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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen?



Peter Frische
15.05.2003, 18:37
Hallo Kollegen!

Wenn es schon dies Forum gibt, muss ich mich nun doch mal als Lehrer outen. Diese Spezies genießt ja nicht überall den besten Ruf und ich bin eigentlich müde, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen. So schlank ist der Job nämlich wirklich nicht. Allerdings bietet er gerade für Modellbauer/-flieger natürlich allerhand Vorteile. Z. B. kann man halt auch mal unter der Woche bei Hammerwetter an den Hang gehen etc.
Modellbaumäßig interessiere ich mich eigentlich nur für alles, was segelt. Vorzugsweise Großsegler. RCN-Usern wird bekannt sein, dass ich gerade eine Ka 8 nach dem Plan von J. Steffen gebaut habe; allerdings auf 5m vergrößert.
Gibt's noch andere Lehrer, die Erfahrungen mit Modellbau in der Schule gemacht haben? Ich habe bisher einmal eine AG angeboten. Da waren dann 15 Hansele drin (so sagt man bei uns in Südbaden zu den kleinen Buben) und ich habe Sunny-Bausätze von Graupner mit ihnen zusammengeklebt und mit Papier bespannt. Ich konnte zum Teil gar nicht so schnell gucken, wie die die Teile falsch zusammengeklebt haben. Klar haben wir mit Zacki gearbeitet. Und mit Uhu wäre das alles unproblematischer gewesen. Aber die Burschen wollten natürlich in den zwei Unterrichtsstunden alle 14 Tage auch Fortschritte sehen ... Kurz gesagt: Meine Erfahrungen sind eher frustrierend gewesen. Wie sind eure Erfahrungen? Welche Modelle habt ihr gebaut?

Gruß
Peter

Eckart Müller
15.05.2003, 19:34
Ha, da bin ich aber angenehm überrascht, dass sich hier mal was bewegt. Insbesondere deshalb, weil sich offensichtlich auf der Firmenseite absolut nichts tut.

Hoffentlich beteiligen sich viele, um zu zeigen, dass wir eigentlich die Industrie nicht brauchen (obwohl es mehr als schön wäre, wenn sie sich angesprochen fühlen würde).

Gerald Lehr
15.05.2003, 21:59
Hi ho,

dann sag ich auch mal was dazu. Ich bin zwar kein Lehrer - aber dafür besteht meine halbe Verwandschaft da draus :D :D

Unbenommen davon, sind wir (MFC Ostrachtal) den Weg direkt zu den Schulen gegangen. D.h. wir als Verein haben direkt die Werklehrer angesprochen. Von 3 Schulen hatten wir dann eine, an der der Werklehrer bereit war eine Modellbau AG durchzuführen.

Auch ein Mitglied unseres Vereins war bereit dieses Projekt,welches samstäglich ablief, zu unterstützen.
Also wurden´mit den Jungs und einem Mädchen dann 10 SAL´s gebaut.
Fazit: Von 10 Teilnehmern ist uns im Verein einer geblieben. Dieser zieht aber seit er fliegen kann auch Freunde an - zumindest solche, die auch in der Modellbaugruppe mitgearbeitet haben.

Unsere nächste Aktion war ein Vereinstag, den die Schulen in Ostrach ausgelobt hatten.
Wir bekamen ein Klassenzimmer und einen Tutor, der uns sozusagen den Weg zum Klassenzimmer zeigte :D :D
Wir haben dann ein paar Flieger ausgestellt - fertig, sowie im Rohbau, ein paar Pläne an die Wände geheftet und das wars.
Moment: Natürlich hatte wir einen Computer mit einem Flugsimulator und Fernbedienung aufgebaut.

Und unser Klassenzimmer war der Renner - wenn überall nichts los war, war bei uns die Hölle los - nicht bei den Modellen, sondern am Flugsimulator.

Aus dieser Aktion haben wir 2 weiter Mitglieder im Alter von 12 jahren gewonnen. Und auch hier muß ich wieder sagen: Seit die Jungs einigermaßen fliegen können ziehen sie ihre Kumpels nach.

Es ist zwar manchmal viel Aufwand um Jugendarbeit zu betreiben aber es lohnt sich auf jeden Fall. Wir haben durch diese Aktionen schon fast eine Jugendgruppe zusammen. Vorher litt unser Verin schon fast an Altersdemenz.

