PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Epoxy verdünnen?



MichaK
02.01.2003, 16:33
Frage eines Ahnungslosen:

Womit verdünnt man am besten (langsam härtendes) Epoxy, z. B. zwecks Flächenbeschichtung.

Nitroverdünnung habe ich gehört, Spiritus scheint zu funktionieren, auch Aceton soll gehen.

Oder ist das egal?

Danke. ;)

Bernie
02.01.2003, 17:50
Hi Micha,

bei R&G gibt es einen Aktiv-Verdünner. Das ist ein sehr dünnflüssiges Harz. Spiritus habe ich selbst mal versucht, macht aber das Harz weich. Würd' ich also bei tragenden teilen nicht verwenden.

Gruß, Bernie.

Troll
02.01.2003, 18:19
Hallo Micha,
nimm ganz einfach Methanol.

Ralf Kohnen
02.01.2003, 18:39
Hallo Micha,

auf gar keinen Fall Nitro oder Aceton
denn dies kann durch die Holzporen bis zum Styro vordringen und frisst dieses auf :eek: von aussen unsichtbar, aber Du hast keine Festigkeit mehr.

Warum verwendest Du nicht einfach G4 von Voss Chemie? dies ist ein einkomponentiges Harz, welches schön klebt und extrem hart wird. Fläche mit 49gr Gewebe belegen, nach 4-6 Std. Übergänge beschneiden und schleifen, dann eine 2te lage G4 (ohne Gewebe) und dann füllern, schleifen, spritzen.
Fertig..... :D

Giotto
02.01.2003, 18:39
Hallo Micha.

Epoxyd-Laminierharze kann man mit dem von Bernie erwähnten R&G-Aktivverdünner noch etwas dünnflüssiger machen. Zum Beschichten und Ueberziehen von Tragflächen ist das aber nicht gedacht und auch wenig geeignet.
Zum Beschichten von Tragflächen verdünnt man am besten mit Methanol oder allenfalls auch Sprit, Methanol, obschon giftig, ist aber besser.
Diese Art der Verdünnung darf man aber nur zum Beschichten verwenden und niemals zum Laminieren. Bei einer dünnen Beschichtung kann das Methanol nach dem Auftrag verdunsten, bevor die Härtung einsetzt. Wenn das nicht der Fall ist, wie bei einem dicken Laminat, dann wird die Härtung gestört und Du erhälst ein weiches, pampiges Laminat.

Hier findest Du eine genaue Anleitung, wie man das machen kann.

http://www.swiss-composite.ch/pdf/h-tragflaechenbeschichtung.pdf

Noch eine Bemerkung zum G4
G4 ist ein einkomponentiges (die zweite Komponente ist die Luftfeuchtigkeit) Polyurethan.
Das ist für viele Dinge eine gute Sache und man kann tatsächlich damit Gewebe "aufkleben". Die Festigkeit ist aber niemals dieselbe wie mit Epoxydharz. Wer das nicht glaubt, soll mal je ein Laminat mit Epoxydharz und G4 machen und das dann testen!
Einfach zum Gewebe aufkleben reicht es aber allemal und für die meisten genügt das offenbar. Wenn Du Dir aber eine zusätzliche Festigkeit der Tragfläche wünschst, z.B. auf Torsionsbelastung, dann nimm Epoxydharz.

[ 02. Januar 2003, 18:54: Beitrag editiert von: Giotto ]

Ralf Kohnen
02.01.2003, 18:40
da ist der Giotto wohl dazwischengekommen, sorry für mein Doppelposting...

[ 02. Januar 2003, 18:43: Beitrag editiert von: Ralf Kohnen ]

Ralf Kohnen
02.01.2003, 19:13
Uiii,

wieder was dazugelernt....

Ich dachte bisher, dass die Festigkeit von dem Gewebe übertragen wird und nicht vom Harz ;)
Ich verwende G4 aus dem ganz einfachen Grund
es lässt sich leichter verarbeiten und es ist leichter als Epoxi.
Wenn ich ein Laminat aufbauen möchte, verwende ich selbstverständlich Epoxi und zwar Luftfahrtzugelassenes :p

Aber für Beschichtungen ist G4 meine erste Wahl :D

MichaK
02.01.2003, 19:40
Vielen Dank für die Antworten. :)

Hm, zusätzliche Festigkeit bauch ich eigentlich nicht, mir geht's in erster Linie um eine optisch gute und einigermaßen stoßfeste Oberfläche.

Wo gibt's denn dieses G4 zu kaufen?

