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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schalenfläche



Engelbert Hanisch
15.01.2003, 14:56
Jetzt will ich es auch mal probieren. Eine Form habe ich schon von bester Qualität. Darin soll nach Möglichkeit eine etwa 1m spannende Fläche mit möglichst viel Luft innen drin für einen Raketengleiter entstehen.

Und jetzt meine Frage:
Muss da ein kompletter Kern rein, genügt ein Holm oder reichen sogar Kohlerovings in dem Bereich, wo üblicher Weise der Holm sitzt.

Dass im Bereich der Rumpfauflage etwas Holz rein kommt, ist ja wohl selbstverständlich. Denn da müssen ja ein Nasendübel und die Befestigungsschraube halten.

plinse
15.01.2003, 21:51
Moin engel,

was wiegen soche Flieger und was müssen sie im Flug aushalten? So wie ich den Flieger in GV gesehen habe, macht er einen recht leichten Eindruck.

Was willst du als Stützstoff verwenden? Leichtes Balsa?

Ein durchgehenden Holmsteg solltest du schon einbauen, muß ja nicht schwer sein. Wenn die Schalen keine Verbindung haben, ist der Flügel wabbelig.

Du kannst natürlich auch mit Vollkern bauen, wird bei dünnen Profilen eher leichter.

speed
15.01.2003, 22:56
Hallo Engel,
ich schätze mal der Flügel hat einen Flächeninhalt von ca. 15 dm**2, eher weniger.
Mit einem Aufbau von außen nach innen: UP Vorgelat (dünn), 49g/m**2 Glasgewebe, 1mm Balsa, 49 g Glas, Holm wirst Du so auf 130 bis 150 g kommen. Das ist wahrscheinlich schon zuviel oder?
Otto

Engelbert Hanisch
16.01.2003, 09:55
@Eike
Zulässiges Höchstgewicht inklusive Motor ist 300 Gramm. Damit reisst Du aber nichts. Der Flieger muss schon (ohne Motor) unter 200 Gramm bleiben. Wegen Stützstoff: Das ist ja mit ein Grund, weshalb ich den Fred eröffnet habe. Ich hab nämlich keine Ahnung.
Die Belastung hängt in großem Masse vom Flugstil im Kraftflug ab, der möglichst senkrecht nach oben zeigen sollte. Da schieben 40 N, wenn ich da zu viel Mist um die Hochachse mache, klatschen die Flächen in die Hände.

@Otto
Wenn der ganze Flieger auf das Gewicht käme, wäre es sehr gut ;)

Claus Eckert
16.01.2003, 10:45
Hallo engel,

hast Du eine Vakuumpumpe oder eine Möglichkeit im Foliensack abzusaugen?

Vielleicht noch zwei Varianten für den Flächenaufbau von aussen nach innen:

1:
Felgensilber, 25 g/dm Glasgewebe, PVC Schaum 1,2 mm, 25g/dm Glasgewebe (kein Vorgelat, im Vakuumsack absaugen, Vlies für überschüssiges Harz und Abreißgewebe im Holmbereich)
Holm: Kohlerowing, jeweils auf Ober und Unterschale, dazwischen leichtes 2mm Balsa senkrechte Maserung, ggf. mit 49 g/dm Glasgewebe diagonal belegt

2:
Aufbau wie oben, als Stützstoff mit Porenfüller behandeltes Balsa gewichtsselektiert 1 mm (Brettgewicht 1000 x 100 mm: max. 15 g)

bei Zusammenkleben der beiden Schalen mit Microballons und etwas Thixomittel gemischtes Harz verwenden. Evtl. kannst Du bei bei der Endleiste und bei der Nasenleiste einen Kohlerowing beilegen. Den bei der Nasenleiste ganz leicht verdrillen. ( 4 Umdrehungen auf einen Meter) Das hat bei meinen Seafury´s dem Flächenplatzen entegengewirkt. Spezialisten nehmen auch kleine Kohleschläuche über dünne, runde Styrokerne. Da muß die Fläche beim Aushärten allerdings auf die Nase gestellt werden. Und man benötigt Harze mit unterschiedlicher Topfzeit, damit sich das Harz von den Holm- und Endleistenverklebungen nicht in der Schale verteilt. Aber das führt wohl zu weit und erfordert viel Erfahrung (Habe ich auch nicht ;) ).

Auf alle Fälle wirst Du wohl ein paar Versuche brauchen, bis alles zu Deiner Zufriedenheit klappt.

Übrigens schon mal über Positiv-Bauweise mit geschnittenem Roofmate-Kern und Kohlerowings nachgedacht?? Siehe SAL-Glider

PVC-Schaum gibt es übrigens bei bacuplast. Evtl. hat noch jemand einen besseren Stützstoff als Tipp für Dich.

