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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messingrohr biegen ?



Petersen
28.05.2004, 19:38
Hallo,

stehe vor dem Bau einer Haube für einen alten Segler. Wie biege ich 2 bzw. 3mm Messingrohr?

Viele Grüsse

Werner

RSO
28.05.2004, 21:48
Hallo Werner,

mit Sand füllen ev. etwas mit dem Brenner warm
machen.

Gruss, Raimund

Petersen
29.05.2004, 12:05
Hallo Raimund,

danke für den Tipp. :)
Ich kann zwar etwas hartlöten, bin aber in der Metallbearbeitung Laie.

Viele Grüsse

Werner

Volker Cseke
29.05.2004, 23:48
Hallo Werner,

verrate uns doch mal welche Wandstärken du hast und welche Biegeradien du erreichen mußt. Bei den kleinen Innendurchmessern ist es oft eine riesige Viehcherei, den Sand einzufüllen und zu verdichten. Einfach nur Sand rein führt selten zu einem guten Ergebnis. Beide Enden müssen fest verschlossen werden. Wenn dann auch nur etwas Feuchtigkeit im Sand ist, gehts schief und im schlimmsten Fall ins Auge. Deshalb vorsicht beim Erhitzen. Schutzbrille tragen!!!!!

Es gibt auch andere Wege, Rohr zu biegen, ohne dass es knickt. Aber dazu bitte mal Maße nennen, sonst kann ich hier noch Seitenweise schreiben.

Viele Grüße

Volker

[ 29. Mai 2004, 23:49: Beitrag editiert von: Co ]

Tiga
30.05.2004, 10:24
Hi Werner,

meine Methode:

bei Rohren mit größerem Innendurchmesser (>3mm) wird zuerst ein Rohrende mit Lötzinn verschlossen. Danach wird mit sehr feinem Sand aufgefüllt und verdichtet, dann das andere Ende auch verschlossen. Damit konnte ich bisher jeden benötigten Radius biegen.

Bei kleinen Innendurchmessern suche ich ein Stück Lötdraht das ziemlich genau passt. Den Lötdraht in das Rohr einführen, Rohr biegen und danach versuchen, den Lötdraht wieder herauszuziehen. Falls das nicht klappt weil der Biegeradius zu eng ist erhitze ich das Rohr bis das Lötzinn herausläuft. Mit einer Entlötpumpe bzw. Entlötlitze sorgt man dafür daß relativ wenig Zinnreste im Rohr verbleiben.

Der einzige Nachteil der Lötzinnmethode ist daß ein kleiner Rest Lötzinn trotz Entlötpumpe immer im Rohr zurück bleibt und den Innendurchmesser etwas verringert, aber es ist wirklich nur eine dünne Schicht.

Grüße
Rainer

Frank R
30.05.2004, 21:26
Hallo Werner,

bevor Du den großen Aufwand treibst (zulöten- Sand rein - verdichten ect.), versuche es folgendermaßen:

Auf eine Schraube schiebst Du
1) eine große Unterlegscheibe
2) eine Hülse, die so lang ist wie der Durchmesser des zu biegenden Rohrs(Muttern, kleine Unterlegscheiben ect. gehen auch)
3) wieder eine große Unterlegscheibe
4) eine Mutter, die alles fest zusammenhält.

Zwischen die großen U-Scheiben pass das Rohr gerade hinein. Dort wird es eingelegt und dann von Hand um die Schraube bzw. Hülse gebogen.

Wo ist der Trick?
Ganz einfach: Beim Biegen knickt das Rohr dadurch, dass es die Möglichkeit hat, seinen Querschnitt zu verändern von rund auf elliptisch auf flach - dann knick!!!
Das Biegen zwischen den U-Scheiben verhindert die Verbreiterung zur Ellipse - also kein knicken.

Viel Erfolg
Frank

[ 30. Mai 2004, 21:28: Beitrag editiert von: Frank R ]

Petersen
31.05.2004, 16:08
Hallo,

hatte schon befürchtet, dass es etwas " mehr " wird. ;)
Vielen Dank für eure Ratschläge!

@ Volker:
Wandstärke ~ 4/10mm, die Radien: 2,5 bis 5,0 cm

Grüsse Werner

Volker Cseke
31.05.2004, 22:15
Hallo Werner,

bei der Wandstärke und den Radien brauchst du, wenn ich mal voraussetze: die Rundheit der Rohre soll auch erhalten bleiben und die Radien immer gleich, für jeden Radius eine entsprechende innere Biegerolle, eine immer gleiche Außenrolle und eine entsprechende Vorrichtung.

Frage:
- Verfügst du über einen Zugang zu einer Drehmaschine?
- Hast du eine Ständerbohrmaschine?
- Hast du Grundkenntnisse in Metallbearbeitung?

Wenn dir es hier zu öffentlich ist, mail mich an.

Viele Grüße

Volker

Petersen
01.06.2004, 19:33
Hallo Volker,

Ständerbohrmaschine ja, der Rest nein und Ahnung Metallverarbeitung ... etwas Löten, Bohren, Feilen. Drehen, Fräsen keine Kenntnisse.

Viele Grüsse
Werner

Maxkoh
02.06.2004, 08:24
@ Volker:

Für diejenigen welche das o.g. Equipment ihr Eigen nennen währe eine Abhandlung sehr Aufschlussreich!

LG

Max

Mooney
02.06.2004, 10:19
@Volker

Ja, eine Abhandlung waere sehr interessant, bei mir steht demnaechst auch der Bau eines Kabinenhaubenrahmen an.
Das angefuehrte Werkzeug ist vorhanden.

Bis denne

Volker Cseke
02.06.2004, 22:26
Hallo Jungs,

da habe ich ja was schönes angezettelt. Werde mich morgen mal hinsetzen und was zusammenschreiben. Leider drängt bei mir die Zeit etwas, da ich am Freitagabend nach Südfrankreich abdampfe. Urlaub.

