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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bau-/Bildbericht LS-Flächenbau 1:3



kneubi
22.01.2011, 13:25
Hallo zusammen

Bin seit kurzer Zeit an meinem neuen Projekt. Da mir Patrick hilft und die Fertigungsweise abgucken will, hat er immer Notizmaterial und seine Digicam dabei. Die übrigen Bilder wie z.B. die vom Höhensteuer sind kein grosser Mehraufwand für mich. Da es meist die kleinen Details sind, die einem das Modellbauerleben erleichtern, will ich hier mal meine Erfahrungen die ich mir in den letzten Jahren aus meinem persönlichen Umfeld und auch aus diesem Forum angeeignet (zusammengeklaut ;) ) habe, weitergeben. ..und bekanntlich helfen Bilder mehr als Worte

Das Modell wird eine LS 10 Massstab 1:3, Flächenbelastung mind. 100gr. Ausführung also kein Leichtbau (jedoch das Gewicht hoffentlich am rechten Ort) Robust für jeglichen Einsatz. Dazu gehört nicht nur die Festigkeit im Flugbetrieb, sondern auch Festigkeit für Landungen im rupigen (alpinen) Gelände sowie bestermöglicher Schutz gegenTansportschäden (lasse z.B. meist HR montiert)

Hier wies geplant ist:

Höhensteuer:
Profil S-8020 (11%), Abachi, ganzflächig 90er CFK-Gewebe, Nasenleiste aus CFK-Rovingen, Silikonscharnier, GFK-Dichtlippe, Befestigung 2 x M5-Metallschrauben, diverse Verstärkungen, GFK-Beschichtung

Tragfläche:
Profil SA-7026, Abachi 0,9mm, CFK-4-Kantsteckung, ganzflächig 100er-CFK-Gelege, D-Box innen CFK-Gelege 420 gr. (1X100, 2x160) mitte CFK-Gelege 260 gr. (1x100, 1x 160), aussen CFK-Gelege 100gr, Holm ca. 54 24K-Rovinge abnehmend bis auf 14 Rovinge, dazwischen Rohacell mit abgestuften3-K-CFK-Schläuchen, innen 2 bis 3, aussen evtl. noch ein 1-K (wird noch gerechnet), GFK-Beschichtung
Rudertiefen zwischen 23 und 25%, Silikonscharnier unten, Dichtlippen oben, Anlenkungen: innere WK 2x konventionell (butterfly), mittlere WK 2x RDS, Querruder 1x RDS, keine Störklappen.

Gruss Sigi

kneubi
22.01.2011, 14:39
Hier gleich die ersten Bilder. Die Oberseite war bereits vakumiert. Belegung ist jedoch praktisch identisch mit Unterseite. Nicht auf den Fotos ersichtlich ist, Endleiste wurde 10 mm Glasflies auf Laminat gelegt. Bereich Schraubenlöcher wurde mit Baumwollflockenbrei gefüllt.
Bei mir ist das Abachi und das Laminat immer 5mm nach hinten gezogen und wird dann wie auf dem Foto abgetrennt. So bekomme ich eine saubere Endkante ohne, dass ich beim Laminieren da immer dem letzten Milimeter Sorge tragen muss.

Bei den roten Pfeilen wurde mit 1,5 mm durchgebohrt. Man findet sich dann später viel besse zu recht wo gefrässt, getrennt oder durchgebohrt werden muss ;)

Auf der Styro-befreiten Endleiste wird eine ganz kleine Mumpe-Raupe gezogen

Für die meisten Selbstbauer nichts neues - aber vielleicht hilft das eine oder andere Detail...

Gast_8624
22.01.2011, 15:46
Hi Sigi,
super Bilder welche wie immer viel mehr "sagen" als Text.
Was man schön sieht sind auch die Markierungen von Oberteil/Kern/Unterteil mit senkrechten Strichen. Hab ich auch immer so gemacht um die Position des Kerns kontrollieren zu können. Kann sich der Thomas für seine DG abgucken....;)

StratosF3J
22.01.2011, 15:57
Hi Sigi,

ich finde es klasse von Dir, dass Du Dich entschieden hast hier Deinen Bauvortschritt zu veröffentlichen. Da werde ich viel lernen können :D.

Hi Rolf,
den Tipp mit den Markierungen an der Profilstirnseite habe ich Wolfgang, der Schneidemeister, bereits weitergegeben. Bei meinen vielen kleinen Einzeltrapeze ist eine Markierung sehr hilfreich.

Grüßle
Thomas

Eckart Müller
23.01.2011, 11:04
Muss ich auch sagen, ein sehr informativer Thread. Eine kleine Kritik muss ich aber noch los wewrden: Einige Fotos wäre noch aussagekräftiger, wenn sie gedreht würden. Das wäre dann das Sahnehäubchen...:rolleyes:

steini1
23.01.2011, 12:09
Hallo Sigi,
kannst du mal kurz zu deinem "Vakuumsack" etwas sagen. Was ist das für eine Rolle?

kneubi
23.01.2011, 12:30
@ Eckart Müller... ich gelobe Besserung - nicht das sich noch jemand ab meinen Bildern den Hals ausrenkt

und weiter gehts hier mal den Beitrag zum Flächenverbinder.

Darüber wurde genügend geschrieben, geht bai mir auch nicht anders: Form einwachsen, Rovinge einlegen immer schön glatt streichen, Kern mit CFK-Schlauch positionieren, weitere Roving drauf, Form nicht überfüllen, Deckel drauf. 24 Std. später entformen, verschleifen Fertig.

Hülsen: Margerine/Butter einreiben, 3 bis 4 Mal mit Haushaltfolie umwickeln, je zwei Glasschläuche drüber, einharzen, mit Abreisgewebe umwickeln. Fertig.

Speziell hier vielleicht noch zwei Hilfsmittel: Meine Rovingtränke à la Beat Brändli (von ihm habe ich sehr viele Tips und Tricks und hab seine Einwilligung alles hier zu veröffentlichen - danke Beat) - Rovingtränke - die wichtigste Erfindung seit es Rovinge gibt :) (vor allem für Holmeinbau) zudem Halterung zum Aufspannen der getränkten Rovinge. - Getränkte Rovinge umwickeln(immer schön mitzählen ;) ) danach beidseitig alle Schnüre duchschneiden. So tränkt und bündelt man in 3 bis 4 Minuten mal so 50 Rovinge. Geht zur Not auch mit dem Pinsel.

Gruss Sigi

kneubi
23.01.2011, 12:40
Hallo Jochen

Vakuumsack ist bei mir auf der Rolle - sollten 10 Meter sein. Schneide nach mehrmaligem Gebrauch vorne einfach wieder mal einen halben Meter ab, wenn ich Angst hab das das Teil ein Leck aufweisen könnte. Muss so hinten nicht verschlossen werden und hab da Teil immer wieder schnell zur Hand. Wenn ich fertig laminiert habe steht das ganze 10 Min. später unter Vakuum. Der Schlauch ist ausreichend zäh und trotzdem handlich. Diesen "Vakuumschlauch" habe ich von Suter-Swiss-Composite ehemals R&G Schweiz. Dürfte der SCS-Folienschlauch von Seite 190 sein (hab denselben ersten Schlauch seit nun 10 Jahren im Gebrauch)

http://www.swiss-composite.ch/

Gruss Sigi

StratosF3J
23.01.2011, 17:19
Hi Sigi,

gleich mal zwei Fragen an Dich ;).

1. Wieso schneidest du ein Teil der HR-Nasenleiste ab?
2. Wieso machst Du "so viel", sprich 420er-CfK in der inneren D-Box? Bringt dies so viel? Ich gehe von 200er-CfK aus.

Gruß
Thomas

kneubi
23.01.2011, 17:28
Hi Thomas

1. Weil CFK-Rovinge robuster sind als Styro. :cool: Habe 4 CFK-Rovinge in der Nasenleiste, da ich bei mir im Treppenhaus schon öfters mit dem Rumpf mit montierten HR gegen Türpfosten geknallt bin. Ausserdem soll es schon vorgekommen sein, dass es in der Luft zu unerwünschten Fremdkontakten gekommen sei.;) ... und am HR hängt das "Leben" jedes Seglers
2. Mein jetziges Modell (ASW 27, 5m) hat einen Meter weniger Spannweite und da sind es 2 x 160 also 320gr in der D-Box in der inneren Hälfte. Die LS 10 soll das gleiche aushalten wie die 27er also hab ich noch 100gr aufgelegt :cool:

Gruss Sigi

kneubi
23.01.2011, 17:54
...200gr in der D-Box ist bei deiner Auslegung gemäss deinem Beschrieb und Erwartungen mehr als ausreichend. Bist auf dem rechten Weg!

LG Sigi

steini1
23.01.2011, 18:30
Hallo Sigi,
welche Maße hat dein Verbinder?
(Länge, Höhe, Breite)

Machst du den Verbinder nur aus Rovings oder legts du auch Gelege rein (geht schneller)?

kneubi
23.01.2011, 18:39
Hallo Jochen

Arbeite mit Gelege nur bei der Flächenbeplankung. Alles andere (Flächenverbinder und Holm) immer mit Rovingen. Als erste Lage kamen hier 31 Rovinge rein. Diese waren getränkt und abgelängt in 3 bis 5 Minuten. Das ist mir schnell genug. ;)

Balsakern mit CFK-Schlauch ist auch noch drin.

Der Verbinder hat eine Höhe von 20mm, Breite 24 mm und eine Länge von 500mm, 6 Grad V-Form.

Gruss Sigi

kneubi
23.01.2011, 23:09
Zuerst fräse ich eine 3mm-Nut als Anschlag in die Negativkerne. Bei mir stehen die Negativkerne 25mm über die spätere Endleiste hinaus. 20mm sind für die Nut. Da wird dann eine eingewachste 3mm Balsaleise als Anschlag und "Verkastung/Verriegelung" der Unter- und Ober-Negativschale eingesetzt. Im weiteren wird das Lamiat und das Abachi 5mm weiter nach hinten gezogen und erst später abgetrennt.

Auf dem 1:1 Bauplan werden die Negativkerne mit Gewebeban miteinander fixiert. Hält Bombenfest und erspart das spätere Einlegen eine Folie. Referenz für den gesammten Flügelbau ist für mich immer Flügelhinterkante So werden auch die Kerne genau auf die Planhinterkante ausgerichtet.

Flügelkerne werden auf der Unterschale mit 3 bis 5 Zahnstochern an der Unteraschale fixiert. Wichtig Zahnstocher bis Anschlagg durchstossen - dann abe wieder einige Milimeter zurückziehen,damit die Zahnstocherspitzen später nicht den Vakumsack beschädigen. übersthende Zahnstocher abzwacken. Die Positivkerne werden miteinander nicht verbunden oder verklebt.

Gruss Sigi

Gast_8624
23.01.2011, 23:43
Hi Sigi,
das mit der 3mm Leiste ist mir neu und deshalb nicht ganz klar.
- was "schlägt" da an bzw. verriegelt?
- liegt die Leiste auf Flächentiefe -Ende- Fertigmaß? Das Abachi geht ja 5mm weiter.

kneubi
23.01.2011, 23:46
Habe leider dazu kaum Bilder.

Zuerst das Holz ganz genau anschauen. Furnier wird angeblich gemessert/geschält. Dadurch sind nicht beide Seiten gleich. Das heisst auf der einen Seite hat es im Verhältnis mehr Furchen und Gräben, während es auf der anderen Seite mehr Erhebungen feine Kämme hat.
Wenn man sich später viel Schleifarbeit sparen will: Furchen/Gräben auf der Flächeninnenseite platzieren und Erhebungen/Kämme auf der Aussenseite.

Nun immer zwei Blatt Furnier auf aufeinander auf den den Tisch legen. Und zwar einmal Furchen/Gräben oben und einmal das Ganze umgekehrt Furchen/Gräben dem Tisch zugewendet. Nun wird der 1:1 Bauplan auf die Furniere augelegt. Völlig glatt gestrichen und allen so beschwert, dass sich nichts verschieben kann.

Mit einer Aale werden alle Segmentecken durchstocken (Schade um den schönen Plan ;) ) Also bei 3 Trapezen sind das 8 Punkte. Diese feinen Löcher sind auf dem Abachi bestens ersichtlich. Nun vorsichtig Plan etappenweise entfernen, sodass sich die Furniere nicht verschieben können.
In Flugrichtung werden auf dem Abachi feine Linien von den Endpunkten der Endleiste zu den Punkten der Nasenleiste und noch etwas weiter gezogen. Ausserdem werden die Punkte der Endleiste miteinander verbunden. Unsere Referenzlinie/Endleiste ist so gesetzt.

Nun wird an den Styrokernen 3d-mässig mit einem flexiblen Massband die Distanz von der Endleiste über den Kern bis Mitte Nasenleiste gemessen. Dieses Mass wird nun wiederum von der Endleistenposition aus auf das Abachi übertragen. So ergibt sich immer ein neuer Masspunkt wenige Milimeter vor dem Loch (Nasenleiste) das vom Plan übertragen wurde. Diese neuen Punke an der Nasenleiste (nicht die Löcher) werden nun miteinander verbunden.

Nun einem langen Aluprofil entlang beide Furniere auf einen Streich mit einer flach geführten gut schneidenden Klinge ausschneiden.

Nun hat man die Gewähr zwei völlig identische Flächen - zumindest was die Geometrie betrifft - zu bauen. Beim Höhensteuer hat man so gleich Unter- und Oberseite geschnitten.

Holzinnenseite mit Nitrohartgrund versiegeln.

Gruss Sigi

kneubi
24.01.2011, 00:00
Hallo Rolf

Diese 3mm Nut (ca. 5 mm tief) ist 5mm von der efektiven Endleiste entfernt. Da ich das Furnier und Composite jedoch 5mm weiter nach hinten ziehe, kann ich diese Leiste als Anschlag benutzen und das Furnier bis an die Leiste anstehend schieben und so fixieren. Ausserdem "verriegelt" es die beiden Negativschalen miteinander, wenn ich im ganzen Paket (also Unter- und Oberschale) vakumiere (z.B Flächenunterseite mit allen Inserts.

Mal schauen hab da glaub noch ein schlechtes Bild...hier siehst du den Anschlag (Leiste ist hier etwas zu hoch) und neben der Leiste das Abachi das nach hinten mit einem breiten Malerkrep fixiert wurde..wenn ich mit Oberschale vakumiere wird eine breitere 3mm-Leiste eingesetzt, da in der Oberschale die selbe Nut vorhanden ist

Gruss Sigi

Gast_8624
24.01.2011, 00:19
Hi Sigi,
die Nut ist 3mm breit und 5mm tief. Dann kannst Du mit einer Leiste 3x10mm Ober und Unterschale miteinander verriegeln, weil dann die Leiste in beide Teile hineinragt?
Alles andere ist klar...und mal wieder super bebildert und beschreiben...danke dafür...

kneubi
24.01.2011, 00:32
Hi Rolf

Joo - gern geschehen - ist genau so. EIne 3 x10 Leiste und das Ganze passt wie der Deckel auf einen Schuhkarton. Braucht etwas weniger Kontrolle.
Ohne diese Hilfe...Unter- Oberschale und Hinterkante Abachi in einer Flucht plaziert und ein Malerkrep ums ganze Paket rum passt genauso.

Gruss Sigi

Gast_8624
24.01.2011, 00:42
Hi Sigi,
alle Klarheiten sind nun beseitigt :D
Gute Nacht
Gruss Rolf

StratosF3J
24.01.2011, 15:35
Hallo Sigi,

legst Du für die Messerscharfe Endleiste auf der Ober- und Unterseite ein ca. 20mm breites GfK-Vlies rein, oder nur auf einer Seite?

Die Idee mit dem Anschlag finde ich genial. Habe ich so in dieser Weise noch nie gesehen, und ich habe in den letzten Wochen viel recherchiert ;).

Gruß
Thomas

kneubi
24.01.2011, 18:32
Flies unten und oben. Jedoch nur ca. 10mm davon werden dann noch ca 3 mm bei meiner Methode abgetrennt. Flies liegt bei mir vielleicht 2 mmm von der Holzkante entfernt.

Gruss Sigi

kneubi
26.01.2011, 21:36
In der Zwischenzeit ist das Höhenruder im Rohbau fertig. Befestigungslöcher gebohrt. Randbögen "gegossen" aus reinem Microbaloon - sollen ja leicht sein. Auf Lufteinschlüsse achten - mit Zahnstocher im Randbogen rumstochern bis alle Lunker draussen sind.

Wichtig beim Verschleifen auf 45-Grad-Kreuzschliff achten, damit das Profil schön erhalten bleibt.

Fehlt noch der letzte Feinschliff sowie Streichen mit Nitrohartgrund bevor die GFK-Beschichtung drauf kommt. In die Befestigungslöcher werden noch Unterlagsscheibchen eingelegt um den Druck der Inbusschrauben gleichmässig zu verteilen. Diese werden mit einem Tropfen Sekundenkleber gesichert.

Hier die Bilder:

Gruss Sigi

StratosF3J
27.01.2011, 11:13
Hi Sigi,

klasse Bilder und sehr schönes HR.

Darf ich Fragen was es wiegt :D?

Gruß
Thomas

kneubi
27.01.2011, 12:04
Hi Thomas

...kein Leichtgewicht ;)

176 gr

StratosF3J
27.01.2011, 13:48
Hi Sigi,

der Wert ist doch nicht schlecht ;).

Mein GfK-HR für den D2c wiegt genau so viel!

Gruß
Thomas

kneubi
30.01.2011, 22:28
Auch dies ein Schritt der bei vielen Standart und somit nichts Neues ist. Für den einen oderandern hats vielleicht wieder eine neue Anregung dabei:

Ich vakuumiere die Oberseite ohne aufgelegte Negativschale um einen schöneren Nasenradius zu bekommen. Abachi ist bereits mit Hartgrund behandelt.

Ablauf:
Aufzeichnen der D-Box und der Verstärkung im Berich Wurzelrippe.
Einwachsen der Balsaleisten (Anschlag für Endleiste)
Zuschneiden der Gewebelagen (Abachi dient als Schablone)
Auflegen und Harzen einer Lage nach der anderen. Harz wird mit alten Kreditkarten (oder der aktuellen Karte der Gattin;) ) aufgetragen und "einmassiert" darauf achten, dass Ränder/Kanten gut durchtränkt sind. Ich laminiere alles direkt auf dem Holz. Wer ein paar zusätzliche Gramm sparen will, macht dies auf einem Plastik. Glas-Flies der Endleiste nicht vergessen auflegen und gut tränken.
Auflegen des Abachi/Composites-Paketes auf den wie bereits beschriebenen, genau ausgerichteten Positiv-Kern. Auflegen und genau Ausrichten von der Endleiste aus. Endleiste ist Referenz
Fixieren des Abachis im Bereich Endleiste mit Malerkrep.
Abachi im Bereich Nasenleiste mit Wasser bestreichen. (Holz bricht weniger und legt sich besser an enge Nasenradien an)
Ganzes Packet in Vakuumschlauch schieben. Beschweren (vor allem Ecken und Rànder)
Schlauch abdichten mit 2 Lagen Malerkrep (eine von unten, eine von oben) Röhrchen mit Knetmasse abdichten.
Vakuumieren mit -0,2 bis -0,22 bar

Hier die Bilder:

kneubi
30.01.2011, 22:36
...hier nun das Resultat des Nasenradius

weiter gehts dann mit dem Holmeinbau

Gruss Sigi

StratosF3J
31.01.2011, 08:31
Hi Sigi,

wieder klasse Bilder. Die sind für mich immer wieder eine sehr gute Referenz :).

Ein paar leichte Fragen habe ich noch.
1. Verdünnt ihr den Poorenfüller mit Nitro? Ich nehme den von Clou und der ist recht dickflüssig!
2. Rollt ihr das Harz zuerst ein und zieht es denn mit der Scheckkarte ab?
3. Bei meinen Testaktionen habe ich immer gerollt und dabei festgestellt, dass sich die Eigenschaften der Schaumstoffrolle verändern, sprich auf quillt :eek:. Was für Rollen nehmt ihr, wenn ihr Rollen einsetzt?
4. Setzt Ihr Treibmittel ein? Da ich mit Harz geizen will und es hier einige Aussagen gibt die in die Richtung gehen, bei wenig Harz ist Treibmittel anzuraten. Was meinst Du dazu?

So, ich wünsche Euch weiterhin gutes Gelingen.

Gruß
Thomas

kneubi
31.01.2011, 08:50
Hi Thomas

1. Ich benutze ausschliesslich unverdünnten Nitrohartgrund - verflüchtigt sich schnell, muss kaum mehr angeschliffen werden, gibt eine gute Verbindung mit dem Composite, stinkt fürchterlich
2./3. Arbeite ausschliesslich mit Kreditkarte. Harz wird direkt aufs Gelege "geschüttet" und wird mit der Kreditkarte verteilt. Geht super. Habe früher mit Schaumstoffrollen gearbeitet, nebst dem dass ziemlich genau 20 Gramm Harz in der Rolle drin bleiben, diese bei zuviel Druck schnell zerfällt, lässt sich das Harz nicht so gleichmässig verteilen. Glasflies an der Endleiste wird mit Pinsel aufgetragen und Kreditkarte abgezogen.
4. Habe auch schon mit Treibmittel gearbetet. Muss immer wieder aufgerührt werden. Meinem subjektiven Gefühl nach ergibt sich keine Gewichtsersparnis. Rein theoretisch wird das Composite geschwächt. (Bläschenbildung) Ich benutze das Treibmittel nur noch bei "Leichtbau". Dort wo hinter dem Holm/D-Box das Abachi direkt (ohne Gewebe) auf den Styro kommt. Kenne jedoch auch Kollegen die darauf schwören. ...wiederum viel Wege nach Rom

Gruss Sigi

Frank Thorn
31.01.2011, 09:38
Zum Tränken von Geweben und Gelegen aller Art nehme ich immer einen Föhn dazu. Das angewärmte Harz wird von den Fasern regelrecht angesaugt. Man braucht deutlich weniger Harz und kann entspannt mit einem Schaumstoffroller arbeiten.
Dies in Verbindung mit Schaumtreibmittel war für mich der Schlüssel zu leichten Flächen und zuverlässigen Verklebungen.

Gruß
Frank

kneubi
31.01.2011, 09:38
Hallo Thomas

Macht Sinn wenn du aufs Gewicht achtest. Klar ist es die Summe aller Arbeiten - Dennoch... Bei deinen ersten Flächen würde ich in erster Linie darauf achten, dass du sicher alles gut getränkt hast. Wenn du pro Flächenlaminat 50 Gramm verschenkst, so sind das aufs ganze Modell 200 Gramm - wa solls! Besser als "trockene" Stellen (sind bei CFK schnell passiert). Bei der Aussenbeschichtung/Lackierung der Flächen, Lackierung Rumpf, Rumpfausbauten, Aufbau HR und SR - dort wird viel mehr Gewicht verschenkt - dort spielt die Musik.
Wenn du Gewicht sparen willst, baust du z.B. dein HR fertig lackiert mit 120 gr. (ist möglich inkl. GFK-Beschichtung!) Das bringt in der Endsumme mehr.