Also mein Aufruf an alle: haut rein und arbeitet mit der Jugend - es lohnt sich. Ich ziehe mir die Piloten, die mir in 20 Jahren das Modell einfliegen :D :D

Sodele, dieses Statement war wohl das längste was ich bisher geschrieben habe - aber das war es auch wert. Mich freut es jedesmal wenn ein Jugendlicher seinen ersten Alleinflug hinter sich bringt. Und ebenso freut es mich, daß ich dann wieder Zeit habe mehr für mich zu fliegen.

Also Leute, macht Jugendarbeit - auch wenn die Jungs euch nach kurzer Zeit in Grund und Boden fliegen können :D

X-Wing
16.05.2003, 18:09
Ich bin zwar auch kein Lehrer, aber ich kann ja mal von der anderen Seite berichten:

Ich habe einige Mitschüler in meiner Klasse, die schon seit jahren Modellautos fahren, die meisten sind aber nicht ganz zufrieden damit... Sie träumen von Flugzeugen, speziell diesen Picojets und Twinjets die mal in dem Modellbauladen gehangen sind, der bei uns ist...

Ich war da bis vor 1,5 Jahren auch dabei, wir haben aber alle vom selben geschwärmt... und ich hatte internet, kurzerhand habe ich mal in der suchmaschine alles mit modell ausprobiert und dann habe ich www.RC-Forum.de (http://www.RC-Forum.de) gefunden, wo ich auf Gerald traf, der hat mich dann "an land gefischt"...

Und noch ein Jahr später... Naja, wie isses nu? Ich habe viel an spaß und an wissen gewonnen und inzwischen berate ich die Jungs, die immernoch mit ihren Rc-Cars rumsausen...
Und die Jungens träumen immernoch, nach meinem einstig in die Fliegerei noch mehr über die Picojets und Twinjets... :D

Wie ich finde, ist in jeder schule ein großes interesse an Modellbau oder Modellflug vorhanden, man muss es nur richtig handhaben, um diese "Interessenten" an dieses Hobby ranzuziehen...

Die größte überzeugungskraft braucht man aber doch bei den Eltern. Gerald dürfte es noch wissen, diesen einen Flugtag, als meine Mutter so wütend oder stinkig die Fliegerleute und Gerald am Platz angeschnauzt hat...

[ meine kleine Geschichte: ]

Im nachhinein musste ich mitbekommen, dass meine Mutter so wütend war, weil sie meinte, der Verein würde mich im stich lassen (Flieger gekauft und versprochen, dass es leute gäbe, die mich fahren könnten, jedoch waren diese immer belegt oder im Urlaub, etc.). 25km zum Platz hin und 25km nach hause sind schon heftig... Vor allem, wenn man dann wieder nach hause muss und später wieder zum Flugplatz, usw. also insgesamt 100km an einem Tag.

Aber wir haben das geregelt bekommen, jetzt sind es noch 4 km zu einem Modellmitglied und wieder 4 zurück...

Meiner Meinung nach ist aber vor allem das wichtig:

Man sollte sich als verein oder Jugendleiter mit den Eltern gutstellen und vor allem eng mit den Eltern arbeiten, bzw. nicht alles über die Kinder/Jugendlichen laufen lassen (organisatorisches, vereininternes wie änderungen der Beiträge, sachen mit/über viel Geld usw.)

rctoni
21.05.2003, 13:59
Hallo Peter,

auch wir hatten schon gelegentlich Berührungen mit Schulen, die bei uns angefragt hatten. Doch stellte sich meistens raus, dass die Schulen selbst ausser den Räumen nichts zur Verfügung stellen wollen, da das Equipment für Modellbau nicht in der Art vorhanden ist, wie man es evtl. bräuchte. Dann ging es auch um Kosten. Kosten soll es natürlich nichts, aber dass der Verein, der dann mit der Schule tätig wird, die Kosten tragen soll, ist wohl etwas daneben. Wenn investiert, dann doch in die eigene Jugend(sofern vorhanden), so wie wir es seit Jahren machen.