Giotto
02.01.2003, 20:36
Zu Micha
G4 gibt es z.B. bei R&G in Waldenbuch.

Zu Ralf
Die Fasern in einem Laminat können Ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn möglichst viele oder alle Nachbarfasern mithelfen, die eingeleitete Last zu tragen. Das bedingt, dass die Verbindung von Faser zu Faser mit einem geeigneten "Kleber" erfolgt. Ist der "Kleber" zu spröde, geht es nicht, ist er zu weich, geht es auch nicht und wenn der "Kleber" nicht an der Faser haftet, nützt alles nichts. Der optimalste "Kleber" ist halt immer noch Epoxyd-Laminierharz.

Das mit dem "Luftfahrtgeprüft" darf übrigens nicht zur Religion werden. Eine Luftfahrtprüfung wie man aus diesem Titel ableiten könnte, gibt es nämlich so nicht, es sind lediglich ein paar Systeme vom LBA für den Bau von Segel- und Motorsegelflugzeugen empfohlen worden, was aber nicht heisst, dass für Flugzeuge nur diese Systeme verwendet werden dürfen.
Selbstverständlich liegen Sie aber mit einem L-285 (LF bei R&G) als Modellbauer nicht schlecht.

Ralf Kohnen
02.01.2003, 20:53
ich möchte dies jetzt nicht bis zum allerletzten ausdiskutieren, aber Deine Behauptung ist so nicht richtig.
Die Harze werden vom LBA nicht empfohlen, sondern sind als luftfahrtgeprüft freigegeben
und andere Harzsysteme dürfen nicht verwendet werden

So habe ich dies während meiner Ausbildung jedenfalls gelernt.

Es bedeutet natürlich nicht, dass andere Harzsysteme nun schlechter wären, es bedeutet nur, dass ich diese günstiger beziehen kann als jedes im Modellhandel erhältliche Harz :D :D ;)

Yeti
02.01.2003, 21:14
...und um die Verwirrung noch mehr zu steigern, auch wenn's mit der eigentlichen Frage nix zu tun hat: Es gibt Harze, die sind vom Luftfahrtbundesamt zugelassen. Das heißt nicht, dass man nicht auch jedes andere Harz zulassen könnte, wenn man den Aufwand nicht scheut. Und ob man die gleichen Festigkeitswerte zugelassen bekommt, ist nochmal eine andere Frage. Ein Harz, das nicht zugelassen ist, darf man auf jeden Fall im Flugzeugbau oder bei Reparaturen nicht einfach so verwenden, also haben irgendwie beide recht. Ein Harz, das nicht das "Prädikat Luftfahrtzulassung" trägt, muss jedenfalls nicht schlechter sein als andere. Es hat nur noch niemand nachgewiesen.

Zum Thema Verdünnung: Ich teile die Bedenken von Giotto. Wenn die Verdünnung während der Aushärtung nicht vollständig verdunsten kann, erreicht man nicht die mögliche Festigkeit. Aber ich habe ja auch schon gelernt, dass es beim Modellbau darauf offenbar gar nicht immer ankommt ;)

Gruß Yeti

Spunki
02.01.2003, 23:31
Zum Verdünnen beim Beschichten - also nur eine Lage Gewebe - eignet sich am Besten 96%-tiger Äthylalkohol aus der Apotheke - ist ungiftig, hat kaum Wasser, keine Vergällungsstoffe, greift kein Styro an und man kann sich nach der Harzpanscherei wunderbar die Hände reinigen damit ... Nachteil: relativ teuer!

Grüße Spunki

[ 02. Januar 2003, 23:32: Beitrag editiert von: Spunki ]

Giotto
02.01.2003, 23:58
Zitat:
Die Harze werden vom LBA nicht empfohlen, sondern sind als luftfahrtgeprüft freigegeben und andere Harzsysteme dürfen nicht verwendet werden.

O.K. dann halt freigegeben. Das ändert aber an meiner Aussage nichts, nämlich dass die Luftfahrt-Prüf-Geschichte wesentlich komplizierter ist als man aus dem Prädikat "Luftfahrtgeprüft" meinen könnte.
Einen Aspekt hat bereits Yeti erwähnt. Dann kommt dazu, dass die vom LBA geforderten Werte nur bei entsprechender Temperung erreicht werden! Dann kommt dazu dass dies nur für Segel- und Motorsegelflugzeuge gedacht ist, und da kriegt man tatsächlich Probleme, wenn man mit irgend einer Pampe Reparaturen gemacht hat. Dann gibt es noch andere Vorschriften in andern Ländern, andere Zulassungsmöglichkeiten, die Verkehrsluftfahrt, das Militär, Prepregs u.s.w.
Das ist aber eigentlich nicht das Thema.
Ich meine nur, dass man als Modellbauer daraus keine Religion machen darf. Mir ist ein gutes Modellbauteil lieber als ein Pfusch aus einem ¨sog. "Luftfahrtgeprüften" Harz.