Gruss Sigi

kneubi
31.01.2011, 09:48
Hallo Frank

Die Sache mit dem Föhn habe ich schon öfters gehört - muss ich doch mal ausprobieren. Harz wird sicher noch dünnflüssiger. Wann und wie kommt der Föhn zum Einsatz? Nach dem "ersten" Auftragen und dann nochmals drüberrollen/einmassieren? Oder arbeitest du in der einen Hand mit dem Föhn und mit der anderen mit dem Roller? Welche Temperatur/Stufe? Lauwarmes Lüftchen oder Vollgas? Schliesslich sind es auch hier wieder die Details die über Erfolg/Misserfolg entscheiden.

Beim Verteilen und "einmassieren" bleib ich dennoch bei meiner Kreditkarte;)

Gruss Sigi

StratosF3J
31.01.2011, 21:40
Hi Sigi,

ich will bestimmt nicht die letzten 10gramm herausholen ;). Mir ist eine gute Verklebung sehr wichtig.

Bei den Materialien drum herum habe ich auch immer ein Auge aufs Gewicht.

Wie klappt denn das Abziehen mit der Kreditkart bei mehreren Lagen?. Ich habe bisher immer nur mit dem 49er GfK-Gewebe und Kreditkarte gearbeitet. Da hat es immer sehr gut geklappt und da konnte ich auch das 1:1 Verhältnis einhalten :cool:.

Gruß
Thomas

kneubi
31.01.2011, 22:16
Hallo Thomas

Abziehen geht problemlos - jedoch wie bereits erwähnt eine Lage nach der anderen. Also erste Lage mit Harz tränken und gut "einmassieren" und Harz ab-/weiterziehen. Dann nächste Lage trocken drauf und das Ganze von vorne. Da du mit 2 Lagen 100er arbeitest wirst du bei der zweiten Lage bedeutend weniger Harz brauchen.

Gruss Sigi

Frank Thorn
31.01.2011, 22:23
Eine Hand Föhn, andere Hand Rolle und immer direkt auf die Rolle blasen. Das Einmassieren kannst du dir sparen. Mit ner Hartgummirolle die Fasern platt drücken macht Sinn. So dicke Gewebeschichten habe ich in Flächen noch nicht verarbeitet, kann mir aber vorstellen, dass es gerade dort gut geht. Probier das mal; du wirst sehen, das ist es.
Ich habe so einen uralten Reiseföhn. Ein Bild davon poste ich lieber nicht, sonst denkst du ich will dich verarschen. Wenn die Luft so 40 Grad hat, sollte das passen.

Einfach mal ausprobieren. Vielleicht kannst Du dann sogar mehrere Lagen gleichzeitig tränken. Ich benutze die Technik schon 20 Jahre.

Frank

kneubi
31.01.2011, 22:36
Hi Frank

Klingt sinnvoll. Harz wird vermutlich wie Wasser. Probier ich doch nächsten aus. Danke.

Gruss SIgi

kneubi
31.01.2011, 23:05
Heute abend war ein Holmausschnitt fällig.

Beim Aufzeichnen und Ausmessen wieder von der Endkante ausgehen. Wichtig, dass beim Messen, Raustrennen und dann beim Einbau der Flügel präzise in der Negativschale liegt. Weder verschoben noch irgendwo abstehend. Beschweren der Ecken/Ränder lohnt sich. Man kann sich vorstellen was passiert wenn der 4-Kant-Verbinder nicht winklig eingebaut wird!
Horizontal messen. Beim mir steht die Holmmittellinie bei 2/3 von der Endleiste aus gemessen. Bei der LS 10 ist Holm (zufällig) völlig gerade ansonst "läuft" der Holm mit Ausnahme des Steckungsbereichs der Flächen-Geometrie nach.

Das präzise, senkrechte schneiden ist vor allem im Bereich der Hülse wichtig.

Für den Ablauf dürften die Fotos selbsterklärend sein. Bis nach dem Einbau des Holms keine weiteren Inserts, Kabelkanäle etc. raustrennen. Flügel behält Form/Struktur besser.

Habe bereits Verbinder mal probehalber reingelegt und Rovingabstufung aufgezeichnet.

Gruss Sigi

Wattsi
01.02.2011, 08:41
Hallo Sigi
Da bekommt man gleich Lust mitzubauen....
Hast du schon mal unter den Holmgurt ein Klebeband in der Holmbreite auf den Kern geklebt? Da könnte man sich die Bröslerei mit dem Styro sparen, wüde sich dann mitsamt dem Styro leicht vom Gurt lösen. War nur mal so ein Gedanke, ich hätte das bei meiner nächsten Fläche versucht, aber vielleicht ist schon mal jemand vorher auf diese Idee gekommen und könnte seine Erfahrung mitteilen.
Wolfgang

kneubi
01.02.2011, 08:55
Hallo Wolfgang

Hat mein Kollege schon probiert. Funktioniert. Bin mir nur nicht so sicher ob ich das Klebeband so perfekt genau plazieren könnte. Sollte dann ja schon passen! ;) Ausserdem war der Holm recht schnell draussen und das Schleifen war eine Sache von ein paar wenigen Minuten. Weiss nicht welche Vorgehensweise mehr Arbeitsaufwand verursacht.

Ausserdem war das Gelege zu stark getränkt sodass der Styro zuviel aufgesaugt hat. Perfekt ist es wenn das Gelege knallhart ist und der Styro kaum Harz aufgenommen hat. Dann gehts am einfachsten und gibt praktisch nichts zu schleifen. Wichtig ja das das Gelege gut getränkt ist. Verbindung zum Styro ist meiner Meinung nach sekundär.

Gruss Sigi

Frank Thorn
01.02.2011, 09:52
Genau, das Harz ist dann wie Wasser. Wo du vorher denkst, es ist zu wenig Harz, siehst Du nach dem Föhneisatz glänzende Stellen. Das Problem mit zu viel Harz in Styro hast Du dann auch nicht mehr.

Frank

steini1
01.02.2011, 12:35
Hallo Sigi,
2 Fragen:
- Du hast an deinem Höhenruder den Randbogen herausgearbeitet und anschließend mit Mircoballons gefüllt. Ist das Original so? Ich finde, daß dies nicht sehr schön ist, da das Ende sehr dick ist. Wie würden die Arbeiten aussehen, wenn der Randbogen dünn auslaufen soll?
- Warum hast du kein Flies oder ähnliches beim Absaugen der Oberschalenfläche eingelegt?

Ansonsten top Bericht. Zieh ich mir richtig rein, da ich am Beginn eines Eigenbau-Seglers bin und da kommt so etwas genau richtig.

kneubi
01.02.2011, 12:50
Hallo Steini

Weiss nicht wie das HR genau im Original aussieht. Bin auch nicht der Scale-Freak ;)

Der HR-Randbogen ist nach dem Ausgiessen einfach halbrund verschliffen (sieht man auf den Fotos vielleicht schlecht oder gar nicht). Will man dies Sache dünner also elyptisch ausschleiffen so muss man mehr Styro herausfräsen und mehr Microbaloon auffüllen oder von der hinteren Ecke des HR bis zum Beginn des Radius der Nasenleiste das ganze abtrennen/absägen und einen Abachiklotz ansetzen und diesen dünn auslaufend verschleifen.

Habe noch nie ein Flies oder sonstige Gegenstände zur Unterdruckverteilung eingelegt. Da der Styro porös genug ist und die Folie sehr zäh findet das Vakuum immer seinen Weg. Habe schon 350 cm am Stück vakuumiert ohne Probleme. Ich lege höchstens einen Lappen als Verbindungsbrücke ein wenn ich zwei HR gleichzeitig vakumiere. Ansonst ist nichts dergleichen notwendig. Das Flies wird benötigt bei glatten Oberflächen und/oder wenn zum vakuumieren eine sehr dünne Folie benutzt wird.

Gruss Sigi

StratosF3J
01.02.2011, 15:58
Hallo Sigi,

ich bin's schon wieder ;). Ich habe noch ein paar Fragen zum HR.

1. Die rote Linie ist wahrscheinlich Dein Drehpunkt für das Ruderblatt, oder?
2. Baust Du das HR auch auf dem Kopf auf?
3. Wie breit ist denn der Steg für die Verkastung (geschätzte 10mm) und welchen CfK-Schlauch Typ hast Du eingesetzt?

Ich werde bald meine Styrokerne bekommen, dann kann ich endlich ans Doing gehen :cool:.

Gruß
Thomas

kneubi
01.02.2011, 16:18
Hallo Thomas

1. Richtig
2. Ist egal. Musst dich einfach vorher entscheiden kommt Scharnier oben und Dichtlippe unten oder umgekehrt. Auf der späteren Unterseite kommt im Bereich Auflage auf SR mehr Gewebe zur Verstärkung rein ausserdem wird in diesem Bereich kein Hartgrund aufgetragen, damit das Holz Harz aufnimmt und härter wird.
3. Mit 10 mm liegst du in etwa richtig ist jedoch abhängig von der Dicke an der Scharnierlinie. Kann man sich mal kurz 1:1 aufzeichnen damit Dichtlippe später nicht ansteht.

Beim gesammten Aufbau kommts jedoch auch drauf an ob du so robust wie ich baust (176 gr vor der GFK Beschichtung/Lackierung) oder ob du ein fertig lackiertes GFK-beschichtetes HR mit 120 gr bauen willst. Macht in der Luft keinen Unterschied

Dann sieht der ganze Aufbau und Ablauf anders aus - auch bei den Materialien: Balsa statt Abachi, Elastic-Flap statt Silikon, keine CFK-Schläuche, etc etc.

Gruss Sigi

MMartin
01.02.2011, 19:09
Hallo Siggi,

Du machst das echt gut. Schön daß es Leute gibt, die ihre Erfahrung gerne mit Anderen teilen und auch weiter geben. Das bringt uns alle vorwärts.
Ich habe auch schon Flächen gebaut, werde auch noch welche bauen und einige Tips aus Deinem Bericht anwenden.;)

Gruß Michel

kneubi
02.02.2011, 07:00
... das freut mich doch...durfte und darf nach wie vor auch hier vom Forum viel profitieren und bin nach wie vor nicht lernressistent ;)

Gruss Sigi

kneubi
08.02.2011, 00:24
Holmkern: Bei mir besteht der Holmkern aus Rohacell. Dieser genauso wie die angrenzende Hülse müssen also genau zwischen die späteren Holmgurte passen ohne das der Holm absäuft oder mehr als die Beplankungsdicke des Holzes vorsteht.

Aus diesem Grund muss die Höhe des Kern möglichst genau passen. Ich stelle ca. alle 40 cm eine Berechnung an, um die Kernhöhe zu ermitteln. Ich rechne mit folgenden Vorgaben: 1 24K-Roving = 1,6 mm2, Dicke eines 3-K-CFK-Schlauch (oben u. unten) 0,8 - 1mm, Dicke eines 1-K-Schlauches = 0 (so fein, dass vernachlässigbar)

Beispiel: Direkt nach der Steckung hat mein "Kanal" eine Breite von 28mm, an dieser Stelle je 50 Rovinge unten und oben (100 Stck) + 2 3-K-Schläuche übereinander.

Also: 100*1,6/28 = 5,7mm Roving-/Gurtdicke + ca. 1,8mm für 2 3-K-Schläuche = Total 7,5mm
Bei mir ergaben sich Dicken der Rovinge/Schläuche von 7,5 (Wurzelrippe) bis 3,2 mm (Randbogen/Winglet)

Nun werden Balsaleisten welche locker in den Ausschnitt passen auf die ermittelten Werte (z.B. 7,5 mm) runtergeschliffen und in den Kanal gelegt.

Beim nächsten Schritt werden die Rohacell-Kerne auf die nötige Breite geschnitten. Achtung - Breite der 3-K-Schläuche berücksichtigen.

Die Segmente des Holmkern werden nun in den Ausschnitt auf die Balsaleisten gestellt und dann bis auf Flügeloberseite (bzw. Unterseite) runtergeschliffen.

Danach Segmente mit Hülse welche mit einem Sperrholzabschluss versehen wurde mit 5 Min-Epoxi zusammenkleben. Bei mir ist der Abschluss ganz aussen ein Stück Balsa mit einem Messingrohr zur Steckungsaufnahme des Winglets.

Gruss Sigi

StratosF3J
08.02.2011, 15:56
Hi Sigi,

wieder einmal klasse Bilder von Dir, wie nicht anders zu erwarten ;).

Verjüngt sich bei Dir dein Kanal von 28mm auf xxmm ?

Wieviel Rovings hast Du denn noch an der WR des Außenflügles/Winglet? Du sagst ja, du hast da noch eine Höhe von 3,2mm für Deinen Ober- und Untergurt. Laut meiner C.B. Liste reichen mir an dieser Stelle 4 Rovings 24k, oder 1x UD 290er Band. Da scheint es mir so, dass Du hier mehr spendierst? Stimmt dies? Meine Breite an dieser Stelle ist 20mm.

Gruß
Thomas

kneubi
08.02.2011, 18:01
Joo ich hab etwas mehr spendiert ;)

Folgende Masse: Holmbreite von 28 mm auf 8 mm runter. Sowie von 50 auf 10 Rovinge im Holm. Habe ausserdem noch ein UD-Roving-Band bereits auf das Biax-Gelege beim Beplanken gelegt welches nochmals 4 Rovingen entspricht. Also von 54 auf 14 runter. Sollte für meine Anforderungen knapp ausreichen :cool:

Gruss Sigi

goevier
08.02.2011, 19:34
Joo ich hab etwas mehr spendiert ;)

Folgende Masse: Holmbreite von 28 mm auf 8 mm runter. Sowie von 50 auf 10 Rovinge im Holm. Habe ausserdem noch ein UD-Roving-Band bereits auf das Biax-Gelege beim Beplanken gelegt welches nochmals 4 Rovingen entspricht. Also von 54 auf 14 runter. Sollte für meine Anforderungen knapp ausreichen :cool:

Gruss Sigi


Zu deinen Berechungen gibt es auch ein schönes Hilfsprogramm, von cbbaron
http://www.cb-roter-baron.de/ unter downloads


Die seitlichen Holmsstege muss du nur durch die Wanddicke des 3K Schlauchs ersetzen, dann rechnet sich das Programm schön die Holmhöhen je Abstandsmass.

Schöner Bericht, und vile Anregungen auch für mich bei meinem Cobra Aufbau.

Grüße



Uwe

kneubi
08.02.2011, 20:43
Danke Uwe

Seite von Christian Baron ist mir seit Jahren bestens bekannt. Benutze sie immer wieder zum Nachrechnen und kontrollieren. Zusammen mit den Erfahrungen meiner Kollegen und den meinen lässt sich recht genau abschätzen was ein Modell in Bezug auf Festigkeit und Statik hergibt.

Reicht ja vollkommen wenn die Geschichte mit dem Profil immer noch eine Lotterie ist und bei jedem Modell sich das Profil anderst auswirkt. Vor allem zusammen mit den Abweichungen die in der Positivbauweise unumgänglich sind.

Auch die LS 10 habe ich auf der CB-Site nachgerechnet: Die Auslegung (2 Berechnungen) entspricht:

A (Auftrieb) = 1, Abfangradius ca. 2m (unkontrolliertes Reissen an der Höhe;) ) bei 55 m/s

sowie

A = 0,3, Abfangradius ca. 6,5m (ist immer noch sehr heftig) bei 100 m/s

Lediglich die Stegbeschichtung (CFK-Schläuche) sind ge. CB-Berechnung massiv überdimensioniert

Ist mein zweites 1:3-Modell in dieser Konstellation und hat sicher wieder einen "grossen" Einsatzbereich :cool:

Weiterhin viel Erfolg bei deiner Cobra. Bin gespannt wie das Teil wird. Auf jeden Fall auch was das vorwärts geht und Dynamik pur ausstrahlt - vor allem wenn dann noch 15 - 17 kg schieben :D


Gruss Sigi

goevier
08.02.2011, 21:15
Hi Sigi,

war das mit dem Schieben und dem Gewicht ironisch gemeint?
Ich setz nämlich noch einen drauf. :D

Dies wird mein erstes 1:3 Eigenbauprojekt

Bisher habe ich mich nur an 1:4 Modelle gewagt,

604562

;);) die hatten dann aber auch 16kg und

da mußte ich mit den Ohren auch noch bremsen!:eek:

Zwinkernd..

Uwe

der vom schönsten Hobby der Welt dem Modellbauenund fliegen überzeugt ist.

Christian Baron
08.02.2011, 21:24
Siggi,
das ist ein schöner ausführlicher Bericht den du hier ablieferst. Ein paar Details sind auch seit Jahren auf meiner ASH25-Seite und zu finden die Du genau so auslegst und baust, aber die kennst du ja.

Uwe,
ich sehe an dem Bild, dass Du noch eine ältere Version des Excel-Programms verwendest. Lade besser immer die letzte Version von meiner Download-Seite (weniger Fehler und erweitert).

kneubi
08.02.2011, 21:29
Hi Uwe

Nicht ironisch - sondern einfach g... !

Claro dass die Masse auch wieder gebremst/gelandet werden will. Und bei der Cobra hastst du mit 6 Klappen ja genügend Fläche zum bremsen.

Ich bin ein Fan von Modellen mit einer "gescheiten" Masse/Flächenbelastung. Mein letzter Leichtbau-Grosssegler hat darum auch ein KTW bekommen. Jetzt fliegt auch dieses Teil anständig ;)

Gruss Sigi

kneubi
08.02.2011, 21:46
Hallo Christian

Ja klar, hab auch bei dir einiges abgeschaut. Ich klau mir Ideen zusammen wo ich nur kann ;)
Bin nach wie vor so was von gespannt wie sich das SA-7026 anstellt. Brauch dann noch ein paar Tips/Infos zum Schwerpunkt und den Klappenausschlägen. ... doch das dauert sicher noch ein paar Monate bis diese Thematik relevant wird.

Gruss Sigi

...wie gehts mit deinem "Mösel" voran? Hast du schon bald wieder ein paar Bilder auf deiner HP?

kneubi
08.02.2011, 22:21
Habe bereits mal die CFK-Schläuche über den Kern geschoben. Zuerst den äusseren (1-K-Schlauch) und hab prompt wieder vergessen zuerst den Kern in diesem Bereich mit Malerkrep "einzupacken"
1-K-Schläuche sind so fein, dass sie sich am porösen Kern immer wieder verhedern. Liegt nun leider nicht so schön gleichmässig überall an. Schlauch wurde innen mit Klebeband gegen Verrutschen gesichert.
Problemlos ging dann der grosse 3-K-Schlauch. Hier darauf achten dass der Schlauch immer genug aufgefächert ist und immer wie auf dem Bild ohne Druck vorwärts "massiert" wird sodass er wie von selbst über den Kern "kriecht". Beim leichtesten Einhängen ohne Druck minim wieder zurück massieren sodass sich der Schlauch wieder lösen kann. Erst wenn Schlauch positioniert ist, zurückmassieren, dass er eng anliegt. Ein Job der Ruhe und Zeit braucht.
Der zweite Schlauch wird erst nach dem Harzen, wiederum trocken über den ersten geschoben. Gem. Berechnungstool von CB benötigt es jedoch so gut wie nie einen zweiten Schlauch. Dicke eines 3-K reicht in der Regel.

Holm wurde "zum Probeliegen" trocken in den Flügel eingelegt.

Gruss Sigi

StratosF3J
09.02.2011, 08:07
Hi Sigi,

sehe ich es richtig, dass Du die Schläuche wie im Bild dargestellt zusammen stellst, oder ist der 1k/3K Schlauch durchgehend?

604657

Gruß
Thomas

kneubi
09.02.2011, 09:16
Siehst du richtig. Zeichnung stimmt. Ueberlappung 2 bis 3 cm. Die Masse sind bei mir einfach etwas anders. 1m 2x 3K dann 1m 1x 3K, restliche ca. 70 cm 1x 1K.

Bei der Auslegung deiner DG 1000 dürfte jedoch ein 3 K reichen. Wenn man ganz sauber baut reicht sogar in den meisten Fällen gem. Berechnung CB ein 1K (Stegdicke 0,1mm) Habe ich auch schon gemacht um Gewicht zu sparen. Hält bis heute ;-)


Gruss Sigi

Torque
09.02.2011, 12:46
Hallo,

ich bin auch gerade am Vogel planen und habe da ne Frage, welche hier vielleicht passt.
Vielleicht könnt Ihr darauf mal eingehen?
Bei meinem Ruder will ich die Variante mit dem Kohleschlauch als Ruderverkastung machen.

604738
grün: CFK 45°
blau: Abreissgewebe
orange: Abachi

Nun die Frage:
Du machst das mit Silikonscharnier. Lackierst du die Flächen?
Ich möchte meine mit Folie bespannen.Will aber aus optischen Gründen die Ruder
in einem Durchgängig mit an die Fläche anbügeln. Kann ich dann auch, hier blau dargestellt
ein Abreissgewebe einfügen, anritzen, drüberbügeln oder muss ich das Ruder komplett austrennen und dann mit Silicone anscharnieren und dann bebügeln?
Ich hoffe Ihr wisst was ich meine.

Grüße Kai

kneubi
09.02.2011, 13:16
Hallo Kai

Meine Flächen werden mit GFK beschichtet und lackiert.

Elastic-Flaps funktioniert nur wenn du zwei CFK Schläuche nimmst, einen im Flügel und einen kompletten im Ruder. Dazwischen hast du nur Holz und das Gewebe welches du als Scharnier benutzt. Mit einem Schlauch gehts nicht - die Kohle des CFK-Schlauches unter dem Holz verunmöglicht dir das "Brechen" des angeritzten Scharnieres. Wenn du so aufbauen willst, wie du das aufgezeichnet hast (egal ob mit Folien- oder GFK-Finish) sind Elastic-Flaps nicht möglich. Beste Variante ist sicher das Silikonscharnier.

Gruss Siigi

Torque
09.02.2011, 13:47
Hallo,

danke dir für die schnelle Anwort.
Das würde heißen, wenn ich das so baue wie abgebildet,
604746
dann trenne ich das Ruder komplett raus.
Die Lage Abreißgewebe entfällt dann.
DannScharniere das Ruder mit Silikon an.
Kann man das dann auch überbügeln?

Grüße Kai

kneubi
09.02.2011, 14:03
Jo das kann man.

Kann aber auch erst alles Bebügeln und dann das Silikonscharnier montieren. Funktioniert beides. Die zweite Variante sieht einfach etwas "gepflegter" aus, da bei Ausschlägen nach oben immer eine kleine Falte entsteht. Habe Silikon schon direkt auf Folie montiert (Swisstainer) hält seit nun bald zehn Jahren.

gruss Sigi

Torque
09.02.2011, 14:30
Hallo,

Danke dir!
Dann werd ich es so machen. Raustrennen, anbügeln, Silikonieren.

Grüße Kai

roman enzler
10.02.2011, 19:41
Hallo Sigi

Ich hätte einige Fragen an dich. Zum Flächenverbinder. Bei der Herstellung, bzw. beim Einlegen der Rovings, sieht man auf deinen Bildern stehend kleine Holzleisten. Für welchen Hilfszwecks benötigst du diese?
Weiter hast du geschrieben, dass du im Verbinder einen Balsakern mit einem C Schlauch einbaust. Mache ich auch so. Ist der Verbinder in deiner Billderdokumentation nicht für die LS bestimmt? Ich kann da den Balsakern nicht erkennen. Sehe ich das richtig?
Gehe ich recht in der Annahme, dass du dein neues Projekt auf eine Geschwindigkeit von 55 m/s ausgelegt hast? Du gibst eine gewünschte Flächenbelastung von 100 g/dm2 an. Mit welchem Abfluggewicht rechnest du?

