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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pike Superior / Höhenruderlagerung



Addicted
13.01.2011, 19:58
Hallo zusammen!

Ich stehe hier vor einem für mich nicht wirklich einfachem Problem:

Bei einem gebraucht erorbenem Pike Superior mit K-Leitwerk hat der Vorbesitzer die Aufnahme des Kohleverbinders in der Heckflosse "besser als vorher" repariert. Klar, besser fest als vorher ist sie... aber auch total schief und schwergängig. Leider fehlt auf einer Seite auch die Messinghülle, die den Kohlestab aufnimmt. Jetzt meine Fragen:

Kann man den Kohlestab generell im Normalzustand komplett herausziehen, oder fällt dann der Umlenkhebel in der Flosse umher?

Muss sich der Kohlestab mitdrehen, oder reicht es, wenn die Hühenruderflächenhälften sich auf dem Kohlestab drehen?

Fotos mache ich auch noch - ich muss nur zuerst meinen Kartenleser wieder finden...

Vielen Dank für Eure Tipps und Antworten.

Gruß
Chris

Karl Hinsch
14.01.2011, 07:46
Hallo Chris,

ja, stimmt leider, wenn man den Kohlestab (besser das Kohlerohr) komplett rauszieht, dann rutscht auch der Umlenkhebel raus und fliegt erst mal recht frei im Seitenleitwerk umher. Den wieder einzufangen macht leider etwas Arbeit, ist ne ziemliche Frickelei. Die Samba Jungs haben das erst beim Nachfolger, dem Pike Perfect, besser gelöst, denn da ist das kein großer Umlenkhebel mehr und er ist vor allem woanders und dort fest gelagert.

Klar kann man das Kohlerohr auch fest reinkleben, aber man muß dabei höllisch aufpassen den Umlenkhebel nicht ebenfalls zu verkleben, sonst klappt´s mit der Anlenkung nicht mehr. Die Höhenleitwerkshälften können sich dann problemlos direkt auf den eingeharzten Hülsen drehen.

Gruß, Karl Hinsch

Addicted
15.01.2011, 16:10
Hallo Karl,

zunächst einmal vielen Dank für Deine Antworten. Allerdings habe ich mich etwas ungenau ausgedrückt und möchte mein Problem noch etwas genauer beschreiben:
Das Kohlerohr scheint mit dem Umlenkhebel verklebt worden zu sein. Leider nicht ganz mittig, so dass es nun auf einer Seite ca. 1 cm länger heraussteht als auf der anderen Seite... Mit meiner Frage, ob man es im Normalzustand herausziehen könnte, wollte ich eigentlich klären, ob es normalerweise mit dem Umlenkhebel verklebt ist, oder nicht. Die Frage nach dem umherfallenden Umlenkhebel war leider sehr missverständlich.

Aus diesem Grund fällt natürlich ein Festkleben des Rohres aus, da ich damit ja die gesamte Anlenkung festklebe. Ich überlege nun, ob ich nicht sinnigerweise das Kohlerohr versuche aus dem Umlenkhebel herauszufräsen, und dann ein nues einzusetzen, dieses fest in der Flosse zu verkleben und dann das HR auf diesem Rohr drehen zu lassen. Denn wenn das Rohr im jetzigen Zustand etwas zu der Seite mit der eingeklebten Hülse (siehe Foto) wandert, wird die Anlenkung derart schwergängig, dass ich damit in keinem Fall in Luft gehen will. Ich hoffe nur, dass ich das spielfrei hinbekomme.

Der Hinweis mit dem Pike Perfect ist im Übrigen nicht schlecht, den habe ich nämlich ebenfalls hier liegen - aber leider (bzw. zum Glück) im Originalzustand, so dass ich dort die Anlenkung des HR nicht erkennen kann. Dort kann ich aber das Kohlerohr ohne Weiteres herausziehen und sehe dann nur eine suber eingeharzte Messinghülse in der Flosse...

Für andere Lösungsvorschläge bin ich natürlich ebenfalls dankbar!

Gruß
Chris
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Karl Hinsch
15.01.2011, 16:56
Hallo Chris,

oje, das sieht nach richtig Arbeit aus! Wenn ich die Bilder richtig interpretiere, hatte das Modell zumindest eine heftige Landung, bei dem die Aufhängung des Kohlerohrs rausgebrochen ist. Normalerweise ist das Kohlerohr nämlich recht massiv in zwei Messinghülsen im Seitenleitwerk gelagert. Ich kann aber auf deinen Fotos nichts mehr davon erkennen. Eine Seite ist ziemlich zerbröselt, die andere recht primitiv repariert. Ich nehme an momentan hat das Höhenleitwerk ziemliches Spiel.

