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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie giftig ist Epoxi?



FC28
04.02.2003, 08:49
Hallo zusammen,

ich habe gehört, das Epoxi nicht mit der Haut in Berührung kommen sollte. Aber wie oft kommt das doch vor. Und immer Handschuhe anziehen? Ich glaube der Schleifstaub ist schlimmer.

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steht nun bei den Werkstoffen
HWE

[ 04. Februar 2003, 16:36: Beitrag editiert von: Heinz-Werner Eickhoff ]

Armin Hess
04.02.2003, 09:02
Hi,

natürlich ist Epoxi, und da vor allem der Härter, ersteinmal giftig. Aber ihn gleich als tödliches Kontaktgift abzutun, wäre falsch. Tatsächlich wird es sich bei den Modellbau-Epoxiden um mindergiftige Varianten handeln. Sonst ließe sich der ganze Kram garnicht frei verkaufen und wäre nur über ganz bestimmte Händler und mit einer Art Sicherheitsbelehrung verbunden. Das soll jedoch nicht heißen, daß Du damit Deine Hände einreiben sollst. Im Gegenteil. Viele Leute bekommen nach häufiger Arbeit und Hautkontakt einen Ausschlag, dasß es sich gewaschen hat (mein Vater gehört dazu). Allerdings ist dir Belastung der Luftwege durchweg größer einzuschätzen als die Giftaufnahme über die Haut. Deswegen immer gut lüften. Das Schleifstaub gefährlicher ist, möchte ich nicht pauschal unterschreiben. Ich weiß ja nicht, was geschliffen wird ;) .

MfG,
Armin

Peter Dörscheln
04.02.2003, 11:29
Hi,
ich würde an deiner Stelle von einer durchaus höheren Gesundheitsgefährdung ausgehen. Das Schlimmste ist meiner Meinung nach die allergene Wirkung des Zeugs: du nimmst im Laufe der Zeit immer mehr davon aus und merkst (erstmal) nichts davon. Der menschliche Körper kann Epoxi aber nicht abbauen, es "reichert" sich an, der Körper wird sensibilisert - und eines schönen Tages schleifst oderklebst du wieder mal mit Harz und es beginnt zu jucken, kratzen und deine Haut wird rot und pustelig. Das führt irgendwann soweit, dass du JEDEN Kontakt mit Epoxi aufgeben musst und auch jeden Gedanken an eine Verklebung mit Uhu-Plus o.ä. schlichtweg vergessen kannst. Es gibt gewerbliche Modellbau-Kleinhersteller, die ihren Beruf aus diesen Gründen wechseln mussten und nun für den Rest ihres Lebens nicht mehr mit GFK in Berührung kommen dürfen. also: have care ! Dass du die ersten Jahre nix davon mitkriegst, besagt nichts.

Gruss,
...der Peter :)

Paul Hopfgartner
04.02.2003, 14:00
Meines Wissens sieht das ungefähr so aus:
Härter: ätzend und sensibilisierend, sind irgendwelche freie Radikale drin, glaub ich. Das heißt daß man zwar nicht direkt Vergiftungserscheinungen bemerkt, abr daß die Chemikalien mit unserem Immunsystem ein bisserl Havoc spielen können, daß dadurch Allergien und andere Erkrankungen ausgelöst werden können bei denen man im nachhinein gar keinen Zusammenhang erkennen kann, zb. eine Tierfellallergie odr Heuschnupfen.
Das Harz selbst ist zwar weniger bedenklich, abr auch nicht gesund, da man damit abr in der Regel sowieso erst in Kontakt kommt wenn der Härter drinnen ist gilt das gleiche wie oben.

Ausgehärtet sind die Epoxiharze in der Regel ungiftig, Schleifstab ist abr aus anderen Gründen sehr problematisch. Abgesehen von einer Staublunge (Lehrer-Berufskrankheit, kriegt man schneller als man denkt, merkt es erst wenn's sehr spät ist) kann der Glasfaserstaub ählich wie Asbest die Zellen beschädigen und Krebs auslösen, allerdings glaub ich nicht das dieses Risiko so groß ist wie bei Asbest, die Partikel in der gefährlichen Größe sind bei Glasschleifstab weniger. Staubmaske ist abr auf jeden Fall zu empfehlen.
Kohlefaser haben noch den negativen Effekt daß sie Strom leiten und somit auch Nervenimpulse kurzschließen können, hab gehört daz es bei Verletzungen an Kohleteilen schon Probleme gegeben hat.

Fazit: Etwas Vorsicht walten lassen, ein bisserl nachdenken was man tut, die eigene Bequemlichkeit und Sparefroh (Masken, Handschuhe) überwinden und unser Hobby ist genauso sicher wie Kampstricken odr Extremjodeln.