Danke und Gruss vom Zürichsee
Roman

kneubi
10.02.2011, 20:09
Hallo Roman

Doch dies sind alles Bilder von der LS 10. Auch der Flächenverbinder. Die stehenden Holzleistchen sind eben grad dafür da, dass sich die Balsaleisten mit CFK-Schlauch drum nicht verschieben, wenn man auf der Gegenseite Rovinge runterschiebt. Sieht man halt schlecht so schwarz auf schwarz ;-)

Ich hab zwei Berechnungen hier reingestellt:
1. 55m/s - Auftrieb 1.0 (ruckartiges Reissen an der Höhe bei stattlicher Geschwindigkeit))
2. 100m/s - Auftrieb 0,3 (zügiges Ziehen am HR bei Topspeed)

In Wirklichkeit sind es etliche mehr. Ich spiele immer ein wenig mit dem Tool um so ein besseres Gefühl für den Aufbau zubekommen. Die Daten die das Tool ausspuckt sowie die Erfahrungen der bereits gebauten Modelle geben recht gute Rückschlüsse.

Ich rechne mit einem Gewicht von 12 bis 14 kg. Hab den Rumpf noch nicht erhalten drum ist die Bandbreite noch recht gross.

Gruess Sigi

roman enzler
10.02.2011, 20:52
Danke Sigi jetzt verstehe ich es. Noch eine Frage. Beim Tränken deines Rovings läuft dieser lediglich durch die Spritze und unten durch einen Schlauch der vermutlich überschüssiges Harz zurück hält? Sehr einfach und ansprechend.
Aber hat dabei dein Roving lediglich durch das Eintauchen in die Spritze und das wieder Verlassen den Kontakt mit dem Harz? Wird der Roving auf diese Weise genügend getränkt bzw. einmassiert? Funktioniert dies auch bei einem C60 Roving( Durchmessen 2.5 mm) Bei sämtlichen Tränkvorrichtungen die ich kenne läuft der Rovin über mindestens 2 bis 5 Rollen, wodurch das Harz nach meinem Dafürhalten durch den Druck über die Rollen einmassiert wird und dadurch mit mehr Sicherheit zu den einzelnen Faserfilamenten gelangt. Oder täusche ich mich?
Roman

kneubi
10.02.2011, 21:54
Hallo Roman

Die Rovingtränke à la Beat Brändli hat sich seit vielen Jahren bewährt. Weder bei Beat noch bei mir gab es jemals ein Problem eines schlecht getränkten Rovings. Bis heute habe wir nicht eine trockene Stelle gefunden oder das etwas nicht gehalten hätte - wir habe das eine oder andere auf anderem Wege kaputt gekriegt. ;)

Richtig - der Roving wird nur durch die Strecke die er im Schlauch bis zur Klemmbride durchläuft getränkt.

Auch bei Durchmesser von 2,5mm sollte das System funktionieren. Kann mir jedoch nicht vorstellen dass es dazu die passende Spritze mit dem notwendigen Durchmesser gibt.

Da ich schon öfters betr. der Tränke angefragt wurde hier ein paar detailierte Infos:

Material:

-Rovinge auf Rolle - Rolle stehend - waagrecht läuft das Zeug durch den Schwung einfach immer zu weit.
-Umlenkrolle
-Grosse Med.-Spritze 60 ml. Diese haben eine spezielle Spitze: Innenrohr darüber ein Aussenrohr mit einem Innengewinde (So kann von unten ein Schlauch eingedreht werden)
An Spritzen-Zylinder wird oben auf der Innenseite die Verengung weggeschliffen (verursacht das bekannte "Plopp"-Geräusch beim herausziehen des Kolbens) Ist notwendig zur mehrmaligen Verwendung der Spritze
- Gummi- oder Silikonschlauch, z.B. aus dem Mopedbereich
- Klemmbriede um Schlauch zu quetschen und Durchlauf fein zu justieren
- Wandhalterung

Handling:

-Roving einfädeln - 0,5 - 0,8 mm dicker Draht einmal "gefaltet" und von unten durch den Schlauch eingeführt bewahrt einem vor endlosem Fummeln ;)
- Klemme so einstellen, dass man ein feines leichtes Kratzen/Scheuern des Rovings spührt
- Harz von oben einfüllen
- fertig - los gehts!

- nach vollendeter Arbeit darauf achten, dass einige mm Harz in der Spritze verbleiben
- alles stehen und aushärten lassen
- Schlauch unten bündig abschneiden
- Spritze etwas biegen und verwinden, sodass sich das gehärtete Harz löst.
- Reste am Roving raus reissen (funktioniert sofern Zylinder bearbeitet wurde/ siehe oben)

Hier ein paar Bilder

roman enzler
11.02.2011, 09:47
Guten Morgen Sigi
Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung. Werde mir mal das so Herstellen und schauen was raus kommt. Alles Gute und Gruss
Roman

kneubi
12.02.2011, 00:26
Dies ist eine Arbeit die man sinnvoller Weise zu zweit macht.

Zur Vorbereitung gehört, dass man genau ausmisst wie weit später der eingesetzte Flächenverbinder aus dem Flügel raus ragt. Mit dem überzogenen CFK-Schlauch hat man sonst beim Einsetzen keine Referenz mehr.

Zuerst werden mittels Rovingtränke der untere Holmgurt erstellt.
Es wird mit den längsten Rovingen begonnen welche in den trockenen, staubfreien Flügel eingelegt werden. Stecknadel bei der entspr. Zahl hilft sich immer zurecht zu finden. Ca. alle 5 bis 7 Rovinge werden diese mit einem flachen Hölzchen glatt gestrichen.

Darauf wird der Holmkern mit dem übergezogenen CFK-Schlauch und eingesetztem, eingewachsten Flächenverbinder eingeharzt. Von Hand (Latexhandschuhe) wird der CFK-Schlauch von der Hülse her glatt gestrichen. Beim mir wurde nun der zweite CFK-Schlauch über den ersten Meter geschoben und ebenfalls eingeharzt. Obwohl überflüssig (vor allem das gelbe Zeugs) hab ich am Hülsenanfang noch einen CFK- und einen Kevlarroving um Hülse und Schlauch gewickelt.(Zur Beruhigung meines Gewissens und weil ich es bei den Havy duty-Flügel immer so gemacht habe :rolleyes:

Danach wird der Holmkern mit Hülse und Verbinder in den Flügel eingeführt. Genau ausmessen dass der Verbinder genau nach gemessener Vorgabe (s. oben) aus dem Flügel rausragt. Zum Einführen allenfalls Flügel in Längsrichtung etwas aufbiegen. Holmkern gut runterdrücken.

Danach zweiter Holmgurt analog dem ersten einlegen und immer schön glattstreichen. Kanal sollte gut gefüllt sein. Besser Holm steht leicht vor – es können ja bis 0,9mm (Abachidicke) später am Holz beigeschliffen werden. Auf jedem Fall besser als einen „abgesoffenen“ Holm aufspachteln. Bei mir passte es diesmal absolut perfekt!
Dennoch Holm nicht zu stark überfüllen. Besser im Notfall unten (beim Einbau oben) einige Rovinge weglassen, da die Hauptbelastung auf dem Obergurt liegt ausser man fliegt vorwiegend negative Loops ;-)

Die feinsten Unebenheiten und Rillen mit etwas Tyxotropiermittel/Baumwollflocken spachteln (benötigte keine 5 gr)
Klebeband entfernen. Abreissgewebe auflegen. Mit Plexiglasstreifen (Dicke 0,5 mm gibt’s im Baumarkt von der Rolle) abdecken. Kontrollieren das Flügel präzise in der Negativschale liegt! Holm ganzflächig beschweren. Allenfalls auch Flügelränder beschweren sofern diese vom Tisch abstehen.

Flächenverbinder rechtwinklig arretieren.


Ergänzung auf Wunsch des Verfassers:


Wichtig: Für eine gute Kopplung zwischen Holmgurte und CFK-Schlauch vor dem nächsten Bauabschnitt jeweils "neues" Harz mit wenig Baumwollflocken (kein Microballon) auf die letzte Lage aufpinseln. Die drei Lagen jeweils gut anpressen.


Hier die Bilder:

roman enzler
12.02.2011, 08:43
Hallo Sigi
Kannst du mir noch sagen, ist diese grosse Med.- Spritze von R&G Art. Nr. 330.1962?
Gruss Roman

kneubi
12.02.2011, 09:08
Hallo Roman

Glaub nicht dass das Teil identisch ist. Hab meine aus der Apotheke. Musste jedoch bestellt werden.

Kollege dessen Freundin im Spital arbeitet meint dass dieses Teil mit der doppelten Spitze und dem Innengewinde vor allem in Spitäler benötigt wird.

Gruess Sigi

roman enzler
12.02.2011, 11:58
Hallo Sigi
Damit beim Leser keine Verunsicherung entsteht
Du schreibst : Danach zweiter Holmgurt analog dem ersten einlegen ....
Schreibfehler können nun mal passieren und darum müsste es heissen:
"bei diesem Gurt beginnen wir jedoch mit dem KUERZESTEN Rovin"

Gruss Roman

kneubi
12.02.2011, 20:12
Hallo Roman

Ich beginne bei beiden Gurten aussen. Es ist jedoch nicht relevant wo man beginnt. Am Schluss ist die ganze Holmgurte ein gleichmässiger "Keil". Egal welche Rovinge zuerst eingelegt wurden. Ich beginne aussen da ich dann besser mogeln könnte ;) Auf die Flächenbiegung hat es keinen Einfluss wenn ich am Schluss im Hülsenbereich noch ein paar zusätzliche Rovinge einlege zum Auffüllen oder gar einige wenige Rovinge weglasse. Habe ich innen begonnen wirds doch komplizierter.

Rovingtränke: Die Sache mit dem Spritze mit dem Innengewinde hat offensichtlich auch noch Fragen aufgeworfen. Leider hat meine Spritze ausser der Marke "Omnifix" keine Bezeichnung.

Hier das massgebende Detail:

Torque
12.02.2011, 20:28
Hallo,

noch ne Frage zum Aufbau:

Du Verklebst ja erst die Oberbeplankung mit dem Kern und baust von unten den Holm ein. Quasi auf dem Rücken.
Wenn ich eine Störklappe verbauen möchte, Wie gehe ich dann vor? Baut man diese erst nachträglich ein wenn alles dicht ist oder baut man den Flügel "richtig" herum auf (Unterschale mit Kern verkleben, Holm rein, Klappe einbauen Oberbeplankung drauf)
Wäre super wenn Ihr mir hier einen Tipp dazu geben könntet.

Grüße Kai

P.S. Weiter so! Da sieht man alle Details worauf es ankommt!!! Super!

hochri
12.02.2011, 21:07
Hallo,

das ist eine sogenannte Perfusorspritze.
Wird in einen Antrieb eingespannt und ermöglicht somit eine volumenkontrollierte Dauerinfusion.
Hersteller ist u a die Firma Braun.
Das Teil ist als Massenware in jedem OP und auf jeder Intensivstation zu finden. Die sollte dir eigentlich jeder der in einem Krankenhaus arbeitet besorgen können. Wenn du keine Bekannten in diesem Bereich hast melde dich mal bei mir.

Hier das Teil in der "Motorspritze" eingespannt.

lg
Christian

kneubi
12.02.2011, 22:26
Danke Christian

Hallo Kai - Störklappen? Alles was stört lass ich weg ;) Hab noch nie Störklappen verbaut. Vielleicht kann da jemand anders weiterhelfen.

Gruss Sigi

Milan
13.02.2011, 09:19
Hallo Kai.

Ich finde Störklappen im Flügel eher weniger störend und hoffe das es nicht störend ist wenn ich zwei Bilder zum Störklappeneinbau hier einstelle.
Das Gefrickel mit dem Einbau vor dem Verpressen tu ich mir nicht (mehr) an. Die STK lassen sich sehr einfach in den bereits beplankten Flügel einbauen.


606304

Die Balsaleisten sind vorab mit der STK verklebt - somit muss ich kein sinnfreies T-Profil in das Styropor fäsen und ganz nebenbei wird das zarte Metall der Klappe in seiner Form stabilisiert.
Mit etwas PU (weil es aufschäumt) wird die ganze Einheit in den Schacht eingelassen - und zwar bis knapp unterhalb der Beplankung. Anschliessend werden Balsa,- oder Abachistreifen von oben auf die Klappe geklebt und der Überstand entsprechend dem Profilverlauf mit einer langen Schleiflatte "beigeschliffen".
Ein Bild davon kann ich jetzt noch nicht liefern - ich muß die STK erst noch einbauen.

LG

Harry

roman enzler
13.02.2011, 09:25
Sigi danke für das informative Telefongespräch und die nachträglichen Bilder. Jetzt ist alles klar und ich mache mich an die Arbeit.
schönen Sonntag und Gruss
Roman

Torque
13.02.2011, 11:33
Hallo Harry!

Super, ich danke dir für die Bilder und die Beschreibung. Ich habe erst überlegt die Klappen mit zu verpressen wenn ich die Fläche zu mache. Aber da war der gedanke, das evtl das Harz die Klappe verklebt.
Ich werde sie dann wahrscheinlich so einbauen wie du beschrieben hast.

Grüße Kai

kneubi
20.02.2011, 14:19
Verlauf des Kabalkanals aufzeichnen
Mit Oberfräse und einem 2,5 mm Bohrer einer Aluschiene entlang einen ersten Schlitz einfräsen.
Je nach Anzahl der durchzuziehenden Kabeln innen mit einer zylindrischen Schleifscheibe (oder wie auch immer das Ding heisst) oder weiter aussen mit einem kugelförmigen Korrundstein Vorgang wiederholen

Kanal bleibt offen. Verschliessen mit Balsa- Depron oder Styrostreifen ist nur notwendig wenn Fläche auf dem Rücken ohne untere Negativschale vakuumiert wird und/oder unter dem Abachi kein Gewebe eingelegt wird (Leichtbau) dann wird der Flügel im Bereich des Kanals sehr druckempfindlich.

kneubi
20.02.2011, 15:07
Erst werden bei mir die hinteren 5 mm der Endleiste abgetrennt und mit der langen Schleiflatte gerade geschliffen.
Dann werden Ruder vom Plan auf den Flügel bzw. auf das aufgeklebte Malerkrep übertragen und aufgezeichnet. Meine Ruder haben eine Tiefe zwischen 23 und 25%. Bei der Ruderverkastung ist darauf zu achten und gut zu überlegen welches Ruder soll später welche Ausschläge machen (z.B Butterfly) und wieviel Platz benötigt die Dichtlippe.
Als nächstes werden analog dem Höhenruder wieder die "Eckpunkte" jedes Rudrs senkrecht mit einem 1,5mm Bohrer durchbohrt. Ausserdem werden in der Endleiste ca. 5mm eingesägt. Alles Hilfsmittel um sich später auf dem Flügel besser zurecht zu finden.
Als nächster Schritt wird analog dem Hauptholm der Styro der Ruderverkastung herausgetrennt. Unterschied hier muss es nicht zwingend genau senkrecht geschnitten werden. Hilfsmittel (Wasserwaage und Aluschiene) benutzte ich nur im inneren Bereich dort wo der Flügel dicker ist. Im äusseren Bereich vertraue ich meinem Augenmass. Hingegen muss hier alles Styro möglichst am Stück herausgehebelt werden. So gut es wenigstens geht. Hier wieder mal ein Hilfmittel meines Kollegen Beat in Form eines spitz zugeschliffenen Maurerwerkzeuges.
Der Styrokern wird mit Malerkrep bestmöglich eingepackt und mit Trennmittel eingewachst. Dann kommt ein 1k-CFK-Schläuchlein drüber. Einmal mehr hat der SC-1062 von EMC-Vega perfekt über die gesammte Spannweite und für die doch sehr unterschiedlichen Durchmesser gepasst.

Eingeharzt und eingefügt wird das Ganze erst dann wenn die Unterseite vakuumiert wird.

Uebrigens die Verkastung ziehe ich immer bis zur Wurzelrippe durch. Hilft später bei der Positionierung der Torsionsstifte.

Weiter gehts dann mit dem Einsetzten der RDS-Taschen bevor dann unten der "Deckel" drauf kommt. Ausserdem habe ich diese Woche den Rumpf erhalten. Ein Sahnestück was Festigkeit, sinnvollen Verstärkungen und Optik angeht.

Hier die Fotos

Gruss Sigi

Christian Volkmar
20.02.2011, 17:41
Hallo Sigi,

saubere Arbeit, toller Bericht - weitermachen.

kneubi
26.02.2011, 12:36
Als nächstes ...Mitte März nach meinem Urlaub :D :D stehen Einbau der RDS-Taschen an und dann das vakuumieren der Unterseite.

Gleichzeitig gehts dann los mit Rumpf und Fahrwerk.

Beide Teile habe ich bereits. Der Rumpf wohl das Beste was ich bis heute auf Bestellung erhalten habe. Robust. Wunderschöne Oberfläche, sinnvolle Verstärkungen. Auch innen sehr schön gearbeitet. Gute, sinnvolle Details.

...und zum Fahrwek muss ich glaub ich nichts sagen :D

Sind das schöne Teile ? ? ;)

MMartin
26.02.2011, 16:03
Hallo Sigi,

von welchem Hersteller ist das Fahrwerk und der Rumpf?

Gruß Michael

kneubi
26.02.2011, 16:48
Hi Michael

Rumpf ist von Möller. Nicht nur von bester Qualität sondern auch pünktlich auf den Tag geliefert, was in der Branche bald Seltenheit hat.

Die Fahrwerke benutzen wir schon seit vielen Jahren efolgreich. Hat einmal unser ehemaliger Vereinspräsi erschaffen.

Wurden nun neu überarbeitet und nochmals verbessert und kommen nun durch unser Vereinsmitglied Carlo Fornasier offiziell auf den Markt. Werden dann auch in Deutschland vertrieben.

Gruss Sigi

Solo-Fox
26.02.2011, 21:11
http://www.wemo-composite.de/

Da findet man die Fahrwerke in 1:3 und 1:2,4

@ Sigi

Saubere Arbeit !!!

kneubi
15.03.2011, 23:09
Nach meinen Ferien gehts jetzt weiter mit dem Einbau der RDS-Taschen.

Habe RDS bis jetzt erst in meinem Moswey in den QR eingesetzt. Oldie mit moderner Technik :cool: Bei Styro-Abachiflügeln habe ich noch keinerlei Erfahrung.

Kollege baut die Taschen immer erst nach dem heraustrennen der Ruder ein. Ich baue diese nun im voraus ein. Habe diese mit Baumwollflocken und Thixotropiermittel eingesetzt.

Mal schauen obs klappt und passt.

Hier die Bilder:

Gruss Sigi

kneubi
29.03.2011, 22:42
Bevor der Arbeitsgang Nasen- Endleiste und Unterseite vakumieren nass-in-nass erstellt werden kann muss natürlich wieder Abachi zugeschnitten werden. Hiernoch diesmal die Fotos die beim Beschrieb #16 fehlten

Gruss Sigi

kneubi
05.04.2011, 22:45
Heute abend wurde eine Flügelunterseite vorbereitet zum vakuumieren. Dieser Schritt wird voraussichtlich nächste Woche vollzogen.

Wo notwendig wurde erst die teilweise zu weit hochstehende Oberbeplankung zurückgeschliffen

Da ich das Gelege an der Nasenleiste nicht drum heum ziehe, musste zum Erstellen der CFK-/Baumwollflocken-Nasenleiste mit einer stumpfen Klinge und einer Nadelfeile der Styro entfernt werden.

An der Endleiste wurde ebenfalls Styro entfernt. Hier kam ein spezieller Schleifklotz zum Einsatz. Hier wird dann ebenfalls eine Mumpe-Raupe eingelegt. Diese ist jedoch winzig. Ein Räupchen von 2 mm ist meist schon zuviel. Dies ergibt ein sehr feste Endleiste und eine sehr sichere Verklebung der Unter- und Oberschale.

Im Weiteren wurden analog der Oberseite die Gelegelagen zugeschnitten.

Gruss Sigi

kneubi
06.05.2011, 00:14
Nach einer längeren arbeitsbedingten Pause gings heute wieder mal einen Schritt weiter.

Flächenunterseite war vorbereitet fürs vakuumieren. Heute kam der Arbeitsabschnitt welcher den längsten Einsatz am Stück beinhaltet. Patrick und ich waren gute 2 Stunden dran bis wir den Flügel im Sack versenken konnten. So haben wir's gemacht:

- Ruderverkastung einsetzen - Kern mit CFK-Schlauch einharzen. Flügel aus der Negativschale nehmen und an der Endleiste runterdrücken. So flutscht da Ganze ganz einfach und ohne Gewürge an seinen Platz. Zum Schluss das Ganze noch schön flach massieren

- Flügel in Negativschale genau ausrichten und fixieren dazu in Negativschale mehrere Pads aus Teppichklebeband einsetzten. Flügel genau ausrichten und andrücken

- Endleistenverstärkung - Im Bereich der Endleiste, die vorgängig ca. 5mm vom Styro befreit worden war, eine hauchfdünne Baumwollflocken-Raupe aufbringen. Dazu Mumpe in feine Plastiktüte einbringen und eine feine Ecke abschneiden. Funktioniert wie der Dressiersack des Konditors. Gibt eine sehr feste, gut verklebte Endleiste.

- Nasenleiste - Auch hier wurde mit der Tüte Mumpe eingefüllt. Hier benutzte ich ein Gemisch aus CFK-, Glasflocken und wenig Tixotrophiermittel. Das die Konsistenz heute nicht ganz gepasst hat, gabs doch ein bisschen ein Gesaber und es musste mit dem Spachtel etwas nachgeholfen werden

- Abachi mit Gelege aufbringen. Analog der Flächenoberseite wurden die verschiedenen Gelegelagen und die Glasflies-Endleistenverstärkung auf dem versiegelten Furnier aufgelegt und getränkt. Danach wurde das Holz mit Gelege auf dem Flügel positioniert. Massgebend als Referenz war wiederum die Endleiste mit dem entsprechenden Anschlag. Mit Klebeband sichern.

- Vakuumieren - Im Gegensatz zur Flügeloberseite welche ohne "obere" Negativschale vakuumiert wurde - gibt bessere Verklebung des Nasenradius - wurde nun die Unterseite mit beiden Negativschalen, also dem gesamten Paket vakumiert. Ansonst würden alle Inserts (Kabelkanal, Ruderverkastungen etc.) sich zu stark abzeichnen.

Hier ein paar Bilder:

Beste Grüsse
Sigi

Frank Thorn
13.06.2011, 10:19
Hallo Siggi,
Ich habe mich von Deinen tollen Beiträgen anstecken lassen und bin dabei ein eigenes Projekt umzusetzen. Ich baue eine ASW 20 in 1:4 in f3b orientierter Auslegung.
Deine Bauschritte sind super nachvollziehbar. Bei mir ist nur eine Frage offen geblieben. Welchen Sinn macht das faserverstärkte Klebeband? Ist Paketband nicht ausreichend?

