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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Profilstrak - Verständnisfragen - Profilauswahl



Joachim Mink
17.07.2010, 23:40
Hallo Modellflugkollegen, hallo Entwicklungsprofis,

seit einiger Zeit setze ich mich mit der Frage auseinander, wie ein Profilstrak aussehen könnte, der folgende Anforderungen erfüllen soll:

1. Sehr gutmütige Flugeigenschaften,
2. sehr gute Langsamflugeigenschaften,

3. gute bis sehr gute Thermikleistungen,
4. Eignung für Wölbklappen,

5. Einsatzzweck ist ausschließlich Hangflug an schwach tragenden Hängen mit Schwerpunkt auf gemütlichem Thermikfliegen,
6. Gleitleistung, Schnellflug und Kunstflug sind eher zweitrangig.

Mir geht es dabei zunächst um das grundsätzliche Verständnis.


Doch es gibt auch einen Ursprung für diese Überlegungen: Vorplanung für den Bau eines zweiten Paares Flächen für einen aktuellen Schleicher Scaleflieger mit Doppeltrapez, Spannweite 3,2 m, Wurzeltiefe 210 mm, 1. Trapetz 175 mm, 2. Trapez 90 mm, Randbogenabschluss, Flächenbelastung etwa 54 g/dm², Holmrippenbauweise voll- oder teilbeplankt, das wäre dann mein erster Eigenbau.

Gedacht hatte ich an ein HQ/W 3,0/12 bzw. 11,5% um mit der Flächenanformung möglichst übereinzustimmen. Doch wie geht es nun weiter zum 1. und 2. Trapez?

Ich habe viel gelesen: RCN, Perseke - Das Segelflugmodell Teil I, Christian Baron - Der Weg zur optimalen Tragfläche, Hartmut Sigmann Aerosdesign, doch am Ende bin ich beinahe so schlau wie vorher. Einige sagen, nach außen hin das Profil verjüngen, wegen der Rezahlen, andere sagen, nach außen hin aufdicken und Wölbung erhöhen, dann wird's gutmütiger. :confused: Warum gibt es denn dann Butterfly, mit dem der Flieger fast zum Stillstand gebracht wird ohne abzukippen? Dabei "entwölbe" ich das Profil doch außen. Das spricht doch gegen ein Aufwölben am Außenflügel, oder etwa nicht? Entwölben wäre eine aerodynamische Schränkung, die das Flugverhalten doch gutmütiger macht, oder nicht?

Aufwölben würde doch auch den induzierten Widerstand erhöhen, oder nicht?

Ein dickeres Profil hat einen größeren Geschwindigkeitsbereich, kann also auch langsamer fliegen, richtig oder nicht?

Wenn richtig, dann würde ich auch keine (geometrische) Schränkung brauchen.

Ich hatte auch schon mit dem SA 7036 geliebäugelt. Doch das hat ja nur 2,5 % Wölbung und ob es wirklich für Wölbklappen geignet ist, ist mir unklar geblieben. 3 % Wölbung erscheinen mir geeigneter wegen der überwiegend schwachen Bedingungen und der relativ hohen Flächenbelastung des 3 m - Fliegers. Auch die Profile von Mark Drela sollen ja sehr leistungsfähig sein. Doch auch hier stellen sich mir die gleichen Fragen nach Eignung für Wölbklappen und relativ hohe Flächenbelastung.

Also ich würde dann HQ/W 3,0/11,5/10/12 ohne Schränkung wählen, um mein oben genanntes Pflichtenheft zu erfüllen.

Fühlt sich jemand berufen und in der Lage mir ein wenig auf die Sprünge zu helfen?

Danke schon mal vorab.

Gruß

Joachim

PIK 20
18.07.2010, 11:16
"Also ich würde dann HQ/W 3,0/11,5/10/12 ohne Schränkung wählen, um mein
oben genanntes Pflichtenheft zu erfüllen."

Ob ich mich als "berufen" bezeichnen darf, weiß ich nicht.

Aber ich würde nach deinem Pflichtenheft das von dir vorgeschlagene Profil verwenden. Jedoch gestrakt von HQ-W- 3.0-11,5 auf 11.5 (oder 11) nach 10%. Die Oberseite der drei Profile in einer Ebene. Beim Randbogenprofil ist also an der Unterseite die Dickendifferenz berücksichtigt.
Ich bin der Überzeugung dass du damit ein wendiges Modell erhältst. Und dies insbesondere wenn du negativ wölbst und somit Fahrt machst.

Aber warte erst mal die "Berufenen" ab.

Gruß Heinz

Chrima
18.07.2010, 12:30
Einige sagen, nach außen hin das Profil verjüngen, wegen der Rezahlen, andere sagen, nach außen hin aufdicken und Wölbung erhöhen, dann wird's gutmütiger. :confused:

Hallo Joachim
Eigentlich ist auch beides richtig;
das dünne Profil verträgt langsamere Strömung
das gewölbtere Profil verträgt mehr Anstellwinkel zur Strömung



Ein dickeres Profil hat einen größeren Geschwindigkeitsbereich, kann also auch langsamer fliegen, richtig oder nicht?

kann ich nicht nachvollziehen, dick ist bestimmt nicht schneller, wie ein dünnes Profil. Langsamflug siehe oben !

Die Dicke des Profils würde ich nach der Baustatik wählen, Danach die passende Wölbung zu Flächenbelastung und gewünschter Fluggeschwindigkeit.



Auch die Profile von Mark Drela sollen ja sehr leistungsfähig sein.


Die AG34...38 wurde meines Wissens für WK entworfen und muss auch zwingend ein paar Grad nach unten ausgeschlagen werden für höchsten Auftrieb.

Grüsse
Christian

Gast@32907
18.07.2010, 23:42
Hallo Joachim,

ich habe vor kurzem auch im Forum eine Anfrage bezueglich Profilauswahl eines 3m Seglers fuer den gleichen Einsatzbereich gestartet. Auch wenn es sich dabei um einen Zwecksegler handelt, vielleicht interessieren Dich die Beitraege trotzdem:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=205921
Dort ging es ebenfalls um HQ und SA Profile, insbesondere SA7035 und SA 7036. Obwohl einige Teilnehmer das dynamischere SA 7035 bevorzugen habe ich mich fuer da hoeher gewoelbte SA 7036 mit 9,2% Dicke und 2,8% Woelbung entschieden. Hans Rupp hat mir dann per PN mitgeteilt, dass sich das SA 7036 gut fuer Woelbklappeneinsatz mit ca 27-28% Klappentiefe eignet.

Da der Segler noch im Bau ist, kann ich Dir jetzt nicht mehr Infos geben.

Viel Erfolg fuer Dein Projekt.

