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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welches Material für Rumpf



Fliegoor
15.09.2003, 22:10
Hallo ihr Harzgotter, :D

kann mir jemand sagen aus welchem Material man am sinnvolsten eine Rumpf baut?

Glas, Kevelar oder kohle?

Wie ist das mit abschiermung, Steifigkeit etc? :confused:

Ich hoffe mir kann jemand weiter helfen.

Groß

Patrick

M. Koch
16.09.2003, 08:30
Hallo Patrick!
Meine normalen Seglerrümpfe (bis 5 m Spannweite) baue ich ganz normal aus GFK mit CFK-Verstärkngen am Kabinenhaubenausschnitt usw!
Wenn ich jedoch einen extrem stark belasteten Rumpf wie für meine 24/27-Zeller und Pylonmodelle brauche verwende ich grundsätzlich Aramid mit CFK-Verstärkungen. Der Rumpf ist damit schlagfester und kann bei einem kleinen Schaden schneller und besser mit Sekundenkleber repariert werden, da die Aramidfasern im Vergleich zur Glasfaser nicht brechen sondern nur die Harzmatrix. Die Glasfasern brechen jedoch ganz durch!
Mit Abschirmung hatte ich bei meinen 27 Zellern mit nahezu allen Empfängern Probleme mit der Reichweite, da die Antenne im Rumpf parallel zu den CFK-Verstärkungen verläuft! Seit ich jedoch den Schulze Alpha verwende ist diese Problem jedoch auch Geschichte!
Schau doch mal bei Ezonemag.com > Discussion > High Performance > Building of full-molded F5B-ships Eisvogel und Raketenwurm vorbei! Da kannst Du den Aufbau meiner F5B-Rümpfe und Modelle mal anschauen! Ist zwar in Englisch, aber ich glaube die Bilder sprechen für sich!

Ciao, Marcus

TurboSchroegi
16.09.2003, 08:59
Hi Marcus !

Super Bildbeitrag bei Ezonemag.com !

Grüße TurboSchroegi

Fliegoor
16.09.2003, 13:03
Hi Marcus,

echt super was du da machst :eek:
Würde auch gern mal sowas mit Formbau machen.

Hat den Kevelar nachteile wegen steifigkeit?
Ich dachte so an einen Hangflieger?

Patrick

Gast_00010
16.09.2003, 13:21
*Oberlehrer an*

Merke: Es heißt Kevlar oder Kevelaer (was aber zwei verschiedene Paar Schuhe sind :D ).

Kevelar gibt es (noch?) nicht, hehe.

*Oberlehrer aus*

Friedrich
16.09.2003, 14:40
Hallo Jürgen
*Oberlehrer an*

schau mal hier http://www.kevelar.de/
oder hier http://www.kevelaer.de/ :D :D :D

*Oberlehrer aus*

[ 16. September 2003, 14:44: Beitrag editiert von: Friedrich ]

HaraldH
16.09.2003, 15:10
Original erstellt von Juergen Schrader:
*Oberlehrer an*

Merke: Es heißt Kevlar oder Kevelaer (was aber zwei verschiedene Paar Schuhe sind :D ).

Kevelar gibt es (noch?) nicht, hehe.

*Oberlehrer aus*Hallo Jürgen,

das mit dem Oberlehrer ist noch nicht so sehr das Wahre. ;) ;)

Kevelar gibt es schon ziemlich lange. (Stadt nahe der holländischen Grenze)

Siehe auch: http//:www.kevelar.de/

Du wirst es nicht glauben wie oft ich bei meiner Google Suche auf genau den gleichen Fehler gestossen bin.

