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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lehrstellensituation - wer lügt?



Martin Stein
07.09.2010, 15:48
Ein kleines Googeln nach „offene Leerstellen“ ergibt beispielsweise:
- "Längst nicht alle Lehrstellen können besetzt werden."
- "Gab es in den vergangenen Jahren noch zu viele Bewerber auf eine Lehrstelle, ...
- "Im Handwerk fehlen im laufenden Jahr bis zu 10.000 Auszubildende."
- "Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sind noch viele Lehrstellen frei."

Der Spiegel dagegen im Moment: (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716150,00.html)

"Für Berufseinsteiger sind die Zeiten schlecht: Einer Studie zufolge finden immer weniger junge Menschen einen Ausbildungsplatz."

Ja also was jetzt? Findet sich vielleicht ein Betroffener (Arbeitgeber oder Azubi), der mal objektiv berichten kann?

Matthias_E.
07.09.2010, 15:58
Die Wahrheit liegt dazwischen bzw. beides ist wahr.
Ich weiß von einem Ausbilder den ich sehr gut kenne daß der in der Bewerbungszeit Höllenqualen leidet weil zwar sehr viele Bewerbungen eingehen, die meissten davon aber unbrauchbar sind.
Es ist wie Sarrazin sagt, Deutschland verblödet allmählich.
Daß daran nicht alleine die Migranten schuld sind ist auch klar.
Trotzdem ziehen diese die gesamte Klasse runter wenn der Lehrer damit zu kämpfen hat daß er viele Schüler in der Klasse hat die nichtmal richtig deutsch sprechen.
Wenn man nun sagt es wäre besser diese getrennt zu unterrichten ist man schon wieder rechtsextrem.
Es gibt also Lehrstellen die wegen mangelnder Qualität der Bewerber nicht besetzt werden können (also freie Lehrstellen) und parallel dazu auch Schulabgänger die keine Lehrstelle bekommen weil sie die Anforderungen nicht erfüllen.
Ist wie mit den Arbeitgebern die 5 Euro Stundenlohn zahlen wollen und jammern daß sie keine qualifizierten Fachkräfte bekommen.
Gruß
Hias

Bleiente
07.09.2010, 16:33
Hallo Martin,
die Anforderungen sind halt auch ordentlich gestiegen.
Noch vor 20 Jahren haben Sonderschüler z.B. eine Automechaniker-Lehre bestehen können.
Heute ist das undenkbar.
Und sehr viele Jugendliche orientieren sich nicht mehr an den Eltern, Lehrern oder sonstigen Erwachsenen als Vorbild. Die Glotze ist zum Erziehungsersatz geworden.
So kommt es dass bei uns im Dorf kein einziger Jugendlicher in der Lage ist seinen Reifen am Fahrad selber zu flicken.
Und als Handlanger ist auch keiner zu gebrauchen weil es nie trainiert wurde.
Gruss Andi

MoritzMiesepeter
07.09.2010, 17:04
So kommt es dass bei uns im Dorf kein einziger Jugendlicher in der Lage ist seinen Reifen am Fahrad selber zu flicken.
Und als Handlanger ist auch keiner zu gebrauchen weil es nie trainiert wurde.
Gruss Andi

dafür können die Jungs Dein Unternehmen in sekundenschnelle via Facebook und Twitter weltweit bekannt machen, telefonieren via Skype mit Kumpels in NewYork und bechern Dich beim Online-Poker an die Wand! Da kommst Du mit Fahrrad flicken. Fahrrad, was is das?

Bleiente
07.09.2010, 17:35
Hallo Moritz,

ich bleib jetzt mal gedanklich im Dorf.
Unser Schrauber bekommt keine Lehrlinge und Gesellen mehr, arbeitet 16 Stunden alleine, der braucht keine Werbung !!
Gruss Andi

Bleiente
07.09.2010, 17:43
Noch ein sehr lustiges Beispiel,
ein Oberfreak hat per Script 10000 emailadressen generiert und sich an jede ein kostenloses T-Shirt schicken lassen.
Die Firma hat mehrere Kartons geliefert die er von seinem Vater öffnen lies.
Das Nachspiel lass ich jetzt weg :).

Gruss Andi

MoritzMiesepeter
07.09.2010, 17:59
Noch ein sehr lustiges Beispiel,
ein Oberfreak hat per Script 10000 emailadressen generiert und sich an jede ein kostenloses T-Shirt schicken lassen.
Die Firma hat mehrere Kartons geliefert die er von seinem Vater öffnen lies.
Das Nachspiel lass ich jetzt weg :).

Gruss Andi

Dann ist er aber kein Oberfreak....der Oberfreak weiss nämlich, dass man an eine E-Mailadresse keine T-Shirts schicken kann :D

Bleiente
07.09.2010, 18:08
Ich berichtige, Halb-Ober-Freak.

Den Paketen lag natürlich eine Rechnung bei....

Sicher ist der Nachwuchs nicht blöd, nur ist er anfangs nur oft zu nix Vernünftigen zu gebrauchen.
Probrammierkenntinisse sind N A C H einer soliden Ausbildung immer Gold wert.