Ich würde wohl das Kohlerohr aus dem Umlenkhebel rausoperieren, wobei hier sehr darauf geachtet werden müsste den Hebel nicht zu beschädigen. Das Kohlerohr muss dazu wohl zersägt und aus dem Hebel rausgebohrt werden.
Dann würde ich erst mal die Aufnahmen im Leitwerk reparieren, evtl. passende Messingbuchsen einsetzen und mit Glas- bzw. Kohlefaser auffüllen. Das Ganze muss natürlich exakt ausgerichtet werden, ist also ne echte Fummelei. Du brauchst aber in jedem Fall ein neues passendes Kohlerohr. Eventuell solltest du mit den Vostrels (Samba Models) Kontakt aufnehmen, um passende Ersatzteile (Kohlerohr, Messingbuchsen) zu erhalten.

Nur zur Info: Die gesamte Anlenkung ist beim Pike Perfect ganz anders gelöst. Die Lagerung des Höhenleitwerks ist über einen Messingeinsatz gelöst, der Verbinder wird da einfach eingeschoben. Der Umlenkhebel dagegen ist woanders gelagert. Schau dir einfach mal das Seitenleitwerk genauer an, dann wirst du einen kleinen Stift unterhalb und hinter der Höhenruderaufhängung finden. Dort ist ein kleiner Umlenkhebel gelagert. Die Anlenkung des Höhenleitwerks passiert dann über ein kurzes Gestänge, das im Seitenleitwerk frei umherschwingt, wenn das Höhenleitwerk nicht eingesteckt ist. Deshalb muß man beim Einstecken des Höhenleitwerks auch immer erst mal das freie Ende dieses Gestänges in das Langloch "reinschütteln", um dann den Stift für die Anlenkung des Höhenleitwerks in den Kugelkopf am Ende des Gestänges reinstecken zu können.

Gruß, Karl Hinsch

Addicted
15.01.2011, 17:23
Hallo Karl,

ich habe Glück gehabt: Das Kohlerohr habe ich mit definierter Gewalt rausbekommen! Es war mit Sekundenkleber festgeklebt. Da ein Tropfen in Richtung der noch vorhandenen Hülse außen gelaufen war, hat das immer geklemmt, wenn es in diese Richtung gedrückt wurde. Das Rohr habe ich sauber, poliert und es läuft leichtgängig mit vernachlässigbarem Spiel. Ich werde also doch die Variante wählen es festzukleben, da kann ich auch gleich die andere Seite herausfräsen und es komplett neu, sauber und winklig einbauen. Evtl. trenne ich es aber auch ein und baue mir an Stelle der Messinghülse eine Aufnahme bzw. ein Lager aus Kohlerovings - mal sehen.

Vielen Dank auf jeden Fall noch einmal für die gedankliche Unterstützung!

Gruß
Chris

Addicted
17.01.2011, 12:32
So, die Geschichte geht weiter...

Bei genauerem Hinsehen musste ich feststellen, dass die Anlekung zum Seitenruder im Rumpfinneren etwa auf Höhe der hinteren Flächenschraube total verbogen ist. Aus diesem Grund läuft das Ruder nicht in Vollausschlag nach rechts.

Jetzt muss ich also diese Anlenkung auch noch reparieren... Hat jemand Erfahrung damit, wie ich einen neuen Stahl da eingefädelt bekomme? Er muss vom Seitenruder aus durch mehrere Führungen mit jeweils kleinen Stücken von dieser roten Hülle in der die Anlenkungen eben laufen.

Kann ich einen neuen Stahl anschäften und hartlöten? Hält das?

Gruß

Chris

Karl Hinsch
17.01.2011, 14:09
Hallo Chris,

wenn ich mich nicht sehr täusche, dann ist das kein Stahldraht sondern ein Stahlröhrchen. Wenn du es schaffst passenden Ersatz zu bekommen, dann kannst du das neue Röhrchen am besten hinten am Leitwerksende mit einem passenden Stift mit dem alten Röhrchen verbinden und dann das neue Röhrchen von hinten her durchschieben.
Im absoluten Notfall kann man mit viel Fummelei und diversen Versuchen auch ein neues Röhrchen durch die verschiedenen Aufnahmen im Rumpf durchfädeln. Ist aber ne echte Pfriemelei und etwas für Feinmotoriker.