Noch zu Spunky,
Aethylalkohol eignet sich auch wie übrigens die meisten Alkohole.
Zum Reinigen der Hände sollte man allerdings nur eine gute Seife verwenden und niemals Lösemittel und andere Stoffe, die auch den natürlichen Hautschutz, das Hautfett, entfernen.

So, nun ist Schluss, jetzt gehe ich schlafen ;)

[ 03. Januar 2003, 00:10: Beitrag editiert von: Giotto ]

Spunki
03.01.2003, 01:16
Hallo Giotto

>>Zum Reinigen der Hände sollte man allerdings nur eine gute Seife verwenden und niemals Lösemittel und andere Stoffe, die auch den natürlichen Hautschutz, das Hautfett, entfernen.<<

Mit Seife kommst Du aber nicht weit bei Epoxidharz ;) ... ich hasse fette Hände! ;)

Grüße Spunki

PS: natürlich sollte man immer Handschuhe tragen!

Ralf Kohnen
03.01.2003, 06:46
@ Spunki: schläfst Du eigentlich nie???

@ all: die richtige und bestimmungsgemäße Verarbeitung setze ich natürlich voraus....

Andreas Schneider
03.01.2003, 14:29
Moin
Nochmal zur Frage wo man G4 beziehen kann,
geht mal zu einem Boots- Yachthändler bzw. Zubehörladen dort gibts in der Regel G4.
Bei den Gebindegrößen aber drauf achten wiviel man wirklich braucht, das Zeug ist, laut Hersteller, nur ca. sechs Monate haltbar.
Aber auch nach einem Jahr kann man damit noch Matte ankleben, eigene Erfahrung.

MichaK
03.01.2003, 15:11
Danke! :)

Was ich mich inzwischen auch Frage ist, ob (falls doch Epoxy) es wirklich leichter wird wenn man verdünnt...ober ob unverdünntes Harz gut abgetupft (saugfähiges Papier) nicht genau so leicht wird.

Spunki
03.01.2003, 16:20
Hallo Micha :)

Einer der Vorteile beim Verdünnen ist der das Dir der Pinsel am Gewebe nicht picken bleibt - man verzieht beim Auftragen dadurch die Matte nicht ...

Grüße Spunki

MichaK
03.01.2003, 18:54
Spunki, alter Freund, ;)

hm ich nehm normalerweise Moltopren-Walzen und tupfe danach mit Küchenpapier ab...das geht eigentlich auch unverdünnt recht gut.

Verdünnung hatte ich nur wegen Gewicht in Betracht gezogen.

hbe
03.01.2003, 21:29
Hallo zusammen,
eigentlich geht es doch um ein verbessertes Arbeiten.
Bei Flächenbeschichtungen ist ein verdünntes Harz zunächst einmal gewichtsfördernd, da es wegen der niedriegeren Viskosität leichter in die Poren des Holzes eindringt und somit aus der Oberfläche verschwindet. Sollte allerdings dieser Effekt wegen der besseren Drucksteifigkei des Holzes gewünscht sein, dann empfiehlt sich vorab ein leichter Anstrich mit Epoxy plus Schaumtreibmittel. Dies treibt weniger Harz aber effektiver durch die Poren. nach ca 30-35 Minuten ist der Schäumprozess abgeschlossen und es Kann das Geweb aufgetragen werden. EInkurzes Fönen und nachrollen mit dem Schaumroller und der Schaum ist aufgelöst. Es bleibt dünnflüssiges Epoxyd übrig das die Gewebelage schnellstens durchtränkt. Eventuell muss nachgeharzt werden.
SOll das Holz nicht oder kaum durchtränkt werden, dann empfiehlt es sich sogar das Harz leicht zu thixotropieren und als "Sahne" aufzurollen. Das mit Übermaß zugeschnittene Gewebe wird zunächst zu einer Rolle aufgerollt. Es wird danach in diese Sahne-Schicht abgerollt. Das vermeidet vor allem bei +/-45° Zuschnitt ein Verziehen des Gewebes. Dann kommt der Fön zm EInsatz. Leicht anwärmen und sofort nachrollern. DIe Wärme macht das Harz örtlich dünnflüssig, kühlt aber sehr schnell wieder ab. Es arbeitet also das Harz und nicht der Modellbauer. Also kein Methanol oder andere Chemie.
Statt Thixo kann man auch Talkummpuder nehmen. Das färbt gleich etwas weißlich ein und ist hervorragend schleifbar.
Last but not least:
Luftfahrtharze sind tatsächlich besser, da sie konstant gute Werte liefern müssen. Dies wird vor allem durch "Reinigen" von Nebenstoffen erreicht.
Dadurch entstehen angenehme Zusatzeffekte:
1. die Mischtoleranz ist meistens höher
2. die Gesundheitsverträglichkeit ist deutlich besser
3. die Mischviskositäten sind meistens niedriger (dünnflüssiger)
4. die Bemessung von GFK/CFK-Bauteilen ist zuverlässiger
Vor allem die Punkte 1 und 2 sind für uns wichtig und im vorliegenden Fall auch Nr. 4
Ciao HB