Gruesse

Axel

MarkusN
18.07.2010, 23:57
kann ich nicht nachvollziehen, dick ist bestimmt nicht schneller, wie ein dünnes Profil. Langsamflug siehe oben !Doch, passt schon. Ein hochgewölbtes Profil funktioniert bei ausreichender Dicke auch bei geringen Anstellwinkeln noch, wenn beim dünneren unten die Strömung schon früh umschlägt oder gar abreisst. Bezüglich Profilwiderstand macht Dicke viel weniger aus, als man von der zunehmenden Stirnfläche annehmen könnte. Relevant ist, solange die Strömung gesund bleibt, v.a. die umspülte Oberfläche, und die ist beim dicken Profil kaum grösser. Umgekehrt bleibt aber beim dicken Profil die Strömung eben über einen weiteren Anstellwinkelbereich gesund.

Vereinfacht gesagt: Dickes Profil -> etwas höherer Minimalwiderstand, aber breiterer nutzbaren Anstellwinkelbereich.

Zu Deiner Ausgangsfrage, Joachim: Im Modellbau ist nach aussen dicker selten eine gute Idee. Der Grund ist die abnehmende Re-Zahl. Dünne Profile funktionieren bei niedrigen Re-Zahlen besser und sind gutmütiger. Es kann aus strukturellen oder baulichen Gründen Sinn machen, aussen etwas dicker zu werden. Aerodynamisch ist das aber meist ein Kompromiss.

Wenn Du dem Aussenflügel etwas zuliebe tun willst, dann dünne das Grundprofil etwas ab (das gibt die HQ-Profilfamilie ja her) und verlege das Dickenmaximum etwas nach vorn (funktioniert besser bei niedrigen Re-Zahlen). Diese Modifikation kannst Du mit XFoil vornehmen (evtl. auch mit Profili, das ja auf XFoil basiert, das kenne ich aber nicht im Detail.)

Guckstu auch:

http://wiki.rc-network.de/Profil:_Charakteristische_geometrische_Größen

Zu mehr Wölbung aussen: Perseke wollte damit die mit sinkender Re-Zahl nach unten rutschende Auftriebskennlinie kompensieren. Ein etwas kruder Ansatz. Nicht vergessen darf man aber, dass zu seiner Zeit kaum wirklich gute Profile für niedrige Re-Zahlen zur Verfügung standen und auch die Analysewerkzeuge à la XFoil fehlten. Perseke hat z.B. seine eigene Profilfamile als zumindest nicht völlig daneben beurteilt, weil ein Profil dem E374 sehr ähnlich war. Das E374 ist nach heutigen Erkenntnissen für niedrige Re einigermassen ungeeignet. Es war zu seiner Zeit v.a. deshalb sehr beliebt, weil die üblichen Profile sehr viel höher gewölbt waren und dementsprechend schlecht im Schnellflug und auf dem Rücken.
Ich habe schon versucht, Auslegungen hinzubekommen, wo aussen mehr Wölbung mit etwas Schränkung kompensiert wird, dass die Nullauftriebswinkel etwa gleich bleiben (aerodynamisch der Flügel also ungeschränkt bleibt), das Aussenprofil aber einen grösseren kritischen Anstellwinkel hat, also später abreisst. Ich habs zumindest theoretisch nicht hinbekommen. Die niedrigere Re-Zahl schlägt unbarmherzig zu.

Fazit: Mehr Wölbung aussen: Passt normalerweise schlecht.

Nicht ausser Acht lassen darf man bei hochgewölbten Profilen die Torsionsproblematik: Torsionssteif bauen! (Oder NIE schnell fliegen.) Wölbklappen entschärfen das, weil das Profilmoment bei negativen Klappen abnimmt.

Nuri-Klaus
19.07.2010, 00:15
Hi Joachim

Auf die Gefahr hin, das ich mich hier jetzt komplett und endgültig lächerlich mache......:D

Dir geht´s im Wesentlichen um´s reine Obenbleiben und um´s Rumgurken mit hohen Ca-Werten, oder?

Da gibts natürlich einiges mittelneues und neuartiges Zeugs......

Wie wäre es, wenn du Dir trotzdem mal den Super-Uroldie FX60-100 ansiehst--für den Randbogen mein ich.

Hat bei gegebener Tiefe nicht die allergutmütigsten Überzieheigenschaften aber bei dem vorgegebenen Parametern ist es, trotz seiner schlappen 50 Jährchen auf dem Buckel, immer noch-----beachtlich.

(Und es passt abgesehen davon zu Schleicher-Fliegern wie der A.. auf den Eimer:D)

MarkusN
19.07.2010, 00:25
Wie wäre es, wenn du dir trotzdem mal den Super-Uroldie FX60-100 ansiehst--für den Randbogen mein ich.
Damit machst Du Dich nicht lächerlich. Es passt halt einfach relativ schlecht zu den Profilen des Restflügels. Was mit den Zwischenprofilen passiert müsste man genau ansehen. Als Hochauftriebsprofil für niedrige Re aber sehr gut.

Es hat genau die oben geforderten Eigenschaften: Relativ dünn. Weit vorn liegendes Dickenmaximum. Bekannt gutmütige Abreisseigenschaften (ob bei unseren Re auch?)

Bau ist allerdings eine Handvoll. Schon das Basisprofil FX60-126 hat eine sehr dünne Endfahne. Das wird bei 10 % Dicke nicht einfacher.

Nuri-Klaus
19.07.2010, 00:56
Hi Markus

Du weist ja das ich normalerweise bekennender S-Schlag-Fan bin, aber mein Oldie-Renovierungsprojekt Draco 3001 hat mich irgendie bekehrt.....
(Randbogentiefe auch nur 100mm aber dafür weitaus geringere Flächenbelastung/Re-Zahl)

.....Null Dynamik- aber dafür geringstes Sinken bis knapp unter Ca-max---- und ein Super-Querruderprofil.

Meine Meinung....

Mut zum "Zwischenprofil" am Trapezstoß.......

Chrima
19.07.2010, 08:46
Vereinfacht gesagt: Dickes Profil -> etwas höherer Minimalwiderstand, aber breiterer nutzbaren Anstellwinkelbereich.


Hallo Markus
Hast natürlich recht, bin da etwas auf weniger Wölbung behaftet...

