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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baubericht Typhoon GFK von RCRCM



Stefan_L
11.09.2010, 12:09
Da mir die Bauberichte hier schon vieles einfacher gemacht haben, nun auch mal ein Beitrag von mir.
Der Typhoon fiel mir 09-2009 auf und ging mir dann die nächsten Wochen nicht mehr aus dem Sinn.
Berlin ist zwar nicht gerade für Hangflug berühmt, aber da der Typhoon mit gesetzten Wölbklappen auch in der Thermik gut gehen soll wollte ich es mal probieren.

Die Beiträge bei RC-Groups klangen nicht schlecht diesbezüglich. Außerdem wollte ich ja eh mehr Zeit mit Hangflug verbringen....

Der chinesische Hersteller http://www.rcrcm.com/ wollte bei Versand nach Nanjing 453 US-Dollar,
bei EMC-Vega lag er ohne Kabelbaum und Schutztaschen bei 429,- Euro ohne Versand,
in England bei www.sloperacer.co.uk war er für Modell inkl. Kabelsatz 280 GBP, Schutztaschen 15 GBP, Versand in UK 15 GBP zu bekommen.
Versand nach Deutschland wäre ca. 20 GBP teurer geworden.

Nanjing (China) und Newcastle (UK) kann ich nutzen da reger Reiseverkehr in der Firma zu diesen Orten stattfindet und sich ein Kollege finden läßt ein Modell mitzunehmen.
Nach ein wenig Kommunikation mit den Anbietern entschied ich mich für Sloperacer da ich mich kompetent beraten fühlte und der Preis deutlich günstiger war. Es sollte die GFK-Version werden die für meinen Einsatzzweck ausreichend stabil sei.

Damals wurde Bezahlung per Paypal noch nicht angeboten (inzwischen schon) also überwies ich 400,- Euro online auf das Konto und bekam nach ein paar Tagen Bescheid das 25,- Euro zuviel überwiesen worden sind. Also hat mich das Modell komplett mit Taschen 375,- gekostet.

Geliefert wurde er dann an einen Kollegen in Newcastle und als ich 2 Wochen später dienstlich dort war nahm ich ihn als normales Gepäck im Flieger mit nach Hause. Aufgegeben als Sperrgut, mit Aufklebern "Fragile" versehen, gut gepolstert im Karton mit Kartopffelchips (für einen Kollegen) war das Gesicht des "Durchleuters" beim Check-in schon nicht schlecht als ich ihm erklärte was da in der Box sei. Er konnte, bis auf die Sorte der Chips, meine Angaben bestätigen. In Berlin Tegel wurde der Karton unbeschädigt per Hand ausgeliefert. Servos hatte ich schon vorher bestellt, so konnte der Bau dann bald losgehen als Zeit war.

Mein Eindruck: Alle Teile sind gut gearbeitet, die Steckung des Pendel-HR war anfangs etwas schwergängig, die Nähte am Rumpf sind "normalbreit" aber durch die schwarze Farbe recht deutlich sichtbar.
Die Lackierung ist sauber, an den Rändern minimal vernebelt. Die Endleisten sind nicht superdünn wie bei manch anderen Modellen, ca. 0,5 - 0,8 mm. Gefällt mir gut da ich bei den sehr dünnen Endleisten schnell Ausbrüche habe da ich irgendwo leicht anecke.

Die Taschen bestehen aus alukaschierter Schaumfolie, sind sauber vernäht (auch die Klettverschlüsse) und passen sehr gut. Die Rumpftasche ist etwas eng, passt aber auch noch wenn die MPX-Stecker im Rumpf eingeklebt sind.
Der Kabelbaum passt exakt, der Flächenverbinder ebenso.

Die Vorfertigung ist sehr gut, alle Ruderhörner sind eingebaut, der Umlenkhebel für das Pendel-HLW auch, die Schubstangen sind mit Gabelköpfen am SLW und Pendelruderhebel bereits montiert. Das beiligende Kleinmaterial ist OK.

