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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwerpunktangabe 20% tm



Mesche
31.12.2010, 09:35
Wenn man sich die Pläne von z.B. Claus Maikis anschaut (z.B. Ole Tiger) so schreibt er zum Schwerpunkt üblicherweise 20% tm. Ich denke mal, dass das 20% der mittleren Tragfächentiefe bedeutet. Werden in diesem Fall die Flaps mit zur Tragflächentiefe hinzugezählt oder nicht ?
Für mich gehören die Flaps eigentlich dazu. Wenn ich aber auf Pläne vergleichbare Modelle schaue (z.B. im Lassogeier 91, Seite 13) dann bekomme ich den Eindruck, dass hier die Flaps nicht zur ERrmittlung der Tragflügeltiefe hinzugezogen werden...?
Also um es kurz zu machen: Wird "tm" mit oder ohne Flaps gemessen ?

Vielen Dank für eine kurze Antwort.

Willi_S.
31.12.2010, 11:45
Hallo.

Also ich verstehe "tm" auch mit Flaps.

Ich denke, selbst wenn du 20% der Flächentiefe mit Flaps nimmst, dann bist du immer noch auf der sicheren Seite mit der Schwerpunktlage. Diese Einstellung sollte ein schön geradeaus fliegendes Modell ergeben, ohne zu hibbelig zu sein. Für die ersten Versuche mit Käses Rundfahrt genau richtig.
Diese Angabe des Schwerpunktes ist sowieso nur ein Startpunkt für eigene Experimente. Verlegst du den Schwerpunkt mehr nach vorne, dann läßt sich das Modell nur noch schwer dazu bewegen eine Figur zu fliegen. Es fliegt sozusagen bolzengeradeaus. Dies ist z.B bei Renn- und Speedmodellen gewünscht. Da liegt dann der Schwerpunkt auch schon einmal vor der Nasenleiste.
Für Kunstflugmodelle sind die 20% nach meinem Dafürhalten schon ein vorderer Wert. Wenn man den Schwerpunkt etwas weiter nach hinten verlegt, dann wird das Fliegen der Figuren einfacher. D.h. das Modell "dreht" schneller, bzw. reagiert heftiger auf Steuerausschläge. Dies kann man aber auch nur bis zu einem gewissen Grad machen, denn irgendwann wird das Modell im Geradeausflug unruhig. Es fängt an sich im Rundflug langsam auf und ab zu bewegen, ohne das man steuert. Dies nennt der Flachmann auf Neudeutsch "hunting". Dies ist natürlich nicht gewünscht.

Was man immer auch berücksichtigen sollte, ist das die Schwerpunktlage allein nicht die "Fliegbarkeit" eines Fesselfliegers ausmacht. Andere Faktoren wie Position der Leinenführung, Abstand der Leinen am Griff, Größe des Segments, Ausschlaggröße allgemein, Motorsturz und -zug, Einstellwinkeldifferenz und Aussengewicht beeinflussen die Flugeigenschaften mit! Und zwar nicht unerheblich!

Also ich würde dir raten für die ersten Versuche alles so einzustellen, wie z.B. Claus Maikis es in seinem Plänen angibt. Damit hast du einen sicheren Startpunkt von dem aus die ersten Flüge gelingen sollten.

Gruß
Willi

Mesche
31.12.2010, 15:20
Hallo Willi,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Frohes neues Jahr mit vielen guten Flügen und ohne Bruch !

VG