Machst Du mit Deinem Bericht hier weiter? Wäre schön zu sehen, wie es weiter geht.

Gruß
Frank

kneubi
13.06.2011, 11:11
Hallo Frank

Paketband mit glatt/glänzender Oberfläche ist genauso gut.

Ich benutzte das Glasfaserband weil die Kerne auf dem Plan (Referenz ist wieder Endleiste) zusammengeklebt werden. Und es kann mal vorkommen, dass ein Styrosegment nicht ganz winklig ist. Mit dem zähen, dicken Glasfeserband kann man etwas besser mogeln. Eine Lage in Flugrichtung sowie weine Lage an der End- oder Nasenleiste ist doch recht zäh und hält das Ganze auch bei einer kleinen Spalte super in Form.

Mein Baubericht wird hoffentlich in ca. zwei Wochen weitergehen. Hatte nebst geschäftlichen hohen Präsenzzeiten auch bei der LS 10 viel Kopfarbeit. Das RDS-Gerödel ist noch neu für mich und will gut überlegt sein. Zur Zeit suche in nach dem besten Weg wie ich die Servokästen mit der perfekten Neigung zur "Abtriebsache" raustrenne.

Ausserdem gehts in einer Woche endlich wieder ins Hahnenmoos. Bis dahin habe ich noch einige erwartete und aber auch nicht geplante "Revisionsarbeiten" :rolleyes: vor mir.

Ausserdem erwarten mein Bruder und ein weiterer Kollege seit Wochen ihre beiden Stingrays. Sollten diese noch eintreffen wirds allenfalls sowieso noch die eine oder andere Nachtschicht geben.

Gruss Sigi

Frank Thorn
15.06.2011, 17:48
Danke Sigi,

bei der Durchsicht Deiner Bilder ist mir jetzt aufgefallen, dass Du die 5mm hinten am Profil bereits abschneidest, bevor die Unterseite beplankt wird. Was ist der Sinn dieser Abfolge?

Ich mache Überkreuzanlenkungen mit Abstützlager. RDS hat für mich noch zu viele Unbekannte in so einem Modell.

Gruß
Frank

kneubi
15.06.2011, 21:32
Hallo Frank

Die "erste" Beplankung wird auf die effektive Länge zurückgeschnitten, damit die "zweite" Beplankung den vorgegebenen spitzen Winkel der Endleiste einnehmen kann und nicht völlig flach gepresst parallell auf der "ersten" Beplankung aufgepresst wird. So bekommt auch die Mumperaupe in den letzten 5mm ein leichte Keilform und unterstützt so die Konstruktion. Dies ist nur möglich wenn die "zweite" Beplankung genügend Platz nach unten bekommt - dort wo vorher die letzten 5mm der "ersten" Beplankung waren.

Hmm?? Verständlich ??? :rolleyes:

Gruss Sigi

Frank Thorn
15.06.2011, 22:13
Genial...
Wie viele Flächen muss man bauen, um solche Details zu beachten? Leider geht das bei meinen Kernen nicht, da sie mit konstantem Abbrand geschnitten sind.

Viel Spaß auf dem Hamo...
Frank

kneubi
15.06.2011, 23:25
Hi Frank


Wie viele Flächen muss man bauen, um solche Details zu beachten?

Nicht die Anzahl der gebauten Flächen machts aus, sondern die Anzahl der zusammengeklauten Ideen :D:D ... und die Bereitschaft immer mal was Neues auszuprobieren.
Hab zu meinem Glück ein Umfeld von sehr versierten und kreativen Modellbauern.

...freu mich jetzt schon auf Sonntag ... dieser Thread macht mich die ganz Woche schon "gluschtig"
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/269987-Livebericht-von-der-Alpinflugwoche-2011-am-Hahnenmoospass

Gruss Sigi

StratosF3J
16.06.2011, 09:31
Hi Sigi,

hast du evt. zum Thema Endleiste noch ein Detailbild. Insbesondere, wie die Negativschalen dazu aussehen müssen. Frage mich gerade, ob ich dies bei meinen Flächen auch so machen kann?

Du nimmst also von der Oberseitenschale den Zuschlag weg und legst dann die Unterschale mit dem zuschlag wieder drauf. Siehe meine kleine Skizze. Oder sehe ich das falsch?
658487

Vielen Dank für diesen weiteren Tipp ;).

Gruß
Thomas

kneubi
16.06.2011, 19:02
Hi Thomas

Skizze stimmt in etwa. Kann man so machen. System passt.
Ich vakumiere bei der Unterseite meist das ganze auf dem Kopf und benutze jedoch immer beide Negativschalen. Die Oberseite (Positiv) und deren Negativschale wird mit 2 bis 3 Streifen Teppichverlegeband gegen verrutschen gesichert. Dann müssen nur noch das "neue" Abachi mit Gelege obenaufgelegt werden (lässt sich feiner und präzise auflegen, da alle Verkastungen, Endleiste, Nasenleiste "nass" sind - dann Negativ-Unterschale drauf, Endkanten der Schalen und Abachiendleiste ausrichten, und ab in den Sack.

Gruss Sigi

kneubi
26.07.2011, 00:28
So nach längerer Pause gehts nun wieder weiter mit meiner LS 10:

Nachdem die Unterseite vakuumiert war wurde Nasen- und Endleiste grob geschliffen. An der Endleiste wurden wieder die letzten 5mm weggeschliffen.

Wiederum wurden die Scharnier-Eckpunkte mit 1,5mm durchbohrt und die Endleiste mit der Laubsäge an den Rudertrennungen ca. 5 mm eingesägt. So findet man sich später besser zurecht.

Aufgrund dieser Anhaltspunkte wurde nach einiger Rechnerei die Scharnierlinie und die Servokästen für die RDS-Anlenkungen eingezeichnet. Bei 5 Servos wurde es mir irgendwann zu bunt und ich entschied mich kurzerhand überall die gleichen Servos einzubauen. In diesem Fall 10mm MKS oder 3150 - bin mir da noch nicht ganz sicher was ich einsetzen werde. Dazu werden ausserdem Servorahmen von RC-Solutions benutzt.

Bei mir werden die Servokästen immer vor dem Schleifen des Flügels eingebaut. Dies hat folgenden Grund: Werden die Kästen im Nachhinein ausgenommen, zeichnen sich diese in Regel auf der Oberseite durch einfallen oder ausbeulen ab. Bei mir werden die Kästen gut mit der Unterseite verbunden, dennoch zeichnet sich dies trotzdem häufig auf der Oberseite ab. Vor allem ganz aussen, dort wo man in der Regel in Folge Platzmangel allen Styro entfernen muss. Also erst Servokästen einbauen, gut aushärten lassen und erst dann die Fläche schleifen. So kann man die "Servobeulen" danach rausschleifen und hat in der Regel auch nach Jahren keine Wellen in der Oberfläche.

So hab ichs gemacht:

Servokäsen aufzeichnen, mit Trennscheibe Beplankung entfernen, mittels Keilen passende Neigung festlegen, damit mit Oberfräse Fläche passend zum RDS-Abtrieb Styro rausgefräst werden konnte - ich weiss nicht ob ich mir das ganze RDS-Gerödel noch ein zweites Mal antuen würde :rolleyes:, Styro rausfräsen, unter der Kante der unteren Beplankung mit einem kleinen Korundstein eine feine Nut rausfräsen, Nut mit Mumpe füllen (gibt Verbindung des Servokasten zur unteren Beplankung, CFK-Gewebe U-förmig einlegen und laminieren. Ich benötigte für 5 Servokästen 14 gr. Harz (Mumpe+Gewebe)

Und hier die Bilder:

Gruss Sigi

baidelhuber
26.07.2011, 12:14
Hallo Sigi!

Einfach klasse dein Baubericht! Freu mich jedesmal wenn du was neues einstellst. Bin gerade am Servoeinbau in nem Höhenleitwerk und da kam diese Aktualisierung wie gerufen!
Bitte immer schön auf dem Laufenden halten! :)

Grüße,
Micha

Northwoodhornets
19.08.2011, 21:14
bei Dir kann man echt was lernen...danke für Deinen Bericht!!

LG Chris.

PIK 20
20.08.2011, 09:57
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Bauberichts.

Höchst interessanter Beitrag, kann man viel lernen.

Gruß Heinz

kneubi
20.08.2011, 22:48
Hi zusammen

Freut mich wenn ich den einen oder anderen Tip weitergeben konnte.

Bin bis ca.10. Sept.geschäftlich etwas unter Druck. Danach sollte es wieder etwas mehr Zeit für die LS 10 geben. Muss jedoch mit Paddy erst noch den zweiten Flügel "schliessen", d.h. Unterseite vakumieren und ebenfalls die Servokästen rausschnitzen.

Also auf bald und Holm- und Rippenbruch

Gruss Sigi

Frank Thorn
22.09.2011, 15:55
Hallo Sigi,

mir scheint, ich habe bei dem Bau der ASW 20 Flächen gut aufgholt. Sind nämlich jetzt beidseitig beplankt. Dank Deines Bauberichtes sind sie fast perfekt geworden. Der Holm und die Ruderstege sind leicht erhaben, brauche also nichts zu spachteln, nur schleifen.
Ich wollte von Hand schleifen, ist aber eine ganz schöne Plackerei. Wie machst Du das?

Gruß
Frank
P.S. Bin gespannt, wie es in diesem Bericht weiter geht.

kneubi
22.09.2011, 23:16
Hi Frank

Erst mit einem weichen, eher stumpfen Bleistift Flügel vollkritzeln. (Zickacklinie in Flugrichtung)

Dann Flügel mit langer (schätze ca. 45 cm) Schleiflatte im 45Grad-Kreuzschliff schleifen. Gefahr besteht im Nasenbereich, dass man zu heftig in Spannweiten-Richtung plane Flächen reinschleift. Wichtig: Grobes, abrasiven Schleifpapier benutzen, dafür mit wenig Druck arbeiten. Ich benutze ausschlisslich 4oer Körnung!

Durch die Bleistiftstriche nimmst du Wellen und Dellen besser wahr. Schleifen bis Gekritzel weg ist. Nasenleistenradius präzise mit Negaivschablonen schleifen. Ich benötige für Nasenradius etwa gleich lange wie für eine Flächenseite. Schätze mal so für einen Flügel 1,5 bis 2 Std.

Im Geschäft verzögerte es sich doch nochmals. Ausserdem habe kurzfristig noch ein zweites Projekt eingeschoben, hoffe aber, demnächst auch den zweiten LS-Flügel zu schliessen. Dann gehts bei mir auch weiter mit verschleifen, Wurzelrippe und Flächenanformung und dann mit der Beschichtung.

Gruss
Sigi

kneubi
24.01.2012, 20:51
Nach längerer Pause haben Patrick und ich nun den zweiten Flügl "verschlossen", Servokästen eingebaut und den ersten Flügel wie im obigen Beitrag erwähnt, verschliffen. Wichtig, dass man im D-Box-Bereich wirklich im 45 Grad-Kreuzschliff ans Werk geht um nicht Profilverfälschende Flächen reinschleift. Bei der Nasenleiste werden Schablonen eingesetzt. Mit der Taschenlampe von hinten angeleuchtet sieht man auch die kleinste Unstimmigkeit.

Für mich ist das Verschleifen immer wieder ein Higlight wenn aus einem verschmutzten Konstrukt eine edle Tragfläche wird. Die Endleiste habe ich diesmal mit 0,7mm etwas dicker stehen lassen. Auch hier wieder ein paar Fotos. Im D-Box-Bereich sieht man teilweise die Kohle durch das Holz durchscheinen.

Gruss Sigi

ui2
27.02.2012, 15:43
Hallo Sigi,
besten Dank für die Weiterführung Deiner Doku.
Habe schon viel anhand Deiner Bilder und Texte gelernt ... und hatte Dich zwischenzeitlich ein wenig eingeholt mit meinem ersten Bauprojekt (seit 20+ Jahren).
Allerdings hänge ich nun doch wieder hinten dran. Hoffe jedoch auf eine Weiterführung Deines informativ dokumentierten Berichtes!
Vielen Dank, viel Erfolg und bald auch gute Thermik!!!
Ulrich

kneubi
02.07.2012, 23:18
Nachdem mein "Zwischenprojekt" fliegt und das Hahnenmoos 2012 bereits wieder der Vergangenheit angehört, gehts nun hoffentlich mit der LS weiter.

Bereits im Februar hat mein Kollege Oli mir die Negativformen der Winglets aus MDF gefräst. Dies wird meine erste Arbeit in Negativbauweise. Zum Glück habe ich auch da ein Umfeld, dass darin ausreichend Erfahrung hat.

Hier mal ein paar Bilder der sog. LS-Wolfsohren.

Vielen Dank Oli - ohne Dich würde ich . irgendwelche "Semiscale-Spezial-mod. Randbögen" "schnitzen" die vermutlich wenig Aehnlichkeit mit dem Original hätten. Super Arbeit!

Gruss Sigi

kneubi
02.07.2012, 23:38
zum Thema Hahnenmoos...ich musse es doch hier auch noch los werden... die neuste Kategorie von Grossseglern... unsere Jungs haben zwei Motten gebaut...neee nicht mit üblichen 80 cm Spannweite sondern im Massstab 5:1 das Resultat inkl Video seht ihr hier auf unserer Page .....:D

Bei den Flugeigenschaften wird mancher F3J-Pilot neidisch :D

Gruss Sigi

http://www.moersburg.ch/

kneubi
02.07.2012, 23:53
So nun wieder zur LS10

Habe heute die Aufnahmen für die Flächen-Torsionsstifte vorbereitet. Im Bereich der Nasenleiste sowie der Kern des hinteren Kohleschlauches (Wölbklappenverkastung) wurden mittels eines Bohrers 45 mm tief vom Styro befreit. Danach wurde mit einer Schlosserfeile das Ganze gut aufgerauht.

Diese Oeffnungen wurden mit reinem Epoxy/Baumwollgemisch ausgegossen/zugespachtelt - Konsistenz so dass das Ganze noch minim fliesst. (Kein Microballon!) Mit Zahnstocher Luftblasen "rausmischen" Wenn man den Flügel nicht ganz senkrecht aufstellen kann, das Ganze mit Malerkrep verschliessen.

Hier wie immer ein paar Bilder.

Gruss Sigi

Frank Thorn
03.07.2012, 09:20
Moin Sigi,

Schön das Dein Bericht weiter geht, für mich leider zu spät, denn meine ASW fliegt bereits. Trotzdem freue ich mich über jeden Deiner Beiträge.

Ich muss zugeben, dass ich, wenn ich etwas besser oder anders machen wollte als von dir hier beschrieben, im nachhiein feststellen mußte, dass du doch recht hattest.

Mir hat mein erstes großes Selbstbauprojekt jedenfalls viel Spaß gemacht und die nächsten Projekte geistern schon in meinem Kopf herum.

845930

Gruß
Frank

kneubi
03.07.2012, 21:03
Hi Frank
Freut mich wenn mein Bericht gefällt. Sieht gut aus Deine ASW. Die neuen Inputs kannst du ja dann bei der nächsten Perle einfliessen lassen. Geht mir auch immer so. Habe noch nie zwei Modelle völlig identisch gebaut - wir sind ja nicht lernresistent :cool:

Achtung...wenn bereits mehrere Projekte im Kopf rumschwirren besteht Suchtgefahr. Behandlung und Kontraindikation schwierig und langwierig :D

Gruss Sigi

StratosF3J
04.07.2012, 08:13
Hi Sigi,

schön, dass Du wieder aktiv bist. Das hat mich doch gleich motiviert an meinem Winglet weiter zu machen ;).

Obwohl meine DG noch nicht fertig ist habe ich bereits andere Modelle im Kopf. Da fällt mir eine schöne ASW17 als F3B Auslegung oder eine B4 in 4-5m. Absolut toll wäre es doch, wenn es mal ein gemeinsames Projekt geben könnte, indem man sich gegenseitig motivieren und unterstützen kann. Immer alles alleine zu Entscheiden fand ich jetzt bei mir etwas zäh :D.

Vielleicht wäre dies mal was für 2014 :D.

Gruß
Thomas

kneubi
05.07.2012, 22:53
Hi Thomas

Was meinst du mit "ASW17 als F3B"? Floatereigenschaften oder Festigkeitsmässig?

Klingen gut deine Projekte.

Neues Projekt für 2014 hab ich auch, das geht aber eher in Richtung 9m Spannweite... Also wieder mal was für die Ebene zum Schleppen...die LS soll ja auch im alpinen Gelände zum Einsatz kommen.

Gruss Sigi

kneubi
26.07.2012, 22:52
Nach ein paar Tagen Urlaub gehts nun weiter.

Beim nächsten Schritt wurden nun die Bohrungen für die Torsionsbolzen gesetzt. Dazu wurde erst der Bereich der Wurzelrippe plan geschliffen. Danach wurden die Borhungen vorgenommen. Nach dem Anzeichnen wurde kurz mit einem 3mm-Bohrer die Position einige mm tief angesetzt, damit der grosse Bohrer danach nicht beim Ansetzen abdriftet.

Für solche Bohrungen habe ich einen Stahlklotz mit einer 8mm-Bohrung. Der Klotz wird nun als Lehre mit grösstmöglicher Kraft gegen die Wurzelrippe gedrückt. So wird durch den Klotz hindurch das Loch knapp 40 mm tief gebohrt. Ist immer wieder eine Arbeit mit einem mulmigen Gefühl :( Also Augen zu und durch! Bis heute haben die Bohrungen immer genau gepasst. Die Bolzen stehen immer schön parallel wie ne Eins.

In der Folge werden Messinghülsen, Aussendurchmesser 8, Innendurchmesser 6mm, abgelängt und aufgerauht. Danach werden sie einseitig mit Malerkrep verschlossen, damit kein Harz reinläuft. Die Hülsen werden dann mit erwärmtem (dünnflüssig) Uhu-Endfest eingeklebt.

Beim nächsten Schritt werden am Rumpf die entsprechenden Durchbrüche angezeichnet und gebohrt. Die Löcher für die Torsionsbolzen werden mindestens 1mm (also 9mm) zu gross gebohrt, damit danach alles gut geschoben und so genau ausgerichtet werden kann.

Auch dazu einige Fotos. Gut zu sehen, dass der Rumpf für eine LS 6 vorgesehen ist, welche eine bedeutend grössere Wurzeltiefe als die LS 10 hat. Dies wird dann später noch angepasst.

Beste Grüsse
Sigi

kneubi
31.07.2012, 22:41
Nachdem alle Löcher am Rumpf mit Uebermass ausgeführt wurden, gings beim nächsten Schritt das Modell sowei zu bringen, dass Höhenruder, Rumpf und Tragflächen winklig zueinander angepasst werden. Dies eine Arbeit die sicher dazu beiträgt, dass später das Modell ohne grosse Trimmungen geradeaus fliegt. Das gesamte Modell sollte danach passen. Dabei achte ich nicht auf die letzten Feinheiten am Rumpf-/Flächenübergang sondern, dass das gesamte Modell am Schluss in allen Bereichen winklig passt. Flächenanformungen etc. sind reine Kosmetik und können später angepasst werden. Das bedeutet jedoch, dass es eine mühsame Pfrimlerei bestehend aus da und dort ein bisschen unterlegen bzw. etwas nachschleifen etc.etc. nach sich ziehen kann. Dazwischen "darf" das Modell immer wieder mal demontiert und wieder neu montiert werden. Der Rumpf von Möller ist jedoch so präzise gebaut, dass alles beinahe auf Anhieb gepasst hat.

Folgende Paramater werden wie folgt kontrolliert.


Seitenruder senkrecht, gemessem mit Senkblei an HR-Schraube befestigt
HR waagerecht mit Wasserwage gemessen
Tragflächen rechtwinklig zum Rumpf gemessen mit Faden/Schnur ab HR-Schraube zu Randbogen, bzw. Uebergang WK/QR, muss beidseitig übereinstimmen
Kontrolle übereinstimmender Anstellwinkel beider Tragflächen zueinander mit EWD-Waage
HR "parallel" zu Tragflächen. Kontrolle von Auge. Wenn man von hinten genau übers HR peilt, so muss dieses genau in die V-Form der Tragflächen passen


Danach wurden, die eingeschobenen Torsionsbolzenhülsen im Rumpf vorsichtig mit ein wenig 5-Min-Epoxi/Baumwollflocken-Gemisch leicht fixiert. Gut aushärten lassen. Danch Modell ganz vorsichtig zu zweit, besser zu dritt, demontieren, sodass keine Rumpfhülse verschoben bzw. losgebrochen wird.

Danach wurden die Hülsen von der Rumpfinnenseite mit Baumwollflocken und mit mehreren Lagen dickem Glasgewebe eingeharzt.

Auch dazu einige Bilder. Bei nächsten Schritt werden dann die Flächen auf rasche, einfache Weise der Rumpfkontur angepasst.... sollte in den nächsten Tage erfolgen

Gruss
Sigi

FWK
06.08.2012, 07:51
Hoi Sigi,

Gratulation, wenn der Flügel zum Rumpf mal richtig sitzt, dann ist ein weiterer Meilenstein erreicht.

Nun bin ich gespannt auf den Flügel-Rumpf-Übergang, abschneiden oder ankleben? Deine Bilder werdens zeigen.
Ich würde eher abschneiden, aber der vordere Torsionsbolzen ist im Weg, hmm.

Grüsse
Franz

..der die Riesenmotte auch gesehen hat :)

kneubi
07.08.2012, 23:31
Sali Franz

Alles im grünen Bereich?

Deine Annahme "Abschneiden" ist natürlich richtig. Die Torsionsbolzen sind dabei gar kein Problem, da im Rumpf und in den Flügeln Messinghülsen eingeklebt sind. So können die Bolzen wieder entnommen werden. Diese werden erst ganz am Schluss mit etwas 5Min-Epoxi in die Flächen eingeklebt.

Doch nun der Reihe nach... Rumpf und Flächen werden wieder wie beim Ausrichten zusammengefügt. Nun wird der grösste Abstand zwischen Rumpf und Fläche gesucht. Hier ist diese Stelle offensichtlich an der Endleiste. Dabei gilt der wirklich grösste Abstand. Dies kann an der Flächenoberseite oder je nach Rumpfform auch der Unterseite sein. Als nächstes wird dies Distanz mit einem Nullenzirkel (arretierbarer Zirkel) übernommen. Nun wir mit der Zirkelspitze dem Rumpf entlang gefahren und die gemessenene Distanz auf die Fläche aufgezeichnet. Dies geschieht auf der Ober- genauso wie auf der Unterseite. Dann Modell demontieren und dann mit Diamantscheibe, Eisensäge und Schleifklotz Flügel der Kontur entlang abtrennen. Benötigt darauf kaum Schleif- oder Anpassungsarbeit. Lediglich der Flächenverbinder muss danach bei mir immer einige mm gekürzt werden, da ich diesen immer etwas zu lang, bzw. die Hülsen etwas zu kurz baue, so dass der Verbinder sicher immer bis auf Anschlag eingeschoben wird und so den bestmöglichen Kraftschluss ergibt.

