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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Löwenjagd



Motormike
16.10.2002, 09:59
Wie fängt man einen Löwen in der Wüste ?

Mathematische Methoden:

1. Die Hilbertsche oder axiomatische Methode.
Man stellt einen Käfig in die Wüste und führt folgendes Axiomensystem ein:
Axiom 1: Die Menge der Löwen in der Wüste ist nicht leer.
Axiom 2: Sind Löwen in der Wüste, so ist auch ein Löwe im Käfig.
Schlußregel: Ist p ein richtiger Satz, und gilt 'wenn p so q', so ist auch q ein richtiger Satz. Satz: Es ist ein Löwe im Käfig.

2. Die geometrische Methode.
Man stelle einen zylindrischen Käfig in die Wüste.
1. Fall: Der Löwe ist im Käfig. Dieser Fall ist trivial.
2. Fall: Der Löwe ist außerhalb des Käfigs. Dann stelle man sich in den Käfig und mache eine Inversion an den Käfigwänden.
Auf diese Weise gelangt der Löwe in den Käfig und man selbst nach draußen.
Achtung: Bei Anwendung dieser Methode ist dringend darauf zu achten, daß man sich nicht auf den Mittelpunkt des Käfigbodens stellt, da man sonst im Unendlichen verschwindet.

3. Die Bolzano-Weierstraß-Methode.
Wir halbieren die Wüste in Nord-Süd Richtung durch einen Zaun. Dann ist der Löwe entweder in der westlichen oder östlichen Hälfte der Wüste. Wir wollen annehmen, daß er in der westlichen Hälfte ist. Daraufhin halbieren wir diesen westlichen Teil durch einen Zaun in Ost-West Richtung.
Der Löwe ist entweder im nördlichen oder im südlichen Teil. Wir nehmen an, er ist im nördlichen. Auf diese Weise fahren wir fort. Der Durchmesser der Teile, die bei dieser Halbiererei entstehen, strebt gegen Null. Auf diese Weise wird der Löwe schließlich von einem Zaun beliebig kleiner Länge eingegrenzt.
Achtung: Bei dieser Methode achte man darauf, daß das schöne Fell des Löwen nicht beschädigt wird.

4. Die funktionalanalytische Methode.
Die Wüste ist ein separater Raum. Er enthält daher eine abzählbar dichte Menge, aus der eine Folge ausgewählt werden kann, die gegen den Löwen konvergiert. Mit einem Käfig auf dem Rücken springen wir von Punkt zu Punkt dieser Folge und nähern uns so dem Löwen beliebig genau.

5. Die topologische Methode.
Der Löwe kann topologisch als Torus aufgefaßt werden. Man transportiere die Wüste in den vierdimensionalen Raum. Es ist nun möglich, die Wüste so zu deformieren, daß beim Rücktransport in den dreidimensionalen Raum der Löwe verknotet ist. Dann ist er hilflos.

6. Die Banachsche oder iterative Methode.
Es sei f eine Kontraktion der Wüste in sich mit Fixpunkt x0.
Auf diesen Fixpunkt stellen wir den Käfig. Durch sukzessive Iteration
W(n+1) = f (W(n)), n=0,1,2,... ( W(0)=Wüste )
wird die Wüste auf den Fixpunkt zusammengezogen. So gelangt der Löwe in den Käfig.

PHYSIKALISCHE METHODEN:

7. Die Newtonsche Methode.
Käfig und Löwe ziehen sich durch die Gravitationskraft an. Wir vernachlässigen die Reibung. Auf diese Weise muß der Löwe früher oder später im Käfig landen.

8. Die Heisenberg-Methode.
Ort und Geschwindigkeit eines bewegten Löwen lassen sich nicht gleichzeitig bestimmen. Da bewegte Löwen also keinen physikalisch sinnvollen Ort in der Wüste einnehmen, kommen sie für die Jagd nicht in Frage. Die Löwenjagd kann sich daher nur auf ruhende Löwen beschränken. Das Einfangen eines ruhenden, bewegungslosen Löwen wird dem Leser als Übungsaufgabe überlassen.

9. Die Einsteinsche oder relativistische Methode.
Man überfliege die Wüste mit Lichtgeschwindigkeit. Durch die relativistische Längenkontraktion wird der Löwe flach wie Papier. Man greife ihn, rolle ihn auf und mache ein Gummiband herum.

(Dämliche Bemerkung eines Physikers zur Heisenberg-Methode:
Ort und Geschwindigkeit eines ruhenden, bewegungslosen Löwen lassen sich schon gleich überhaupt nicht gleichzeitig bestimmen, so daß selbiger erst recht nicht für die Jagd in Frage kommt. Schade eigentlich...)

Armin Bock
16.10.2002, 20:31
War das nun eine dämliche Bemerkung eines Physikers oder eine Bemerkung eines dämlichen Physikers? :confused: :D
Jedenfalls is' da was mit der Unschärferelation durcheinander geraten:

1. Der Löwe ruht:
Da die Geschwindigkeit (Impuls) beliebig genau bestimmt werden kann (=0), ist die Ortsunschärfe unendlich.
-> Die Wahrscheinlichkeit den Löwen in der Wüste anzutreffen ist praktisch Null.
-> Jagd sinnlos.

2. Der Löwe bewegt sich:
Da sich der Löwe nicht mit konstanter Geschwindigkeit bewegt, sondern löwt (daher der Name), ist die Impulsunschärfe groß und die Ortsunschärfe klein.
-> Man kann den Aufenthaltsort relativ genau bestimmen.
-> Käfig in Größe der Ortsunschärfe aufstellen und gut is'.

Motormike
16.10.2002, 20:34
:D :D :D :D :D

Alwin
17.10.2002, 10:13
Hätte da noch ne Methode.
Wir pflanzen in Afrika Spinat an.
Da die Löwen gerne Spinat fressen, brauchen wir danach nur noch nen Magneten.... :D
(Der ist von meinem alten Physiklehrer)

Alwin

Yeti
17.10.2002, 11:13
Danke für die Tipps, Jungs!

Probiere ich nächste Woche alles aus. Aber ob der Spinat so schnell wächst... :confused: Geht sicherlich auch mit Ködern aus Dosenspinat a la Popey. Vor allem, wenn der Löwe die Dose gleich mit runterschluckt, funktioniert das mit'm Magneten auch besser :D

Gruß Yeti