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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baubericht Freedom E-Segler



DerMitDenZweiLinkenHänden
19.05.2010, 20:59
Hi zusammen!

Nicht, um die Hardcore-ModellBAUER zu ärgern, sondern weil sich der Begriff so verbreitet hat, nenne ich meinen Bericht einen Baubericht.
Er ist eigentlich nur ein Fertigstellungsbericht eines ARF-Elektroseglers, der schon fast fertig zusammengebaut ist. Es sind dann im wesentlichen nur noch Ruder zu montieren, die Servos, Empfänger und Haube.

Ich möchte hier gerne auch auf den schon bestehenden Baubericht über den Freedom vom max0208 verweisen, der einiges anders gemacht hat als ich: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=189044

Mein Bericht wendet sich u.a. auch an den richtigen Anfänger, weil ich auch so Dinge beschreibe wie "Vorbohren einer Servobefestigung". Ich habe schon etliche aufgespreizte Bretter (Brettchen) geshen, weil Holzschrauben "einfach so" eingeschraubt wurden und das Brett der Belastung nicht standgehalten hat.

Der Bericht ist auch auf meiner Site http://www.flaechenflieger.at zu finden.

Freedom - Glider von Schweighofer

In einer Nacht- und Nebelaktion hab' ich mir eingebildet, meine ASW ins Ausgedinge zu schicken und stattdessen einen neuen Segler anzuschaffen.
Schwupps - schon war er geliefert. :-)
Der „Freedom“ hat eine Spannweite von 259cm und verfügt neben Querruder auch über Wölbklappen.
Der Motor ist bereits eingebaut.

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Die Schachtel ist recht massiv, die Gefahr einer Transportbeschädigung erscheint mir sehr gering.

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Zunächst ist die Wippe des Pendel-Höhenruders/Höhenleitwerks einzubauen. Das ist ein bissl ein Gepfriemel mit den innenliegenden Gummis. Beim Spreizen des GFK hat mir eine Sicherungsringzange geholfen, mit der ich das GFK von innen aufzwängen konnte.

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Den „Gabelkopf“ habe ich aus Sicherheitsgründen noch mit Schrumpfschlauch gesichert.

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Die Scharniere sind einzukleben. Es ist darauf zu achten, dass man der eingebauten Wippe nicht in die Quere kommt. Ich habe die Scharniere einfach mit Superkleber eingeklebt. zuerst das Scharnier rein und dann Superkleber „einsaugen“ lassen.

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Die Seitenruderanlenkung habe ich mit Epoxy geklebt. Wie so oft habe ich nicht aufgepasst und nicht gesehen, dass es verschiedene Anlenkhebel gibt. 2 für die Querruder und 1 anders geformtes für das Seitenruder.

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Die Wölbung in der Seitenflosse, die der Anlenkung Platz schafft, musste ich ausnehmen.

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Die Schrauben zur Servobefestigung erschienen mir zunächst als zu lang. Wenn man aber noch den Teil dazu rechnet, der in den Gummitüllen ist, dann passt das schon. Damit die Schrauben gut sitzen habe ich mit einem dünnen Bohrer vorgebohrt. Der Bohrer sollte maximal den Kerndurchmesser der Schraube haben.

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Nach einer früheren Anfrage im Forum werden die Metallhülsen von unten eingeschoben. Andernfalls würde der dünne, scharfe Rand ins Holz eingedrückt und die Hülse könnte ihre Funktion als Abstandhalter nicht mehr erfüllen.

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Die Servoanlenkung wurde mit Loctite gesichert. Aber so, dass sie sich noch drehen lässt, da sie sonst die Servo-Drehbewegung blockieren würde. Wenn man die Reihenfolge so einhält wie in der Anleitung, hat man mit den Gestängen ein Problem. Also ZUERST die Gestänge auf ziemlich passende Länge ablängen und dann die Servos einbauen.

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Die Blatthalter sitzen auf einem Quetschkonus.

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Die Folie über den Servolöchern lässt sich mit einer Nagel-/Hautschere besser schneiden als mit einem Teppichmesser.

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Es wird ein Verstärkungsboden eingeklebt. Ich verwende dazu Epoxy. Eines meiner wichtigsten Werkzeuge ist eine Gramm-Waage. Seit ich diese beim Mischen von Klebstoffkomponenten verwende, bleibt keine Klebung mehr an der Oberfläche klebrig, weil das Gemisch nicht richtig war.

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Die eingeklebte Verstärkung musste nur ein wenig nachgearbeitet werden, damit sie ohne Gewaltanwendung reinpasst.

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Die Servos habe ich mit Abdeck-Klebeband umwickelt, dann mit Superkleber „getränkt“ und eingeklebt. Hält wirklich gut. Die Stecker der Servokabelverlängerungen habe ich mit Klebeband gesichert.

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Die Abdeckungen habe ich an der Markierung geschnitten und erst später gelesen, dass man sie größer ausschneiden soll. Aber sie passen ohnehin nicht richtig. Ich habe die bei Schweighofer empfohlenen Hitec DS-81 drin. Sie sind an einer Ecke zu hoch, die Servoabdeckungen passen nicht.

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Das Ende des Loches für den Anlenkhebel ist 12mm hinter der Rudervorderkante.