Man sollte mal wieder Deinen Profil-Stammtisch reaktivieren ! :)

Grüsse
Chrima

Hans Rupp
19.07.2010, 10:41
Hallo,

dass dickere Profile einen breiteren Ca-Bereich abdecken stimmt leider nur solange, solange die Rezahl so hoch ist, dass das dickere Profil noch einigermaßen blasenfrei bleibt.
Deshalb sind dünne Profile (> 10% mal als Anhaltspunkt) auf Grossseglern in der Regel nicht sinnvoll, die Rezahlen sind hinreichend groß um dickere Profile einsetzen zu können, das Ca-max steigt und wen man dann höhere Flächenbelastungen fliegt, steigt die Dynamik.
Andersrum funktionieren nur dünne Profile bei kleinen Rezahlen noch vernünftig. Deshalb werden auf F3K-Modellen Profildicken von 7% und noch weniger geflogen.
Bei F3B und F3J liegt man aktuell etwa bei 8% +/-0,5%.
Nun ist die Rezahleignung nicht nur von der Profildicke, sondern auch von der Druckanstiegsverteilung abhängig, die wiederum stark von Dicken- Wölbungsrücklage abhängt. Hier gilt, je weiter hinten der Punkt der größten Dicke und Wölbung liegt, desto größer ist die Blasenproblematik bei kleinen Rezahlen. Je weniger Wölbung, desto sanfter verläuft der Druckanstieg. Die ebene Platte ist so bei kleinen Rezahlen prima, sehr dünn, größte Dicke ganz vorne.

Wenn ich jetzt ein passendes Innenprofilen habe und nach aussen die Rezahl für dieses Profil zu klein wird, was kann man tun?

1. Ignorieren
Funktioniert im Langsamflug und im Schnellfug meistens prima, aber beim besten Gleiten und bei der Fahrtaufnahme verringern Blasen die Leistung.

2. Dicke oder Wölbung vermindern -> egal was ich davon wähle, das Ca-Max sinkt und damit die steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Strömungsabriß aussen zuerst auftritt; vermindere ich die Wölbung, verändert sich ausserdem der Nullauftriebswinkel und im Schnellflug kann es sein, dass der Aussenflügel schon Abtrieb liefert, während der Innenflügel noch Auftrieb liefert. Durch das Profilmoment wird der Flügel sowieso tordiert, weshlab es auch ohen Profilstark zu Hängeohren kommen kann. Weil das Profilmoment mit abnehmender Wölbung kleiner wird, und die Torsion des Flügels damit abnimmt, kommt es auf die Torsionsteifigkeit des Flügels an, ob der Effekt sich durch die Maßnahme verstärkt oder verringert.
Wenn ich bei dem dünneren Profil den Punkt der größten Dicke und Wölbung nach vorne schiebe, wird die Nase wieder runder, das Ca-max steigt wieder.

Je nach Geometrie wird man hier einen Kompromiß zwischen Rezahleignung, Ca-Max und Auftriebsverteilung suchen. Zusammen mit Wölbungsänderung im Strak und Schränken werden die Varianten noch vielfältiger.
Und dann gibt es ja noch ganz banale Faktoren wie Servodicke etc. zu berücksichtigen.

Hans

Nuri-Klaus
19.07.2010, 12:33
Hi Joachim, Hi Markus


.... Es passt halt einfach relativ schlecht zu den Profilen des Restflügels. Was mit den Zwischenprofilen passiert müsste man genau ansehen.......

..........hab ich im Hinblick auf einen zu erstellenden Ka6e-Flügel mal auf die Schnelle gemacht......

(Uralter Rödel-Rumpf - 3,2m - Ziel ziemlich ähnlich zu Joachims Pflichtenheft nur mit weitaus geringerer Flächenbelastung und stärkerer Zuspitzung)

http://www.niegratschka.de/Retro2010/images/Vergleich.jpg

Noch nix genaues ( Eppler-Asbach Uralt) aber so als erster Anhaltspunkt!

Nuri-Klaus
19.07.2010, 12:52
....... warum gibt es denn dann Butterfly, mit dem der Flieger fast zum Stillstand gebracht wird ohne abzukippen? Dabei "entwölbe" ich das Profil doch außen. Das spricht doch gegen ein Aufwölben am Außenflügel, oder etwa nicht? Entwölben wäre eine aerodynamische Schränkung, die das Flugverhalten doch gutmütiger macht, oder nicht?


Wohl wahr....

Ob Gutmütig oder giftig ist im Wesentlichen eine Frage der Verteilung der örtlichen Auftriebsbeiwerte (und natürlich auch ein Bisschen, wie das entsprechend Profil damit klarkommt).

Guckst Du mal im RC-Wiki/Kategorie Aerodynamik unter Auftriebsbelastung und Klappenschränkung......

Genau da liegt der Hase im Pfeffer:

Die meisten modernen Profile sind halt für alles Mögliche gemacht, nur nicht für Flügel mit starker Zuspitzung.
Und deswegen können sie in Puncto Ca-max am Randbogen nicht mit dem Profil an der Wurzel mithalten.
Aber einige unserer Scale-Vorbilder haben halt nun mal genau diese starke Zupitzung.

Deshalb brauchst Du, wenn es denn nur um Gutmütigkeit geht, am Aussenflügel was, was später abreisst als an der Wurzel.

Und da wirds halt trickreich, weil´s fast immer zu Ungunsten der Allround-Leistung geht.

Geometrische Schränkung--naja geht so.

Oder Du versuchst eine Profil-Kombination zu finden, bei der das Profil am Randbogen mehr abkann als an der Wurzel.
(Wär jetzt bei der Ka6 mehr mein Ding--- bedingt aber, das das Wurzelprofil gar kein allzu hohes Ca-max haben darf.)

Oder Du arbeitest mit noch anderen Tricks.

Alsda wären:
Was die Wenigsten wissen... bei der "echten" Ka6 gingen die Querruder ca. 3cm nach oben, wenn der Knüppel voll durchgezogen wurde.
Armer induzierter Widerstand, aber sonst wär das Ding vermutlich beim Kurbeln abgerissen wie sonstwas- es hat auch so noch gereicht.

Ob Schleicher das später bei der ASW15/19 auch so gemacht hat weiss ich nicht, aber beim Wölklappenflieger ASW20 gabs dann wieder was Ähnliches. War praktisch sowas wie ein "sanftes Butterfly" in der maximalen positiven Wölbklappenstellung.
Die Querruder folgten dabei den Wölbklappen nach unten, kehrten aber irgendwann um und waren bei maximaler Wölbklappenstellung (="Landestellung") praktisch wieder auf Null-- eine irre Mechanik.
Wieder armer Induzierter, aber mit der 20 konnte man dank dieses Tricks gefahrlos schön langsam in der engsten Thermik rumhungern.

Hans Rupp
19.07.2010, 13:12
Hallo,

ich sag mal so.

Was nutzt mir die beste Leistung (= ideale Auftriebsverteilung) , wenn ich sie nicht ausfliegen kann, weil das Handling zu kritisch ist.

