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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zum Bohren von Löchern in Sperrholz



bie
19.01.2004, 13:03
Hi,

immer, wenn ich mit dem Holzbohrer ein Loch in Sperrholz bohre, ist das Loch auf der Einstiegsseite des Bohrers schön glattrandig (gibt es das Adjektiv überhaupt?). :)

Das Problem ist die Austrittsseite: Dort splittert mir mit schöner Regelmäßigkeit das Holz weg. :(

Was gibt es für Tricks, das zu verhindern? :confused:

Gast_00010
19.01.2004, 13:30
Ein Brett unterlegen ;)

Wenn das nicht geht: Scharfe (!) und gute (!) Holzbohrer oder Forstnerbohrer verwenden, hohe Drehzahl, wenig Druck.

Und jetzt die Schreiner ... :D

Konrad Kunik
19.01.2004, 14:19
...und die weitere Steigerung ist, auf der Gegenseite einen Tesastreifen aufkleben, dann auf "jungfräuliches" Holz legen und bohren. ;)

Spunki
19.01.2004, 14:34
Und wenns dann immer noch ausreißt knapp daneben mit Schraubenzwingen auf glatte massive Holzunterlage pressen ...

Grüße Spunki

bie
19.01.2004, 15:13
Erstmal: Danke für die Tipps! :)

Ich werde sie ausprobieren. Eigentlich dachte ich, mein Werkzeug wäre von guter Qualität, aber vielleicht sollte ich mir doch mal neue Holzbohrer zulegen.

Bei der Gelegenheit: Was ist ein Forstnerbohrer?

macfree
19.01.2004, 16:37
Bei ausreichend Materialstärke und Zugänglichkeit geht das: Gewünscht ist eine Bohrung mit z.B. 6mm. Du bohrst zuerst ein kleineres Führungsloch mit z.B. 3mm. Dann mit dem 6mm Bohrer von einer Seite anbohren, aber nicht durch. Dann von der anderen Seite mit 6mm anbohren und diesmal durch.
Wichtig ist aber in jedem Fall hohe Drehzahl. Ich habe mir dafür extra die Bohrmaschine von Proxxon gekauft, die geht bis 3000 U/min, üblicherweise machen Bohrmaschinen nicht mehr als 1500.

LG, Wolfgang

Bamboo
19.01.2004, 20:43
Hallo bie,

Forstnerbohrer werden üblicherweise dazu benutzt um die Löcher für Scharnierbänder in Türen zu bohren.

nette Grüsse

Dietmar

Volker Cseke
19.01.2004, 22:05
Hallo bie,

Forstnerbohrer sind spezielle Bohrer, bei den mit Hilfe einer umlaufenden, ringförmigen Schneide erst ganz aussen die Holzfasern durchtrennt werden, und dann mit einer ganz wenig zurückstehenden Schneide das Material abgetragen wird. Forstnerbohrer gibt es bis runter auf etwa 10mm Durchmesser und rauf bis auf etwa 80mm. Mit ihnen lassen sich ganz saubere Löcher und auf Grund der Konstruktion auch saubere Sacklöcher mit mehr oder weniger ebenen Grund bohren.

Viele Grüße

Volker

MPX- Flieger
20.01.2004, 09:08
Hallo,

wenn du dir Forstnerbohrer kauftst (oder der Fachausdruck Astlochbohrer), dann sieh doch zu, dass du welche bekommst, bei denen der Vorschneider außen eine Zackenform hat. Damit kannst du viel saubere Löcher bohren als mit "alten" Forstnerbohrern. ;)
Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann kann ich dir ja noch ein Bild einstellen.

David

bie
20.01.2004, 11:22
Hallo,

danke für die Infos zu den Forstnerbohrern - die kommen dann für mich gar nicht in Frage, weil es mir hauptsächlich um Löcher im Bereich bis ca. 10 mm Ø geht.

Auf jeden Fall bin ich jetzt schlauer ... ;)

Volker Cseke
20.01.2004, 12:13
Hallo bie,

für den Bereich bis 10mm in Holz gibts nichts besseres als einen scharfen Holzbohrer.

und immer auf die richtige Drehzahl achten!! :D

Viele Grüße

Volker

ufisch
21.01.2004, 07:45
Besser als Forstnerbohrer sind sogenannte Kunstbohrer.
http://www.tools.melchers.de/images/products/Kunstbohrer+Box.jpg
und dann gibt es noch Dübellochbohrer für die Möbelindustrie im Durchmesser von 4-12mm. Die gehen auch besser als die üblichen Holzbohrer.