Als nächstes werden dann die Wurzelrippen laminiert und so der Hülsenbereich massiv verstärkt. Dies dauert jedoch einige Tage, da ich erst noch etwas CFK-Gewebe besorgen muss. In der Zwischenzeit arbeite ich mal am Fahrwerk bzw. schleife weiter an den Wingletformen.

Hier wie immer die Bilder am Schluss mit den angepassten, aufgeschobenenFlügeln.

Gruss Sigi

kneubi
16.08.2012, 00:34
Heute gings mit der ersten Wurzelrippe weiter.

Zuerst wurde jeweils zwischen den Torsionsstiften, bzw. deren Hülsen und der Verbinderhülse mit der Oberfräse (Korundstein) 15 mm tief der Styro rausgefräst. Im hinteren Teil wurde eine zusätzliche Vertiefung für ein Brettchen (spätere Elektrobuchse für den S-Bus-Anschluss) eingefräst. Vor dem Verbinder wurde ein Holzdübel eingepasst. Hier wird später von aussen eine Hakenschraube eingedreht, damit die Flächen mit einer Feder zusammengezogen werden können. (Die Feder benutzte ich nur zum Schleppen, da wir es schon zustande gebracht haben, einem Segler mir der Schleppleine eine Fläche im Flug abzuziehen) Die Hülsenaussenseite und die freigelegte Innenseite der Beplankung werden gut aufgerauht.
Nun wurde der eingewachste Verbinder in den Flügel eingeschoben, sodass sicher kein Harz in die Hülse fliest und auch die Hülse, je nach Festigkeit und Aufbau sicher nicht eigebeult wird. Darauf werden mit Baumwollflocken/Harzgemisch die beiden Holzstücke eingesetzt. Ebenso werden mit der Mumpe die hintersten Kanten und Ecken des freigelegten Körpers "verrundet" sowie die unebene Hülsenaussenseite (Schlauchstruktur) egalisiert. Nun wurde direkt vor und hinter der Hülse drei bis vier Lagen 160er CFK unter 45Grad einlaminiert. So hält die Hülse auch härteste Schläge bei unsanften Landungen aus. Auch Aufplatzen ist definitiv kein Thema mehr. Darauf wird noch eine Lage über die ganze Länge einlaminiert. Ich habe in diesem Fall versehentlich Köpergewebe eingekauft. Das labrige Zeugs sah nicht besonders sexy aus. AUs diesem Grund habe ich ausnahmsweise zur optischen Kosmetik zusätzlich noch eine Lage 93er-CFK-Gewebe (Leinen) drüber gezogen.

Hier wie immer die Bilder.

Gruss
Sigi

StratosF3J
16.08.2012, 08:52
Hi Sigi,

klasse Beschreibung und tolle Bilder.

Lese ich das richtig, dass Du die Flächen mit einer Feder zusammen ziehst? Ist dies vom Aufbau her nicht etwas mühselig? Ich nehme die Monoblocks. Auch hier werden die Flächen mit einer Feder an den Rumpf gehalten. Ist für den Aufbau um einiges komfortabler. Hier ein paar Bilder dazu http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/52360-Bau-einer-Discus-2c?p=570709&viewfull=1#post570709

Gruß
Thomas

kneubi
16.08.2012, 11:47
Hi Thomas

Joo ich benutzte gute alte Metallfedern. Bin halt doch in einigen Belangen noch etwas prähistorisch ;) Geht ganz easy zum Montieren - muss nicht mal mehr in den Rumpf hineinschauen - geht im Blindflug. Flächen/Rumpfübergang werden ausserdem immer abgeklebt. Feder wird wirklich nur beim Schleppen eingesetzt.
Hält der Monoblock auch bei Schlägen? Haben es wirklich schon fertig gekriegt, dass bei nicht nachvollziehbaren, ungewollten Manövern sich die Schleppleine um den Flügel gewickelt hat und so den einen Flügel vom Verbinder gezogen hat.
Schuld ist selbstverständlich immer der Schlepper :D:D Ausnahme: Ich bin wieder mal mit meinem alten Swisstrainerchen aktiv

Gruss Sigi

StratosF3J
16.08.2012, 13:50
Hi Sigi,

ja, die Monoblocks halten auch bei Schlägen. Es gibt so 10-20mm Federweg. Da muss der Schlepp- oder auch Seglerpilot ganz schön viel Blödsinn machen :D, bis die Monoblocks vollständig aus der Verriegelung schnappen. Ich bin aber auch schon ungewollt mit meinem Segler auf dem Rücken gelegen. Ging aber alles noch gut aus :cool:.

Also ich möchte auf die Monoblocks nicht mehr verzichten. Ich glaube es gibt sogar unterschiedliche Federkräfte. Bin mir da aber nicht sicher.

Gruß
Thomas

Gast_8624
16.08.2012, 19:41
Hallo Sigi,

wieder sehr schön beschrieben und tolle Fotos...danke... ;)

Gruß Rolf

FX2000
17.08.2012, 13:03
Hallo Sigi,

ich hab es vielleicht überlesen, aber kannst Du mir bitte sagen wie schwer die Flächen jetzt im Rohbau sind?

Danke vorab und Gruß
Stephan

Gast_8624
17.08.2012, 14:09
... aber kannst Du mir bitte sagen wie schwer die Flächen jetzt im Rohbau sind?

...würde mich auch interessieren, aber nicht alleine in kg, sondern auch als (k)g/dm²

Gruß Rolf

kneubi
17.08.2012, 21:33
Hallo zusammen

Angestrebt sind 100 bis 110 gr Flächenbelastung. Leicht werden die Flächen nicht sein. Sind doch bis 420 gr/m2 Gelege (2 x 160 + 1 x 100 gr) unterm Abachi. Nur mit der nötigen Masse bekommt die Fuhre richtigen Durchzug :D

Werde die Flächen am Montag mal auf die Waage legen und mal die aktuelle Flächenbelastung errechnen.

@ Thomas: werde mir die Monoblocks mal näher anschauen


Gruss
Sigi

Gast_8624
18.08.2012, 00:09
...Angestrebt sind 100 bis 110 gr Flächenbelastung.

Sigi, ich denke Du meinst damit die Flächenbelastung des fertigen Fliegers.
Ja, mit ordentlich Masse ergibt sich guter Durchzug :D

Ich dachte bei meiner Frage an das Gewicht der Rohbaufläche bezogen auf einen dm² :rolleyes:

Gruß Rolf

kneubi
19.08.2012, 22:47
Hallo Rolf, hallo Stephan

Also die eine Fläche wiegt 2040 und die andere 2060 gr. 50gr Glasbeschichtung fehlt noch.

Das Original hat eine Fläche von 11,45m2 somit müsste mein Modell 1,27 m2 aufweisen. Je 1,5 bis 2 dm2 werdens weniger sein, da die Randbögen/Winlets noch fehlen. Somit komme ich auf ca. 34gr/dm. Keine Ahnung was dieser Wert aussagt. Habe diese Berechnung bis heute noch nie angestellt.

Die fertigen Flächen dürften so je um die 2,5 kg werden. Wenn die alte Faustregel Tragflächen = 50% des Modellgewichts stimmt, so wird das Vögelchen zu leicht ;) Besser zu leicht als zu schwer. Ballastieren geht immer und zu schwere Flächen machen das Modell träge.

Gruss
Sigi

Gast_8624
19.08.2012, 23:16
... Somit komme ich auf ca. 34gr/dm. Keine Ahnung was dieser Wert aussagt. Habe diese Berechnung bis heute noch nie angestellt...

Hallo Sigi,

danke für die Werte :)

Die 34g/dm² Rohbaugewicht entsprechen einem recht robusten Aufbau, wolltest Du ja wohl auch haben..:D..wegen Durchzug und so...

Das zeigt ja auch schon die Belegung der Fläche mit Gewebe sowie der Holmaufbau.

Für einen Thermikschleicher habe ich schon 13,5 g/dm" erreicht, Profil 8,9% dick, Styro mit 0,6er Abachi (ohne Gewebe), minimaler Holm, Nasenleiste aus 2,5er Kohlerundstab, sonst nix...

So um die 25 g/dm² geht für mittlere Belastungen, > 40 ist dann schon ein wenig schwer, es kommt halt immer darauf an für welchen Einsatzbereich die Auslegung gemacht wird und da hat jeder so seine eigenen Vorstellungen.

Gruß Rolf

kneubi
20.08.2012, 08:31
Hallo Rolf

Richtig robust sollte das Teil werden. Habs auch schon mit dem halben Gewicht geschaft. Modell hält in der Luft ähnlich viel aus. Hauptunterschiede waren, dass das Modell sich am Hang viel leichter landen lässt, minim bessere Floatereigenschaften, es drückt bedeutend weniger auf der Schultern wenn man vor dem Fliegen zu Fuss grössere Aufstiege meistern darf :rolleyes: im Gegenzug dafür ist das Modell anfällig auf Transportschäden und der Durchzug ist eher mässig ... und genau das will ich definitiv vermeiden :D

Gruss und einen erfolgreichen Wochenstart
Sigi

kneubi
28.08.2012, 00:02
Gestern und heute abend gings wieder ein paar Schritte weiter:

Beim EZFW wurden die Scharnierröhrchen für die Klappen gesetzt und festgeharzt. Heute wurden dann die Klappen rausgetrennt und der Fahrwerksspant erstellt und gleich mit Glasrovingen etwas Mumpe und Gewebe eingeharzt. Für Rumpfausbauten wurden bereits genügend Berichte hier im Form veröffentlicht. Darum verzichte hier auf ausführliche Beschreibungen und stelle einfach einige Fotos rein. Gut auch zu sehen die Rumpfverstärkungen. Das gesamte Rumpfboot habe ich bereits vor einiger Zeit mit UD-Bänder noch zusätzlich verstärkt. Obwohl der RUmpf von Herr Möller sehr robust gebaut ist konnte ich mir es nicht verkneiffen meine üblichen Verstärkungen noch anzubringen... sicher ist sicher :D
Bei der Rumpf-/Flächenanpassung habe ich heute den Rumpf von LS 6 auf LS 10 angepasst. Das heisst mit der Fächerscheibe wurde vorerst mal grob, die viel zu grosse Flächenanformung runtergeschmirgelt. Ging pro Seite in knapp 10 Min. Die Feinarbeit wird dann jedoch sicher etwas länger dauern.

Im weiteren werden täglich die Wingletformen gewachst, sodass diese in der nächsten Woche voraussichtlich in Angriff genommen werden können.

Hier nun wieder die Bilder: Erst eines von der fertigen Wurzelrippe, dann die Rumpfanformungen (vorher/nachher) und zum Schluss einige Bilder zum Fahrwerkeinbau.

Gruss
Sigi

kneubi
23.09.2012, 00:58
Hallo zusammen

Weiter gings in den letzten Tagen mit der Beschichtung der Tragflächen. Dies erfolgte mit 49er Glas. Bei leichten Modellen habe ich dies jeweils unter 45Grad vorgenommen, was eine beträchtliche Zunahme der Torsion mit sich brachte. Dies vor allem bei reiner D-Box-Bauweise im Bereich der Ruder, wenn nämlich hinter dem Holm nur Styro und Abachi vorhanden sind. Da hier jedoch jede Menge CFK-Gelege mit etlichen Reserven vorhanden ist, hab ich es mir einfach gemacht und das Glas 90/90 verlegt. Obwohl die Nasenleise praktisch gerade verläuft, habe ich Unter- und Oberseite in je einem seperaten Arbeitsgang belegt, was einfacher vom Handling ist und ausserdem eine Doppelbeschichtung der Nasenleiste bedeutet. Wenn man das in einem Arbeitsgang macht und das Gewebe auf einmal rumzieht ist dies ein mühsames Unterfangen und gibt häufig Blasen im Bereich der Nasenleiste.

Die Beschichtung erfolgt bei mir folgendermassen:

Erst wurde die Unterseite und dann die Oberseite belegt. Gewebe mit deutlichen Uebermass auf den Staub- und Fettfreien Flügel legen. Mit Rollercutter an der Nasenleiste Gewebe so schneiden, dass ca. 2 bis 3 cm um die Nasenleiste gelegt werden können. Geharzt wir in zwei Schritten. Gearbeitet wird ausschliesslich mit der Schaumstoffwalze. 30 Gramm Harz plus Härter mischen. Dann mit ca. 20% Methanol verdünnen. Nun muss sehr zügig gearbeitet werden, da sich der Alkohol innert Minuten verflüchtigt und das Harz wieder zähflüssig wird. Von der Flügelmitte aus wird erst die ganze Endleiste eingerollt. Dann arbeitet man sich in Richtung Nasenleiste vor so weit bis das Harz aufebraucht ist. (15 bis 20 Gramm verbleiben in der Rolle). Danach wird mit dem Rollercutter das überstehende Gewebe mit max. 5 mm Ueberstand der Endleiste nach abgetrennt. Dazu muss bei der Unterseite der Flügel an der Nasenleiste angehoben werden. Trennt man da Gewebe hinten nicht ab, gibts öfters schlechte Verklebungen an der Endleiste, da das Gewebe durch das Eigengewicht einiges an "Eigendynamik" entwickelt. Danach wird der zweite Harzportion analog der ersten angemacht. Erst den ganzen Flügel fertig harzen und dann das Gewebe mit der "Vorderseite" der Schaumsoffrolle richtig um die Nasenleiste ziehen. Dazu die Fläche so weit über die Tischkante hinausziehen, dass man von unten dazu kommt. Zum Schluss Fläche auf Klötze stellen und nun Endleiste, Kanten zur Wurzelrippe und Randbogen nochmals gut mit Rolle fixieren.

Bevor man die Oberseite beschichtet muss nun die untere Beschichtung verputzt werden. Erst gesamte Fläche mit Schleifklotz oder Cutterklinge die wie ein Spachtel benutzt wird abziehen. Ueberall dort wo es milchig weiss wird, bestehen schlechte Verbindung und könnte später Aerger machen. Also sofort mit Klinge aufkratzen. Dann wird mit einer Feile das überstehende Gewebe an der Endleiste, Wurzelrippe, Servokästen etc. entfernt. Auch an diesen Kanten die Beschichtung "ankratzen". Sollte es irgendwo milchig werden auch hier das lose Gewebe abkratzen. Dann wird die Stosskante an der Nasenleiste egalisiert. Erst wird das Ganze kurz angeschliffen. Ueberall dort wo es wieder milchig wird, muss "geputzt" werden. Dies erfolgt ebenfalls mit der Cutterklinge mit der auf dem Nasenradius die gesamte Kante zügig plan geschabt wird. Auch einzelne abstehende Fäden welche überstehen werden so abgeschabt. Das Verputzen eines Flügel dauerte jeweils knapp 10 bis 15 Minuten. Allfällige Blasen, Ablösungen bei den Servokästen etc. müssen nicht gespachtelt werden, da das Gewebe so dünn ist, dass dies später spielend vom Spritzspachtel ausgeglichen wird. Solche "Unregelmässigkeiten" gibts vor allem bei der Ueberlappung der Nasenleiste und der Gewebekante, da man hier von unten arbeitet und das Ganze nicht besonders gut sieht. Auf der jeweils obenliegenden Fläche hatte ich diesmal nicht das kleinste Blässchen.

Darauf wird die Oberseite analog der Unterseite beschichtet.

Auch hier wieder einige Fotos. Erst einige Bilder von der Unterseitenbeschichtung und deren "Verputzen"/Schleifen (z.B. Gewebekante vorher / nachher) und dann einige Pics von der Beschichtung Oberseite.

Gruss Sigi

Space
24.09.2012, 09:42
Hallo Sigi,

ich habe auch schon die ein oder andere Fläche mit GFK beschichtet und Fläche gebaut. Aber bei deiner umfangreichen Dokumentation entdecke ich hier und da auch noch mal einen Kniff den ich beim nächten mal versuche anzuwenden.

Danke für deine Mühe!

Jackass1983
27.09.2012, 15:05
Echt super, gibt es weitere Fortschritte?

Mfg. Mark

Gast_38254
27.09.2012, 17:24
einige tips fur glasgewebe auf flugel
Dann mit ca. 20% Methanol verdünnen."besser mit isoprophylalcohol verdunnen , methanol nimt wasser aus die umgebung auf (hygroscopisch)
und diese mit epoxy ist slecht (isoprophylalcohol eignet sich auch sehr gut fur nicht ausgeharte epoxyresten von eine gfk rumpf oder gfk flugel zu entfermen ohne diese lack zu beschadigen
nach aufbringen von gewebe und epoxy kuchenpapier auf die flugel legen und anrollen , zuviel an harz nimt das papier auf
nach 15min papier abnemen und sie haben ein mattes finisch
MFG

kneubi
27.09.2012, 20:46
Ok!? Kenne ich nicht dieses Mittel. Wo bekomme ich dieses isoprophylalcohol? Wozu wird das sonst benötigt? Versuch ich gerne mal. Hab bis jetzt nur gehört, dass auch Brennsprit eingesetzt werden kann.

@ Mark ... Hab einige kleinere Arbeiten am Rumpf gemacht, stelle vielleicht noch ein paar Fotos rein. Als nächstes werden die Microporen der GFK-Beschichtungen verschlossen. Ausserdem wachse ich beinahe täglich die Wingletformen. Hier kommt nächstens das Vorgelat zum Einsatz.

Gruss Sigi

Gast_8624
27.09.2012, 21:53
...Dann mit ca. 20% Methanol verdünnen."besser mit isoprophylalcohol verdunnen

...wozu überhaupt verdünnen?

Laminierharz tränkt 49iger Gewebe problemlos, es ist bei Raumtemperatur (20°) dünn genug.

1m² getränktes 49iger Gewebe wiegt etwa 110g.
Das Abachi darunter wird Harz aufsaugen, also etwas mehr Harz-Härtergemisch ansetzen.

Selbst wenn es 150g werden, für eine Flächeninhalt von 1m², was macht das für einen Flieger der am Ende um die 10Kg wiegt?

Oder anders gefragt:
Wie viel Gramm leichter würde es, wenn verdünnt wird?

Gruß Rolf

kneubi
27.09.2012, 22:57
Hallo zusammen

@ Rolf - Verdünntes Harz ist wie Wasser und lässt sich besser, schneller und einfacher auftragen. Keine Ahnung wieviel die Gewichsteinsparung ausmacht. Da sich der Alkohol ja wieder verflüchtigt glaube ich nicht, dass das viel ausmacht.
Es geht mir lediglich um die vereinfachte Verarbeitung. Man könnte das Harz allenfalls auch erwärmen.

Hier noch ein paar Bilder vom Rumpfausbau

Gruss Sigi

Gast_38254
28.09.2012, 20:26
Isoprophylalcohol bei apotheek fragen 10euro fur 1liter (erstklassiges verdunnung fur epoxy )(achtung fur die safety warnung mit chemical products)(epoxy etc)
Mfg

kneubi
02.10.2012, 00:27
Nachdem alle Stösse und Unebenheiten abgeschabt worden waren, wurden das Höhensteuer und und die Tragflächen kurz mit einen 400er-Schleifpad abgezogen und staubfrei gemacht. Mit Malerkrep wurden die Servokästen und die Wurzelrippe abgeklebt. Darauf wurden die späteren Rudereckpunke wieder mit dem 1,5 mm-Bohrer und der Bügelsäge neu hervorgehoben.

Die Pinholes wurden dann mit 10% eingefärbtem Harz und der Schaumstoffrolle versiegelt. Folgende Vorgehen: 36gr Harz wurden mit 4gr. weisser Farbpaste gut gemischt. Erst dann folgt die Beimischung des Härters. In meinem Fall 16 gr. Mit diesen 56gr eingefärbtem Harz konnten beide Flächen sowie das HR einseitig inkl. Nasenleiste versiegelt werden. Mit der Rolle wird das Harz zügig und kräftig aufgerollt. Das gesamte Procedere dauerte keine 10 Minuten. Vorteilhaft ist, dass man von Auge eine sehr gute Kontrolle hat ob alle Poren verschlossen sind.

Gruss Sigi

Christian_S
02.10.2012, 09:27
Sehr zu empfehlen (wie die ganze Reihe von Swiss Comp.): http://www.swiss-composite.ch/pdf/i-tragflaechenbeschichtung.pdf


gruß Christian

kneubi
19.10.2012, 00:09
Nachdem Oli mir Negativformen für die "Ohren" gefräst hatte, habe ich die Formen 10 mal gewachst und dann mit Folientrennmittel bestrichen. Das Vorgelat habe ich vor einigen Tagen reingepinselt. Heute wurde nun die Winglets, wieder unter Mithilfe von Patrick, laminiert. Dies ist nun mein erster Bau aus Negativformen. Ich habe mich dazu entschlossen, alles nass-in-nass zusammenzufügen. Es wurden zwei Lagen 100er-CFK-Gelege ohne Stützmaterial eingelegt. Ein kleiner Styroporholm im CFK-Schlauch wurde zusätzlich zur Verstärkung eingelegt. Nasen- und Endleiste wurden mit Baumwollflocken-/Thixtropiermumpe verstärkt bzw. die beiden Hälften so miteinander verklebt. Beim ersten Winglet habe ich beiden Lagen am Stück eingelegt und beim zweiten jede Lage einzeln. Bin nun gespannt wie das Ganze nach dem Entformen aussieht. Meine Befürchtung geht dahin, dass sich allenfalls Blasen zwischen der Deckschicht und dem Gelege bilden könnten. Dies würde für mich bedeuten einen weiteren Satz Winglets zu laminieren. Dann würde ich jedoch das Ganze "offen" verarbeiten und dann in den Vakuuumsack schieben. Erst zum Schluss würde ich dann die ausgehärteten Halbschalen zusammenfügen. Wir werden sehen...bin vorerst übers Weekend in den Bergen... hoffentlich gibts noch einen schönen Flug ;)

Hier wie immer die Bilder

Gruss
Sigi

Gast_8624
19.10.2012, 21:35
... Meine Befürchtung geht dahin, dass sich allenfalls Blasen zwischen der Deckschicht und dem Gelege bilden könnten...
Hallo Sigi,

hmm, das wirst Du nicht sehen können, weil deine weiße Deckschicht nicht durchsichtig ist, oder Du musst drücken und fühlen.
Wenn es dann irgendwo nachgibt, dann war eine Blase drunter. :rolleyes:


... Dies ist nun mein erster Bau aus Negativformen....

Wirklich?, das sieht so gut aus, als wären das schon die 20. Winglets, die Formen sind topp.

Gruß Rolf

kneubi
19.10.2012, 23:18
Hallo Rolf

Die Formen hat Oli wirklich gut hingekriegt, ist nicht mein Verdienst. War spannend zuzusehen wie er die mickrige 3-Seitenansicht als Grundlage und erste grobe Form genommen hat und darauf über alle erdenklichen LS-10-Bilder im Web gezogen hat und die Form so lange aus jeder Perspektive manipuliert hat bis es bei jedem Foto aus jedem Blickwinkel genau gepasst hat. Das ganze mit meinen SA-7026 Profil zu versehen und dann 3d zu fräsen schien für ihn auch nichts Neues zu sein.

