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dbrehm
28.09.2010, 08:13
Hallo an alle,

jetzt sind es noch 34 Tage bis zur DMM im Saalflug in den Einsteigerklassen F1M und F1M-L in Dillingen an der Saar. Sporthalle West, Konrad-Adenauer-Allee. Dort erwartet uns eine sehr schöne, große 7m hohe Halle mit glatter Decke!

Kurz zu den Klassen, die dort geflogen werden: (Text aus dem Wiki (http://wiki.rc-network.de/Saalflug))

F1M

Im Gegensatz zu F1D ist bei F1M-Modellen ein geradezu „großzügiges“ Mindestgewicht von 3g vorgeschrieben. Der Bau vereinfacht sich entsprechend. Die Flügel müssen nicht mehr abgespannt werden. Der Rohrrumpf kann massiver ausgelegt werden und kommt mit sehr wenig Abspannung aus. Auf eine Skelettluftschraube kann verzichtet werden. Will man wettbewerbsfähige Zeiten erreichen, ist aber auch in dieser Klasse ein Verstellpropeller erforderlich.

* Spannweite maximal 46cm
* Mindestgewicht 3g
* Gewicht des geschmierten Gummis maximal 1,5g

F1M-L (F1M limited)

Mit dieser nur in Deutschland gültigen Klassendefinition ist es gelungen, ein wirklich einsteigerfreundliches Regelwerk zu finden. Wie der Klassennahme vermuten läßt , basiert diese Klasse auf der internationalen Klasse F1M, unterliegt aber noch weiteren Einschränkungen:

* Rumpflänge maximal 65cm
* Flächentiefe maximal 15cm
* Durchmesser Luftschraube maximal 35cm
* Hakenabstand Luftschraube – Endhaken 27cm
* Rohrrümpfe, Skelettluftschrauben und Verstellpropeller sind nicht gestattet.

(Quelle: DaeC, Bemod, Klassenvorschrift F1M, F1M-L)

F1M-L-Modelle können mit ein wenig Sorgfalt von Einsteigern leicht gebaut werden. Wer mit einer genauen Waage etwas auf das Gewicht achtet, wird mit einem kaum übergewichtigen Modell belohnt. Es sind Flugzeiten von bis zu 10 min drin. Meine eigene Bestleistung liegt derzeit bei etwa 8 min. Ich habe also noch Luft nach oben.

Da ist es natürlich eine glückliche Fügung, daß H.Eder am 17.10. in Augsburg, Ulrich-Hofmaier-Str. 30 einen offenen Saalflugwettbewerb ausgeschrieben hat. Darüber hinaus kann am 10.10. dort trainiert werden.

Anmeldung Augsburg: Heinz Eder (eder-h@arcor.de)

Anmeldung DMM: A Klinck (modellflug-dillingen@web.de)

Da ich bisher nur ein wettbewerbstaugliches F1M-L-Modell besitze, kann ich wohl nicht anders, als noch ein zweites zu bauen. Es ist unwahrscheinlich beruhigend, noch ein Ersatzmodell dabei zu haben. Wie über freundliche Kameraden und die Thermiksense (http://www.thermiksense.de) zu erfahren war, kann bei A.Klinck auf Nachfrage ein weitgehend vorgerichteter Bausatz für ein F1M-L-Modell erworben werden. Einen solchen habe ich mir besorgt und werde bis zur DMM über dessen Werdegang berichten

es grüßt Dieter

@hastf1b:
der Hut ist in den Ring geworfen! Ich hoffe, Du kommst auch, damit wir zusammen gegeneinander fliegen können!

dbrehm
29.09.2010, 23:54
Hallo an alle,

Tag 33 vor der DMM

ich möchte kurz vorstellen, um welches Saalflugmodell es hier gehen wird. Es ist ein Entwurf von A.Klinck Im Anhang ist eine Planskizze enthalten und ein Blick auf das Bausatzpäckchen, das ich von A.Klinck erhalten habe.

Morgen geht es dann richtig los mit dem Baubericht.

es grüßt auf die Nacht

Dieter

dbrehm
30.09.2010, 08:40
wie ich aus der Erfahrung aus dem Bau eines Ministicks und meines ersten F1M-L-Modells wußte, stellt die Auswahl und das Zurichten des Holzes einen erheblichen Teil der Bauzeit dar. Da mußte ich Balsabrettchen wiegen, die schweren gleich zur Seite legen. Quarter- oder C-grain-Brettchen von denen der Klasse A und B trennen, Leisten für die aktuelle Baugruppe schneiden und erneut wiegen, um dann entäuscht festzustellen, daß ich das Zielgewicht nicht erreicht habe. Und wenn dann das Gewicht wirklich mal stimmte, dann waren die Leisten leider vieeeel zu weich. However – es ist wie beim Monopoly spielen: Es geht immer zurück auf „Los“ und man kriegt auch keine „4000 DM“…mit dem Erwerb des Bausatzes wollte ich mir in erster Linie diesen Aufwand ersparen. Werfen wir nun einen Blick auf den Bausatz, was ist also alles drin, in der Bausatzkiste:

Es finden sich sauber zugerichtete Holzleisten für alle Baugruppen, komplett fertig vorgearbeitete Luftschraubenblätter, die Welle und der Endhaken sind vorgebogen, die Randbögen und das runde Seitenleitwerke liegen als Bogenrohlinge bei. Ein professionelles Motorlager ist ebenso dabei wie superleichtes Bespannmaterial, Papierröhrchen und ein sauber geschnittener Gummi mit 1,5g. Mit soviel Vorarbeit hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet. Die größten Schwierigkeiten sind damit schon aus dem Weg. Mit solchem Material ist der Bau ein Spaziergang.

Ich begann also frohen Mutes mit dem Bau des Rumpfes. Dieser wird aus zwei Teilen zusammengefügt: dem Motorträger und dem Leitwerksträger. Zuerst nahm ich mir den Motorträger vor, was da heißt, denselben bogenförmig zuzurichten und auf der rechten Seite nach oben spitz zulaufend abzunehmen. Das Zielgewicht zu erreichen war ein leichtes. Das sah mit dem Leitwerksträger schon anders aus. Das beiliegende Balsarundholz war für mein Vorhaben zu kurz. Ein Blick auf die beigefügten Bauunterlagen zeigten rasch, warum das so war: der mir vorliegende Plan aus der Thermiksense wurde zwischenzeitlich von A. Klinck modifiziert. Da ich aber mein zweites Modell exakt wie das erste bauen wollte, mußte ich reagieren und aus eigenen Holzbeständen nach geeignetem Material suchen…..wie das geht…siehe oben.

Den Leitwerksträger habe ich aus einer 4mm-Vierkantleiste konisch so zugeschliffen, daß er vorne 3++ und hinten in etwa 1,5mm Durchmesser hat. Um die beiden Rumpfteile miteinander zu verbinden, habe ich in den Motorträger ein 3mm Sackloch gebohrt. Mit ein paar Drehungen des Leitwerksträgers auf 400er Schleifpapier paßt dieser satt ins Ziel.

Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, daß es Zeit zum Aufhören ist. Im Haus war es schon verdächtig ruhig. So ruhig, daß auch ich mich der lockenden Stille nicht mehr entziehen konnte….

es grüßt Dieter

dbrehm
01.10.2010, 08:25
Der heutige Abend bot schlechte Aussichten für einen geruhsamen Werkstattabend – Familienpflichten riefen mich laut zurück ins Leben. Ein Elternabend in der Kirchengemeinde stand auf der Agenda. Das Los entschied - und meine Frau mußte gehen. Mir blieb die Aufgabe, die lieben Kleinen bettfein zu stimmen und in den Schlaf zu singen. Dies ging nach dem Abendessen erstaunlich flink, so daß ich unerwartetet noch etwas Zeit für mein Saalflugprojekt übrig hatte.

Nun denn. Zuerst sollte das Motorlager angeklebt werden. Zur Klebung verwende ich – wie auch beim Ministick - mit Aceton verdünnten Hartkleber der Firma mit den 3 Buchstaben. Damit wird das Motorlager mit etwas Linkszug auf den Motorträger aufgeklebt. Zur Verstärkung der Klebung kann die Sache entweder mit etwas Bindfaden oder einem Streifen Bespannpapier umwickelt werden. Bei Modell 1 hatte ich mit Erfolg Bindfaden verwendet, nun wollte ich sehen, wie es mit dem Papier klappt. Dieses liegt übrigens auch dem Bausatz bei. In völlig gleicher Manier habe ich dann den Endhaken eingeklebt und verstärkt.

Da diese Arbeiten rasch von der Hand gingen, blieb mir noch etwas Zeit, um mich mit der nächsten Baugruppe, dem Flügel- und Leitwerksbau zu beschäftigen. Als erstes habe ich mir die Bogenrohlinge für die Randbögen angeschaut. Die Herstellung derselben erfolgt durch Wässern von passenden Leistenstücken und Spannen um ein Form. Nach erfolgter Trocknung behalten diese weitgehend ihre Form. Meist muß aber für die formgerechte Verklebung nachgespannt werden. Dies ist mMn zumindest für die Tragfläche ein ungünstiger Umstand, denn für das Hochstellen der Ohren werden die Holme der fertig bespannten Fläche durchtrennt – die eingebaute Spannung wird frei und die Bespannung liegt in Falten….A. Klinck schrieb 2006 in der Thermiksense über eine alternative Herstellungsweise: Zwei dünne Balsabrettchen werden gewässert und mit verdünntem Weißleim übereinandergelegt. Das Laminat wird zum Trocknen über eine Form gespannt und hält nach der Trocknung wunderbar die vorgsehene Gestalt. Mit einen dünnen, biegsamen Kunststofflineal lassen sich aus diesem Laminat die Randbögen sehr schön herausschneiden. Diese Arbeit blieb mir durch den Bausatz natürlich erspart. Dennoch habe ich dazu Bilder – sie stammen aus dem Bau meines ersten F1M-Ls.

Mittlerweile war die Eingangstür zu hören...so endete der Werkstattaufenthalt und ich war gespannt, welche Neuigkeiten meine liebe Frau mit nach Hause brachte.

es grüßt Dieter

flieger-ralf
03.10.2010, 18:06
Hallo Dieter,
ich bin entsetzt. Du verwendest "Bindfaden"? Das ist ja schwerer als das ganze Modell.:D Versuche es doch mal mit der ganz dünnen Kevlarschnur vom Holmwickeln.:)
War heute zum Fliegen, toller Tag, alles bestens.


Grüße
flieger-ralf

dbrehm
04.10.2010, 07:55
Hallo Ralf,

nun gut, ich wurde ertappt.;) "Bindfaden" war wohl der falsche Begriff, in Wirklichkeit handelte es sich um dünnstes und relativ reißfestes Garn, welches die Schiffsmodellbauer für die Takelage verwenden. Ich bin mir ziemlich sicher, daß dieses Garn die Messlatte für das Mindestgewicht genausowenig schuldhaft reißt, wie das "bleischwere" 12g/m²-Bespannpapier.:rolleyes:

Übrigens: Wenn Du noch schnell baust, könntest Du es auch nach Dillingen schaffen....den Antriebsgummi spendiere ich:cool:

Ich konnte wegen der Kindergeburtstagsfeier meiner größten Kleinen nicht ans Fliegen & nicht ans Bauen denken. Daher habe ich heute auch keine Fortsetzung.

es grüßt herzlich Dieter

Gast_30958
04.10.2010, 08:49
Morgen,

sehr dünne und reißfeste Fäden kann man aus Nylon-Strümpfen "ziehen".

Motorski

F1H-NFlyer
04.10.2010, 10:59
Hallo Motorski,

Jetzt bist aber du erwischt: "Nylon" ist die Markenbezeichnung von Du Pont! Die Materialgruppe heißt Polyamid. Die Idee mit den Fäden aus dem Polyamid-Strumpf ist aber nicht schlecht!

Peter

Gast_30958
04.10.2010, 13:17
@F1H-NFlyer:
"Jetzt bist aber du erwischt: "Nylon" ist die Markenbezeichnung von Du Pont! Die Materialgruppe heißt Polyamid. Die Idee mit den Fäden aus dem Polyamid-Strumpf ist aber nicht schlecht!"

Stimmt! Das kommt davon, wenn man Begriffe seit frühester Kindheit eingetrichtert bekommt. Da muß ich zukünftig aufpassen...
Den Tipp mit den Strümpfen habe ich von den polnischen Saalfliegern: E. Ciapala und R. Czechowski (beide (?) waren mal schon Weltmeister in F1D, Czechowski 1974).
Es gibt ein Buch von den beiden:
"MODELE HALOWE Z NAPEDEM GUMOWYM" (nur in Polnisch), frei übersetzt heißt es:
"Hallenmodelle mit Gummimotorantrieb".

Man kann auch Saitendraht für Saiteninstrumente (Klavier, Harfe etc., 035-0,4 mm) für Luftschraubenwellen/Gummiaufhängung, Wolfram-/Chrom-Nickel-Draht (0,01-0,015mm) für die Verspannung verwenden. (Tipps aus dem Buch...).

Mein Tipp:
Es gibt auch im Bastlerbedarf echte Natur-Seidenfäden, sehr reißfest, aber auch etwas teuer... Vielleicht kann man dafür eine Seidenkrawatte opfern?
Mit der unbehandelten Zahnseide könnte es auch gehen, die muß man dann aber auch spleißen.

