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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Strahlgeschwindigkeit Vs Standschub... hilfe gebraucht



tchavei
08.10.2010, 22:12
Hallo

ich habe ich einen 3.6m Segler (voll gf, aufgedicktes MH33 Profil) der ein Fluggewicht von 3895gr aufweist (Flächenbelastung 46,9gr/dm2). Das Segelflugzeug fliegt traumhaft und dank seines Profils, kann es auch Ablasser von über 200km/Std locker überstehen.

Als ich mir ein passendes Motorkombi für die Maschine aussuchte, habe ich sehr auf den Standschub aufgepasst weil ich keine Probleme beim Start haben wollte.

Am Ende verpasste ich dem Segler einen Kira 600-30 6.7:1 mit einer 18x11 Latte (48mm Zwischenstück) und einen 80LV Jive Regler. Das alles wird zur Zeit mit einer 4S Blackline 3800 35C Lipo angetrieben.

Der Motor (gemessen im Segler) bringt die Latte auf satte 6600 U/min und zieht einen Strom von 80amp. Auf 100% wird mir der Segler beinahe aus der Hand gerissen (berechnete Standschub liegt über 5800gr) und ich sollte um die 1000W Eingangstärke haben (also über 250W per Kilo).

der Segler geht so gut aus der Hand das ich letztlich den Regler auf 80% heruntergeregelt habe um mehr Zeit aus dem Akku zu bekommen.

Tja und jetzt mein Problem... das Segelflugzeug geht in jedem Winkel nach oben. Egal ob 50,70 oder 90 Grad ABER.... immer wie eine Lahme Ente... die berechnete Strahlgeschwindigkeit war damals um die 100km/Std aber ich bin mir sicher das das Ding nicht mehr als 50km/Std macht...

So und was soll ich jetzt denn machen um die Kiste wie eine Rakete senkrecht nach oben zu befördern? Den Motor und Regler würde ich gerne behalten. Über 80 Ampere würde ich gerne auch nicht gehen da es sowieso schon zuviel für den Motor ist (65A Dauer) und der Regler kann auch nicht mehr als 80A verkraften.

Jetzt das ich den Segler ausprobiert habe, scheue ich mich nicht mehr ein bischen Standschub zu verlieren wenn es irgendwie die Endgeschwindigkeit erhöht.

Hat da jemand eine gute Idee welche Latte ich da benutzen könnte? Habe schon mir die Werte im Drivecalc angesehen aber mein Kombi zeigt da weniger 700 U/min als in Wirklichkeit und der Strom ist da auch nur als 63A angegeben obwohl ich 80Amp gemessen habe... sagen wir mal das ich dem Programm nicht so sehr traue um mir die korrekte Strahlgeschwindigkeit zu geben.

Für jede hilfe bin ich natürlich dankbar.

Grüsse

Tony

FamZim
08.10.2010, 22:39
Hi

Da hilft nur ein flacherer Steigflug mit hoher Geschwindigkeit.
Die Motorleistung 14 V x 80 A kann das 4 kg schwere Modell nur mit ~ 15 m Steigen in den Himmel ziehen.
Der Prop ist aber für 30 m/sek auf Drehzahl ? ! ?
Um das senkrecht zu machen, braucht er die doppelte Antriebsleistung !

Gruß Aloys.

steve
08.10.2010, 23:01
Hallo Tony,
Du schreibst, dass dein Modell in allen Winkeln steigt – nur zu langsam. Ich gehe mal davon aus, dass Du mit 90° senkrecht meinst. Es ist nur zu langsam…

Das Problem kenne ich auch. Da würde ich eine Zelle mehr empfehlen, Durchmesser mal auf 15-16 Zoll reduzieren und die Steigung so lassen. Dazu gibt es verdrehte Mittelstücke – evtl. auch beim Mittelstück auf 45 oder 42mm gehen. Da kann man evtl. 17er Blätter nehmen.

