es bislang tatest. Ab 2005 wird es so sein, daß Langzeitarbeitslose Arbeitsplätze antreten müssen die eine Vergütung beinhalten, welche max. 30% unter dem Tariflohn liegt. Ob sich da dein Chef wohl freut? Rechne ´mal nach, was dein zukünftiger Ersatzmann bekommt, bzw. um wieviel Du deine Lohnforderung ggf. reduzieren darfst.

Es ist immer sehr leicht sich über die Arbeitslosen aufzuregen, zumal wenn man noch im Besitz eines Arbeitsplatzes ist. Da macht man sich eben auch keine Gedanken, was es heißt arbeitslos zu sein! Wenn´s einen dann erwischt, dann erst wird man begreifen, und das Geschrei ist groß.

Bitte begreife, es ist keiner gern arbeitslos, denn dadurch entstehen ja auch erhebliche finanzielle Nachteile. Am Besten Du schaust einmal ein paar Seiten zurück, denn dort habe ich eine Aufstellung der Monatsausgaben gebracht. Dort kannst Du sehr deutlich erkennen, daß es sich nicht lohnt arbeitslos zu sein.

In meinem vorangegangenen Beitrag hatte ich im Übrigen sehr unmißverständlich erwähnt, daß ich meine derzeitige Situation gern ändern würde. Allerdings erwarte ich eine faire Bezahlung, und hier dürften 2000 EUR brutto nun wirklich nicht übermäßig sein. Frag´mal herum, was ein Metallfacharbeiter Heute verdient, dann wirst Du erkennen das meine Forderung eigentlich bereits ein Lohndumping darstellen.

Joachim1
18.12.2003, 19:07
Ich war gerade ´mal schnell im Einkaufszentrum nebenan um ein paar Besorgungen zu machen. Da standen sie nun wie immer, eine Gruppe von ca 10 Personen, die leeren Bierflaschen fein säuberlich um eine Säule gestellt. Ich habe diesen Personenkreis einmal "das Häuflein der Verlorenen" benannt, denn sie sind allesamt arbeitslos und haben die Hoffnung aufgegeben.Ich halte mich fern von diesem Zirkel, denn es wird weitergehen, und auch wieder aufwärts ;)

Was mich nun etwas verwundert, das ist die Tatsache, daß hier im Forum außer mir anscheinend niemand arbeitslos ist, und nur AG´s und AN´s an der Diskusson teilnehmen. Haben andere Arbeitslose weniger Mut sich zur Arbeitslosigkeit zu bekennen? Fürchten Sie sich etwa vor den diskrementierenden Äußerungen anderer Forumsteilnehmer ? :( Leidensgenossen ihr habt Rechte! Die Besserwisser und Motzer können schon Morgen Mitglieder unserer Gemeinschaft sein, sie wissen nur noch nicht das ihr Chef gerade ihre Kündigung formuliert!
Es wäre schön, wenn nicht nur ich meine Kommentare aus der Sicht eines Arbeitslosen abgebe, sondern wenn auch andere Arbeitslose hier ihre Sicht darlegen. Also Mut zur Lage zeigen !

Ergänzung für Eric :D :
AG´s = Arbeitgeber
AN´s = Arbeitnehmer

[ 18. Dezember 2003, 19:09: Beitrag editiert von: 22848joachim ]

jwl
18.12.2003, 20:30
Original erstellt von 22848joachim:

AG´s = Arbeitgeber
AN´s = Arbeitnehmerleider gibt es hier ein kleines problem und diese führt zu manchen problem

der abeiter ist der arbeitgeber er gibt seine arbeit
der unternehmer nimmt ist der arbeitnehmer er nimmt arbeit.

jetzt sollte man anfagen darüber nachzudenken wer das mit ag an geschaffen hat. vielleicht ist es mit diesem ein bisschen einfacher dinge zu verstehen.

einfach mal so eine anregung.

gruss jwl

Joachim1
18.12.2003, 21:35
:D :D :D

Klasse Deutung ! ;) Aber leider ist es eher so, daß der Boss uns ´ne Arbeit gibt , wir diese Arbeit annehmen und erledigen müssen, woraufhin er dann die Kohle für die erbrachte Arbeit einnimmt. Logisch wird da gerecht geteilt: Boss 90%, Malocher 10% ;) Davon darf sich dann jeder etwas Luxus leisten, d.h. der Boss ´nen 600er, und der Malocher kriegt vielleicht ein 10 Jahre gereiften Golf :D

Diesen Beitrag darf nur Eric ernst nehmen ;)

[ 18. Dezember 2003, 21:36: Beitrag editiert von: 22848joachim ]

Ortwin
18.12.2003, 22:50
Mal so als Anmerkung:

Wenn ich ca. 70 - 100 Stunden im Monat Zeit hätte, *ähm* "nebenbei" etwas dazu zuverdienen, ich hätte dann auch keinen Stress mit Sozi oder Arbeitslosengeld über die Runden zu kommen, hm , wahrscheinlich, nein mit Sicherheit hätte ich dann auch gar keinen Bock auf einen schlechtbezahlten Job, weil ich dann ja keine entspannten 70 - 100 Stunden mehr Zeit, bzw. Lust hätte nebenbei noch etwas zu tun... (außer vielleicht basteln oder poxxxx :D )

Ubrigens, ich bin für einen besseren Job 500km von Zuhause weggezogen, was nun auch nicht unbedingt leicht ist...

Wenn ich dann aber lese, dass sich manche Leute dauerhaft zu schade sind, überhaupt was zu tun (außer wehklagen, das sie so handeln müssen weil sie sonst evtl. ausgenutzt werden), dann frage ich mich wirklich, ob all die, die mit ihrer Arbeit ihren Unterhalt bestreiten, die wahren Idioten in diesem Lande sind.

Dr. Lagu
18.12.2003, 23:06
Also lieber Joachim,

Es tut mir leid, daß Du betroffen bist, jedoch finde ich die Aufrechnung Deines "Einkommensrechtes" fragwürdig.

Da wir alle Kürzungen hinnehmen müssen, ist das auch Dir zuzumuten. Mein Bruder ist als Informatiker von München nach Bonn gezogen, um sein vorheriges Gehalt zu erzielen.

Beste Grüße
Jörg Peter

Dr. Lagu
18.12.2003, 23:10
Hallo Ortwin,

........so sieht es aus :D :D

Grüße
Jörg Peter

Dr. Lagu
19.12.2003, 02:01
Lieber Joachim,

dieser Beitrag nimmt die Gestalt an, als wäre er gegen Dich. Eine Sache zu kritisieren, ist für meinen Geschmack legitim, jedoch wird irgendwie Deine Person "angegriffen". Es war nicht besonders geschickt, Deine Verhältnisse so offen darzustellen.

Darum möchte ich aus Respekt vor Deiner Person, nicht weiter daran teilnehmen, Deine Situation öffentlich zu durchleuchten. Zur genauen Beurteilung Deiner Person fehlt es an Fakten, die Dein Geheimnis sind und bleiben müssen.

Dr. Lagu
19.12.2003, 02:18
Nun zurück zum Thema:

Das Phänomen Zukunftsangst und Depression hat sich nach der Wiedervereinigung entwickelt. Erst Konsumrausch und dann Infarkt.

Mein Bankdirektor schildert zwei Kernprobleme: Die eine Seite die Geld braucht, bekommt keines, Und die, welche Geld haben, geben es nicht aus.

Die Spareinlagen haben sich von 1998 bis heute verdoppelt. Die Stimmung ist so schlecht, weil das Geld nicht in die Wirtschaft investiert ist. Also müssen die Menschen also Du und Du und Du da hinten, Du auch, beginnen etwas Geld in Umlauf zu bringen.

Das neue Bad, die Neue Küche, der Carport....etc. Dieses Geld ist doch dann auch gut angelegt. Lieber dem Handwerk Geld zukommen lassen, als dem Staat.

Der "gemeine" Modellflieger ist eher ein bodenständiger Mensch, der einen Bastelkeller hat und früher oder später ein eigenes Haus. Mach was für die ewigkeit, und für Deine Kinder.