Gruß

Motorski

dbrehm
05.10.2010, 08:56
Puh…was für ein langer & anstrengender Arbeitstag lag da hinter mir! Als es endlich im Hause ruhig wurde – will heißen, daß die Kinder im Bett waren und das Abendessen verzehrt war, hatte das Sofa eine unerklärliche, beihnahe magische Anzeihungskraft. Füße hochlegen und fertig….aber nein, da ich jetzt schon ein paar Tage auf Werkstattentzug war, ging ich trotz der weit fortgeschrittenen Zeit in mein Reich. Wie schon so oft, war das Locken der Sirenen* bald überwunden.

Zunächst möchte ich gerne die von A.Klinck angegebenen Gewichtsvorgaben für die einzelnen Baugruppen erwähnen. Diese Übersicht ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Bauwerks. Also los geht’s:

Rumpf vorn 900mg
Rumpf hinten 200mg
Flächenholme und Randbögen 500mg
Rippen f. Fläche 100mg
Flächenpylone 60mg
HLW-Holme u. Randbögen 110mg
Rippen für HLW 40mg
Pylone f. HLW 15mg
SLW 30mg
Luftschraubenblätter 500mg
Luftschraubenholm 120mg
Sonstiges 400mg
(Papierröhrchen, Welle, Haken, Bespannfolie, Kleber, etc.)

Das Gesamtgewicht beträgt dann 3005mg. Wer leichter baut, muß aufbleien…

Jetzt geht’s an die Fläche. Also kamen die zugerichteten Holme und die Randbögen auf die Waage. Wie es fast nicht anders zu erwarten war, hatten die 2x2mm-Holme natürlich etwas Übergewicht. Dies mußte ich durch vorsichtiges Abschleifen auf ein erträgliches Maß bringen. An die geforderten 500mg bin ich aber nicht herangekommen. Dies gelang mir bei Modell 1 auch nur durch die Verwendung von 1,5x1,5mm-Leisten - die Waage pendelte sich bei 550mg ein. Die Rippen aus dem Klinck`schen Bausatz sind hingegen leichter, so daß sich die Gewichtsbilanz der Fläche auf 20mg Übergewicht verbesserte. Da ich beim Rumpfbau schon ohne viel Mühe 50mg Untergewicht erreichen konnte, ist das Flächenübergewicht bisher nicht schlimm.

Schwieriger gestaltete es sich beim Höhenleitwerk. Aus dem Bau meines ersten Modells wußte ich, daß das Gewichtslimit nur mit 1x1mm-Leisten zu erreichen ist. Die vorgesehenen Bausatzleisten mit 1,5x1,5mm lagen bei 200mg…eine unveränderte Verwendung schloß ich also aus. Ich schnitt mir also aus eigenen Beständen 1,5x1,5mm Leisten und wog, verwarf, schnitt erneut, wog, verwarf….bis ich letzendlich zu der Überzeugung kam, etwas Übergewicht zu akzeptieren und an anderer Stelle zu sparen. Bei Modell 1 habe ich zwar das Gewichtslimit gehalten, wurde dafür aber mit einem sehr weichen HLW abgestraft. Dies wollte ich bei Modell 2 besser machen. So gab ich mich mit 180mg (=30mg Übergewicht) Gesamtgewicht für Holme, Randbögen zufrieden. Die einzige Sorge ist, daß ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein hecklastiges Modell bekommen werde. Dazu aber später mehr.

Der Zusammenbau der Fläche und des HLWs erfolgt an einer einfachen Helling, die in meinem Fall aus Karton geschnitten wurde. Bilder wie die Verklebung erfolgt sind beigefügt. Wichtig ist es, daß die Nadeln zur Fixierung nicht durch die Holzteile gesteckt werden, sondern nur zur Klemmung gegen die Helling verwendet werden!

*übertragene Metapher aus der Odyssee

es grüßt Dieter

Gast_30958
05.10.2010, 10:42
Zitat dbrehm:
...
"Wichtig ist es, daß die Nadeln zur Fixierung nicht durch die Holzteile gesteckt werden, sondern nur zur Klemmung gegen die Helling verwendet werden!"

So würde ich es nicht machen; die Nadeln dürfen nie direkt die filigranen Balsaleisten berühren, sonst gibt es Stauchungen; zwischen den Nadeln und den Leisten sollte ein weiches Balsa-/Depronstück eingeklemmt werden.

Gruß

Motorski

dbrehm
06.10.2010, 08:06
Mein Bemühen am heutigen Abend galt in erster Linie der Organisation einer Trainingsmöglichkeit in einer geeigneten Halle. Mit Freude kann ich berichten, daß ich nun die Möglichkeit habe, an zwei Abenden in einer 6m hohen Halle zu fliegen. Zusammen mit dem Augsburger Wettbewerb sind das also drei Trainingeinheiten vor der DMM. Eine Bilanz mit der ich vor kurzem noch nicht zu rechnen wagte. Wie so oft, kommt unverhofft recht oft.
Zeit für die Werktstatt blieb an diesem Tage wenig. Lediglich den Bogenrohling für das SLW habe ich an einer Form zusammengeklebt. Mit Freude konnte ich nach der Wägung feststellen, daß dieser deutlich weniger als die erlaubten 30mg wog. Mit lediglich 10mg konnte ich wieder 20mg am Heck gutmachen, was natürlich für die zu erwartende Schwerpunktlage seeeehr gut ist.

Darauf habe ich den Propellerholm rundgeschliffen, aus der Mitte ein 10mm-Stück für die Nabe rausgeschnitten und dieses in das beiliegende 30mm-Papierröhrchen mittig verklebt. Durch dieses Holzstückchen wird später die Welle geführt und verklebt. Zuerst aber habe ich mich dem Aufkleben der Holme auf die Propellerblätter zugewendet. Hierzu habe ich eine einfache Helling gebaut, um bei beiden Blättern eine möglichst identische Ausrichtung der Holme zu erreichen. Geklebt habe ich – wie immer - mit dem bewährten Gemisch aus Aceton & Hartkleber. Ich weiß nicht ob ich es schon erwähnt habe: der riesige Vorteil liegt darin, daß eine Klebung mit einem Pinsel und Aceton jederzeit wieder gelöst werden kann. Andere kleben gerne mit Spannlack. Ich habe jedoch bisher den Eindruck, daß die Hartkleber/Aceton-Mischung die bessere Klebekraft besitzt und die Gewichtsbilanz nicht negativ beeinflußt. Zumindest bei den 3g schweren F1M-L-Modellen. Für die nicht mal halb so schweren F1D-Modelle kann ich natürlich nicht sprechen...

und ja, ich habe es wieder getan: Vollkontakt der Balsaleiste mit den Nadeln. Motorskis Anmerkung ist sicher richtig, da ich aber weitgehend spannungsfrei verklebe, bleibt der durch die Nadeln ausgeübte Druck sehr in Grenzen...sichtbare Stauchungen finden sich nicht.