Vorweg schon mal das Prinzip:

Da das Messingrohr mit den angepeilten Wandstärken beim Biegen gestüzt werden müß, kann man dies von Innen oder von Außen machen. Nur von Innen geht sehr schlecht, nur extrem feiner Sand läßt sich noch einfüllen und verdichten. Ausgießen oder Füllen mit niedrig schmelzenden Metallen hat den Nachteil, daß man nicht immer alles wieder sauber raus bekommt.

Also bleibt nur ein Stützen von außen. Jeder kann sich vorstellen, das wenn man in einen Klotz ein Loch mit dem Außendurchmesser des Rohres bohrt und das Rohr hineinsteckt, dieses durch Biegen rechts und links vom Klotz im Klotz nicht verformt wird.
Wenn man jetzt die Länge des Klotzes sehr viel kleiner macht, wird das Rohr immer noch genau an der Stelle des Klotzes gestützt. Jedes Rohrbiegegerät geht jetzt diesen Weg. Das Rohr liegt beim Beginn des Biegens an einer Scheibe mit einer Nut, die genau den halben Querschnitt des Rohres hat. Von der anderen Seite wird jetzt eine Rolle mit ebenfalls einer Nut mit halben Querschnitt dagegengepresst. Folglich ist das Rohr an einer Stelle komplett gefaßt und gestützt. Wenn jetzt die eine Rolle über der anderen abrollt, so wird das Rohr um die innere Rolle gebogen, aber dabei immer gestützt.

Soweit das Prinzip.

Ihr solltet schon mal überlegen, wie ihr es regelt, wenn einer die Vorrichtung baut und die anderen sie sich ausleihen wollen. Vielleicht bauen ja auch mehrere zusammen die Vorrichtung, da man für jeden Biegedurchmesser eine eigene innere Rolle braucht. Die äußere Rolle ist immer die gleiche. Ach ja, und natürlich für jeden Durchmesser auch noch immer eigene Rollen.

Viele Grüße

Volker

Petersen
03.06.2004, 17:34
Hallo Volker,

prima, dass du dich " kümmerst ". Bei mir eilt es nicht, fahr ruhig erstmal in Urlaub. :D
In der Zwischenzeit versuche ich einen Bekannten, der Dreher ist, von der Sache zu überzeugen.

Viele Grüsse
Werner

Volker Cseke
03.06.2004, 22:21
Hallo Werner,

werde nach meinem Urlaub den Beitrag mal wieder hochziehen und mich melden.

Habe schon eine Zeichnung angefangen, leider doch nicht mehr fertigbekommen.

Viele Grüße

Volker

Petersen
16.07.2004, 18:43
Hallo Volker,

( vorsichtig anklopf ) bist Du wieder da? :rolleyes:

Grüsse Werner

Volker Cseke
18.07.2004, 21:24
Ja!

:rolleyes:

muß nur erst meinen Schreibtisch vom Müll meiner Partner freiräumen. Doch dann geht es los.

Viele Grüße

Volker

Maxkoh
26.07.2004, 13:31
...na aber so ein Tisch ist doch schnell umgeworfen, dann ist er leer. :) Oder ist er am Boden verschraubt???? :eek:

LG

Max

Volker Cseke
27.07.2004, 14:21
Hallo Max,

klasse Idee mit dem Tischumwerfen. Jetzt geht es los.
Laßt uns noch mal die Rahmenpunkte festhalten:
2,5cm bis 5cm Biegeradius
(zur Sicherheit machen wir daraus 15 bis 60mm)

EDIT ON: es geht auch noch etwas kleiner und natürlich auch größer, aber man muß ja mal anfangen. Das Wesentliche ist nur, daß man für jeden Biegeradius eine eigene Innenrolle braucht. EDIT OFF

3mm Rohr

Jetzt die wichtigste Frage vorweg:
Habt ihr einen 3mm Rundmeissel für die Drehmaschine?
Wenn ja, einen wesentlichen Schritt weiter - wenn nein, einen kaufen oder einen machen.
Wenn kaufen, gibts zum Beispiel hier: DEUSS Katalog (http://www.deuss.de/kat.pdf) Seite 37 (Preissehundstöhn) - wenn machen, braucht ihr Anleitung?

Meissel muss schon passen, sonst wird das Rohr so rund ;) wie Meissel.

Ansonsten gibts ne Materialliste passend zu WILMS (http://www.wilmsmetall.de/) , benötigt werden dann noch Feile, Bohrer, Gewindeschneider, Schrauben und Kleinkram. Nenn ich aber alles.

Viele Grüße

Volker

[ 27. Juli 2004, 14:52: Beitrag editiert von: Co ]

Maxkoh
28.07.2004, 07:31
....Rundmeisel :(

Also machen :) (Hoffentlich ist die Anleitung nicht mit vom Tisch gefallen.... :eek:

LG

Max

Volker Cseke
28.07.2004, 08:12
Na gut,

ihr habt es so gewollt. (Oder bin ich hier mit Max allein, dann können wir das auch per mail lösen).

Viele Grüße

Volker

Petersen
28.07.2004, 16:45
Hallo,

nein, bin schon da. Die Ausführung meinerseits wird allerdings noch dauern, weil " mein " Dreher weiss noch nicht von seinem Glück :D

Viele Grüsse

Werner

Maxkoh
29.07.2004, 11:18
...wir sind bestimmt nicht alleine! Die anderen stehen blos hinter dem Zaun und staunen durch die Latten... :D

LG

Max

Volker Cseke
29.07.2004, 13:06
Hallo Ihr Beiden, Hallo Zaunsteher,

Vor der Frage nach der Anfertigung des Drehmeißels stand ich auch vor einiger Zeit, als ich eine Rundbiegemaschine für Ringe aus 3mm Edelstahlrohr und Ringdurchmessern von ca. 50mm gestanden habe. Als erstes wird natürlich erst mal geschaut wo man abkupfern kann. Im Ansatz fündig wurde ich bei:

Frank Arbeiter: Besseres Drehen und Fräsen (NV-Verlag)

<Anfang>
4.2.5. Radiendrehmeißel für konkave Radien

Bei Radiendrehmeißeln der nachfolgend beschriebenen Art gibt es keine Beschränkungen hinsichtlich der Radiengröße. In der HSS - Ausführung ist allerdings nur eine Größe bis R <= 3 sinnvoll.

