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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kostenschaetzung fuer Eigenbaufraeese



Steffinuss
29.11.2003, 14:00
Hallo Tueftler, Bastler und Fachsimpler!

Wie im "Schraegfraeser"- Thread schon angedeutet habe ich den Bau einer Fraese vor. Verfahrenswege sollten etwa 1200x600x80 mm sein. Ausserdem soll die Fraesse so praezise Arbeiten, dass wirklich saubere Fraesungen und Passungen machbar sind. Einsatzzweck wird groestenteils Balsa und Sperrholz sein, doch auch mit GFK und CFK (bis 4 mm ) sollte sie klarkommmen oder duennem Alu.

Ich weiss das es schwierig ist, dass abzuschaetzen, dennoch waere ich Dankbar, mal einen groben Rahmen zu bekommen.

Als Student ist mein Kapital beschraenkt, deshalb wollte ich auch mal fragen, wer mit der kostenlosen Linux-Fraessoftware erfahrung hat?

Also bitte eine grobe Schaetzung! Laesst sich unter 1000 Euro schon was anstaendiges machen? Kenntnisse in Metallverarbeitung sind vorhanden.

Danke

Stefan

Marcus M
29.11.2003, 16:27
Unter 2500 € würde ich garnicht anfangen darüber Nachzudenken !

Musst nur mal Schauen was ne Spindel von Isel kostet...

Gruß

Marcus

Dennis Schulte Renger
29.11.2003, 17:13
Kugelumlaufspindel 1m lang und ich glaub 16mm Durchmesser mit 5mm Steigung kostet 29€.

2500€ halt ich für viel zu viel.

Die angedachten 1000€ sind da vielleicht gar nicht so schlecht.

@stefan: Les dich mal hier durchs Forum habe in irgendeinem Beitrag mal meine Eigenbaufräse vorgestellt (recht günstig, aber völlig ausreichend für den Hobbygebrauch.

Dennis Schulte Renger
29.11.2003, 17:30
HI!!

Ich habe gerade mal etwas gesucht und den Beitrag wieder gefunden. Habe ihn mal hier reinkopiert und etwas abgeändert (die Bilder fehlten zum Beispiel:

Grundkonstruktion:

Dazu mal ein Bild:
http://www.scheinig.com/dsr/fraese1.jpg

ICh hoffe hier erkennt man die Konstrukion.

Im folgenden musste überlegt werden wie man zum einen die Maschine möglichst verwindungssteif und zum anderen möglichst einfach gestaltet, um den Eigenbau möglich zu machen.
Es wurde das Prinzip der Portalfräse mit beweglichem Tisch gewählt. Wie man auf dem Bild (hoffentlich) erkennt, ist der ganze Tisch samt Werkstück in X-Achse beweglich. Das hat den Vorteil, dass man das Portal der Y- und Z-Achse wesentlich stabiler bauen kann, da dieses Portal direkt an dem Grundrahmen befestigt ist und dort somit schonmal kein Spiel entstehen kann. Der Nachteil dieser Methode ist allerdings, dass der Tisch nach aussen hin natürlich weiter geführt werden muss und somit die Führung der X-Achse doppelt so lang sein muss (also 2000mm). Das bringt doch gewisse Transportprobleme mit sich, aber da man eigentlich selten so eine Fräse durch die Gegend fährt, denke ich überwiegt der Vorteil doch gewaltig. Zudem wird die Masse die Bewegt wird größer, was nicht vorteilhaft für die Geschwindigkeiten ist, welche maximal gefahren werden können.
Der Grundrahmen wie auch das Portal sind aus 40mm Vierkantrohr hergestellt. Dies sichert die Verwindungsteifigkeit und somit die Genauigkeit der Fräse. Auf diesem Grundrahmen werden nun alle weiteren Auf- und Anbauten vorgenommen.