[ 03. Januar 2003, 21:34: Beitrag editiert von: hbe ]

AJ
03.01.2003, 23:45
Hi,

ich nutze diese Gelegenheit mal um zu fragen, was für ein Gewebe Ihr benutzt und welche zusätzlichen Gewichte Ihr damit erreicht?

Ich habe bisher immer 49g/m²-Glas benutzt und komme trotz grosser Bemühungen immer auf ein Gesamtgewicht (Gewebe+Harz+Spachtel+Füller+Lack) von ca. 2g/dm².....

Was mache ich falsch ? Ich meine dass ich immer sehr geizig bin mit dem Harz und dem Füller...

Was genau isteigentlich so schlecht bei 25g/m²-Gewebe ? Nur die "Verarbeitbarkeit" ? Was ist damit gemeint ? Verzüge beim Aufbringen ?
Damit müsste es doch erheblich leichter werden !?

speed
04.01.2003, 20:18
Andreas, der Wert von 2g/dm**2 erscheint mir sehr glaubhaft. Ich bezweifle, dass man das weit unterbieten kann.
Zum Tränken des 49g Gewebes braucht man auf Balsa sicher 60-80 g pro m**2. D.h. 1.3 g/dm**2 sind Gewebe und 0.7 g/dm**2 Füller und Lack.
Ich baue fast nur in Formen und da kann ich den Vergleich nicht so leicht herstellen.
Ich verwende als Innenlage aber auch 49g Gewebe und tränke mit 60% Harzanteil + Reserve, das in der Rolle bleibt.

Die Deckkraft der 2 K Lacke ist deutlich unterschiedlich. Ich investiere etwas mehr in den Füller (weiss),damit ich dann mit rel. wenig Lack auskomme.

Eine schwere weisse Folie wiegt auch ca. 1 g/dm**2.

Otto

[ 04. Januar 2003, 20:20: Beitrag editiert von: speed ]

Christian Volkmar
05.01.2003, 12:37
Hallo zusammen,

ich verwende für die Oberfläche ebenfalls Gewebe mit 49g/m².
Das fertig angerührte Harzgemisch wird mit ca.10-15% UNIVERSALVERDÜNNUNG verdünnnt!!!
Wird super streichfähig und der Verdünnungsanteil kann vor dem Aushärten komplett verdunsten.
Man kann bei dieser Methode das Gewebe vor dem Harzen auf der Oberfläche aufbringen und danach mit Pinsel oder Walze das Harz auftragen.
Wie schon oft beschrieben ist das ideal Gewebe/Harzverhältnis ca. 60:40! Daraus ergibt sich der Gewichtszuwachs automatisch den man einkalkulieren muß. Darunter geht es nun mal nicht!!
@AJ Bei Verwendung von 25g Gewebe schimmert die Gewebestruktur in der Oberfläche eher durch als bei 49g ( ist feiner gewebt )
So macht halt jeder seine Erfahrungen und es schön, dass diese hier im Forum beschrieben werden.

Gruß Christian
CV´s Modellbauseiten (http://sfcvl.bei.t-online.de)

Spunki
05.01.2003, 13:36
Hallo Christian

Inwieweit greift Universalverdünnung Styro an ?

Grüße Spunki

Christian Volkmar
06.01.2003, 12:02
Hallo Spunki,

volle Lotte natürlich!!! Geht nicht direkt auf Styro!