Wenn mein minimales Sinken um 5% aufrgund nicht idealer Auftriebsverteilung schlechter ist, steigt es von rd. 0,5 m/s auf auf 0,5025 m/s oder um 1,5m in der Minute. Ein Strömungsbariß beim Kreisen kostet mich 5-10m (leichtes Abkippen bis starkes Abkippen), rechnen wir mal im Mittel mit 7,5m. D.h. einmal Abkippen in 5 Minuten und der Leistungsvorteil ist dahin

Dass ich meistens dabei aus dem Bart rausfalle und neu zentrieren muss nicht mal mitgerechnet. Da gehen leicht nochmal 10m und mehr drauf.

Und 5% schlechter als ideal ist eine Rechteckfläche, wir reden meisten über 1-2% Abweichung durch nicht perfekte Geometrie und Strak.

Daran wird deutlich, dass das Handing absolute Priorität haben muss.

Hans

Nuri-Klaus
19.07.2010, 14:21
Hallo Hans

Wo Du recht hast......

.....seh ich ganz genau so.

Wenn ich einen Thermikflieger habe, bei dem ich mich aber nicht getraue an die Grenzen zu gehen...... was soll das dann.

Nuri-Klaus
19.07.2010, 19:05
PS. Hab noch ein Bisschen mit Wölbung und Dicke vom FX60 rumgespielt.

Ich denk ich hab jetzt mein Randbogenprofil (http://www.niegratschka.de/Retro/images/FX60-110%20W3.jpg) für die Ka6

Nullauftriebswinkel jetzt nahezu identisch zum HQ/W 3/10.

Conny
19.07.2010, 20:01
Wenn mein minimales Sinken um 5% aufrgund nicht idealer Auftriebsverteilung schlechter ist, steigt es von rd. 0,5 m/s auf auf 0,5025 m/s


Hallo Hans,

5 % mehr sind 0,525 m/s!

Nix für ungut!

Jörg

Chrima
19.07.2010, 20:16
PS. Hab noch ein Bisschen mit Wölbung und Dicke vom FX60 rumgespielt.


Hallo Klaus

Jetzt wirds interessant !
Steigst Du wieder ein ins Profilgeschäft ? ;)

Könnte auch noch eine Idee brauchen, aber auf keinen Fall mit HQ an der Wurzel... :rolleyes:

Und; was spricht denn gegen E214 oder RG8, wenn schon etwas antiquiertes ?

Grüsse
Chrima

Joachim Mink
19.07.2010, 20:48
Ja, hallo Modellflugkollegen,

zunächst einmal recht herzlichen Dank für Eure rege Beteiligung und Eure Unterstützung.

Wie mir scheint, ist die Lösung dieser Aufgabenstellung alles andere als einfach.

Ich versuche mal grob zusammen zu fassen, was ich hier aus den Beiträgen herauslese, auch als Kontrolle, ob ich alles richtig verstanden habe:


Das Profil nach außen hin aufzuwölben und/oder aufzudicken, macht das Abreisverhalten unkritischer...

... wenn die Rezahlen ausreichend groß sind, d. h. eine große Flächentiefe (für den Langsamflug) vorhanden ist. Dies ist meistens bei Großseglern der Fall.

Da an "meinem" 2. Trapez außen vor dem Randbogen aber nur noch 90 mm Flächentiefe sein werden, wird das Profil dort nicht mehr richtig arbeiten, d. h. es gibt Ablöseblasen, die Rezahlen sinken in den unterkritischen Bereich. Dem kann man entgegenwirken, indem man das Profil nach außen hin in Richtung der kleiner werdenden Flächentiefe dünner macht. Jetzt arbeitet es besser, reißt im Langsamflug aber früher ab, was ja um alles in der Welt vermieden werden sollte. Um es später abreißen zu lassen, kann man das Außenprofil so verändern, dass die größte Dicke und die größte Wölbung weiter nach vorne geschoben wird.

Richtig? - Dann wäre im Grunde meine theoretische Frage beantwortet. Dafür nochmals vielen Dank!

Und nun noch zur praktischen Umsetzung:

Ja, und dann stellt sich mir die Frage, wie weit ist weit genug nach vorne geschoben?

Und mit Programmen an Profilen "rumdoktoren " wollte ich eigentlich eher nicht.

Vielleicht käme ja als Außenprofil ein HQ-Winglet-Profil in Frage? Ich glaube, das hat aber 11% Dicke. Herr Quabeck empfiehlt Turbulatoren anzubringen... http://www.hq-modellflug.de/koordinatenframe.htm

Ein anderer Vorschlag wäre ein Strak auf das Selig 3021, das von Hartmut Sigmann für den Außenflügelbereich empfohlen wird. (Dieser Tipp ist allerdings auch schon wieder ein paar Jährchen alt.) Dieses Profil ist auf meinem Baudis-Ventus drauf und der hat vor dem Randbogen nur noch 35 mm (!) Flächentiefe und am Übergang vorletztes/letztes Trapez auch nur 70 mm. Laut Testbericht ist das Profil außen aufgedickt (und das wurde schon damals als falsch hingestellt). Ich habe Turbulatoren für die Gutmütigkeit angebracht. Doch passt das Selig 3021 mit dem HQ/W 3,0/11 zusammen? Wie groß ist Dicke und Wölbung des S3021?

Was sagt ihr dazu?

Und außerdem:

Zitat von Hans Rupp:

"D.h. einmal Abkippen in 5 Minuten und der Leistungsvorteil ist dahin."

Hans, Du scheinst aber ein großer Optimist zu sein. Für mich bedeutet einmal Abkippen (im schlimmsten Fall): Der Flieger ist dahin.

Frage an PIK20/Heinz: Warum Oberseite gerade? Hat das aerodynamische oder nur optische Gründe?

Gruß

Joachim

Nuri-Klaus
19.07.2010, 22:28
Hi Chrima


Hallo Klaus

Jetzt wirds interessant !
Steigst Du wieder ein ins Profilgeschäft ? ;)

Könnte auch noch eine Idee brauchen, aber auf keinen Fall mit HQ an der Wurzel... :rolleyes:


Naja , ich kenn ja einiges, aber die (theoretische) Polare des frisch modifizierten FX60-110 W3 macht schlicht und ergreifend den besten Eindruck auf mich, wenn´s um mimimale Re-Zahl und hohe Ca-Werte geht. Und Joachims rumgehungere an schwach tragenden Hängen mit Dreimeter-Kisten ist halt zufällig auch genau der Einsatzbereich für uns "fränkische Schweizer".

Profile für meine persönlichen Ansprüche maßschneidern war schon immer mein Ding, nur das mit dem Leitwerk ist nach all der Zeit halt wieder relativ neu:D. Strömungsabriss-Problematik im langsamem Kurvenflug inclusive--hatt´ ich ja schon fast vergessen, das es sowas gibt:D:D:D.