@X-Wing:
Die Eltern: Meist herrscht hier die Meinung, Kind abgeben und das war es. Sollte das Hobby Umstände bereiten wie Fahrten zum Flugplatz oder zum Modellbauladen, wird es oft störend. Wenn bei uns Interessenten auf den Platz kommen, wird den Eltern ganz klar gesagt, was auf sie zukommen kann. Am Besten ist, wenn der Vater auch in dieses Hobby Einzug hält. Dann haben sich die meisten Probleme schon erledigt. Bei uns hat das jetzt schon öfters geklappt.
Die Kommunikation zu den Eltern ist ganz wichtig, sollten sie doch wissen, wie der Junge sich in dem Hobby entwickelt. Die Eltern sollten auch das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Jugend gut aufgehoben ist und dass man sich auch um die Jugend kümmert.
Zu spüren bekommt man auch die verschiedensten Erziehungen, wobei man hier die tollsten Erfahrungen macht. Aber auf dem Modellflugplatz spielt halt eine andere Musik, da müssen alle an einem Strang ziehen, was auch die Gemeinschaft fördert. Junge Leute, die meinen quer treiben zu müssen, denen wird automatisch der Flügel gestutzt. Auch die Kategorie Oberschlaule ist öfters zu finden, die alles besser wissen und schon alles können. Spätestens nach dem ersten Flug wird der junge Kollege automatisch kleinlaut. Es ist manchmal belustigend, was da so auf dem Platz geschieht.

Trotz allem kann ich nur empfehlen, vernünftige Jugendarbeit anzustreben, es macht riesigen Spass und man bleibt selber jung.

So, genug geschrieben.

Gast_1787
23.05.2003, 11:24
Hallo

wollte nur kurz was zu Schule und Modellflug sagen:

Unser Nachwuchs als Modellflieger MUSS aus der Schule kommen, natürlich aus woanders her.
Nur das Interresse am basteln, techn. Sachen... wird:

1. im Elternhaus geprägt
2. in der Schule geweckt und weiterentwickelt.

NUR wo liegt das Problem der Schulen.
OHNE engagierte Lehrer läuft hier nichts. Leider sind wohl die meisten von ihnen entweder durch die Schulreformen zu sehr an Regeln gebunden oder einfach nur an ihren Lehrstoff interressiert/gebunden und mehr nicht.
Und das ist es, wer Jugendliche für was begeistern will, muss selber davon begeistert sein, auch noch nach Unterrichtsschluss den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht erhalten. Und da ist bei den meisten Schluss. Es soll wirklich Lehrer geben die wissen nicht wie man den "Hammer" hält.
NUN SCHLAGT MICH.
Aber dies erfahre ich fast täglich in der Schule.
Ausnahmen bestätigen die Regel.

[ 23. Mai 2003, 11:35: Beitrag editiert von: burki ]

X-Wing
02.06.2003, 20:12
Schade, dass dieser Thread hier so eingeschlafen ist... kommt schon leute, postet doch eure erfahrungen, evtl. auch aus dem Verein!

[ 06. Juni 2003, 12:23: Beitrag editiert von: X-Wing ]

Yves H.
16.06.2003, 22:10
Hallo zusammen,
ihr habt es ja gut wenn eure Vereine
so engagiert sind, dass sie sogar auf Schulen zugehen. Bei uns hat es noch nie welche Baukurse gegeben, ausser einem Lehrer welcher jahrelang
Modelleisenbahnkurse geleitet hat. Mich hat dies nie interessiert da mich mein Vater schon früh an auf den Modellflugplatz genommen hat und ich so zu Modellfliegen gekommen bin.

Der Verein welcher von mir aus gesehen am nächsten ist hat mit Jugendförderung nichts am Hut, er nimmt keine " jungen " auf da diese sowieseo nur nervöses Zeug fliegen ( 3D, Speedmodelle, etc..).
Das Durchschnittsalter liegt etwa bei 60 Jahren!
Also mss ich halt in einen Verein welcher 20 Mofaminuten entfernt ist :-( aber was solls dort
sind alle viel besser drauf und sind an Jugendförderung interessiert, sie haben sogar einen Baukurs organisiert inwelchem Trainer von Grund auf selbst gebaut wurden.
viele Grüsse + Holm und
Rippenbruch Yves

Gerald Lehr
16.06.2003, 22:20
Hi, jetzt wäre es doch mal Zeit für den Threadinitiator Peter Frische, auch mal wieder was zu sagen.

Huhu Peter sag mal was :D :D

MatzE36
17.06.2003, 03:14
Also ich habe das mal so erlebt:

In der Achten Klasse war ich in einer Physik-AG. Der Lehrer(Modellpilot) wollte mit uns den kleinen UHU bauen. Als es an die Eltern ging die das Modell bezahlen sollten(Nur als Gleiter ohne Servos etc.) hatten von 15 Schülern gerade mal 3 die Erlaubnis(Geld) der Eltern bekommen.
Ich hätte mein Taschengeld geopfert, war einer dieser 3 Leute.

