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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erlebnis beim Seglertreffen



Udo Fiebig
18.10.2002, 14:18
Hallo Leute,

Ich komme im Laufe der Saison so auf etlichen Fluggeländen, Seglertreffen usw. rum. Im allgemeinen geht's da ja immer recht nett und geordnet zu, besonders was Sicherheit und Frequenzdisziplin angeht.

Aber das ist nicht immer und überall so. Das schärfste Erlebnis möchte ich mal kurz zum Besten geben (Name des Flugplatzes und Kanalbezeichnungen sind geändert):

Ein recht gut besuchtes, freundschaftliches Seglertreffen auf dem Platz des Vereins xxx. Zahlreiche exzellente Großsegler fliegen oder warten mehr oder weniger geduldig auf einen F-Schlepp, viele mit einem Wert von sicher mehreren Tausend Euro. Da muss die Frequenzkontrolle aber fehlerfrei sichergestellt sein.

Erste Überraschung bei der Anmeldung. Die Frequenzkontrolle ist ca. 200 m vom Startplatz entfernt, wird per PC durchgeführt von einigen Mitgliedern der Jugendgruppe im Alter von ca. 12 – 14 Jahren. Die spielen allerdings gerade auf diesem PC das sicher fesselnde "Windows-3D-Pinball". Wie kommen wir jetzt aber in die Excel-Tabelle mit den Anmeldungen/Frequenzen??? Na gut, hab' ich's den Jungs halt gezeigt, wie man so etwas hinkriegt.

Angemeldet, eingetragen in den PC. Schade, außer mir haben noch 2 Kollegen meinen Kanal 72, die Klammer 72 ist gerade weg. Na gehe ich mal suchen, wer meine Frequenzpartner sind. Einen schnell gefunden, der hat die Klammer nicht, möchte auch gerade nicht fliegen. Der andere ist nicht auffindbar, also noch mal zur Frequenzkontrolle getrabt und nachgefragt. Jetzt schauen sich die 'Senderverwalter' gerade Bilder auf dem PC an. Na, schaut doch bitte mal nach, wie der Kollege heißt, der gerade 72 belegt. Wie ging das noch mal??? Nach einigen Minuten steht fest, sie haben den PC auf's Kreuz gelegt. Die Excel-Datei scheint nicht mehr zugreifbar zu sein. Bevor ich etwas in dem mir unbekannten System 'verschlimmbessere', empfehle ich, einen erwachsenen Kenner des Vereins-PC zu holen. In der Zwischenzeit kann ich ja noch einen Segler aufbauen, und etwas fachsimpeln.

Nach ca. 2 Stunden Wartezeit steht endlich fest: der Kollege auf 72 hatte festgestellt, das der Senderakku ziemlich leer ist und also diesen geladen (ohne erkennbare Hast). Aber jetzt ist der Modellflugbetrieb zunächst mal unterbrochen, die Großflieger machen ein paar Starts und Landungen. Dann geht's endlich weiter, ich habe meine Frequenzklammer und bin etwa der 12. in der leicht unübersichtlichen Warteschlange (einen Flug-/Startleiter gibt es wohl nicht).
Super, jetzt ist mein 5,60m-Ventus in der Luft, aber es ist schon so spät, dass auch mein hochsensibles, fahrtkompensiertes Variometer mir nicht mehr helfen kann, oben zu bleiben. Also vorsichtig abgleiten, nach 10 Minuten aufgesetzt, für heute also Feierabend. Knapp 300 km gefahren, einen Gleitflug gemacht, nicht gerade befriedigend. Kann morgen am Sonntag nur noch besser werden.

Sonntag, ziemlich stark bewölkt, aber es trägt schon etwas so kurz nach 10 Uhr. Es ist noch einer mit 72 dazu gekommen, sind wir also zu viert. Um 11 Uhr komme ich tatsächlich schon an die Reihe, musste aber zunächst den Frequenzkollegen mir der 72er-Klammer suchen und um Abgabe seines Senders bitten. Langsam wird immer klarer, den meisten sind die 400 m (hin und zurück) zur Frequenzkontrolle zu dumm. Ein 15-min-Flug, ist noch nicht die Welt.

