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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Negation der Negation



Norbert Eisert
23.09.2002, 20:39
Hallo Männers,

ich habe heute einen Brief erhalten von der Zentralen Bußgeldstelle des Landes Brandenburg:

"Verwarnung/Anhörung des Betroffenen wegen einer Ordnungswidrigkeit"

Sehr geehrter Herr Eisert,

Ihnen wird..... vorgeworfen....

Ordnungswidrigkeit(en):

Sie parkten verbotswidrig auf dem Gehweg und behinderten dadurch andere. Der Zeuge N.konnte mit seinem LKW mit Anhänger in einem Wendekreis nicht wenden, da der betroffene PKW auf dem Gehweg parkte.

wie jetzt?

Ich bin nun zwischen :D und :eek: und :mad: oder :eek: :confused: ?

zumal: 25 EUR...

Kai Jansen
23.09.2002, 21:30
Hallo Norbert!

Dann sei mal froh, dass der LKW-Fahrer dir keine Beule in dein Auto gefahren hat. :D

Irgendwo muß man sein Geld ja loswerden. :rolleyes:

Gib deine "Kohle" lieber für die Flugzeuge aus. ;)

Gruß von Kai, der etwas Mitleid hat. :)

Norbert Eisert
24.09.2002, 08:18
Nun, lieber Kai,

danke für Dein Mitleid. ;)

Es kann ja durchaus sein, daß man beim flüchtigen Überlesen der Begründung die Negation der Negation übersieht.Ich habe ehrlich gesagt auch mehrere Durchläufe gebraucht.

Mein Gedankengang ist nun Folgender:

Wenn ich verbotswidrig handele (wider dem Verbot), dann ist das demzufolge richtig.Der Schluss daraus ist doch, daß das Parken auf dem Gehweg und damit die Behinderung Anderer erlaubt ist.
Auch habe ich keinen Fußgänger, für den m.E. der Gehweg ja eigentlich da ist,behindert, sondern einen Lkw-Fahrer, der scheinbar auf dem Gehweg wenden wollte.Meine Ansicht über den Sinn des Gehweges scheint damit irrig.
Ich frage mich nun, warum ich zahlen soll, wo ich doch alles richtig gemacht habe.
Der LkW-Fahrer hat noch Glück gehabt: Ich soll für das bloße Parken auf dem Gehweg 25 € zahlen.Wenn der wirklich verbotswidrig dort gewendet hätte,wo ja glücklicherweise verbotswidrig mein Auto stand, wie teuer wäre das erst geworden? :D
Vielleicht habe ich auch was falsch verstanden, und ich bekomme die 25 € für das Vehindern des Wendemanövers... :rolleyes:

Dann drücken die sich aber missverständlich aus.... :D

Gerald Lehr
24.09.2002, 11:48
Also Nobbi,

ich würde sagen Du bekommst etwas. Auch wenn das die Beamten zum Herzinfarkt treiben wird :D

Ein netter Brief an die Bußgeldstelle, inhaltlich Deinem posting hier angepaßt, wird die netten Damen und Herren dort sicher überzeugen :D :D

Ich drücke Dir schon mal die Daumen.

Gast_00010
24.09.2002, 12:38
Ganz einfach.
Du erhebst Einspruch und formulierst genau diese Fragen in freundlichem und unschuldigem Ton an den Absender.

Das Schreiben und die Antwort, die du sicherlich bekommen wirst, stellst du dann wieder hier rein.

Und dann schaumermal.

:D

Eckart Müller
24.09.2002, 12:49
Norbert, ob Du da nicht irrst? Verbotswidrig, also, wie schon bemerkt, wider das Verbot!