Trampeln wir mal nicht auf den Arbeitssuchenden rum, sondern geben etwas weg und haben alle einen Nutzen davon.

Geiz ist nicht Geil, mir gefällt diese Werbung überhaupt nicht. Ich bin nicht blöd, da ich nicht beim Mediamarkt kaufe. Ich kaufe solche Sachen hier am Ort bei meinem Elektrofachhandel, da ich im Reparaturfall auch immer Kulanz bekomme.

Kauf mal wieder was, verschenke wal wieder was, mach Dir ne Freude und spende Arbeitsplätze.

Beste Grüße
Jörg Peter

Joachim1
19.12.2003, 07:27
Hallo Jörg-Peter,
so isses! Ich hatte meine Situation ja nur teilweise offengelegt, da ich nicht mit "Ich denke.... ; Ich meine... ; Es könnte sein das..." argumentieren wollte. Aber ich bin ja auch nur Einer von Vielen im Heer der Arbeitslosen.

Ich bin, wie ich ja schon ausführte, ein Gegner der Schwarzarbeit aus Bequemlichkeit, kann aber jeden verstehen, der aus der Not herraus gezwungen ist sich ein paar Euro schwarz hinzuzuverdienen. Also der faule Arbeitslose, der das "Grundgehalt" vom Arbeitsamt bekommt,und sich dann das zweite Gehalt mit einem Minimum an Arbeit zuverdient, ist absolut nicht ok. Der Familienvater, der auf Grund seines geringen Verdienstes gezwungen ist hinzuzuverdienen, um seine Familie zu ernähren, den kann ich verstehen, und toleriere sein Verhalten auch.

Es ist leider z.Zt. auch völlig richtig, daß hier im Lande eine "Sparwut" ausgebrochen ist, und weniger Geld für Konsumgüter ausgegeben wird. Es ist doch nur logisch, daß mehr produziert werden kann, wenn mehr gekauft wird. In der Folge entstehen dann auch wieder Arbeitsplätze. Es ist zwar so, daß sicherlich wieder einige Produktionen in´s Ausland verlagert werden, aber ob dieses der richtige Weg ist, scheint fraglich. Vor einigen Jahren sind schon Firmen teilweise ausgelagert worden, und viele sind reumütig zurückgekehrt, weil die Qualitätsforderungen nicht gehalten werden konnten. Aus der beabsichtigten Einsparung wurde eine kostenintensive Garantie- / Kulanzabwicklung, die auch Absatzeinbrüche mit sich brachte. Durch das angeschlagene Image entstanden dann weitere Kosten für Maßnahmen, welche dem Zweck der Aufpolierung dienten.

Bei der derzeitigen Situation in unserem Lande wäre eine gewisse "Amerikanisierung" angebracht, denn die Amis kaufen auch lieber Ware aus eigener Produktion, und stärken so die eigene Wirtschaft. Also kann man hier wirklich nur aufrufen : " Deutsche kauft deutsche Waren von deutschen Herstellern und aus deutscher Produktion. Geht nicht nur zum Discounter, sondern auch zum kleinen Fachhändler um die Ecke ! Sinnloses "Angstsparen" hilft uns nicht aus der momentanen Wirtschaftslage, hier hilft nur der Konsum !

Joachim

ide
19.12.2003, 10:18
Hallo Jörg Peter,

ich könnte Dir zustimmen, wenn es halt mal vorübergehend abwärts gehen würde. Aber zeig
mir nur ein Beispiel, wo es aufwärts geht, bzw. Aussicht darauf besteht.
Deine Charakterisierung des "gemeinen" Modellbauers hat mir gut gefallen, weil sie auf mich zutrifft. Wenn jetzt aber das Häuschen noch nicht abbezahlt ist? Da wird halt getilgt was geht und zuhause gevespert. Ich behaupte, die Leute, die weniger Geld ausgeben, obwohl mehr
moeglich wäre, sind schlicht und einfach vernünftig.
Jeder zahlt Steuern wie blöd. Schau doch einfach mal wieviel davon für Zinsen für die Staatsschulden sind. Nur für Zinsen, getilgt wird ja gar nicht. Es soll mir jetzt bloss keiner mit irgendwelchen Parteien kommen. Die verteilen nur etwas anders, unterm Strich bleibt sichs gleich.
Hier wird ellenlang auf irgendwelchen Arbeitslosen herumgehackt, die sich einmal ein paar Euro
dazuverdienen. Wird uns dieses Verhalten nicht aber tagtäglich von Politikern und anderen Per
sonen des öffentlichen Lebens vorgelebt. Raffen was geht! Erwartet man tatsächlich von der
einkommensschwachsten Schicht unseres Landes die moralische Erneuerung.
Ich behaupte mal, in jedem Fahrzeug ab der gehobenen Mittelklasse stecken auch hinterzogene Steuern. Ich meine das ganz global, und möchte hier auf keinen Fall jemand angreifen.

Viele Gruesse Ide

Le concombre masqué
19.12.2003, 10:27
Ich halte mich da raus

http://www.mainzelahr.de/smile/schilder/ichsagnix.gif

Joachim1
19.12.2003, 12:53
Original erstellt von Ortwin:

Wenn ich ca. 70 - 100 Stunden im Monat Zeit hätte, *ähm* "nebenbei" etwas dazu zuverdienen, ich hätte dann auch keinen Stress mit Sozi oder Arbeitslosengeld über die Runden zu kommen, hm , wahrscheinlich, nein mit Sicherheit hätte ich dann auch gar keinen Bock auf einen schlechtbezahlten Job, weil ich dann ja keine entspannten 70 - 100 Stunden mehr Zeit, bzw. Lust hätte nebenbei noch etwas zu tun... (außer vielleicht basteln oder poxxxx )
Das hört sich, vorsichtig ausgedrückt, so an, als wenn Du vermutest, daß ich nebenher "schwarz" arbeite. Dem ist mit Nichten so, und ich bin auch ein entschiedener Gegner derartigen Handelns. Gerade vergangene Woche ist mir ein "mittelloser" Fliesenleger untergekommen, der sich schlappe 40 EUR die Std. hinzuverdient. Dieser Handwerker war im "Hauptberuf" Arbeitsloser. Das meine Bekannten ihm die Ausführung der Arbeit nicht übergaben lag an meinem Veto. Ich gebe Dir aber Recht, daß Du dich als Idiot fühlen mußt, wenn solche Arbeitslosen mit geringerem Zeitaufwand ein bedeutend höheres Einkommen erziehlen, als Du mit redlicher Arbeit. Dieser Personenkreis ist es aber auch, der alle Arbeitslosen in Verruf bringt.


Original erstellt von Dr. Lagu :

Da wir alle Kürzungen hinnehmen müssen, ist das auch Dir zuzumuten Meine Gehaltsvorstellung von 2000 EUR brutto liegen deutlich unter meinem früheren Einkommen, ich nehme also durchaus Kürzungen hin. Ich kann deinem Einwand also nicht folgen. Auch ist er mir unverständlich, insofern Dir mein früheres Gehalt nicht bekannt ist.

Ortwin
19.12.2003, 13:43
Eric
-------------------------------------------------
Ich halte mich da raus

Kann mal einer die Zeit stoppen? :D :D :D


joachim

Das hört sich, vorsichtig ausgedrückt, so an, als wenn Du vermutest, daß ich nebenher "schwarz" arbeite. Mal ganz ruhig Joachim, ich kenne dich nicht.
Mein Beitrag war absolut allgemein gehalten und rein hypothetischer Natur, jede Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt..., außerdem heißt der Thread ja auch nicht "der Langzeitarbeitslose Joachim T.!

MfG

Ortwin

Le concombre masqué
19.12.2003, 13:46
http://www.mainzelahr.de/smile/schilder/funnypost.gif

Stephan Ludwig
19.12.2003, 14:47
@ Eric:

http://www.mainzelahr.de/smile/traurig/1525.gif

Dr. Lagu
19.12.2003, 15:32
Hallo Kollegens!