Auf keinen Fall weiter 80% Leistung nehmen, sondern die vollen 100%. Der Controller wird sonst in diesem Teillastbereich überlastet und die Motore mögen diesen Bereich auch nicht. Wenn Du den Antrieb schonen willst: Einschaltphase kürzer und Gleitphase länger und Steigflug evtl. flacher

Wenn Du mit solchen Versuchen beginnst: Immer zuerst den kleinsten möglichen Prop nehmen. Zwischen langsam, schneller und Überlast liegen oft nur Nuancen. Wenn irgendwie möglich, versuch die Temp. des Motors zu loggen. Termo-Strips gehen für den Anfang auch.

Optimal ist die Veränderung gelungen, wenn die Leistung wie bei 4s ist, die Steigung gleich aber die Drehzahl 25% höher.

Grüsse

tchavei
08.10.2010, 23:06
@ FamZim

Das Problem ist aber doch das er auch flach wie eine lahme Ente geht. Ehrlich gesagt kann ich keinen unterschied zwischen 10, 45, oder 80 grad feststellen (bei 90 geht er natürlich noch langsamer). Das Ding geht wie mit einem eingebauten Geschwindigkeitregler... die 15m/sek sind so ungefähr was ich ausmachen kann auch im flachen steigflug... Vielleicht ist es nur Optisch...?

2000W sind mir leider zu schwer (geschweigen von den Kosten alles rauszuschmeissen und einen anderen Antrieb zu besorgen). Dachte mir halt das ich mit einer anderen Latte mehr Strahlgeschwindigkeit rausholen könnte auf Kosten von ein bisschen Standschub ohne die Leistung zu erhöhen...

Danke

Grüsse

Tony

tchavei
08.10.2010, 23:23
@steve

Genau so ist es. Der Antrieb ist überdimensioniert so das der Segler absolut sicher und sehr stark von der Hand geht (ich könnte den Segler vom Boden ohne weiteres starten). Nur ist er halt irgendwie langsam... habe Freunde mit China 25€ Motoren an 4S die eine bessere Figur machen.

ich bin mir sicher das da mehr als genügend Standschub ist aber irgendwie ist es wie bei einem Lastwagen... sehr viel Drehmoment (mehr als jeder F1 Wagen) aber halt keine echte Geschwindigkeit. Wie schon gesagt, ich scheue mich nicht ein bisschen "Drehmoment" für mehr Endgeschwindigkeit zu opfern.

Einen on-board Thermometer habe ich (Skyassistant Variometer mit Temperatursonde).

Ein weiteres Problem ist das der Motor auf Dauer auch nicht über 7400U/min die Latte drehen kann (das ergibt ja 50000U/min am Motor was schon an der Grenze liegt). Sieht so aus das ich halt mit dieser Geschwindigkeit leben muss...


Danke

Tony

FamZim
09.10.2010, 00:13
Hallo Tony

Hat der Prop wirklich 11 Zoll Steigung ? oder ist die durch das Mittelteil reduziert?

Gruß Aloys.

tchavei
09.10.2010, 00:36
Na ja... es ist eine Aeronaut Cam prop... dort ist 18x11 drauf und das Mittelstück hat keine verdrehung (0 Grad)... da muss ich ausgehen das es wirklich so ist oder?

Grüsse

Tony

Gast_56
09.10.2010, 08:45
Ich geb' auch mal 'nen Tipp ab: Der Akku hält die Last nicht aus. Nach meiner Einschätzung braucht die 18x11 mit 42er Mittelstück gute 1300W Eingangsleistung an einem guten Motor, um 6600rpm zu drehen hier sind Messungen (http://www.stromflug.de/eflug/hp300_5zu1.htm#Messungen10s). Du hast noch ein etwas größeres Mittelstück, was nochmal mehr Leistung bedeutet.
Diese 1300W möchtest Du an 14V umsetzen. Dazu brauchst Du über 90A! Und da Dein Segler etwas größer und schwerer ist, brauchst Du diese Leistung nicht für 5 Sekunden, sondern für wahrscheinlich 30sek oder mehr.
Da würde mich die Spannungslage des Akkus interessieren. Ich vermute, der bricht ein und damit auch die Leistung.
Deine Standschubannahme haut ganz gut hin, hier habe ich die 18x11 gemessen (http://www.stromflug.de/eflug/eLuftschrauben.htm#18Zoll).