Irgendwas muß doch mit dem Rumpf passiert sein, bei all den Beschädigungen.

Gruß, Karl Hinsch

Addicted
17.01.2011, 21:09
Hallo Karl,

ich bewundere Deine Präzision! Es ist natürlich ein Stahlröhrchen - kein Stahldraht. Gut nur, dass ich bereits heute einen neuen StahlDRAHT gekauft habe, um den da jetzt einzubauen...

Ab jetzt warte ich Deine Antwort ab, bevor ich irgendetwas tue!:D

Nun gut, Stahlröhrchen hat mein Freundlicher glaube ich auch. Da ist das mit dem Einfädeln ja auch recht schnell geschehen, weil es gut zu verbinden geht.

Ja, der Rumpf hat wohl doch etwas mehr an Geschichte, als man mir beim Kauf Glauben machen wollte. Leider hatte ich nicht viel Zeit, habe das Ding im Dunkeln bei der Schwester des Verkäufers abgeholt und danach ein halbes Jahr wieder keine Zeit gehabt, genauer danach zu sehen. Egal, so lerne ich den Superior jetzt eben von Grund auf und vor Allem von Innen richtig kennen.

Vielen Dank noch einmal für Deine Hilfe

Gruß

Chris

Addicted
18.01.2011, 21:23
...es sind ALU-Röhrchen! Naja, jetzt habe ich auf alle Fälle genug Röhrchen und Draht hier - egal was noch kommt. Die Aluröhrchen, die mein Händler hat, sind von der Wandstärke her zu dünn.

Kennt jemand eine Bezugsquelle für d=2mm Aluröhrchen, die gerne auch über 1m lang sein dürfen? Wandstärke bei meinen jetzigen ist +-0,3mm.

Was ganz anderes: es gibt doch diese (meistens orangenen) Plastikröhrchen in denen dann entweder Bowdenzüge oder andere Gestänge laufen. Wenn ich ein solches an Stelle des Aluröhrchens verbauen würde, käme es zwar minimal schwerer, aber wie sieht es mit der Steifigkeit der Anlenkung aus? Das Problem hierbei wäre die schlechte Erreichbarkeit, um das Röhrchen im Rumpf dann an möglichst vielen Stellen einzuharzen. Ich könnte wohl die ersten 20-30cm von der Haube aus erreichen, aber dann war es das bis kurz vor die Seitenruderflosse - also 2-3 evtl. 4 Klebepunkte. Reicht es, wenn das Hüllröhrchen insgesamt auf Spannung ist, damit nichts "wackelt" bzw. die Anlenkung schwammig wird?

Gruß
Chris

Karl Hinsch
19.01.2011, 07:25
Hallo Chris,

Röhrchen aus Alu wären mir neu, bisher waren das immer Stahlröhrchen. Was solls, das Problem ist die Beschaffung. Ich hatte bisher immer das Glück mich im Zweifelsfall direkt an den Hersteller wenden zu können (Samba Models aus Tschechien), aber ich sehe die Jungs auch mehrmals im Jahr auf Wettbewerben. Dort ist es natürlich kein Problem ein paar dieser Röhrchen abzugreifen.

Sicher kannst du ein separates Außenrohr zur Anlenkung nachrüsten. Normalerweise verklebt man dieses nachträglich am besten, in dem man nach dem Einführen und provisorichen Fixieren des Röhrchens vorne an der Seitenwand Sekundenkleber von vorne entlang des Röhrchens laufen lässt und dann ordentlich mit Aktivator draufhält. Wenn man das mehrmals macht, wird das Röhrchen mit der Seitenwand geklebt. Man muß in deinem Fall nur höllisch aufpassen, das man sich dabei nicht andere Anlenkungen mit fixiert (z.B. Umlenkhebel, andere Bowdenzüge), denn Sekundenkleber fließt wirklich überall hin, besonders an Stellen die man nicht für möglich hält. Deshalb ist auch Aktivator so wichtig, um das weitere Kriechen des Klebstoffes zu beenden.

Ne Alternative dazu ist nach dem Einführen des Bowdenzuges zwei bis drei mit Harz getränkte Schaumstoffwürfel in den Rumpf zu stopfen. Das ist bei dir aber nicht machbar, einmal wegen des Servobrettes und anderer Einbauten unter der Tragflächenaufnahme, andererseits wegen der offenen Bauweise der anderen, intakten Anlenkung.

Gruß, Karl Hinsch