Linearführungen:

http://www.scheinig.com/dsr/fraese8.jpg

Da der Eigenbau ja auch recht günstig bleiben soll (musste man sich etwas bei den Linearführungen einfallen lassen, da diese Linearführungen sonst könnte man sich gleich eine fertige CNC-Fräse kaufen) gekauft, sehr teuer sind. Linearführungen sind eigentlich die wichtigsten Teile die zur Spielfreiheit beitragen.
Wie auf dem Bild zu erkennen ist habe ich dazu zwei Aluminiumbleche so gebogen, dass zwischen dass sie im 120 Grad Winkel an eine 20mm Stahlwelle greifen. Die Kugellager sind mit Exzenterschrauben befestigt, so dass der Abstand zur Welle (und somit Spiel und Leichtgängigkeit) eingestellt werden kann. Ein großer Vorteil dieser Führung ist, dass sie nach unten hin offen ist, so dass durch abstützen auf den Grundrahmen, die Welle nicht durchhängt oder anfangen kann zu schwingen. Die Abstützung sollte ungefähr alle 20cm erfolgen.
So hat man mit ganz einfachen Mitteln und äußerst günstig eine spielfreie Linearführung hergestellt.

Ich denke das sind die grundlegenden Sachen die ich im Eigenbau wichtig finde, wenn man zum einen den Eigenbau günstig halten will (Linearführungen) und trotztdem recht stabil. Wie gesagt, würde wieder so bauen.

Nun zur PC Karte:

http://www.scheinig.com/dsr/fraese9.jpg

Dort verwende ich die Karte von NC-Step. Wer ein wenig mit dem Lötkolben umgehen kann, sollte den Aufbau eigentlich ohne Probleme beherrschen (nur beim Widerstandsarray aufpassen, das hat eine Polung :) ) Die Karte ist günstig und funktionierte auf Anhieb sehr gut. Empfehlenswert meiner Meinung nach. Auch diese würde ich wieder verwenden.

Software:

Zum ansteuern der Maschine verwende ich PCNC von Lewetz. Meiner Meinung nach ein Programm für den Hobbyanwender der nebenbei noch kostenbewusst ist :) .

ICh gehe folgenden Weg:

Ich zeichne Mit Corel Draw meine Teile die ich haben will und mache dort auch sofort meine Fräserradiuskorrektur (ist klar wenn der Fräser deine Linie abfährt, dann wird dein Bauteil ja um den Fräserradius dort kleiner, deswegen muss man vorher die Linie genau um den Radius weiter nach aussen legen). Das geht in Corel alles recht komfortabel.
Dann gehe ich her und exportiere die Zeichnung in eine *.PLT Datei (HPGL). Diese kann dann die Software PCNC einlesen und fräsen.

Ich denke das reicht erstmal an Ausführungen :D . Du merkst auch meine Fräse ist immer sehr unter dem Gesichtspunkt der Kosten entstanden, was sie relativ günstig macht. Allerdings für den Hobbybereich völlig ausreichend wie ich finde.

Wenn du noch Fragen hast sag Bescheid. Könnte dir auch noch ein zwei Bilder mehr zumailen wenn du willst.

Cu
Dennis alias DSR

P.s.: Sorry für die teilweise etwas komische Art zu schreiben, aber einige Texte sollten mal ein Bericht fürs RCN Magazin werden, über den Eigenbau einer Fräse. Irgendwie habe ich mir da so einen komsichen Schreibstil angewöhnt :D

AJ
30.11.2003, 13:32
Hallo!

Ich bin auch schon seit - man kann sagen - Jahren mit dem Gedanken an eine Eigenbaufräse beschäftigt.
Es scheiterte bisher immer an den Alu-Teilen, die dafür hergestellt werden müssten.
Auch mit Linearführungen hab ich mich natürlich schonmal beschäftigt, und lese häufig dass Isel-Linearführungen teuer wären - leider gibts auf der Homepage von Isel keine Preise zu den einzelnen Führungen :( Hat denn jemand ne Ahnung wie teuer ne 1m-LF3-Führung ist ?
Oder wo man generell ne Preisliste von Isel herbekommt ?