Soviel zu Tag 26

es grüßt Dieter

dbrehm
07.10.2010, 08:34
…stand im Focus der Propellerherstellung. Nachdem ich gestern schon die Propellerholme an die Blätter geklebt habe, stand als erstes die Fertigstellung der Propellernabe auf dem Programm. Durch die vorgefertigten Teile aus dem Bausatz war dies eine leichte Aufgabe. Die Nabe habe ich exakt in der Mitte mit meinem dünnsten Sprialbohrer durchbohrt. Dann kann die bereits vorgebogene Welle durchgesteckt werden. Mit einer feinen Zange habe ich das nach vorn überstehende Wellenstück abgewinkelt und mit Hartkleber/Aceton verklebt. Ging ganz schnell, ganz einfach soweit.

Etwas mehr Kopfzerbrechen bereitete mir die Einstellung der geplanten Steigung. 45° bei 70mm Teilkreisdurchmesser sollte ich einstellen. Aus den windigen – will heißen, etwas provisorischen – Versuchen bei Modell 1 war mir klar, daß für die genaue Ausrichtung die Herstellung einer Lehre unumgänglich ist. Das wichtigste hierbei ist, für die Propellernabe eine Art Spannvorrichtung zu bauen, die eine weitgehend wiederholgenaue Fixierung erlaubt. Mit ein wenig Nachdenken ist mir etwas eingefallen. Im Anhang sind Bilder dazu. Nachdem ein Propellerblatt auf der Pitchlehre ausgerichtet ist, wird es mit einem Tropfen verdünnten Hartkleber fixiert. Sollte man später die Steigung verändern wollen, kann diese Verbindung durch Bepinseln mit Aceton leicht wieder gelöst werden.

Dies konnte ich an der Luftschraube für Modell 1 gleich in der Praxis erproben. Da Modell 1 einen leicht unwuchtigen Propellerlauf zeigt, habe ich dessen Luftschraube auch auf die Pitchlehre geklemmt und schnell gesehen, daß die Blätter nicht mit dem gleichen Winkel liefen. Die Verstellung war wirklich kein Problem.

Problematisch wurde es erst, als ich die Luftschraube wieder ins Motorlager zurücksetzen wollte. Die hintere Führung des zweiteiligen Lagers brach ab. Da blieb mir nichts anderes übrig, als das Lager an Modell 1 zu erneuern. Doch damit nicht genug: jetzt stellte sich heraus, daß die Welle für das neue Lager zu kurz war. Mir blieb nichts übrig, als auch die Welle zu ersetzen. Daß die neue Welle exakt im gleichen Winkel zu liegen kommt wie die alte, war ein Wunsch, der eher dem Bereich Hoffung zugeordnet werden kann. Das heißt, der Prop mußte nochmal auf die Pitchlehre und eingestellt werden. Nun denn. Modell 1 ist jetzt wieder einsatzbereit, und ob die Unwucht jetzt verschwunden ist, wird sich am kommenden Samstag beim ersten Training zeigen.

es grüßt Dieter

dbrehm
10.10.2010, 22:06
der erste Trainingstag am vergangenen Samstag verlief leider nicht sehr erfolgreich. Schon bei den ersten Flügen passierte mir ein Mißgeschick: Ich verfehlte wohl beim Einhängen des aufgezogenen Gummis den Haken, der Gummi zappelte wild, knackste dabei den vorderen Flügelholm an und schlug ein Loch in die Bespannung. So lädiert mußte ich das Training leider abbrechen. Schade....sehr schade. Dennoch möchte ich ein Bild des waidwunden Modells zeigen....es flog noch so leidlich.

es grüßt Dieter

dbrehm
15.10.2010, 14:01
Tag 16 war im Fokus der Reparatur des lädierten Modells Nr.1. Hierzu habe ich zuerst den angeknacksten vorderen Flächenholm mit Uhu hart/Aceton geheilt. Dann habe ich mir überlegt, wie ich das Loch in der Bespannung richten könnte.

Zuerst dachte ich darüber nach, die Tragfläche komplett neu zu bespannen. Da aber die Ohren schon hochgestellt waren, konnte ich dies nicht auf herkömmliche Weise erledigen: Saalflugmodelle erhalten ihre Folienbespannung, indem auf den flachen Tragflächenrohbau Sprühkleber (oder Klebestift) aufgetragen wird. Darüber wird dann die Folie gelegt, die vorher auf einen Hilfsrahmen geklebt wurde. Daher erschien mir die Idee, das Loch irgendwie zu flicken, wesentlich freundlicher.

Da die Folie sehr viel statische Ladung hat, kam mir die Idee, diese auf einen schneidbaren Träger aufzulegen, dann einen Flicken auszuschneiden und mit einem Hauch Sprühkleber zu versehen. Dieses Flickensandwich habe ich darauf auf das Loch gelegt und den Träger sofort abgezogen. Dabei muß man sehr flink sein, der Sprühkleber bindet rasch ab! Wohlan, das Loch war geflickt, wenngleich das Resultat optisch nicht wirklich befriedigen konnte. Bilder folgen später.

Da jetzt wieder erwarten noch Zeit übrig war, habe ich mich ans Bespannen der Tragfläche und der Leitwerke von Modell Nr. 2 gemacht. Dazu leider keine Bilder.

Falls jemand noch bessere Ideen zum Flicken von Löchern hat...nur her damit, ich möchte gerne etwas lernen. Bespannt habe ich übrigens mit OSfilm von Mike Woodhouse.


es grüßt Dieter

dbrehm
19.10.2010, 08:42
Heute sollte die Vollendung des Modell Nr. 2 erfolgen. Dazu mußte ich die Papierröhrchen, die als Steckung dienen, an Tragfläche und Höhenleitwerk angebracht werden. Damit diese schön senkrecht angklebt werden können, habe ich in eine Balsaleiste ein Loch gebohrt, die Flügelpylone dort hineingesteckt und mit einem Winkel ausgerichtet. Dann das Papierröhrchen drüber, Winkel kontrollieren und mit dem bekannten Klebergemisch vorsichtig an die Holme geklebt. Unten ein Bild, das diesen Vorgang dokumentiert. Nach vier Klebungen war ich mit der Arbeit durch.

Als nächstes habe ich die vorgesehene Flügelvewindung eingebaut. Dazu wird der vordere Flügelholm mit der Rasierklinge soweit geschwächt, bis er sich leicht hochklappen läßt. Die Knickstelle wird nach dem Unterlegen des vorderen Flügelholms mit Uhu-Hart/Aceton verklebt und mit einem kleinen Stück Bespannpapier gesichert.

Jetzt folgt das Ankleben der Pylone an den Rumpf. Hierzu habe ich verschiedene Balsastücke aus der Restekiste als Helling verwendet. Die Pylone werden jetzt in die Röhrchen an der Fläche bzw. am HLW gesteckt und seitlich an den Rumpf geklebt. Die Bilder zeigen diesen Vorgang. Zuletzt blieb mir das Wiegen des Modells.....das Zielgewicht von 3g konnte ich mit 2,94g knapp unterschreiten. Ich habe mir aus Walzblei ein 0,1g schweres Gewicht gezimmert und im Schwerpunkt aufgeklebt. Das Zellengewicht liegt nun bei regelkonformen 3,04g.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, daß ich doch vor 11 Uhr fertig geworden bin. Das freut mich sehr, da ich am nächsten Tag nach Augsburg zum Bayernpokal fahren wollte. So konnte ich noch eine reichliche Mütze Schlaf tanken, da mir die befürchtete Bastelnachtschicht erspart blieb.