Gruß Christian
CV´s Modellbauseiten (http://sfcvl.bei.t-online.de)

AJ
06.01.2003, 22:52
Hi,

@speed : in der Anleitung des grossen Kunstoffvertreibers zur Tragflächenbeschichtung steht eben, dass man a) besser 49g-Gewebe benutzen sollte und b) dass man für eine fertig Beschichtung 100-200g/m² einplanen sollte. Wobei nichtmal deutlich wird, ob damit wirklich nur die Beschichtung als solche, also Gewebe+Harz, oder auch der Rattenschwanz aus Spachtel, Füller und Lack da eingerechnet wird.
Jedenfalls frustrieren mich diese "100 g/m²" ganz schön....
Ich bin mir auch nicht klar ob man das Balsa vorher grundieren sollte (mit Clou Schnellschliffgrund z.b.) damit das Harz da nicht so einzieht. Aber das Grundieren bringt nat. auch wieder Gewicht mit sich.....
Bei Tests mit 1dm²-Balsabrettchen bekomme ich ohne Grundierung ca. 1.1g Beschichtungsgewicht ( Harz + Gewebe) heraus.
War letztens kurz davor, mir mal 5m 25er-Gewebe zu kaufen ....

Alles in allem kann man also sagen, dass eine Beschichtung mit Gfk so schwer ist, als würde man seinen Flieger 2x mit Folie bebügeln :D

@Christian : bei den üblichen Beplankungsdicken von rund 1mm, suppt der Universalverdünner da nicht ganz leicht durch und frißt das Styro weg, ohne dass man´s merkt !?

Spunki
06.01.2003, 23:24
Hallo AJ

Stimmt, das R&G 49er ist am besten geeignet zum Beschichten, ist eng gewebt, nimmt wenig Harz auf und ist bei einem event. Schliff nicht gleich durch wie das 25er ...

Zum Grundieren: falls man grundiert, egal mit was, damit sich das Harz nicht so ins Holz saugt, sollte man prüfen ob die Matte dann auch auf der Grundierung haftet - auf Porenfüller zb. hält Epoxi+Matte nur rudimentär! ...

Nun zum Gewicht:

1. Beschichtet man so auch keine 250g-HLG´s damit ;) - sondern etwas größere Kaliber wo es aufs Gewicht nimma so ankommt - auch wenns dann mal 200g/qm werden ...

2. Die Druckempfindlichkeit ist deutlich höher wie bei Folie

3. die Festigkeit der Fläche nimmt im Vergleich zur Folie deutlich zu

Grüße Spunki

PS: mit Alk verdünnt braucht man sich ums Styro keine Sorgen machen ...

Christian Abeln
07.01.2003, 12:25
Ich mach das Harz einfach nur warm.... fliesst dann auch schneller nur ist die Topfzeit nicht mehr ganz so lange... Inwieweit das Auswirkungen auf die Materialeigenschaften hat...

speed
07.01.2003, 19:26
Hallo Andreas,
ich will versuchen die Frustration etwas zu lindern. Die 100g/m**2 für ein 49 gGewebe sind auf jeden fall dort, wo sie hingehören, nämlich aussen. Wenn Du insgesamt leichter bauen willst, musst Du innen die Masse reduzieren, d.h. hohl bauen.
Konsequenterweise führt das zur Nagativbauweise in Formen.
Ein derart aufgebauter Flügel, kann mit einer Folienbespannung immer konkurrieren.
Du kannst auch mal probieren eine leichte Seide (ca. 15 g/m**2), die sehr dicht gewebt ist, aufzutreiben. Ein Freund von mir hat darin sein Glück versucht.
Dann gibt es immer noch 12 g/m**2 Japanpapier!
Bis dann, leider etwas vom Thema abgekommen.
Wer schwer baut, muss tiefer graben!

Otto

RSO
08.01.2003, 16:36
Hallo,

ich beschichte meine Flächen mit z.B. 49g Gewebe
und rolle mit Methanol verdünntes Epoxy auf.
Das Abachi-Furnier wird vorher 1 x mit Porenfüller von Clou gestrichen. Nach einem Feinschliff nass mit 400er habe ich eine super Oberfläche und eine sehr leichte Beschichtung. Leichter wie mit Bügelfolie. Man muss mit dem Harz haushalten, dazu wird die Tränkung der Schaumstoffrolle mit Harz vor dem Auftragen auf die Fläche jeweils auf einer Plastikfolie ausgerollt. Dadurch tränkt man die Schaumstoffrolle gleichmässiger und es gibt keine Harzseen auf der Fläche.