Ein Stück rundes HSS- oder HM - Material wird unter Einhaltung eines Freiwinkels an einen runden Schaft hartgelötet. Im Falle des HSS - Materials muss man aber schon sehr gut hartlöten können - andernfalls wird die Schneide weich. Als Lot muss Silberlot L-Ag40Cd und ein geeignetes Flussmittel Verwendung finden. Das Erhitzen auf die Arbeitstemperatur von 610 Gard C und das Löten muss spätestens nach 60s abgeschlossen sein. Eine geschickte Wärmeführung, bei der zuerst das Schaftmaterial erwärmt wird, ist ebenfalls Voraussetzung für ein Gelingen; d. h. kein nennenswerter Härteverlust. Im Falle des HM - Materials kann das gleiche Lot nur bei sehr hoch kobalthaltigen HM - Sorten eingesetzt werden. Bei anderen Sorten muss ein Speziallot für Hartmetalle verwendet werden. Zu bedenken ist aber, dass die Möglichkeit vorhanden sein muss, die HM - Schneide zu schleifen.
-Ende-

Doch wenn man die vielen Wenn und Aber liest, so gehen bei mir sofort die Gedanken, es muss auch anders gehen. Da wir unsere Biegerollen aus Alu oder Messing machen, sind die Zerspannungskräfte nicht so hoch. Vielleicht geht ja auch ein Klemmhalter.

Der Grundgedanke mit dem Drehling gefällt schon mal. 3mm HSS - Stähle sind preiswert zu bekommen. Der Halter aus ST37 k ist zu schaffen, auch wenn man keine Fräse hat - oder mich fragen, vielleicht habe ich ja Zeit und ich bin käuflich - zumindest wenn es um die Herstellung der Grundform geht.

Mein Entwurf sieht so aus, dass der Halter formschlüssig den Drehling hält, mit einem Gewindestift die Schneidkantenhöhe exakt eingestellt werden kann und ein zweiter Gewindestift die Sicherung gegen Verdrehen und Verlieren übernimmt. Da der Halter keine großen Kräfte aufnemmen kann, sollte der 3mm Halbrund mit einen Spitzmeißel vorarbeitet werden. Da der Keilwinkel 0 Grad beträgt, bewegen wir uns im Bereich des Schabens.

Die Profiverzerrung ist bei dem gewähltem Freiwinkel von 8 Grad beträgt mal gerade 14/1000 mm. Ich denke, die Ungenauigkeiten im Rohr gehen in dieser Toleranz auf.

Hier die Übersichtszeichnung:
http://www.rc-network.de/upload/1091099018.jpg

Jetzt gilt es zu klären, ob wir die Pläne per *.dwg *.dxf *.jpg austauschen und ob eine bemaßte zeichnung langt oder eine kleine Fertigungsabfolge gewünscht wird. (Oh bin ich heute wieder nobel :D )

Viele Grüße

Volker

(wird fortgesetzt)

Steffen
29.07.2004, 13:14
Hallo Zaunsteher Hallo Hein :D

Petersen
29.07.2004, 19:16
Hallo Volker,

bin begeistert :eek: und überfordert! Wenn " mein " Dreher nicht mitmacht....hab´ vorsichtshalber mal die light-version des Rohrebiegens ausprobiert - geht so - man darf halt nicht genau hinschauen...
Bin in jedem Fall an deiner Anleitung interessiert. Eine bemaßte Zeichnung wäre o.k. , sonst alle Dateiformate.

Viele Grüsse

Werner

Volker Cseke
30.07.2004, 09:11
Hallo Werner,

wieso überfordert?

@Steffen: :D

Viele Grüße

Volker

Steffen
30.07.2004, 11:13
Hey Co,

ich glaub sowieso ich muss Dich mal zu einer Pizza auf Kielflosse einladen...

... in Deiner Werkstatt natürlich :D

Ciao, Steffen

der endlich eine Drehbank hat und nun merkt, dass er eigentlich kaum was damit anzufangen weiß.

Volker Cseke
30.07.2004, 12:37
Hey Jungs,

Kopf hoch! Es geht weiter.

Schritt 1:

http://www.rc-network.de/upload/1091181662.jpg

Ausgangspunkt ist ein ST37 k Flachstahl ca. 120*25*10. Dies Material ist bei WILMS preiswert zu bekommen, wenn man sonst keine Quelle hat. Der Baustahl läßt sich noch ganz gut feilen und sägen.

Als erstes sauber ablängen und Sägekanten säubern und entgraten. Auf einer Seite als kleine Handübung die Schnittfläche winklig in alle Richtungen überfeilen, um eine Bezugsfläche zu bekommen. Dann das ganze Teil entfetten und auf 400er Papier abziehen. Als erstes den 8 Grad Keil anzeichnen.

Ein Tipp am Rande, wenn die Malerei mit der Anreißfarbe nicht klappt oder keine zur Hand ist, ein EDDING 5000 - die Großen mit dem ganz dicken Strich - geht sehr gut, ist fast in jedem Supermarkt zu bekommen und färbt gut ein. Ich bevorzuge Schwarz.