In den Ausschnitten für QR- und WK-Servos ist CFK-Gewebe in der Oberschale, dadurch ist die Fläche dort etwas stabiler und eingeklebte Servos zeichen sich nicht an der Oberseite ab. Außerdem wurde anscheinend mit Abreißgewebe der Klebebereich vorbereitet das man nix anschleifen muß.

WK un dQR sind an der Unterseite angeschlagen, mit einer Überkreuzanlenkung lassen sich bei den WK mehr als 70° Ausschlag realisieren.
Der Einbau der Servos in den Flächen war leicht, im Rumpf ebenso. Der SMC-19 DS ist etwas groß wenn man eine 4zelligen AA-Akkublock im Rumpf unterbringen will.
Die Ausschnitte für die Kohleschubrohre mußten deutlich aufgeweitet werden bei der von mir gewählten Servomontage. Das Ballastrohr ist ausreichend stabil und am Ende gut verschlossen.

Mit dem Bau war ich zufrieden, es gab keine Probleme und nix Aufregendes.

Handstart war letzte Woche, bei ca. 2 Bft Gegenwind völlig problemlos, der 2. Start nach ein wenig HR-Trimmung brachte dann ein fettes Grinsen auf mein Gesicht. Das hielt dann auch noch den ganzen langen Fußweg zum Modell an. Ein sehr guter Gleitwinkel. Aus Zeitgründen war mehr nicht möglich.
Da kein "Hangflugwind" vorhergesgt war baute ich noch schnell einen abnehmbaren Hochstarthaken der in einen Aluzylinder geschraubt wrd der in das Ballastrohr geschoben werden kann. Der Hohlraum zwischen Ballastrohr und Rumpfunterseite wurde mit angedicktem Harz gefüllt das die Kräfte besser in den Rumpf eingeleitet werden.

Wenn nix dazwischen kommt geht es Morgen an die Winde oder das Gummiseil.

Stefan_L
14.09.2010, 09:56
Glücklicherweise war das Wetter am Sonntag noch brauchbar...

Den dünnen Schlauchgummi des Vereins habe ich nach 2 Versuchen wieder eingerollt, knapp 20 m Höhe waren nicht das was ich mir zum ausprobieren vorgestellt hatte.

Der erste Eindruck allerdings war so wie ich es mir erhofft hatte: fliegt einfach super!

Das ich mal beim Erstflug in 5 m Höhe noch den Mut habe einen weiteren Vollkreis zu fliegen da das Modell ja ausreichend fahrt hat und ich das Gefühl habe als flöge ich ihn schon seit Wochen hat mich verwundert.

Butterfly ist ein Wucht, mit den angegebenen Mischern wird er einfach nur langsamer und schwebt ein.

Als dann später noch die Winde aufgebaut wurde habe ich es auch dort probiert. Diesmal schon mehr Höhe, aber zu wenig gezogen und zu schnell ausgeklinkt.

Macht Spaß in der Luft, Schwerpunkt bei ca. 87 mm passt für's Erste.
Ruderwirkung ist sehr direkt und schnell aber nicht hektisch, das kleine Seitenruder wirkt erstaunlich gut.

Da die Wölbklappen sehr nach unten ausschlagen nehme ich Butterfly kurz vor dem aufsetzen in can 20 cm Höhe weg. Gink links einwandfrei, rechts blieb die Wölbklappe auch ca. 60° stehen. Passiert ist weiter nix, die Dichtlippe stieß an die Oberschale. Liegt wohl ander Sonneneinstrahlung, vor dem Flug ging es einwandfrei, nach 20 Minuten im Schatten auch wieder. Das wurde dann am Sonntag Abend gleich nachgearbeitet.

Alle Servos sind HD2216-MG (heißen jetzt TGY-2216-MG), Gesamtgewicht liegt bei 1476 g, davon 140 g Blei (100 g in die Schnauze gegossen, der Rest noch lose zum einfliegen). Die Antenne liegt im Rumpf parallel zu den Kohleschubrohren und ist im SLW senkrecht nach oben geführt. Reichenprobleme gibt es keine (> 80m mit einem ausgezogenen Glied der Senderantenne der MX-22)