Gruss, Raimund

Ralf Schneider
08.01.2003, 22:30
Hi,

muss auch mal meinen Senf dazu geben. Ich habe gerade die Flächen meines neuen Banditos mit seide belegt. 49g seide, die ist sehr dicht gewebt.

also, harz habe ich nicht verdünnt, obwohl es mit normaler Acrylverdünnung geht. Zum Glück habe ich ne Lackierkabine und die heize ich auf 50°C an. In diese ging ich dann (ich weiß, darf man nicht, habe aber Feiderabend, manchmal auch wärend der Arbeitszeit :D ) und belegte dort mit einem normalen Pinsel die Flächen mit Seide. Habe die seide einfach eingemascht. Hatte Gummihandschuhe an. Dann die Fläche an Steckung aufgehängt und mit einem weichen Polliertuch die Harzseen abgetupft. Dann noch mal mit dem ausgematschten pinsel alles glattgepinselt. habe bissel geschwitzt, aber das Harz war sehr dünn.

nach dem härten maschine (ganz klein) und korn 240 geschliffen und zwar so, dass stellenweise die Struktur verschwand. Dann mit Pinsel 2K Füller aufgepinselt, schön dick. Dann wieder mit maschine und korn 320 geschliffen, bis nur noch die gewebeporen weiß waren. dann mit spraydose 1K füller drüber, dann mit Softpad trocken abgefutzelt.

was soll ich sagen, superglatt und gewicht?

das HLW hat 7 g zugenommen, die qm zahl kenne ich nicht. schätze mal so 3qm. Also, auch wer zaubern kann, mit weniger gewicht gehts kaum.

Und verdünnen braucht man das harz auch nicht, es sei denn, man beschichtet jetze draußen :D

Und wenn mal harzseen entstehen, na und, da spart es den füller. Und des gemisches wegen und der festigkeit, immer noch besser als folie.

bild habe ich leider keins, wenn ineresse, dann mache ich welche.

TurboSchroegi
09.01.2003, 08:51
Hi Ralf !


Original erstellt von Ralf Schneider:
das HLW hat 7 g zugenommen, die qm zahl kenne ich nicht. schätze mal so 3qm. Sag mal: Check ich was überhaupt nicht oder hast Du gerade geschreiben, dass Du ein HLW mit 3 qm Fläche hast ?? (vielleicht 3 qdm ??)

Danke + Grüße TurboSchroegi

macfree
09.01.2003, 14:47
Hallo!

Ich habe gestern die Flächenverbindung von meinem Flieger laminiert, Epoxy mit Alkohol verdünnt, Vorschlag von Spunki, ging super.

LG, Wolfgang

Ralf Schneider
09.01.2003, 17:08
@Turbo,

mensch ja, qdm. sonst wäre ich ja ein superleichtkünstler und hätte nen Nobelpreis.

hab noch mal gemssen.

also 4 qdm hat das SLW und das hat lackierfertig, also Füller geschliffen um 5,8 g zugelegt. Das macht 1,45 g/qdm. Bei 45er seide a
also 1 g Füller. Ich denke, dass haut hin.

http://car-painting.bei.t-online.de/P1010071.JPG

[ 09. Januar 2003, 20:41: Beitrag editiert von: Ralf Schneider ]

AJ
11.01.2003, 23:03
Hi,

also 1,45g/dm² sind schon wirklich sauwenig. Eigentlich das Ziel, welches ich gerne erreichen würde....
Aber wie können die Kunststoffhersteller 48er Seide empfehlen und gleichzeitig von 100-200g/m² Gewichtszunahme reden ?

Hmm da muss ich eben noch etwas üben :)

Aber den Meister zu übertreffen wird sicher ein Ding der Unmöglichkeit :D

speed
12.01.2003, 17:10
Hallo Andreas, ich verstehe Dich nicht. Das passt doch Alles zusammen. 1,45 g/dm**2 sind 145 g auf den m**2 und es fehlt noch der Lack!!
Das läuft auf die 200g/m**2 hinaus.
Ausserdem 49g Gewebe mit Harz (60%) getränkt ergibt schon über 100g/m**2, der Rest ist Füller!

Otto

AJ
13.01.2003, 12:04
Hi speed,

Recht hast Du ja.... wenn ich jetzt fleissig meinen Füller auch noch runterschleife dann komm ich mit Glück auf etwa das gleiche Gewicht :)

Stephan S.
17.01.2003, 15:37
Hallo @all!

Welches Verdünnungsverhältniss habt Ihr denn genommen?? Oder ist das egal??

Hab leider nur Spiritus als Verdünner zu Hand.
Zum versiegeln des Motorspants müsste des doch auch gehen, oder????!?!?