Gruss Andi

copperhead
07.09.2010, 22:43
Hallo Andi,

kennst Du einen gelernten Kfz-Mechaniker mit Sonderschulabschluss?

Ich nicht!


.

Korbinian H.
07.09.2010, 23:56
Es fehlen keine Lehrlinge sondern ausreichend qualifizierte Bewerber für die Lehrstellen.

Leider ist nicht nur die Bildung der meisten Bewerber unterstes Niveau sondern auch der Anstand. Sowas will und braucht keiner.

Gast_20020
08.09.2010, 09:16
Dazu kann ich auch was beitragen:

Ich stehe auch in engem Kontakt mit unseren "alten" Ausbildern und besuche sie gelegentlich in unserer Ausbildungswerkstatt. Wenn ich dort sehe und höre wie die Azubis arbeiten....ich wäre da schon lang durchgedreht...
Das Nievau ist dermaßen in den Keller gegangen, die jungen Menschen haben überhaupt keine Vorstellung vom Leben oder der Arbeit. Antriebslos weils ja cool ist, frech, der eigenen Landessprache nicht mächtig trotz deutschen Eltern....ich meine wo soll das denn hin führen?!Mir ist klar warum unser Konzern die Anzahl der Auszubildenden Jahr für Jahr herunterschraubt. Es kommt einfach nix gutes mehr nach, traurig aber wahr.
Selbst Schüler mit Abitur haben mittlerweile z.T. so gut wie keine Allgemeinbildung mehr.
Früher durften die Lehrer halt mehr als heute. Heute müssen sie Angst haben nach der Schule von Schülern verprügelt zu werden. Ohne Respekt gegenüber der Lehrer kann das auch nichts werden, nervlich am Ende, womöglich an der Flasche hängend sind sie den Schülern schutzlos ausgeliefert.

Gruß Uwe

checkup
08.09.2010, 09:17
dafür können die Jungs Dein Unternehmen in sekundenschnelle via Facebook und Twitter weltweit bekannt machen, telefonieren via Skype mit Kumpels in NewYork und bechern Dich beim Online-Poker an die Wand! Da kommst Du mit Fahrrad flicken. Fahrrad, was is das?

Immer wenn eine solche Argumentation kommt, muss ich an indische Kinder denken, die in giftigem Rauch Elektronikschrott auseinanderbrechen und "recyclen".

Demgegenüber wird die Brut bei uns dann in den Himmel gelobt, wenn sie eine Maus bedienen und Vollsuff-Bilder bei Facebook einstellen kann.

Der Arbeitsmarkt spricht hier ja Bände, was er von solchen "Qualifikationen" hält.

Viele Grüße

checkup
08.09.2010, 09:24
Dazu kann ich auch was beitragen:

Konzern die Anzahl der Auszubildenden Jahr für Jahr herunterschraubt. Es kommt einfach nix gutes mehr nach, traurig aber wahr.
Selbst Schüler mit Abitur haben mittlerweile z.T. so gut wie keine Allgemeinbildung mehr.


Das ist das eine Problem. Das andere ist, dass selbst bei pessimistischer Annahme der Produktivitätszuwächse in Zukunft keine neuen Arbeitskräfte mehr benötigt werden.

Selbst heute arbeiten in Deutschland schon 40% aller unter 30-Jährigen in befristeten Verhältnissen.

Ich weiß auch nicht, wo das enden soll...

Gruß

Gast_20020
08.09.2010, 09:55
Da kann ich dir nur Recht geben, ich kenne die Situation aus kleinen Betrieben leider nicht so genau, ich bin eher in der Industrie angesiedelt, daher kann ich dazu nur sagen, daß bei uns die Azubis die gut sind quasi alle übernommen werden, unbefristet. (das scheint den Azubis aber nicht reizvoll genug zu sein, sie strengen sich einfach nicht an) die Azubis, die gänzlich versagt haben bekommen einen befristeten Arbeitsvertag und können sich in dem neuen Bereich dann noch einmal beweisen, ist keine Besserung zu sehen wird der MA dann gegangen. Find ich auch richtig, was soll eine Firma mit einem MA machen der einfach nix kann bzw. keine Lust hat was zu tun?!
Kleinere Betriebe machen das sicher auch, um einfach ein Stück weit flexibler zu sein und um auf Marktsituationen besser reagieren zu können, das bringt leider der Wandel der Zeit mit sich. Stichwort Globalisierung, große Konzerne gegen kleine Betriebe, Preiskämpfe und und und.
Ich bin auch der Meinung gute MA sollten fest übernommen werden aber wenn Azubis nicht das halten was sie versprechen möchte ich als Arbeitgeber auch die Möglichkeit haben solche Leute wieder los zu werden.