In Österreich gibt es eine Werbekampagne, und die heißt:
.........Motzfreie Zone.........

Das ist eine Zone, wo nicht gemotzt werden darf.Während die einen sagen, es geht uns noch nicht schlecht genug.......(und abwarten daß es uns noch schlechter geht) .......sagen die Anderen, mir geht es gut, ich hab mein Sparbüchlein. Und wenn irgendwo ein Licht am Horizont kommt, rennen Alle los und kaufen, und das zu höheren Preisen. Es kann uns schnell besser gehen.

Jetzt ist der richtige Verbrauchermarkt da. Die Preise sind in substanziellen Werten wie Handwerk, sehr günstig.

Nicht DVD, Handy, Playstation, sondern Dinge von Wert und Zukunft! Ein Garten, ein Schmuckstück, etwas das den Wert hält.

Wenn ein Arbeitsloser schwarz arbeitet ist das genauso gefährlich, wie wenn der Besserverdienende sein Geld hortet, bis er bald der nächste ist. Die Meinung, ...."dem Reichen ist es eh egal", ist die gleiche, wie: "dem Arbeitslosen ist es eh egal".....

Solidarität ist nicht Sache der Regierung, sondern Sache der Bürger.

Grüße
Jörg Peter

Le concombre masqué
19.12.2003, 18:53
Genau !!!

Deswegen:

Langzeitsarbeitslose ab zum krabbenpuhlen!!!Braucht man dann nicht in Ausland machen lassen und die deutsche Krabbe wird wettbewerbsfähig !!

[ 19. Dezember 2003, 18:56: Beitrag editiert von: Eric ]

Yeti
19.12.2003, 19:24
Original erstellt von Dr.Lagu:
Wenn ein Arbeitsloser schwarz arbeitet ist das genauso gefährlich, wie wenn der Besserverdienende sein Geld hortet, bis er bald der nächste ist.OK, Dottore. Dann denke ich das mal weiter. Ab Januar 04 gibt es keine monatliche Überweisung mehr von Scheffe auf das Girokonto, sondern Warengutscheine mit einer Gültigkeitsdauer von max. 2 Monaten. Wenn ich den Gutschein bis zum Ablauf der Gültigkeit nicht eingelöst habe, verfällt er halt. Das würde die Binnennachfrage mal ankurbeln.

Und was ich nicht brauche, kommt halt gleich wieder in die Tonne. Dann muss auch die Stadt Braunschweig bald keinen Müll mehr zukaufen, um die ans Kraftwerk vertraglich zugesicherten Müllmengen liefern zu können.

Aber irgendwie kann ich mich dann doch nicht so recht entscheiden, was ich jetzt wirklich machen soll.

Ich soll konsumieren, denn ich bin ein Teil der Binnennachfrage und nicht alles sparen.

Ich soll privat vorsorgen, denn unser Rentensystem wird es in der jetzigen Form in 30 Jahren sicher nicht mehr geben.

Ich soll Kinder haben, denn Kinder sichern die Zukunft unserer Sozialsysteme (ist das alles :confused: ).

Ich soll länger arbeiten für's gleiche Geld.

Ich soll mich ehrenamtlich engagieren.

Ich soll innovativ sein.

Ich soll tun, was mir gesagt wird...

Wisst ihr was? Ich lerne jetzt spanisch und dann mach ich auf Mallorca eine Dönerbude auf. Soll angeblich 'ne riesige Marktlücke sein :D Wie wär's Joachim, suchst du 'nen Job? ;) ;)

Gruß Yeti

Le concombre masqué
19.12.2003, 19:47
ne, christian, du sollst nur in den Keller gehen und den Temperka ;) sten anwerfen

axman
19.12.2003, 22:29
Hallo,

genau, als Modellbauer sollten wir uns mal wieder ein paar Modelle aus deutscher Produktion kaufen... :p notfalls vorher mal ein paar alte kaputtfliegen ! Das kurbelt die Modellbau-Wirtschaft an.

Grüsse

Axel

P.S. Alles leider ein übeles Thema...aber Respekt an Euch für den guten Diskussionsstil !

[ 19. Dezember 2003, 22:29: Beitrag editiert von: axman ]

Joachim1
19.12.2003, 22:47
Jo Christian dat machen wir !

Die dummen deutschen Touris futtern eh gern Fast Food, da wer´n wir vielleicht sogar reich :D :D Und der Herr Eichel kriegt ooch nix von unserer Kohle! Und dann isses da ja auch noch warm, und nach Feierabend können wir immer Schiffchen fahren lassen :p

Grüße von der Waterkant in´s Binnenland
Joachim

W. Holzwarth
19.12.2003, 23:35
Döner is' out.
;) Krabben sind in .

Space
20.12.2003, 02:32
Doch noch mal einen ernsten Beitrag, um meinem Frust loszuwerden

Zitat von Seite 1:

Ach noch was: .........wer von Euch hat denn diese Regierung gewählt?.............

Ich! :)

Was die jetzige Regierung an Reformen angestossen und teilweise schon in die Wege geleitet hat, ist mehr als überfällig und immer noch zu wenig. Die vorige Regierung zeichnete sich in ihren letzten 2 Legislaturperioden durch Handlungsunfähigkeit aus. Es wurde den Wählern vorgegaukelt es wird immer so weiter gehen mit dem Sozialsystem in Deutschland.

Timewarp 1989/90:
Damals im Wahlkampf direkt nach der Wiedervereinigung, trat als Kandidat gegen Kohl Lafontain an. Der Wahlkampf von Lafontain war damals sehr offen gegenüber den Wählern geführt worden. Das heisst, es wurden kein blühenden Landschaften versprochen worden, es wurde offen gesagt das das es erst einmal sowohl im Westen als auch im Osten einschnitte geben wird.
Das Ergebnis der Wahl ist bekannt. Der Wähler hat sich wieder besseren Wissens für die Luftschlösser entschieden. Die Illusion der Luftschlösser konnte von Kohl noch weitere 8 Jahre aufrechterhalten werden, bis die Mehrheit der Wähler dann doch kalte Füße bekam und einen Regierungswechsel erzwang. Das war mindestens 4 Jahre zu spät, die CDU ( hauptsächlich der im Amt erstarrte Kohl ) war unfähig zu Veränderungen geworden.

Dies soll hier keine Diskussion über Lafontain oder die Regierung Kohl lostreten, sondern es soll nur als Beispiel dienen wie wir die Wähler lieber den Luftschlössern nachrennen als den Tatsachen ins Auge sehen wollen.


Lügt euch nicht in die eignen Tasche, auch wir Wähler müssen begreifen das sich die Welt verändert. Zu Zeiten des Wirtschaftswunders in Deutschland, wo auch das heutige Sozialsystem Designt wurde, gab es den globalen Markt noch nicht. Keine EU, Grenzbeamte an den Landesgrenzen. Das Ferngepräch in die USA wurde noch handvermittelt und 10 min Gespräch kosteten soviel wie das Tagesgehalt eines Arbeiters. Dem Wirtschaftsaufschwung damals war bedingt durch den 2èn Weltkrieg ein totaler Schnitt vorangegangen. Man war danach bereit für 1 Pfund Butter als Lohn am Tag zu arbeiten.

Die Situation Heute; es gibt die EU. Die Arbeiter aus dem EU Nachbarland Polen, Lettland oder Tschechien sind sehr gerne bereit beim Schraubenhändler in Norderstedt 12 Stunden am Tag für 1500€/Monat zu arbeiten. Es wird noch an der Qualifikation ( Englisch & PC ) zum grössten teil hapern. Aber durch Medien wie das Internet, wird auch der polnische Arbeiter sein Englisch als auch seine PC Kenntnisse verbessern.
Wir leben nicht mehr auf der Insel Deutschland. Wir leben im viel zitierten globalen Dorf.
Das Hauptproblem ist doch, das der Arbeiter/Arbeitslose mit 1500€/Monat oder weniger, beim Weg zur S-Bahn die Strasse überquert, dort sieht er den „Besserverdienenden“ in seinem Statussymbolauto an der Ampel stehen. Es kommt also Neid auf. Nur wird hier häufig vergessen, von nix kommt nix.