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Der eine Servohebel hätte ins Seitenruder gehört :-(

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Mein allerwichtigstes Werkzeug, die Dremel, hat den Fehler korrigiert :-)

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Wenn man laut Plan die Servos einklebt und erst danach das Gestänge ablängen, biegen und einhängen will, erlebt man eine Überraschung: es geht nicht. Dann ist man, so wie ich, gezwungen (und hat hoffentlich das Glück dazu zu kommen), den Servohebel vom bereits eingeklebten Servo abzuschrauben, das Gestänge einzuhängen und dann wieder zu befestigen. Die Wölbklappenansteuerung geht tatsächlich durch das Styropor des Flügels durch auf die andere Seite des Flügels (also in Richtung Oberseite).

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Die Öffnung zur Aufnahme des Führungsrohres der Tragflächensteckung war etwas zu klein. Drrrrremel.... :-) Danach habe ich das Führungsrohr mit Epoxy innen mit dem Rumpf verklebt, damit es nicht herausrutschen kann.

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Ich habe mir neue Servoabdeckungen gekauft und mit 24-Stunden-Harz mit Glasfaserschnitzeln ausgegossen. Die entstehende Positivform wird dann noch in der Höhe vergrößert und mit PVC neue Abdeckungen vakuum-tiefgezogen (über die „Apparatur“ zum Tiefziehen kann man auf meiner zweiten Modellbausite http://www.modellhubschrauber.at nachlesen).

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Die Kabinenhaube wird mit einem Stück Glasfasergewebe und Epoxy verstärkt bzw. wird ein Führungs- bzw. Verschlussdraht eingeklebt.

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Es ist mir allerdings nicht geläufig, wie ich mit einem nach hinten und vorne rausstehenden Draht die Kabine einfädeln kann, ohne den Draht stark zu verbiegen bzw. die Haube jedes Mal in eine Richtung zu zwängen. Denn die Haube sitzt bei mir richtig saugend, was ich gut finde. Daher habe ich den Rumpf dort eingefräst, wo der Draht zu liegen kommt. Dann darunter einen Neodymmagneten geklebt.

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Jetzt liegt die Haube hinten auf, wird durch die Nut in Richtung gehalten und durch den Magneten fest zugehalten. Den Draht habe ich ein wenig aufgebogen, dort kann man die Kabinenhaube schön anheben um sie zu entfernen.

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Die fertige Form der Servoabdeckungen. Später wurden auch die Abdeckungen der Wölbklappenservos ausgegossen und erhöht, da auch diese nicht passen. Ich habe sie dann blau-metallic lackiert - vielleicht farblich nicht ganz passend, aber ich konnte an dieser Farbe einfach nicht vorbeigehen ;-)

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Die Bauanleitung empfiehlt, bei der Montage der Pendelhöhenruder am Flugplatz ein Stück Schaumgummi mit einzuschieben, damit die Ruder nicht von den Halterungsgestängen rutschen. Das war mir dann doch zu schräg und eine Anfrage im Forum ergab eine recht einfache Lösung: die Gestänge einfach leicht s-förmig biegen, damit lassen sich die Ruder zwar nur mehr schwer aufstecken, dafür gehen sie aber auch nicht mehr von selbst runter :D Auf dem Foto sieht's ärger gebogen aus als es ist, die Gestänge lassen sich nämlich nicht sooo leicht biegen.
Zusätzlich habe ich die Gestänge in ein Ruder eingeklebt und brauche dann nur noch eines zusätzlich auffädeln und verliere auch die Gestänge nicht so leicht.

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Ich habe die Servoverlängerungskabel in den fertig konfektionierten Steckern gelassen und keine Kupplungsstecker gemacht (z.B. MPX-Stecker am Rumpf und an der Wurzelrippe einer Fläche). Ich traue diesem System nicht (auch wenn es gang und gäbe ist) und befürchte, das eine Fläche unsteuerbar wird, wenn sich die Fläche aus welchem Grund auch immer auch nur 1cm nach außen verabschiedet.
Daher werde ich die Kabel jedesmal in den Rumpf einfädeln und in den Empfänger stecken. Um zu wissen, welches Kabel in welchen Steckplatz am Empfänger kommt, habe ich die Kabel am gelben Strang mit Edding markiert.

Das unten abgebildete Kabel hat vier Punkte, gehört also in den Steckplatz 4. So weiß ich auch, welche Seite des Kabels „nach oben“ in den Empfänger gehört, weil die Markierung logischerweise am oberen, sichtbaren Teil angebracht ist. Ich bin nämlich echt zu dämlich, mir das zu merken.

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Als „aufgeräumt“ kann man mein Cockpit nicht bezeichnen. Dazu hätte ich die Kabel kürzer machen müssen, aber dann vermisse ich einen gewissen Komfort beim Laden.

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Ich habe den Schwerpunkt mal vorsichtshalber bei 85mm angesetzt (lt. Anleitung sollen es 90mm sein). Ich habe dazu 70g Blei ins Cockpit geklebt.

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Der Erstflug steht noch aus, es schüttet bei uns seit einer Woche fast ohne Unterbrechung. Und wenn "Unterbrechung", dann bleibt noch der Sturm übrig :cry:

Kurt