Gruß Uwe

guidos
08.09.2010, 10:16
moin,


die Anforderungen sind halt auch ordentlich gestiegen.
Noch vor 20 Jahren haben Sonderschüler z.B. eine Automechaniker-Lehre bestehen können.
Heute ist das undenkbar.

das halte ich für ein gerücht, und zwar beides.
zu dem sonderschüler : selbst 1983 hat ein sonderschüler erst gar keinen ausbildungsplatz als kfz mechaniker bekommen. (westdeutschland, wie es bei den preßpappe autos im osten war kann ich nicht beurteilen)

meine anforderungen an einen azubi sind :

ein halbwegs gescheites zeugnis mit wenigen fehlstunden.
eine bewerbung die als solche zu erkennen ist. (keine kopierten blätter,firmenname falsch geschrieben,den eigenen namen schief in die zettelwirtschaft reinkopiert)
ein aussagekräftiges bild was nicht eine nummer vom bka drunter trägt.
eine techniknote,physik und mathe von mindestens 3
eine gewisse grundhöflichkeit sowie die fähigkeit ganze sätze in deutsch zu bilden
wenn er dann noch die 3 tage probearbeiten unfallfrei übersteht und nicht zu dämlich ist hat er schon mal chancen. (zumal bis dahin 80% der bewerber nicht mal schaffen)




Und sehr viele Jugendliche orientieren sich nicht mehr an den Eltern, Lehrern oder sonstigen Erwachsenen als Vorbild. Die Glotze ist zum Erziehungsersatz geworden.
So kommt es dass bei uns im Dorf kein einziger Jugendlicher in der Lage ist seinen Reifen am Fahrad selber zu flicken.
Und als Handlanger ist auch keiner zu gebrauchen weil es nie trainiert wurde.


viele jugendliche orientieren sich grade an den eltern....
es ist auch wesentlich bequemer in das elterliche hartz 4 geschäft einzusteigen.
ist ja auch schön bescheuert morgens aufzustehen und den ganzen tag zu arbeiten nur damit man am ende vom monat 30 euro mehr hat.


also aus der arbeitgeber perspektive ist es tatsächlich so das man keine lehrlinge bekommt.

bewerber hingegen gibt es schon....



guido

ACME
08.09.2010, 10:27
Moin,


Das ist das eine Problem. Das andere ist, dass selbst bei pessimistischer Annahme der Produktivitätszuwächse in Zukunft keine neuen Arbeitskräfte mehr benötigt werden.




Woher nimmst du denn diese Weisheit?

Die Anzahl der Befristungen ist zwar gesellschaftlich ein Problem, hat aber meines Wissens mehrere Ursachen:
ein leichter Aufschwung kündigt sich an aber ohne längerfristige Sicherheit die Meinung und das Wissen der Arbeitgeber über unser Kündigungsrecht Angst in einen Kündigungsschutzprozess gezogen zu werden, den die AG für sich immer selber finanzieren müssen das Unvermögen einiger Arbeitgeber, eine anständige Personalplanung und -entwiklung zu gestalten ganz normale Befristungen zur Erprobung, zur Vertretung.. etc, die es schon immer gab



Ich habe viel im Personalbereich zu schaffen und kenne ähnliche Aussagen von Personalentscheidern bezüglich der Qualität vieler ihrer Bewerber. Und ich bin ganauso Optimistisch, dass sich da seitens der Politik, der Schulen, der Eltern nichts ändern wird, weil keiner eine positive Veränderung anstößt. Es wird wie immer nur über das Problem geredet, der Schuldige ausgemacht, oder sogar der Anstößige öffentlich diffamiert (z.B.Sarrazin).

Gruß
Markus

egge
08.09.2010, 10:55
Ein kleines Googeln nach „offene Leerstellen“ ergibt beispielsweise:
- "Längst nicht alle Lehrstellen können besetzt werden."
- "Gab es in den vergangenen Jahren noch zu viele Bewerber auf eine Lehrstelle, ...
- "Im Handwerk fehlen im laufenden Jahr bis zu 10.000 Auszubildende."
- "Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sind noch viele Lehrstellen frei."

Der Spiegel dagegen im Moment: (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716150,00.html)

"Für Berufseinsteiger sind die Zeiten schlecht: Einer Studie zufolge finden immer weniger junge Menschen einen Ausbildungsplatz."

Ja also was jetzt? Findet sich vielleicht ein Betroffener (Arbeitgeber oder Azubi), der mal objektiv berichten kann?

Beides ist wohl wahr. Je nach Branche. "Bürojobs" seien heiß begehrt.

Generation Facebug findet nix "passendes", und dem Handwerker bringt so Eine(r) nix.

checkup
08.09.2010, 11:21
Moin,
Woher nimmst du denn diese Weisheit?


Das lässt sich ganz einfach herleiten aus mehreren Rahmendaten. Man hatte bisher Produktivitätszuwächse im einstelligen Prozentbereich pro Jahr. Das ist konsistent über die letzten 60 Jahre.