Nicht allen „Besserverdienenden“ wurde der Job ( Ironie an: ) nach Abbruch der Schule nach 8 Jahren aufgezwungen. Nein, die Leute haben sich entweder schon zu Schul-/Studien-zeiten an Riemen gerissen, haben sich in einem „einfachen“ Job bewährt ( haben nicht punkt 16:30 Uhr den Hammer fallen lassen, haben sich Gedanken über Verbesserungen gemacht ec….) oder waren Spätzünder und haben sich zu einem späteren Lebensabschnitt Zuhause oder in der VHS hingesetzt um aus der „Masse“ herauszuragen ( Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel ).

Warum ich das alles schreibe ( Sprüche die die Wahrheit am besten ausdrückeng an: )

-Jedes Volk erhält die Regierung die es verdient ( Im Moment halte ich die Regierung allerdings für besser als das Volk )
- Guckt über die Grenzen; es wird immer noch auf hohem Nivoe gejammert obwohl die Grenzen offen sind. Es ging nun 45-50 Jahre „voran“. Es kann nicht immer nur voraqn gehen, irgendwo ist mal schluss.
- Und von Nix kommt nix. Ich muss etwas dafür machen, nicht das Land für mich ( Die Einstellung mancher Arbeitsloser ist hier schon völlig überzogen )

Jeder sollt also jeden Job annehmen (müssen ), da der Job jedem die Chance biete deutlich über das Level der Arbeitslosenunterstützung hinauszukommen.

Nix für ungut

Thomas
( Angestellter )

Le concombre masqué
20.12.2003, 02:41
Deutsche Krabben von Deutschen für Deutsche !!!!!

Ulrich Horn
20.12.2003, 05:54
@Eric: warum gibst Du Dir so viel Mühe, in meinem inneren Spamfilter zu landen? Wäre schade bei der nächsten Atlantic Challenge.

@Thomas: ich stimme Dir fast durchgehend zu. Einzig ein Satz fällt mir auf, und das ist natürlich der mit dem Wort "Hauptproblem" ;)
Bisher hat noch niemand die "Besserverdiener" verantwortlich gemacht (oder hab ich was überlesen?), und das würde auch ins Leere greifen. Wer dazu gehört, zahlt Steuern, dass es kracht, und dafür sei ihm sein dickes Auto gegönnt. Der Neidfaktor kommt nicht deswegen auf, weil jemand unter hohen persönlichen und finanziellen Risiken und jahrelangem rund-um-die-Uhr Einsatz Erfolg hat, das habe ich zumindest noch nie erlebt.
Problematisch sind diejenigen, die ohne all das mit dicken Autos an der Ampel stehen. Nicht, weil es so ist, sondern weil das als erstrebenswert gilt. Nie fragt man "hat er das Auto bezahlt?" oder, wenn ja, "waren die Geschäfte legal?", und, wenn ja, "wieviele chinesische Kinder wurden dafür versklavt?".

Du hast so recht mit dem Verweis auf die Globalisierung! Ich könnte von heute auf morgen meinen Laden zusammenpacken und z.B. nach Irland gehen. Ich brauche nur eine gute Telekommunikationsstruktur, und die gibts überall. Ein Großteil meines Geschäfts läuft eh im Ausland. Die Steuern oder Gewinne sind dabei gar nicht das Problem, sondern nur die Bürokratie. Ich muss Spezialisten dafür bezahlen, die Lohnabrechnung für die Mitarbeiter zu machen. Nun gut. Für die diversen Ämter, Behörden, Genossenschaften, Verbände und sonstigen Institutionen, die alle anscheinend unendlich viel Zeit für mich haben, finde ich leider niemanden, der sich für mich damit herumschlägt. Also geht das von meiner Arbeitszeit ab.

Aber warum sollen Arbeitslose und Arbeitnehmer wissen, was Globalisierung bedeutet, solange die deutsche Bürokratie nicht mal das Wort kennt? Wenn es so weiter geht, bin ich mal gespannt, wie die Beamten in Deutschland das Heer von Rentnern und Arbeitslosen bezahlen :(

Grüße, Ulrich

Georg Funk
20.12.2003, 09:17
Nochmal zur Frage, wer hat diese Regierung gewählt

Wir unterhalten uns doch hier über den punkt "Zumutbarkeit für Arbeitslose" hat den den unsere Regierung verbrochen, oder wurde er von den "Christlichen" durchgesetzt.

Die Aussage, keine (wie alle zugegeben haben unumgänglichen) Steuererleichrerungen ohne aufweichen von Kündigungsschutz und änderung der Zumutbarbeitsregeln grenzt meiner meinung nach schon an Erpressung.

Also ich bin froh, daß wir diese Regierung haben, Sie baut zwar irrsinnig viel Sch... aber wir haben hier nur die Wahl zwischen 2 Haufen Sch... und da ist der jetzige der kleinere. Denn wie die Reform aussehen würde wenn wir sie nicht hätten, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

[ 20. Dezember 2003, 09:18: Beitrag editiert von: Georg Funk ]

Dr. Lagu
20.12.2003, 12:11
Na ja,

ich dachte das Thema sollte Ernst gestaltet werden.

Aber jeder wie er kann, ich verstehe ja auch Spaß :D
Grüße
Jörg Peter

Space
20.12.2003, 15:39
@ Ulrich
Du hast recht, das Wort Besserverdienende ist bisher noch nicht gefallen. Es war auch schlecht gewählt von mir. Normalverdienende währe besser gewesen. Mit Normalverdienende ( Besservedienende ) meine ich dann >= 2000€/Monat. Mit einen "normalen" Lebensstandart wie z.B. Mittelklassewagen, Urlaubsfahrten sind finaziell möglich ec...Also jemand der deutlich über den Mindestlohn von Sozialhilfe und Arbeitslosenunterstützung lebt.

Mit hoher Warscheinlichkeit wird wohl bei der nächsten Wahl der groessere Haufen Sch.. gewählt. Mal sehen ob in dem Haufen die 16 Jahre Kohl schon verdaut sind.

Interessant finde ich aber auch die Grünen, welche in der Regierungsverantwortung eine Kröte nach der andern schlucken müssen. Das alleine zeigt mir schon, das es ohne wesentliche Einschnitte im Sozialsystem nicht mehr geht in Deutschland. Wenn selbst die Grünen hier sich weit ab von jeder Idologie bewegen müssen.

ARF Modelle bald made in Germany?

Thomas

Heinz-Werner Eickhoff
20.12.2003, 22:19
Nur zur Erinnerung (http://www.n24.de/politik/inland/?a2003093015382837060)
und das alle Jahre wieder.

guidos
21.12.2003, 14:58
hallo zusammen,

da ich selbst mal arbeitslos war, was einem in deutschland ja auch sehr schmackhaft gemacht wird, behaupte ich mal das der größte teil der arbeitslosen gar nicht arbeiten will.
das mag jetzt vielleicht sehr pauschal klingen und trifft vielleicht einige wenige zu unrecht, speziell diejenigen die altersbedingt schwer vermittelbar sind.

ich habe mich aus einem relativ gut bezahlten und relativ sicheren job kündigen lassen weil ich mich selbständig machen wollte. allerdings sagte man mir auf dem arbeitsamt das es fördergelder erst gibt wenn man mind. ein halbes jahr arbeitslos ist ?! :confused:

auf meine frage hin ob sie denn jetzt das wirklich so meint wie sie es gesagt hat meinte die dame nur : ich habe die gesetze nicht gemacht !

fakt war : wenn ich sofort losgelegt hätte und 1-2 leute sowie einen azubi eingestellt hätte hätte ich nichts bekommen.
leg ich mich ein halbes jahr auf die faule haut bekomme ich 6 monate lang ein überbrückungsgeld was ich nicht zurückzahlen muß !