THX

[ 17. Januar 2003, 15:58: Beitrag editiert von: Dr.Kimble ]

Hans Rupp
17.01.2003, 19:39
Hallo,

so wenig wie nötig (muss ja alles vedunsten). Schon 5% reichen um Epxoi recht dünnflüssig zu machen.

Hans

Spunki
18.01.2003, 01:22
Mit 96%tigem Alkohol aus der Apotheke kannst Du problemlos bis zu 3:1 verdünnen - das Harz wird dadurch so dünn wie Wasser und kein Pinsel bleibt auf der Matte kleben ;)

Und bei nur einer Lage (max. zwei) Matte stellt das Verdunsten auch kein Problem dar ...

Hingegen mit Spiritus kanns event. Probleme geben, das Vergällungsmittel und der relativ hohe Wasseranteil ...

Grüße Spunki

Stephan S.
19.01.2003, 21:31
OK, danke Euch...werd mir dann wohl doch besser 96% Alcohol in der Apotheke besorgen.....

@Spunki: Du meinst schon 3xHarz:1xAlcohol, oder???

Spunki
19.01.2003, 23:48
Ja Stephan

3Teile bereits mit Härter abgemischtes Harz + 1Teil Alkohol (Volumina) ...

Der Alk verdunstet auch im Glas relativ rasch - also beim Beschichten nach Gefühl nachverdünnen ... gegen Ende gehts dann schon relativ beschwingt dahin ;) ...

Hab heute die Delta-Fläche von meinem Super-Reaper beschichtet - insgesamt 1.8 qm ! ... wenn das Zeugs trocken ist sag ich Euch das Gewicht!

Grüße Spunki

Spunki
20.01.2003, 20:46
So! - jetzt ist das Zeugs trocken und ich hab abgewogen:

Abachi-Beplankung auf Styro, unbehandelt, nur vorher fein drübergeschliffen, entstaubt, 49er-Glasgewebe von R&G, trocken glatt aufgelegt und mit verdünntem (3:1, 96%Alk) 24h-Laminierharz aufgepinselt

Zu beschichtende Fläche gesamt: 1.8 m2
Mehrgewicht dadurch gesamt: 270g

Also 150g/m2 !

Jetzt kommt noch das Gewicht vom finish dazu, Lack oder Folie ...

150g/m2 mögen zwar recht viel klingen, jedoch hat sich die Festigkeit der Fläche aber auch die Druckfestigkeit enorm erhöht - und für einen Turbinen-Jet dieser Größenordnung spielen diese 270g-Mehrgewicht keine Rolle ...

Grüße Spunki

Ralf Schneider
20.01.2003, 22:40
Hi Spunki.

schon geschliffen oder roh? 150 g sind gut, wenn lackfertig. bei meinen flächen waren es auch ca. 150 g, nach dem schleifen der glasschicht wieder wehniger, füller drauf und geschliffen, da waren es wieder 150.

Spunki
21.01.2003, 01:04
Hallo Ralle

Nein, nix geschliffen, roh also ... na ja, bin kurz mal ganz hauchzart vorsichtig mit nem feinen Schleifschwamm drüber ohne aufzudrücken um einige Pinselhaare und Bläschen wegzubekommen ... schleifen will ich nicht - will die Mattenstruktur aus Festigkeitsgründen nicht schädigen ... die 49er ist eh so zart und gleich beleidigt ... kommt dann ne Selbstklebefolie drüber und fertig!

Bei 10kg Abfluggewicht brauch ich nicht um jedes Gramm geizen ;)

Grüße Spunki

Spunki
24.01.2003, 12:58
Frische Selbstklebefolie (Orastick!) hält hervorragend auf der hauchzart überschliffenen und mit feuchtem Lappen entstaubten GFK-Oberfläche - auch ohne Bügeln, besser wie auf Holz! ... und vom Gewicht her sicher auch nicht schwerer als Grundierung+Lack ...

Die Flächen haben jetzt Oracover-finish und sind trotzdem druckfest ... ganz abgesehen von der generellen Festigkeitszunahme ...

Grüße Spunki

[ 24. Januar 2003, 13:00: Beitrag editiert von: Spunki ]

MichaK
26.01.2003, 22:20
Aaaalso, das ist mir alles zu kompliziert. *g*

Ich hab heute die Tragflächen-Unterseiten meines Vector ohne Grundierung und ohne Verdünnung mit 25 g-Gewebe und Epoxy bespannt. Und anschliessend mit saugfähigem Papier gut abgetupft.

Ich denke, wenn man verdünnt, zieht mehr ins Holz...und die Grundierung, um das zu verhindern, wiegt ja auch was. Ausserdem bin ich tendenziell faul.