Zum Wettbewerb in Augsburg gibt es einen eigenen Thread…


es grüßt Dieter

hastf1b
19.10.2010, 10:30
Hallo Dieter, sehr,sehr schön. Dann werden wir in absehbarer Zeit wohl einen zweiten Saalflugspezialisten haben.;)

Eine Frage zur Flächenverwindung, bei den Plänen von A.Klinck (2006/2009) und der Beschreibung wird keine Verwindung angegeben. Hast du das zusätzlich gemacht oder ist das die letzte Version?

Viel Erfolg und Spass auf der "Deutschen" wünscht dir

Heinz

dbrehm
19.10.2010, 11:26
Hallo Heinz,

zum Spezialisten habe ich noch einen weiten, weiten Weg. F1M-L ist ja die Einsteigerklasse für die Einsteigerklasse zum Saalflug...

zur Verwindung: sie ist auf dem Plan nicht verzeichnet, aber im Begleittext (Auszüge aus dem Saalflugbuch von Klinck angegeben). Ich habe 4mm eingebaut. Nebenbei: R. Lotz baut gerade Flächen und steuert die Verwindung über die Torsion des Motorträgers. Er hat auch mehr Seitenzug als ich. Beim Einfliegen des Modells schleift er so lange am Motorträger rum, bis die Torsion die gewünschte, über die Pylone auf die Fläche übertragene Verwindung erzeugt. Lässt sich auch über die Länge der Pylone einstellen...ist mir aber alles noch zu komplex.

es grüßt herzlich Dieter

Frankensteiner
19.10.2010, 21:33
Hallo Dieter und Heinz,


sehr,sehr schön. Dann werden wir in absehbarer Zeit wohl einen zweiten Saalflugspezialisten haben.;)


ein solcher Thread weckt auch bei den bisher gänzlich Unbeleckten wie mir das Interesse, es selbst einmal zu versuchen. Die Herangehensweise gefällt mir. Auch in meinen Augen ein schöner Thread.

Ciao
Klaus

dbrehm
20.10.2010, 07:56
Hallo Klaus,

es freut mich sehr, daß mein Bericht Dein Interesse findet. Vorgestern habe ich mit A.Klinck telefoniert und mich mit ihm ein wenig unterhalten. Ich muß sagen, wiedereinmal ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mann aus der Freiflugszene. Gerade für die Unbeleckten, wie Du es nennst, hat er seinen Bausatz ausgelegt. Es macht Freude daraus ein Modell zu bauen. Wenn Du Interesse hast, ich kann Dir gerne die Kontaktdaten per PN zur Verfügung stellen. Am 21.11.2010 wäre in Schorndorf ein Saalflugwettbewerb und am 28.11.2010 in Dillingen/Saar noch einer....der Bau wäre in dieser Zeit zu schaffen. Von dem Wort Wettbewerb darfst Du Dich nicht schrecken lassen, es geht in erster Linie immer darum, gemeinsam zu fliegen. Daß dabei die Stoppuhr mitläuft gibt der Sache halt ein bischen Würze....

es grüßt Dieter

hastf1b
20.10.2010, 17:27
Ich konnte nicht wiederstehen und habe auch ein F1M-L gebaut. Alle Materialien, mit Ausnahme der Luftschraubenblätter, sind im Modellbaugeschäft gekauft worden. Natürlich muß man ein wenig suchen und auswählen. Den Aufbau habe ich etwas vereinfacht so werden die Randbögen durch gerade Leisten ersetzt. Ferner habe ich die Außenrippen des Mittelstücks in die Schräge der Ohren gekippt. Dadurch kann man die Ohren separat bauen und schon bespannen und dann mit den Hilfsleiten an das, auch flach bespannte Mittelstück, ankleben. Da gerade der Ohrknick auch für fortgeschrittene Bastler immer eine Herausforderung ist. Als Bespannung habe ich aus Ermangelung an Folie Papier genommen. Hierbei habe ich zum ersten Mal einen Trick alter Saalflieger angewendet. Der ganze Bogen wird zu einer Tischtennisball großen Kugel zusammengeknüllt, dann mit den Händen wieder glattstreichen und den Vorgang nochmal wiederholen. Danach mit dem Bügeleisen glattbügeln. Dieser Vorgang nimmt die Spannung aus dem Papier und es treten bei unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit keine Verzüge auf.
Die Luftschraube ist nach Angaben von Peter King gebaut die ich mal als Ersatz für die Mustique gebaut habe. Das Gewicht beträgt 3,4 Gramm also das Klassenziel verfehlt. Ich bin trotzdem zufrieden wenn man statt Papier Folie nimmt kommt man nahe an das Idealgewicht.

Gruß Heinz

dbrehm
20.10.2010, 19:32
Hallo Heinz,

wieder einmal ein Stück Wertarbeit mit Qualitätsprädikat! Respekt! Jetzt gibt es aber fast keinen Grund mehr nicht nach Dillingen zu kommen! Wenn Du es zur DMM nicht schaffst, wäre da immer noch der Novembertermin. Dort wird auf 7 min geflogen. Wer es schafft, dieser Zeit am nächsten zu kommen gewinnt. Da macht auch das Übergewicht von 0,4g nichts mehr aus. Wenn Du kommst, wäre das ein guter Grund für mich auch zu kommen.;)

Übrigens: ich hätte noch eine Menge Folie übrig gehabt. Falls Du mal wieder was brauchst...

es grüßt herzlich Dieter

dbrehm
26.10.2010, 08:01
Tag 5 vor der DMM wird es langsam ernst.

Nachdem ich in Augsburg beim Wettbewerb einen 9 Minuten-Flug geschafft habe, bin ich natürlich am arbeiten, solche Flugzeiten reproduzieren zu können. Da mein Modell eine gute Fluglage hat und recht ordentlich fliegt, denke ich, daß das Geheimnis in der Aufzugstechnik des Antriebgummis liegt. Weiterhin konnte ich in Augsburg lernen, daß mein Modell einen extrem aufgezogenen Gummi mit hohem Anfangsdrehmoment nicht verträgt. Es zeigt dann nämlich einen ziemlich lustigen, steilen Schiebesteigflug mit gelegentlichen Strömungsabrissen....