da ich sowieso wenig urlaub hatte in den letzten jahren habe ich mich dann arbeitslos gemeldet.
4 dinge fallen dabei auf :
1) es gibt jede menge jobangebote
2) es ist genauso einfach diese ohne große probleme abzulehnen.d.h.: es gibt keine finanzielle einbuße !
3) es ist vor 9,00 uhr sehr leer und ab 10,00 uhr sehr voll auf dem arbeitsamt !
4) alle die auf dem arbeitsamt auf ein vermittlungsgespräch warten haben es immer sehr eilig oder gar keine zeit.

fakt ist das es mir dann irgendwann peinlich war angebote abzulehnen und ich mich bei einigen auch vorgestellt habe.
da hat man mich dann gezwungen doch wieder in das angestellten verhältnis zu wechseln.(mit geld ! :D )

also mag es in einigen exotischen brufen oder auf dem platten land engpässe geben aber dann kann man ja wohl auch eine andere arbeit annehmen oder umziehen !
solange ich natürlich arbeitslosengeld bekomme habe ich natürlich auch kein gesteigertes interesse daran.
also sollten die leistungen drastisch gekürzt werden !
wenn ich mir überlege das ich vor der arbeitslosigkeit jeden monat ca 600dm an sprit verbraten zu haben nur um zur arbeit zu kommen wird mir schlecht wenn ich hier so sprüche höre wie : warum soll ich für 200euro mehr arbeiten gehen ?
wenn ich meine 62% arbeitslosengeld kassiere,von den 600dm sprit 450-550 abziehe weil ich ja nicht zur arbeitsstelle kommen muß ist das wohl auch nicht besonders attraktiv arbeiten zu gehen !
noch dazu z.zt. 50-55 std. die woche.
tariflich sind es bei mir 36,5.
dafür verdiene ich aber übertariflich und dann kann ich mir immer noch überlegen was ich mache !

aber zu hause sitzen,andern die aldi sonderangebote vor der nase wegschnappen :D und jammern wie ungerecht die welt ist kann es ja wohl nicht sein !

vielleicht sollte man sich mal klar machen das jeder für sich SELBST verantwortlich ist und nicht der arbeitgeber oder der staat.
wir leben in einer leistungsgesellschaft und wer keine leistung bringt (in welcher form auch immer) sollte auch kein geld bekommen !


Interessant finde ich aber auch die Grünen, welche in der Regierungsverantwortung eine Kröte nach der andern schlucken müssen. Das alleine zeigt mir schon, das es ohne wesentliche Einschnitte im Sozialsystem nicht mehr geht in Deutschland. Wenn selbst die Grünen hier sich weit ab von jeder Idologie bewegen müssen.
tja, ich war immer der meinung die grünen sind gefährlich und sollten deshalb verboten werden !
die blockieren schon genug in deutschland und vielleicht wäre die spd ohne die grünen besser handlungsfähig ! leider wäre dann noch der kohlsumpfapperat an der macht.
also ist der vergleich von den 2 schei..haufen den kleineren zu wählen gar nicht so verkehrt.

das schröder ein begnadeter schauspieler ist kann ja wohl kaum einer abstreiten ! allemal besser als : http://www.gifs-paradies.de/smilies/00000832.gif

das er änderungen durchsetzen will die eigentlich seinen parteiprinzipien widersprechen macht es ihm nicht leichter. leider wird oft auch vergessen das die vorherige regierung lange zeit hatte den karren gegen die wand zu fahren !

und in 4 jahren das aufzuholen was in 16 jahren kaputtgemacht wurde ist nicht einfach.
das da die regierung lügen muß ist klar, sonst wird sie zum teufel gejagt.
ob es gut ist eine luftpumpe wie eichel zum finanzminister zu machen sei mal dahingestellt.

allerdings sollte schröder nicht bei jeder gelegenheit gleich mit rücktritt drohen sondern rückrat beweisen !
http://www.gifs-paradies.de/smilies/00000661.gif

so ich habe fertig !

guido

Joachim1
21.12.2003, 17:40
Mein lieber Guido,
es weihnachtet, und daher danke ich dir für das kleine Märchen vom bösen Arbeitslosen.

Achja....mir fiel auf, der Nebenrollendarsteller Guido wurde ja nur arbeitslos, weil er sich auf eigenen Wunsch hin hat kündigen lassen. Merkwürdig... und dann wollte er sich auf diese Art und Weise Geld für eine Selbstständigkeit erschl... , was gottlob eine aufmerksame Mitarbeiterin des Arbeitsamtes unterband. Nun verteilt er mißmutig den Rundumschlag an alle Arbeitslosen, denn er hat ja genügend Jobs zu vergeben, damit alle in Lohn und Brot kommen ! SUUUUUUPERRR !!! Es geht aufwärts, der Guido wird´s schon richten :D :D :D

Le concombre masqué
21.12.2003, 17:50
Was wird jetzt mit meinen KRabben ?
:confused:

Norbert Eisert
21.12.2003, 20:13
Hi,

an der Stelle muß ich nun auch noch mal.

@ Eric: was sind Krabben? :D

@ Guido: Wenn Du diesen Spruch " fast alle AL wollen eigentlich nicht..." hier in meiner Ecke machen tätst, würdest Du gesteinigt. Auf der Stelle.
Diesen Spruch kann man machen bei, sagen wir 2 % Arbeitslosen. Da sind dann bestimmt 90 % dabei, die nicht wollen.
Aber bei offiziell, ja wieviel eigentlich?, (meine Ecke offiziell 21,4 %+Umschüler+ABM+Sozialhilfeempfänger)ist so ein Spruch, sorry, einfach perfide.

Deine Erfahrungen reflektieren eine Schwäche des Systems und dort hast Du auch Recht.Du magst auch (vielleicht?) für den Großraum Köln ein bissel Recht haben, aber auf die gesamte Republick umgesetzt, irrst Du.

Ortwin
21.12.2003, 20:39
Was mich an der Sache nervt:

Diese "Personal-Dienstleister" (Hasskappe aufsetzt :o ), werden durch sowas sehr wahrscheinlich einen weitern Aufschwung erleben..., was dann wohl wiederum andere Arbeitsplätze gefährdet) :(

Georg Funk
21.12.2003, 20:55
Gerade diese Diskusion zeigt wieder das Systemproblem auf

Ich werde Arbeitslos (kan ja passieren), hab vorher gut verdient, bekomme also auch ein halbwegs gutes Arbeitslosengeld. Jetzt nehme ich eine Stelle an bei der ich weniger verdiene, leider geht mein nächster Arbeitgeber nach Monaten pleite, wieder Arbeitslos, aber jetzt mit weniger Geld -> Noch geringer bezahlten Job annehmen, ...

Wenn ich mich (gleich nach der Entlassung)selbtändig machen will, krieg ich nichts, leg ich mich 6Monate auf die faule Haut und vermeide es eine Stelle anzunehmen bekomme ich 6 Monate übergangsgeld. Ich werde also bestraft dafür, daß ich sofort wieder arbeiten will

Das da der ein oder andere sich sagt "Ich bin doch nicht blöd, jetzt hoffe ich ersteinmal in Ruhe auf ein gutes Angebot bevor ich überstürzt einen geringer bezahlten Job annehme" ist ja wohl für jeden verständlich. Das das dann wieder so aussieht alsob man nicht arbeiten will, ist auch wieder klar.

Das ganze beruht auf eigenen erfahrungen, Ich war berufsunfähig und daher eine Zeit lang vom Arbeitsamt abhängig, Wenn mich da nicht ein paar schlaue Leute (teilweise vom Arbeitsamt) daran gehindert hätten, aus Langeweile irgendeinen Job anzunehmen (möglichkeiten waren zu der Zeit leicher zu finden) hätte ich mich in 6 Monaten vom Bezieher eines guten Facharbeitergehaltes zum Sozialhilfeempfänger heruntergearbeitet, daduch das ich nichts getan habe, bekam ich weiterhin die Unterstützung eines guten Facharbeiters. Das ganze für 3 Jahre Umschulung. Wer jetzt von irgendwem verlangen will, daß er dafür, daß er 6Monate als Aushilfe arbeitet anstatt sich auf die faule Haut zu legen, die nächsten 3 Jahre anstatt 2000DM (die gabs da noch) nur 1000DM im Monat bekommt der soll nochmal genau überlegen.