Ich hab vorher gewogen und werde nach Fertigstellung Bericht erstatten...

[ 26. Januar 2003, 22:22: Beitrag editiert von: MichaK ]

Spunki
27.01.2003, 12:22
Hallo Micha :)

Ja, faul bin ich auch ;) ... deswegen verdünne ich ja, ist mir zu mühsam das immer wieder mit unverdünntem Harz verzogene Gewebe wieder geradezuziehen ;) ...

Also Gewichtsbilanz: zusammen mit Orastick komm ich jetzt auf 240g/m2 ... Ergebnis siehe Bild:

http://members.a1.net/spunki/reaper2.jpg

Grüße Spunki

MichaK
27.01.2003, 12:23
Wau, tolles Gerät, Spunki. Wenn ich mir den Antrieb anschaue kommt's aber da sicher nicht so auf jedes Gramm an. ;)

Verzogen hat sich das Gewebe eigentlich kaum, ging mit Neopren-Walze völlig problemlos.

Spunki
27.01.2003, 13:07
Danke Micha :)

Ich wollte bewußt das das Harz auch gut ins Holz einzieht da die dünne Holzfurnier durch Feuchtigkeit viele feine Risse hatte ... die sind jetzt alle zu!

Grüße Spunki

PS: hast schon gewogen?

MichaK
27.01.2003, 19:47
Nö, hab ja erst die Unterseite gemacht, die Überstände müssen noch abgeschnibbelt werden.

Wird wohl WE werden bis zum Wiegen. ;)

MichaK
01.02.2003, 23:18
Ich komm auf ca. 1,05 g/dm^3 einseitig (ich hab ja erst die Unterseite "bespannt"). Das ist jetzt nur 25 g Gewebe und Harz. Zu berücksichtigen ist, dass darin auch ein paar Streifen 50 g Gewebe enthalten sind, die die neuralgischen Stellen verstärken. Da nass in nass aufgebracht konnte ich nicht separat wiegen.

Die Oberseite habe ich heute überzogen, die sollte morgen auf der Waage das gleiche Ergebnis zeigen, sonst hab ich was falsch gemacht. :)

Zeh-a
05.09.2006, 18:47
Habe mich erkundigt - mir wurde gesagt, dass Äthylalkohol und Sprit das gleiche sind. Es sind sogar beide vergällt...

War ein Apotheker, der mir das erzählt hat...

Spunki
05.09.2006, 19:05
Also meine Apotheke verkauft mir 96%tigen Alk, unvergällt, ist natürlich demensprechend teuer (Steuer) ...

Hab aber noch nicht gekostet ob´s auch wirklich stimmt!, zumindest riechen tut man nichts ;)


Grüße Spunki

Zeh-a
06.09.2006, 11:09
Haben die Vergällungsstoffe einen negativen Einfluß auf die Aushärtung des Harzes?

Was musstest du tun, um das unvergällt zu bekommen?

Gideon
06.09.2006, 13:54
Imho macht das Vergällungsmittel keinen Unterschied. Chemisch reiner ist natürlich theoretisch besser.

Denaturierter Alkohohl ist vergälltes Ethanol oder auch Spiritus.
Das gibt´s in der Apotheke und wird da auch für alles ( Tinkturen,usw.) verwendet. Frag da einfach mal nach, es müsste auch unvergällt erhältlich sein ( Preis wahrscheinlich höher).

Isopropanol ( Isopropyl-Alkohol ) wäre sicherlich das Optimum - gibt´s auch in der Apotheke.


Wikipedia sagt zu Ethanol:
Grundsätzlich unterliegt die Verwendung von Ethanol der Branntweinsteuer. Um zu verhindern, dass Ethanol ohne Entrichtung dieser Steuer als Genussmittel getrunken oder diesen beigefügt wird, wird es vergällt. Die Verwendung vergällten Ethanols ist dann im technischen Sektor (Druckerei, Lackherstellung, Reinigungsmittelproduktion, Kosmetik etc.) steuerfrei möglich. Vergällung bedeutet, dass Ethanol mit anderen Chemikalien, wie z. B. MEK (Methyl-Ethyl-Keton, Butanon-2 mit 2 weiteren branntweinsteuerrechtlich vorgeschriebenen Markierungskomponenten), Petrolether, Cyclohexan, Phthalsäurediethylester (Diethylphtalat) oder ähnlichem versetzt wird, um es für den menschlichen Genuss unbrauchbar zu machen.



Gruss
Stefan