Dazu kommt, dass wir es hier mit vorgegebenen Geometrien zu tun haben - Kontraproduktiv für Optimierungsversuche, aber es macht die Sache ja auch irgendwie besonders spannend. Und was schert mich F3-irgendwas.....wenn´s sein muß verbau ich ohne Erbarmen auch ein Benedek-Freiflugprofil (KN-mod natürlich)!


Mann muss halt erst mal wissen, was genau man eigentlich will. Die Höchstleistungsmaschine, optimiert für absolut alle Einsatzbereiche hätten wir sicher alle gern, aber das bleibt eine Illusion. Vermutlich wärs auch schnell öde und diese eierlegende Wollmilchsau hätte sicher auch kein vorbildähnliches Aussehen.

Also laß mal hören was Du vorhast!

PS. Hab gestern zugeschaut wie ein "Kult" kultig abschmiert;). Beim Thermikkurbeln--einfach Lehrbuchmässig.
Hat 1 1/2 Umdrehungen gebraucht bis er wieder da war und das hat sichrlich 25 m gekostet-- am Haushang wär er hundertprozentig gesteckt.
Sowas sollen meine Flieger gar nicht können!

Joachim Mink
20.07.2010, 00:02
Hab gestern zugeschaut wie ein "Kult" kultig abschmiert;). Beim Thermikkurbeln--einfach Lehrbuchmässig.
Hat 1 1/2 Umdrehungen gebraucht bis er wieder da war und das hat sichrlich 25 m gekostet-- am Haushang wär er hundertprozentig gesteckt.
Sowas sollen meine Flieger gar nicht können!

Genau, meine auch nicht!

Daher steht Gutmütigkeit auf meiner Liste ganz oben. Ich will was zum Entspannen und nicht zum Wettbewerbe gewinnen. Und Scale soll es sein, wenigstens in etwa. Und sehr schön aussehen soll der Flieger. Und schön langsam fliegen, damit ich mir das schöne Stück auch im Flug richtig genußvoll anschauen kann. Ja, so soll er werden. :D:D:D

Gruß

Joachim

Chrima
20.07.2010, 08:09
Wir hatten eben hier auch schon die Diskussion für "scale-mässiges" Fliegen, wollten aber doch nicht unbedingt einen Bremsschuh wenns mal trägt.

Ausgang war da das Ritz3, welches man noch an einigen Rümpfen findet. Irgendwie gefällt mir da die Kurve von dem MB (Bezeichnung frei erfunden) und die Endleisten-Partie bietet auch mehr Bauhöhe !!!

Was meint Ihr ?

Grüsse
Chrima

Nuri-Klaus
20.07.2010, 08:22
Wir hatten eben hier auch schon die Diskussion für "scale-mässiges" Fliegen, wollten aber doch nicht unbedingt einen Bremsschuh wenns mal trägt.

Ausgang war da das Ritz3, welches man noch an einigen Rümpfen findet. Irgendwie gefällt mir da die Kurve von dem MB (Bezeichnung frei erfunden) und die Endleisten-Partie bietet auch mehr Bauhöhe !!!

Was meint Ihr ?

Grüsse
Chrima

Naja richtung Schnellflug sieht dein MB sicher am Besten aus, und nach oben fehlt nicht viel.

Man darf das ja heute nicht mehr laut sagen, aber pssst.... Ritz 3-30-10 geht immer noch ganz prima.

Hab vor vielen Jahren mal einige Satz Fertigflächen geerbt(Räbel/Bauer "Spider"???) und verbastel diese nach und nach....kommt z.B. sowas dabei raus.

http://www.niegratschka.de/Retro2010/images/Acro%20Rf3.jpg

Bodenstartfähig, lenkbares Spornrad, durchgehende einteilige Flaperons, Holzrumpf, Brettchenleitwerk, 2,3m.
Geht gut in der Thermik und kann locker alle klassischen Kunstflugfiguren incl. slow-rolls und Trudeln.

Allerdings - richtig langsam ist sie nicht und die Flaperons kann man zum Wölben verwenden oder auch nicht, bringen tuts nicht die Welt.

Brauchts auch nicht denn clean geht´s auch ganz ausgezeichnet und deckt einen ausreichenden Geschwindigkeitsbereich ab..... ein Spassgerät halt.

PIK 20
20.07.2010, 09:20
Frage an PIK20/Heinz: Warum Oberseite gerade? Hat das aerodynamische oder nur optische Gründe?

Nur optische.

Gruß Heinz

PIK 20
20.07.2010, 09:46
Man darf das ja heute nicht mehr laut sagen, aber pssst.... Ritz 3-30-10 geht immer noch ganz prima.
Da kann ich dir nur Recht geben.

Es gab früher mal eine Astir, ich glaube von WIK. Die hatte einen Ritzstrak von Ritz 3-12 über 2-12 auf 1-10.

Heute sagen die Theoretiker dass es völliger Blödsinn ist. Damals wurde diese Kombination von allen in den höchsten Tönen gelobt.

Das hat mich damals auch verführt diesen Strak auf 3.75m nachzubauen. Ich bin damit noch heute recht zufrieden. Die Maschine lebt noch, ist mindestens an die 25 Jahre alt. Macht noch heute Spass.

Aber kehren wir an die ursprüngliche Frage von Joachim zurück:



1. Sehr gutmütige Flugeigenschaften,
2. sehr gute Langsamflugeigenschaften,

3. gute bis sehr gute Thermikleistungen,
4. Eignung für Wölbklappen,

5. Einsatzzweck ist ausschließlich Hangflug an schwach tragenden Hängen mit Schwerpunkt auf gemütlichem Thermikfliegen,
6. Gleitleistung, Schnellflug und Kunstflug sind eher zweitrangig.


Wenn man das FX 60-126 auf 60-100 gestrakt einsetzt, so erfüllt es nach meiner Erfahrung:
Pkt. 1. bedingt
Pkt. 2. erfüllt
Pkt. 3. erfüllt, super
Pkt. 4. nein, aber auch gar nicht erforderlich (wegen 2.)
Pkt. 5. erfüllt
Pkt. 6. Gleiten gut, Schnellflug/Kunstflug zweitrangig

Ich hatte auch mal so einen 4m-Segler ausgestattet, ich weiß also wovon ich schreibe.
Das Profil lässt sich heute mit Furnier und Kohle in der Endfahne sehr genau und stabil herstellen.

Und nun zerfleischt mich!!!!!!!!

Gruß Heinz

Nuri-Klaus
20.07.2010, 11:10
.......