Steffen
04.02.2003, 14:33
Es gibt für Harzsysteme Kennblätter, in denen unter anderem aufgeführt ist, wie mit den Materialien zu arbeiten ist und was sie für Risiken darstellen.

Bekommt man beim Hersteller bzw. Lieferanten.

Ciao, Steffen

FC28
05.02.2003, 10:56
Hallo zusammen,
Ich hab mir sowas schon gedacht.
Ich danke euch.

plinse
05.02.2003, 11:29
Moin,

der 100er Pack Schutzhandschuhe kostet im Chemiebedarf um die 7€, zumindestens hier und hält eine gewisse Zeit. In Relation zu der Harzmenge gesetzt, die man in der Zeit verarbeitet, sind die 7€ wirklich Peanuts.

Andererseits ist das Harz/Härter auch nicht das pure Gift. Wer viel raucht, sich oft besäuft oder massives Übergewicht hat (oder mehreres davon), lebt ungesünder, als wenn er mal eine Kleinigkeit ohne Handschuhe harzt. Bei vielen Modellbauern hält ein kg Harz ja schließlich ewig.

Ich fasse Harziges nur noch mit Handschuhen an, baue viel damit und eine Allergie will ich vermeiden. Außerdem wenn man sich überlegt, mit welchen Reinigern man an die Hände muß um sie später zu entharzen, wenn mal was dran gekommen ist, das merkst du am Tag drauf noch! Ich gehöre aber auch zu denen, die nachbestellen, wenn der Vorrat unter 2kg sinkt.

Hängt also einfach daran, wie viel man damit macht, ob man es lax nehmen kann oder lieber nicht.

plinse
05.02.2003, 11:30
Ach so, es hängt auch viel an der Harzart, ich arbeite beispielsweise mit L285, das ist speziell auf gute Verträglichkeit konzipiert. Es gibt aber auch billigere Harze, muß jeder selbst wissen....

Yeti
05.02.2003, 12:54
Aarrrrgh!

Eike, was ist das denn für eine Argumentation? Nur weil du nicht rauchst, nur selten säufst und kein Übergewicht hast, fährst du ja auch nicht ab und zu mal mit dem Auto gegen den Baum.

Die einzige Antwort auf die Frage hat Steffen genannt: Schaut ins Kennblatt, da steht drin, welche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind. Es gibt so viele verschiedene Sorten, da kann man überhaupt nicht verallgemeinern. Gesundheitsfördernd ist aber kein einziges. Ob giftig oder eher weniger ist übrigens auch nicht eine Frage des Preises (jetzt neu: Wellness-Epoxy, hat aber seinen Preis ;) ).

Ich habe von einigen gehört, die eine Harzallergie bekommen haben. Das ist wirklich keinem zu wünschen! Deshalb lieber etwas zu vorsichtig als zu wenig.

Ich selbst habe übrigens eine Allergie gegen Latex-Handschuhe. Deshalb harze ich aber nicht ohne Handschuhe, sondern mit Latex-freien. Besser ist das!

Gruß Yeti

Milan
05.02.2003, 13:37
Off topic an :

Latex - Handschuhe hießen früher Lümmeltüte und zum Harzen sagte man p..pern ! :rolleyes:

off toppic ganz schnell aus.

mfG

Harry

plinse
05.02.2003, 16:19
Moin Christian,

ich habe die Argumentation auch eher so aufgezogen, daß ich ein altes, komplett verbeultes Auto nicht extra überlackiere, nur weil noch ein Steinschlag dazugekommen ist ;) .

Natürlich ist keine Harz/Härter-Kombi gesundheitsförderlich aber daß es verschiedene Möglichkeiten gibt sich zu schützen, die ich auch nutze, wurde ja oben auch schon geschrieben.

Wenn ich aber an einen befreundeten Lackierer denke, der dann mit Fluppe im Hals in der Werkstatt rumturnt und die "schönen Dämpfe noch veredelt", da ist ohnehin Hopfen und Malz verloren. Sorry, meine Meinung. Er kennt die Meinung übrigens auch und trotzdem sind wir befreundet. Wenn man also seine Gesundheit mit den Füßen tritt, braucht man beim Harz nicht plötzlich die Panik zu kriegen, da tut man sich anderweitig oft schlimmeres an, wer aber Wert darauf legt, sein Rentenalter noch genießen zu können, sollte rundum etwas aufpassen, natürlich auch hier.

Ich sehe mein erstes Posting auch nicht als Aufruf zur Sorglosigkeit sondern mehr als Anstoß zum Nachdenken, zugegeben, der letzte Satz ist evt. etwas ungeschickt.