BA-Biene
30.11.2003, 16:00
hallo

1m LF3 kostet ca 60€, der dazu passende LW8 58€ oder WS7 69€
ich hab die Preise aus einer pdf Datei die ich mir mal bei Isel runtergeladen habe

bin auch gerade am zusammenbauen meiner Fräse, die Kosten betragen ca 900€,inklusive Steuerung(3D-Step), Software(PC-NC) und Motoren, die Verfahrenswege sind 1200x400x60, den Grundaufbau der Portalfräse hab ich aus 38er Küchenarbeitsplatten gemacht,hab das bei einem Bekannten schon mal so gesehen und bei dem hat das gut funktioniert, so jetzt geh ich wieder in den Keller und bastel weiter

tschüß Rene

AJ
30.11.2003, 16:41
Hey BA-Biene,

900€ klingt echt verlockend ! Und der Verfahrweg entspricht genau meiner Vorstellung ;) Gibs Bilder von Deinem Werk ? Was für Linearführungen verwendest Du ? Ich spiele schon mit dem Gedanken, anstelle des Alus MDF-Platten zu benutzen, die ich erstens selber bearbeiten kann und zweitens wo es kein Drama ist wenn man sich mal verbohrt oder versägt....

BA-Biene
30.11.2003, 20:25
die Linearführung ist von Isel
für den Tisch habe ich 2x ELF1 700mm lang
für die andere Achse 1xMLF1 1300mm lang
das hatte zusammen mit 4xWS6 und 1xWS1 mit
Versand ca 240€ gekostet, als Antrieb nehme ich
erstmal M8 Gewindestangen, die Z-Achse ist
Eigenbau, die Aluteile dafür habe ich von einem
Bekannten bekommen
Bilder hab ich leider noch keine

tschüß Rene

Toni E.
01.12.2003, 20:42
Hi,
wie so viele trage ich mich auch mit dem Gedanken, eine CNC-Fräse selbst zu bauen. Allerdings sind meine Kenntnisse bezüglich der Schrittmotorsteuerung sehr dürftig :confused: Daher eine Frage an Dennis:
Benutzt Du die für die Schrittmotorsteuerung von NC-Step angebotene Optokopplerkarte? Und wenn nein, konntest Du Probleme bei der Übermittlung der Steuerbefehle an die Schrittmotoren feststellen?

Danke!

Thomas

Dennis Schulte Renger
12.12.2003, 16:49
Hi!!

Sorry war zwei wochen auf Übung (BW) deswegen die späte und knappe Antwort.

Nein benutze den Optokoppler nicht, und habe ihn bisher auch nicht vermisst.

Steffinuss
12.12.2003, 17:06
Hallo zusammen,

Ich habe momntan keinen dauernden Zugang zum Internet, deshalb schrib ich erst jetzt. Dennis vieln Dank fuer deine ausfuehrlichen Berichte. Ich werde mich evtl. wegen weiterr Fragenmal an dich persoenlich wnden.

Meine E-Taste auf der Tastatur spinnt!

Stefan

Dennis Schulte Renger
12.12.2003, 17:46
MAch das

Für Rückfragen stehe ich immer gerne zur Verfügung.

Sky Walker
16.12.2003, 08:05
Hallo Kollegen, auch ich schlag mich mit dem Gedanken eine Fräse zu bauen schon länger herum,
die Kosten des Linearantriebs schreckten mich immer ab.Daher war ich ständig aufder Suche nach etwas Breisgünstigereres,und siehe da! ich wurde fündig, siehe Bild. Nun stellt sich für mich die Frage , ist das so wie ich's gemacht habe brauchbar???????????????
http://www.rc-network.de/upload/1071557872.JPG
http://www.rc-network.de/upload/1071558226.JPG
Grüße vom dicken......