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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gfk-Hülsen für Flächensteckung



AJ
31.03.2003, 08:12
Hi,

wie dick, sprich wieviel Lagen welchen Gewebes, sollte eine Hülse aus GfK für einen 10er Rundstahl sein?

Und gibts spezielle Tricks bei der Herstellung ?

Vielen Dank schonmal !

[ 31. März 2003, 12:46: Beitrag editiert von: AJ ]

FlyHein
31.03.2003, 08:46
Moin AJ

Also Hülsen für runde Steckungen laminiere ich wie folgt:
Stab einmal faltenfrei in Frischhaltefolie wickeln. Die Folie sollte länger auf dem Stab sein als die zu laminierende Hülle. Am Stabende die Folie sorgfältig mit Tesafilm verschließen. Auf den so vorbereiteten Stab schiebst du zweimal entsprechenden GfK-Schlauch (EMC-VEGA, R&G etc.), den ersten Schlauch schließt du am Stabende ebenfalls sorgfältig, zB. mit Sekundenkleber. Den zweiten Schlauch knotest du am Stabende und läßt ihn mehrere cm überstehen um nachher richtig ziehen zu können. Den Abschluß der Schläuche auf dem Stab fixierst Du mit Klebeband. Nun gehts ans Harzen. Nach dem Harzen hängst Du den Stab sammt GfK-Schläuche auf, am besten unter Spannung damit alles gut stramm gezogen bleibt. Nach dem Aushärten des Harzes spannst du den GfK-Zipfel irgendwie ein, entfernst das Klebeband und erwärmst das Laminat und den Stab richtig mit dem Heißluftföhn. Dabei ziehst Du kräftig. Irgendwann fängt die ganze Sache an zu rutschen und du hast dann eine perfekt passende, erste Hülse für deine Stab.
Auf diese Art und Weise solltest Du die Hülsen für die Linke und Rechte Fläche fertigen. Wichtig ist, das diese Hülsen auch dicht sind. Sollten Sie es nicht sein, streiche beide Hülsen von aussen nochmal mit Harz ein.

AJ
02.04.2003, 23:56
Hi FlyHein!

Danke für den Tip !

Ich werds mal versuchen, wenn ich Zeit habe :)

Christian Volkmar
04.04.2003, 10:21
Hi Andreas,

ich hab mir eine Flächensteckung für meine Morane folgendermaßen gebaut:
25mm Alurohr mit Butterbrotpapier einmal stramm umwickelt und mit Tesa fixiert.
Diese Hülle kann man auf dem Rohr drehen.
Danach 12 Lagen 80g Gewebe rundlaminiert und trocknen lassen.
Harz geht nicht durch das Butterbrotpapier durch und der Stab lässt sich problemlos rausziehen.

Gruß Christian
CV´s Modellbauseiten (http://sfcvl.bei.t-online.de)

[ 04. April 2003, 10:21: Beitrag editiert von: Christian Volkmar ]

Gast_00010
04.04.2003, 11:23
BINGO! Das ist es worauf ich gewartet habe :)
Ich stehe vor der gleichen Aufgabe mit einem 40er (?) Seckungsrohr und bei dem Gedanken an die klebende Frischhaltefolie hab ich gleich an die Schere zum Aufschneiden gedacht.

Aber Butterbrot- oder Backpapier sind die Lösung. Zur Sicherheit kann man die ja dann auch noch mal mit Folie umwickeln. Entscheidend ist nur, daß der Kram auf dem Rohr rutschen kann.

FlyHein
04.04.2003, 12:09
Mahlzeit zusammen

Sicher ist die Butterbrotsmethode auch anwendbar, ich würde aber immer GfK-Schläuche auflaminieren. Wenn Das Paoier in derfertigen Hülse bleibt ist auch eine gute Passung gegeben, sollte das Papier aber im Laufe der Zeit heraus gefriemelt kommen entsteht ein entsprechendes Spiel.
Die mit Folie laminierenten Hüllen zeigen trotz entfernter Folie ein deutlichen "fummmmp" beim zügigen Herausziehen der Steckung, für mich ein Zeichen ein guten Steckung.

Christian Baron
06.04.2003, 22:19
Zur Herstellung der Hüllen mit einer Trennschicht/Isolierschicht aus Frapan-Folie nehme ich immer Butter!!!
Nicht lachen, ausprobieren!
Der Stab, auf dem die Hülle laminiert werden soll wird zuerst mit Butter eingestrichen, so dass ein durchgängiger Fettfilm entsteht. Darauf wird dann mit zwei Wicklungen die Frapan-Folie gewickelt. Sie "klebt" dadurch an dem Stab und läßt sich sehr schön und auch glatt aufbringen.
Jetzt wird die Hülle laminiert. Ich nehme wie schon beschrieben Schlauchgewebe in ein oder zwei Lagen, dann aber eine UD-Lage in Längsrichtung des Stabes und eine anschließende Wicklung mit Glas- oder Aramidrovings. Der Stab wird ja bei einer Belastung der Fläche versuchen die Hülle aufzusprengen, um dies mal bildlich zu beschreiben. Dagegen hilft das Umwickeln mit Rovings, besonders an den beiden Enden der Hülle. So eine Hülle ist ja nie ganz spielfrei, auch wenn es "ploppt" wenn der Stab herausgezogen wird. Durch auch noch so geringes Spiel haben wir daher eine Zweipunkt-Auflage des Stabes in der Hülle, nämlich an den beiden Enden.

Ist die Hülle ausgehärtet, kann sie aufgrund der Verwendung der Butter sehr leicht vom Stab gezogen werden, auch wenn die Rovinglagen fest umwickelt wurden. Die Frapan-Folie kann sehr gut durch verdrillen aus der Hülle entfernt werden. Die Butter ist dann auch aus der Hülle heraus. Vom Stab läßt sich die Butter mit einem Lappen und eventuell etwas Seifenlauge sehr gut entfernen.
Hätte ich fast vergessen: auf die Rovings wird als letzte Lage noch ein Abreißgewebestreifen gewickelt und damit eventueller Harzüberschuß herausgepreßt.
Gruß
Christian

kobalt
07.04.2003, 12:08
Hallo
Vielleicht mal wieder ne saublöde Frage, aber lässt sich das letztbeschriebene Verfahren auch für einen 10mm CFK-Stab anwenden?
Ulli

FlyHein
07.04.2003, 15:50
Hallo Kobalt

Jau, die beschriebenen Verfahren lassen sich für alle Arten von selbst gemachten Steckungshülsen anwenden.

[ 07. April 2003, 15:53: Beitrag editiert von: FlyHein ]