Was nun das Laminieren im Negativ angeht bin ich wirklich ein unveschriebenes Blatt. War mir bis jetzt noch nicht so sicher ob das passt - du machst mir jedoch Mut :) Danke. Bin dennoch sehr gespannt. Sollten. Blasen/Lunker unter dem Vorgelat sein werden iese icher aufplatzen. Wird schon schief gehen.:D


Gruss Sigi

deftones
20.10.2012, 10:24
Hallo Sigi,

erstmal herzlichen Dank für den tollen Baubericht - hier können sicher viele Leute etwas lernen! Natürlich freue ich mich auch, dass Du diesen Profilstrak so präzise umsetzt und z.B. auch RDS einbaust. Alles nicht selbstverständlich im Großseglerbereich.

Zu Deinem Bau aus Formen: Besser wäre es, wenn Du alles Harz, was zum Tränken der ersten Kohlelage notwendig ist, in die Form pinselst. Im nächsten Schritt legst Du dann das Gelege ungetränkt auf die eingepinselte Form. Das Harz tränkt dann das Gewebe und verdrängt die Luft daraus. Legst Du das Gelege fertig getränkt ein, passiert es leicht, dass man Luft zwischen Form und getränktem Gelege einschließt.

Viel Spaß und Erfolg weiterhin,
Benjamin

kneubi
20.10.2012, 13:59
Hallo Benjamin

Danke für den Input. Erst Harz rein pinseln leuchtet mir ein. Dann würde ich jedoch kein Gelege mehr nehmen sondern Gewebe. Das Gelege nimmt meines Erachtens das Harz nur schlecht auf, wenn man es nur aufs Harz legt. Gelege ist für mich was das Durchtränken betrifft eh immer eine Lotterie bzw ich benötige meist zu viel Harz. Sollte es einen zweiten Durchgang benötigen würde ich die Ohren evtl. nur aus Glasgewebe fertigen. Da sieht man immer woran man ist.

Auf den SA-7026 strak bin ich ja sehr gespannt. Hab noch kein Modell in diesem Flächenbelastungsbereich damit im Einsatz gesehen. Auch Erfahrungsberichte fehlen meines Wissens.

So jetzt gehe ich noch eine Runde fliegen. Wir haben schönstes Bergwetter und die Herbst-Thermik war in den letzten Wochen immer noch sehr gut. Keine Hammerbärte mehr aber weiches grossflächiges Steigen.

Gruss Sigi

Gliderfreak
20.10.2012, 17:06
Hallo Kneubi, meine Erfahrungen (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/63468-ASH-26-Fl%C3%BCgelgrundriss?p=2760058&viewfull=1#post2760058) mit 114g/dm².

Mittlerweile ist die Wölbklappenwirkung top!
Gruß

kneubi
20.10.2012, 20:54
Hallo Gliderfreak

Hab deinen Bericht gelesen. schön wenns bei mir dann auch so gut geht.;) War mir bis heute einfach nicht sicher ob SA-7026 und A-7026 identisch sind. Welche ist eigentlich die korrekte Bezeichnung? Vielleicht kann da jemand Licht ins Dunkel bringen!?

Gruss Sigi

deftones
21.10.2012, 11:00
Hallo Sigi,

auch Gelege kann man sehr gut wie von mir beschrieben in der Form tränken. Man muss sich nur etwas gedulden - das Harz zieht schon ein. Nach dem Einlegen des Geleges auf die mit leicht tixotropiertem Harz eingepinselte Form einfach mal 5-10 Minuten warten.

Wegen den Profilen schau mal hier: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/131666-Profil-f%C3%BCr-ASW-15?p=2646249&viewfull=1#post2646249

Viele Grüße,
Benjamin

kneubi
21.10.2012, 21:46
Hallo zusammen

Danke Benjamin. Nun hab auch ich es begriffen. Es gibt das SA-7036 und das A-7026. Da schon andere den einen und anderen Schreibfehler bzw. Verwechslung mit SA-.... und A-.... aufgeführt haben war auch ich immer der Meinung ich hätte ein SA-Profil verbaut. Wenn ich jedoch meine Koordinaten anschaue so habe ich ganz klar das A-7026 drauf und das ist gut so :D. ... und das mit dem tixotropiermittel angereicherten Harz versuche ich das nächse Mal gerne.

In der Zwischenzeit bin ich aus den Bergen zurück und musste natürlich sofort die Winglets aus der Form drücken. Trotz ein paar weniger Lunker die ich aufbrechen werde und verspachtelt werden, bin ich mit dem ersten Wurf aus einer Negativform sehr zufrieden. Festigkeit und Gewicht sind in dem Rahmen den ich mir vorgestellt habe. Habe End- und Nasenleiste erst grob verschliffen und sieht so schon super aus. Vielen Dank Oli für die Super-Formen!!

Hier je ein Bild von gestern ;) und eines von heute.

Gruss und allen morgen einen erfolgreichen Wochenstart
Sigi

Gast_8624
21.10.2012, 22:21
Hallo Sigi,


...Danke Benjamin. Nun hab auch ich es begriffen. Es gibt das SA-7036 und das A-7026. Da schon andere den einen und anderen Schreibfehler bzw. Verwechslung mit SA-.... und A-....
Ich gehöre auch zu den Verwechslern...schließe mich dem Dank an..


... Trotz ein paar weniger Lunker die ich aufbrechen werde und verspachtelt werden, bin ich mit dem ersten Wurf aus einer Negativform sehr zufrieden. Festigkeit und Gewicht sind in dem Rahmen den ich mir vorgestellt habe.

na, Glückwunsch zum gelungenen Erstlingswerk als "Harzpanscher" :D

Gruß Rolf

kneubi
22.10.2012, 13:02
Hi Rolf

Freut mich doch, dass auch andere ab und zu die Profilbezeichnungen verwechseln ! :D

Gruss
Sigi

kneubi
12.11.2012, 22:37
Hallo zusammen

Rolf hat mir bei den Winglet zu früh gratuliert. Beim Verspachteln der vermeintlich wenigen Linker gingen neben jedem geflickten Loch drei neue auf :rolleyes: Ich hab mein Erstlingswerk daraufhin entsorgt. Oli der mir die Formen konstruiert und gefräst hat war mir beim zweiten Satz behilflich. Mit seinen Erfahrungen und den Inputs von Benjamin - danke Benjamin - ist nun der zweite Satz 100% ohne den kleinsten Lunker gelungen. Erst haben wir Thixotropiermittel in die Formen gepinselt und angelieren lassen. Dann wurde neues Harz reingepinselt und trocken erst eine 50er und dann 2x eine Lage 80er-Glas eingelegt. Beim Glas sieht man halt sehr gut ob alles getränkt ist und ob noch Luft drunter ist. Ich konnte es mir dann nicht verkneifen doch noch eine Lage 100er-CFK einzulegen. Die Steckungen für die Ohren zwischenzeitlich auch montiert.

Im Rumpfausbau fehlen noch SR- und Klinken-Servohalterung. Rest inkl. EZFW- und Haubenmontage sind bereits Vergangenheit, sodass vermutlich der gesamte Vogel nächste Woche zum Füllern geht.

Gruss Sigi

kneubi
21.01.2013, 23:39
Hallo zusammen

Seit meinem letzten Bericht sind nun einige Wochen vergangen. Das gesamte Modell wurde zum Füllern gebracht. Leider hat mein Lackierwr einen neuen Miarbeiter welcher sich meinem Modell annahm. Danach fehlten mir während Wochen zwei Dinge: Zeit und Motivation ;) Der Lackierer hat die Kiste dermassen zugeschwemmt, dass z.B. beim HR rund 100gr Spritzspachtel wieder runtergeschliffen werden mussten. Jede Flächenanformung des Rumpfes benötigte einen Abend (ca. 2,5 Std) Schleifarbeit.

Heute Abend waren nun die Tragflächen dran. Da wo sich andere Stunden um Stunden abrackern, zu denen gehörte ich früher auch, besuche in meinen Kollegen Beat. Mit seiner Rupes-Schleifmaschine und seinem geübten Händchen bearbeitet er ein Paar 6m-Flächen normalerweise in etwas mehr als einer Stunde. In Folge der dicken Füllerschicht dauerte es heute Abend nun knapp zwei Stunden bis aus dem grauen "Irgendwas" zwei perfekt geschliffene Flügel, bereit zum Lackieren, wieder in mein Auto verladen werden konnten.
Die LS10 ist nun auch bereit zum Lackieren. Dies geschieht in zwei Schritten, da die Flächenoberseite weiss und die Unterseite schwarz lackiert werden.

Gruss Sigi

Gast_8624
21.01.2013, 23:55
...Die LS10 ist nun auch bereit zum Lackieren. Dies geschieht in zwei Schritten, da die Flächenoberseite weiss und die Unterseite schwarz lackiert werden.

Hallo Sigi,

lass das aber nicht den neuen Mitarbeiter machen...:eek:

Gruß Rolf

kneubi
22.01.2013, 00:06
Meinst du ?!:D Ist sonst am Ende die Oberseite schwarz und die Unterseite weiss....Nein, was lästere ich schon wieder:rolleyes: - will dem armen Kerl nicht Unrecht tun...lackieren tut er angeblich recht gut. Auch mit der Farbmenge halte er sich zurück.

Gruss Sigi

Stefan_S
05.02.2013, 11:16
Hallo,

wie oft kann man denn aus MDF-Negativen eigentlich abformen? Ich habe da noch keine großen Erfahrungen und bin (wie Sigi weiss) beim Informationen sammeln.

Grüße, Stefan

kneubi
05.02.2013, 20:03
Zwei Mal ging sauf jeden Fall schon mal ;)

Gruss Sigi

kneubi
11.02.2013, 23:22
Hallo zusammen

Zwischenzeitlich ist die LS 10 mit der nötigen weissen Farbe lackiert. Diese Woche werden die dunklen Flächenunterseiten noch lackiert. Wenn mein Lackierer die Unterseiten so perfekt lackiert wie die Oberseiten werde ich wohl zum ersen Mal auf das Schleifen des Lackes verzichten. Die Orangenhaut ist so minim, dass diese nur unter perfekten Kunstlichtverhältnissen auszumachen ist. Leider habe ich diesmal beim einen Flügel ein paar vereinzelte Pinholes. Keine Ahnung woran das liegt. Der zweite Flügel ist diesbezüglich makellos.

Am Rumpf fehlt noch das Spornrad, die SR-Anlenkung, sowie die Halterungen für das Klinken- und das SR-Servo.

Das Seitenruder wird bei mir wie immer mit zwei Glasrovingen angelenkt. Die Anlenkung hat somit die gleiche Ausdehnung wie der Gfk-Rumpf. Dazu werden zwei Glasrovinge aufgehängt. Unten werden 1mm- Federstahlschlaufen festgeknüpft. Als Gewichte werden Schraubzwingen festgeklemmt. Die Rovinge werden direkt von Hand (natürlich mit Latexhandschuh) einmassiert. Dazu reichen 5 gr. Harz. Da der Knoten auch eingeharzt wird, kann der Federstahl danach für die Anlenkung (Z-Zange) genutzt werden. Nach dem Einharzen werden die Rovinge bzw. die Schraubzwingen ein Dutzend Mal verdrillt und das überschüssige Harz nochmals abgestrichen. Damit sich die Rovinge nicht wieder aufdrehen, wird ein Bierkasten so deponiert, dass sich nichts mehr drehen kann. Funktioniert auch mit leeren Bierkästen. Wäre ja sehr unangenehm, wenn man wegen dieser Arbeit aufs Feierabendbier verzichten müsste.:D
Vorne beim Servo werden später die Rovinge in Löthülsen festgeklebt. Hält bombenfest und muss nie nachgespannt werden.

Auch hier wie immer ein paar Bilder. Einige davon noch vor bzw. beim Schleifen des Spritzspachtels.

Gruss
Sigi

kneubi
31.03.2013, 17:04
Hallo zusammen

Zwischenzeitlich wurden die Tragflächen auch unten lackiert (schwarz). Obwohl ich mir das eigentlich nie mehr antun wollte, habe ich das HR und die Tragflächen mit 2000er nass geschliffen. Nun sind auch die letzten Ansätze vorn Orangenhaut weg. Die Flächen waren zwar super lackiert doch im Kunstlicht sieht man doch immer noch ein bisschen Cellulite.... tja und so hab ich halt die Dinger wieder mal von Hand geschliffen und nun mit der Maschine auf Hochglanz poliert. Das Resultat darf sich meiner Meinung nach sehen lassen :D.

Heute wurden nun bei einer Fläche mal die Ruder rausgetrennt. Dazu habe ich eine Aluschine ca. alle 50cm mit einem schmalen Streifen Teppichverlegeband auf der Fläche fixiert. Mit der Oberfräse und einem hoch drehenden 2mm Fräser wurde die "Tragflächenhaut" durchtrennt. Mit etwas Uebung bringt man ein Superschnitt hin der keines Schleifstriches oder sonstiger Nachbearbeitung bedarf. Am besten gelingt es mir, wenn ich mit beiden Daumen die Aluschiene umfasse und den restlichen Fingern die Oberfräse mit leichtem Druck gegen die Aluschiene presse. Der Druck gegen die Schiene sollte von den Daumen her und von Seiten der Fräse etwa gleich gross sein, anonsten kann sich die Schiene lösen und das sieht dann nicht so gut aus .... wie ich heute erfahren musste.:mad: Zum Glück fang ich immer auf der Unterseite an und das Unglück ereignete sich auf den ersten paar Zentimeter. Man stelle sich das Aergernis auf der Oberseite vor! Tja ich bin zwischenzeitlich in mogelnder Kosmetik bald so gut wie die Herren der plastischen Chirurgie.:rolleyes: Ist bereits repariert.

Auf der Oberseite wurde der Frässchlitz, im Vergleich zur Scharnierlinie auf der Unterseite, mit 1 bis 2,5mm Richtung Nasenleiste versetzt angebracht.

Mit der Metallsäge wurden die Ruder dann noch in Flugrichtung abgetrennt. Da ich den Styro innerhalb der Kohleschlauches mit Malerkrep und Trennmittel eigepackt hatte, konnte der spätere Hohlraum ohne Aufwand freigelegt werden. Die RDS-Taschen in den Rudern wurden auch bereits freigedremmelt.

Hier wie immer ein paar Fotos. Auch eines von meinem "Ausrutscher" Die Oberfläche des Flügels sieht man gut am Spiegeln der Deckenbeleuchtung....macht schon Freude so ein Resultat. Und das ohne Negativformenbau ;)

Weiterhin frohe, weisse Ostern :rolleyes:
Sigi

blonthomas
02.04.2013, 13:00
Hallo Sigi,
danke für deinen tollen Bericht! Auf dem zweiten und dritten Bild des vorherigen Beitrags sehe ich (wieder mal) diesen Proxxon-Ständer der offensichtlich aus einem Handbohrer eine Oberfräße macht. Wie heißt das Teil denn? Auf der Homepage von Proxxon kann ich es nicht entdecken.

Schöne Grüße,
Thomas

kneubi
02.04.2013, 13:21
Hallo Thomas

Habe das Teil schon rund zehn Jahre und möchte es nicht mehr missen. Offensichtlich ist dies schon länger nicht mehr offiziell erhältlich. Siehe hier...

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/141965-Gibt-es-noch-irgendwo-den-Proxxon-Oberfräsenvorsatz

Gruss Sigi

goevier
02.04.2013, 22:34
Hi Kneubi,

gibt es einen Grund, warum du nach dem Feinschliff die Ruder mit der Fräse trennst?

Ich würde es umgekehrt durchführen, da ich befürchte die Oberflächen mit der Aluleiste / Fräsvorrichtung zu beschädigen.

In eigener Sache,: heute sind meine Flächen der Cobra beglast worden.

Wird super;)


Grüße und toi, toi beim bevorstehenden Erstflug


Uwe

kneubi
02.04.2013, 23:54
Hallo Uwe

Ich hab das bereits ausprobiert: Das erste -, das einzige -, das letzte Mal, ein Mal zu viel und definitiv nie mehr wieder !!! :D:D Das Resultat war echt deprimierend. Du bringst mit dem Schleifen der schmalen Ruder keine gescheite Fläche hin. Die Struktur auf der Fläche wie auf den Rudern wird zu unterschiedlich. Ausserdem hast du so sehr viele scharfe Kanten durch das Raustrennen der Ruder. An diesen Kanten wirst du immer wieder mal die Farbe durchschleifen. Schleifst du nicht bis zur Kante hast du wiederum eine sehr unterschiedliche Struktur.

Für eine gute Oberfläche gibt es für mich drei verschiedene Vorgehen (immer die ganze Fläche am Stück)
1. Bei einer guten Lackierung lass das Feinschleifen einfach weg. Den Unterschied siehst du nur im Kunstlicht oder bei ganz genauer Betrachtung im Streiflicht.
2. Schleifen von Hand mit einem guten 2000er-Nasspapier mit einem kleinen Schleifklotz. Aufpolieren mit einer guten Schleif/Polierpaste mit der Maschine (rotierend) - arbeitsaufwändig jedoch problemlos
3. Scleifen mit 3m-Drizact trocken mit der Maschine (alternierend z.B. mit Festo) - geht sehr schnell, Gefahr des "Durchschleifens" der Farbe an Endleiste sowie an engen Nasenradien. Anschliessend Aufpolieren (rotierend)wie bei 2.

Das Behandeln der einzelnen Ruder geht wirklich sehr schlecht. Das Problem mit den Kanten ist wirklich nicht ohne. Klar ist beim Fräsen etwas Vorsicht geboten sowie sollte das Werkzeug auf scharfe Kanten und Rifen geprüft werden. Dennoch gibts immer wieder mal feine Abriebe oder gar mal einen feinen Katzer von der Oberfräse. Diese lassen sich jedoch problemlos im nach hinein weg polieren.

Weiterhin viel Erfolg bei deiner Cobra - da wird es ja auch nicht mehr so lange dauern bis der Erstflug ansteht..

Beste Grüsse
Sigi.

kneubi
22.04.2013, 23:19
Bei meiner LS 10 gings in letzter Zeit auch wieder Schrittweise vorwärts. Nachdem die Ruder herausgetrennt waren, wurde auf der Oberseite bei den Flächen bzw. auf der Unterseite beim HR das Composite und das Abachi schräg angeschliffen, sodass später die Ruder und die Dichtlippen ohne zu streifen einfahren können. Dazu wurden die Ruder provisorisch mit Malerkrep anscharniert. Danach wurden alle sichtbaren Stiroflächen und Holzflächen (Schnittkanten sowie Ruderstirnseiten) mit reinem Epoxi versiegelt. Nach dem Aushärten kam an den Scharnierkanten noch ein Silikonprimer drauf. Nachdem die Ruder positioniert waren, wurde der Scharnierspalt mit einem später gut lösbaren Tesa (z.B. Tesa-Scharnierband) abgedeckt. Danach kommen noch mehrere Lagen Malerkrep darüber damit das Ganze stabil und zäh wird. Darauf wir der Flügel, am besten in der Negativschale umgedreht. Das Silikon/Elastosil wird mit einer kleinen Injektionsspritze (mit den grossen Spritzen bringt man den nötigen Pressdruck nicht zustande). Kanüle mind. 1,6mm Durchmesser. Die 1,6 Kanüle passt auch sehr gut zu meinem 2mm Spalt. Bei mir wird immer nach 24 Std. erst das Malerkrep und dann das feine Tesa im 180 Grad Winkel entfernt. Hatte damit noch nie Probleme. Nach weiteren 24 Std wird das Scharnier erstmals belastet. Das heisst um 90Grad abgewinkelt.

Hier einige Bilder....

kneubi
22.04.2013, 23:57
Vor kurzer Zeit habe ich die Beschreibung betreffend Dichtlippen hier bereits einmal gepostet..


Hallo Thomas

Versuche das Ganze in kStichworten zusammenzufassen: Silikonscharnier zwingend vorher montieren. Provisorisches Klebebandscharnier kommt definitv nicht gut. Am Ruder wird spezielles Tesaband aufgeklebt (kann jedoch dir den Typ evtl heute abend oder sonst nächsten Montag bekanntgeben/ ist ähnlich wie ein Elektriker-Isolierband)) Das Klebeband sollte wie bei Tofo's Bild aufgeklebt werden. Besser einen mm zuweit vorstehen lassen als zu kurz (kann nach aushärten abgeschliffen) Flügel wird senkrecht stehend (Styroklotz) fixiert. Ruder wird mit Klebeband im 90 Grad Winkel "zurückgebogen" und mit Klebeband fixiert oder man stellt einen Klotz darunter. Am Klebeband wird auf der Aussenseite eine kleine Markierung 2 mm von der Kante entfernt angebracht. Gilt später als Referenz, damit die Dichtlippe sich nicht aus dem Flügel "ausfädelt". Auf dem waagerechten, vorstehenden Klebeband wird nun die Mumpe mit Spritze oder aus einer feinen Plastiktüte bei der eine Ecke abgeschnitten wurde aufgebracht. Die Mumpe besteht aus weiss eingefärbten Harz mit Microballon, Thixtropiermittel und immer etwas Baumwollflocken. Die Mumpe sollte ziemlich flüssig sein. Etwas flüssiger als Mayonaise passt. Das überflüssige Harzgemisch darf ruhig vom Klebeband tropfen. Durch die Konsistenz entsteht eine saubere Kante/Rundung wie einem Glas das man überfüllen will. Nun kommt das wichtigste: Geduld!!! Die Dichtlippe darf erst nach starkem angelieren in die Tragfläche eingeführt werden. (Sonst gibts nur eine Kante mit einer geraden Fläche) Wir sprechen hier bei 50 Min-Härter bei ca. 20 Grad Raumtemperatur von 3,5 bis 6 Stunden. Die Dichtlippe muss richtig zäh und ziemlich hart sein. Die meisten warten hier zu wenig lange. Immer wieder vorsichtlich von unten am Klebeband nach oben drücken. Es darf keine Kante geben und die Dichtlippe muss mit starken Druck wieder in die Waagerechte zurück wollen. Nun wird die Dichtlippe von vorsichtig eingefädelt. Meist ist der Spalt auf einer Seite minim kleiner. Hier beginnen. Damit das Einfädeln besser geht schiebe ich eine Postkarte nach der anderen dazwischen, bis ich das ganze Ruder eingefädelt habe. Nun können alle Postkarten entfernt werden. Ich schliesse das Ruder einmal vorsichtig bis die Dichtlippe leicht ansteht. Nun öffne ich das Ruder wieder bis ich meine eingangs erwähnte Markierung sehe. Nun das Ruder in dieser Stellung fixieren. (Oefters fädelt sich die Dichtlippe durch eine unbedachte Bewegung nochmals aus und ich kann wieder von vorne mit dem Einführen anfangen). Das Ganze 24 Std gut aushärten lassen. Klebeband abziehen . Fertig. Dichtlippe schliest perfekt und benötigt keinerlei Nachbearbeitung.

Hoffe war so verständlich?

Gruss Sigi

....auch hier einige Bilder.

Uebrigens bei den Dichtlippen bearbeite ich nie zwei nebeneinanderliegende Ruder gleichzeitig. Hier habe ich in einem ersten Schritt die innere WK und das äussere QR erstellt. In einem zweiten Schritt kam dann das mittlere Ruder dazu.

Bei der Tragfläche war die Mumpe weiss eingefärbt. Beim HR wurde statt Baumwollflocken CFK-Flocken benutzt, was zur passenden schwarzen Färbung führte.