Le concombre masqué
21.12.2003, 21:05
Das hilft den Krabben ja nun auch nicht weiter

Joachim1
21.12.2003, 21:34
Ich kann dem Georg nur voll zustimmen. Hier gibt´s einige Oberschlaue, die mir auf Grund meiner Äußerungen eine Gewisse Faulheit im Punkt Arbeistplatzannahme nahegebracht haben. Diese Personen haben es für angebracht erachtet, mich - und auch andere Arbeitslose - in den Bereich der Sozialhilfe abzuschieben. Ich halte diesen Menschen nur eines zu Gute, das ist ihre absolute Ahnungslosigkeit.
Ich wurde aus gutbezahlter Facharbeitertätigkeit unverschuldet arbeitslos. Danach habe ich sofort mit der Suche eines Arbeitsplatzes begonne, und habe auch einen deutlich schlechter bezahlten angenommen. Mein Glück war, daß dieser Vertrag auf ein halbes Jahr befristet war, und im gegenseitigen Einvernehmen nicht verlängert wurde. Hätte ich auch nur einen Tag länger dort gearbeitet, so wäre die Bemessungsgrundlage für das Arbeitslosengeld um 750 EUR niedriger gewesen, und mein Arbeitslosengeld wäre auf Sozialhilfeniveau. Über diesen Umstand wurde ich allerdings nicht vom Arbeitsamt aufgeklärt, das mußte ich mir selber erlesen. Es ist auch nicht so das ich nun auf der faulen Haut liege, ich schreibe mir schon die Finger wund, aber im Moment sieht´s grauslich aus, noch dazu wenn man über 40 Jahre alt ist.

Joachim1
21.12.2003, 21:38
@ Eric !

Krabben is´nich´ !!! Aber wenn Du welche haben willst, dann mußt Du schnell auf´n Deich. Nimm das Schmetterlingsnetz zum Einfangen mit, denn bei dem angesagten Sturm fliegen die Dinger hoch! :D :D :D

Le concombre masqué
21.12.2003, 22:52
Jau, windig heute, konnte nicht segeln, hatte nur die genua mit :D

Muellermann
21.12.2003, 22:57
Original erstellt von 22848joachim:
Moment sieht´s grauslich aus, noch dazu wenn man über 40 Jahre alt ist.Hmm,

willkommen im Klub. Leider sieht das auch mit knapp 35 nicht besser aus :(

Wen wundert´s denn noch? Die deutsche Wirtschaft lässt halt lieber im Ausland produzieren.

Andreas

JeBe
22.12.2003, 08:49
Original erstellt von Eric:
Was wird jetzt mit meinen KRabben ?
:confused: welche krabben?
wollhandkrabben etwa? :D

Ich pule immer garnelen

jebe

Stephan Ludwig
22.12.2003, 08:56
Original erstellt von 22848joachim:
Ich kann dem Georg nur voll zustimmen. Hier gibt´s einige Oberschlaue, die mir auf Grund meiner Äußerungen eine Gewisse Faulheit im Punkt Arbeistplatzannahme nahegebracht haben. Diese Personen haben es für angebracht erachtet, mich - und auch andere Arbeitslose - in den Bereich der Sozialhilfe abzuschieben. Ich halte diesen Menschen nur eines zu Gute, das ist ihre absolute Ahnungslosigkeit.
Ich wurde aus gutbezahlter Facharbeitertätigkeit unverschuldet arbeitslos. Danach habe ich sofort mit der Suche eines Arbeitsplatzes begonne, und habe auch einen deutlich schlechter bezahlten angenommen. Mein Glück war, daß dieser Vertrag auf ein halbes Jahr befristet war, und im gegenseitigen Einvernehmen nicht verlängert wurde. Hätte ich auch nur einen Tag länger dort gearbeitet, so wäre die Bemessungsgrundlage für das Arbeitslosengeld um 750 EUR niedriger gewesen, und mein Arbeitslosengeld wäre auf Sozialhilfeniveau. Über diesen Umstand wurde ich allerdings nicht vom Arbeitsamt aufgeklärt, das mußte ich mir selber erlesen. Es ist auch nicht so das ich nun auf der faulen Haut liege, ich schreibe mir schon die Finger wund, aber im Moment sieht´s grauslich aus, noch dazu wenn man über 40 Jahre alt ist.Da ich mich immer zu den Oberschlauen zähle :D nochmal zum Verständnis....

Deine Argumente vorher fand ich etwas daneben (Schnäppchen). Auf der anderen Seite ist es im Moment ganz einfach so, daß die Jobs die angeboten werden aufgrund des gesamten wirtschaftlichen Situation nunmal nicht so angeboten werden wie die Krabben im Meer.

Wenn ein Arbeitsloser nun wieder einen Job annimmt, der ggf. schlechter bezahlt wird als der vorheriger ist das m.E. immer noch besser als das Sozialsystem ggf. weiter zu belasten. (und das ist ddoch dder Hauptgrund dieser Gesetzesänderung oder etwa nicht ?) Ferner sehe ich die Chancen einfach besser sich aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus auf einen "besseren" Job zu bewerben. Gerade wenn man mittlerweile Langzeitarbeitsloser ist und es dadurch immer schwerer wird einen entsprechenden Arbeitsplatz zu bekommen.

Klar, auch ich hätte keinen Bock mich auf einen schlecht bezahlten Job einzulassen, wenn ich für das gleiche Geld nichts tun brauch. Aber ich weis auch, das irgendwann das Geld vom Arbeitsamt immer weniger wird.

Joachim, ich halte Dich durchaus nicht für faul, denn dann würdest Du dich nicht beschweren, ich halte nur Deine Einstellung zu manchen Dingen nicht für richtig.

Gruss

guidos
22.12.2003, 09:09
moin zusammen,

@ joachim,


Achja....mir fiel auf, der Nebenrollendarsteller Guido wurde ja nur arbeitslos, weil er sich auf eigenen Wunsch hin hat kündigen lassen. Merkwürdig... und dann wollte er sich auf diese Art und Weise Geld für eine Selbstständigkeit erschl... , was gottlob eine aufmerksame Mitarbeiterin des Arbeitsamtes unterband. jetzt weiß ich warum du probleme mit der jobsuche hast !
es werden nicht nur englisch kentnisse gefordert !
auch deutsch sollte man in wort und schrift so einigermaßen beherrschen. lies nochmal !
und, findest du den fehler ?

aber du hast recht, ich habe schamlos 4 monate lang arbeitslosengeld erschlichen !
obwohl, nach deiner interpretation standen die mir ja zu,ich hab ja nicht gleich das gleiche geld angeboten bekommen wie vorher !

und da isses wieder das problem :
nach momentaner lage stand es mir tatsächlich zu !

da ich aber geld wie heu habe, :D :D :D (hätte ich zumindest gern,bei einer 20std.woche am besten mit 60tagen urlaub)
hätte ich tatsächlich ohne fördergeld anfangen sollen, was ist schon geld ?
du gehst ja für 200euro auch nicht arbeiten wie du selbst gesagt hast.

aber das war ja klar das bei dem leicht provokannten beitrag wieder ein aufschrei los geht.
die ausnahmen bei den arbeitslosen habe ich ja auch dargestellt: alle über 40 und diejenigen die irgendwo auf dem platten land oder in den bergen wohnen. da sind naturgemäß die arbeitsplätze nicht übermäßig vorhanden.
wer aber in ballungsgebieten keinen job findet macht was falsch oder stellt zu hohe ansprüche.

dabei meine ich nicht zwangsweise den job den er vorher gemacht hat !

allerdings gebe ich dem norbert recht, in einigen gebieten ist es schwer bis fast unmöglich einen
job zu bekommen.