Nicht für ungut
Harald ;) ;)

Gast_00010
16.09.2003, 15:53
*Klugscheißer an*
Ach ja?
So gut kenne ich den Niederrhein zum Glück dann doch noch . *grins*

Wenn ich das richtig interpretiere, ist Kevelar.de ein marketingtechnisches Zugeständnis an die schreib- und leseschwachen Bevölkerungsgruppen.
*Klugscheißer aus*

Fliegoor
16.09.2003, 20:35
Mensch, dann halt Aramit oder Aramid oder wie auch immer

[ 16. September 2003, 20:36: Beitrag editiert von: Fliegoor ]

Gast_1787
17.09.2003, 09:54
Original erstellt von Fliegoor:


Hat den Kevelar nachteile wegen steifigkeit?
Ich dachte so an einen Hangflieger?

PatrickIch baue meine 3m F3B Hangflieger aus mehreren Lagen 163g GFK. Wozu Kevlar, wenns nicht aufs Gewicht ankommt, ist viel zu teuer und lässt sich schwieriger verarbeiten.

http://home.t-online.de/home/gruszla/hobbys/f3b.htm

Yeti
17.09.2003, 19:00
Hier noch'n Klugscheißer! :D

Kevlar ist der Markenname der Firma Du Pont für Aramidfasern wie "Tempo" für Papiertaschentücher. Ein anderer Markenname ist "Twaron" (entspr. Zewa Softies").

Dass sich Aramidfaser besch...eiden verarbeiten lassen, wurde ja schon erwähnt. Aber es hat noch andere Nachteile:

Trotz überragender Zugfestigkeit hat ein AfK-Laminat eine beschissene Druck- und Schubfestigkeit, und ist UV- und feuchteempfindlich.

Der größte Vorteil ist die Zähigkeit und damit verbunden die hohe Energieaufnahme beim Crash. Zu finden deshalb in kugelsicheren Westen und in Sicherheitscockpits von Formel-1 Wagen und Segelflugzeugen. Aber hier niemals alleine, sondern meistens in Form sogenannter Hybridgewebe, bei denen abwechselnd Kohlefaser-Fäden und Aramidfäden verwoben sind. Die Festigkeit und Steifigkeit liefert hier der Kohleanteil, während die Aramidfasern eigentlich nur dazu da sind, beim Crash die Trümmer beieinander zu halten. Im Crashfall führt das zu einem tausendfachen Bruch der Kohlefaser, wodurch sich eine Art Knautschzone ergibt, während eine reine CfK-Struktur nur einmal bricht, dafür aber endgültig.

Der zweite Vorteil ist die geringe Dichte von Aramid (1,44 g/cm³ im Vergleich zu 1,78 g/cm³ bei Kohlefaser und 2,55 g/cm³ bei Glasfasern). Bei gleichem Gewicht ergibt sich damit eine größere Wandstärke. Man kann somit z.B. ein CfK / AfK / CfK Sandwich aufbauen, wo die Aramidschicht quasi nur als Abstandhalter zwischen den CfK-Schichten dient. Im Modellbau ist das interessant, wenn die Beanspruchung (insbesondere die Druck- und Schubbeanspruchung) so gering ist, dass die Festigkeit von AfK ausreicht, aber man bei dem Bauteil eine Mindest-Wandstärke braucht, um es überhaupt anfassen zu können.

Zitat eines Technikers, der mal im Flugzeugbau zulassbare Materialkennwerte von AfK-Laminaten ermittelt hat:

Aramidfasern sind vorzüglich dazu geeignet, dass sich der geplagte Ingenieur damit erhängt (hohe Zugfestigkeit). Aber nur nachts (UV-Empfindlichkeit) und vor Einsetzen des Morgentaus (hohe Feuchtigkeitsaufnahme).

Gruß Yeti

Thommy
18.09.2003, 09:39
Original erstellt von Yeti:


Aramidfasern sind vorzüglich dazu geeignet, dass sich der geplagte Ingenieur damit erhängt (hohe Zugfestigkeit). Aber nur nachts (UV-Empfindlichkeit) und vor Einsetzen des Morgentaus (hohe Feuchtigkeitsaufnahme).
:D Das Zitat ist super, beinhaltet es doch alle wichtigen Fakten :D
Gruß
Thommy