Den Keil an allen Seiten auszeichnen und dann die Eckpunkte und die Linien mit Körnerschlägen ganz vorsichtig markieren. Hierbei ist bei den Linien nicht der Abstand so wichtig, sondern die genaue Lage auf der Linie. Wenn man gut angerissen hat, so ist mit einem kleinen, spitzen Körner die Linie zu ertasten und die Spitzen des Körners genau in die Linie zu stellen.

Auch hier noch ein Tipp: Einen kleinen, feinen Körner kann man sich gut aus einem abgebrochenem Gewindebohrer machen. Und selbst wenn man keinen abbricht, lohnt sich der Kauf eines M3 Bohrers und der Umschliff auf eine kegelige Spitze mit ca. 80 Grad. Wie man eine schöne Spitze schleift wisst ihr. -- Ja, Ja - den Gewindebohrer in den Stiftschleifer spannen, den Schleifbock anwerfen und den Stiftschleifer mit kleiner Drehzahl drehen lassen. Jetzt den Gewindebohrer vorsichtig unter dem gewünschtem Winkel an die Scheibe halten. Kühlen nicht vergessen! Zum Schluß noch das Vierkantende des Gewindebohrers geradeschleifen und schon ist der Microkörner für die Kontrollkörnungen fertig.

Dann den Keil sauber ausarbeiten, so daß alle Ankörnungen noch zu Hälfte zu sehen sind und die Fläche des Winkels schön eben ist. Ich weiß - wenn man es nicht jeden Tag macht, ist es eine Herausforderung. Aber wären wir nicht hier, wenn wir Herausforderungen nacht annehmen würden.
(Em - Wenn der erste Keil garnicht gelingen will, ruhig noch mal versuchen, bis jetzt ist nur etwas Arbeitszeit und für 0,5 Euro Material verbraucht. Deshalb das Stüch Flachstahl erst nach Fertigstellung des Winkels abschneiden :) )

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt..

Petersen
30.07.2004, 16:56
Hallo Volker,

stimmt, muß ja garnicht machen, macht ja der Dreher - noch in Urlaub - also: nicht überfordert. :D

Viele Grüsse

Werner

Volker Cseke
02.08.2004, 14:19
Hi Steffen,

mit Salami und Käse - überbacken mit L20 - H91?

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
02.08.2004, 14:51
Hallo liebe Werkzeugmacher,

es geht weiter.

Hier die nächste Zeichnung:

http://www.rc-network.de/upload/1091449240.jpg

Wir machen jetzt die erforderlichen Bohrungen:

1. Bauteil putzen und entgraten, entfetten und dann den dicken Edding drüber zum Anreißen.

2. Die 8 Grad Bohrung sollte auf der Mittellinie des Stahlhalters liegen, jedoch sind kleine Abweichungen nicht tragisch. Ich habe die Bemaßung so angetragen, daß sie mit einem Höhenreißer gemacht werden kann. Bitte bei allen Maßen möglichst genau arbeiten.

3. Die Bohrungen ankörnen.

4. Als erstes die 8 Grad Bohrung 2,9 bohren. 2,9 mm für das Fertigmaß 3mm mit 3mm Reibahle. Wer keine 3 er Reibahle hat, sollte einen neuen 3er Bohrer nehmen und mit 2,5mm vorbohren. Zum Bohren den Halter mit der gefeilten Fläche im Maschinenschraubstock ausrichten. Wir müßen winklig zur 8 Grad Schräge bohren.

5. Die 3,2mm Bohrung für das M4 - Gewinde 5mm tief bohren. Hierbei die Einspannung des Halters im Maschinenschraubstock nicht verändern.

6. Halter ausspannen, plan ausrichten und die Bohrung 3 mit 3,2mm durchbohren. Hierbei wird die 2,9mm Bohrung durchstoßen. - Vorsichtig mit dem Vorschub -

7. Mit dem 3,2mm Bohrer auch die 10mm Bohrung Nummer 4 vorbohren, dann auf 10mm aufbohren. Eventuell als Zwischenstufe mit 6mm nachbohren.

8. Alle Bohrungen mit einem Kegelsenker sauber entgraten, die Bohrungen 3,2 für die M4 - Gewinde ansenken.

9. Gewinde M4 schneiden. Das Gewinde in der 8 Grad Bohrung sollte mit einem Sacklochgewindebohrer geschnitten werden - oder alternativ einen M4-Fertigschneider mit einem verkürztem Anschnitt versehen.

Nun sagt doch selber - garnicht schwer.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
03.08.2004, 17:26
Hallo Jungs,

was ist los? Schon die Nase voll? Wahrscheinlich bin ich mit dem Schreiben zu langsam, ihr wartet immer nur auf die Fortsetzung.

Nun den....

http://www.rc-network.de/upload/1091545994.jpg

Nach dem Bohren und Gewindeschneiden wird noch mal auf Gratfreiheit kontrolliert und notfalls nachgearbeitet. Jetzt alles wieder schön putzen und entfetten. Den Bereich, wo der Schaft entstehen soll, wieder Anreißfarbe auftragen.

Parallel zur Oberseite eine Anreißlinie als Tangente zur 10er Bohrung ziehen - auf beiden Seiten. Von der Seite die wir winklig gefeilt haben ebenfalls eine Linie als Tangente auf die 10er Bohrung - auch auf beiden Seiten. Jetzt noch die Linien an den Schmalseiten verbinden. Fertig ist unsere Sollkontur.

Auf der Sollkontur wieder zur Kontrolle kleine Körnerschläge setzen. Jetzt aussägen.

Wem das Aussägen zu mühsählig ist, kann auch auf einer parallelen Linie mit 3mm Abstand 2,5mm Bohrungen setzen. Diese Bohrungen nach Möglichkeit mit einem Doppelkörner 3mm ankörnen. Dann durch die Bohrungen sägen.