Grüße
Heiko

tchavei
09.10.2010, 12:23
Hallo

Das kann schon sein aber ich habe den Motor im Stand für 1 Minute gemessen (nur Umdrehungen und Amps) und da hat der ungefähr gehalten (also erste 5-10 Sekunden um die 80amps und 6600 rpm und dann um die 74A und 6400 in der ersten Minute. Weiter habe ich nicht getestet.

Auf jeden Fall habe ich glücklicherweise einen Eagletree V3 Logger. Werde ihn in den Segler heute verbauen und falls es am Sonntag aufhört zu regnen kann ich genaue Daten im Flug messen und diese dann bereit stellen (Strom, Spannung, mAh, AkkuTemperatur und Motortemperatur). Einen Impulsumdrehungmesser habe ich leider nicht.

Meine Steigflüge sind um die 20 Sekunden um auf 200m Höhe zu kommen. Von da aus kurbele ich meinen Weg nach oben (wenn es gescheite Termik gibt) um dann von oben herunter zu donnern... eine eierlegende Vollmilchsau (oder beinahe :p ). Nur passt die Steigfluggeschwindigkeit nicht zur Maschine.

Grüsse
Tony

tchavei
13.10.2010, 02:20
Hallo wieder

Als erstes will ich gleich sagen das das Problem schon gelöst ist. Sieht so aus das der Kontronik Regler nicht linear auf wegkürzung reagiert... mein Fehler dies anzunehmen und nicht vermessen. Als ich damals den Motorkanal von 100% auf 80% herunter programmierte, ging der Strom auf fast die Hälfte herunter und da die Leistung immer noch gut war, habe ich das nicht mal mitgenommen (ich Dussel).

Gestern habe ich alles wieder voll aufgedreht und die Maschine ging beinahe wie eine Rakete in die Luft (sogar viel mehr als ich in Erinnerung hatte). Habe alle Daten geloggt und wie vermutet, liegt die Eingangsleistung bei knapp 1000W. Am Anfang sogar mehr. Ob der Akku unter de Last zusammenbricht glaube ich nicht aber hier im Anhang sind alle Daten für Eure Auswertung.

Zum Ende muss ich noch sagen das nach vier Minuten mir der E-logger durchgebrannt ist und einen Kurzschluss am Regler verursacht hat... das Model starb (oder soll ich sagen explodierte?) 2 Minuten später an einer Bergwand... schade... jetzt ist es sowieso egal wie schnell das Ding nach oben ging... :cry:

Zum Glück konnte ich die meiste Elektronik nach einigen Stunden einem 30m Kreis finden. Einige Sachen nur heute nachmittags (Gott sei Dank es hat nicht wären der Nacht geregnet).

Grüsse

Tony

gast_15994
13.10.2010, 07:31
tony,

du übersiehst hier was:
steller arbeiten drehzahllinear!
die leistungsaufnahme eines propellers ist aber in der 3. potenz mit der drehzahl verkettet!
wenn du die drehzahlzahl auf 80% reduzierst MUSS deshalb der strom deutlich mehr runtergehen.

vielleicht hilft es beim nächsten mal.

nochwas:
beim dauerteillastfesten kontronik-steller mags gehen, viele andere steller tötest du mit 80% dauerteillast.

vg
ralph

pierre_mousel
13.10.2010, 09:05
Der Akku bricht dir zwar weg (3,75 V / Zelle), aber ist nicht im kritischen Bereich.

Schade um den Verlust. Ist den noch was zu retten??

tchavei
13.10.2010, 09:38
Danke für eure Antworten :) Man lernt jeden Tag ;)

Pierre: ja... 4 x DS3288, Motor (muss noch testen, sieht aber in Ordnung aus), Regler und Empfänger... Mehr gibt es nicht. Der Flieger selber ging gestern in den Müll. Nicht reparabel :cry:

Tony