Also fiel das Projekt ins Wasser..... :rolleyes:
1 Jahr graue Theorie! :mad:

In der neunten Klasse hatte ich dann die möglichkeit etwas Flugfähiges in der
!!!Flug-AG!!! zu bauen. Lehrer war ebenfalls Modell und Realpilot.

Wir hatten Heißluftballons aus Folienpapier gebaut, die auch mit einem Grillanzünder als Flammquelle geflogen sind.

Aber als wir die Ballons an einem Schulfest fliegen lassen wollten wurde es verboten weil die Schule in einem Wohngebiet lag und wir ja offenes Feuer als Hitzequelle hatten.

Der Hausmeister hat am Wochenende alle Modelle entsorgt.

Heute bin ich 22 Jahre alt und fange mit dem Modellfliegen an.

Problem: Meine Mutter war Alleinerziehend und hatte nicht genug Geld übrig um mir ein etwas teureres Hobby zu finanzieren.

Nach der Schule war wegen Lehre dann Pause mit Hobbies aus außer Auto-Schrauben.

Aber jetzt fang ich endlich mit dem Hobby an was mir seit ich 13 bin im Kopf rumschwirrt!!!

Für Flugzeuge habe ich mich schon immer Interessiert und habe auch etliche Bücher über Flugzeuge.(Hauptsächlich WK 2).

Meine Schule war nur eine Haupt/Realschule.
Ich weiß, man sieht es an der Rechtschreibung ;)

Aber kuckt mal auf die Uhrzeit meines Beitrages, und ein paar Bier hab ich auch schon geschlabbert :D

Holofernes
18.06.2003, 22:17
Das waren sicher prägende Erfahrungen. Aber bleib dran, egal wie. Es vermittelt manchmal unvergleichliche, für alles entschädigende Erfahrungen und Erlebnisse.


Ich weiß, man sieht es an der Rechtschreibung Ich lach mich gleich tot, wenn ich das lese. Mal abgesehen vom Johannes (jwl), gibt es hier einen Haufen anderer, die vor Scham ob ihrer Schreibe im Boden versinken müssten. In Deinem Text ist zumindest mir nchts negatives aufgefallen, im Gegensatz zu den oben erwähnten Herrschaften...

W. Holzwarth
18.06.2003, 23:23
Da lach' ich doch gleich mit, Holofernes.
Glaubste denn wirklich, daß der JWL Probleme mit der Rechtschreibung hat? :confused:

;) Im Leben nich' ...

Joerg Mix
19.06.2003, 12:07
Hallo,

seit April bin ich Jugendwart in unserem Verein. Da ich auch schon überlegt habe an unsere Schule heranzutreten, sind eure Erfahrungen für mich sehr Interessant. Da ich in der Woche leider keine Zeite habe oder erst immer ab 19:00 Uhr, liegt mein Schwerpunkt auf dem Samstag. Wie sind eure Erfahrungen mit diesem Tag an den Schulen etwas zu machen? Ich denke da an die Werkräume, bzw. an die Resonanz bei den Schülern. Weiterhin würde mich interessieren ob ihr spezielle Altersgruppen angesprochen habt oder ganz allgemein.

Bis dann

speed
19.06.2003, 12:10
Hallo,
ich glaube, dass die Bedeutung der Jugendarbeit in den Vereinen, Verbänden ... bewusst ist.
Die Schule würde ich als optimalen Nährboden für eine Modellbau AG sehen.
Die praktische Umsetzung ist aber sehr schwer.
In unserem Einzugsgebiet ist der Rektor der Realschule einer der größten und lautstärksten Gegner des Modellflugplatzes und nutzt seine Position im Gemeinderat dafür aus. Man kann sich gut vorstellen mit welcher Unterstützung man hier zu rechnen hat.
Der Rektor des Gymnasiums initiierte eine Diskussion zum Thema Freizeitbeschäftigung nach der Schule mit den Vereinen. Seine Idee: Die Vereine übernehmen nachmittags die Betreuung einer gewissen Anzahl von Schülern, damit diese weg von der Strasse sind und nicht randalieren. Er schlug vor wöchentlich 2 Nachmittagsstunden pro Verein zu füllen.
Dieser Aufwand ist von einem Modellflugverein nur mit sehr viel Engagement zu erbringen. Wir haben niemand gefunden, der die Möglichkeit hat, während der Arbeitszeit 2 Stunden frei zu machen.

