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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Formenharz blasenfrei auftragen



Raphael
06.10.2003, 08:09
Hi,

wir haben vor wenigen Wochen unsere erste, grössere Form gebaut. Dabei haben wir das Formenharz F225 verwendent. Soweit hat alles ganz gut geklappt, es sind auch schon 2 Rümpfe aus der Form gebaut.
Leider haben sich jedoch 3-4 ganz kleine (max 1mm) Blasen in der Oberfläche eingeschlichen, die korrigiert werden mussten. Wie kann so etwas korrigiert werden?
Kann es evt. auch daran liegen, dass es zum Zeitpunkt des Formenbaus ca. 35 Grad war in unserem Bastelkeller?
Bringt es was, dem Harz vor dem Auftragen in einer Vakuumglocke die Luft zu entziehen?

Danke + Gruss
Raphael

M. Koch
06.10.2003, 12:30
Hallo Raphael!
Wichtig ist vor allem, die erste Schicht Formenharz sehr dünn aufzutragen, damit kleine Luftblasen sich gleich von selbst öffnen. Das 225 Harz läuft ja eigentlich sehr gut auseinader ohne das Luftblasen eingeschlossen werden. Danach kann in einer leicht dickeren Schicht darübergegangen werden. Wichtig an den Kanten ist vor allen das Einstreichen mit einem dünnen Pinsel vorzunehmen, der gut in die Kante geht und das Formenharz auch hineindrückt! Ein weiterer kleiner Trick ist das leichte Überstreichen mit einem breiten Pinsel ohne Harz, kurz bevor das Formenharz angeliert ist. Den richtigen Zeitpunkt zu erwischen ist hier nicht so einfach. Dadurch werden kleinste Luftblasen aufgerissen und schließen sich von selbst ohne Lufteinschluß. Wichtig ist aber auch das Verwenden von 2 Lagen Formenharz pro Formhälfte, da so die oft zwischen dem Formenharz und der Kupplungsschicht/Glasgewebe eingeschlossenen Luftblasen (die sich meistens nicht ganz vermeiden lassen) nicht so leicht in der Form einbrechen.
Durch die hohe Temperatur in Eurem Bastelraum zieht das Harz auch schneller an und ist nichtmehr so dünnflüssig! Dadurch können natürlich auch kleine Luftblasen nichtmehr so leicht von selbst aufgehen!
Das mit der Vakuumglocke könnte schon klappen,würde es dann aber nur ganz kurz anwenden!

Ciao, Marcus

[ 06. Oktober 2003, 12:38: Beitrag editiert von: M. Koch ]

Raphael
06.10.2003, 13:07
Hi,

danke Markus!

1. Das mit den 2 Schichten Formenharz ist klar, ich werde für meine Raketenwurm-Formen auf der Formfläche das F225 nehmen, und auf der Trennebene und als 2. Schicht in der Formfläche das (ich glaube...) F260. Oder soll ich die Trennebene ebenfalls "schleif- und polierbar" halten?

2. Das mit der hohen Temperatur ist ja jetzt vorbei, mittlerweile sind wir schon an einer mannshohen Temperkammer, damit im Winter überhaupt gebaut werden kann ;) Die 25 Grad waren während den bekannten "August-Wochen"...

3. Wieso das Vakuum nur ganz kurz?

Gruss
Raphael

Claus Eckert
06.10.2003, 16:08
Hallo Raphael,


Leider haben sich jedoch 3-4 ganz kleine (max 1mm) Blasen in der Oberfläche eingeschlichen, die korrigiert werden mussten. Wie kann so etwas korrigiert werden?
Eine größere Menge als Du benötigst, von dem schleif- und polierbaren Harz anrühren. Einen Klecks auf die Löcher, ggf. mit einem dünnen Stahldraht drin rumrühren, damit wirklich keine Luft drin bleibt. Anschließend auf die Stelle Tesafilm kleben. Aushärten lassen und polieren.
Die größere Menge deshalb, weil man das Mischungsverhältnis von Harz und Härter genauer einhalten kann.

Beim Anrühren der Mischung, kann man mit möglichst gleichmäßigen Bewegungen des Rührstabes vermeiden, allzu viele Luftblasen zu produzieren.

Nach dem Auftragen des Formenharzes nehme ich einen harten kurzborstigen Pinsel um Lufteinschlüsse heraus zu kämmen. In der Zeit bis zum Angelieren bleibe ich grundsätzlich bei der Form, um evtl. aufsteigende Luftblasen sofort zu öffnen.
Leicht angewärmtes Formenharz hat zwar den Vorteil, dass Luftblasen leichter steigen. Aber den Nachteil, dass es an den senkrechten Stellen davon läuft.

Und nun gehe ich in den Keller zum Urmodell schleifen :rolleyes: Denn mein Formenharz wartet schon auf seine Verwendung :D