Anschließend schön auf Maß feilen :D .

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Tiga
03.08.2004, 18:30
@Volker:

...und du bist dir ganz sicher daß dies die Anleitung ist wie man ein Messingrohr biegt???

Ich hätte das für die Konstruktionsanleitung eines Atomkraftwerks gehalten! :D

Grüße
Rainer

Volker Cseke
04.08.2004, 17:41
Oh,

ihr seit so gemein. Zur Strafe gibts (Edit an)HEUTE (Edit aus) keinen weiteren Beitrag mehr.

Viele Grüße

Volker

[ 04. August 2004, 17:44: Beitrag editiert von: Co ]

Petersen
04.08.2004, 19:33
Hallo,

Nase voll? Nix da! Hier wird au no mt nuem Mun nief nurcheamet. ;)

Viene Gnüsse Wena

Volker Cseke
05.08.2004, 10:10
Hallo, die Sonne geht auf!

Es geht weiter, mit dem Drehmeißel.

http://www.rc-network.de/upload/1091691341.jpg

Nachdem wir den Einspannschaft fertig haben, wird das vordere Ende bearbeitet.

Wer es sich einfach machen kann, nimmt einen Schlagzahnfräser oder Ausdrehkopf auf die Spindel der Drehmaschine und spannt den Drehlinghalter in den Stahlhalter - Höhe ausrichten nicht vergessen. Den Schlagzahn oder Ausdrehkopf auf ca. R63 einstellen und dann mit kleinem Vorschub und kleiner Zustellung die Rundung anarbeiten.

Wer nicht die Möglichkeit hat, muß noch mal die Feile bemühen. Anzeichnen wie gehabt, Kontrollkörner setzen wie gehabt. Grob vorsägen mit Handbügelsäge und dann mit einer Halbrundfeile ausarbeiten.

Der Radius, der angearbeitet wird, bestimmt im Wesentlichen den maximalen Durchmesser des Werkstücks.

http://www.rc-network.de/upload/1091691998.jpg

Unser Stahlhalter sollte jetzt so aussehen.

Zur Komplettierung werden jetzt noch zwei Gewindestift DIN 913 M4*4 Stahl (Güte 45 H) und einen Drehling rund 3mm HSS-E benötigt.

Die Schrauben sind hier:
GHW-Modellbau (http://www.ghw-modellbau.de/)
Der Drehling ist hier:
Drehling (http://www.deuss.de/)
zu bekommen.

Der Drehling wird zu lang sein, mit einer kleinen Trennscheibe im Stiftschleifer und etwas Kühlung kann man sich die richtige Länge schneiden.
Die Schneide sollte rechtwinklig zur Längsachse des Drehlings sein. Schneide scharfkantig abziehen.

http://www.rc-network.de/upload/1091693359.jpg
So sollte der Drehling im Halter sitzen.

Es ist geschaft - jetzt können wir Scheiben mit einer exakten 3mm Ausrundung versehen.

Weiter geht es jetzt mit dem Bau der Biegevorrichtung.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt... (Habe allerdings erst nächste Woche Zeit dafür.)

Maxkoh
06.08.2004, 07:58
...wann ist "nächste Woche" ;)

Oder ist der Tisch schon wieder belegt??? :D

Danke für deine Mühe bis hierhin.

LG

Max

Volker Cseke
06.08.2004, 14:53
Hin und wieder behindern mich meine Kunden in der freien Entfaltung. Ich kann ja mal eine Kontonummer reinstellen, dann schreibe ich auch, nach entsprechendem Geldeingang, exclusiv für euch.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
06.08.2004, 14:53
Nächste Woche ist die Woche die auf dieser Woche folgt.

Viele Grüße

Volker

Steffen
06.08.2004, 15:22
Original erstellt von Co:
Hin und wieder behindern mich meine Kunden in der freien Entfaltung. Solche haben wir auch des öfteren.

Lästig, nich?

Ciao, Steffen

Volker Cseke
06.08.2004, 15:31
Ja, wirklich!

Was könnte man alles machen.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
13.08.2004, 14:26
Hallo Jungs,

Die Woche läuft noch und ich will mal anfangen.

Nach dem ihr alle euren 3mm Rundmeißel fertig habt, können wir uns dem eigentlichem Projekt zuwenden.



Hallo,

stehe vor dem Bau einer Haube für einen alten Segler. Wie biege ich 2 bzw. 3mm Messingrohr?

Viele Grüsse

Werner
Damit hat das Ganze angefangen.

Hier eine mögliche Lösung. Die Zeichnung zeigt die Vorrichtung im Überblick.

http://www.rc-network.de/upload/1092398859.jpg

Bitte beachten, die Draufsicht zeigt die Vorrichtung mit einem Biegeradius 60mm, der Schnitt zeigt einen Biegeradius von 30mm.

In der Folge werde ich die Einzelteile herauszeichnen und die Fertigung kurz beschreiben. Das benötigte Material ist alles bei Wilms (http://www.wilmsmetall.de/) zu bekommen. Die Grundplatte kann ruhig etwas größer sein, wird aber bei Wilms auch auf Maß zugeschnitten. Der Rest sind Abschnitte von Vierkantvollmaterial und einfache Drehstücke. Die Achsen und Wellen sind ebenfalls fertige Halbzeuge, die nur abgelängt werden müßen. Die Verbindungselemente sind jetzt nicht dargestellt, werden aber in den Einzelzeichnungen gezeigt.