Demgegenüber steht aber zum einen die Globalisierung, die große Teile der Produktion in Länder mit bedeutend geringeren Stückkosten verlagert hat*, sowie die negative Einkommensentwicklung in Deutschland mit der Folge eines geschwächten Binnenmarktes und was am wichtigsten ist:

Null- bzw. Negativwachstum in fast allen westlichen Ländern in den letzten 10-15 Jahren. In den 90ern noch durch private Schulden getrieben, in den 2000ern dann zusehends durch öffentliche Verbindlichkeiten substituiert (aka "Bailout" und "Public private partnership"). Wenn man die Zahlen bereinigt, dann sind die Unternehmen nur durch Lohnzurückhaltung der AN und Geld aus öffentlicher Hand gewachsen.
Wenn es da noch einer schafft eine Lehrstelle in einem KFZ-Betrieb zu ergattern, bei der ein Ölwechsel heute 2-Brutto-Tagesgehälter kostet, dann muss man ihm wirklich gratulieren :)

Viele Grüße

*: Die Annahme in den 90ern, die Globalisierung würde für erhöhte Warenumsätze sorgen und damit auch den Ländern der ersten Welt eher nützen als schaden, hat sich als falsch herausgestellt. Allein schon die Ressourcenknappheit versetzten dem in den 00er-Jahren den Todesstoß.

Bushpilot
08.09.2010, 14:07
....Das lässt sich ganz einfach herleiten aus mehreren Rahmendaten....

Auch! Hauptsächlich durch Automatisierung gehen Arbeitsplätze verlorenen. Wo früher 5 Man(n) benötigt wurden um aus einem X ein U zu machen, reicht heute ein Diplomierter Halb-Idio... Ähm... -Weiser aus, der den Fertigungsroboter „überwacht“.
Außerdem sind heutzutage viel mehr frühere, nur, Hausfrauen auch auf dem Arbeitsmarkt. (Meine sehr verehrten mitlesenden Damen: Bitte, dass nicht falsch verstehen. Ich bin für Gleichberechtigung, besonders für gleiche Vergütung bei gleicher Leistung.)

Zum Thema Ausbildung und Lehrlinge:
Das Problem ist offensichtlich Weltweit. Ihr wollt gar nicht wissen was hier so abläuft! Ich habe mein eigenes Geschäft, Verkauf und Dienstleistung (neudeutsch: Sales und Service), und benötige einen Servicemechaniker! Was glaubt Ihr, was ich so alles an Stielblüten der Sauerstoffverschwender zu sehen bekomme. Wenn Blödheit eine Tödliche Krankheit wäre...


....
Ich habe viel im Personalbereich zu schaffen und kenne ähnliche Aussagen von Personalentscheidern bezüglich der Qualität vieler ihrer Bewerber....
Nebenbeigefragt an die Ausbilder/ Personalchefs hier in der Runde: Riechen die "möchte gern" Lehrlinge bei euch teilweise auch so Streng?
Ich hatte grade eben einen arbeitssuchenden Lehrling, der hat gestunken als ob der noch nie was von Wasser und Seife gehört hatte, seid er in der Fruchtblase das letzte Mal Berührung mit Wasser hatte!

Bleiente
08.09.2010, 14:31
Hallo Thomas,
ich hatte einen Bewerber der roch streng nach Gummi.
In den Ohren Hohlnieten mit 25 mm Innendurchmesser.
Das war ein Cyber-Gothic der mit Gasmaske tanzt und nicht vor 14:00 aufsteht.
Hab ihn nicht genommen. Bin ich Oberflächlich ?
Gruss Andi

Rainer511
08.09.2010, 16:05
Hallo Thomas,
ich hatte einen Bewerber der roch streng nach Gummi.
In den Ohren Hohlnieten mit 25 mm Innendurchmesser.
Das war ein Cyber-Gothic der mit Gasmaske tanzt und nicht vor 14:00 aufsteht.
Hab ihn nicht genommen. Bin ich Oberflächlich ?
Gruss Andi

Hallo Leute,

... habe noch Tränen in den Augen..... sehe den schon vor mir.....

Habe da auch schon einiges gesehen, mansche hielten sich für soooo schlau, konnten aber ihren eigenen Namen nicht richtig schreiben, laberten dann von "Erfahrung" und immer die Aussage "früher!!!".... mit 16???? Die haben "früher" noch in die Windel geschissen!!!!

Aber man kann nicht ALLE über einen Kamm scheren, es gibt auch GUTE...... nur die sind heute sehr dünn gesät.


Gruß, Rainer.

MarkusN
08.09.2010, 16:24
Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.

Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.
Aristoteles, gr. Philosoph, 384-322 v. Chr.

Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.
Mönch namens Peter, 1274 n. Chr.

Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.
Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.

Hans Rupp
08.09.2010, 16:31
Hallo,

vor ein paar Tagen kam in SWR1 eine Reportage zu dem Thema. Es wurde eine KFZ-Meister interviewt, der aus Trotz vor 4 Jahren den schlechtesten Hauptschulabsolventen genommen hat. Der Junge (übrigens mit Migrationshintergrund) hatte im letzten Schuhljahr 58 unentschuldigte Fehltage.