Von Rainer Lotz konnte ich lernen, daß für die Einschätzung des Antriebgummis ein Drehmomentmesser was feines sein kann. Kennt man das max. Drehmoment, welches das Modell gerade noch verträgt, so kann man dieses als Startdrehmoment verwenden. Dies herauszufinden ist über die Methode Versuch und Irrtum leicht möglich. Darüber hinaus kann man mit der Länge des Gummistranges experimentieren. Das zugelassene Gummigewicht liegt bei 1,5g. Wenn ich also längere Stränge möchte (die auch mehr Umdrehungen vertragen), muß ich Gummi mit dünnerem Querschnitt schneiden. Wohl dem, der eine Gummischneidemaschine besitzt. Der Gummi wird so lange länger gemacht, bis nach Flugende max. 2-300 Umdrehungen auf dem Gummi bleiben.

so long...anbei ein Bild meines selbstgezimmerten Drehmomentmessers.

es grüßt Dieter

hastf1b
27.10.2010, 09:56
Hallo Dieter, 9 Min. sind eine ganz tolle Leistung. Glückwunsch. Da bleibt mir nur nochmals viel Erfolg und Spass für die "Deutsche" zu wünschen.

Hast du eine Skizze oder Anleitung für den Drehmomentmesser? So ein Teil fehlt mir auch noch. Wenn ja setze es doch hier rein damit auch andere das Gerät nachbauen können.

Gruß Heinz

dbrehm
27.10.2010, 19:42
Hallo Heinz,

Ich habe den Drehmomentmesser planfrei gebaut. Ich habe einfach im Baumarkt ein Alurohr geholt, im Musikladen eine G-Saite für die E-Gitarre und den Rest in meiner Werkstatt zusammengesucht. A.Klinck empfahl mir aus der G-Saite ein 20cm langes Stück als Torsionsdraht zu verwenden. Vorne habe ich eine Sperrholzscheibe für die Anzeige aufgeklebt. Hinten habe ich einen Holzstöpsel ins Alurohr geklebt, ein Gewinde reingeschnitten und eine Kunststoffschraube hinten reingedreht. Diese habe ich vorher durchbohrt um den Torsionsdraht durchstecken zu können. Durch drehen an der Kunststoffschraube kann ich die Nullstellung einstellen. Mit einer Kontermutter wird die Schraube dann fixiert. Auf eine Eichung habe ich z.Zt. verzichtet.

Als Anregung habe ich im Hip Pocket Builder Forum einen Thread (http://www.hippocketaeronautics.com/hpa_forum/index.php/topic,3650.0.html)gefunden.

es grüßt herzlich Dieter

dbrehm
02.11.2010, 08:31
So, die letzten Tage vor der DMM in Dillingen waren geprägt vom Schneiden geeigneter Gummistränge, dem Herrichten der Werkzeugkiste mit Kleber, Draht, etwas Balsaholz....und was man halt alles noch so brauchen könnte. Es steht natürlich immer die Angst im Raum, genau das entscheidende Ersatzteil nicht dabei zu haben...

Dann war es soweit, der Tag X war herangebrochen und die lange Fahrt nach Dillingen begann....ein Bericht zum Verlauf der DMM folgt. Nur eins vorweg: es war ein gut besuchter und sehr schöner Wettbewerb.

es grüßt Dieter

dbrehm
28.12.2010, 11:53
Hallo an alle,

jetzt steht der Bericht (http://www.rc-network.de/magazin/artikel_10/art_10-080/art_080-01.html)zur DMM F1M/F1M-L im Magazin. Das Werk ist nun vollbracht.


es grüßt herzlich Dieter

g_kandylakis
06.01.2011, 18:17
Hallo,ein schoenes neues Jahr fuer alle...

erst jetzt habe Ich den Bericht entdeckt, es ist gut eine Menge Jugendliche zu sehen...

Danke Dieter,

Jorgos

roland330
18.12.2012, 07:52
Hallo dieter, Hallo @all,

ich übe mich ebenfalls gerade an meinem ersten Saalflugmodell (Moustique) als alter RC-Indoor Flieger.
Vielleicht könnt ihr mir meinen Einstieg ein wenig erleichtern, und mich bei ein paar Fragen unterstützen:

1.) Wie sieht das Motorlager genau aus? Wenn der 0,5er Draht in den Prop reingemacht wurde und hinten
der Haken für die Gummiaufnahme gebogen ist, wie wird das ganze dann in die rumpfseitige Motorlagerung eingefädelt?

2.) Aus welchem Material sind die "gelben" Verbinder an allen Schnittstellen deines Modells?
Werden bei euren Modellen prinzipiell Flügel und Höhenleitwerk abgenommen, oder kommt das Modell als
komplettes in die Kiste?

3.) Wie wird das Seitenruder genau montiert? Stimmt es, dass das Ruder hinten verstellt werden kann fürs Einfliegen
oder ist es fix? Falls verstellbar, wie wird es dann vorne (drehbar) montiert?

4.) Gummi, wo bekomme ich eine gute Basis für meinen Versuch her? Supermarkt (Gummiringerl), Bastelgeschäft,
Modellbaugeschäft? Oder von ganz anderen Quellen (ich meine als Modellbauer ist man es ja gewohnt, Material
für seine Modelle aus nicht dafür vorgesehenen Produkten zu entnehmen)...

5.) Ich hab damals einige RC Indoor Modelle aus ausgefrästem Depron gebaut, welches ich dann mit handelsüblicher durchsichtiger
Frischhaltefolie bespannt habe, klappte ganz gut, würde diese Folie auch beim Moustique funktionieren?
Ist diese Folie viel zu schwer oder noch im tolerierbaren?

Es wäre wirklich voll genial, wenn ihr mir ein paar Insider-Tipps geben könntet, ich kenne hier in meiner Gegend
leider niemanden der "Saalflug" betreibt...

Ganz liebe Grüße,
Roland

dbrehm
18.12.2012, 08:53
Hallo Roland,

die Moustique ist ein sehr dankbares, gut fliegendes und einfach zu bauendes Modell. Gute Wahl. Den Plan (http://www.thermiksense.de/index.php/zum-nachlesen/174-anfaenger-saalflugmodell-moustique.html) hast Du wahrscheinlich von der Webseite der Thermiksense?

Zu Deinen Fragen:

(1) Motorlager und Propeller einfädeln
auf Seite 4 ist das Motorlager der Moustique genau beschrieben. Es ist sehr einfach aus einem Streifen 0,5er Alublech hergestellt. Ein Führung für das Einstellen eines Seitenzuges ist nicht vorgesehen. Daher gestaltet sich das Einfädeln recht einfach, bleibt aber immer ein wenig fummelig. Geht wie der berühmte Faden durchs Nadelöhr.
920845
Es gibt jedoch die Möglichkeit ein "professionelles" Lager zu verwenden. Da ist das Einfädeln nur unwesentlich aufwendiger. Dieses Lager erlaubt allerdings den Einbau eines Seitenzuges.
920846

(2) Die gelben Röhrchen
Die gelben Verbinderröhrchen werden aus Papier hergestellt. Man nimmt sich einen Stahldraht mit geeignetem Durchmesser und wickelt darum einen Streifen Bespannpapier. Dieser wird vor dem Wickeln in Spannlack oder Uhu hart/Aceton-Gemisch getränkt. Leicht antrocknen lassen und dann mit Gefühl von dem Draht abziehen. Ich fertige immer in Überlänge und schneide dann Röhrchen nach Bedarf davon ab. Mit ein bißchen Übung, will heißen nach ein paar Fehlversuchen klappt das ganz gut.