An Werkzeug wird Säge, Feilen, Maß- und Anreißwerkzeug, Ständerbohrmaschine und eine Drehmaschine mit 3mm Runddrehmeißel :D benötigt. Eine Fräse ist nicht erforderlich, aber auch nicht hinderlich.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
20.08.2004, 15:34
Hallo Rundbieger,

bald ist die Woche rum und wir haben noch nicht weitergemacht. Asche auf mein Haupt, aber der Job....

nun den -

http://www.rc-network.de/upload/1093008775.jpg

m..mm..m vielleicht doch gedreht - na ja

Teil 1 Grundplatte
Alu - 170 x 170 x 10 mm

Material kann auch alles andere sein, da wir nicht daran schweißen oder löten. Die Maße sind insgesamt unkritisch und können nach eigenen Verständnis geändert werden. Es ist nur darauf zu achten, das die umlaufende Rolle gestützt wird.
Das Material sollte schon eben sein. Die Kanten werden alle entgratet und die Oberfläche der Oberseite auf einem ebenem Tisch mit Hilfe eines Bogen Schmirgelpapiers abgezogen.

Teil 2 Verstärkung, Spannhilfe und Lagerträger
Alu 25 x 25 x 170mm

Ich habe dieses Maß bewußt gewählt, da aus dem 25 x 25mm Querschnitt noch weitere Teile gefertigt werden und man so nur einen Querschnitt ordern muß und man so Mindestmengen umgeht.

Wer hat, kann auch 30 x 30mm nehmen, die Konstruktion nimmt dies hin ohne Änderungen.

Die Länge der Traverse richtet sich nach der gewählten Abmessung der Grundplatte und sollte bündig mit den längeren Seiten abschließen.

Die Befestigung der Quertraverse mit der Grundplatte erfolgt mit 6 Schrauben M4 x 20 DIN7991 Senkkopf Stahl 10.9

Wenn beide Teile verschraubt sind, wird in die geometrische Mitte der Grundplatte ein 8mm Durchgangsloch eingebracht. Da in diesem Loch der zentrale Lagerbolzen geführt wird, sollte das Loch nach Möglichkeit mit 7,8mm gebohrt und dann 8H7 aufgerieben werden, so das eine Silberstahlachse sauber reinpaßt.

Von der Seite wird in der Achse der 8mm Bohrung eine M4 Gewindebohrung eingebracht, in die die Befestigungsschraube des zentralen Lagerbolzens eingedreht wird.

Hierzu wird ein Gewindestift mit Innensechskant DIN 913 M4 x 6 benötigt.

Alle Schrauben, auch die in der Folge aufgeführten sind hier GHW Modellbau (http://www.ghw-modellbau.de/webseiten/hauptseite.htm) zu bekommen.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
20.08.2004, 15:36
Ach - so zwischendurch,

wenn einer pläne als DWG oder DXF braucht, bitte Mail.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
26.08.2004, 17:30
Hallo,

ist hier noch wer?

http://www.rc-network.de/upload/1093533227.gif

Nun, dann laßt uns weitermachen.

Jetzt werden drei Stück hiervon benötigt:

http://www.rc-network.de/upload/1094465554.jpg

Da die Abmessungen zufällig :D mit unserem Material für die Strebe übereinstimmen nehmen wir als Ausgangsmaterial 25 x 25mm Aluvierkant. Drei Stücke von ca. 16 mm abtrennen und dann auf Maß bringen. Geht übrigens auch in der Drehmaschine mit Dreibackenfütter, da wir die Mitte auch so hinbekommen!?

Wenn die drei Stücke alle gleich dick sind, gehts weiter mit Anreissfarbe und dann Anzeichnen der Bohrungen.

Die 8mm Bohrung ist von der Lage nicht auf das 100stel kritisch. Ebenso die M4 Gewinde, welche nur Klemmungen aufnehmen.

Aber -- die 5mm Bohrungen müssen parallel zueinander sein. Hier ist genaues Anzeichnen und Körnen und winkliges Bohren oberste Pflicht.

Für die 8mm Bohrung sollte der letzte Bohrer 7,8mm sein und dann aufreiben (8H7).

Für M4 wird 3,2mm gebohrt.

Für die 5mm Bohrungen sollte bis 4,8mm gebohrt werden und dann aufreiben (5H7).

Wer keine Reibahlen dieser Maße hat, sollte neue, scharfe Bohrer nehmen und im letzten Bohrgang nicht mehr als 0,5mm Material abtragen:
- also von 7,5 auf 8
- von 4,5 auf 5

Wer keinen Sacklochgewindebohrer M4 hat, muß beim schneiden darauf achten, das der Auslauf in der Querbohrung nicht sehr groß ist.

Die entscheidene Genauigkeit ist leicht festzustellen:
durch die 5mm Löcher jeweils 2 Achsen aus Silberstahl 5mm fädeln. Jetzt müssen sich die Klötzchen jeweils ohne zu Klemmen veschieben lassen.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

[ 06. September 2004, 12:14: Beitrag editiert von: Co ]

Petersen
30.08.2004, 13:13
Hallo,

...immer noch da, auch wenn ich ein paar Tage im Norden war. Unter anderem in Osterholz/Scharmbeck tolle Großsegler und ihre Hauben ansehen. :)

Was du hier machst, Volker, ist große Klasse!

Danke!

Viele Grüsse

Werner

Volker Cseke
06.09.2004, 12:23
Hallo,

die letzte Woche ist leider so verstrichen, habe einfach nicht die Zeit gefunden, was zu schreiben. Da ich noch einen offenen Auftrag über eine Winkelbiege habe, kann ich mal ein Bild einstellen, wie weit wir jetzt seien sollen, da ich nebenher noch eine bauen muß:

http://www.rc-network.de/upload/1094466101.jpg

http://www.rc-network.de/upload/1094466126.jpg

So, nachher geht es weiter mit den nächsten Teilen.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
06.09.2004, 15:23
:cool:

Es geht weiter, ihr werdet mich nicht los:

Heute gehts weiter mit ein paar Drehteilen:

http://www.rc-network.de/upload/1094475536.jpg

Die Rändelmutter gibts bei unserem Lieblingshändler für Modellbauschrauben : GHW (http://www.ghw-modellbau.de/)

Die 8*76 mm Welle aus Silberstahl bitte vorsichtig spannen, damit die Oberfläche nicht leidet.