Der Junge hat begriffen, dass die Chance für ihn wie ein 6er im Lotto ist und hat sich voll reingehängt. Er hat dies im Interview so ähnlich ausgedrückt, dazu ist es eben cooler bei einem Porsche Öl zu wechseln, als am Herd zu kochen. 0 Fehltage während der gesamten Ausbildungszeit. Blöd konnte er ja nicht sein, da er mit den Fehltagen immerhin noch den Abschluss geschafft hatte. Er wurde unbefristet übernommen.

Ist sicher eher untypisch, letzlich behaupte ich aber, dass die heutige Jugend genauso dumm oder schlau ist wie die vor 40 Jahren. In Zeiträumen der Evolutionstheorie ist das nämlich keine meßbare Zeiteinheit ;)

Was fehlt die Motivation. Warum ist sicher sehr vielschichtig.

Hans

P.S. Markus Zitatsammlung geht ja auch in die Richtung.

Keks
08.09.2010, 16:57
Hallo,
die Jugend ist ein Spiegel der Geselschaft. Eigenständiges Denken wird aberzogen, was anders ist als störend empfunden und Gesetze gelten nur, wenn sie die Mehrheit nicht stören. Falls erwünscht liefere ich Beispiele und Agumentation nach.
Gruß Michael

Bushpilot
08.09.2010, 17:33
Danke MarkusN.
Tja, das Problem gibt es also schon seid Adam und Eva. Es beruhigt ungemein das es, in schriftlich belegten mindestens 4000Jahren, niemand in den Griff bekommen hat. Somit sind alle unschuldig: Es war schon immer so!

Na gut, also das Motto lautet: Anpassen! Einstellen wer oder was auch immer auftaucht... das wird schon. Die Geschichte hat es bewiesen: Die Menschheit ist nicht an der Jugend zu Grunde gegangen.

Äh... Andi...
Hast du die Adresse von deinem Cyper-Gothic Typen noch? Ich bräuchte nämlich eine Gasmaske, damit ich den neuen Angestellten in meiner Firma besser begrüßen kann. Es sieht sicherlich nicht ganz so gut (kommt nicht so cool rüber?) aus, wenn der Chef den Jungen Mann gleich vor die Füße kotzt...

PIK 20
08.09.2010, 17:49
Heute wurde im Radio Steiermark die Meldung gebracht dass 6 bis 8% der Einwohner Analphabeten sind. Die Zahl wurde mit ca. 100.000 konkretisiert.

Bitte jetzt keine blöden Witze darüber machen, das ist viel zu ernst.

Ich bin mir auch sicher dass die Situation länderübergreifend gleich ist.

In meinem Bekanntenkreis habe ich vom Ausbildungsstand einiger Lehrstellenanwärter erfahren, die einem Angst machen.

Den Migrationshintergrund allein dafür verantwortlich machen geht am Problem vorbei.

Nein es sind auch unsere "eingeborenen" Jugendlichen.

Heinz

Keller-Power
08.09.2010, 18:19
Hallo alle zusammen,

ich bin jetzt 20Jahre alt und muss echt sagen, das es heute sehr schwierig ist eine/n Passenden Lehrling zu finden. Aber ich glaube das meiste ist dazu zurück zu führen das einfach Viele Jugendliche nicht Qualifiziert sind. Und weil auch von den Eltern kein Druck kommt. Ich bin jetzt im 3´en Lehrjahr als Augenoptikerr, die Stelle die so schon eher schwierig zu bekommen ist hatte ich nach 2´wochen vom Suchen bis zum Vertrag, weil einfach auch MÜHE dahinter steckt. Ich habe keine Bewerbungen ohne sich zu bewegen weggeschikt. Ich bin durch die Gegend gefahren und habe jeden Optiker direkt zu Rede gestellt, sich vorgestellt, unterlagen dagelassen...Siehe da, ich war gleich 3 Optikern so sympathisch das sie mich haben wollten!

Wisst ihr was ich damit sagen will! Die Jugend heute hat kaum interesse was zu suchen oder sich zu bemühen...Und das kommt nicht wegen imigrationshintergrund oder sonst was, das kommt von der Gesellschaft und vorallem von den Eigenen Eltern die, die Kinder nicht fördern! Ich habe bereits mit 10Jahren an Modellfliegern gebastelt, aber nur weil das meine Eltern auch geförtdert haben...

Gruß

Bleiente
08.09.2010, 18:42
Hallo Keller-Power,

naja heute wird das Kind in der 1.Klasse in die Mittagsbetreuung bis 17:00 gefahren und danach in Geige. Was bei der Elitezucht rauskommt weis ich jetzt schon.

Sich mit Kindern zu beschäftigen ist nicht schick.

Gruss Andi

MarkusN
08.09.2010, 19:23
Nix für Ungut, K.P., aber Dein Post würde, so er als Bewerbungsschreiben eingegangen wäre, als Beispiel dafür herhalten müssen, dass die Kids in der Schule nicht mehr anständig lesen und schreiben lernen.

udogigahertz
08.09.2010, 19:37
Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.

Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.
Aristoteles, gr. Philosoph, 384-322 v. Chr.


Na ja, nur ein paar Generationen später verloren die Griechen dann ja auch wirklich ihre Vormachtstellung und Bedeutung in der damaligen Welt und wurden zu einem belächelten Vasallenstaat ohne jede Bedeutung innerhalb des Römischen Reiches.


Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.
Mönch namens Peter, 1274 n. Chr. Das Ende des Mittelalters wurde um diese Zeit endgültig eingeläutet, einhergehend mit Not und Elend überall in der damals bekannten Welt, diese traurige Periode endete erst allmählich einige Jahrzehnte nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.


Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.
Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.Tja, auch von diesem Ur hört man seitdem nicht mehr so viel ........

Grüße
Udo

Thomas Ebert
08.09.2010, 20:34
Hallo,
ich habe selber 2 Auszubildende. In der (Haupt-)Schule nur mit ach und Krach durchgekommen, bzw. Abschluss über Berufsvorbereitungsjahr.
Aber superfreundlich zu meinen Patienten, zuverlässig, vertrauenswürdig. Ihre Arbeiten in der Praxis machen sie ganz ehrlich zu meiner vollsten Zufriedenheit, wie das immer im "Zeugnisdeutsch" so hintersinnig heisst.
Beide eingestellt nach einem Praktikum - weil mir ein Schulzeugnis heute nichts mehr über die realen Fähigkeiten eines Bewerbers sagt. (Genausowenig sagt ein Berufzeugnis etwas über einen Arbeitnehmer aus, seitdem es im Arbeitsrecht einen justiziablen Anspruch auf ein gutes/wohlwollendes Zeugnis selbst für die größte Flitzpiepe gibt...)

Die gute Arbeit in der Praxis spiegelt sich bloß wie zu erwarten nicht in ihren Berufschulnoten, z.B. in Religion !!! wieder.
Vielleicht müsste auch einfach mal das bekloppte Berufschulunwesen entrümpelt werden, um wieder mehr erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse zu erreichen.

Wenn jemand in 9 Jahren Grund- und Hauptschule zzgl. eventueller Ehrenrunden kein gutes Schriftdeutsch gelernt hat - glaubt hier ernsthaft jemand, dass 1,5 Tage Berufschule je Woche das richten?

Edit: Mein Fazit: Es gibt genug geeignete Bewerber, nur ist die Suche danach etwas schwieriger geworden, weil früher brauchbare Kriterien wie Schulnoten heute nichts mehr taugen!


Gruß, Thomas

Keller-Power
08.09.2010, 20:49
Markus:),

dachte mir schon das mich jemand darauf anspricht. Das ist eine schwäche von mir, dafür habe ich aber andere Qualitäten. Jeder hat ja schwächen und stärken, keiner ist Perfekt wäre schlimm wenn es so wäre.

Gruß

kioto
08.09.2010, 23:25
Hallo ,
Leider liest man in diesem Threat viele der üblichen Vorurteile. z.B.
dass es mit der Jugend immer schlimmer wird. Dies beklagen die weisen Denker schon seit mindestens 2000 Jahren (ich glaube auch Sokrates), trotzdem waren wir inzwischen auf dem Mond.
Das Problem ist, dass sich heute Ausbilder kaum noch in der Rolle des Erziehers sehen wollen, dass Personalverantwortliche nach Schema F urteilen und insgesamt die Bereitschaft, eine persönliche Verantwortung für Schüler oder Lehrlinge zu übernehmen, zurückgeht. Zudem werden die Anforderungen immer höher, ohne mittlere Reife kann man kaum noch bei Aldi die Regale einräumen.
Das Jugendliche, die es nur zum Haupschulabschluss schaffen (nicht jeder ist Einstein)keinen Bock haben, kann ich nachvollziehen, wird ihnen doch deutlich klar gemacht, dass sie ausser Harz 4 nicht mehr viel vom Leben zu erwarten haben.
Ist der Schulweg nicht ganz grade, geraten sie trot Realschulabschluss in die Mühle der Qualifizierungs- und Weiterbildungsmassnahmen vom Arbeitsamt und den vielen privaten institutionen, die dort ein Geschäftfeld entdeckt haben, wo teilweise der komplette Irrsin blüht und wissen doch, dass gerade diese Historie sie dauerhaft untauglich macht.
So mögen viele heute untauglich sein, aber das System, das sie tauglich machen sollte, ist es in viel grösserem Maß.

mfg Werner am NO Kanal

Gast_8624
09.09.2010, 00:09
Das Problem ist, dass sich heute Ausbilder kaum noch in der Rolle des Erziehers sehen wollen...
...und das mit Recht, denn da geht es um (Berufs)ausbildung, nicht um Erziehung. Das das "System" (Elternhaus, Schule) diese Erziehung nicht leisten konnte, da hast Du recht.

Korbinian H.
09.09.2010, 00:25
Die aufgaben des Meisters, beinhalten aber auch Erziehung.