Gruss Sigi

StratosF3J
23.04.2013, 07:42
Hi Sigi,

wieder einmal klasse Bilder und super dokumentiert.

Deine Oberflächen sind ja perfekt. Da kann ich noch viel von Dir Lernen ;). Habe mir schon einen Zettel gerichtet, was ich bei meinem nächsten Projekt verbessern werde :D.

Gruß
Thomas

Frank Thorn
23.04.2013, 08:39
Moin Sigi,

Sieht wie immer bei dir äußerst sauber aus. Macht immer Spaß dir zuzuschauen.

Gruß
Frank

kneubi
23.04.2013, 08:49
Hallo zusammen

Danke Thomas, danke Frank, perfekt ist es mir dieses Mal jedoch auch nicht gelungen. Hatte z.B. auf der Flächenunterseite grobe Probleme. Erst Lackierung Nr. 3 hat gepasst. Schuld war vermutlich Silikon auf der Fläche welches von einem falschen Abdeckband welches einen Silikonhaltigen Klebstoff beinhaltet stammte. Sah übel aus :rolleyes:
Habe ausserdem genau darauf geachtet, dass ja keine Macke auf einem Bild ersichtlich ist :D:D:D

Zur Vervollständigung: Zwischen den beiden Arbeitsschritten Silikonscharnier und Dichtlippen wurden bereits alles RDS-Anlenkungen provisorisch eingebaut und getestet ohne jedoch ein Servo oder Servorahmen bereits einzukleben. Flutschte alles erstaunlich gut.

Gruss Sigi

Frank Thorn
23.04.2013, 09:39
Das ist ein Thema, was mich bei meinem SB14 Bauprojekt immer noch umtreibt. Ich sehe zwar die Vorteile, habe aber Angst, dass es mit der Zeit ausschlägt denn ich weiß nicht wie ich robuste Taschen bauen soll, die klein genug sind, dass sie in die schmalen Querruder passen.

Hast Du zwei Servos pro Klappe mit RDS gemacht? Wölbklappen konventionell angelenkt?

Am Wochenende bin ich wieder mit meiner ASW geflogen und jetzt richtig motiviert die SB14 fertig zu bauen.

Wann fliegt die LS10?

Gruß
Frank

kneubi
23.04.2013, 09:52
Hi Frank

Die Taschen die mein Kollege baut, halten schon etliche Jahre (schätze die ältesten sind 5 bis 7 Jahre) und funktionieren nach wie vor spielfrei. Dicke der Taschen Torsionsstabdurchmesser (meist 3mm) plus 1,8 mm.
Bei mir wird diesmal alles mit RDS angelenkt, inkl. WK/Butterfly. Wenn das die F3B-Fritzen können, muss das auch bei Grosseglern funktionieren.:D Die inneren beiden Ruder bekommen je zwei Servos, Das äussere QR (genau 50 cm lang) reicht def. ein Servo. Hier musste auf Grund der kleinen feinen Klappe die Taschentiefe auf 11mm reduziert werden. Innere WK 60 Grad bei den äusseren Rudern 35 Grad Winkel der Torsionsstäbe. Eingebaut werden alle Servos im 60 Grad Winkel zur Scharnierlinie.

In die Luft sollte die LS in der zweiten Juni-Hälfte. Dann gehts wieder ins Hahnenmoos....für die Alpenluft ist sie gebaut...Artgerechte Haltung für so ein Vögelchen! ;)

Gruss Sigi

Frank Thorn
23.04.2013, 10:45
Hast Du auch wieder recht....

Dorne sind alle 3 mm?

Wenn Dein Kollege vielleicht noch ein par Taschen übrig hätte.... ;-)

Toller Flieger!

Gruß
Frank

kneubi
23.04.2013, 10:51
Ja - alles 3mm. Wieviele brauchst du denn ;-) Kann ja mal nachfragen.

Gruss Sigi

kneubi
01.05.2013, 18:17
Beide Flächen wurden inzwischen mit Kabelbäumen versehen und in einer Fläche sind die Servo's mit RDS eingebaut. Meine Befürchtungen, dass zwei Servo's pro Ruder ein Problem ergeben würden erwiesen sich als unbegründet. Es läuft alles bestens ohne Knurren und Surren. Zum Testen vorerst mal über V-Kabel. Später werden die Servos pro Ruder demselben S-Bus-Kanal zugeordnet. Die Querruderservo sowie die Servos der mittleren Klappe (35Grad) wurden eingeschrumpft und eingeklebt. Die inneren WK (60Grad) bekamen Servorahmen die ein Axialspiel zulassen. Die Positionen passten jedoch so gut, dass auch diese direkt eingeklebt hätten können. Zuerst wurden die Servo's bzw. die Anlenkstifte Paarweise auf parallelen Verlauf geprüft. Dann wurde jeweils ein Servo eingebaut. Ruder wird dabei über Servotester bewegt und so passende Position ermittelt. Nachden das ganze gut ausgehärtet war, wurden beide Servos mittels V-Kabel verbunden und nun so das zweite Servo eingeklebt.

Tja Maidenflight rückt näher....;)

Gruss Sigi

Carbonfreak123
07.05.2013, 14:23
Hallo zusammen

Sehr interessiert an deinem projekt, habe ich mein eigenes gestartet, ne B4 mit styro/abachi flügel zu bauen...

Nun habe ich gelesen, dass man das abachi mit nitrohartgrund behandelt.... kann ich auch mit nitro verdüntes Harz nehmen?.... oder es auch sein lassen.... was sind genau die gründe, dass man dies macht?....
sorry für villeicht die sehr naive frage, habe nur erfahrung im voll gfk bauen und dort das balsa stehts unbehandelt eingeharzt und hatte nie irgendwelche probleme....

gruss sandro

kneubi
07.05.2013, 14:45
Hallo Sandro

Hartgrund wird benutzt um das Abachi zu "sperren". So saugt das Holz wenig bis kein Harz auf. Also vor allem eine Gewichtsfrage. Man will ja nur das Glas- oder CFK-Gewebe tränken und nicht das Abachi.

Gruss Sigi

Carbonfreak123
07.05.2013, 15:47
Danke Sigi für die rasche antwort

dann kann ich auch einfach am vorabend starck verdüntes harz einstreichen, in die form legen und nen tag warten...
oder brauchst du dazu was ganz vestimmten? und wo bekommt man dies?

gruss sandro

Milan
07.05.2013, 23:24
Danke Sigi für die rasche antwort

dann kann ich auch einfach am vorabend starck verdüntes harz einstreichen, in die form legen und nen tag warten...
oder brauchst du dazu was ganz vestimmten? und wo bekommt man dies?

gruss sandro

Hallo Sandro.

Harz ist zum Sperren von Holzoberflächen eine nicht so gute Idee. Grund: 100g Harz wiegt nach dem Abbinden immer noch 100g.

Hartgrund ( ich verwende immer Schnellschleifgrund von Clou) verdunstet beim Durchhärten zu einem großen Teil und wiegt deshalb "trocken" viel weniger als im "nassen" Zustand.

LG

Harry

Carbonfreak123
08.05.2013, 00:12
Ciao harry, danke für die antwort, dann mache ich mich mal auf die suche wo sowas in der schweiz erhältlich ist ;-(

PIK 20
08.05.2013, 09:19
Hallo Sandro,

wenn du nicht den speziellen Nitrohartgrund von Clou bekommst, dann geht es mit den gängigen Porenfüllern oder auch mit Spannlack sehr gut

Gruß Heinz

kneubi
08.05.2013, 11:18
Hi Sandro

Ich achte da nicht speziell auf das Produkt. Kaufe jeweils den erstbesten Hartgrund im Baumarkt. Der altbekannte Nitrohartgrund ist meines Wissens auch nicht mehr erhältlich.

Gruss Sigi

Carbonfreak123
08.05.2013, 18:45
Super... mit den vielen Hinweise werde ich bestimmt fündig und ich kann beginnen Abachi zu versiegeln 😊
Vielen Dank für die schnelle hilfe.... und jetzt sag ich nix mehr damits im sinne des threadsstarter weitergeht ;)

gruss sandro

kneubi
19.05.2013, 10:36
Hier noch ein paar Aufnahmen vom Innenausbau...

kneubi
19.05.2013, 10:56
An dieser Stelle möchte ich allen danken die zur Erstellung der LS mitgeholfen haben...

Chriatian Baron für die Beratung der Profilwahl sowie für sein Tool das ich seit Jahren zur Berechnung der Holme benutze.
Herrn Faller für seine Flächenkerne mit meinen vielen Extrawünschen
Herrn Möller der beim Rumpf mit Superfinish auf meine Spezialwünsche eigegangen ist.
Oli vielen, vielen herzlichen Dank für die Winglet-Form. Diese machen das Bild der LS so typisch.
Denis für das Decor und die Beratung bei Formen und Farben.
Beat der mir seiner geübten Hand und seiner Schleifmaschine mich wieder vor vielen Stunden Handschleifarbeit bewahrt hat. Und mir immer wieder mit seiner Erfahrung weiterhilft.
Thomas für seine RDS-Taschen.
Markus von RDS-Swiss für seine Beratung und sein RDS-Material
Otto für seine Lackierung. Immer unermüdlich, auch wenns drei Anläufe brauchte.
Vor allem aber auch Padi der viele Abende mit mir beim Flügelbau in meiner Werkstatt verbracht hat. Da rauchten öfters nicht nur unsere Zigarren;) sondern auch unser Köpfe wenns um den nächsten Bauabschnitt ging.

Vielen Dank und liebe Grüsse
Sigi

kneubi
19.05.2013, 11:02
Bilder vom 18.5.2013

Gewicht 12'100 Gramm, Flächenbelastung 95 Gramm (angestrebt waren 12'700 Gramm, Flächenbelastung 100 Gramm) - Punktlandung!

kneubi
19.05.2013, 11:43
Gestern herrschte Ostwind teils recht böig.

1. Flug mit 120 Gramm Angstblei. Ausklinkhöhe ca. 400m. Erstaunlich wie die LS direkt und knackig auf alle Ruder reagiert. Kein Trimm notwendig. Nichteinmal auf dem Butterfly. Ausser das ich immer etwas ziehen muss. Anstechtest quer zum starken Wind ... passt. Die 1,5 Grad EWD scheinen zu passen. Gleich eine erste Rolle anängen. Geht wie am Schnürchen. Ein Abschmieren/Abkippen lässt sich nur mit voll durchgezogenem HR provozieren. Nach einer halben Drehung hängt sie jedoch sofort wieder satt am Ruder. QR-Differenzierung dürfte noch etwas erhöht werden, da sie bei QR-Ausschägen li/re-Wechsel doch sichtlich pendelt. Erstaunlich wie gut sie gegen den Wind ankommt bei sehr gutem Gleitwinkel. Bei dem Wind sind jedoch noch keine fundierten Aussagen zur Leistung möglich. Landung problemlos, bei der Bremsfläche. Geschafft! Durchatmen!

2. Flug mit 60 Gramm Angstblei. Sie wirkt nun noch direkter an allen Rudern. Erste verissene Thermik kann in Höhe umgesetzt werden. Die LS fliegt lammfromm ohne jegliche Zicken (da kenn ich anderes) Es folgen die ersten Speedflüge, Loopings, 4-Zeiten-Rollen etc. Die LS macht alles mit. Erstaunlich ist, dass zwischen Thermik, Speed und Neutralstellung die Höhe nie nachgetrimmt werden muss. Vom Bauchgefühl her passt alles. Landung wird diesmal noch langsamer durchgezogen. G... ! !

3. Flug ohne Angstblei. Mit- oder gegen den Wind fliegt sie nun ohne dass das HR betätigt werden muss. Gefühlsmässig wirkt sie nun noch agiler. Sender wird nun meinem Bruder in die Hände gedrückt. Auch er ist beieindruckt und findet den Vogel langweilig... so ohne Zicken ;) Zum Vergleich ist er den ganzen Nachmittag mit seiner LET-ASH 26 in der Luft. Also gleiche Grösse, gleicher Einsatzbereich.

Hier ein paar Bilder...

kneubi
19.05.2013, 12:18
Seit Jahren ist mein Spruch: "Wenn du einen Flieger dem Medium Luft übergibst, musst du ihn bereits abgeschrieben haben - kannst du damit nicht leben baust du besser Modellboote"
So brutal wie gestern hat mich dieser Spruch noch nie eingeholt. :cry:

Flug 4 - Problemloser Start, gemütliches Rumkurven. Noch ein paar Abschmierversuche. Alles im grünen Bereich. Speedflug mit Rückenwind. Anstechen, flachziehen, Vorbeiflug ... erst geht die Kabinenhaube weg. Durch die entstehende Resonanz zerlegt sich das ganze Modell bereits in der Luft. Erst die rechte innere WK, dann verabschiedet sich der ganze rechte Flügel. Den Rest könnt ihr euch vorstellen...

Vor einer Zeit ist meinem Bruder bei einer gleich aufgebauten 6m ASH 26 (Positiv-Bauweise jedoch weniger CFK) bei geringerem Speed auch die Haube weggegangen. Sämtliche Flächenruder waren hinüber (Ruder und/oder Servos), beide Flächen teils grossflächig delaminiert. Er konnte den Vogel mit Höhe und Seite landen. Dennoch war das Modell Totalschaden.

Kleines Detail - grosse Wirkung. Der Kabinenhaubenriegel war vermutlich etwas zu kurz oder nicht richtig eingerastet.

Lehren daraus. Kabinenhaubenverriegelung muss optisch und/oder akustisch wahrnehmbar sein. Bei einien Modell seh ich den Stift bei anderen höhre ich das satte "Klack". Bei der LS fehlte leider beides.
Im weiteren: Der Flügel ist am Ende der Hülse weggebrochen. Sie brechen immer hier, dort wo es vom harten zum elastischen Teil übergeht. Ich habe nun gesehen, dass zwischen der Hülse (CFK-Schlauch 45 Grad) und der Gurte (Längsrovinge) alles gut getränkt war, dennoch die Verbindung/Verklebung nicht optimal war. Hier wird in Zukunft mit Baumwollflocke-Mumpe das Ganze gekoppelt und massiv zusammengepresst und nicht nur eingelegt.

Die LS wurde leider nur drei Flüge alt. Diese haben mich jedoch dermassen überzeugt, dass ich in nächster Zeit mit Edition II beginnen werde. Wer ein Modell schon mehrmals gebaut hat, weiss dass man beim zweien Durchgang viel schneller ans Ziel kommt.

Auch hier bleibe ich euch das Bild nicht schuldig...

Gruss
Sigi

Gast_8624
19.05.2013, 12:19
Hallo Sigi,

Glückwunsch für solch einen gelungenen Erstflug.
Was ein tolles Projekt, ich bewundere deine Präzision in der Bauausführung, und vielen Dank für den Baubericht.
Etwas Besseres für den Tragflächenbau gibt es in RCN nicht!

Gruß Rolf

ps...sehe gerade die Katastrophe...:cry:

RC-Segelflug
19.05.2013, 12:55
Hallo Sigi,

mein Beileid, was ein Mist.

Auch ich habe Deinen Baubericht sehr gerne verfolgt.

Aller erste Sahne.

Schade ums tolle Modell.

Aber, der nächste Winter kommt bestimmt.

Grüße aus Luxembourg

Guido

O.J.O.
19.05.2013, 13:39
Oh-je

gestern habe ich nochmal gelesen, wie du das so mit den Flächen machst, da ich gerade ne 6m ASH baue - da habe ich viele Anregungen geshen und übernommen und nun das.
Also wünsch ich dir beim Aufbau der Edition II alles gute und werde weiterhin alles verfolgen, um ggf. noch mehr zu lernen und steh dir zumindest in Gedanken bei.

Gruß Ole

FWK
19.05.2013, 13:43
Sigiiii,

Darf ja gar nicht wahr sein..

Das isch s'Zähni, dachte ich, als ich die Fotos von dem schönen Vogel sah und nun sowas.
Trotzdem vielen Dank für deinen detailierten Baubericht, auch wenn du schlussendlich nicht dafür belohnt wirst.

Kopf hoch, ich hoffe du hast zum Überbrücken noch anderes Material.

Gruess und gute Zeit, Franz

baidelhuber
19.05.2013, 15:55
Hallo Sigi!

Zunächst vielen Dank für diesen tollen und ausführlichen Baubericht! Ich habe ihn sehr oft gelesen, baubegleitend nachgeschlagen, an deinen Bildern gewisse Details abgeschaut,... Wirklich genial! Ich habe viel von dir gelernt!! (meine ASW 28-18 Flächen in 1:3 schlüpften vor drei Wochen aus dem Sack; wäre ohne deine Hilfe so nicht möglich gewesen!)

Die LS ist wirklich super geworden! Schade, dass es so endete! Es freut mich aber, dass du die Motivation für Edition II hast und dich nicht unterkriegen lässt! Bleib dran und halte uns weiter auf dem Laufenden!

Grüße aus dem Schwarzwald,

Micha

Stephan S.
19.05.2013, 16:48
Hi Sigi,

Erstmal vielen dank für den ausführlichen und hervorragenden Baubericht samt der tollen Bilder - habe hier immer mit großem Interesse mitgelesen. Großes Kompliment dafür!
Sehr schade, dass dies nun ein so schnelles und bitteres Ende nehmen musste. Ich wünsch dir nun viel Erfolg und Durchhaltevermögen (oftmals das grösste Problem beim 2. Durchgang) beim Aufbau deiner Nummer 2.

Frank Thorn
19.05.2013, 19:53
Hallo Sigi,

Das tut richtig weh, zu sehen, dass diese schöne Maschine so schnell kaputt war.

Ich kann mich den anderen nur anschließen und dir für diesen tollen Baubericht danken. Ich habe es geschafft, praktisch ohne Erfahrung einen schönen Segler zu bauen, indem ich deiner Anleitung gefolgt bin. Das Modell macht mir unglaublich viel Freude und wie du weißt, habe ich schon das nächste Projekt in Arbeit.

Hoffentlich bist du demnächst wieder motiviert genug einen Neubau in Angriff zu nehmen. Du hast ja gesehen, dass deine Auslegung gepasst hat und der SA-Strak offensichtlich auch gut funktioniert hat.

Kopf hoch....
Frank

StratosF3J
19.05.2013, 21:16
Hi Sigi,

mein aufrichtiges Beileid. So ein kurzes Leben eines so tollen Fliegers wünscht mein nicht mal seinem größten Feind.

Aus Deiner Beschreibung lese ich sehr viel Motivation für Edition 2.0. Vielleicht haben wir das Glück, dass Du uns weiterhin über die Anpassungen berichtest.

Du bist einer der ganz wenigen hier im Forum, die den Modellbau mit Hingabe, Pefektion und einer Offenheit betreiben, die seines Gleichen sucht. Ich wünsche Dir, dass Deine Flugsaison 2013 nur noch positive Ereignisse bringt.

Gruß
Thomas

kneubi
20.05.2013, 00:12
Hallo zusammen

Vielen Dank für die vielen mitfühlenden und aufmunternden Wortmeldungen.

Kann es immer noch nicht ganz fassen was da abgegangen ist. Z.B. ist beim rechten Flügel nicht nur die Hülse aus der Flächenwurzel rausgebrochen sondern der Flächenverbinder ist gleichzeitig auch noch am Flügel/Rumpfübergang durchgebrochen. Wohlverstanden in der Luft - nicht beim Aufprall. Das eine Stelle bricht ist nachvollziehbar aber beide gleichzeitig ?? Wenig Cfk war da ja nicht drin. War kein Bruch sondern eine Explosion am rechten Flügel. :rolleyes:

Hatte bis jetzt noch keinen Bock die Trümmer aus dem Wagen zu räumen. Werde nächsten mal das Ganze sezieren und analysieren. mal schauen was wir aus den Leichenteilen für den nächsten Bau lernen können.

@ Franz: Jo - ich hab noch das eine und andere zum Überbrücken. ;) Denn in nicht einmal vier Wochen sollte im Hahnenmoos wieder die Luft brennen :D .... Sofern sie endlich mal den Schnee wegräumen! Bist du dann auch wieder dabei?

Beste Grüsse
Sigi

Gliderfreak
20.05.2013, 09:51
Oh Mann Sigi, Beileid.... Kann gut nachvollziehen, wie man sich fühlt nach der vielen Arbeit... Ich hoffe, Du berichtest wieder über Version 2.... Was Du zum Flugverhalten schreibst, kann ich mit meinen Erfahrungen bestätigen... sehr gutes Gleiten.... auch bei Wind
Freu Dich auf V2

Kopf hoch!!!
Viele Grüße

blonthomas
20.05.2013, 10:39
Oh Mann - das ist wirklich brutal!! :cry:

Aber Hut ab, nicht nur vor deiner tollen Baudoku, sondern auch vor deiner offensichtlich großen Motivation zum Nachfolgeprojekt. Es hilft ja nichts, die alte LS ist nun mal hin.

Was bleibt ist deine unglaublich gute Flächenbauanleitung, die du der RCN-Gemeinde geschenkt hast. Damit lebt deine LS in gewisser Weise noch lange weiter. Ich jedenfalls habe deinen Bericht schon komplett als PDF für später mal auf meiner Festplatte geparkt.

Schöne Grüße aus Oberbayern und immer weiter so,
Thomas

Ingo Seibert
20.05.2013, 10:49
Hallo Sigi,

trotz stillem Mitlesens war dein Bericht ein ungeheurer Motivationsschub in Sachen "jetzt bau doch endlich mal die Libelle-Flächen" für mich! Das Gefühl, nach vielen Arbeitsstunden seinen ganzen Stolz nach so kurzer Zeit im Dreck liegen zu sehen, kenne ich nur zu gut - mein Fox wurde nach vielen 100 Stunden Restaurierung aber immerhin 22 Flüge und einen halben Wettbewerb alt ...

Kopf hoch und immer dran denken: Du hast es einmal geschafft, Du schaffst es auch ein zweites Mal - und dabei wird eh alles besser :)!

Christian Baron
20.05.2013, 11:31
Hallo Siggi,
es tut weh Deine neue LS10 so zu sehen!:cry:

Ich denke nicht, dass die LS10 Flächen unterdimensioniert waren. Wenn so eine "Explosion" in der Luft passiert, geht in der Regel ein Flattern der Querruder, der Wölbklappe oder auch der gesamten Fläche voraus. Du schreibst, das die Kabinenhaube bei hoher Geschwindigkeit den Rumpf verlassen hat. Ohne Haube hast Du dann einen weit hinten liegen Schwerpunkt gehabt der zum schlagartigem aufbäumen des Modells führt. Je nach Geschwindigkeit kann dann schon die Wölbklappe abreißen und die Fläche brechen. CFK ist nicht für schlagartige Belastungen geeignet! Wenn Du einen Verbinder (fast egal welcher Querschnitt) mit voller Kraft gegen eine harte Kante schlägst, wird er brechen.
Wenn das bei Deiner LS10 in der Luft passiert ist, muss die Belastung schlagartig gewesen sein und dagegen kannst Du nicht dimensionieren.

Ein Vorschlag zu der Version 2 Deiner LS10: Nimm Aramidgewebe diagonal auf der Innenseite der Unterseitenbeplankung eingelegt als Scharnier für die Querruder und Wölbklappen.
Hält die Klappen besser an der Fläche bei solchen Beanspruchungen.

kneubi
20.05.2013, 19:40
Hallo Christian

Bin auch der Meinung, dass der Flügel genügend dimensioniert war.