Die 5*130mm Wellen (2 STÜCK!) aus Silberstahl sind die Parallelführung. Bitte Oberfläche nicht vermacklen, dann gleitet der verschiebliche Stein nicht mehr.

Die 12*42 Achse aus St37k ist die Drehachse von unserem Handgriff.

Die Rolle aus 18*30 AlMgSi1 ist unser Handgriff. Alternativ kann hier auch ein anderer Werkstoff z.B. Kunststoff, Holz, Edelstahl etc. genommen werden.

Die Fertigung sollte keine großen Probleme machen. Silberstahl läßt sich mit scharfen Stählen gut bearbeiten und ergibt prima Oberflächen. Das Gewinde auf jedem Fall unter Zusatz von Schneidmittel erstellen. Der Freistich kann mit einem kleinen Abstechstahl oder einem rechten Seitendrehmeisel erstellt werden. Wichtig ist nur, daß die Rändelmutter sich bis auf den Absatz aufdrehen läßt.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
06.09.2004, 15:40
Hi,

damit wir den Überblick nicht verlieren, hier noch mal eine Zeichnung:

http://www.rc-network.de/upload/1094478009.jpg

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
10.09.2004, 15:09
So Jungs,

Hosen runter, meine Teile sehen so aus: :D

Wenn dies nicht alle auf diesen Beitrag lockt. :D :D

http://www.rc-network.de/upload/1094821693.jpg

http://www.rc-network.de/upload/1094821717.jpg

Und eure Bauteile?

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
10.09.2004, 15:56
Hallo,

vier grundlegende Dinge gilt es jetzt noch besprechen:

1. die Verbindungselemente
2. die Klemmschrauben
3. die Biegescheiben
4. der Rohrhalter (eigener Beitrag)

zu 1.:
Bitte bei allen Stiftschrauben die Lage mit einem Filzstift oder Bleistift auf der jeweiligen Welle markieren und dann mit einer kleinen Schlüsselfeile eine Fläche anfeilen. Wenn man die Stiftschraube ohne Fläche einschraubt, wird um die Spitze oder Ringschneide herum Material der Welle aufgeworfen und man kann dann die Welle nicht mehr ohne Kraft und Zerstörung aus den jeweiligen Bohrungen entfernen. Bitte auch nicht probehalber versuchen, die Passung zwischen einer geriebenen Bohrung mit Toleranz H7 und geschliffenen Silberstahl ist einfach zu gut, um so etwas zu verzeihen.

zu 2.:
Für die beiden Klemmschrauben, die unsere verschiebliche Scheibe auf den beiden parallelen Führungen beim Biegen festhält, dürfen nur aus Messing sein. Wenn man nicht über die Möglichkeit der Anfertigung einer Rändelung verfügt, kann man zwei M4 Randelmuttern nehmen, in die dann M4 Messinggewindestangen eingeklebt werden. Oder aber man nimmt eine M4 Sechskantschraube und fügt in den Kopf einen Querstift zur Erhöhung der Griffigkeit ein.

http://www.rc-network.de/upload/1094824515.jpg

Die Schrauben müssen unten mit einem kleinen Absatz versehen sein. Dieser sorgt dafür, das sich das Ende der Schraube beim Spannen verformen kann und die Schraube sich dennoch wieder lösen und auch aus dem Gewinde entfernen läßt.
Es reicht aus, die Klemmschrauben mit Handkraft anzuziehen. Wenn die Klemmkräfte nicht ausreichen, kann man die beiden Führungen auch mit einer kleinen Fläche versehen. Bitte immer daran denken, das Schiebestück ist nur aus Alu.

zu 3.:

Die Biegerollen bestehen zum einen aus der umlaufenden Rolle, die je nach dem Durchmesser des Formrolle verschoben und eingestellt werden muss und der Formrolle, die den Biegeradius vorgibt.

Für die um laufende Rolle habe ich zwei Varianten gezeichnet:
- eine Version mit Kugellager
- eine Version ohne Kugellager
Für die Funktion ist es egal, welche Variante man macht.

http://www.rc-network.de/upload/1095084439.jpg

Für die umlaufende Rolle verwende ich immer Bronze, aber auch Messing ist sicher gut. Selbst eine Rolle aus Alu haben wir schon probiert, jedoch zeigt die schnell Verschleißspuren. Wer es ganz gut machen will, verwendet Edelstahl, jedoch kann man dann unseren selbst gebauten Radiusdrehmeissel nur noch bedingt verwenden.

Das eingesetzte Kugellager hat die Abmessungen 22/8/7 (Aussen/Innen/Höhe) und ist z.B. bei GHW oder beim blauen Klaus zu bekommen.

Die Passungen bitte als Gleit- bis Übergangspassungen auslegen, es sollte alles mit Handkraft in Einander zu schieben sein.

Edit: Die Biegescheiben sind einfache 10mm starke Scheiben mit einem 8mm Loch in der Mitte und der umlaufenden Nut am Umfang. Der Radius der Scheibe ergibt den Biegeradius, wobei mit etwas zurückfedern zu rechnen ist. Ich mache die Scheiben immer in 1mm Schritten um den benötigten Radius abwärts. Im Laufe der Zeit kommen so alle Radien zusammen.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

[ 13. September 2004, 16:07: Beitrag editiert von: Co ]

Volker Cseke
13.09.2004, 16:08
Hey,

ich vermisse eure Bilder!