und das zu wenig ausbildungsplätze vorhanden sind mag in einigen bereichen stimmen, ich habe allerdings in den letzten 10 jahren schwierigkeiten gehabt lehrlinge zu bekommen !
und das liegt nicht daran das sich keiner bewirbt.aber was da an luftpumpen und voll krassen spinnern von der (schule will ich jetzt mal nicht sagen,da hat man ja zumindest früher was gelernt) lehranstalt kommt kann man fast alles vergessen.
außerdem werden einige von denen blaß wenn sie erfahren das sie jetzt den ganzen tag abeitenmüssen, keine ferien und kein hitzefrei bekommen.

guido

Stephan Ludwig
22.12.2003, 09:33
Original erstellt von guidos:
hallo zusammen,

...

ich habe mich aus einem relativ gut bezahlten und relativ sicheren job kündigen lassen weil ich mich selbständig machen wollte. allerdings sagte man mir auf dem arbeitsamt das es fördergelder erst gibt wenn man mind. ein halbes jahr arbeitslos ist ?! :confused:

auf meine frage hin ob sie denn jetzt das wirklich so meint wie sie es gesagt hat meinte die dame nur : ich habe die gesetze nicht gemacht !

fakt war : wenn ich sofort losgelegt hätte und 1-2 leute sowie einen azubi eingestellt hätte hätte ich nichts bekommen.
leg ich mich ein halbes jahr auf die faule haut bekomme ich 6 monate lang ein überbrückungsgeld was ich nicht zurückzahlen muß !

da ich sowieso wenig urlaub hatte in den letzten jahren habe ich mich dann arbeitslos gemeldet.
...

guidowann war das denn mit dem halben Jahr ??

Ich habe das gleiche gemacht, 1999 allerdings mußte ich nur 1 Monat Arbeitslosengeld bezogen haben. Danach hatte ich Anspruch auf Überbrückungsgeld.

Mittlerweile gibt es zwar das kleine Unternehmen noch (überwiegend deshalb weil meine Frau in dieser Firma arbeitet und somit nicht arbeitslo gemeldet ist ;) ) aber ich stehe tatsächlich in einem Angestellten Verhältnis weils mehr Spassmacht als weiter der "Arsch vom Dienst" zu sein (ich glaube selbststänig lag mir nicht :D ).

Durch die Auflösung der Firma und den Wechsel in ein Angestellten verhältnis stehe ich mich finaziell schlechter, allein schon weil ich jeden Tag mit An- und Abreise 140 km zurücklege, aber mir gehts besser !

Aber nochmal zurück zum Überbrückungsgeld:
Der Sachbearbeiter sagte mir das das Ü-Geld nochmals 70 % der Arbeitslosengeldes beträgt, welches zusätzlich bezahlt wird. Damit hatte ich schonmal mehr als im vorherigen Job !

Ich hätte darüber hinaus 4 (!) Jahre die Gewisseheit, daß ich wieder Arbeitslosengeld bekomme wenn ich pleite gehe. Die Bezugszeit für Arbeitslosengeld wurde nur unterbrochen.
Wenn ich danach wieder auf die Idee gekommen wäre mich selbststänig zu machen und wieder die "Bombengeschäftsidee" gehabt hätte, hätte ich wieder Anspruch auf Überbrückungsgeld gehabt.

Also folgerte ich daraus voraus DDM 4.500,00 Nettolohn( damals gabs noch die DM)

1 Monat Arbeitslos = 62 % vom letzten Netto... 2.790,00 DM.

6 Monate selbstständig + 70 % ... (Sozialvers. muss man selber zahlen aber Krankenversicherung reicht) = 4.743,00 DM !!!

max. 11 weitere Monate arbeitslos = 62 % 2.790,00...

ggf. wieder selbstständig + 70 % 4.743,00 DM für 6 Monate...

Inwieweit dies tatsächlich ausgenutzt wurde, vermag ich nicht zu sagen, jedoch diese Möglichkeit bestand. Und äußerst kurios war der Umstand, daß niemand vom Arbeitsamt geprüft hat inwieweit der Jungunternehmer tatsächlich unternehmerisch tätig ist/war, d.h. ich hätte das Überbrückungsgeld kassieren und mich für 6 Monate auf die faule Haut legen können, bei der Krankenkasse den Mindesttarif beantragen lassen und 6 Monate segeln gehen...
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Warum hab ich Idiot das eigentlich nicht gemacht ????? :(

[ 22. Dezember 2003, 09:37: Beitrag editiert von: Stephan Ludwig ]

Joachim1
22.12.2003, 10:49
@ Guido

Wer Groß- und Kleinschreibung nicht beherrscht, der sollte die Deutschkenntnisse anderer User nicht kritisieren ! :p

@ Stephan

Die von dir benannten Zahlen / Fakten sind schon der Hammer ! In diese Richtung darf es nicht gehen. Zwischenzeitlich ist es aber so, daß Du erst deine Geschäftsidee auf ihre Erfolgsaussichten überprüfen lassen mußt. Das sog. Überbrückungsgeld lohnt sich dann allerdings auch nur für Empfänger von Arbeitslosengeld. Wer bereits in der Arbeitslosenhilfe ist, für den kommt dann nur die Ich-AG in Frage. Hier hat der Mutige dann aber mit diversen Fallstricken zu kämpfen, die allesamt die neue Existens wieder vernichten können:
Es dürfen keine Mitarbeiter eingestellt werden, und wenn, dann nur Familienangehörige.
Kredite bekommt eine Ich-AG in der Regel auch nicht.Wovon also ggf. Maschinen u. Material einkaufen?
usw., usw.

Meine persönliche Meinung zur Erlangung der Selbstständigkeit unter Einbeziehung von staatlichen Zuschüssen:
Bei Beantragung von Zuschüssen sollte der Antragsteller seine finanziellen Mittel offenlegen. Während der Laufzeit der Zuschüsse ist er verpflichtet, jederzeit auf Anforderung seine Geschäftsunterlagen zur Überprüfung beizubringen. In seinem Betrieb entstehende Arbeitsplätze werden vorrangig mit Arbeitslosen besetzt.Nach Ablauf der staatlichen Förderung entfällt jedwede Einflußnahme Seitens des Arbeitsamtes.
Vorangegangenes sollte allerdings auch auf bestehende Firmen angewendet werden, die staatliche Zuschüsse oder andere staatliche Leistungen beziehen.

Es kann doch nicht angehen, daß ein Industrieland wie Deutschland nicht in der Lage ist, die Arbeitslosigkeit massiv zu senken! Da wird darüber nachgedacht das Eintrittsalter in die Rente nach Hinten zu verlegen, aber von Arbeitgeberseite ist man gar nicht bereit ältere Mitarbeiter zu beschäftigen. Hier ist insgesamt ein Umdenken gefragt, welches aber nicht nur den Arbeitslosen abverlangt werden darf.

Stephan Ludwig
22.12.2003, 11:18
Original erstellt von 22848joachim:
@ Guido
...

@ Stephan

Die von dir benannten Zahlen / Fakten sind schon der Hammer ! In diese Richtung darf es nicht gehen. Zwischenzeitlich ist es aber so, daß Du erst deine Geschäftsidee auf ihre Erfolgsaussichten überprüfen lassen mußt. Das sog. Überbrückungsgeld lohnt sich dann allerdings auch nur für Empfänger von Arbeitslosengeld..

...Sicherlich mußte ich meine Geschäftsidee prüfen lassen.

Durch einen Wirtschaftsprüffer, der dafür wirklich wirlich ne Stange Geld kassiert hat. Aber !
Durch einen IHK Kurs für Selbstständige (100,00 DM) habe ich eine Adresse in Düsseldorf bekommen, die soetwas für Existenzgründer fördert. d.h. über diesen Verein werden 75 % der Kosten des Unternehmensberaters übernommen ! So und nun hatte ich ja nichts zu tun und habe mein Konzept super genial und vor allem wirklich realistisch dargestellt, das hatte ich auf dem IHK-Kurs ja gelernt. Der Unternehmensberater mußte eigentlich nicht mehr viel machen und prüfen und man kann ja auch so einiges absprechen... zumindest hat mich diese "Beratung" nichts gekostet. Außer die Kosten für die IHK. Dann kamen noch ca. 30,00 DM für den Gewerbeschein, nachdem das Arbeitsamt mich dazu aufgefordert hat und BINGO ! Selbstständig.