Wenn ich Dir verbiete, was ich nie im Leben machen würde :D , den Mund auf zu machen, und Du machst ihn dann trotzdem auf, handelst Du dem Verbot zuwider oder nicht dem Verbot entsprechend. Also Du übst eine verbotene Tätigkeit aus. Und das wird eben unangenehme Folgen haben.
Das dieses verbotswidrige Handeln richtig sein soll, kann ich nicht erkennen. Was aber auch wieder nicht viel bedeutet! ;)

Gast_1336
24.09.2002, 13:48
Hi Alle,

an und für sich ein sehr ernstes Thema.
Da lässt sich aber mit der "Positiv Antiminoxe Sempregnation nach Euler" lösen.

Übrigens: :rolleyes: Ich lüge IMMER. :rolleyes:

Für unsere Jungspatzen, die das noch nicht kennen geht der Satz weiter:
Und wenn ich lüge, wenn ich sage, dass ich immer lüge, dann..... (Gehirn eingeschaltet? Achtung Overloadgefahr!) :D

Editiert auf die richtige Bezeichnung, die andere hatte ich onomatopoetisch im Ohr. Sorry.

[ 24. September 2002, 15:02: Beitrag editiert von: Rudy F. ]

Walter Ludwig
24.09.2002, 13:52
Hallo Norbert,

das ist aber keine unüble Sache (das ist eine doppelte Negation :D ) in die Du Dich da reingeritten hast.

Ich nehme an, die Kollegen aus Brandenburg haben den Sachverhalt verkürzt dargestellt. Entweder hast Du auf dem Gehweg geparkt, was die Fußgänger behindert, oder Du hast (was wahrscheinlicher ist) teilweise auf dem Gehweg und teilweise auf der Straße geparkt und damit nicht nur die Fußgänger sondern auch noch den LKW-Fahrer und weitere Autofahrer, die sich aber nicht gemeldet haben, behindert.

Du kannst Dich zu dem Sachverhalt äußern, aber Aussicht auf Erfolg hat Dein Ansinnen bestimmt nicht. Es gibt einen Zeugen für Dein Fehlverhalten, wie immer es auch genau war.

Zahl die 25 Eierchen und hack das Ganze unter "Erfahrung" mit dem Wendekreis des LKW ab :) . Wenn sich eine Mutter mit Kinderwagen behindert und möglicherweise gefährdet gefühlt hatte, wäre es Dich teurer gekommen.

Grüße

Walter

Yeti
24.09.2002, 14:32
Hi Nobbi,

habe auch noch einen: Ein Ex-Kollege hat mal eine Anzeige bekommen, weil er nicht am Stopp-Schild gehalten hat. Ein Bekannter von ihm (Anwalt, spezialisiert auf Verkehrsdelikte) hat daraufhin gemessen und festgestellt, dass das Schild 10cm zu tief hing. Vor Gericht hat er dann die These vertreten, dass sein Mandant das Schild für (Achtung festhalten!) Werbung gehalten hat und Recht bekommen.

Ha, und wenn mir das mal passiert, sage ich einfach: "Stopp" schreibt man nach neuer Rechtschreibung mit Doppel-P, auf dem Schild stand es aber nur mit einem P. Konnte ja nicht ahnen, dass damit gemeint war, anhalten zu müssen.

Und dann nehmen sie bestimmt alles zurück, behaupten das Gegenteil und widerrufen auch dieses! :D

Gruß Yeti

Norbert Eisert
24.09.2002, 14:35
Hallo,

@ Eckart: Du hast mich nachdenklich gemacht. Ist wohl Deiner längeren Lebenserfahrung und auch manch Anderem zu schulden.Und Das, nachdem ich hier ein Schreiben formulabiert hab.... :(

@ Jürgen/meinereiner: Ich werds trotz Eckart tun, der Gag lohnt sich.... :D

@ Rudy: Du, den Euler kenn ich nicht, gleichwohl aber den Freud, den Sigmund, war das nich auch einer Deiner Landsmänner:D

@ Walter: Du siehst das schon richtig. Ich bin selber nicht der Fahrer gewesen, einer meiner Jungs.
Mich erregte nur das "verbotswidrig"(Eckart sei dank :D ; es ist Haarspalterei> wider dem Verbot, abgesehen davon, daß es sich um ein Gebot handelt) und das daraus Folgende.