Wenn man das FX 60-126 auf 60-100 gestrakt einsetzt, so erfüllt es nach meiner Erfahrung:

Pkt. 1. bedingt......

Und nun zerfleischt mich!!!!!!!!

Gruß Heinz


Womit wir dann ja wieder beim alten Carera-Strak (Draco3001/Kestrel/Mistral) wären. -- Sorry MPX-UR-Fiesta war natürlich auch mit FX-Strak unterwegs. Alles in allem nicht die schlechtesten Referenzen, würd ich meinen.

Mein Draco zeigts aber deutlich das dieser Strak nicht völlig Idiotensicher ist, auch wenn mann ihn schon ganz schön ranhängen muss bevor er abreisst. Aber er machts halt irgendwann doch .......

Also geb ich Dir uneingeschränkt recht Heinz, auch bei Punkt1.



Aber jetzt mal im Ernst, Chrima.

Ich hab keine echten Probleme mit steigender Wölbung am Aussenflügel, wenn es denn dem anvisierten Einsatzzweck dient.
Solange es trotz der dann notwendigen Schränkung beim zügigen Gleiten auch noch einigermassen mitmacht ohne Ablösungen auf der Unterseite........ kein Problem.

Nur so wirds genau genommen idiotensicher.

Also denk ich mir irgendwas mit W2,5%, grosser Wölbungs- und Dickenrücklage und spitziger Nase von der Wurzel (260mm/Re~150.000) bis zum Trapezstoß (200mm) und dann auf das 3% entwölbte FX (100mm(Re ~60.000) gestrakt.
Und für den outwash am Randbogen einfach harmonisch die Endfahne vom FX hochziehen bei den letzten zwei bis drei Rippen.
Und ich geh davon aus das die leichte Vorpfeilung auch noch ein bisschen was bringt.

Joachim Mink
20.07.2010, 13:38
Hallo allerseits,

vielen Dank schon mal bis hierher.

@Heinz: Wie ist/war denn die Querruderwirkung bei dem FX-Profilstrak? Und wie spitz liefen denn die Flügelenden aus? Wie hoch war die Flächenbelastung?
Wie sah denn die "bedingte" Gutmütigkeit aus? Gutmütig und idiotensicher sind für mich 2 getrennte paar Schuh.

Anstattt 4 m hat mein Segler ja nur 3,2 m. Die Flächengeometrie ähnelt der einer ASW27.

Vielleicht weiß jemand noch etas zu den noch offenen Fragen aus meinem Post #18:
- Vorschieben der Dickenrücklage,
- HQ-Wingletprofil,
- S3021?

Gruß

Joachim

MarkusN
20.07.2010, 14:09
HQ-Winglet geht bei Re-kritischen Anwendungen gut. Da hat sich H.Q. wohl bei Seligs 7003 bedient, das auf der Oberseite praktisch nur aus Blasenrampe besteht.

Dicke vorschieben lässt sich nicht pauschal beantworten. Da muss man den konkreten Fall durch xFoil oder ein ähnlich gutes Analyseprogramm jagen.

Und, sorry zum Ritz 3: Das hat heute höchstens aus nostalgischen Gründen seine Berechtigung. ("Damit hatte ich auf meiner Alpina sooooo viel Spass!") Das sieht für ein Profil mit soviel Wölbung oben raus katastrophal aus. Guckstu hier (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?p=1233270#post1233270).

CG-Willi
20.07.2010, 14:29
Hallo Joachim,

ich würde mir diesen Thread mal durchlesen:

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=131666&highlight=ASW

Meiner Meinung müsste der von Benjamin genannte Strak auch auf Deiner Maschine passen.

Wenn Du in Rippe bauen möchtest, dann brauchst Du an den Rippen Füße um die Fläche ohne Verzug aufzubauen.

Hier gibt es noch einen Thread zu einem Rippenflieger:

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=185081

Viele Grüße

Claus

PIK 20
20.07.2010, 15:02
Hallo Joachim,

Auf 4m Spannweite hatte ich nach meiner Erinnerung WT= 240mm, Querr.tiefe=180mm und Randbogen 120mm.
Die Flächentiefen waren also doch recht ordentlich. Fläche war Styro/Furnier mit durchgehendem Holm, Endfahne war mit Glas 80gr/qm verstärkt (Kohle war damals im Modellbau nahezu unbekannt).
Da ich damals eigentlich nur am Sudelfeld flog, war die Flächenbelastung sicher zwischen 50 und 60gr/qdm.
Gutmütigkeit und idiotensicher sind relative Begriffe.
Ich fliege sehr oft schon mit trikky-Einstellung und weiß eben wo die Grenzen liegen.
Ein anderer lädt Unmengen Blei in die Schnauze und hat eine gutmütige Krücke ohne Leistung.
Und wenn man will bringt man jedes Modell zum Abreissen.

Gruß Heinz

PS: Ich baue keine Flächen mehr mit Ritz. Aber ich lass mir nicht nehmen, dass es wirklich nicht schlecht war/ist. Heute bin ich mehr Quabeck-Fan

MarkusN
20.07.2010, 15:10
Aber ich lass mir nicht nehmen, dass es wirklich nicht schlecht war/ist. Nicht schlecht im Sinne von: man kann damit Flieger bauen, die Spass machen, absolut. Aber heute einfach überholt. Wie Du selbst sagst: es gibt heute einfach besseres. Ausser der Rumpfanformung gibt es heute KEINEN Grund mehr, ein Ritz einzusetzen.

Hans Rupp
20.07.2010, 15:51
Hallo,

1) Verschieben der Dickenrücklage
Geht in XFOIL (Freeware) in der Routine GDES mit dem Befehl lera x; x > 0 schibet die Dicke nach vorne, x < 0 nach hinten. lera verändert den Nasenkreisradius und ändert dabei die Dicke und die Dicken- und Wölbungsrücklage. Nach lera muss man mit tset y z mit x 0 Wert für Dicke, also z.B. 0.12 für 12% und z für Wölbung das Profil wieder anpassen.

Geht auch menugeführt in dem Programm profili von Stefan Duranti. Da ist XFOIL mit einer grafischen Oberfläcghe versehen + allerlei nützliches.

2) HQ-Winglet
In Rippe und Styroabachi mit Folie gut, je besser die Oberlfäche desto mehr sagt XFOIL immer noch kleinere Blasenprobleme voraus. Gilt für die klassische HQW-Serie genauso. Weil sie mit nicht ganz perfekten Oberflächen und bei höheren Flächenbelastungen/Rezahlen sehr gut funtionieren, sind sie in Styro-Abachi so beliebt

3)S3021
Nicht schlecht, aber es gibt definitiv besseres.

