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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hartholz = ?



WMa
12.02.2004, 21:53
Gudden aabend - isch hätt da mal a Fraache:

Ich soll bei einem (Rohrholm-)Rippenflügel "Hartholz"-Klötze an der Flügelverschraubung einsetzen.
Bevor ich jetzt morgen die Natur frevle - im Spessart eine 100-jährige "deutsche" Eiche fällen und zu Kleinholz verarbeiten - wollte ich vorsichtshalber mal nachfragen,
ob nicht ein Fichtenbrett (ich hätt´da sogar was passendes rumfliegen) auch ausreicht...

Das ist natürlich kein Hartholz, aber doch wohl allemal stabiler als Balsa, oder was?

DANKE für Eure Hilfe (ich zähl auf Euch!) und einen schönen Abend wünscht

Matthias

[ 12. Februar 2004, 21:54: Beitrag editiert von: WMa ]

ufisch
13.02.2004, 08:28
Na unter Hartholz wird im Allgemeinen Buche verstanden, also laß die Eiche stehen. Außerdem dauert das Trocknen von frisch geschlagenen Holz eine kleine Ewigkeit. ;)

Wenn Du die feinfasrige Struktur und gleichmäßige Dichte des Hartholzes brauchst, bist Du mit Fichte nicht gut beraten (z.B. für das sehr beliebte Gewindeschneiden in Holz).

Franz Schmid
13.02.2004, 16:21
Hallo
Ein kurze Hilfe vom Holzwurm.
Buche und Eiche sind in etwa gleich hart.
Es gibt da den sogenannten Brynell-Test. Eine Stahlkugel wird aus genormter Höhe auf das geschliffene Holz von genormter Dicke fallen gelassen.Die Beule die entsteht wird gemessen und danach wird das Holz in der Härte eingeteilt.
Im Modellbau sind aber alle Nicht-Balsahölzer als Hartholz geeignet.
Wichtiger ist hier die Feinjährigkeit und auch die Elastizität.Also ein Holz von einem "schlechten" Standort. Da der Baum dort pro Jahr weniger wachsen kann, da er weniger Nährstoffe bekommt sind die Jahresringe feiner.
Er braucht auch Jahre länger um zum Baum zu werden.
Das beste Holz für unsere Zwecke ist Esche, danach kommt Kiefer und Fichte.Nicht umsonst waren bei "alten" Flugzeugen die belasteten Bauteile aus diesem Holz.
Mit einem Holm in Buche oder Eiche würde man nicht glücklich werden.
Also ein Klötzchen aus Esche oder Kiefer wird sicher mehr aushalten als die restliche Konstruktion.
Idealerweise nimmt man für Klötze, die Schrauben halten sollen ein Sperrholz aus diesen Hölzern.
Da ein Massivholz in Faserrichtung aufsplittern könnte wenn nicht richtig vorgebohrt wird.
Der Faktor für Vorbohren ist bei Holzschrauben o,7 und bei Metallgewinde o,8. Also bei einer 6mm Metallschraube 6x0,8= 4,8mm Bohrer.
Gruss Franz

WMa
15.02.2004, 20:25
Hallo,

vielen Dank für Euere Antworten. Die Eiche darf weiter im Spessart hausen :D , aber so arg viel schlauer bin ich jetzt nicht :rolleyes:
Das Fichtenbrett, das hier rumfliegt hat rel. breite Jahresringe, ist also ziemlich weich (lässt sich dann natürlich auch besser in Form schleifen); Esche ist im Baumarkt wohl nicht aufzutreiben :confused: .
Aber ich hätte da noch eine Platte Birke-Leimholz rumfliegen. Das macht einen feingemaserten und festen Eindruck, scheint aber höllisch schwer.
Na, ma gucken, ich sach Euch dann mal, was ich gemacht habe!

Nochmals DANKE
Matthias

Volker Cseke
15.02.2004, 21:55
Hallo Mathias,

erzähl doch mal, was in den Hartholzklotz reinkommt. Beschlag, Schraube, Gewinde ???

Dann kann man noch mal über die Festigkeit bzw. das benötigte Holz schreiben.

Viele Grüße

Volker

WMa
16.02.2004, 17:05
Hallo Volker und alle anderen,

es handelt sich um einen Leichtwindsegler mit ca. 750 Gramm und einem Rohrholm-Rippenflügel.
Der Rohrholm hat an der Flächenwurzel einen Außendurchmesser von 7,6 mm, das Wurzelprofil ist 14 mm stark.
Die Holzklötze sollen den Holm zwischen Wurzelrippe und 2. Rippe umschließen, eine Beplankung gibt es hier nicht, aber vor dem Holm sitzt eine D-Box, an die die Klötze angeklebt werden.
Ach so, der Flügel ist 3-teilig, d.h. in diesem Bereich sind die Wurzelrippen verklebt. In die Rohre kommt ein Carbon-Verbinder mit 8° V-Form.
Die Klötzchen erhalten Bohrungen, durch die der Flügel mit 5er Nylonschrauben auf einen Rumpfpylon gesetzt wird. Letztendlich werden also alle Kräfte hier in den Rumpf eingeleitet.

Hoffe, Ihr könnt mit der Beschreibung was anfangen...
DANKE Matthias

P.S. Das Modell ist der Open Air vom Guru himself (H. Eder), vielleicht hat den ja schon mal jemand gebaut - den Plan gibt´s erst seit letztem Jahr...

Volker Cseke
16.02.2004, 22:55
Hallo Matthias,

750 Gramm Leichtwindsegler und ne 5mm Nylon-Schraube. Selbst bei vielen Lastvielfachen, und die werden den Rest zerstören, kann nicht viel Last auf die Hartholzklötzchen kommen. Hartholz ist hier sicher im Vergleich zum Balsa genannt. Selbst ein Kiefernholz ist sehr schnell in der Lage, die Kräfte einzusammeln und in die Schraube zu geben. Auch solltest du die Sache mit den 5er Schrauben noch mal überdenken, zwei 4er sollten für den Flieger langen. Es ist immer besser, beim Crash bricht die Schraube als die umliegende Struktur. In der Luft würde wohl auch eine 4er Schraube halten.

Mit ein bischen Kiefernholz oder auch einer nicht zu weichen Tanne oder Fichte bist du fertig. Es muß sicher nicht Buche oder Esche sein.

Viele Grüße

Volker

WMa
17.02.2004, 21:10
Also,

so ähnlich habe ich mir das doch auch gedacht - deswegen habe ich mir gestern im Baumarkt (Esche war wie erwartet nicht zu bekommen) eine passende Kieferlatte rausgekramt. Dabei habe ich mir die mit der feinsten und regelmäßigsten Maserung rausgesucht - was mir etwas schele Blicke von anderen Kunden eingetragen hat.

Den Tipp mit den 4er Schrauben werde ich mir überlegen, nochmals vielen Dank auch für die Hinweise vom Franz (v.a. die Faktoren zum Vorbohren kann ich sicher gebrauchen!!)

DANKE!!! und
Ciao Matthias

[ 17. Februar 2004, 21:11: Beitrag editiert von: WMa ]