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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lackieren in der Form



Goldjunge
08.02.2003, 22:00
Wer hat schon Erfahrungen gemacht, in der Form zu Lackieren??
Meine Versuche waren alle nicht mit Erfolg gekrönt! Der Lack hat nach dem Ausformen nie auf dem GFK gehalten.
Mit dem eingefärbten Gelkot sind die Farben immer etwas Milchig; nicht so kräftig.
Hatts schon jemand probiert???????

plinse
08.02.2003, 22:29
Moin,

bei uns in der Gruppe haben wir verschiedene Lacksysteme, die mal besser, mal schlechter funktionieren.

Einen großen Unterschied macht die Verarbeitung. Lackieren, aushärten lassen und so schnell wie möglich weiterarbeiten. Wenn der Lack gut ausgehärtet ist, bietet es sich auch an, ihn mit Atze vorher abzuwischen.

Ich arbeite mit einem alten Glasurit 2K Lacksystem. Es funktioniert einigermaßen zuverlässig. Dann habe ich mal einen Lackton nachgekauft, das Nachfolgelacksystem, und es funktionierte nicht mehr, war selbsttrennend. Gut und Böse liegen also dicht beisammen.

M. Koch
09.02.2003, 10:43
Hallo!
Ich lackiere alle meine Formen (24/27-Zellen Wettbewerbshotliner, SAL-HLGs, F3A-Modelle usw.)! Verwende dafür 2K-Akryl-Autolack (farbig) oder UP-Vorgelat (weiß) und hatte noch nie Probleme! Zum Abkleben von Schriftzügen verwende ich billige Bucheinbandfolie. Ist wesentlich günstiger als Maskierfilm für Airbrush und erfüllt den gleichen Zweck, da es sich auch leicht wieder abziehen läßt. Wenn Du 2K-Autolack verwendest, solltest Du am besten ca. 2 Stunden nach dem lackieren mit dem laminieren anfangen! Der Lack ist noch nicht ganz ausgehärtet und verbindet sich so dauerhaft mit dem Harz! Wenn Du jedoch Vorgelat verwendest mußt Du es erst komplett aushärten lassen, bevor Du mit dem Laminieren beginnst! Wichtig ist natürlich auch ein gutes Trennwachs, damit nichts an der Form klebenbleibt!
Ich kann Dir ja gerne mal ein paar Bilder der Modelle schicken!

Ciao, Marcus

Goldjunge
09.02.2003, 12:00
Hi Markus,
wäre nicht schlecht!

plinse
09.02.2003, 12:37
Moin,

Experimente mit noch in nicht 100% ausgehärteten Lack zu laminieren habe ich auch gemacht, da fand man dann die Struktur des 25er Glas in der Oberfläche, das ist ein enger Grad, den man dann treffen muß.

Sicher gibt das die beste Verbindung.

@Marcus: Testest du irgendwie z. B. von Hand wie weit der Lack ist oder gehst du rein nach der Zeit?

Wenn ich nicht abkleben muß, arbeite ich zusätzlich zum Trennwachs noch mit PVA aber auch Norpol alleine trennt prächtig und man kann beliebig abkleben.

M. Koch
10.02.2003, 15:37
Hallo Eike!
Meistens lackiere ich meine Formen Vormittags bis ca 11.30 Uhr, stelle sie an die Heizung, gehe dann Mittagessen und danach bereite ich noch die Gewebelagen und den Stützstoff vor. Um ca. 14.00 Uhr beginne ich dann meistens mit dem laminieren. Der Lack ist dann auf der Oberfläche völlig klebefrei, aber trotzdem noch nicht durchgehärtet.
Als Trennwachs verwende ich die Trennpaste von Seißler oder Norpol W70 und habe damit nie Probleme gehabt. PVA verwende ich nur bei meinen einteiligen Spinnerformen (64, 80, 90 mm). Für eine Tragfläche wird die Oberfläche durch die feinen Staubpartikel im PVA einfach zu schlecht.#

Ciao, Marcus

plinse
10.02.2003, 19:43
Moin Marcus,

stimmt, wer kurz vor oder kurz nach dem Auftragen des PVA hustet bekommt die Form übern Kopp ;) bzw. darf sie auslecken ;) .

Nene nur ein Scherz aber da ist schon penibelste Sauberkeit nötig, die man in einer Werkstatt oft nicht hat, in einem Raum wo man aber positiv lackiert auch braucht.

Reinhold Krischke
11.02.2003, 08:13
Hallo zusammen,

wir verwenden als Trennmittel PAT921 von Fa. Würz. Als Lack verwenden wir Lesonal 2K Autolack.
Zwischen lackieren und laminieren liegt bei uns aus Zeitgründen normalerweise mindestens 1Tag, mnchmal auch mehr. Vor dem Laminieren schleifen wir den Lack (vorsichtig) an daß er etwas matt wird. Zum Schleifen verwenden wir feines Schleifvlies (die genaue Bezeichnung kann ich bei Bedarf zu Hause nachsehen) das sieht aus wie feine Stahlwolle.