(3) das verstellbare Seitenleitwerk
Man kann das SLW verstellbar bauen - ist aber für die Moustique der Einfachheit halber nicht vorgesehen. Wie schon geschrieben, die Moustique fliegt mit den im Plan angegebenen Einstellung recht gut. Ich würde auf eine Verstellbarkeit bei diesem Modell verzichten.
Wie so eine Verstellbarkeit aussehen kann siehst Du hier in diesem Beitrag (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/225961-34?p=2042614&viewfull=1#post2042614) auf dem letzten Bild. Das SLW ist hierbei vorne NICHT drehbar, sondern einfach fest angeklebt. So wenig Biegung wie die Verstellung erfordert geht locker.

(4) + (5) Die speziellen Materialien
Gummi, Bespannfolien und evtl. Motorlager sind die wichtigsten Teile, die Du dir besorgen mußt. In BRD bekommt man diese Sachen von Heinrich Eder, München oder Alfred Klinck, Saarland. Kontaktdaten zu beiden Herren sende ich Dir per PN.
Natürlich kann man auch mit Gemüsetütenfolie oder ähnlichem bespannen. Ich kann aber dazu nicht raten. Wesentlich mehr Freude hast Du mit guten Materialien. Das gilt speziell auch für die Holzauswahl. Jetzt kommt es auf Deinen Anspruch an die Sache an...wenn Du einfach aus Spass an der Freud einmal ein Saalflugmodell bauen möchtest, ist Übergewicht kein Thema. Ich gestehe hier frank & frei, daß meine erste Moustique bleischwer war (7g!!!). Dennoch flog sie recht schön. Allerdings benötigte sie fast den doppelten Gummiquerschnitt um ordentlich zu fliegen und kam höchstens auf 3 min.
Generell gilt: lieber ein wenig Übergewicht akzeptieren als viel zu weiche Flügel, Leitwerke und Motorträger zu haben. Wenn Dein Anspruch höher ist, wirst Du nicht umhin kommen, ein zweites oder drittes Modell zu bauen, bis Du ein Gefühl hast, wo & wie man sinnvoll Gewicht sparen kann. Ich habe es in diesem Thread beschrieben, wie das geht: eine genauer Waage kaufen. Holz schneiden, zurichten, wiegen befummeln um die Stabilität zu schätzen und meist nochmal von vorn....Und natürlich ist eine Zielgewichtsübersicht der einzelnen Bauteile sehr nützlich. Da die Bauanleitung der Moustique solche Angaben meines Wissens nach nicht enthält - hier nochmal meine Gewichtsübersicht für das in diesem Thread beschriebenen Modell:

Rumpf vorn 900mg
Rumpf hinten 200mg
Flächenholme und Randbögen 500mg
Rippen f. Fläche 100mg
Flächenpylone 60mg
HLW-Holme u. Randbögen 110mg
Rippen für HLW 40mg
Pylone f. HLW 15mg
SLW 30mg
Luftschraubenblätter 500mg
Luftschraubenholm 120mg
Sonstiges 400mg
(Papierröhrchen, Welle, Haken, Bespannfolie, Kleber, etc.)

zu weitern wichtigen Baugruppen wie den Propellerbau kann ich baubegleitend bei Bedarf gerne noch was schreiben.

Soweit erst mal
es grüßt Dieter

roland330
18.12.2012, 09:30
Hi Dieter,

ja, genau diesen Plan, bzw. teilweise entnehme ich Infos auch aus diesem hier:
http://www.iifi.nl/duration/f1d.html (ganz unten File de Moustique und A tutorial). Mir kommt vor das die Querschnittsangaben für Flügel und Höhenleitwerk
abweichen...

(1) das heißt man fummelt das gebogene Auge für den Gummi irgendwie durch das
0,5er Loch des Motorlagers... o.k.

Beim "aufwendigeren" Lager mit 2 Lagerstellen geht das ausfädeln nicht mehr,
sprich das wird einmal aufgebaut und fertig...

(2) Ich dachte hier an folgendes: Bowdenzugrohr (ist ein superleichtes
Kunststoffröhrchen mit außen 3 innen 2mm in Meterwaare, meist orange:
z.B. http://shop.lindinger.at/product_info.php?products_id=11292

Ist vielleicht ne Spur schwerer wie die Papierröhrchen, aber bestimmt leichter
wie die beschriebenen Alu-Röhrchen aus der Bauanleitung.

(3) danke für den Tipp zum letzten Foto, jetzt ist mir die Technik soweit klar,
werde es beim ersten Modell mal fix belassen...

(4) Bzgl. Gummi siehe PN.

Bzgl. Holz, ich hab vor nem Jahr mal mit Indoor F3K Schleuderseglern
experimentiert und auch hiervon noch einiges an ausgesuchten Balsa Brettern
daheim (1mm Brett 1m lang ca. 9g-12g). Gibts ne Art Test, wo man ein bisschen
ein Gefühl für die notwendige Stabilität bekommt? Nur leicht ist ja nur die
Halbe Miete, ich kann ja mal verschieden schwere Leisten zuschneiden, nur
wie weiß ich, was gerade noch hält und was zwar leicht aber zu vergessen ist?
Oder macht es Sinn, zwar leichteres Holz zu verwenden dafür den Querschnitt
ein wenig raufzusetzen (aus stabilitätsgründen)? Z.b. darf der Flügel durchhängen
wenn oder so ähnliche Faustformeln, die ihr bestimmt schon im kleinen Finger habt?

Bzgl. Folie, hier hadere ich noch, was wäre deiner Meinung nach der gröbste
Nachteil der Frischhaltefolie? Das Gewicht? Optik etc. lass ich bei #1 mal
außen vor... und die Verarbeitung hätt ich schon einigermaßen drauf...

Danke für die Gewichtsauflistung, denke meine 1g Waage hat nun endgültig ausgedient... :-)

Ja, bzgl. Propeller, das wird noch einmal ein eigenes Kapitel... komme ich
sehr gerne drauf zurück...