Erziehung spielt auch in der Berufsschule noch eine wichtige rolle. Aber wenn es erstmal soweit ist, dass einer in die Berufsschule geht, ist es zu spät für die Erziehung. Da muss schon eher angesetzt werden.

Im ersten Lehrjahr zum Feinwerkmechaniker haben wir im Deutschunterricht gelernt "Wie telefoniere ich richtig?". (GEHTS NOCH?!?!?:mad:)

Niklas Fischer
09.09.2010, 00:48
Es ist eigentlich in meinem Umfeld nicht so schlimm, wie man es gerne mal *irgendwo* hört und liest. Wer wirklich Arbeit will, fndet auch welche. Vielleicht nicht die Traumlösung, aber Arbeit.
Mal doof gesagt, war es mit der Erziehung früher wohl auch leichter. Zum einen kam genug Geld in die Familienkasse, wenn nur einer gearbeitet hat - zum anderen haben die Jugendlichen heute ganz neue Möglichkeiten um Ihren Werdegang zu versauen. "Früher" waren das 3-5 Böse Typen aus dem Bekanntenkreis - heute sind es n Millionen auf youtube und in Foren ;)

Am Ende müssen die Eltern Ihre Kinder erziehen - und das wars auch schon. Die Erziehung auf andere abwälzen oder wenns zu spät ist irgend ne super-nanny kommen lassen is voll für`n Arsch - und wars auch vor 50 Jahren schon... hatte nur nen anderen Namen... Und sowieso war früher alles besser - Primär die Zukunft!


greets, Nik

Bushpilot
09.09.2010, 09:54
Hmmm… ich war auch ein Schlüsselkind und habe meine Eltern auch nur morgens und abends zu Gesicht bekommen. Beide waren voll berufstätig um die Familie über die runden zu bekommen.
Trotzdem liege ich, um es salopp auszudrücken, nicht unter einer Brücke und lasse mich mit Staatlichen Hilfspaketen durchfüttern.

Das kann (wird!) auch am Umfeld liegen, wie gestalte ich meine Freie Zeit? Habe ich Hobbys? Freunde? Haben die Eltern, trotz Zeitmangels, doch noch ein halbes Auge auf den Spross... Permanente Partys abhalten oder 16 Stunden am Tag TV oder Computerspielen sind der Entwicklung wahrscheinlich nicht grade förderlich.

Ich glaube auch das die Schule, von Klasse 1 an, mal reformiert werden sollte: Das System in 10 oder 12 Jahren aus einem Kind einen Erwachsenden zu basteln klappt nicht mehr. Viele der Kurse/Fächer, sind völliger Blödsinn. Wenn ein Mensch in den Schuljahren Schreiben, Lesen, Rechnen und etwas Allgemeinbildung (Geschichte, Bio, Erdkunde, Physik/Chemie...) eingetrichtert bekommen hat ist das doch genug. Die Schule ist für anständige Grundlagen zuständig.

Wer später mal Automechaniker, Computerspezi, Atomphysiker oder Astronaut werden will, dem helfen die vielen auswendig gelernten Techniken zur Angewandten Molekularküche herzlich wenig. Dafür kann er das Einmaleins nicht, schreibt und spricht schlecht... es war eben keine ZEIT dafür. Auch heutzutage hat der Tag nur 24 Stunden. Es wird versucht zuviel Wissen in begrenzter Zeit zu vermitteln. Wer wie ich vor dreißig- vierzig Jahren zur Schule ging musste z.b. vierzig Jahre weniger Geschichte lernen... kannte Computer nur aus SF Romanen...

Mir ist bei einem Jungen Mensch lieber das er kann lesen und schreiben kann, weis wie viel 2x5 ist...
Als das er stotternd versucht mir alle Amerikanischen Präsidenten aufzuzählen, versucht das Periodensystem vorwärts und rückwärts runterrattern (In Arabisch!) dabei ein paar Elemente vergisst oder dazuerfindet, oder bis ins letzte Detail die Funktionsweise eines Kernfusionsreaktors erklären kann.
Das dabei sein Handy 5x klingelt, er aussieht als käme er von einem Casting zu einem Horrorfilm, dass guten Morgen schon mal weg lässt (ist eh Mittag), im Stuhl sitzt wie ein nasser Mehlsack und das du nach dem Händeschütteln das dringende Bedürfnis verspürst die ABC-Truppe der Feuerwehr anzurufen, macht die Sache auch nicht einfacher.

Nein, ein Nerd muss es aber auch nicht sein.;)

MarkusN
09.09.2010, 10:13
Auf gut Deutsch: wenn alle Menschen wären wie Du, wärs auf der Welt viel einfacher?

So ist es doch. Sich mit dem Anderen auseinanderzusetzen ist anstrengend.

Die 40 Jahre Geschichte mehr, die der Mensch heute lernen muss, sind im übrigen die wichtigsten und für uns relevantesten, und keineswegs überflüssig. Die meisten Schulen brechen aber nach dem WWII ab. (Und damit meine ich keine Listen von Daten und Präsidentennamen.)