Gruß
Reinhold

Hans Rupp
11.02.2003, 08:58
Hallo Reinhold,

danke für den Tipp. Trennmittel benutze ich ein anderes (von GEFA), aber den selben Lack. Schleifvlies habe ich

-> so werde ich es machen.

Hans

TurboSchroegi
11.02.2003, 09:10
Hi Folks !

Ist zwar etwas Off Topic (aber nur etwas :) ) Wenn Ihr z.B. Rümpfe in der Form lackiert, was macht Ihr dann später mit der Rumpfnaht ?

Schleifen, nachlackieren und polieren ?

Grüße TurboSchroegi

Hans Rupp
11.02.2003, 10:01
Meine Rumpfnahtbehandlung:
- bei Zweckmodell nur mit alter Messerklinge abziehen
- bei Scalemodell schleifen, nachlackieren, Nebel wegpolieren

Hans

hbe
11.02.2003, 12:32
Hi Folks,
2 K -Lacke sind vielfältig. Die besten Erfahrungen liegen mit Glasurit, Spieß-Hecker und eingeschränkt mit Lesonal vor. Grundsätzlich haben diese 2K-Lacke die gleichen Härtergruppen wie die meisten Epoxide, also Aminische Härter. (Kann man in den Gefahrgutbeschreibungen der Härter nachlesen). Wenn man zwischen 2 Stunden, besser 6 h und 24 h weiterarbeitet, sprich laminiert, dann ist neben dem Klebeeffekt auch ein molekularer Verbund möglich. Nach 24 h muß zur Verbesserung des "Klebeeffektes" aufgerauht werden. Wesentlich einfacher ist jedoch das Abstreuen mit Baumwollflocken/Microzellulosemehl zu einem Zeitpunkt, wenn der Lack noch klebt. Das kann man mit einem "Fingertest" am Formenrand feststellen. Überschüssige Kurzfasern vor dem Laminieren einfach ausblasen. Schleifen kann dann entfallen. Bei kleinen Lackpfützen hilft dies auch gegen Schrumpfflecken, da diese dicken Lackschichten später erheblich einschrumpfen.
CIao HB

Jörn Meyer
12.02.2003, 09:49
Den Ausführungen von Heinz-Bernd ist wenig hinzuzufügen. Meine Erfahrung:
1. Lesonal: ist 1. Wahl
2. "Lackierung": bitte nur dünn Nebeln. Beim Nebeln ergibt sich eine leicht rauhe Struktur, die beim Laminieren besser verklebt. Ist die Form glatt, dann ist auch später die Positivoberfläche glatt. Wie es innen aussieht ist schnurz.
3. Wartezeiten: ein Tip von Sven Hollenbeck, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe. Sollte die lackierte Form Tage, Wochen oder Monate auf das Laminieren warten, dann den Lack mit einem mit Aceton getränkten Lappen, Küchentuch o.Ä. leicht (!!!) vor dem Einbringen des Gewebes abreiben. Die Oberfläche (Innenfläche) wird leicht matt und griffig. ACHTUNG: wirklich nur LEICHT OHNE DRUCK. Aceton darf NICHT zwischen Form und Lack geraten!

Na denn, gutes Gelingen!!

Jörn

Peterle
13.02.2003, 10:58
Kurze Zwischenfrage:
Ihr geht doch sicher von "einer" Farbe aus.

Kann man auch zwei- oder mehrfarbigen Rümpfe in der Form lackieren?
Wie wird dann die eine Farbe gegen die andere abgedeckt? zb. bei einem Rumpf wo die Unterseite eine andere Farbe als die Oberseite haben soll. Oder bei Zierstreifen ...
Geht das?

plinse
13.02.2003, 12:48
Moin,

wenn du willst, kannst du auch in der Form abkleben oder Farbverläufe lackieren,... einzig daß du beachten mußt, daß man die Unterseite hinterher sieht... ansonsten ist das problemlos. Nur das Trennwachs muß das Abkleben mitmachen. PVA geht dann natürlich nicht. Ansonsten ist nur das zu beachten, was immer zu beachten ist. das Tape muß lackbeständig sein...

Ralf Schneider
13.02.2003, 20:38
Es freut mich sehr, dass Ihr alle auf Lesonal schwört. :D :D :D

Nur Profis verwenden Lesonal. :D :D :D :D

Achso, noch nen Tipp vielleicht. Hab da aber wirklich keine Ahnung, nur mal so. Wenn zweifarbig in der Form gelackt werden soll, und PVA aber nicht wegzudenken ist, dann 2K Klarlack vorspritzen. nach dem trocknen, natürlich nicht länger als 24h, sonst klebt das nicht mehr, kann dann darauf beliebig abgeklebt werden.

Lesonal find ich gut, erst recht wenn´s RalleKnalle spritzen tut. :D