[ 16. Januar 2003, 10:46: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]

speed
16.01.2003, 19:52
Hallo Engel,
das dachte ich mir schon!
Da bleibt nichts anderes übrig als sich mit 25 g/m**2 Gewebe anzufreunden.
Das ist für einen GFK Anfänger eine ziemliche Bestrafung, da es sich viel leichter verzieht als das 49 er Gewebe. Ich hatte auch schon 14 g/ m**2 Gewebe aus USA beschafft. Du kannst auch mal nach dünner Seide Ausschau halten. Sehr leicht ist auch aussen farbiges Bespannpapier verwenden.
Ich bin ein Anhänger des Balsa Stützstoffes, obwohl ich jahrelang mit Herex gearbeitet habe.Herex ist leichter, allerdings haben wir es damals nur in 2 mm verwendet.
1 mm Brettchen wiegen ca. 10 g, man kriegt auch leichteres mit 8 g. Balsa hat eindeutig den Vorteil, dass es auch noch zur Biegesteifigkeit beiträgt und die Verklebung ist besser, Delaminationen bei Aussenlandungen treten nicht so leicht oder so heftig auf.
Für die dünnen Brettchen (0.5 mm) wird oft schwereres Holz verwendet, so dass sowas Nichts bringt.
Ich würde mal sagen, mit innen und aussen 25 g Gewebe und 1 mm Brettchen mit 10 g, kannst Du den Flügel mit 100 g bauen, dann sind auch 150 für den Flieger drin.Elektronik wiegt ja Nichts mehr!
Felgensilber ist meiner Meinung nach ein leichter 1-Komponentenlack. Du kannst ja auf eine Deckschicht verzichten. Das 25 g Gewebe in der Form abgesaugt ist fühlbar glatt. Man darf aber nicht auf die Idee kommen den Flügel positiv zu lackieren, dann kommen die ganzen Poren zum Vorschein.

Ich habe übrigens so ein Spass Flieger mit 180 g und C7.3 Treibsätzen.
Welche Treibsätze verwendet Ihr? Preis Bezugsquelle?

Viel Spass
Otto

Claus Eckert
17.01.2003, 11:03
Hallo Otto, hallo Engel

Otto, du hast vollkommen recht. Balsa gibt es natürlich auch leichter. Halte ich persönlich als Stützstoff, wegen der von Dir genannten Eigenschaften, auch für die ersten Versuche als bessere Wahl.
Leichtes Balsa saugt aber erfahrungsgemäß mehr Porenfüller. Der wiegt zwar relativ wenig, trotzdem einfach mal nach dem Behandeln mit Porenfüller wiegen.

Übrigens bei der ganzen Arbeit würde ich empfehlen peinlich genau alle Komponenten zu wiegen und die Gewichte aufzuschreiben. Nur dann kann man bei weiteren Flügeln Gewichtsreduzierungen gezielt vornehmen.
Elektronische Waage, Plastikspritzen für Harz und Härter, genügend gereinigte Joghurtbecher, jede Menge Einmalhandschuhe (z.B. Apotheke), eine Vakuumpumpe, gute Scheren (evtl. microverzahnt), gute Beleuchtung und eine Absaugung für die Dämpfe sind obligatorisch und helfen einen perfekten Flügel zu bauen. :)

Felgensilber ist übrigens tatsächlich ein leichter schnelltrocknender Einkomponenten Lack.

Viele Grüße

Claus

der noch nicht Harzpanschen kann, weil seine Traumwerkstatt immer noch nicht fertig ist :(

[ 17. Januar 2003, 11:06: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]

Engelbert Hanisch
17.01.2003, 13:48
Dank Euch für die Tipps und Anregungen. In den kommenden drei Wochen habe ich genügend Zeit, sie auszuprobieren und hoffentlich etwas Vernünftiges entstehen zu lassen. Aber meine Styro-Säge werde ich trotzdem ebenfalls noch einsetzen. Ich bin eben zu ungeduldig und kann es nicht erwarten, ein neues Bauteil unter meiner Hand entstehen und fertig werden zu sehen.

@Otto
Wir fliegen zwei Wettbewerbsklassen S8E/P (110 mm Mindestspannweite/E-Motor mit 40 N) und S8D (Mindestspannweite 95 mm/D-Motor mit 20 N). Zwar gibt es bei uns den Held 5000 (Schwarzpulver), dessen Leistung etwa zwischen den beiden angesiedelt ist. Der brennt aber zu kurz und hat einen zu kräftigen Start-Peek. Im Wettbewerb werden überwiegend polnische oder tschechische Composit-Motoren verwendet, etwa 5 Euro das Stück. "T2"-Schein ist natürlich Pflicht.