ACME
09.09.2010, 10:57
Hallo,





Im ersten Lehrjahr zum Feinwerkmechaniker haben wir im Deutschunterricht gelernt "Wie telefoniere ich richtig?". (GEHTS NOCH?!?!?:mad:)

ja das ist doch super! Telefonieren will auch gelernt sein. Ich freue mich immer, wenn ich beim Telefonieren mal auf ein Gegenüber treffe, das wenigstens ein paar Telefonregeln kennt. Das Telefonat wird gleich viel angenehmer und man kommt eher zum Ziel. Auch wenn dir das blöd vorkommt, sollte man geschäftliches Telefonieren nicht mit Handygequatsche verwechseln, aber das haste ja nun sicher gelernt ;-)
Frag mich nur, ob euer Lehrer qualifiziert genug zu diesem wirklich anspruchsvollen Thema war:cool:

Gruß
Markus

Bushpilot
09.09.2010, 12:41
Auf gut Deutsch: wenn alle Menschen wären wie Du, wärs auf der Welt viel einfacher?
Nein, um Himmels Willen, bloß nicht noch mal einen wie mich! Das würde ich keinem Zumuten wollen. An meinen Wesen kann die Welt nicht genesen. (wenn’s Gnädigerweise erlaubt ist den Spruch etwas zu verballhornen, ihre gütige hochwohlgeborene Durchlocht);)


So ist es doch. Sich mit dem Anderen auseinanderzusetzen ist anstrengend.

Sicher? Wenn mir dass zu anstrenget sein würde, dann würde ich meine vorlaute Berliner Schnauze halten und im Forum nicht ein Wort Posten. Ich behaupte nie dass meine Meinungen und Ansichten der Weisheit letzter Schluss sind. Es gibt in einer Gemeinschaft, das Forum ist so was, immer andere Meinungen und Ansichten. Das ist zu Akzeptieren, auch wenn man die nicht teilen kann.
Ich darf mich jeden Tag aufs neue mit nicht ausgebildeten Menschen beschäftigen, deren Kultur zum Teil etwas, nun ja... Steinzeitlich ist. Mit Menschen die es, auch mit Engelsgeduld vorgebetet, nicht verstehen können, das man doch was lernen müsste um mehr Geld zu verdienen. Mit Menschen die nach kurzer Zeit denken sie wissen alles, und machen sich auf einen Hinterhof selbstständig... und sind nach ein paar Monaten pleite und verschuldet.


Die 40 Jahre Geschichte mehr, die der Mensch heute lernen muss, sind im übrigen die wichtigsten und für uns relevantesten, und keineswegs überflüssig.

Ich habe nicht behauptet das die letzten vierzig Jahre unwichtig gewesen sein würden.
Ich hatte geschrieben das ich vor 30-40 Jahren zur Schule ging! Ergo: Ich habe die Zeit nicht (Nach-)lernen müssen, sondern dürfte voll dabei sein.


Die meisten Schulen brechen aber nach dem WWII ab. (Und damit meine ich keine Listen von Daten und Präsidentennamen.)

Richtig. Vom angeblichen Urknall über Adam und Eva im Eiltempo bis zum Dritten Reich, da drauf, bitte schön, ewig und drei Tage rumreiten... bis auch der letzte Verstanden hat das ein Deutscher auf sein Heimatland nicht Stolz zu sein hat. Selbst wenn der letzte nicht mal deutscher ist!

Und die Amerikanischen Präsidenten gehen mir, gelinde gesagt, am Arsch vorbei. Ich MUSSTE die auswendig lernen, zu Glück nur die bis 1979. Ich glaube kaum, dass Amerikanische Schulkinder die Deutschen Kanzler herunterbeten können müssen. Wieso dann aber umgekehrt?
Warum muss ein 15jähriger das Periodensystem auswendig kennen, wenn er ausrechnen kann das 1+1=4 ist?

Gast_7884
09.09.2010, 21:17
Trotzdem, das mit den jungen Analphabeten ist schon ein großes Problem, man muss nur im Internet mal in die Foren oder Chats schauen :D

Zu meiner Zeit gab es in der Grundschule bis hin zum Gymnasium im Fach Deutsch noch Diktate als Klassenarbeit. Die wurden zwischenzeitlich anscheinend abgeschafft und die Folgen sind offensichtlich.

Was man den Medien noch glauben soll, ist auch so eine Sache, Beispiel "Ingenieurmangel".
Aus meiner Erfahrung stellen namhafte Firmen kaum noch Ingenieure ein und besorgen sich ihr Personal lieber bei sogenanten "Ingenieursdienstleistern", landläufig auch Personalverhurer genannt.
Nur welcher frischgebackene Ingenieur will bei denen schon freiwillig anfangen, zu einem Gehalt ca. 1000€ unter dem eines festangestellten Ingenieurs in der Firma an die er vermietet werden soll? D.h. der herbeibeschworene Ingenieurmangel bezieht sich ausschließlich auf die Zeitarbeit.

Ich bin jedenfalls froh, heute keine 20 mehr zu sein...

Gruß Gerd