Am erfolgreichsten erscheint es mir zu sein, wenn ein Werklehrer hinter der Sache steht und vom Modellflugverein unterstützt wird.
Diese Konstellation ist leider selten vertreten.

Otto

Rewi
25.07.2003, 18:16
Hallo Gemeinde,

es gibt ja noch eine andere Art von 'Lehranstalt':

die Volkshochschule

Ich bin zwar kein hauptberuflicher Lehrer, vermittle aber anderen trotzdem gerne etwas. Deshalb habe ich im Rahmen des normalen Volkshochschulprogramms seit etlichen Semestern Modellbaukurse für Jugendliche (12-16 Jahre) durchgeführt.

Den Bastelraum hat mir eine Schule zur Verfügung gestellt und die Kurse wurden über die Programmhefte bekannt gemacht. Daraus hat sich eine lockere Jugendgruppe entwickelt, die inzwischen auch Freunde und Väter anzieht.

Wichtig war von Anfang an die Kommunikation mit den Eltern und die Nennung realistischer Kosten. :confused:
Schon die Kurse an sich kosten eine Teilnahmegebühr, sind aber auch Garant dafür, daß die Jugendlichen bei der Stange bleiben.

Abschluß eines jeden Kurses war das Ausprobieren (Einfliegen) des Modells. Danach sind etwa 20% zum Fliegen wiedergekommen.

Die Institution 'Schule, Lehrer' habe ich absichtlich außen vor gelassen. Nur wer selber begeistert ist und sich zu 100% engagiert, hat auf diese Weise Erfolg. Von einem 'normalen' Lehrer kann man das nicht immer erwarten. Hinzu kommt, daß nicht alle Schüler ihren Lehrer auch in ihrer Freizeit wiedersehen wollen. :D

Es bedeutet einen Riesenaufwand, ist aber eine gute Möglichkeit eine (neue) Jugendgruppe aufzubauen bzw. zu erweitern.

Joerg Mix
07.09.2003, 14:32
Moin, Moin

ich wollte hier kurz meine erste Erfahrung berichten.

Nachdem ich über einen Lehrer erfahren hatte das es eine Modellbau AG an der Grundschule gab, habe ich kurzentschlossen die AG zu einem Flugtag eingeladen. :D Fliegen mit deren Fliegern und ein bisschen Lehrer-Schüler fliegen standen auf dem Programm. Das Ergebnis oder besser gesagt die Resonanz war niederschmetternd. :( Von 40 verschickten Einladungen und anfänglichen vielen Zusagen sind dann ganze drei Kinder :eek: aufgetaucht.

Der Lehrer und ich sind ein wenig ratlos was wir falsch oder besser anders hätten machen können. :confused: Vielleicht habt ihr ja eine Idee.

Wir machen aber weiter und planen für nächstes Jahr wieder etwas aber aufbauend war dies Erlebnis nun auch nicht.

Bis dann

Gast_00010
07.09.2003, 15:10
Habt ihr die Kinder oder die Eltern angesprochen?

Claus Eckert
07.09.2003, 17:44
Hallo Jörg,

hättest Du die Möglichkeit mit (D)einem Simulator an dem Schul-PC die Kids fliegen zu lassen?
Das wäre evtl. ein Anfang um, vor Beginn Eurer neuen Aktion, die Jungs und Mädels zu begeistern.

Vielleicht findet ein Hersteller der Sims Gefallen an so etwas und leiht Dir einen bzw. stellt ihn kostengünstig zur Verfügung. Alternativ gibt es ja auch einige Sims kostenlos im Netz.
Einige Wochen später geht es dann richtig zur Sache.
Nebenbei lernt man den Unterschied zwischen virtueller und realer Welt kennen. Soll ja manchen Kids (uns auch?) nicht so direkt schaden ;)

Joerg Mix
08.09.2003, 10:51
Hallo,

danke für die Anregung mit dem Simulator. Das habe ich für nächstes Jahr ins Programm genommen.

@Juergen, die Einladung ging an die Schule und der Lehrer hat diese kopiert und den Kindern mitgegeben. Praktisch als Lehrerbrief.

Bis dann

Dr. Lagu
10.09.2003, 11:59
Hallo Kollegen,

Hier mal ein paar Erfahrungen:

Immer in den Sommerferien laden wir im Verein, Kinder aus den umliegenden Gemeinden zu einem Erlebnistag ein. Da kommen so 40-50 Kinder.