Die ganze Gründung hat mich also schlappe 130,00 DM gekostet !

Jetzt lags an mir was draus zu machen oder auch nicht ;)

Meine Frau hat zwei Jahre später auf die gleiche Art und Weise eine Existenz gegründet, allerdings erfolgte die Prüfung der Geschäftsidee und der Erfolgsausichten durch die IHK... das kostet auch nicht viel (weiß den Preis aber nicht mehr).

Man sieht, daß, wenn man betrügerische Faulheit ausleben will, dies ganz locker auf kosten des Staates bzw. der Allgemeinheit ganz LEGAL ausüben kann/konnte !!!

Sollte ich heute nochmal in diese Situation kommen, werde ich dies sicherlich auch nochmal genau so machen ! Bevor die mich zwingen einen Job anzunehmen der zu gering bezahlt wird und ggf unter meiner "Würde" ist. ;)

Billiger komme ich nicht an die Kohle ran :D .

Man muss aber immer bedenken, das Ü-Geld gibts nur für 6 Monate, danach muss man den Gewerbeschein wieder abgeben und das Gewerbe abmelden wenn man wirder Arbeistlosengeld bekommen will !

guidos
22.12.2003, 11:48
hallo stephan,


wann war das denn mit dem halben Jahr ?? das hab ich ja nicht 6 monate ausgehalten.
daher hab ich euch nur 4 monate auf der tasche gelegen.

guido

Stephan Ludwig
22.12.2003, 12:07
Original erstellt von guidos:
hallo stephan,


wann war das denn mit dem halben Jahr ?? das hab ich ja nicht 6 monate ausgehalten.
daher hab ich euch nur 4 monate auf der tasche gelegen.

guidoDU warst Das !!!!! :D

Ortwin
22.12.2003, 12:12
Leider sieht das auch mit knapp 35 nicht besser aus
Aha, deshalb sind Ausbildungsplätze auch knapp?
Schätze mal, das hat mit dem Alter nicht unbedingt sooo viel zu tun.

Milan
22.12.2003, 12:44
Das hier könnten alles im Suffkopf dahin gelallte Zitate von meinem blöden Schwager Udo sein :


....nur das "menschenwürdige Leben" absichern
Wer denkt: "dafür bleibe ich lieber zuhause " ist gesellschaftlich tot
Eure Beiträge sind die Extra-Light Version zwischen Komunisten und Kapitalisten
....würde ich für meinen Teil auch sogenannte "Idiotenjobs" annehmen, um vor mir selber nicht dumm da zu stehen.
.....jede anderslautende meinung akzeptiere ich nicht
......allerdings möchte ich gerne jeden arbeitslosen als drückeberger bezeichnen, der eine vermittelte arbeit nicht annimmt.
.....es wird immer noch auf hohem Nivoe gejammert
Also ich bin froh, daß wir diese Regierung haben, Sie baut zwar irrsinnig viel Sch... aber wir haben hier nur die Wahl zwischen 2 Haufen Sch... und da ist der jetzige der kleinere.
......., behaupte ich mal das der größte teil der arbeitslosen gar nicht arbeiten will.
......aber zu hause sitzen,andern die aldi sonderangebote vor der nase wegschnappen und jammern wie ungerecht die welt ist kann es ja wohl nicht sein !Hallo Udo, bist Du es wirklich ?

Gruß

Harry

guidos
22.12.2003, 17:39
@ Joachim,

das hatte ich eben übersehen :
Wer Groß- und Kleinschreibung nicht beherrscht, der sollte die Deutschkenntnisse anderer User nicht kritisieren ! extra für dich : Ich meinte nicht die Rechtschreibung, die ist nach der Rechtschreibreform sowieso egal.Komischerweise
ist für so etwas Zeit da und es wird sogar umgesetzt.

Ich meinte mehr das geschriebene umzusetzen.
Da ich nicht als Sekretärin zur Welt gekommen bin brauche ich für die paar Anschläge etwas länger.
Wenn ich dann noch mit 2 Fingern die Shift Taste suchen muß mindestens doppelt so lang.

Da ich aber arbeiten muß dauert das schlichtweg zu lange. :p

Sorry, das mußte raus, sonst wäre ich erstickt.

Daher für alle anderen :

schreibe ich wie bisher klein, das geht schneller und verständigungsprobleme gibt es dadurch kaum mehr.

@ stephan,

ich bemühe mich weiterhin niemanden auf der tasche zu liegen. :D

@ harry,

toller sachlicher und hintergründig recherchierter beitrag ! muß wohl das 11,00 uhr vormittags bier schlecht gewesen sein ?

wenn du eine tüte brauchst melde dich !

guido

Norbert Eisert
22.12.2003, 19:46
Hallo AG,AN und AL,

bevor ich aushole, oute ich mich nochmal:Kleiner AG(ohne Zuschüsse)mit zwei AN`S in einer diesbezüglich beschissenen Region.

Ich kann mich entsinnen, als ich mich "selbständig" gemacht habe, 90 im Osten.Völlig blauäugig, aber mit einem Enthusiasmus, der schon an Wahnsinn grenzte... :D

Der Faktor Geld als Starthilfe war völlig sekundär, gabs nicht. Das Ziel war eher emotional:Selbständig sein heißt: Du bist wer, keinem untergeordnet, kannst "frei" entscheiden, bist Herr Deiner Selbst, usw.usw. Wie gesagt: blauäugig, wenn nicht naiv.

Das Ganze lief auch super, solange man seine(wenn auch für damalige Zeiten hart erkämpften)Erfolgserlebnisse hatte.

Heute kann man mit legalen Mitteln kämpfen, wie man will,es kommen dieselben Prinzipien zum tragen, die schon seit menschengedenken gelten.

Ich vermisse (aber kann es nachvollziehn!)den vielfach beschworenen "Pioniergeist".

Nicht nur Arbeitslose resignieren. Nein, auch die kleinen Krauter wie ich und paar Andere auch noch.

Das wäre eigentlich die Aufgabe einer Regierung!

W. Holzwarth
22.12.2003, 20:50
http://www.holzwarth-cad.de/cartoon/turkey2.gif
Laß Dich nich' hängen, Nobbi! Gerade wir Kleinstunternehmer sind das eigentliche Rückgrat des Systems.

;) Merkt bloß keiner ...

[ 22. Dezember 2003, 20:51: Beitrag editiert von: W. Holzwarth ]

Norbert Eisert
22.12.2003, 22:15
Walter, was hab ich Den vermisst... :D

Du musst da keine Befürchtungen haben: Ich bin zäh(selten), egoistisch(sind Alle),habe EQ (?)einen dem Normalmaß angepassten IQ ( :D ), paar Beziehungen(*kopfwieg*), eine im öffentlichen Dienst beschäftigte LAG(*ohneworte*)und:

NOCH HOFFNUNGEN UND TRÄUME :rolleyes:

Dr. Lagu
23.12.2003, 10:22
Servus Norbert,

Deine Haltung ist bei einigen Arbeitnehmern selten geworden. Ein AN war früher stolz auf einen/seinen Arbeitsplatz. Heute ist die Resignation gesellschaftsfähig geworden.

Als Arbeitgeber mußt Du halt einmal mehr die A....backen zusammenkneifen, ohne einen Gedanken an die Niederlage zu verschwenden. Wenn Du versagen solltest, hilft Dir weder Staat, noch System, noch Politik oder Deine Freunde.

Leider lese ich nur Frustration und Resignation. In unserem Verein ist einer arbeitslos. Und der ist es gerne. (125 Mitglieder, ca. 30 Rentner, 1 Alo)

Ein AG muß dahin gehen, wo die Aufträge sind, ein AN muß dahin ziehen wo es Arbeit gibt.

Grüße
Jörg Peter

Le concombre masqué
12.01.2004, 16:10
:D
http://www.rc-network.de/upload/1073920203.jpg