Aramid als Scharnier, du meist also Elasticflaps. Geht glaub ich nicth bei meiner Bauweise. CFK geht durchgehend und zusätzlich ist die Ruderverkastung eine CFK-Schlauch der durchtrennt wird. Uebrigens die WK wurde beschädigt und flatterte das Scharnier hat jedoch gehalten.

Ich hab mir überlegt was nocht beigetragen hat. Im Vergleich zur 27 und 22, dort gehen die Flächenbolzen ca. 40 mm in die Rumpfhülsen rein. Hier sind es nur ca. 15mm. Wenn die Fläche sich aufschaukelt und etwas abrutscht dann knallts sowieso. Uebrigens der vordere Bolzen mit dem ganzen Klotz fehlt.

Was mir mehr Sorgen macht ist die Verklebung Gurte/Hülse bzw. Gurte/CFK-Schlauch. Bei den Modellen die ich seit Jahren fliege waren die Holme als Ganzes immer zu hoch und musste diese immer mit aller Gewalt runterdrücken. Diesmal ging alles schön auf. Ich habe wohl etwas gepresst, aber jedoch nicht mit aller Kraft. Habe nun beide Seiten aufgefräst. Jeweils die obere Verbindung, also beim Bau die Untere ist nicht perfekt. Beim gebrochenen Flügel war hier die "Trennung", obwohl alles gut getränkt war, jeweils von anderen Teil keine Struktur zu sehen. (Bilder folgen) Beim zweiten Flügel lies sich die Sache mit aller Gewalt mit Schraubendreher (als Meisel) und Hammer trennen. Bei den unteren Verbindungen war eine Trennung nicht möglich (weder mit Klinge, roher Gewalt oder schräges Anschleifen). Hier ist alles aus einem Guss. In Zukunft muss jeweils zwischen Hülse und Gurte eine feine Schicht Baumwollmumpe zur Kopplung aufgetragen werden. Die Umwicklung des CFK-Schlauche mit Rovingen macht das Ganze nur noch Schlimmer, dadurch liegen die Rovinge der Gurte noch schlechter auf. Das es hier bei einem so überdimensionierten Flügel zum Bruch kam, war sicher das Zusammenspiel mehrerer unglücklicher Faktoren.

Bei der nächsten Version werden folgende Punke geändert:

Torsionsbolzen werden wieder länger. Auf gute Kopplung Hülse/Gurte mit Baumwollmumpe wird speziel geachtet. Innere WK bekommen grösser Servos(2 x 10kg) evtl. nun ohne RDS und vor allem die Kabinenhaubenverriegelung muss bombensicher sein.

Gruss
Sigi

kneubi
20.05.2013, 20:00
Hier zwei Bilder von der nicht optimalen Verbindung Hülse Gurte. Obwohl alles gut getränkt ist, konnten die Teile beim Crash getrennt werden ohne dass jeweils vom anderen Teil Spuren zurückbleiben. Die schliesst auf eine suboptimale Verbindung.

kneubi
20.05.2013, 20:03
Hier ein Bild der unteren Verbindung des gleichen Flügels. Hier konnte trotz grösster Gewaltanwendung Gurte Hüls nicht getrennt werden. Beim Schleifen konnte kein Uebergang von CFK-Schlauch zur Gurte festegestellt werden. Alles aus einem Guss.

kneubi
20.05.2013, 20:07
Hier noch zwei Bilder des anderen Flügels. Ein ähnliches Bild: Jeweils die obere Gurte (weisse Oberfläche) konnte wohl unter grösserer Gewaltanwendung getrennt werden. Wenigstens blieben hier einige Rovinge hängen. Bei der unteren Seite (schwarze Oberfläche) war das nicht möglich. Ausnahme der Glasschlauches, welcher keine "tragende" Funktion hat.

Hg
20.05.2013, 23:37
Hallo Sigi Tut mir extrem leid, was mit Deiner Maschine passiert ist :( Ich habe den Beitrag auch als stiller Mitleser konstant verfolgt. Ich habe mich schon gefreut, die LS in ein paar Wochen auf dem Hamo zu sehen! Ich hoffe, Du überwindest Deinen Frust schnell mit dem Bau-Start der V2. Liebe Grüsse und bis bald Hg

Gast_8039
21.05.2013, 08:33
Hallo Sigi!
ich kann es kaum fassen: da beglückst Du uns mit einem fantastischen Modell und einem ebensolchen Bericht, und dann das. Es tut mir irre leid, und ich hoffe dass Du den unsäglichen Frust bald überwinden kannst (ganz gelingt das ja nie...), Dich wieder ans Werk machst und dann lange Freude an Nummer Zwo haben wirst! Das Wissen, das Du hier gesät hast, wird in vielen Modellen unsterblich sein. Hoffentlich ein kleiner Trost! Danke für alles und Kopf hoch!

PS: Die Bruchbilder sehen mir gar nicht so sehr nach einer mangelnden Presung aus (d.h. Kontakt-Fehlstellen) aus, wenn ich mich nicht täusche. Vielleicht könnte also auch eine nicht optimale Haftung trotz Kontaktes der Fügepartner vorliegen ("kiss-bond"). Da die separierte Oberflächenstruktur kein Schliffbild aufweist, ist ja offensichtlich alles Nass-in-nass aufgelegt gewesen. Vielleicht kannst Du nachvollziehen, ob evtl. das Timing beim Einlegen der Flächen dazu geführt hat, dass an dieser Lagengrenze zwei Harzansätze aufeinandertrafen und dabei entweder ein einseitiges Über-Gelieren vorgelegen haben könnte oder das Zusammentreffen zweier Härtungs"fronten" aufgetreten sein könnte?!...

baidelhuber
21.05.2013, 10:47
Hallo Sigi, hallo Achim!

Wenn wir überhaupt etwas Positives aus dieser Sache ziehen können (wenn es auch nur ganz extrem klein ist), dann offensichtlich, dass wir auf mögliche Problemfelder bei unseren Flächen aufmerksam geworden sind!

Sigi, ich habe meine Holme bislang auch wie du nass-in-nass verbaut. Würdest du zwischenzeitlich so weit gehen, dass du eventuell einen fertigen (trockenen) Steg mittels Mumpe in die nassen Gurte legst oder würdest du weiter nass-in-nass, nur eben mit einer Kupplungsschicht arbeiten?
Manche gehen hier ja in zwei bis drei Arbeitsgängen mit Abreißgewebe vor.
Die Problematik mit den Rovingen um den Steg/die Hülse klingt nachvollziehbar, auch wenn ich mir davor nie darüber Gedanken gemacht habe ob dies Probleme hervorrufen kann..

Achim, meinst du bei deiner Überlegung, dass eventuell unterschiedliches, und vermutlich auch unterschiedlich weit ausgehärtetes Harz diesen Effekt hervorgerufen haben könnte? Ich mache beim Holmeinbau eine Fläche nach der anderen, d.h. der Steg wird unmittelbar nach dem ersten Gurt getränkt (bei mir wie bei Sigi der obere). Zwar kann hier neues (gewissenhaft angemachtes) Harz zum Einsatz kommen, auf eine Problematik bzgl. des Aushärtegrades bin ich aber ehrlich gesagt noch nicht gekommen.. :confused:
Diese Überlegung ist auf jedenfall ein Gedanke wert! Wie aber könnte man dies dann verhindern?

Andersherum gefragt, wie merken wir - außer in solchen Unglücksfällen - dass die Haftung zwischen Gurten und Stegen nicht optimal ist? Es scheint ja durchaus möglich, dass die LS kein Einzelfall war, es nur bei ihr als erstes sichtbar wurde..

Grüße aus dem Schwarzwald,

Micha

Gast_8039
21.05.2013, 11:26
Hallo Micha,
wie gut die Haftung ist, ist fast unmöglich zu erkennen solange es nicht zur Separation oder Bruch kommt. Es ist eines der dicksten Probleme in der Composite-Industrie, das zerstörungsfrei zu prüfen, solange keine Grenzfläche entstanden ist. Erst dann zeigen Ultraschall oder Thermografie zuverlässig Fehlstellen an. Wenn ein vorab getränkter Fügepartner aber bereits angeliert, kann es zu solchen Haftungsproblemen ohne lokale Separation führen. Besonders wenn man auf ältere Laminatlagen ein Teil auflegt, das mit einem neuen Harzansatz getränkt ist. Das frischere Harz bindet beim bloßen Auflegen auch dann evtl. nicht korrekt an das Ältere an, wenn es noch "klebrig" erscheint. Ist das Zeitintervall deutlich über der Topfzeit, hilft nur, das "ältere" Bauteil mechanisch durch massierendes Benetzen mit Frischharz zu reaktivieren und dann erst die gleichsam getränkte frischere Lage aufzulegen (das massierende Vortränken von Fügeflächen versuche ich übrigens immer einzuhalten...).
Ein zweites Problem kann entstehen, wenn die Durchhärtung von zwei Seiten auf eine bestimmte Laminatebene "zuläuft". Dort, wo die Härtungs"fronten" zusammenlaufen, kann es auch verstärkt zu Delaminationen kommen. Dies kenne ich aber meist nur bei dickeren Laminaten bzw. reaktiveren / schrumpfenden Systemen mit merklicher thermischer Eigendynamik. Das ist für EP-Harze und dem hier dargestellten Bauweise also recht unwahrscheinlich.
Dennoch gilt allgemein: wenn die Bruchfläche aussieht wie das Bauteil vor dem Fügen, also der Bruch nicht mehrheitlich Faserbruch/ freiliegenden Fasern hervorgerufen hat, ist der interlaminare Haft-Scher-Verbund verdächtig! Gewebe und UD aufeinander sind ja nicht unkritisch, hier muss die Matrix exakt ineinander binden. Staub, Restmonomere/ auf die Oberfläche migrierende Zuschlagsstoffe, Taupunkt etc. hätten übrigens denselben Effekt, aber ist ebenfalls eher unwahrscheinlich, so sauber wie Sigi gearbeitet hat...

Merlin
21.05.2013, 12:33
Ich habe vor ein paar Jahren mal Verklebungstests gemacht:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/137591-Kleben?highlight=verklebung

Als Schlussfolgerung haben wir den fertigen Holmgurt mit endfest300 eingeklebt :eek:
Ich habe aber auch gelesen, daß Raphael seine Hotlinerflächen mit endfest300 verklebt.

Bernd

Christian Baron
21.05.2013, 14:28
Siggi,
meiner Meinung nach ist die Hülle der gebrochenen Fläche nicht richtig mit den Rovings verklebt worden. Die Hülle lag beim verkleben dicht über den Rovings und hatte nur punktuelle Verbindung über die Aramidwicklung der Hülle!

Du steckst die Hülle ja zum verkleben auf den Verbinder und der wiederum ist am Baubrett in der Richtigen Lage fixiert. Nach dem einlegen der Rovings wurde dann die Hülle aufgelegt und mit dem Verbinder in der Lage fixiert. Die Hülle hat dabei zumindest bei dieser Flächenhälfte von der Du die Bruchbilder gemacht hast, keine Verklebung mit den Rovings des Holmgurtes gehabt. Die Hülle schwebte noch über den Roivings bedingt durch die Fixierung! Vielleicht hast Du bei den Rovings weniger Harz gebraucht zum tränken und damit ist der Gurtquerschnitt kleiner geworden als angenommen.
Woran sieht man das?
Man sieht auf den Rovings nur ein oder zwei Abdrücke der Aramidwicklung der Hülle! Man sieht keinen Gewebeabdruck, sondern noch die recht raue Oberfläche der Rovings. So sehen die Rovings auch aus wenn man sie ausserhalb der Fläche tränkt und dort zum aushärten so liegen lässt. Ich meine auch auf den Bildern in Deinem Beitrag #120 zu sehen, dass dort teilweise Luft ist zwischen Holmgurt und Hülle.
Auch bei einer schlechten Verklebung/Verbindung von Hülle und Rovings sieht man quasi einen Abdruck des Gewebes auf dem Harz der Rovings.

Du solltest, wie Du ja schon geschrieben hast, bei der zweiten Version Deiner LS10 die Hüllen mit einem Harz/Baumwollflockengemisch versehen und dann erst mit der Verbinderfixierung in die korrekte Lage drücken.

Die Theorien mit schon angeliertem Harz oder "Harzfronten" sind nicht zutreffend! Beides erzielt immer noch bessere Haftwerte als mit frischem Harz auf ein schon vollständig ausgehärtetes Laminat oder Rovingbündel zu kleben/laminieren.

kneubi
21.05.2013, 17:05
Hallo zusammen

@Christian: Was das Erscheinungsbild der Verbindung/Verklebung angeht gebe ich dir recht. Dies hat jedoch nichts mit der Fixierung des Flächenverbinders zu tun, da erst ganz zum Schluss, nach Fertigstellung des gesamten Homes der Verbinder links und rechts zwischen den Stahlklötzen fixiert wird. Dies war auch diesmal nur zur Kontrolle. Der Styrokanal war jeweils so knapp und so präzise geschnitten, dass ich die Klötze auch weglassen hätte können, bzw die Klötze wären genau gleich dort gestanden ohne Schraubzwingen.

@Bernd: Sorry, mit endfest (brauche ich häufig) kann ich mich für so "grosse" Arbeiten definitiv nicht anfreunden ;)

@ HG: Danke für dein Mitgefühl du weisst ja auch wie es sich anfühlt wenn ein grosser "einfährt". Freue mich auch aufs Hamo. Habe ja noch das eine und andere Gerät zum Fliegen. Styrokerne für V2 sind bereits bestellt. Mein Swift-Projekt 3,6m wird zurückgestellt (3.17 und 4.15 hat ja heute jeder...duck und weg:D )

Habe die Fotos heute mit Herrn Gautschi von swisscomposite (ehemals R&G Schweiz) besprochen. Themen waren nass-in-nass versus Abreissgewebe und Trockenverklebung, Härter mit längerer Topfzeit verwenden, zusätzliche bauliche Massnahmen etc. Fazit: nass-in-nass bleibt die beste Lösung - weiterhin mit 50 Min-Härter arbeiten und weiterhin drei Mal Harz anmachen (untere Gurte/Holmkern/obere Gurte) da Härter mit längerer Topfzeit eine schlechtere Verbindung ergeben wenn nicht getempert werden kann - jeweils angelierte Oberfläche mit "neuem" Harz mit wenig Baumwollflocken (sehr dünnflüssig damit keine unnötige Zwschenschicht entsteht) direkt vor dem nächsten Bauschritt einpinseln und so eine perfekte Kopplungsschicht herstellen, im Bereich der "Auflagefächen" mehr Harz verwenden (in diesem Bereich sei das optimale Tränkungsverhältnis Harz/Gewebe 1 zu 1 zu Gunsten tunlichst zu Gunsten einer besseren Kopplung zu unterlassen), Holm besser pressen

Zusätzliche bauliche Aenderung: Bei der nächsten Version werde ich mit unidrektionalem Rovingen/Rovinggelege etc. eine Platte mit einseitigem Abreisgewebe laminieren. Der Stirokanal wird dann auf den ersten ca. 25 cm (ca. 15 cm Hülse) damit links und rechts ausgekleidet. Fasern senkrecht stehend. Dann wird diesmal der Holm sehr nass "reingepflotscht" Dies ist sicher besser als die unnötige Umwicklung der Hülse mit Rovingen. Auch dies wäre sicher nicht notwendig. Jeder der den Flugstil meiner 27 (1:3) kennt, weiss was ein wie bereits beschriebener Holm normalerweise aushält.

Beste Grüsse
Sigi

kneubi
21.05.2013, 19:38
Ist das Zeitintervall deutlich über der Topfzeit, hilft nur, das "ältere" Bauteil mechanisch durch massierendes Benetzen mit Frischharz zu reaktivieren und dann erst die gleichsam getränkte frischere Lage aufzulegen

Achim hat hiermit eigentlich die Lösung auf den Punkt gebracht und deckt sich mit der Aussage von Swisscomposite

@Moderator: Da dieser Thread offensichtlich für den einen oder anderen als Baubeschrieb dient, besteht die Möglichkeit zwischen #70 und #71 folgender Text noch eingefügt wird ?

"Wichtig: Für eine gute Kopplung zwischen Holmgurte und CFK-Schlauch vor dem nächsten Bauabschnitt jeweils "neues" Harz mit wenig Baumwollflocken (kein Microballon) auf die letzte Lage aufpinseln. Die drei Lagen jeweils gut anpressen"

Gruss Sigi

Gast_8624
21.05.2013, 21:13
Hallo Sigi und Achim,

hmm...

> das "ältere" Bauteil mechanisch durch massierendes Benetzen mit Frischharz zu reaktivieren <

Wie muss ich mir dieses in der Praxis vorstellen?... mit den Fingern, ...mit einem Pinsel?

Gruß Rolf

kneubi
21.05.2013, 23:09
Hallo Rolf

Ich glaub ich nehm den Pinsel...

Kenne mich im Detail mit der chemischen Abfolge solcher Composites nicht aus. Könnte mir jedoch vorstellen dass sich auf der Oberfläche des "alten" Harzes wie eine Haut bildet das man als angelieren bezeichnet. Durch das Bestreichen mit dem Pinsel diese Haut aufgerissen wird und sich so das alte und das neue Harz besser verbindet.

Wer kann dazu mehr sagen? Liege ich mit meiner Annahme richtig?

Sigi

Gast_8039
22.05.2013, 09:06
Hallo Sigi,
exakt! Du liegst richtig. Und in Verbindung mit den Aussagen von Hr. Gautschi und Deinen geschilderten weiteren Maßnahmen gehst Du ganz auf Nummer sicher! Das passt alles!
Ich wollte mit meinen Hinweisen v.a. darauf hinaus, dass einfaches Auflegen von frischen Lagen auf evtl. gelierte Ältere gefährlich sein kann. Und welche Parameter noch zu Delaminationen führen können, die allgemein vielleicht nicht so bekannt sind. Wir verwenden ja manchmal durchaus höherreaktive Systeme, z.B. Kleber, Formenharze etc. Nass-in-nass ist zwar verfahrenssicherer als das Vorbereiten von Oberflächen und wird daher als das Optimum gesehen, aber nur solange es eben wirklich nass stattfindet! Eine gut vorbereitete Klebung ist dem jedoch äquivalent. Und in jedem Falle ist ein guter Verbund erkennbar im Versagensfall an mehrheitlichen Faserausbrüchen (Mischversagen).
Christians Beobachtung, dass hier der Kontakt nicht einwandfrei war, ist bei genauerer Betrachtung allerdings richtig. Ich hatte die Rovinglage im Bild einer anderen Stelle zugeordnet. Hier hätte es tatsächlich ein Abbild der Hülse geben müssen. Dennoch bleibt bei mir weiter der Verdacht einer nicht idealen Klebung, da auch die Stellen des punktweisen Kontaktes ebenfalls nicht zu erkennbarem Faserbruch im Gurt geführt hat. Auch müsste ein gewisser Harzüberschuss aus den Gurtlagen im Vakuumsack in die Kavität gezogen werden. Kann es also auch sein, dass der Gurt recht trocken laminiert bzw. beim Pressen das Harz schon zu weit geliert gewesen sein um noch ausreichend zu fließen?
Noch was zu den Harzen: es ist richtig, dass die etwas höher reaktiven (oft auch höherviskosen) Harze eine bessere Kalthärtung und geringere Sprödigkeit entwickeln. Das zeigt sich v.a. in einer deutlich besseren Klebeperformance (daher ist auch der Hinweis mit dem endfest nicht falsch, es ist ein elastifiziertes mittelreaktives System...). Ich würde dennoch, wenn möglich, immer den Flügel für einige Stunden nachtempern, auch wenn mit einem 50min-Härter gearbeitet wurde. Ich persönlich bin zugegebenermaßen eh viel zu ungeschickt und langsam, um mit einer solchen Topfzeit einen Flügel aufzubauen (Respekt, Sigi :))... Daher brauche ich ca. 110min Topfzeit das nach dem kalten Anhärten zwingend mit 40-55°C über 6 Stunden nachgehärtet werden muss. Hatte (vielleicht auch aufgrund der Topfzeitreserven?) bisher noch keine (bekannt gewordenen?) Verklebeprobleme.
Übrigens kann man für wenige Euro und in wenigen Stunden eine geregelte Temperkammer nach Maß bauen... wenn das interessiert, mache ich mal eine kleine Zusammenstellung

Löschknecht
22.05.2013, 09:43
Hallo Achim,

auf jedenfall. Als her damit. Am besten gleich hier dann ist alles wichtige beisammen.

Danke,

ciao Timo

Gast_8624
22.05.2013, 10:48
Hallo Achim.
hmm...
> das "ältere" Bauteil mechanisch durch massierendes Benetzen mit Frischharz zu reaktivieren<

Jetzt kann ich mir darunter was vorstellen, danke für die Erklärung.
Gruß Rolf

goevier
22.05.2013, 19:30
Hallo Sigi,
was für eine Rückschlag...
Ich kann dir nachfühlen, wie du dich fühlen musst, weil einfach was Selbstgebautes, auch so ein bisschen eigene Ingenieurkunst verwirklicht darstellt.:cry:

Zu meiner Theorie: Kann es nicht auch sein, dass die Kabinenhaube durch den Schnellflug zuviel Druck aus dem Innenraum des Rumpfes bekommen hat?

Ich kann dich nur ermutigen, nicht zuviel Fehler (?Fehlendes?) bei dir zu suchen, sondern eine Anlayse der Schäden und Ursachen binnen Wochenfrist durchzuführen und dann den Hut drauf zu hauen!
... und mit LS 10 V2 zu starten.

In der Regel geht das zweite Mal doch schneller von der Hand, auch wenn es in Summe gesehen natürlich wieder viel Arbeit ist.
Aber das wollen wir ja auch wir Modellbauer, wir wollen etwas Einzigartiges mi unseren Mitteln schaffen, und uns dafür manchmal geistig auf die Schulter klopfen;).

Viel Erfolg und ich werde hier im Forum über den Erstflug meiner Cobra berichten.

Ein mitleidender Modellbauer, der seine Cobra Kabinenhaube vermutlich komplett "zutapen" wird.

Uwe

dokktor
22.05.2013, 22:27
Mandl Absaugung in den Rumpf einbauen. Wir bei DG mittlerweile auch bei den 1:1 Flugzeugen benutzt.

kneubi
24.05.2013, 11:03
Hallo Uwe

Ja mach die Haube gut fest ... es lohnt sich. Habe jedoch bei deiner Cobra keine Bedenken. Du bist da wirklich der Ingenieur wenns um durchdachte Mechaniken geht. Wann ist Erstflug der roten Schlange geplant?

Gruss Sigi

Rudi T
30.05.2013, 20:28
Hallo Sigi!

Bin schon ein wenig spät dran, aber als in der Mehrzahl stiller Mitleser und ausschließlicher Modelbauer (nicht Modellkäufer) kann ich mir ein weing vorstellen, wie Dein Gemütszustand gewesen sein mag.

Die Floskel "nicht mehr zu ändern , Kopf hoch" hilft nur wenig - und trotzdem.....

Alles Gute für die Zukunft!!!!

wünscht Dir der Rudi T.