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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reparatur Fun 600-17 möglich?



Wilko
13.08.2010, 09:17
Hallo,

ich habe diese Woche leider meinen Fun 600-17 zerstört. Wie? Neue Lipos gekauft! Die haben wohl eine deutlich bessere Spannungslage als meine alten - ich fands gut, der Motor nicht :-(

Nach erster "vorsichtiger" Einschätzung würde ich sagen das der Läufer wohl hitzebedingt die Magnetkraft verlohren hat. Der Motor läuft noch, hat jedoch keine Power mehr. Habe den Läufer vorsichtig ausgebaut - da ist fast nix mehr Magnetisch.

Leider kann der Hersteller nix mehr machen, da es keine Ersatzteile mehr für diesen Motor gibt.

Meine Frage jetzt, kann ich den entsorgen oder gibt es vielleicht einen Baugleichen Motor für den es noch Ersatzteile gibt, oder hat vielleicht jemand noch eine andere Idee?

Viele Grüße,

Wilko

Gerd Giese
13.08.2010, 09:24
... oder bei LMT (http://www.lehner-motoren.de/) wieder Aufmagnetisieren lassen - Nachfrage lohnt vielleicht!;)

Wilko
16.08.2010, 20:51
Hallo Gerd,

danke für den Tip! Die machen das - werde den Motor mal einschicken.

Kann ich davon ausgehen das der Rest vom Motor noch OK ist, oder sollte ich vorher noch irgendetwas prüfen?

Optischen Mängel konnte ich sonst keine entdecken und der motor dreht sich wie gesagt auch noch!

Gruß
Wilko

Gerd Giese
16.08.2010, 21:07
... freut mich - nein ich glaube nicht.

Baust den Rotor selbst aus dann kannst die Spulen sichten.
Die Drähte sollen alle gleich hell ockerfarben aussehen.
Dann ist die Chance sehr hoch das die Spulen keinen Windungsschluss haben.
... aber 100% Sicherheit erhält man erst durchs Messen.

Wilko
17.08.2010, 14:58
Kann ich diese Messung als "LAIE" auf diesem Gebiet mit einem Multimeter selbst machen? Wie muss ich da vorgehen bzw. was muss ich messen?

(Vielleicht gibts hier ja auch nen Thread darüber den ich übersehen habe)

Gruß

Wilko

Gerd Giese
17.08.2010, 15:18
Moin,

dazu benötigst Du einen konstanten Prüfstrom - Gleichstrom (wirklich konstant - am besten am NT einstellbar -> ideal!) - 2A sollten reichen!

... und ein Millivoltmeter mit genauer Anzeige ab 0,1mV (100µV), äh - 1mV würde aber auch genügen!

... den konstanten Prüfstrom legst nach und nach an alle drei Phasen (P1-P2 / P1-P3 / P2-P3) an und misst exakt die Spannung an den Phasen.

Tipp: Das beste wäre, Du lötest vorher kurze Servokabel an die Motorphasen an um wirklich exakt die Spannung messen zu können.

Nicht der Spannungshöhe ist hier von Bedeutung, die Differenz darf nicht größer als 10% (besser unter 3%) sein!

Wenn Du dir die Spannungshöhe notierst kannst den Spulenwiderstand errechnet mit: R = U / I (wäre aber hier nicht von Bedeutung
weil ich nicht glaube, dass alle drei Phasen auf einmal einen Schaden haben - das würde man mehr als überdeutlich sehen!)

Wilko
18.08.2010, 07:40
Moin,

ich habe gestern mal gemessen. Spannung am Netzteil 2,786V. Weniger ging leider nicht bei dem alten Teil. Da der Messbereich im mV nur bis < 1V geht musste ich in V mit drei Nachkommastellen messen. An allen drei Phasenkombinationen konnte ich eine Spannung von 2,786V messen.

Ich werde den Läufer jetzt auf jeden Fall einschicken.

Vielleicht schaffe ich es diese Woche noch zu meinem Modellbauhändler und messe dort nochmal im mV Bereich, der hat ein entsprechendes Netzteil.

Grüße

Wilko

Oli_L
18.08.2010, 08:15
Moin,

Ähh, wenn du eine konstante Spannung an alle Windungen anlegst, wirst du diese auch genau wieder messen...;) das sagt dir jedoch nichts über den Zustand der Wicklungen, weil du ja den Strom nicht kennst!

Um deren Durchgangswiderstand zu vergleichen, musst du einen konstanten Strom an die Wicklung anschliessen, das können nur Netzgeräte mit einstellbarer Strombegrenzung.
Dann stellt sich über das Ohmsch Gesetz R=U/I oder U = R x I der Spannungsabfall an der Wicklung ein, den du messen musst.
Hat Gerd doch so schön beschrieben...;)

Also z.B. Strombegrenzung am Netzteil auf 2A, wie Gerd vorschlug, dann an eine Wicklung (d.h. an zwei der drei Motoranschlüsse) anschliessen. Nehmen wir an, die Wicklung habe 0,05 Ohm Widerstand, was ok wäre, dann würdest du mit einem Multimeter im Spannungsmessmodus an den beiden Klemmen der Wicklung eine Spannung von U = 0,05 Ohm x 2A = 0,100V messen.