Wie schon ausgeführt sind die Rezahlenverhältnisse (Geometrie und Flächenbelastung) und Fluggewohnheiten (Rumhungern, Dynamisch...) , Oberflächenqualität und Baugenauigkeit sehr wichtig um eine absolut passende Empfehlung zu geben.

Das FX 60-126 ist ein absoluter Rumhungerkünstler, ich mag aber das hohe Moment und die mäßigen Schnellflugeignung nicht.

HWQist für etwas schwerere Modelle mit Folienbespannung immer noch prima. Die leichte Welligkeit der Folie reicht meiner Erfahrung nach schon, um die Blasenproblematik der HQWs mit 2,5% sehr stark zu entschärfen.

Wenn man in die Oberfläche viel Aufwand steckt, geht es besser.

Ein Profil nur anhand einer statischer Polare mit konstanter Rezahl = konstante Geschwindigkeit über alle Anstellwinkelbereiche zu vergleichen wie hier geschehen ist noch weniger praxisbezogen als die Beschleunigung eines Autos von 0 auf 100 km/h. Ein netter Fingerzeig, aber kommt in der Praxis so fast nie vor.

Das sollte man sich eher eine Polare ansehen, bei den die Rezahl in dem Maße zunimmt, wie die Geschwindigkeit mit abnehmendem Auftriebsbeiwert zunimmt. Das ist zwar auch nur ein Ausschnitt, aber einer der öfters auf die Realität zutrifft.

Hiermal ein Vergleich, wie so eine Polare aussieht (XFOIL Type 2):
498518

Die Profile sind 12,6 bzw. 12% dick. Bei Ca=1 soll an dem Flügelsegment eine Rezahl von 100.000 anliegen. Das ist recht wenig und trifft auf F3J-Modelle im mittleren Flügelbereich oder dem zur Debatte stehenden Modell ziemlich weit aussen zu (genau kann man das nur bei Kenntnis der Geometrie und des Fluggewichts ausrechnen). Nicht ganz fair der Vergleich, weil die Rezahl für FX und HQW zu klein gewählt wurde. Glaube auch hier keiner Rechnung, die du nicht selbt passend gemacht hast ;) Das HQ-Winglet habe ich nicht auf dem Rechner und deshalb nicht verglichen. Müsste erst schauen wie XFOIL-geeignet die Koordinaten sind usw.

Bis Ca=0,75 ist mein Entwurf besser und darüber ist der Hauptwiderstandsfaktor nicht mehr der Profilwiderstand, sondern der von der Auftriebsverteilung und Streckung abhängige induzierte Widerstand der Hauptfeind. Weshalb
so hohe Ca-Werte meist schon wieder zum Ansteigen des Sinkens führen.

Im Gegensatz dazu die statische Polare des Typs 1:
498519

Eine sinnvolle Auslegung eines Modells ist eben mehr als nur ein Profil auswählen. Deshalb macht es eigentlich nur am konkreten Beispiel mit allen Daten Sinn bzw. ohne kann man eben nur ein Richtung vorgeben. Die Links von CG-Willi-Claus bieten Dir ja Lesestoff.

Hans

extension
20.07.2010, 17:54
Hallo,

mein Artikel im Aufwind 1/2010 war eigentlich dafür gedacht, am Beispiel der Entwicklung meines neuen Außenflügels Wege und Werkzeuge aufzuzeigen, die zu einer Antwort auf die eingangs gestellte Frage führen können.
Hans Rupp:

Eine sinnvolle Auslegung eines Modells ist eben mehr als nur ein Profil auswählen. Deshalb macht es eigentlich nur am konkreten Beispiel mit allen Daten Sinn bzw. ohne kann man eben nur ein Richtung vorgeben.

Gruß
Wilhelm

Chrima
21.07.2010, 08:58
Morgen

Konnte gerade gestern mal wieder "Scale-Kreisen" beobachten. In den Augen eines Modellflugpiloten sieht das schon aus, wie Zeitlupe ! :D
Aber so sollte es ja eigentlich sein....

Video; ab 2. Minute ! (http://www.youtube.com/user/Chrima51#p/a/u/0/y8mIb_aongQ)



Das FX 60-126 ist ein absoluter Rumhungerkünstler, ich mag aber das hohe Moment nicht....


stimmt, hab ich auch schon wieder vergessen, für mein Projekt mit original-kleinem HLW gehts nicht.

Grüsse
Chrima

PIK 20
21.07.2010, 09:53
Na, Joachim,

jetzt hast Du ja genug unterschiedlichste Meinungen. Letztendlich hat jeder seine Vorlieben bei den Profilen, im Flugstil, usw. Dies beeinflusst natürlich die Wahrnehmung.

Es macht ja auch wenig Sinn Profile vorzuschlagen, die nicht unbedingt den Vorstellungen und Wünschen des Fragenden entsprechen. Was ich dazu sagen wollte habe ich gesagt.

Nun bin ich aber weg

Liebe Grüße von Heinz

Hans Rupp
21.07.2010, 16:57
Hallo,

ich habe im Nachgang gesehen, dass Du in deinem Eingangsposting die wesentlichsten Daten aufgeführt hast, nur wo der Trapezknick sitzt fehlt.

Mit 3% Grundwölbung brauchst Du kaum Wölbklappen zum noch höher wölben.
Und die Flugzustände, bei den Entwölben was bringt sidn für Dich unwichtig. Die Wölbklappeneignung aller bisehr genannten Profile ist da gut genug.

Wenn ich jetzt den Trapezknick bei 60% ansetze, dann kommt ein in der Mitte leicht unterelliptischer Grundriß raus, der ganz gefällig aussieht und eine Streckung von knapp 19 hat. Aussen ist er leicht überelliptisch, nur die Rezahlen sind schon etwas niedrig.

Bei der geplanten Bauweise und Folienbespannung würde ich vom Rumpfprofil weg auf ein leicht dem HQW sehr nahestehendes Profil am Trapezknick und aussen auf ein etwa 9% dünnes Profil straken, das auf niedrige Rezahlen getrimmt ist.

Alternativ kannst Du auch beim HQW bleiben, am Trapezknick nur die Dicke anpassen und nach aussen auf ein HQW 3,5/9 mit 0,5 Grad Schränkung übergehen.

Hans

MarkusN
21.07.2010, 17:05
1) Verschieben der Dickenrücklage
Geht in XFOIL (Freeware) in der Routine GDES mit dem Befehl lera x; x > 0 schiebt die Dicke nach vorne, x < 0 nach hinten. lera verändert den Nasenkreisradius und ändert dabei die Dicke und die Dicken- und Wölbungsrücklage. Nach lera muss man mit tset y z mit x 0 Wert für Dicke, also z.B. 0.12 für 12% und z für Wölbung das Profil wieder anpassen.
Nimmst Du wirklich LERA dazu? Damit ist das Resultat eher zufällig, und bei grösseren Verschiebungen dürften ziemliche Geometrieverzerrungen resultieren.