Als Programm machen wir Papierflieger falten, Simulator fliegen, Lehrer-Schüler Fliegen und jedes Kind bekommt ein Vesper. Das sind kleine Kosten und ist gut fürs Vereinsimage.

Wenn Sonntags Spaziergänger vorbeikommen und zuschauen, ist es wichtig mit diesen Leuten zu sprechen. Da haben wir immer wieder neue Mitglieder geworben.

..........."allerdings steht es nicht jedem zur Verfügung, Spaziergänger für unser Hobby zu begeistern".........

.........Sätze wie: was kostet so ein Flieger........z.B. 3 Meter Extra..........kostet 2000 Euro..........sind nicht gerade der Mitgliederwerbung dienlich. Aber solche Hirsel gibt es in jedem Verein :D

Das Patentrezept zur Vermeidung von Frust ist Easy-Fly oder Aero-Fly. So kann ein Interessent an das Fliegen herangeführt werden. Des öfteren habe ich schon meinen Simulator verliehen und Jeder wurde früher oder später Mitglied.

Und wenn ein Neuling ein Flugmodell kaufen will, fragen wir im Verein nach, wer noch einen alten Trainer, Fernsteuerung oder Motor hat. Viele von uns haben doch sowas im Keller stehen und freuen uns, wenn das Material doch noch einen dankbaren User findet.

Beste Grüße
Jörg Peter

Ulrich H.
10.09.2003, 12:55
Tach auch,

mal ein Eindruck aus ganz anderem Blickwinkel.
Ich bin kein Vereinsmeier, das hat nichts mit den Vereinen zu tun, sondern mit meinem Charakter. Trotzdem fliege ich gerne, auch mit anderen zusammen.
Mein Beobachtungen und Taetigkeiten legen mir nahe, dass nicht die Kinder das Problem sind sondern die Eltern. Immer mehr des Erziehungsauftrags wird von den Eltern abgelegt und landet bei den Lehrern (ich bin keiner). Wenn die Kinder nachmittags aufgeraeumt sind, ist alles gut (siehe Beitrag weiter oben), nur kosten darf es nichts. Befreundete Lehrer wollten in den Projekttagen Freiflieger bauen und sind an mich herangetreten. Kosten nicht mehr als 10-15 Euro (mehr kann man den Eltern nicht zumuten), nicht nur 3 Balsabrettchen, sondern mit Rippenflaeche, aber das Modell muss trotzdem in den Projekttagen fertiggestellt werden koennen. Hmmmm, da sah ich keine Chance und fand auch tatsaechlich nichts.
Die Kinder sind gut (http://www.rc-network.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=29;t=000560) zu begeistern, das Problem ist die weit verbreitete Unlust oder das Unvermoegen der Eltern. OK, das Geld fliesst auch nicht mehr ueberall so wie schon einmal (Fuer suendhaft teure Nidrigqualitaetsmarkenklamotten ist meist enorm Geld da). Aber die Kinder wissen nicht mehr, dass man sich festlegen und engagieren muss, um einen Erfolg und Freude zu ernten. Verbindlichkeit ist oft das Problem. Wer versucht, mit heutiger Jugend einen Termin auszumachen, der scheitert meist an Aussagen wie, 'das weiss ich noch nicht, wir telefonieren uns noch zusammen' (vielfache Erfahrung aus der Jugendarbeit). Deshalb ist es so enorm schwierig, konsequent und dauerhaft neue Modeller zu gewinnen. Man muss den Eltern klar machen, dass nur durch Engagement ihrer selbst die Kinder zu Engagement faehig werden. Aber da sind wir schon recht weit weg in unserer Gesellschaft und es wird nicht leichter. Ich sehe das in meiner momentanen Heimat Grossbritannien, wo alles schon ein bisschen weiter 'gediehen' ist und die Schulen mit den Schuelern gar nicht mehr fertig werden, weil sie in voellig unerzogenem und unerziehbaren Zustand dort abgeliefert werden.
Ich glaube, da koennte man jetzt in die allgemeine Diskussion ueber unsere Gesellschaft einsteigen, deshalb nur noch der Hinweis, dass ich mich schon frage, was Kinder zu Hause tun, die in einem Ferienzeltlager im Alter von 6 und mehr Jahren nicht ueber einen Baumstamm balancieren koennen.
Schoenen Dank auch in diesem Zusammenhang an Fernseher, Computergames und Mobiltelefon.