PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 20 Jahre alte Papierbespannung muß runter, aber wie?



Ralf Kohnen
02.07.2003, 06:19
Hallo zusammen,

wer hat denn da einen Tip für mich?

Es geht um ein Grossmodell, Rumpf vollbeplankt mit Papier bespannt und Kiloweise Farbe drauf. ;)

Flächen teilbeplankt und ebenfalls Papier drauf.
In den offenen Feldern geht die Bespannung ganz leicht ab, brauchst Du nur etwas scharf angucken, schon ist sie hin....Na, ja 20 Jahre halt :D

Geht wirklich nur schleifen? Dann wird das dieses Jahr nichts mehr mit fliegen :(

Volker Cseke
02.07.2003, 08:27
Hallo Ralf,

wenn Du die Möglichkeit hast mit guter Belüftung zu arbeiten geht auch das vorsichtige, abschnittsweise Einstreichen mit Aceton oder Abbeizer und dann abschaben bzw. abziehen. Jedoch sollte man nicht zu üppig mit dem Abbeizer oder Aceton umgehen, mir ist schon mal ein Flieger auseinandergefallen, weil der massive Einsatz auch die Klebestellen aufgeweicht hat. Gerade wenn der Untergrund Balsa ist, werden die Lösungsmittel vom Holz gut aufgenommen und in den Fasern weitergeleitet. Ich streiche mit einem weichem Pinsel das Aceton auf ca. 10 mal 10 cm auf und lasse es wirken. Dann mit einem Kunststoffspachtel (bei Balsa) oder Metallspachtel vorsichtig abschieben. Sollte nur erst mal der Lack abgehen, macht nichts - wieder einpinseln und die nächste Schicht angehen. Wenn der Flieger mit Papier bespannt ist und so alt, wird er auf jedem Fall mit klassichem Spannlack bearbeitet sein. Wenn du wieder in der gleichen Art bespannen willst - nicht bügeln - so braucht der Untergrund zum Schluß nur sauber und glatt sein, noch etwas Spannlack schadet nicht, kommt ja wieder Klebelack drauf. Wenn du allerdings bügeln willst ist der Untergrund je nach Folie oder Gewebe entsprechend der Herstellerangabe vorzubereiten.

Viele Grüße

Volker

holzflieger
02.07.2003, 08:53
Hallo Freunde,

an einer 1:1 Gö4 (Sperrholz/Leinenbespannung) haben wir erfolgreich folgende Methode genutzt:
Die zu entklebenden Flächen wurden mit alten Bettlaken bedeckt, diese mit Aceton getränkt und sofort mit Plastikfolie (Müllsack) abgedeckt, um ein Verdunsten des Acetons zu verhindern. Nach ca. 1/4 Stunde warten ließ sich der alte Spann- und Klebelack schichtweise abschaben.
Verklebungen und Aceton: Holzleim und Harz dürften unkritisch sein, aber alles, was mit Lösungsmitteln zu tun hat (UHU-hart, Pattex) besser vorher testen.
Holm und Rippe!

Roter Baron II
02.07.2003, 10:06
Da ich selbst gerne alte Modelle restauriere und auch noch mit Papier bespanne kann ich eventuell weiterhelfen .
Wenn das Modell wirklich so alt ist , hat man das Spannpapier vermutlich mit Tapetenkleister aufgebracht . Hier besteht nur an wenigen stellen eine wirklich feste Verbindung mit dem Untergrund .
Versuche mal , von den Rippenfeldern ausgehend das Papier vorsichtig in Streifen abzuziehen . Bei den so entstanden freien Feldern kannst du nun mit dem Messer vorsichtig unter das Papier fahren und wieder Streifen abziehen .Mit zunehmender Übung geht das immer besser . Was dann noch stehen bleibt kann mit dem Balsahobel abgenommen werden. Balsahobel auf ganz dünnen Span einstellen und mit viel Gefühl arbeiten . Die nun verbleibenden Reste müssen leider geschliffen werden . Ist der Holzuntergrund massiv kann man zunächst mit sehr rauem Schleifpapier arbeiten . Viel Arbeit ist es allemal .
MFG

Ralf Kohnen
03.07.2003, 06:54
Hallo und Guten Morgen,

vielen Dank schon mal für Euere Antworten.
Bringt mich leider noch nicht richtig weiter. :(

Problem: die Bespannung ist so alt (und spröde), daß sie schon durch leichten Fingerdruck sofort reisst. Aber auf den Holzteilen hält sie " wie Teufel"

Werde wohl doch schleifen müssen, wenn nicht noch ein genialer Tip kommt.

Schönen Tag wünsche ich Euch! :)

Volker Cseke
03.07.2003, 10:12
Hallo Ralf,

hast du den mal versucht, ob die Bespannung mit Klebe-(Spann)lack oder Tapetenkleister, sprich wasserlöslich, aufgebracht ist. Wenn die Verklebung mit Wasser oder Lösemittel zerstört oder zumindest erweicht werden kann, kann man die Bespannung mit einem Spachtel oder so abschieben. Das geht immer noch besser wie schleifen.

Viele Grüße

Volker