HIGH verschiebt direkt die Maxima von Dicke und Wölbung und dürfte mit der Geometrie etwas pfleglicher umgehen.

Hans Rupp
21.07.2010, 17:25
Hallo,

ja ich nehme meistens LERA, weil ich meistens den Nasenkreisradius auf einen bestimmten Wert anpassen will, wenn die Rezahlen für das Profil zu klein sind und es beim ausdünnen zu spitz wird. Wenn man weiß wie welche Funktionen arbeitet, ist es geal welche Weg man zu einem bestimmten Ziel geht.

Das Problem an solchen Diskussion ist, dass man - wollte man alle Überlegungen darlegen - man eine Roman schreiben müsste.

Und weil ich je nach Ausgangslage das Augenmerk auf verschiedenen Merkmalen lege, habe ich nicht die Idee, ein immer passendes "Kochrezept" fürs WIKI zu schreiben. Müsste mal eine Art Flussdiagramm meiner "Hirnströme" skizzieren, wobei es eben immer Iterationsschleifen gibt.

Hans

MarkusN
21.07.2010, 17:36
Das Problem an solchen Diskussion ist, dass man - wollte man alle Überlegungen darlegen - man eine Roman schreiben müsste.
Wie wahr. Ich finde das jeweils beeindruckend, wie klar das bei Dir rüberkommt.

Joachim Mink
21.07.2010, 18:25
Ja hallo allerseits,

hier hat sich ja inzwischen eine Menge getan....

Zunächst einmal recht herzlichen Dank für Eure sehr engagierten Beiträge und Eure Unterstützung. Besonders Hans möchte ich danken aber auch Markus, Heinz, KLaus, Claus, Christian, Wilhelm, Axel und Jörg.

Also jetzt ist die Qual der Wahl ja hoch.

Also wegen der recht hohen Flächenbelastung, 54g/dm² bei 2,7 kg dachte ich mir eine 3%ige Wölbung wäre die vernünftigste Wahl.

Daher scheidet das SA7036 aus, da es nur 2,5 % Wölbung hat. Die beiden von Wilhelm vorgeschlagenen Links dazu kannte ich beide schon. Die Inspira ist ja ein toller Flieger. Ich habe alles mit Begeisterung gelesen. Die ASW 15 mit dem SA7036 war ja dann letzendlich doch ziemlich schnell unterwegs. Sie hatte aber auch eine hohe Flächenbelastung.

Die Wortmann-Profile hatte ich auch schon vorher kurz kennen gelernt und sie haben mich auch ziemlich angesprochen. Dagegen spricht für mich aber, dass sie weniger für Wölbklappen geeignet sind und wahrscheinlich wegen des hohen Momentes ein großes Höhenleitwerk brauchen.

Dann bleibt ja schon nicht mehr so viel übrig, von dem bisher erwähnten.

Auch das SD7037 kenne ich als sehr thermikstark von meiner leider viel zu früh "verstorbenen" DG 800 von Gerasis mit 3,6 m Spw. Das hat glaub ich 3% Wölbung und 9% Dicke. Hartmut Sigmann meint aber, dass es bei Wölbklappeneinsatz starke Momentreaktionen zeigt. Daher habe ich es auch eher abgewählt.

So glaube ich, ist die vernünftigste Entscheidung doch ein HQ-Strak.
Vielleicht wird es ein HQ/W 3,0/11,5 - 3,0/10 - 3,5/9, vielleicht aber auch minimal dicker HQ/W 3,0/11,5 - 3,0/11 - 3,5/10. 10% entspricht ja nur 9 mm Dicke vor dem Randbogen. Beide 0,5 Grad geschränkt, wie von Hans vorgeschlagen. Wölbklappen wären dann für den Schnellflug nützlich, aber auch für engstes Thermikkreisen und langsamste (Punkt-) Landungen, um die Gutmütigkeit zu erhöhen.

Herr Beineke hat eine ASW 27, 3,4 m mit HQ 3,0/11 im Programm, die thermikstark sein soll.

Ja, die Flügelgeometrie der alten Flügel ist Doppeltrapez 155 cm lang, gerade Endleiste, die Teilung liegt bei 91, dann 57 und 7 cm der Randbogen. Die Tiefe, siehe Post #1, ist fast 50% tiefer als Scale :D Ich wollte es so aber übernehmen.

Ja, so dann habe ich ja jetzt erst mal genug Bastelarbeit für die Zukunft.

Also noch mal recht herzlichen Dank für Eure Unterstützung.

Joachim

PS: Hier noch ein Dankeschönbildchen von meinem Ventus 2c:


498898

depronator.
24.08.2010, 23:55
Hallo Joachim (diesmal habe ich es richtig)
Jetzt komme ich ungebetener Weise.
Ich habe bis jetzt keinen Segler gebaut, aber sehr wohl paar scale-Flieger. Und dabei musste ich leidvoll lernen, dass Kompromisse lieber in der Optik/Scale gemacht werden sollen als in der Gutmütigkeit des Models.
Hier habe ich einen Flieger mit 3,2m 3kg und einer Fläche, die einer ASW20 in etwa nachempfunden wurde, was Trapezen angeht (Endleiste 90mm, 1. Trapez 175 und ~1m breit, 210 Wurzel) von Vortex mit HQ/W 3 11-10 Strak und je -0.5° Verwindung pro Trapez rechnen lassen:

Ich würde so als Laie vermuten, dass bei etwas Seitenwind ein Abriss oben an der "Schattenendleiste" garantiert vor dem Abriss am Rest der Fläche käme.

depronator.
24.08.2010, 23:59
Und hier ist Wurzelprofil HQ/W3 9 und Verwindung um -0,5° mehr
Beim Überziehen reisst die Strömung an der Wurzel ab und die Nase geht runter = die Fahrt wird wieder aufgebaut.
Das würde ich nehmen.

Und jetzt zerfleischt mich :)

Gruß
Juri

P.S. Bei meinen Scale-Kisten habe ich oft mehr Verwindung, allerdings auch einen dicken Motor dran.

Joachim Mink
25.08.2010, 23:10
Hallo Juri,

meine Entscheidung ist bereits gefallen, trotzdem danke für Deinen Beitrag.

Gruß

Joachim

depronator.
26.08.2010, 00:05
Dann wünsche ich auf jeden Fall gutes Gelingen.

Vielleicht trifft man sich auch offline, so weit liegen unsere Flugplätze ja nicht auseinander.;)

Gruß
Juri