Vielleicht sind ja andere Frequenzen nicht so oft da, ich habe ja einige Wechselquarze dabei. Also zur Frequenzkontrolle, es läuft wieder Pinball. Aber die Buben können jetzt schon schnell zu Excel wechseln. Na, das sieht doch gut aus, es hat niemand mit 77 gemeldet, den habe also ich jetzt. :)
Änderung meines Eintrags in der Tabelle geht überraschend schnell. Ich hole meine Quarztasche, wechsle den Senderquarz bei der Frequenzkontrolle und bitte um die 77er Frequenzklammer. Aber Überraschung, die ist ausgegeben. Den Jungs gezeigt, wo sie nachsehen müssen, wer die Klammer hat. Noch 'ne Überraschung, der Kollege, der die 77er-Klammer bekommen hat, ist mit 72 gemeldet. Jetzt mache ich ein wenig Dampf, einer der Vereins-Verantwortlichen wird gesucht und gefunden.
Und nach einigem Hin und Her wird folgendes klar:

Einer meiner 72er-Frequenzpartner war's leid, immer wieder den Platz rauf und runter zu laufen. Also hatte er die Schulbuben bei der Frequenzkontrolle so lange bearbeitet (eingeschüchtert?), bis sie ihm trotz ausgegebener 72-er Frequenzklammer seinen Sender gaben, und dazu die Frequenzklammer für Kanal 77.

Zitat: 'Aber er hat uns doch versprochen, dass er sich bestimmt mit den anderen auf 72 abspricht, und auf 77 war ja keiner !!!'

Ich hätte ja gerne noch den einen oder anderen Flug gemacht, aber nach dieser 'Vorstellung' war mir das Risiko doch etwas zu hoch. Also abgebaut, eingepackt und wieder auf den Heimweg gemacht. :mad:

Ca. 600 km gefahren, insgesamt 2 Kurz-Flüge an 2 Tagen, war's das wirklich wert ? :confused:
Es musste ja kein Stargeld hingelegt werden, und die wertvollen Großsegler waren auch noch unbeschädigt. Hoffentlich konnten auch die Kollegen, die von der 'Super-Organisation' nichts mitbekommen haben, ihre 'Super-Orchideen' ohne Macken oder Bruch wieder abbauen.

War das jetzt die berühmte Ausnahme ???

Gruß
Udo

Wilhelm Gassner
18.10.2002, 17:51
Hallo Udo,

wo es eine Frequenzkontrolle ohne Excel und Klammern gibt, weißt Du ja :D

Ansonsten sind das wirklich haarsträubende Zustände, welche Du hier schilderst.

Hartmut Siegmann
19.10.2002, 10:39
Tja,
die Weisung, Sender nur mit Klammern auszugeben haben die Kiddies immerhin befolgt... :D

Ansonsten ein wirklich abschreckendes und ärgerliches Beispiel!
Siggi

Christian Abeln
23.10.2002, 12:34
Und dabei kann man ruhig bleiben?
Ich glaub ich hätte mich nicht so ganz im Zaume halten können irgendwie
*kopfschüttel*

Armin Hess
23.10.2002, 13:25
Hallo Udo,

das mit der Flugdisziplin auf Seglertreffen halte ich für ein Gerücht. Es gibt ja fast nichts schlimmeres! Und Kiddies an der Ausgabe sprechen auch nicht gerade für den Verein. Dort muß jemand sitzen, den kein Pilot "verbiegen" kann. An Deiner Stelle würde ich diese Fluggelände in Zukunft meiden, bzw. genau auf das Personal achten. Wer so mit der Sicherheit schludert, dem gehört eigentlich das Handwerk gelegt.
Und ich wäre mit ziemlicher Sicherheit mit den Offiziellen zusammengerasselt.

MfG,
Armin

Le concombre masqué
23.10.2002, 16:02
Na, man muss das positiv sehen, wenn das Teil abstürzt , kann man wieder was neues bauen

*duckundwech*

jantweiler
23.10.2002, 20:39
Genau!
Deshalb werfe ich mein Geld immer weg, dann kann ich mir wieder neues verdienen. ;)

Markus Meder
23.10.2002, 21:32
Wo?
Ich sammele Dinge die andere wegwerfen... :D

Le concombre masqué
24.10.2002, 10:09
Ich auch !!! Ich auch!!!! :D