LG Roland

roland330
18.12.2012, 11:00
Ich hab mich mal ein wenig schlau gemacht bzgl. Bespannfolie... also um noch mal die Frischhaltefolie
aufzugreifen: Nach Internetrecherche handelt es sich hierbei um PVC Folien (Dichte von PVC Daumen mal Pie
ca. 1,3g/cm³). Die Stärke der Folie wird mit 7,5 mymeter angegeben, einfache Rechnung 1300000 g/m³ x 0,0000075m Wandstärke
kommt man auf 9,75g/m² - im Vergleich Japanpapier wird mit 12g/m² angegeben...
Recherche Ende :confused:
LG Roland

dbrehm
18.12.2012, 11:21
Hallo Roland,

ja, es kann schon leichte Abweichungen zwischen den Planfassungen geben...nicht verwirren lassen, die absolute Wahrheit gibt es nicht...es hängt vieles auch von der Holzqualität ab.

zu (1)
genauso. Das Ausfädeln geht bei den aufwendigeren Lagern auch, das hintere Ende ist unten offen und dient nur zur Führung.

zu (2)
probiere ruhig die Papierröhrchen. Ist nicht so schwierig herzustellen, wie es sich anhört. Und die sind wirklich leicht!

Zur Holzstabilität: Ich kann Dir leider keinen besseren Rat geben als zu üben. Mein zweites Saalflugmodell nach der Moustique war schon um Klassen besser und vor allem leichter, aber die Stabilität war noch nicht zufriedenstellend. Beim dritten Modell habe ich dann das Gefühl in den Fingern gehabt und da war dann alles so, wie ich es mir wünschte. Wenn der Flügel durchhängt, sind die Leisten mit Sicherheit zu weich. Ich tendiere eher zu weicherem Material mit höherem Querschnitt, wenngleich ich auch nicht aus unendlichem Erfahrungsreichtum plaudern kann.

Die Profis, die F1D-Weltmeistermodelle bauen, verwenden teilweise Testeinrichtungen, um die Biegesteifheit zu messen. Ist für unsere Einsteigermodelle mMn nicht erforderlich. Falls ein Mitleser zum Holztesten für unsere Klasse noch etwas besseres weiß, bitte SCHREIBEN!!!!

Du kannst es gerne mal mit der Frischhaltefolie versuchen, warum nicht. Ist halt ein bißchen schwer. Aus dem Gedächtnis gesagt müßte unsere 1 µm Folie um die 3g/m² haben. Meine Moustique hatte damals eine 7g/m²-Bespannung.

es grüßt herzlich Dieter

roland330
18.12.2012, 11:48
O.k. danke für deine Einschätzung, schön langsam wird das Bild stimmig.

Welchen Klebstoff verwendet ihr für die Verklebung der Folie?
Ich habe damals bei meinen Depron-Frischhaltefolie Modellen immer UHU POR
verwendet, da dieser aber ein Kontaktkleber ist, soll die Folie beim ersten
mal sitzen, ist bei 1x1mm Holmen eher nicht ratsam würde ich meinen.

Was mich auch noch interessiert, die positive Verschränkung, wann genau
bringe ich diese ein? Beim verkleben der Holzleisten, oder erst beim
bespannen mit Folie?

Interpretiere ich das richtig das die Verschränkung nur auf der linken
Tragfläche eingebracht gehört, rechts nicht?

Auch das Höhenleitwerk ist schief verklebt, ich könnte mir vorstellen
das dahinter folgende Idee steckt, wenn das Modell in Kurvenlage ist,
rollt es ja leicht, somit würde das Höhenruder ja auch am Rumpf mitrollen
und weniger projizierte Fläche als Auftriebsfläche haben.
Da schief, ist es im Flug dann wieder neutral, richtig?

LG
Roland

dbrehm
18.12.2012, 14:35
Hallo Roland,

Die Verklebung der Folie erfolgt mit Sprühkleber (3M, Uhu,...). Als erstes wird die Folie auf einer Schneidematte ausgebreitet und glatt gestrichen. Dann wird ein Rahmen aus Balsaleisten, der ringsum ca.2 - 4 cm größer als das zu bespannende Teil ist mit Sprühkleber eingenebelt. Der Rahmen wird auf die Folie aufgelegt. Nach dem Abbinden des Klebers wird der Rahmen freigeschnitten. Nun kommt der eigentliche Bespannungsvorgang. Das Flügelgerippe wird mit Sprühkleber eingenebelt und die Folie wird mit Hilfe des Rahmens auf das Gerippe gelegt. Damit wird gewährleistet, daß die Folie relativ falten- und spannungsfrei aufs Gerippe kommt. Nach dem Ablüften des Klebers wird die Fläche freigeschnitten oder mit einem heißen Draht freigebrannt.

Die positive Schränkung der kurveninneren Fläche baue ich nach der Bespannung ein. Auch die Ohren werden nach dem Bespannen hochgestellt. Dazu werden die Holme von unten mit der Rasierklinge zu 3/4 durchgeschnitten und aufgestellt. Verklebt wird mit Uhu hart, welcher mit Aceton auf fast wässrige Konsistenz verdünnt wird. Als zusätzliche Verstärkung kann ein dünner Streifen Bespannpapier über die Knicke geklebt werden.

Die Profis kontrollieren die Verwindung des Innenflügels fast komplett durch Abstimmung der Pylonenlänge und der Verdrehsteifigkeit des Motorträgers. Der voll aufgezogene Gummi verdreht durch sein rel. starkes Anfangsdrehmoment den Motorträger um ein gewisses Maß. Durch die Pylone wird diese Verdrehung auf die Flügel übertragen. Dadurch ist der Flügel zu Beginn des Fluges stärker verwunden wie gegen Ende des Fluges, wenn der Gummi kaum mehr ein Drehmoment hat. Durch Veränderung der Länge der Pylone kann das Maß der Verwindung gesteuert werden. Zuätzlich kann durch maßvolles Abschleifen des Motorträgers kann die Verdrehsteifigkeit verringert werden, was zu einer stärkeren Verwindung führt.

Ich persönlich habe es bisher nicht so weit getrieben. Auch ohne dieses aufwendige Abstimmen sind ganz gute Zeiten fliegbar.

Der Zweck der kurveninneren positiven Schränkung ist, das Drehmoment des großen Propellers auszugleichen. Aus dem selben Grund ist die innere Fläche größer als die äußere. Der Widerstand des kurveninneren Flügels ist dadurch höher. Dies unterstützt den Kurvenflug. Das Modell kurvt bei richtiger Einstellung OHNE Schräglage. Das schräg gestellte HLW hilft zum Kurven. Der schräge Auftriebsvektor wirkt als Unterstützung zur Linkskurve.

Zur Moustique kann ich nur sagen: baue nach Plan und freue Dich einfach am Fliegen. Das Modell fliegt vom Brett weg gut.

es grüßt herzlich Dieter

roland330
19.12.2012, 08:26
Hallo Freunde,

möchte alle recht herzlich einladen, die rege Diskussion in meinem Bau-Thread weiterzuführen,
zum Bau meiner Moustique gehts hier:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/367417-Saalflug-Einstieg-mit-dem-quot-Moustique-quot?p=2980587&posted=1#post2980587

LG
Roland

hastf1b
19.04.2015, 15:15
Informatives Video zur Bespannung von Saalflugmodellen. https://youtu.be/TqR7_C1wO88

Heinz