Wenn diese Spannung bei alllen drei Wicklungen gleich ist, so wäre der Motor i.O., wenn eine z.B. durch Überhitzung intern zusammengeschmort wäre, so müsste bei dieser Wicklung ein kleinerer Widerstand, also eine kleinere Spannung zu messen sein.

Das Messprinzip ist das gleiche, was dein Multimeter im OHM-Modus macht, nur mit höherem Strom, damit man kleinere Widerstände genauer messen kann, ohne die Prüfspitzen als Fehlerquelle zu haben.

Hoffe, dich nicht weiter verwirrt zu haben ;)!

Gruß,
Oliver

FamZim
18.08.2010, 10:25
Moin

Ich weiß nicht was Wilko gemessen hat ?? aber bei 2,786 V und dem geschätzten Widerstand von 0,05 Ohm fliessen schon über 55 A , glaube nicht das sein Netzteil das schaft !!
Das geht nur bei durchgebranter Wicklung "ohne Durchgang" .

Er kann aber eine dicke 12 V Birne als Vorwiderstand in den Stromkreis nehmen, die den Strom sehr gut begrenzt.
Wie groß er dann ist spielt ja keine Rolle, da es eine Vergleichsmessung ist.

Diese Messung ist eine 4 Punkt-Messung.
Über 2 Punkte wird der Strom geleitet und über die beiden andern die Spannung gemessen.
Alle 4 Punkte "Müssen" an die Motorleitungen, und dürfen sich nicht gegenseitig berüren.
Also nur Kontakt mit der Motorleitung haben.

Gruß Aloys.

Wilko
18.08.2010, 22:24
Äh, ja! Das war dann wohl nix was ich da gemessen habe ;)

Danke für eure Hilfe - ich glaube jetzt hab ich es kapiert :)

Netzteil auf 2,5A gestellt und wie beschrieben gemessen:

BL-GR 43,2mV 0,05787Ohm (+7%)
BL-RO 42,9mV 0,05827Ohm
GR-RO 43,0mV 0,05813Ohm (+2,3%)

Habe zum Vergleich mal einen neuen 2W20 gemessen, da komme ich auf ähnliche Abweichungen.

Bedeutet das jetzt, dass die Phase BL-GR defekt ist?

Viele Grüße,
Wilko

FamZim
18.08.2010, 22:42
Hi

Das sind nicht Pro Cent sondern Pro Mille :D
Ich würde sagen OK !!

Gruß Aloys.

Gerd Giese
19.08.2010, 07:40
Äh, ja! Das war dann wohl nix was ich da gemessen habe ;)

Danke für eure Hilfe - ich glaube jetzt hab ich es kapiert :)

Netzteil auf 2,5A gestellt und wie beschrieben gemessen:

BL-GR 43,2mV 0,05787Ohm (+7%)
BL-RO 42,9mV 0,05827Ohm
GR-RO 43,0mV 0,05813Ohm (+2,3%)

Habe zum Vergleich mal einen neuen 2W20 gemessen, da komme ich auf ähnliche Abweichungen.

Bedeutet das jetzt, dass die Phase BL-GR defekt ist?

Viele Grüße,
Wilko

... kannst den Stator zum Aufmagnetisieren einschicken.

Die Spannungswerte sind okay da die Abweichungen "nur" 0,7% und 0,2% betragen! ;)


PS: (nicht wichtig - aber) Deine Widerstände sind falsch gerechnet wenn I=2,5A!
R= U/I = 0,0432V/2,5A = 0,01728Ohm ... (usw.) nur mal so. ;)

Wilko
15.09.2010, 09:06
Hallo zusammen,

habe den Läufer letzte Woche zurückbekommen und es gestern Abend endlich geschafft einzubauen. So wie es aussieht scheint der Motor OK zu sein. Die Testläufe waren jedenfalls erfolgreich. Die Schäden der Aussenlandung sind auch behoben, bis auf das Beilackieren. Jetzt brauchts nur etwas schönes Wetter und Zeit und dann muss der Motor auch in der Luft zeigen das alles ok ist.

Viele Grüße & danke Gerd für den Tip!

Wilko

Gerd Giese
15.09.2010, 09:14
Moin Wilko,

gerne - und hoffentlich ist der wieder so potent wie am ersten Tag!
Äh, und keine Überlast mehr, auch wenn es juckt! :rolleyes:

Frage: Was hat das Aufmagnetisieren gekostet?

Wilko
29.09.2010, 10:42
Moin Gerd,

der Läufer wurde mir freundlicherweise ohne Berechnung aufmagnetisiert. Normalerweise liegen die Kosten nach Auskunft LMT bei ca. 10€ + Porto.

Gruß

Wilko

Gerd Giese
29.09.2010, 11:17
Moin und danke für die Info.

Sagenhaft wie günstig fremde Firmen (bravo LMT!) einen derartigen Service
anbieten. Für dich dadurch, ein voll funktionstüchtiger Motor!;)