Ich schick das ab, setze es hier rein, natürlich auch die Antwort.
Ansonsten bin ich mir schon im Klaren, daß ich um die Strafe/Verwarnungsgeld/ etc. nicht drumrumkomme...
Aber es ist intressant für mich(ich hoffe, für Euch auch, zumal es mein Geld kostet :D ) und wenn wir bei Summe X sind, hör ich auf.... :D

schau mer mal...

Gast_1336
24.09.2002, 15:08
Ja, Ja,
Sigmund der Freudige und seine Symbolik!

Aber: "Manchmal ist eine Zigarre wirklich nur eine Zigarre". Oder????

Rudy, ILI

Eckart Müller
24.09.2002, 15:12
Ja Norbert, wenn's zu teuer wird, dann sammeln wir. Sozusagen eine "Vergnügungssteuer"...

Gast_1336
24.09.2002, 18:38
:D Da bleibt dann mehr für eine Menge Freud´sche Zigarren über. Oder ein paar schöne lange Freudsche Blumenvasen mit eingebautem Vitalfaktor :D :D .

Euler war ein Mathematiker und Astronom, geb 1707.
Der mit der Eulerschen Gerade. Zu dünn :D für Freud´sche Spekulationen.

[ 24. September 2002, 18:41: Beitrag editiert von: Rudy F. ]

Norbert Eisert
24.09.2002, 19:05
Naja Rudy,

das Auto ist doch nach unserem Freund Freud sowieso der verlängerte Johannes..... ;)

Danke, Eckart, für das Angebot. Ich hoffe, soweit kommt es nicht.

Bevor ich Euch nun meine Anhörungsantwort präsentiere, noch ein Bonmot am Rande:

Meine LAG (Lebensabschnittsgefährtin :D )arbeitet hier beim Rat der Stadt und hat dieses Problem ihren Kollegen vom Ordnungsamt/Vollzugsdienst unterbreitet. Mit dem Ergebnis:
"Wir schreiben das genauso.Aber hast recht, verbotswidrig ist wider dem Verbot und damit richtig. Äh, wir werden das beraten...." :)

Mein (zugegeben ein ganz kleinwenig provokantes) Schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich für Ihr Schreiben vom 18.09.02, daß meinen weiteren Lebensweg nachhaltig beeinflussen wird.

Sie werfen mir unter o.a. Aktenzeichen vor :“Sie parkten verbotswidrig auf dem Gehweg und behinderten dadurch andere.“

Wenn ich verbotswidrig handelte, also wider einem Verbot, so verhielt ich mich doch korrekt. Dies versuche ich immer zu tun. Bis zum heutigen Tag war ich jedoch der Auffassung, daß eine Behinderung anderer von weiten Teilen zumindest der deutschen Bevölkerung nicht unbedingt als „korrekt“ angesehen wird.
Ich bedanke mich bei Ihnen für die Korrektur dieser nun scheinbar doch irrigen Lebens-auffassung und werde mein Bestes tun, Andere in Zukunft nachhaltig zu behindern, obwohl mir Dies schwerfallen wird.

Im weiteren führten Sie unter o.a. Aktenzeichen aus, daß der Zeuge N. mit seinem LKW mit Anhänger in einem Wendekreis nicht wenden konnte, da der betroffene PKW angeblich auf dem Gehweg parkte.

Ich danke Ihnen auch für diese Korrektur meiner Auffassung, daß ein Gehweg zum Gehen konzipiert wurde. Die deutsche Sprache und deren Auslegung ist manchmal doch recht missverständlich.
Jetzt weiß ich dank Ihnen, daß man als Fußgänger/Geher tunlichst vermeiden sollte, einen Gehweg zu nutzen, denn jederzeit kann Dieser zum Wenden von LKW mit Anhänger benutzt werden. Das stelle ich mir, als Gelegenheitsgeher, doch recht gefährlich vor, da sich in diesem Falle wohl der LKW mit Hänger auf der Seite des physisch Stärkeren befinden wird. Ich versichere ihnen jedoch, daß ich Alles in meiner Macht Stehende tun werde, um die mir bekannten Fußgänger/Geher auf diese Gefahr aufmerksam zu machen. Ich ziehe auch die Gründung einer bundesweiten Organisation zur Vermeidung von Gehwegunfällen durch deren verbotswidrige Benutzung in Betracht.