Viele Grüße

Volker

Steffen
13.09.2004, 16:42
Original erstellt von Co:
Hey,

ich vermisse eure Bilder!Ok, hier mein Zaun:
http://www.rc-network.de/upload/1095086497.jpg

Ciao, Steffen

Volker Cseke
13.09.2004, 16:53
http://www.rc-network.de/upload/1095087164.gif

Maxkoh
14.09.2004, 07:26
..bin auch noch da. Nur mein "Geschäftsführer" beansprucht mich z.Zeit etwas arg.

http://www.mfc-reinholdshain.de/bilder/admin.jpg

Dieter Prinz
14.09.2004, 22:05
Moin moin

Editiert bevor es jemand in den falschen Hals kriegt.

Gruß
Dieter

[ 14. September 2004, 22:14: Beitrag editiert von: Dieter Prinz ]

Volker Cseke
15.09.2004, 17:08
Hallo,

wir liegen in den letzten Zügen,

hier die Zeichnung für den Halter der Biegescheiben, wenn man die Scheiben aus Plattenmaterial ausschneidet. Habe eine Mail hierzu bekommen. Hallo Peter!

http://www.rc-network.de/upload/1095260002.jpg

Der Einspannschaft mit 16mm ist nicht so streng zu sehen, kann auch etwas größer sein. Wichtig ist: die Backen des Futters müssen voll im Futter stehen und nicht oder nur wenig nach außen stehen. Ferner ist vor dem ersten Spannen ein Körnerpunkt auf dem Umfang zu setzen, der dann beim Spannen auf den NULLZUG ausgerichtet wird. Wenn das Futter der Drehmaschine nicht zu schlecht ist, bekommt so bei einem neuen Einspannen auf der selben Lage keinen Schlag.

Der 8mm Durchmesser sollte genau auf die 8H7 Bohrung unserer Scheiben abgestimmt sein. So ist ein exaktes Spannen möglich. Das Gewinde M6 mit einem Auslauf versehen, damit die Mutter ohne Auflaufen spannt.

So,

jetzt fehlt uns nur noch der Halter des Rohres beim Biegen.

Viele Grüße

Volker

wird fortgesetzt...

Volker Cseke
16.09.2004, 16:51
Hallo Zaunsteher,

da ihr ja nicht den Spaß habt zu bauen und auch kein fast fertiges System vor euch habt, hier ein paar Bilder

http://www.rc-network.de/upload/1095345793.gif
So sieht es aus wenn die Vorrichtung zum Biegen zusammengeschoben ist.

http://www.rc-network.de/upload/1095345816.gif
Einige Biegerollen.

http://www.rc-network.de/upload/1095345837.gif
Der Halter zum Drehen der Rollen.

http://www.rc-network.de/upload/1095345863.gif
Halter Bestückt mit Rolle.

http://www.rc-network.de/upload/1095345885.gif
3mm Edelstahlrohr mit 0,5mm Wandstärke und 8mm Biegeradius um 180 Grad gebogen.

http://www.rc-network.de/upload/1095345909.gif
3mm Edelstahlrohr mit 0,5mm Wandstärke an einem Ende mit Biegeradius 15mm und an dem anderen Ende mit Biegeradius 25mm um 90 Grad abgewinkelt.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
20.09.2004, 15:13
Isch aben fertisch!

http://www.rc-network.de/upload/1095685872.gif

http://www.rc-network.de/upload/1095685893.gif

http://www.rc-network.de/upload/1095685916.gif

Und Ihr?

Baubeschreibung letzter Teil gibt es gleich.

Viele Grüße

Volker

Volker Cseke
20.09.2004, 15:30
Hallo Mechaniker,

der letzte Baubericht endete mit:

So,

jetzt fehlt uns nur noch der Halter des Rohres beim Biegen.

Hier die Zeichnung:

http://www.rc-network.de/upload/1095686158.jpg

und die entsprechende Übersichtszeichung

http://www.rc-network.de/upload/1095686206.jpg

Wie es fertig aussieht: siehe Fotos oben.

Der Halter sollte keinen großen Ärger machen. Als Ausgangsmaterial habe ich einen Aluwinkel 80x80x8 benutzt. Für das lange 3mm Loch braucht man einen langen 3mm Bohrer, gibts aber bei GHW. Damit die Bohrung nicht verläuft, sägt man mit der Bügelsäge in beide Teile einen ca. 1mm Schlitz. Durch diesen wird der Bohrer prima geführt und kommt auf der anderen Seite genau da raus, wo es sein soll. Für die Spannschrauben M6 sollte man was nehmen, was griffig ist. Die Spannschrauben M4 für das Rohr habe ich bei mir als Imbusschrauben gewählt.

Denkbar sind hier aber auch andere Hilfsmittel, um das Rohr beim Biegen zu halten. Der Halter paßt nicht bei allen Werkstücken und man muß sicher hin und wieder mal einen Sonderhalter bauen. Genauso verhält es sich, wenn man bestimmte Winkelgrade erreichen muß. Ich klemme mir dann mit einer Zwinge einen entsprechenden Anschlag auf die Grundplatte.

Ich wünsche euch viel Spaß beim bauen und wenn einer seine Vorrichtung fertig hat, kann er ja mal ein Foto von seiner Lösung hier ranhängen. Ansonsten ist die Vorrichtung gegen Geld bei mir zu erwerben. Ebenso die Biegescheiben, wenn der 3mm Meißel fehlt.

Viele Grüße

Volker

Petersen
20.09.2004, 19:12
Hallo Volker,

ziehe meinen Hut und sage " Danke " !

So zwischendurch hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, weil ich so ein Engagement losgetreten habe. Ich hoffe, dass viele Kollegen von deiner Arbeit profitieren und nicht zuletzt du auch.

Viele Grüsse

Werner

RSO
23.09.2004, 13:47
Hallo Volker,

super Arbeit. Ich will haben.... :D
Ich muß Auspuffrohre für meinen Doppeldecker anfertigen.

Würdest Du eine Biegevorrichtung verkaufen?

Gruss, Raimund