Aber generell gilt:
glatte, saubere Unterlage ohne Bohrlöcher oder -ränder und
vollflächig aufdrücken (was bei 1mm Balsa schon schwierig ist).

Dann kann man auch solche "schweizer Käse" produzieren
http://www.ufisch.com/mediac/400_0/media/DIR_5106/flyxwing04.jpg

red_alert
21.01.2004, 08:16
UFFFFF. Was ist denn das auf dem letzten Bild ???

Eckart Müller
21.01.2004, 09:28
Uiiiii, was für Preise.... :eek:

http://www.rc-network.de/upload/1074673609.jpg

...na ja, es sind ja auch mehr als 5 Stück!! ;)

Steffen
21.01.2004, 09:34
Hi,

och, 20€ pro Stück geht doch.

Es gibt Bohrer, die sehen auf den ersten Blick aus wie normale Holzbohrer, haben aber eine leicht vorgesichelte Aussenschneide und irgendein wildes superhartes Material. Schneiden in Kevlar wie nix, ohne Fransen und sonstigen Ärger.

Lagen vor ca. 10 Jahren bei 150DM für einen 10mm-Bohrer!

Und wenn er auf Steinboden fällt, ist die Schneide ab...

Ciao, Steffen

ufisch
21.01.2004, 13:11
Original erstellt von red_alert:
UFFFFF. Was ist denn das auf dem letzten Bild ???Die Schlafstellung von dem ;)
http://www.ufisch.com/mediac/400_0/media/DIR_5106/flyxwing03.jpg

Gast_00010
21.01.2004, 13:57
O, oh, ich möchte lieber nicht wissen was das mal wird wenns groß ist :D

Friedrich
21.01.2004, 14:11
Hallo Steffen,
das sind Hartmetallbestückte Bohrer mit Vorschneider,
für Balsa und Sperrholz würde ich Bohrer mit Vorschneider aus HSS kaufen

ufisch
21.01.2004, 14:27
warum HSS?

Sperrholz ist doch auch ein "künstlicher" Werkstoff und die HM-Schneiden werden speziell für die Belange der Holzbearbeitung geformt/geschliffen/geschärft.

Das man als "Hobbybohrer" keine diamantbestückten Werkzeuge verwendet ist klar, aber warum kein HM?

Volker Cseke
21.01.2004, 14:46
Hallo ufisch,

eine sauber geschliffene und abgezogene HSS-Stahl-Schneide hat die Schärfe einer Rasierklinge. Du bekommst eine HM-Schneide nicht auf diese Schärfe. Und gerade diese Schärfe ist bei der Holzbearbeitung für das Ergebnis wichtig.

Viele Grüße

Volker

ufisch
21.01.2004, 15:34
Bloß die Standzeit in Sperrholz liegt erheblich unter der von HM und wir sprechen hier von Maschinenwerkzeugen, die auch maschinell Geschliffen werden. Selbst bei Hobelklingen auf Sperrholz macht HSS schnell die Grätsche.
Die Kosten fürs Schärfen von HM- und HSS-Kunstbohrer liegen soweit auch nicht auseinander, als das HM nicht auch eine gute Wahl wäre.

[ 21. Januar 2004, 15:35: Beitrag editiert von: ufisch ]

Friedrich
21.01.2004, 17:48
Hallo Ufisch,
in meiner Tischlerei bohren wir überwiegend mit HSS-Bohrern (mit Vorschneider) auch in Buchensperrholz, die sind einfach schärfer und viel Preiswerter :D bei Spanplatten etc. sieht’s da schon anders aus da ist HM viel besser. Im Reihenbohrautomat sind nur HM-Bohrer, ist aber auch ne Preisfrage, z.B. 5mm Bohrer mit Vorschneider ca. 20€

ufisch
21.01.2004, 18:29
Tja so ist das, in meiner Spanplattentischlerei wurden überwiegend HM-Bohrer verwendet. Daher kommt meine "Vorliebe" für Hartmetall und mein privater Bestand an "Lochwerkzeugen". :D

Friedrich
21.01.2004, 20:37
:D :D :D