Für dieses angeblich verbotswidrige Verhalten verwarnen Sie mich mit 25 € Verwarnungsgeld.

Ich gehe davon aus, daß Sie sich mißverständlich ( siehe w.o.: deutsche Sprache ) ausgedrückt haben:

Die von Ihnen angeführten angeblich verletzten Vorschriften decken sich in ihrem Wortlaut nicht mit den mir vorgeworfenen Ordungswidrigkeiten.

Deswegen nehme ich an, Sie zahlen mir 25 € dafür, daß ich :

1. verbotswidrig, also richtig, um nicht zu sagen vorbildlich, gehandelt habe.

2. Zeugen N. davon abgehalten habe, auf einem Gehweg zu wenden, obwohl Dies wohl eigentlich gegen meiner bisherigen Auffassung explizit erlaubt ist. Und

3. damit vorsorglich Gefahr von sich etwaig verbotswidrigen Benutzern/Fußgängern/Gehern des Gehweges abgewendet habe.

Das ist lobenswert und ich beglückwünsche Sie zu dieser nicht alltäglichen Auffassung.

Ich bitte Sie daher um Folgendes:

Zeuge N. konnte nicht wenden, da nun richtigerweise angeblich dort mein PKW gestanden hat.
Ich bitte Sie, nunmehr gegen Zeugen N. ein Ordnungsstrafverfahren wegen Irreführung der Behörden einzuleiten. Gleichzeitig bitte ich um die Übermittlung der ladungsfähigen Anschrift von Zeuge N., da ich mir ein zivilrechtliches Vorgehen vorbehalte.

Auf Anfrage teile ich Ihnen gern meine Bankverbindung zum Transfer der 25 € mit, für die ich mich schon im Vorraus herzlich bedanke.Ich akzeptiere aber auch eine postalische Anweisung an meine Ihnen bekannte Adresse, sofern dies nicht mit Kosten für mich verbunden ist.

Nicht zuletzt möchte ich mich bei Ihrem weiteren Zeugen, Polizeimeister B., für die Bezeugung meines verbotswidrigen und damit vorschriftskonformen Verhaltens bedanken.

Zum Schluß möchte ich Ihnen noch versichern, daß die von Ihnen übersandten 25 € von mir nachweislich für die Opfer der Flutkatastrophe in Sachsen zur Verfügung gestellt werden.

In Erwartung Ihres raschen Geldeinganges

Mit freundlichen Grüssen

Norbert Eisert

Gast_1336
24.09.2002, 19:35
Ego te absolvo :D

Im Ernst, wünsche Dir viel Erfolg.

Wäre vielleicht eine Causa für Euren (bzw. gemeinsam mit dem) ADAC als Musterprozess.

[ 24. September 2002, 19:37: Beitrag editiert von: Rudy F. ]

Gast_00010
24.09.2002, 22:39
Ja! Jaaa! JAAAAAAA!!!!

Allein für dieses Schreiben hast du dir schon die Hälfte verdient :)

Am besten find ich den hier :D

sofern dies nicht mit Kosten für mich verbunden ist.
Bin jedenfalls gespannt auf die Antwort :D

Walter Ludwig
25.09.2002, 13:07
Hallo Norbert,

Suuupeeer.

Mir haben sich beim Lesen die Bauchmuskeln hochgerollt und dann das Zwergfell den Dienst versagt. Auf solch eine verquere Argumantation muss man erst mal kommen.

Gott sei Dank muss ich mich nicht wirklich ernsthaft mit diesem Fall befassen und kann mich ganz entspannt zurücklehnen und darauf warten was die Kollegen daraus machen.

Wenn Du Glück hast bekommst Du einen Amtsrichter, der sich humorvoll dieser Sache annimmt. Es gibt ja genug Beispiele für amüsante Gerichtsurteile. Wenn Du Pech hast läßt er Dich ins LKH einweisen :D .

@ Christian

also wegen des STOP-Schildes wäre ich vorsichtig.

1. gibt es in der Rechtschreibreform soweit ich weiss für genau diesen Fall - nämlich das STOP-Schild - eine Ausnahme.

2. gilt das amtlich veröffentlichte Verkehrszeichen, auch wenn es nach Rechtschreibreform falsch geschrieben wäre. Ein STOPP-Schild würde ich allerdings z.Zt. nicht beachten.

Ein Kollege hat vor einiger Zeit auf einem Parkplatz geparkt. Die für diesen Parkplatz zuständige Stadtverwaltung wollte nun sehr bürgerfreundlich sein und hat unter den amtliche Schild "Parkplatz" folgendes Hinweisschild angebracht "Bitte Parkschein lösen".

Der Kollege ist dieser Bitte nicht nachgekommen (warum auch :confused: ), bekam ein Knöllchen, zahlte nicht, ging vor Gericht und bekam Recht :D . Einer Bitte muss man nicht nachkommen und da die Verwaltung nicht das amtlich vorgesehene Gebotsschild verwendet hatte, konnte sie sich nicht auf ein Gebot berufen.

Manchmal ist es einfach schwer bürgerfreundlich zu sein.

Grüße und viel Glück

Walter

Norbert Eisert
25.09.2002, 21:12
Liebe Kollegen Flieger u. A.,

nachdem Euch Das ja augenscheinlich Spass macht, habe ich es heute per Fax abgesand, obwohl, und ich betone das "obwohl", EM`s Posting mit dem "wider dem Verbot" die Sache für mich in ein anderes Licht gerückt hat.
Sei`s drum... wir werden sehn, wie die Herren/Damen oder umgedreht, dort in Brandenburg drauf sind. :D Zum Richter werd ichs nicht kommen lassen... :D
Geld wirds wohl kosten.....zumal mein denfirmenpkwhalbaufdemgehwegabstellender Arbeitnehmer das Ganze ja mir gegenüber so bestätigt hat. :D

@ Walter: hab grad in dein Profil gekuckt :D :D

Der eigentliche Grund für so`ne Sache:

Ich bin mit meiner Firma seit langen Jahren u.A. bei einigen der Großen in der Bank- und Versicherungsbranche als Dienstleister tätig.
Dort sieht man mitunter "skuriele" Fälle, kopiert, an die Wand geheftet:
"Meine Schwiegermutter saß auf dem Beifahrersitz, ich musste sie im Gespräch ansehn und fuhr gegen den Baum......"

"...Ich versuchte auszuweichen, aber der Lichtmast eilte zielstrebig mittig auf meinen PKW zu...."

Ich hoffe ganz einfach, bei der Zentralen Bußgeldstelle des Landes Brandenburg(in Gransee bei Frau Feuerhaak :D )ebenso "am Spind" zu hängen...

Für Alle, die denken, ich meinte es ernst:
its not a "richtiger Widerspruch", its only a joke
:D :D

Ulrich Horn
26.09.2002, 04:14
Norbert,

genial. Du hast die besten Chancen, am schwarzen Brett der Bussgeldstelle zu landen.

Ich bin mir nicht sicher, ob Du das jetzt wegen des exorbitanten Unterhaltungswertes durchziehst, oder weil Du in Deinem tiefsten Inneren ein Anarchist bist..

Vermutlich Ersteres. Deinetwegen wird man bundesweit in langjähriger Gremienarbeit diverse Verwaltungsverordnungen aktualisieren müssen :D

Ein wahrer Anarchist überweist gleichzeitig 12,50€ an die Bussgeldstelle. Das bringt nicht nur die Behörde, sondern auch noch ihre EDV durcheinander.

Meine langjährige Erfahrung als Lieferant von Software für Behörden sagt mir, dass Du damit einige Arbeitsplätze sicherst, die eigentlich bei der letzten Rationalisierungsmassnahme hätten abgebaut werden sollen.
Und das ist doch nicht schlecht, für die paar Kröten, oder? :D

Grüße, Ulrich Horn

Gast_1336
26.09.2002, 06:55
Morgen Norbert,

schlaflos im Bett herumwälzend schickte mir mein Creativ-Gehirnteil die Botschaft, dass Dein "Experiment" auf einer Suggestion beruht. Einer Sug. an uns und einer Sug. an Dich selbst.
Nämlich der Threadtitel:

Negation einer Negation

Ein Verbot ist keine Negation im Sinne des negativen Wertefeldes, sondern der Versuch :D eine Nullleistung zu erzwingen.

Die Nullleistung des Nichtstuns.

Anders: ein Verbot ist das Gebot "nichts zu tun", quasi eine Fixierabsicht auf dem Status Quo.

"Verbotswidrig" könnte somit bedeuten, dass Du dem GEBOT, etwas zu unterlassen (Verbot) zuwider handelst .

Nach einem ähnlichen Denkansatz wird möglicherweise die Behörde vorgehen. :(

hitachi
26.09.2002, 09:05
Original erstellt von TIBOS:
Ein wahrer Anarchist überweist gleichzeitig 12,50€ an die Bussgeldstelle. Das bringt nicht nur die Behörde, sondern auch noch ihre EDV durcheinanderBesser wäre da schon 25 x 1,- Euro.

Bin schon auf die Antwort gespannt.

Viele Grüße.
M. Hitachi

Norbert Eisert
27.09.2002, 22:54
Das Neueste von der "Front":

Heute erreichte mich parallel zur Anhörung(s.o. ) eine weitere Anhörung zur selben Ordnungswidrigkeit:" Sie parkten verbotswidrig ... dachte ichs mir dich doch......
Diesmal vom zuständigen Ordnungsamt der betreffenden Stadt.
Die Jungs und Mädels dort waren an diesem Tage alle recht aktiv, zumal es sich um den Freitag, den 13. handelte. :D (13.08.02) Am Ende werden deutsche Beamte doch irgendwie "lunar" gelenkt.
Aaber, was soll ich Euch sagen(Walter wirds freun und Ulrich beruhigendoch nicht der Anarcho] :D ):
Nach einem freundlichen(das bin ich! :D )Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter die Auskunft:
Wenn ich ihm eine Kopie des mir zugegangenen Anhörungsbogens des "Erstfeststellers" (s.o.: deutsche Sprache)zusenden könnte, hätte er einen Einstellungsgrund.Meinen Einwand, ich könne ihm am Telefon das betreffende Aktenzeichen sagen, ignorierte er mit dem Spruch: "Ähm, daß ist nicht so einfach nachzuvollziehn".(war ja heute auch Freitag...)
Na aber.... das tu ich doch gerne! :D

@ Rudy: Du hast mich mit dem Fredtitel durchschaut.... :rolleyes: :eek:

Dennoch: die "Negation der Negation" habe ich (fast) willkürlich gewählt, da mir so ähnliches(ich komm aus dem ehem. Osten)von Marx geläufig war...
Rudy... ich moag di... schlaf ruhig... :D

Ich bin, wir Ihr, auf die Antwort gespannt.... :)

Edit: entgegen Eurer Meinung habe ich nichts überwiesen; ich denke Die sind dran...;)

[ 27. September 2002, 22:57: Beitrag editiert von: Norbert Eisert ]

Norbert Eisert
17.10.2002, 14:30
Liebe Freunde,

ich kann hiermit und heute dieses Kapitel abschließend zum Abschluß bringen.

Vor einigen Tagen erreichte mich der Einstellungsbescheid zur Ordnungswidrigkeit der Stadtverwaltung von Teltow, nachdem ich dem betreffenden Sachbearbeiter eine Kopie des Anhörungsbogens vom "Erstfeststeller", also der Zentalen Bußgeldstelle geschickt hatte.

Eben gerade nahm ich einen Brief aus dem Kasten; Absender: Zentrale Bußgeldstelle des Landes Brandenburg.
Bangen Herzens, in der Erwartung des nun um einiges angestiegenen Bußgeldbescheides und damit dezimierten Modellbauetats habe ich ihn geöffnet.

Hier nun der Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Eisert,

nach Eingang ihrer Äußerung habe ich den Sachverhalt nochmals geprüft. Die Ahndung des Verwarngeldes scheint mir nicht geboten. Ich habe das gegen Sie wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit eingeleitete Verfahren eingestellt.

Im Auftrag

Tja, nun bin ich baff. :D Man beachte auch den Terminus:"Die Ahndung des Verwarngeldes..." :D

Sind nette Leute in Brandenburg, die.

Ich gehe nun davon aus:

-ich muß nichts zahlen.
-rauskriegen tue ich auch nichts.
-ob ich an einem "schwarzen Brett" hänge, weiß ich auch nicht.
-ob denn nun ein bundesweites Krematorium eingesetzt wird zur weiteren vorgehensweise bezüglich des Wortes "verbotswidrig" weiß ich auch nicht.

Naja, war lustig und ich bin bald wieder mal in Teltow..... :D

Yeti
17.10.2002, 14:46
Original erstellt von Norbert Eisert:
-ob denn nun ein bundesweites Krematorium eingesetzt wird zur weiteren vorgehensweise bezüglich des Wortes "verbotswidrig" weiß ich auch nicht.
Hi Nobbi, herzlichen Ückwunsch!

Für dieses Krematorium müssen sie aber erstmal die Koniferen unter den Langusten zusammenrufen ;)

Bei mir ist jetzt auch Ruhe (erstmal zumindest). Der BSF hat sich bei mir für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und Frau Müller-Schulze hat mir geschrieben, dass ich nicht eingeknastet werde und auch kein Zwangsgeld zahlen muss und dass mir am 4. November niemand die Tür eintreten wird, um sich gewaltsam Zugang zu meiner top-gewarteten Gastherme zu verschaffen.

Gruß Yeti

Motormike
17.10.2002, 14:48
*clap clap clap*

Peter K
17.10.2002, 16:19
Original erstellt von Yeti:

Für dieses Krematorium müssen sie aber erstmal die Koniferen unter den Langusten zusammenrufen ;)

ROFL

Oder waren es die Konfitüren??

[ 17. Oktober 2002, 16:21: Beitrag editiert von: Peter K ]

Konrad Kunik
17.10.2002, 18:39
Moin zusammen,

ist doch schön, was man bei RC-Network nicht so alles verhackstücken kann - in netter Gesellschaft und mit den nötigen Ratschlägen. :D

Norbert, meinen Glückwunsch zum erfolgreichen Ausgang. :)

Yeti, nun schließe Deinen Fred auch noch ordnungsgemäß ab. ;)

Euch allen meine Gratulation zur erfolgreichen Mitwirkung bei der Gedankenakrobatik - so oder so... :D

Gast_1336
17.10.2002, 19:44
Hallo Norbert, :D

gratuliere zum Sieg über den Staatsgewaltsdrachen :D ,
der offensichtlich mit "Syntax Error" dank schlechter Compilation ausgestiegen ist.

Man muss das Vieh :p nur derart beschäftigen, dass irgendwer in der Kette verunsichert das Handtuch wirft. :D Auch wenn zum Verunsichertsein gar kein Grund besteht. In memorian meines "Gebots zur Nullleistung"-Postings.

:D Umso mehr zählt natürlich Dein :cool: Poker-Sieg. ;)

Grüße aus Wien, Rudy